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Buddhadasa und Wiedergeburt

  • Onda
  • 9. November 2012 um 12:16
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  • mukti
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    • 10. November 2012 um 10:22
    • #51
    Maybe Buddha:


    Es kommt doch bei dem Zitierten Text völlig klar rüber, das Buddhadasa davon ausgeht das viele Wiedergeburt eben wörtlich verstehen und nicht metaphorisch wie man es sollte.

    Mit dem Wort angeblich, macht er sehr deutlich, das der Wiedergeburtsglaube wie er in den Köpfen der Buddhisten festhängt, unbewiesen ist, nur vermutet wird und genauso eine Lüge oder ein Irrtum, ein Missverständnis sein kann.

    Desweiteren klingt daraus hervor, das man jetzt eine gute Ernte bekommt, in diesem Leben, wenn man strebsam ist und falls es, wie von den Gläubigen vermutete, eine Wiedergeburt geben sollte, auch dann.

    Er möchte dami mMn vorallem die Wiedergeburtsgläubigen erreichen, ohne ihnen ihren Glauben wegzunehmen, in dem er aufzeigt wie unnötig dieser glauben ist, damit sie ihn dann fallen lassen.

    Die Frage, ob sich der ständig wiederholende Prozess von Werden, Sein und Vergehen auf ein einziges Leben beschränkt, mag für die Erlösungsarbeit unnötig sein, weil es eben darum geht, ihn hier und jetzt zu beenden. Aber ich sehe nicht, dass Buddhadasa gegen diese Annahme auftritt, er verneint nur die Begriffe Wiedergeburt und Reinkarnation. Fallenlassen sollte man den Glauben an ein Selbst, das immer wieder in einem neuen Körper geboren wird.

    Es geht ihm nur um die Ernte in diesem Leben, weil dann keine Versuchung entstehen kann, alles aufzuschieben auf spätere Leben. Deshalb sagt er man soll sich nicht darum kümmern ob es das gibt oder nicht, ob Auswirkungen auch in einem späteren Leben erfolgen könnten oder nicht.

    Anders kann ich Buddhadasa nicht verstehen, sonst hätte er ja den halben Palikanon abgelehnt. Vielleicht hat er ja daran gezweifelt, dass Kamma ein Prozess ist der sich über mehrere Leben hinzieht, wie das so oft dort vom Buddha selber gesagt wird. Aber ist er so weit gegangen, das als Lüge oder Irrtum zu bezeichnen, nur weil es nicht bewiesen ist? Ich kann das bis jetzt nirgends in seinen Texten erkennen. Irrtum ist nur ein Selbst, das von einem zum anderen Körper wandert sagt er zurecht.

    Mit Metta, mukti.


  • Onda
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    • 10. November 2012 um 10:24
    • #52
    Elliot:
    Zitat

    Im zweiten Hauptteil steht Buddhadasa Bhikkhus Reformation der buddhistischen Lehre und sein Schlüssel zum Verständnis der buddhistischen Spiritualität im Vordergrund.


    So etwas kann ich nicht ernst nehmen, das halte ich für unseriöse Scharlatanerie.

    Buddhadasa gelingt es, die Essenz des Buddha-Dharma knapp und prägnant mit eigenen Worten wiederzugeben. (Während andere nur Unverdautes wiederkäuen). Er gilt als einer der exponiertesten Denker des Buddhismus im 20. Jahrhundert. Ihn als Scharlatan zu bezeichnen, ist dreist und Ausdruck von Selbstüberschätzung.

    Onda

    "Es gibt nichts Gutes, außer: man tut es." (Erich Kästner)
    "Dharma books and tapes are valuable, but the true dharma is revealed through our life and practice." (Thich Nhat Hanh)

  • Onda
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    • 10. November 2012 um 10:32
    • #53
    mukti:

    Irrtum ist nur ein Selbst, das von einem zum anderen Körper wandert, sagt er zurecht.

    Es gibt nichts, das von einem Körper zum nächsten wandert. Weder ein Selbst noch ein Nicht-Selbst. Da wandert einfach nichts. Daher gibt es auch keine Wiedergeburt im direkten Sinne. Was einzig wiedergeboren wird - und zwar jeden Tag hundertfach - ist die Illusion eines dauerhaften, autonomen Selbst. Das ist allerdings ein rein mentaler Prozess und hat mit Wiedergeburt im Wortsinne nichts zu schaffen.

