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  1. Buddhaland Forum
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Beiträge von Anna-Lyse Dhamma

  • Engagierte Buddhisten: Friedensmarsch buddhistischer Mönche in den USA

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 12. Februar 2026 um 23:05

    Hallo, ihr Lieben, :)


    nach 108 Tagen

    (spirituell bedeutsame Zahl - nicht nur im Buddhismus - ! ;)) und ca. 3700 Kilometern Friedens"spaziergang" ("Walk for Peace") erreichten die buddhistischen Mönche gestern ihren Zielort Washington D.C. .


    Dort absolvierten sie etliche Termine mit Vorträgen, u.a. in der American University und der Washington National Cathedral (Episkopalkirche), wobei in Letzterer verschiedene Religionsführer (Juden, Christen, Muslime,...) sowie Vertreter indigener Völker einträchtig beisammen saßen und Solidarität mit dem Einsatz der Mönche für den Frieden bekundeten.


    Auf der dreimonatigen Reise erlebten die Mönche viel Unterstützung (z.B. Übernachtungs- und Verpflegungsangebote) auch von Seiten christlicher Kirchen (Anglikanische und methodist. Kirche,..), nur gewisse evangelikale Baptisten nahmen an der Aktion Anstoß und prophezeiten den Mönchen die Hölle, wenn sie nicht "Jesus folgen" würden:


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    An Tag 100 hielt Bhikkhu Pannakara wieder einen berührenden, teils humorvollen, Dharmavortrag - zugeschnitten auf das Publikum:


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    Hier ein YT-Video vom Ankunftstag in Washington D.C./National Cathedral:


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    - ab Minute 5.00: Kurze Ansprache des Dekans


    - ab Minute 9.20 - 37.20: Rede von Bhikkhu Pannakara vor der Kirche


    - ab Minute 57.50: Fragenstellen...

    - ab Minute 59.00: VEN. BHIKKHU BODHI beantwortet erste Frage


    In Amerika wurde der Friedensmarsch ziemlich gehypt, vor allem in den sozialen Medien, während in Deutschland dieses Engagement der buddhistischen Mönche - zumindest in den Haupt-Nachrichtensendungen - keinerlei Erwähnung, geschweige denn Würdigung, erfuhr. Schade....:shrug:


    Wie fandet IHR diese Aktion?

    Wäre wohl etwas Ähnliches in Deutschland möglich (und sinnvoll)?


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Rechte Rede

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 12. Februar 2026 um 21:45

    Hallo, lieber mukti , :)


    vielen Dank für das Aufgreifen dieses wichtigen "Dauerbrenner-Themas". _()_


    Du hast ja bereits mehrere wichtige Punkte genannt, die veranschaulichen, worauf zu achten ist, damit die rechte Rede möglichst (weitgehend) eingehalten werden kann:

    mukti:

    ...oft merkt man es selber gar nicht, wenn diese Geistestrübungen bei der eigenen Rede im Spiel sind.

    Ja, besonders "im Eifer des Gefechts", wenn die Gedanken sehr um den Gegenstand der Diskussion kreisen und Argumente/Gegenargumente in rascher Folge ausgetauscht werden.

    Manchmal ist in den Diskussionen starke emotionale Beteiligung, gelegentlich geradezu Leiden-schaft spürbar, welche den Geist leicht mal "durchgehen" lässt....

    mukti:

    Da bedarf es besonderer Achtsamkeit, sowie der Bereitschaft zur Einsicht, wenn man darauf aufmerksam gemacht wird.

    Ja, Achtsamkeit geht leicht verloren, wenn sie (noch) nicht so stark verinnerlicht wurde und Einsicht fällt u.U. in einer hitzigen Debatte schwer, besonders, wenn der "Gegner" diese "einfordert"...

    mukti:

    Empathie ist wohl angebracht, was mich nicht verletzt, mag für Andere verletzend sein.

    Ein m.E. ganz wichtiger Punkt - es gibt ja durchaus seelisch robustere, resilientere Menschen und sensiblere Typen, man sollte möglichst sowohl sich/eigenes Befinden, als auch den Anderen/dessen Befinden, im Blick behalten:

    Zitat
    • Auf sich selber achtend, ihr Mönche, achtet man auf die anderen.
    • Auf die anderen achtend, achtet man auf sich selber.

    Und wie, ihr Mönche, achtet man, auf sich selber achtend, auf den anderen?

    • Durch Pflege, durch Entfaltung, durch häufiges Tun.

