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Fünf Hindernisse

  • nibbuti
  • 16. Dezember 2012 um 16:46
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  • nibbuti
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    • 16. Dezember 2012 um 16:46
    • #1
    Zitat

    Die fünf Hindernisse

    Es gibt fünf Hindernisse, Bhikkhus. Welche fünf?

    Sinnliches Verlangen (kāma-chanda)

    Übelwollen (vyāpāda)

    Trübheit & Mattheit (thīna-middha)

    Rastlosigkeit & Angst (uddhacca-kukkucca)

    Unsicherheit (vicikicchā)

    Dies sind die fünf Hindernisse. - A 9.64

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    Zitat


    Wie ein Spiegelbild im Wasser

    »Zu einer Zeit, Brahmane, wenn man begierdegefesselten, begierdegequälten Geistes weilt und die Aufhebung der aufgestiegenen Sinneslust nicht der Wirklichkeit gemäß erkennt, zu einer solchen Zeit sieht und erkennt man nicht wirklichkeitsgemäß sein eigenes Wohl, noch das Wohl anderer, noch das gemeinsame Wohl; und selbst die lange Zeit memorierten Lehren fallen einem nicht ein, geschweige denn die nicht memorierten.

    Es ist, Brahmane, wie wenn sich da in einem Topfe Wasser befindet, versetzt mit roter, gelber, blauer oder brauner Farbe. Wenn nun ein Mann mit gesunden Augen darin sein eigenes Spiegelbild zu sehen wünscht, so könnte er es nicht der Wirklichkeit entsprechend erkennen und wahrnehmen ...

    Es ist, Brahmane, wie wenn in einem über dem Feuer erhitzten Topfe das Wasser aufkocht und siedet. Wenn nun ein Mann mit gesunden Augen darin sein eigenes Spiegelbild zu sehen wünscht, so könnte er es nicht der Wirklichkeit entsprechend erkennen und wahrnehmen ...

    Es ist, Brahmane, wie wenn da in einem Topfe befindliches Wasser mit Moos und Wasserpflanzen völlig bedeckt ist. Wenn nun ein Mann mit gesunden Augen darin sein Spiegelbild zu sehen wünscht, so könnte er es nicht der Wirklichkeit entsprechend erkennen und wahrnehmen ...

    Es ist, Brahmane, wie wenn sich in einem Topfe vom Winde bewegtes, unstetes, unruhiges aufwellendes Wasser befindet. Wenn nun ein Mann mit gesunden Augen darin sein eigenes Spiegelbild zu sehen wünscht, so könnte er es nicht der Wirklichkeit entsprechend erkennen und wahrnehmen ...

    Es ist, Brahmane, wie wenn man einen Topf mit trübem, aufgestörtem, schlammigem Wasser ins Dunkle stellt. Wenn nun ein Mann mit gesunden Augen darin sein eigenes Spiegelbild zu sehen wünscht, so könnte er es nicht der Wirklichkeit entsprechend erkennen und wahrnehmen. Ebenso auch ist es, Brahmane, wenn man mit einem von Zweifelsucht gefesselten und gequälten Geiste verweilt und die Aufhebung der aufgestiegenen Zweifelsucht nicht der Wirklichkeit gemäß erkennt; zu einer solchen Zeit erkennt man dann nicht wirklichkeitsgemäß sein eigenes Wohl, noch das Wohl anderer, noch das gemeinsame Wohl; und selbst die lange Zeit memorierten Sprüche fallen einem nicht ein, geschweige denn die nicht memorierten. - A 5.193

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    Zitat

    Die Hindernisse aushungern

    "Was ist nun der Nahrungsentzug für das Entstehen von nicht entstandenem sinnlichem Verlangen, oder für das Wachstum & die Zunahme von sinnlichem Verlangen, wenn es erst einmal entstanden ist? Es gibt den Gegenstand der Unschönheit. Deren weise Betrachtung & praktische Anwendung: Das ist der Nahrungsentzug für das Entstehen von unentstandenem sinnlichen Verlangen, oder für das Wachstum & die Zunahme von sinnlichem Verlangen, wenn es erst einmal entstanden ist.

    Es gibt Befreiung des Geistes durch liebende Güte ...

    Es gibt das Potential für anfängliche Anstrengung, das Potential für Ausdauer, das Potential für Überwindung ...

    Es gibt Erleichterung des Geistes ...

    Es gibt Zustände, die zuträglich & unzuträglich, tadelnswert & tadellos, grob & fein, verbunden mit Dunkelheit & mit Licht sind. Deren weise Betrachtung & praktische Anwendung: Das ist der Nahrungsentzug für das Entstehen von unentstandener Unsicherheit, oder für das Wachstum & die Zunahme von Unsicherheit, wenn sie erst einmal entstanden ist. - S 46.51

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    Zitat

    Überwinden der Hindernisse

    Um die fünf Hindernisse zu überwinden, sollte man die vier Grundlagen der Achtsamkeit entwickeln. Welche vier? Da weilt ein Bhikkhu seine Aufmerksamkeit auf den Körper an und für sich gerichtet - unermüdlich, aufgeweckt & achtsam - und lässt Begehren & Trübsal hinsichtlich der Welt hinter sich.