    Onda

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    • 10. November 2012 um 10:36
    • #54
    Bambus:


    Mich interessiert an der aktuellen Diskussion am meisten wie ich Fragen von Nicht-Buddhisten beantworten könnte die mir Fragen nach z.B. Wiedergeburt stellen.

    Am besten sagt man ihnen, dass die Buddhisten in dieser Frage nicht konform gehen. Es gibt Buddhisten, die der traditionellen Wiedergeburtslehre zugeneigt sind und es gibt Buddhisten (wie Buddhadasa), die sie explizit ablehnen und in dieser Frage metaphorische Deutungen bevorzugen.

    Für die meisten Nicht-Buddhisten wird eine solche Information überraschend sein, weil viele den Buddhismus reflexartig (und wohl auch als Folge der immensen Popularität des tibetischen Buddhismus) mit der Lehre von der Wiedergeburt in Verbindung bringen.

    Onda

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  • mukti
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    • 10. November 2012 um 10:49
    • #55
    Onda:
    mukti:

    Irrtum ist nur ein Selbst, das von einem zum anderen Körper wandert, sagt er zurecht.

    Es gibt nichts, das von einem Körper zum nächsten wandert. Weder ein Selbst noch ein Nicht-Selbst. Da wandert einfach nichts. Daher gibt es auch keine Wiedergeburt im direkten Sinne. Was einzig wiedergeboren wird - und zwar jeden Tag hundertfach - ist die Illusion eines dauerhaften, autonomen Selbst. Das ist allerdings ein rein mentaler Prozess und hat mit Wiedergeburt im Wortsinne nichts zu schaffen.

    Onda

    Das ist ja nun klar, darin gehen alle Buddhisten konform. Auch wenn z.B. Tibeter meinen es wandere ein feinstofflicher Körper von einer Physis zur Nächsten, glauben sie bestimmt nicht, dass der ein Selbst sei.

    Ein dauerhaftes, autonomes Selbst entsteht illusorisch täglich hundertfach - entsteht, vergeht, entsteht, usw. Nach den Worten des Buddha im Palikanon tut es das nicht nur in einem einzigen Leben, daran konnte er sich erinnern, so wie man in diesem Leben viele illusorische frühere Selbste vergessen hat, aber bei entsprechender Übung wieder erinnert.

    Mit Metta, mukti.


  • Geronimo
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    • 10. November 2012 um 10:54
    • #56
    Onda:
    Elliot:


    So etwas kann ich nicht ernst nehmen, das halte ich für unseriöse Scharlatanerie.

    Buddhadasa gelingt es, die Essenz des Buddha-Dharma knapp und prägnant mit eigenen Worten wiederzugeben. (Während andere nur Unverdautes wiederkäuen). Er gilt als einer der exponiertesten Denker des Buddhismus im 20. Jahrhundert. Ihn als Scharlatan zu bezeichnen, ist dreist und Ausdruck von Selbstüberschätzung.

    Onda

    Soetwas wie einen buddhistischen Denker sollte es in der buddhistischen Praxis ab einem gewissen Grad an Fortschritt überhaupt nicht mehr geben. Ich lese diesen Begriff immer mal wieder und frage mich wieviel da gewusst werden kann, wenn von Denken die Rede ist. Denken kann man nämlich alles mögliche, wissen aber nur das was tatsächlich ist. Das Denken reicht vielleicht bis zum Fluss, schwimmen muss man dann mit seinem ganzen Körper/Geist.

    Wichtig ist nicht, besser zu sein als alle anderen.
    Wichtig ist, besser zu sein als du gestern warst. (Dogen)

  • malsehen
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    • 10. November 2012 um 11:05
    • #57

    Wenn ich das mit dem Denken und dem Fortschritt nicht immer als eine Wertung (der, der nicht mehr denkt, ist besser, als der, der noch denkt) lesen würde, wäre ich da bei Dir. Ich sehe das zyklisch. Es gibt ggf. immer wieder Phasen des Denkens.
    Und für diese Phasen sind Texte doch ggf. hilfreich.
    Erst, wenn wir diese Qualitätsstufen aufbauen, wird es schwieig.
    Und selbst wenn – der der da auf dem höchsten Sockel steht, kann doch im Rückblick auf seine Fortschrittsstufen milde auf den Blicken, der da denkt und sagen. OK, ich habe auch gedacht, es war für mich in der Zeit auf die eine oder andere Art hilfreich (inklusive der Umwege!). Wer bin ich, dem, der da steht zuzurufen, dass er da was falsch macht. In jedem didaktischen Stufenkonzept kann man nicht vom Fortgeschrittenen auf einen Trainee blicken und ständig sagen, "öh, das, was Du da so machst ist doch alles nichts".


    Hochachtungsvoll
    Mal Sehen

  • Elliot
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    • 10. November 2012 um 11:13
    • #58
    Onyx9:

    ... Diesem verbreiteten Reflex, dieser Norm, setzt er ganz radikal etwas entgegen: nämlich seine Überlegung der "Dhamma-Sprache" ( wie er es nennt ): Geburt findet nur im Hier und Jetzt statt, " alles andere soll euch nicht bekümmern". Warum tut er das ? Weil es notwendig war. (Das ist der Zen-Ansatz : radikal suññatā )


    Ja, mag sein, dass er eher ein Zen-Anhänger oder ein Daoist war.

    Viele Grüße
    Elliot

    Viele Grüße

    Elliot

  • Elliot
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    • 10. November 2012 um 11:20
    • #59
    Maybe Buddha:
    Elliot:

    Wo sagte der Buddha, es gibt eine überweltliche Sprache und eine weltliche. Wo?

    Erst vor kurzem habe ich hier ein Zitat gelesen, in welchem in der Buddha darauf hinweist das er auch von "Ich" spricht, obwohl ihm jederzeit bewusst ist, das dies nur sprachlicher Azsdruck ist und nicht dem überweltlichen Wissen entspricht. Wo das genau stand kann ich dir nicht sagen, du bist da der (PK-) Experte.


    Das Zitat kenne ich. Daher fragte ich ja auch nach der Stelle, wo eine überweltliche Sprache und eine weltliche unterschieden werden.

    Viele Grüße
    Elliot

    Viele Grüße

    Elliot

  • Elliot
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    • 10. November 2012 um 11:27
    • #60
    Maybe Buddha:

    Das ist nur wort-schacherei. Was ist denn das "werden das von Ergötzen und Begierde begleitet ist". Das ist das was wir selbst nennen.


    Selbst wenn jemand zu dem Schluss kommt, weder Form, noch Gefühl, Wahrnehmung, Bewusstsein oder Gestaltungen könnten jemals so etwas wie ein Atman sein, dann bleibt immer noch genügend Gelegenheit, am Dasein zu hängen. Die Ansicht, es gelte irgendwie "Anatta zu verwirklichen" um Dukkha zu beenden, hat mit der Lehre des Buddha nicht viel zu tun. Buddhadasas Verkürzungen sind irreführend.

    Viele Grüße
    Elliot

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    Elliot

  • Axel Benz
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    • 10. November 2012 um 11:27
    • #61
    Elliot:

    Ja, mag sein, dass er eher ein Zen-Anhänger oder ein Daoist war.


    'Traditionalists attacked Buddhadhasa because he regarded Mahayana as being as important as Theravada. He even questioned some remarks made by the most famous Theravada commentator, Buddhagosa.' (http://www.tricycle.com/general/in-transition-0)
    Schon witzig, wie Vorwürfe der thailändischen Fundamentalisten aus den siebziger und achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts hier 'wiedergeboren' werden... :lol:
    Schon Tucholsky bemerkte mal, dass auch geistige Moden im Hinterhaus aufgetragen werden.

  • Elliot
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    • 10. November 2012 um 11:29
    • #62
    Onda:

    Nochmal anders formuliert: die Darstellung des Buddha-Dharma in den Worten Buddhadasas kommt der Essenz des Buddha-Dharma zum Teil näher als der Palikanon.


    Du meinst, die Darstellung von Buddhadasa kommt der Behelfslehre näher, die Du für die Essenz des Buddha-Dharma hältst.