    Er weilt seine Aufmerksamkeit auf Gefühle an und für sich gerichtet ... auf den Geist an und für sich gerichtet ... auf geistige Eigenschaften an und für sich gerichtet - unermüdlich, aufgeweckt & achtsam - und lässt Begehren & Trübsal hinsichtlich der Welt hinter sich. Um die fünf Hindernisse zu überwinden, sollte man diese vier Grundlagen der Achtsamkeit entwickeln. - A 9.64

    Zitat

    Gerichtete Meditation

    Hier, Ananda, verweilt ein Bhikkhu beim Körper den Körper betrachtend - unermüdlich, ganz bewusst & achtsam - das Unglück auflösend, das vom Wünschen der Dinge in der Welt kommt. Und für jemand, der beim Körper den Körper betrachtend verweilt, entsteht ein körperliches Objekt, oder körperliches Unbehagen, oder geistige Trägheit, die den Geist nach außen hin verstreut. Dann sollte der Bhikkhu seinen Geist auf ein befriedigendes Bild richten. Wenn der Geist auf ein befriedigendes Bild gerichtet ist, wird Glück geboren. Von diesem Glück wird dann Freude geboren. Mit einem freudvollen Geist wird der Körper entspannt. Ein entspannter Körper fühlt sich zufrieden, und der Geist von einem, der zufrieden ist, wird konzentriert. Dann überlegt er: "Der Zweck, für welchen ich meinen Geist richtete, wurde erfüllt. Also werde ich [die gerichtete Aufmerksamkeit vom Bild] zurückziehen. Er zieht sich zurück, und denkt und sinnt nicht mehr über darüber nach. Er versteht: "Ich denke und sinne nicht mehr darüber nach. Innerlich achtsam, bin ich zufrieden." Dies ist gerichtete Meditation.

    Und was ist ungerichtete Meditation? Seinen Geist nicht nach außen hin richtend, versteht ein Bhikkhu: "Mein Geist ist nicht nach außen hin gerichtet." Er versteht: "Nicht konzentriert auf vorher oder danach; frei; ungerichtet." Und er versteht: "Ich verweile beim Körper den Körper betrachtend - unermüdlich, ganz bewusst & achtsam - ich bin zufrieden." Dies ist ungerichtete Meditation. - S 47.10

    Zitat

    Entfachte Beharrlichkeit

    Wenn in einem Bhikkhu, während er geht, steht, sitzt oder liegt, jegliche Gier, jegliches Übelwollen, jegliche Trägheit & Schläfrigkeit, jegliche Ruhelosigkeit & Aufgeregtheit, jegliche Unsicherheit abgelegt wurde; wenn seine Beharrlichkeit entfacht & unnachlässig ist; wenn seine Achtsamkeit gefestigt & ungetrübt ist; wenn sein Körper ruhig & unaufgeregt ist; wenn sein Geist gesammelt & einheitlich ist: ein Bhikkhu, der mit solcher Begeisterung & Sorgfalt geht, steht, sitzt oder liegt, heißt beständig & beständig entschlossen, einer mit entfachter Beharrlichkeit. - Iti 111

    Zitat

    Beständig wie die Kraft einer Flusströmung

    Angenommen da wäre ein Fluss, der von den Bergen hinunter fließt — der weit reicht & dessen Strömung zügig fließt, alles mit sich trägt — und ein Mann würde jene Kanäle schließen, die auf beiden Seiten davon wegführen, so dass die Strömung in der Mitte des Flusses nicht verteilt, unzerstreut & nicht ausschweifend wäre; es würde weit reichen, die Strömung zügig fließen, alles mit sich tragen. Auf die gleiche Weise, wenn ein Bhikkhu diese fünf Blockaden, Hindernisse, die sein Bewusstsein überwältigen & Urteilskraft schwächen, überwunden hat, wenn er stabil in seiner Urteilskraft ist: dass er versteht, was für seinen eigenen Nutzen ist, was für den Nutzen anderer ist, was für den Nutzen beider ist, dass er einen erhabenen menschlichen Zustand verwirklicht, einen wirklich edlen Unterschied in Wissen & Weitblick, ist möglich. - A 5.51


    Trage nicht das Weltgetöse in die stille Einsamkeit
    Such den Wald, daß er Dich löse von der Krankheit unsrer Zeit.

  • Elliot
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    • 17. Dezember 2012 um 11:01
    • #2
    nibbuti:

    ... Um die fünf Hindernisse zu überwinden, sollte man die vier Grundlagen der Achtsamkeit entwickeln. Welche vier? Da weilt ein Bhikkhu seine Aufmerksamkeit auf den Körper an und für sich gerichtet - unermüdlich, aufgeweckt & achtsam - und lässt Begehren & Trübsal hinsichtlich der Welt hinter sich.

    Er weilt seine Aufmerksamkeit auf Gefühle an und für sich gerichtet ... auf den Geist an und für sich gerichtet ... auf geistige Eigenschaften an und für sich gerichtet - unermüdlich, aufgeweckt & achtsam - und lässt Begehren & Trübsal hinsichtlich der Welt hinter sich. Um die fünf Hindernisse zu überwinden, sollte man diese vier Grundlagen der Achtsamkeit entwickeln. - A 9.64


    Hier heisst es ja:

    Zitat

    "Darin, ihr Bhikkhus, kommt Richtige Ansicht an erster Stelle. Und auf welche Weise kommt Richtige Ansicht an erster Stelle? In jemandem mit Richtiger Ansicht entsteht Richtige Absicht; in jemandem mit Richtiger Absicht entsteht Richtige Rede; in jemandem mit Richtiger Rede entsteht Richtiges Handeln; in jemandem mit Richtigem Handeln entsteht Richtige Lebensweise; in jemandem mit Richtiger Lebensweise entsteht Richtige Anstrengung; in jemandem mit Richtiger Anstrengung entsteht Richtige Achtsamkeit; ... (MN 117)