    Viele Grüße
    Elliot

    Viele Grüße

    Elliot

  • Geronimo
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    • 10. November 2012 um 11:30
    • #63
    malsehen:

    Wenn ich das mit dem Denken und dem Fortschritt nicht immer als eine Wertung (der, der nicht mehr denkt, ist besser, als der, der noch denkt) lesen würde, wäre ich da bei Dir. Ich sehe das zyklisch. Es gibt ggf. immer wieder Phasen des Denkens.
    Und für diese Phasen sind Texte doch ggf. hilfreich.
    Erst, wenn wir diese Qualitätsstufen aufbauen, wird es schwieig.
    Und selbst wenn – der der da auf dem höchsten Sockel steht, kann doch im Rückblick auf seine Fortschrittsstufen milde auf den Blicken, der da denkt und sagen. OK, ich habe auch gedacht, es war für mich in der Zeit auf die eine oder andere Art hilfreich (inklusive der Umwege!). Wer bin ich, dem, der da steht zuzurufen, dass er da was falsch macht. In jedem didaktischen Stufenkonzept kann man nicht vom Fortgeschrittenen auf einen Trainee blicken und ständig sagen, "öh, das, was Du da so machst ist doch alles nichts".

    Oh, "rechtes" Denken ist sogar notwendig um auf den richtigen Weg zu kommen, aber tatsächliches Wissen entsteht auf anderer Ebene. Für uns alle besteht der Anfang des Weges hauptsächlich aus Spekulation, und das ist ja auch ganz natürlich. Aber wer das Denken nie überschreitet, der wird auch Ansichten und Annahmen nicht überschreiten können. Deswegen ist "buddhistischer Denker" für mich ein merkwürdiger Begriff, da man sich ja, wie gesagt, alles mögliche zusammendenken kann. Aber hat man einmal gesehen wie es wirklich ist, dann gibt es keine Ansichten und Meinungen mehr.

    Mir begegnen auch immer mal wieder Texte in den Buddha ein Denker genannt wird, was dann einiges über den jeweiligen Autor aussagt :)

    Wichtig ist nicht, besser zu sein als alle anderen.
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    Einmal editiert, zuletzt von Geronimo (10. November 2012 um 11:33)

  • Elliot
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    • 10. November 2012 um 11:31
    • #64
    Axel Benz:

    Schon witzig, wie Vorwürfe der thailändischen Fundamentalisten aus den siebziger und achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts hier 'wiedergeboren' werden... :lol:


    Kaum klopft man auf den Busch, schon hüpft unser Oberdaoist heraus.

    Viele Grüße
    Elliot

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    Elliot

  • Elliot
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    • 10. November 2012 um 11:34
    • #65
    Onda:

    Es gibt nichts, das von einem Körper zum nächsten wandert. Weder ein Selbst noch ein Nicht-Selbst. Da wandert einfach nichts. Daher gibt es auch keine Wiedergeburt im direkten Sinne. Was einzig wiedergeboren wird - und zwar jeden Tag hundertfach - ist die Illusion eines dauerhaften, autonomen Selbst. Das ist allerdings ein rein mentaler Prozess und hat mit Wiedergeburt im Wortsinne nichts zu schaffen.


    Onda, sage doch einmal, bevor wir weiter von Wiedergeburt sperchen: Wird überhaupt je etwas geboren? Gibt es 'Geburt' oder ist das nur eine leere Worthülse, eine Illusion? Falls ja: Gibt es überhaupt etwas?

    Viele Grüße
    Elliot

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    Elliot

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    • 10. November 2012 um 11:41
    • #66
    Elliot:

    Die Ansicht, es gelte irgendwie "Anatta zu verwirklichen" um Dukkha zu beenden, hat mit der Lehre des Buddha nicht viel zu tun. Buddhadasas Verkürzungen sind irreführend.
    Viele Grüße
    Elliot

    Kannst du das ausführen?
    Onda

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    • 10. November 2012 um 11:42
    • #67
    Axel Benz:


    Schon witzig, wie Vorwürfe der thailändischen Fundamentalisten aus den siebziger und achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts hier 'wiedergeboren' werden... :lol:

    Ich nehme alles zurück: es gibt offenbar doch Wiedergeburt....
    Onda

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    • 10. November 2012 um 11:43
    • #68
    Onda:

    Buddhadasa gelingt es, die Essenz des Buddha-Dharma knapp und prägnant mit eigenen Worten wiederzugeben. (Während andere nur Unverdautes wiederkäuen). Er gilt als einer der exponiertesten Denker des Buddhismus im 20. Jahrhundert. Ihn als Scharlatan zu bezeichnen, ist dreist und Ausdruck von Selbstüberschätzung.