    So könnte man sagen, dass richtige (weltliche) Ansicht, Absicht, Rede, Handlung und Lebensweise gute Voraussetzungen für die Entfaltung von richtiger Anstrengung und richtiger Achtsamkeit sind:

    Zitat

    "Ihr Bhikkhus, angenommen, ein Mann nähme ein Darlehen auf und betriebe ein Geschäft, und sein Geschäft wäre erfolgreich, so daß er alle Schulden begleichen könnte, und es bliebe genug übrig, um eine Frau zu versorgen; in Erwägung dessen wäre er froh und voller Freude. Oder angenommen, ein Mann wäre erkrankt, leidend und in schlechter Verfassung, und das Essen bekäme ihm nicht, und sein Körper hätte keine Kraft, aber später würde er sich von der Krankheit erholen, und das Essen bekäme ihm wieder, und der Körper erstarkte wieder; in Erwägung dessen wäre er froh und voller Freude. Oder angenommen, ein Mann wäre im Gefängnis eingesperrt, aber später würde er freigelassen, er wäre sicher und heil, ohne etwas von seinem Besitz eingebüßt zu haben; in Erwägung dessen wäre er froh und voller Freude. Oder angenommen, ein Mann wäre ein Sklave, nicht selbständig, sondern von anderen abhängig, der nicht hingehen kann, wohin er will, aber später würde er aus der Sklaverei entlassen, wäre selbständig, von anderen unabhängig, ein freier Mann, der hingehen kann, wohin er will; in Erwägung dessen wäre er froh und voller Freude. Oder angenommen, ein Mann mit Reichtum und Besitz reiste auf einer Straße, die durch eine Wüste führt, aber später hätte er die Wüste sicher und heil durchquert, ohne etwas von seinem Besitz eingebüßt zu haben; in Erwägung dessen wäre er froh und voller Freude. Ebenso, ihr Bhikkhus, wenn diese fünf Hindernisse in einem Bhikkhu noch nicht aufgegeben worden sind, betrachtet er sie als Schuld, beziehungsweise als Krankheit, als Gefangenschaft, als Sklaverei und als eine Straße, die durch eine Wüste führt. Aber wenn diese fünf Hindernisse in ihm aufgegeben worden sind, betrachtet er das als Schuldfreiheit, als Gesundheit, als Entlassung aus der Gefangenschaft, als Freiheit von der Sklaverei und als Gefilde der Sicherheit." (MN 39)


    Viele Grüße
    Elliot

    Viele Grüße

    Elliot

  • nibbuti
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    • 17. Dezember 2012 um 11:27
    • #3
    Elliot:

    So könnte man sagen, dass richtige (weltliche) Ansicht, Absicht, Rede, Handlung und Lebensweise gute Voraussetzungen für die Entfaltung von richtiger Anstrengung und richtiger Achtsamkeit sind:


    Hi Elliot

    Weltliche (asava) Ansicht, Absicht & Rede zB 'gute Wiedergeburt' führt zu weltlicher (asava) Achtsamkeit.

    Die drei asava sind:

    1. sinnlicher Verlangenstrieb (kāmāsavo)

    2. Werdenstrieb (bhavāsavo)

    3. Unwissenheitstrieb (avijjāsavo)

    Grüße

    :)

    Trage nicht das Weltgetöse in die stille Einsamkeit
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  • Elliot
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    • 18. Dezember 2012 um 09:53
    • #4
    nibbuti:

    Weltliche (asava) Ansicht, Absicht & Rede zB 'gute Wiedergeburt' führt zu weltlicher (asava) Achtsamkeit.


    Richtige weltliche Ansicht, Absicht usw. zielen ja nicht unbedingt auf Wiedergeburt ab:

    Zitat

    "Und was, ihr Bhikkhus, ist richtige Ansicht, die von den Trieben beeinträchtigt wird, die an Verdiensten teilhat, die auf der Seite der Vereinnahmung zur Reife gelangt? 'Es gibt Gaben, Dargebrachtes und Geopfertes; es gibt Frucht und Ergebnis guter und schlechter Taten; es gibt diese Welt und die andere Welt; es gibt Mutter und Vater; es gibt spontan geborene Wesen; es gibt gute und tugendhafte Mönche und Brahmanen auf der Welt, die diese Welt und die andere Welt durch Verwirklichung mit höherer Geisteskraft erfahren haben und erläutern.' Dies ist richtige Ansicht, die von den Trieben beeinträchtigt wird, die an Verdiensten teilhat, die auf der Seite der Vereinnahmung zur Reife gelangt." (MN 117)


    Daraus ergibt sich beispielsweise richtige weltliche Absicht:

    Zitat

    "Und was, ihr Bhikkhus, ist richtige Absicht, die von den Trieben beeinträchtigt wird, die an Verdiensten teilhat, die auf der Seite der Vereinnahmung zur Reife gelangt? Die Absicht der Entsagung, die Absicht des Nicht-Übelwollens und die Absicht der Nicht-Grausamkeit [7]: dies ist richtige Absicht, die von den Trieben beeinträchtigt wird, die an Verdiensten teilhat, die auf der Seite der Vereinnahmung zur Reife gelangt." (MN 117)


    Aber überweltliche richtige Absicht bedeutet ja nun nicht, dass Entsagung, Nicht-Übelwollen und Nicht-Grausamkeit aufgegeben und stattdessen das Unheilsame gepflegt werden sollte:

    Zitat

    "Und was, Freunde, ist das Unheilsame, was ist die Wurzel des Unheilsamen, was ist das Heilsame, was ist die Wurzel des Heilsamen? Töten von Lebewesen ist unheilsam; nehmen, was nicht gegeben wurde, ist unheilsam; Fehlverhalten bei Sinnesvergnügen ist unheilsam; unwahre Rede ist unheilsam; gehässige Rede ist unheilsam; der Gebrauch grober Worte ist unheilsam; Geschwätz ist unheilsam; Habgier ist unheilsam; Übelwollen ist unheilsam; falsche Ansicht ist unheilsam. Dies nennt man das Unheilsame." (MN 9)


    Und bei der Entfaltung von richtiger Anstrengung und richtiger Achtsamkeit wird ja auch gar nicht zwischen weltlich und überweltlich unterschieden, allenfalls vielleicht bei der Betrachtung der Gefühle:

    Zitat

    "Und wie, ihr Bhikkhus, verweilt ein Bhikkhu, indem er Gefühle als Gefühle betrachtet [13]? Wenn ein Bhikkhu ein angenehmes Gefühl fühlt, versteht er: 'Ich fühle ein angenehmes Gefühl;' wenn er ein schmerzhaftes Gefühl fühlt, versteht er: 'Ich fühle ein schmerzhaftes Gefühl;' wenn er ein weder-schmerzhaftes-noch-angenehmes Gefühl fühlt, versteht er: 'Ich fühle ein weder-schmerzhaftes-noch-angenehmes Gefühl.' Wenn er ein weltliches angenehmes Gefühl fühlt, versteht er: 'Ich fühle ein weltliches angenehmes Gefühl;' wenn er ein spirituelles angenehmes Gefühl fühlt, versteht er: 'Ich fühle ein spirituelles angenehmes Gefühl [14];' wenn er ein weltliches schmerzhaftes Gefühl fühlt, versteht er: 'Ich fühle ein weltliches schmerzhaftes Gefühl;' wenn er ein spirituelles schmerzhaftes Gefühl fühlt, versteht er: 'Ich fühle ein spirituelles schmerzhaftes Gefühl;' wenn er ein weltliches weder-schmerzhaftes-noch-angenehmes Gefühl fühlt, versteht er: 'Ich fühle ein weltliches weder-schmerzhaftes-noch-angenehmes Gefühl;' wenn er ein spirituelles weder-schmerzhaftes-noch-angenehmes Gefühl fühlt, versteht er: 'Ich fühle ein spirituelles weder-schmerzhaftes-noch-angenehmes Gefühl.'" (MN 10)


    Viele Grüße
    Elliot

    Viele Grüße

    Elliot

  • Onyx9
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    • 20. Dezember 2012 um 08:38
    • #5

    Wenn man bedenkt, daß samma - vollkommen heißt,
    dann kann rechte ( weltliche ) Ansicht usw. imgrunde nur die sein,
    die die Kraft hat "das Tor " ( zu einer beständigeren Geistesentfaltung ) zu öffnen.
    Ein Bikkhu ist von weltlichen
    Verpflichtungen befreit, insofern kann er die Schwelle der Vereinnahmung
    zügiger hinter sich lassen als ein Laie. Aber beide können zurückfallen,
    denn die Übergänge sind fließend.
    Zwischen einigermaßen richtiger und rechter vollkommener Ansicht liegt
    eine ganze Spannbreite der "Qualitäten", ob nun weltlich oder "überweltlich".
    Bestimmend ist allein der Grad der Sammlungsfähigkeit und Reinheit.
    Eine Sache von mehreren Leben oder die Sache eines einzigen Tages.


    Gerichtete Meditation: Dann sollte der Bhikkhu seinen Geist auf ein befriedigendes Bild richten. Wenn der Geist auf ein befriedigendes Bild gerichtet ist, wird Glück geboren.
    Was ist das ?

  • Elliot
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    • 20. Dezember 2012 um 10:00
    • #6
    Zitat

    ... Und was ist jene andere Art von Glück? Ānanda, da tritt ein Bhikkhu ganz abgeschieden von Sinnesvergnügen, abgeschieden von unheilsamen Geisteszuständen, in die erste Vertiefung ein, die von anfänglicher und anhaltender Hinwendung des Geistes begleitet ist, und verweilt darin, mit Verzückung und Glückseligkeit, die aus der Abgeschiedenheit entstanden sind. Dies ist jene andere Art von Glück, höher und erhabener als das vorhergehende Glück." (MN 59)


    Viele Grüße
    Elliot

    Viele Grüße

    Elliot

  • mukti
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    • 20. Dezember 2012 um 19:02
    • #7

    Nun ist es doch so, dass bei den Erleuchtungsstufen verschiedene Hindernisse wegfallen, also Stromeintritt usw.
    Und bei den Vertiefungen, den Jhanas, die sind ja nun vorübergehend, also lässt sich die Glückseligkeit die aus der Abgeschiedenheit entstanden ist, vorübergehend erreichen, obwohl noch Hindernisse da sind, schon im ersten Jhana. Und dann, je öfter man sie erreicht, desto weniger wird man zu Sinnesvergnügen hingezogen, bis die Hindernisse ganz verschwunden sind, oder?

    Gruß, mukti

    Mit Metta, mukti.