    Buddhadasa gelingt es, ausgehend von Begriffen aus dem Palikanon eine eigene Lehre zu erfinden ("Reform-Dhamma") und sie gutgläubigen Zuhörern als "Essenz des Buddha-Dharma" zu verkaufen. Er verwendet ständig Phrasen wie "Der Buddha sagte, dass ...", "Der Buddha liess keinen Zweifel daran, dass ..." usw. aber so gut wie nie sagt er, wie er darauf überhaupt kommt. Welche Quellen gibt er für seine Behauptung an? Ich werde seine Schriften, die hier verlinkt sind, in den nächsten Tagen daraufhin abklopfen.

    Oder behauptet er etwa, sich daran zu erinnern, wie er einst in einem früheren Leben dem Buddha direkt zugehört hat? Wohl kaum. Also wird er seine Behauptungen "Der Buddha sagte, dass ...", "Der Buddha liess keinen Zweifel daran, dass ..." usw. aus der Luft greifen und genau das ist Scharlatanerie und Selbstüberschätzung.

    Viele Grüße
    Elliot

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    Elliot

  • Elliot
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    • 10. November 2012 um 11:46
    • #69
    Onda:
    Elliot:

    Die Ansicht, es gelte irgendwie "Anatta zu verwirklichen" um Dukkha zu beenden, hat mit der Lehre des Buddha nicht viel zu tun. Buddhadasas Verkürzungen sind irreführend.


    Kannst du das ausführen?


    Nein, da ich keine Vorstellung habe, was mit dem "Anatta verwirklichen" gemeint sein soll. Aber vielleicht kannst Du ja stattdessen hierzu mal etwas sagen: Wird überhaupt je etwas geboren? Gibt es 'Geburt' oder ist das nur eine leere Worthülse, eine Illusion? Falls ja: Gibt es überhaupt etwas?

    Viele Grüße
    Elliot

    Viele Grüße

    Elliot

  • Onda
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    • 10. November 2012 um 11:46
    • #70
    Elliot:
    Onda:

    Nochmal anders formuliert: die Darstellung des Buddha-Dharma in den Worten Buddhadasas kommt der Essenz des Buddha-Dharma zum Teil näher als der Palikanon.


    Du meinst, die Darstellung von Buddhadasa kommt der Behelfslehre näher, die Du für die Essenz des Buddha-Dharma hältst.

    Nein, ich meine, was ich geschrieben habe. "Das Kernholz des Bodhibaumes" heißt eine berühmte Schrift von Buddhadasa. Darin kommt er der Essenz des Buddha-Dharma teils näher als der Palikanon. Ich würde mich für alle Traditionalisten freuen, wenn sie eines nahen Tages ihre Fixierung auf den Palikanon überwinden könnten - auch im Bewusstsein, dass höchstes Wissen letzten Endes begrifflich nicht fixierbar ist.

    Onda

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  • Axel Benz
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    • 10. November 2012 um 11:48
    • #71

    Onda
    Das wird dir gefallen: ' In his final days, before he lost consciousness, he asked his monk attendant to read to him the Thai edition of Thich Nhat Hanh's Present Moment Wonderful Moment. He told the monk to practice according to the teaching contained in the book. He said he too would practice accordingly—to be mindful all the time. Those were his last words.' (http://www.tricycle.com/general/in-transition-0)
    :D

  • Onda
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    • 10. November 2012 um 11:49
    • #72
    Elliot:


    Nein, da ich keine Vorstellung habe, was mit dem "Anatta verwirklichen" gemeint sein soll.

    Ich bin angesichts deiner umfangreichen Lektüre des PK leicht schockiert über diese Frage...

    Zitat

    Aber vielleicht kannst Du ja stattdessen hierzu mal etwas sagen: Wird überhaupt je etwas geboren? Gibt es 'Geburt' oder ist das nur eine leere Worthülse, eine Illusion? Falls ja: Gibt es überhaupt etwas?

    Aber klar gibt es Phänomene. Sie manifestieren sich, wenn die Voraussetzungen dafür bestehen (Bedingtes Entstehen). Mit dem Schwinden der Voraussetzungen schwinden die Phänomene. Wenn man unter Geburt das in die Welt Treten einer autonomen Wesenheit versteht, so gibt es keine Geburt.

    Onda

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  • Onda
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    • 10. November 2012 um 11:51
    • #73
    Axel Benz:

    Onda
    Das wird dir gefallen: ' In his final days, before he lost consciousness, he asked his monk attendant to read to him the Thai edition of Thich Nhat Hanh's Present Moment Wonderful Moment. He told the monk to practice according to the teaching contained in the book. He said he too would practice accordingly—to be mindful all the time. Those were his last words.' (http://www.tricycle.com/general/in-transition-0)
    :D

    Das berührt mich jetzt sehr...
    Danke vielmals...
    You just made my day...