  • nibbuti
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    • 20. Dezember 2012 um 21:07
    • #8
    mukti:

    Und bei den Vertiefungen, den Jhanas, die sind ja nun vorübergehend, also lässt sich die Glückseligkeit die aus der Abgeschiedenheit entstanden ist, vorübergehend erreichen, obwohl noch Hindernisse da sind


    Hi mukti. In dem Fall sind die Hindernisse auch nur vorübergehend da.

    Zitat

    Und dann, je öfter man sie erreicht, desto weniger wird man zu Sinnesvergnügen hingezogen, bis die Hindernisse ganz verschwunden sind, oder?


    Daran ist nichts auszusetzen, aber es kommt imho weniger auf die Häufigkeit an, als wie leicht & ununterbrochen man die dazu nötigen Bedingungen herstellt.

    Oder wie die daraus entstehende Weisheit hilft Verlangen zu durchschauen.

    Grüße

    :)

    Trage nicht das Weltgetöse in die stille Einsamkeit
    Such den Wald, daß er Dich löse von der Krankheit unsrer Zeit.

  • Aiko
    Gast
    • 20. Dezember 2012 um 22:38
    • #9
    mukti:

    , bis die Hindernisse ganz verschwunden sind, oder?

    Die Hindernisse verschwinden nie ganz.

  • accinca
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    • 20. Dezember 2012 um 23:01
    • #10
    Aiko:
    mukti:

    , bis die Hindernisse ganz verschwunden sind, oder?

    Die Hindernisse verschwinden nie ganz.

    Der Buddha lehrte sie jedenfalls aufzulösen.

    A V, 52 Ein Haufen Übel
    "Wenn man, ihr Mönche, von einem Haufen Übel spricht, dann mag man mit Recht die fünf Hemmungen als einen solchen bezeichnen; denn die fünf Hemmungen, ihr Mönche, sind wahrlich ein ganzer Haufen Übel."

  • Aiko
    Gast
    • 20. Dezember 2012 um 23:10
    • #11
    accinca:
    Aiko:

    Die Hindernisse verschwinden nie ganz.

    Der Buddha lehrte sie jedenfalls aufzulösen.

    A V, 52 Ein Haufen Übel
    "Wenn man, ihr Mönche, von einem Haufen Übel spricht, dann mag man mit Recht die fünf Hemmungen als einen solchen bezeichnen; denn die fünf Hemmungen, ihr Mönche, sind wahrlich ein ganzer Haufen Übel."

    Was hat dein Zitat jetzt mit meiner Sichtweise zu tun?
    Natürlich lehrte er, wie die Hindernisse aufzulösen sind - aber sie verschwinden nicht. Solange du lebst, erscheinen Hindernisse, die du nach der Lehre dann brav auflösen kannst. Aber die Mühe und rechte Anstrengung musst du dir schon machen. Das lehrte der Buddha auch.

  • MonikaMarie1
    Gast
    • 21. Dezember 2012 um 00:38
    • #12

    Auch wenn die Hindernisse weiterhin bestehen bleiben, so wie es auch regnet oder die Sonne scheint, so heißt das doch aber nicht, das mich diese behindern müssen. Ein Hindernis ist doch nur so lange eine Behinderung, so lange ich mit meiner Abneigung oder Zuneigung dagegen zu kämpfen habe. Ist diese Abneigung bzw. Zuneigung durch tiefe Einsicht überwunden, existiert kein Hindernis mehr. So jedenfalls erfahre ich es.

    Wie nibutti bereits weiter oben zitierte:

    "...Dann überlegt er: "Der Zweck, für welchen ich meinen Geist richtete, wurde erfüllt. Also werde ich [die gerichtete Aufmerksamkeit vom Bild] zurückziehen. Er zieht sich zurück, und denkt und sinnt nicht mehr darüber nach. Er versteht: "Ich denke und sinne nicht mehr darüber nach. Innerlich achtsam, bin ich zufrieden." Dies ist gerichtete Meditation.

    Und was ist ungerichtete Meditation? Seinen Geist nicht nach außen hin richtend, versteht ein Bhikkhu: "Mein Geist ist nicht nach außen hin gerichtet." Er versteht: "Nicht konzentriert auf vorher oder danach; frei; ungerichtet." Und er versteht: "Ich verweile beim Körper den Körper betrachtend - unermüdlich, ganz bewusst & achtsam - ich bin zufrieden." Dies ist ungerichtete Meditation. - S 47.10"

    _()_ Monika

  • Elliot
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    • 21. Dezember 2012 um 12:51
    • #13
    mukti:

    Nun ist es doch so, dass bei den Erleuchtungsstufen verschiedene Hindernisse wegfallen, also Stromeintritt usw.


    Die fünf Fesseln beispielsweise sind nicht ganz deckungsgleich mit den fünf Hindernissen:

    Zitat

    "Ein wohlunterrichteter edler Schüler, der die Edlen beachtet und in ihrem Dhamma bewandert und geschult ist, der aufrechte Menschen beachtet und in ihrem Dhamma bewandert und geschult ist, weilt nicht mit einem Herzen, das von

    Persönlichkeitsansicht, Zweifel, Festhalten an Regeln und Ritualen, Sinnesbegierde und Übelwollen

    besessen und versklavt ist, und er versteht der Wirklichkeit entsprechend, wie man der erschienenen Persönlichkeitsansicht, Zweifeln usw. entrinnt, und die Persönlichkeitsansicht, Zweifel usw. sind in ihm überwunden, zusammen mit der zugrundeliegenden Neigung dazu. (MN 64)


    Aber die Überwindung der fünf Fesseln hängt eng mit der Überwindung der fünf Hindernisse zusammen:

    Zitat

    "Und was, Ānanda, ist der Pfad, der Weg zur Überwindung der fünf niedrigeren Fesseln? In Abgeschiedenheit von jeglicher Vereinnahmung [4], mit der Überwindung unheilsamer Geisteszustände, mit der völligen Stillung körperlicher Trägheit tritt da ein Bhikkhu ganz abgeschieden von Sinnesvergnügen, abgeschieden von unheilsamen Geisteszuständen, in die erste Vertiefung ein, die von anfänglicher und anhaltender Hinwendung des Geistes begleitet ist, und verweilt darin, mit Verzückung und Glückseligkeit, die aus der Abgeschiedenheit entstanden sind." ...(MN 64)

    mukti:

    Und bei den Vertiefungen, den Jhanas, die sind ja nun vorübergehend, also lässt sich die Glückseligkeit die aus der Abgeschiedenheit entstanden ist, vorübergehend erreichen, obwohl noch Hindernisse da sind, schon im ersten Jhana.


    Nein, die fünf Hindernisse sind überwunden in den Vertiefungen, aber die Fesseln vielleich noch nicht ganz:

    Zitat

    "Freund, in der ersten Vertiefung sind fünf Faktoren überwunden und fünf Faktoren sind darin enthalten. Wenn da ein Bhikkhu in die erste Vertiefung eingetreten ist, ist Sinnesbegierde überwunden, Übelwollen ist überwunden, Trägheit und Mattheit ist überwunden, Rastlosigkeit und Gewissensunruhe ist überwunden und Zweifel ist überwunden; und es treten anfängliche Hinwendung des Geistes, anhaltende Hinwendung des Geistes, Verzückung, Glückseligkeit und Einspitzigkeit des Geistes auf. Auf diese Weise sind in der ersten Vertiefung fünf Faktoren überwunden und fünf Faktoren sind darin enthalten." (MN 43)

    mukti:

    Und dann, je öfter man sie erreicht, desto weniger wird man zu Sinnesvergnügen hingezogen, bis die Hindernisse ganz verschwunden sind, oder?


    So ist es:

    Zitat

    Ihr Bhikkhus, wenn die Achtsamkeit auf den Körper immer wieder gepflegt, entfaltet, geübt, als Fahrzeug verwendet, als Grundlage benutzt, verankert, gefestigt und gut ausgeübt worden ist, können diese zehn Vorteile davon erwartet werden. Welche zehn?“ ... (IV) „Man erlangt nach Belieben, ohne Probleme oder Schwierigkeiten die vier Vertiefungen, die die höhere Geistigkeit ausmachen und für ein angenehmes Verweilen hier und jetzt sorgen.“ (MN 119)

    "Sogar wenn ein edler Schüler der Wirklichkeit entsprechend mit angemessener Weisheit deutlich gesehen hat, wie wenig Befriedigung die Sinnesvergnügen bieten, aber wieviel Leid und wieviel Verzweiflung, und wie groß die Gefahr ist, die in ihnen steckt; solange er nicht die Verzückung und Glückseligkeit erlangt, die von Sinnesvergnügen abgetrennt sind, abgetrennt von unheilsamen Geisteszuständen, oder etwas noch friedvolleres [2], so lange mag er noch zu Sinnesvergnügen hingezogen werden. Aber wenn ein edler Schüler der Wirklichkeit entsprechend mit angemessener Weisheit deutlich gesehen hat, wie wenig Befriedigung die Sinnesvergnügen bieten, aber wieviel Leid und wieviel Verzweiflung, und wie groß die Gefahr ist, die in ihnen steckt; und wenn er die Verzückung und Glückseligkeit erlangt, die von Sinnesvergnügen abgetrennt sind, abgetrennt von unheilsamen Geisteszuständen, oder etwas noch friedvolleres, dann wird er nicht mehr zu Sinnesvergnügen hingezogen." (MN 14)


    Viele Grüße
    Elliot

    Viele Grüße

    Elliot

  • accinca
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    • 21. Dezember 2012 um 16:18
    • #14
    Aiko:

    Die Hindernisse verschwinden nie ganz.


    Was hat dein Zitat jetzt mit meiner Sichtweise zu tun?
    Natürlich lehrte er, wie die Hindernisse aufzulösen sind - aber sie verschwinden nicht.
    Solange du lebst, erscheinen Hindernisse, die du nach der Lehre dann brav auflösen
    kannst. Aber die Mühe und rechte Anstrengung musst du dir schon machen. Das lehrte
    der Buddha auch.[/quote]
    Warum sollte man sich denn die Mühe und Anstrengung zur Auflösung
    der Hemmungen machen wenn alles Mühen und Anstrengen nicht dazu
    führen würde sie erfolgreich aufzulösen? Was natürlich nicht ausschließt,
    daß es auch viele Menschen gibt die sich ihr leben Lang bemühen und es
    in diesem Leben noch nicht schaffen sie völlig aufzulösen. Was aber natürlich
    nicht heißen soll sie seinen nicht (oder könnten nicht) aufgelöst werden. Wie
    auch immer, jedenfalls gibt es keine Befreiung solange sie nicht aufgelöst wurden.