    Present Moment Wonderful Moment - ein wundervolles Buch

    Onda

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  • nibbuti
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    • 10. November 2012 um 11:56
    • #74
    Elliot:

    Buddhadasa interpretiert gar nicht den Palikanon, er nimmt Begriffe aus dem Palikanon und bastelt sich eine eigene Bedeutung und eine eigene Lehre daraus zusammen. Beispiel:

    Zitat

    ... Das war also die Situation bevor der Buddha erschien. Die Lehre des höchsten Selbst wurde als die höchste, neueste und hervorragendste Lehre angesehen. Der Buddha jedoch dachte auf eine neue Weise. Er sah, daß diese Lehre vom Selbst nicht der Wahrheit entsprach. Erstens, existiert das, worüber sie sprachen eigentlich nicht. Zweitens, ist dieser Glaube an atta - , an die Lehre, daß atta - existiert, die Ursache von dukkha. Er wies darauf hin, daß alles dukkha auf dem basiert, was wir "Selbst" nennen. Der Buddha lehrte anatta aus diesen zwei Gründen: atta - ist nicht wahr und es ist die Ursache von Dukkha. So entstand die Lehre von anatta - ...


    Das ist nicht der Fall, Elliot.

    Im Bedingte Entstehen (von Erscheinungen & Dukkha), steht Anhaften (upadana) als Brennstoff, der das ganze am Laufen hält, kausal vor Dukkha.

    Das "Selbst", welches Buddhadasa hier anspricht, wird im Anhaften von Buddha analysiert:

    Zitat

    "Ihr Bhikkhus, es gibt diese vier Arten der Anhaftung. Welche vier?

    Anhaftung an Sinnesvergnügen.

    Anhaftung an Ansichten.

    Anhaftung an Regeln & Ritualen.

    Anhaftung an eine Lehre von einem Selbst." - M 11

    Elliot:

    Dazu fehlt eine Quellenangabe, kein Wunder, denn das ist völlig frei erfunden. Stattdessen heisst es im Palikanon:

    Zitat

    "Und was, Freunde, ist die Edle Wahrheit vom Ursprung von Dukkha? Es ist das Begehren, das erneutes Werden bringt, das von Ergötzen und Begierde begleitet ist, und das sich an diesem und jenem ergötzt; nämlich Begehren nach Sinnesintensität, Begehren nach Dasein und Begehren nach Daseinsmöglichkeit. Dies wird die Edle Wahrheit vom Ursprung von Dukkha genannt."


    Es ist nicht frei erfunden (siehe oben).

    Elliot:
    Zitat

    Im zweiten Hauptteil steht Buddhadasa Bhikkhus Reformation der buddhistischen Lehre und sein Schlüssel zum Verständnis der buddhistischen Spiritualität im Vordergrund.


    So etwas kann ich nicht ernst nehmen, das halte ich für unseriöse Scharlatanerie.


    Buddhadasa bezieht sich auf die versteinerten Strukturen der Sangha, nicht aufs Dhamma per se.

    Es ist wie gesagt ratsam, über Bücherwissen hinaus den eigenen Geist zu erforschen.

    Grüße

    :)

    Trage nicht das Weltgetöse in die stille Einsamkeit
    Such den Wald, daß er Dich löse von der Krankheit unsrer Zeit.

  • mukti
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    • 10. November 2012 um 12:06
    • #75

    Onda, jetzt sag doch mal, wo du eine Stelle bei Buddhadasa siehst, in der er eine Kausalkette über mehrere Leben als Irrlehre bezeichnet. Hab ich schon öfter angesprochen, aber du bist nie darauf eingegangen.

    Nochmal: Ein illusorisches Selbst entsteht und vergeht ständig jeden Tag, das ganze Leben, möglicherweise über mehrere Leben hinweg, indem zwischen den einzelnen Leben die Verbindung von Ursache und Wirkung besteht. Der Buddha konnte laut PK mit einem himmlischen Auge diese Verkettung sehen. Das bezeichnet Buddhadasa als Irrlehre? Und bitte hier nicht anatta ins Spiel bringen, von einem autonomen Selbst ist ja im Palikanon nicht die Rede.

    Mit Metta, mukti.


Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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