    Tatsache ist es zwar, daß man erfahren kann, das die Hemmungen auch zeitweise
    aufgehoben sind und dann wieder in Erscheinung treten können. Aber auch das läßt
    nicht den Schluß zu, sie seinen grundsätzlich nicht aufzulösen. Jeder Trieb kann auch
    zeitweise in die Latenz gehen ohne grundsätzlich für immer aufgelöst zu sein. Das
    besagt aber nicht, er könnte nicht auch grundsätzlich aufgelöst werden.

  • accinca
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    • 21. Dezember 2012 um 16:22
    • #15
    MonikaMarie1:

    Auch wenn die Hindernisse weiterhin bestehen bleiben, so wie es auch regnet oder die Sonne scheint, so heißt das doch aber nicht, das mich diese behindern müssen. Ein Hindernis ist doch nur so lange eine Behinderung, so lange ich mit meiner Abneigung oder Zuneigung dagegen zu kämpfen habe. Ist diese Abneigung bzw. Zuneigung durch tiefe Einsicht überwunden, existiert kein Hindernis mehr. So jedenfalls


    Naja, wenn sie nicht mehr existieren bleiben sie ja auch nicht weiterhin bestehen.

  • MonikaMarie1
    Gast
    • 21. Dezember 2012 um 19:27
    • #16
    accinca:


    Naja, wenn sie nicht mehr existieren bleiben sie ja auch nicht weiterhin bestehen.

    Ein Hindernis kann dennoch existieren, aber vielleicht hab ich dann gelernt, es zu umgehen, es nicht zu beachten, es zu beachten, aber nicht zu re-agieren usw.
    Was für mich "früher" ein Hindernis war und mich blockierte, reizte oder in Angst und Schrecken versetzte, kann doch heute noch als "Ding" vorhanden sein, hat aber seine Macht über mich verloren.

    Falls Du da etwas anderes im Sinn hast, accinca, finde ich eine genauere Erklärung hilfreich. Vielleicht verheddere ich mich ja und bin auf dem Holzweg.
    _()_ Monika

  • Onyx9
    Gast
    • 21. Dezember 2012 um 20:29
    • #17

    Ich habe irgendwann gemerkt, daß die ( westlichen ? ) tib.Buddhisten den Begriff "Hinderniss" irgendwie
    anders definieren, als etwas Äußeres, eine äußere Blockade, obwohl ich bei Karmapa gelesen habe,
    daß die vier Mara s gemeint sind, also Klesha bzw. Nivarana. Ich hab keine Ahnung wie das kommt.
    Ich krieg auch nie eine Erklärung vom Otto-Normal-Prakizierenden, vielmehr schaut man mich nur seltsam an,
    so wie eine Art "Hinderniss" :lol:

  • Syia
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    • 21. Dezember 2012 um 20:40
    • #18
    Onyx9:

    Ich habe irgendwann gemerkt, daß die ( westlichen ? ) tib.Buddhisten den Begriff "Hinderniss" irgendwie
    anders definieren, als etwas Äußeres, eine äußere Blockade, obwohl ich bei Karmapa gelesen habe,
    daß die vier Mara s gemeint sind, also Klesha bzw. Nivarana. Ich hab keine Ahnung wie das kommt.
    Ich krieg auch nie eine Erklärung vom Otto-Normal-Prakizierenden, vielmehr schaut man mich nur seltsam an,
    so wie eine Art "Hinderniss" :lol:

    Mein Lama lehrt mich, dass es keine Hindernisse gibt. Wenn mir da irgendetwas im Weg steht, dann bin ich
    dankbar dafür, denn es gibt mal wieder eine wunderbare Gelegenheit zum Üben.

  • Onyx9
    Gast
    • 21. Dezember 2012 um 21:02
    • #19

    Ich denke, dein Lama hat dich etwas anderes gelehrt,
    er hat dich gelehrt, daß Hindernisse rein geistiger Natur sind. Oder ?

  • accinca
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    • 21. Dezember 2012 um 23:07
    • #20
    MonikaMarie1:
    accinca:


    Naja, wenn sie nicht mehr existieren bleiben sie ja auch nicht weiterhin bestehen.

    Ein Hindernis kann dennoch existieren, aber vielleicht hab ich dann gelernt, es zu umgehen, es nicht zu beachten, es zu beachten, aber nicht zu re-agieren usw.
    Was für mich "früher" ein Hindernis war und mich blockierte, reizte oder in Angst und Schrecken versetzte, kann doch heute noch als "Ding" vorhanden sein, hat aber seine Macht über mich verloren.
    Falls Du da etwas anderes im Sinn hast, accinca, finde ich eine genauere Erklärung hilfreich. Vielleicht verheddere ich mich ja und bin auf dem Holzweg.
    _()_ Monika


    Ja, das glaube ich auch. Die fünf "Hindernisse" oder "Hemmungen" (nivarana) sind
    keine äußeren Dinge. Es sind Eigenschaften bzw. geistige Kräfte. Und zwar die Kräfte
    welche den Geist hindern und hemmen. Wer davon nicht befreit ist kann Angst und
    Schrecken nicht überwunden haben. Die Macht dieser Dinge hat man dann genau nicht
    verloren, selbst wenn man das glauben sollte. Denn sobald es auch nur ein bisschen kritisch
    wird, sind sie auch schon wieder akut. Aber auch wenn sie nicht akut sind, bestimmen sie doch
    den Daseins- und Lebenseindruck und die Qualität des inneren Befinden und natürlich sind
    sie es auch, die es verhindern die Dinge zu durchschauen.

  • accinca
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    • 21. Dezember 2012 um 23:12
    • #21
    Zitat
    accinca:


    Was hat dein Zitat jetzt mit meiner Sichtweise zu tun?
    Natürlich lehrte er, wie die Hindernisse aufzulösen sind - aber sie verschwinden nicht.
    Solange du lebst, erscheinen Hindernisse, die du nach der Lehre dann brav auflösen
    kannst. Aber die Mühe und rechte Anstrengung musst du dir schon machen. Das lehrte
    der Buddha auch.


    Warum sollte man sich denn die Mühe und Anstrengung zur Auflösung
    der Hemmungen machen wenn alles Mühen und Anstrengen nicht dazu
    führen würde sie erfolgreich aufzulösen? Was natürlich nicht ausschließt,
    daß es auch viele Menschen gibt die sich ihr leben Lang bemühen und es
    in diesem Leben noch nicht schaffen sie völlig aufzulösen. Was aber natürlich
    nicht heißen soll sie seinen nicht (oder könnten nicht) aufgelöst werden. Wie
    auch immer, jedenfalls gibt es keine Befreiung solange sie nicht aufgelöst wurden.

    Tatsache ist es zwar, daß man erfahren kann, das die Hemmungen auch zeitweise
    aufgehoben sind und dann wieder in Erscheinung treten können. Aber auch das läßt
    nicht den Schluß zu, sie seinen grundsätzlich nicht aufzulösen. Jeder Trieb kann auch
    zeitweise in die Latenz gehen ohne grundsätzlich für immer aufgelöst zu sein. Das
    besagt aber nicht, er könnte nicht auch grundsätzlich aufgelöst werden.[/quote]

  • Aiko
    Gast
    • 21. Dezember 2012 um 23:16
    • #22
    accinca:


    Warum sollte man sich denn die Mühe und Anstrengung zur Auflösung
    der Hemmungen machen wenn alles Mühen und Anstrengen nicht dazu
    führen würde sie erfolgreich aufzulösen?
    [...]
    Tatsache ist es zwar, daß man erfahren kann, das die Hemmungen auch zeitweise
    aufgehoben sind und dann wieder in Erscheinung treten können. Aber auch das läßt
    nicht den Schluß zu, sie seinen grundsätzlich nicht aufzulösen. Jeder Trieb kann auch
    zeitweise in die Latenz gehen ohne grundsätzlich für immer aufgelöst zu sein. Das
    besagt aber nicht, er könnte nicht auch grundsätzlich aufgelöst werden.

    Alles anzeigen

    http://www.palikanon.de/samyutta/sam46.html#s46_38

    Ob man das erfährt, wenn Hemmungen nicht vorhanden sind ? - was erfährt man denn? Nicht-Vorhandensein?

    Wesentlich an der Thematik ist vor allem, dass die 5 Hindernisse durch die Entfaltung der 7 Erleuchtungsglieder überwunden werden. Achtsamkeit, Gesetzesergründung, Willenskraft, Verzückung, Gestilltheit, Sammlung, Gleichmut.
    Diese bauen aufeinander auf - und wenn du dich gleichmütig gegen den gesammelten Geist verhältst - dann triff es zu, dass e so etwas wie Hindernisse nicht gibt.

  • Aiko
    Gast
    • 21. Dezember 2012 um 23:41
    • #23
    accinca:


    Ja, das glaube ich auch. Die fünf "Hindernisse" oder "Hemmungen" (nivarana) sind
    keine äußeren Dinge.

    Das ist eine Frage des Standpunktes - danach sind es 10 Hemmungen - eigene und andere - oder man kann auch sagen - innere und äußere.
    http://www.palikanon.de/samyutta/sam46.html#s46_38
    S.46.52. Standpunkt

  • Onyx9
    Gast
    • 22. Dezember 2012 um 00:28
    • #24

    Naja..., da stehen zwei äußere Hemmungsursachen neben 8 inneren: Hass anderer und Wunscheswille anderer.
    Das sind schon recht bedrängende Dinge, zudringliche, gar überwältigende.
    Interessant auch in der Hinsicht, wenn Leute andere Leute zu Meistern stilisieren o.ä.
    und der "Meister" dies annimmt; es facht wohl das Begehren/ Sinneslust wieder an.

  • MonikaMarie1
    Gast
    • 22. Dezember 2012 um 10:05
    • #25
    accinca:


    ...
    Was aber natürlich
    nicht heißen soll sie seinen nicht (oder könnten nicht) aufgelöst werden. Wie
    auch immer, jedenfalls gibt es keine Befreiung solange sie nicht aufgelöst wurden.

    ...Jeder Trieb kann auch
    zeitweise in die Latenz gehen ohne grundsätzlich für immer aufgelöst zu sein. Das
    besagt aber nicht, er könnte nicht auch grundsätzlich aufgelöst werden.

    Alles anzeigen

    Guten Morgen Accinca,
    ja, genau dieses wurde mir auch heute Nacht auch wieder bewusst, so dass ich meine oben gemachte Aussage korrigieren will.
    Wenn Hindernisse mit Hilfe der "geschickten Mittel" aufgelöst sind, dann sind keine Hindernisse mehr da.

    Aiko:

    Wesentlich an der Thematik ist vor allem, dass die 5 Hindernisse durch die Entfaltung der 7 Erleuchtungsglieder überwunden werden. Achtsamkeit, Gesetzesergründung, Willenskraft, Verzückung, Gestilltheit, Sammlung, Gleichmut.


    _()_ Monika

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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