    So, ihr Mönche, achtet man, auf sich selber achtend, auf den anderen.


    Und wie, ihr Mönche, achtet man, auf den anderen achtend, auf sich selber?

    • Durch Geduld (khanti),
    • durch Gewaltlosigkeit (avihiṃsā),
    • durch Liebe (mettacitta),
    • durch [An-]Teilnahme (anudaya).

    (Samyutta Nikaya 47.19)

    mukti:

    Ehrlichkeit ebenfalls, so dass man z.B. nicht etwas, das man nicht sicher weiß, als Wahrheit darstellt.

    Ehrlichkeit - eigentlich selbstverständlich, aber zeitweilig eben doch schwierig, weil manchmal schlicht die Bewusstheit nicht vorhanden ist und die eigene Überzeugung in diesem Moment tatsächlich nicht nur für wahr, sondern auch für "gewichtig" gehalten wird.


    ------


    Es gibt da noch eine - wie ich finde - bedenkenswerte Lehrrede, die von "unangebrachten Gesprächen" handelt:

    Zitat

    A.V.157 Unangebrachte Gespräche - 7. Dukkathā Sutta

    Verkehrt ist es, ihr Mönche, zu fünf Menschen zu sprechen mit Anspielung auf ihre Person.

    Zu welchen fünf Menschen?


    Verkehrt ist es,

    einem Vertrauenslosen von Vertrauen zu sprechen, einem Sittenlosen von Sittlichkeit, einem Unwissenden von großem Wissen, einem Geizigen von Freigebigkeit und einem Toren von Weisheit.


    Und warum?

    Spricht man, ihr Mönche, zu einem Vertrauenslosen über Vertrauen, so wird er ärgerlich und erregt, wird verstimmt und eigensinnig, und legt Zorn, Haß und Mißtrauen an den Tag.


    Und warum?

    Weil er eben kein Vertrauen in sich bemerkt und darum kein Gefallen und keine Freude daran hat.

    Darum ist es verkehrt, einem Vertrauenslosen von Vertrauen zu sprechen.


    Spricht man über Sittlichkeit zu einem Sittenlosen - über großes Wissen zu einem Unwissenden - über Freigebigkeit zu einem Geizigen - über Weisheit zu einem Toren, so werden diese ärgerlich und erregt, verstimmt und eigensinnig, und legen Zorn, Haß und Mißtrauen an den Tag.

    Und warum?

    Weil sie merken, daß sie diese Eigenschaften nicht besitzen, und darum haben sie keinen Gefallen und keine Freude an ihnen.

    Darum ist es verkehrt, davon zu ihnen zu sprechen.

    ..........

    https://www.palikanon.com/angutt/a05_151-160.html#a_v157

    Alles anzeigen

    Man kann die Aufzählung beliebig ergänzen....;)


    Vermutlich jeder hat schon mal die Erfahrung gemacht, dass unter den obigen Voraussetzungen ("mit Anspielung auf ihre Person") schwerlich ein gutes Gespräch (mit "rechter Rede") zustande kommt....


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Vergänglichkeit beinhaltet auch Geburt ?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 12. Februar 2026 um 20:32

    Es kann m.E. nicht schaden, diese 5 Betrachtungen noch mal direkt vor Augen zu haben:

    Zitat

    A.V.57 Fünf Betrachtungen für jedermann - 7. Abhiṇhapaccavekkhitabbaṭhāna Sutta

    Fünf Tatsachen, ihr Mönche, sollte jeder öfters bei sich erwägen, sei es Mann oder Frau, Hausner oder Hausloser. Welches sind diese fünf Tatsachen?


    »Dem Altern bin ich unterworfen, kann dem Alter nicht entgehen.


    Der Krankheit bin ich unterworfen, kann der Krankheit nicht entgehen.


    Dem Sterben bin ich unterworfen, kann dem Sterben nicht entgehen.


    Von allem Lieben und Angenehmen muß ich scheiden und mich trennen.


    Eigner und Erbe meiner Taten bin ich, meinen Taten entsprossen, mit ihnen verknüpft, habe sie zur Zuflucht und die guten und bösen Taten, die ich tue, werde ich zum Erbe haben«


    - das sollte jeder öfters bei sich erwägen, sei es Mann oder Frau, Hausner oder Hausloser.

    Alles anzeigen
    Kaiman:

    Ich finde das es einseitig auf den Verfall gerichtet ist.

    Geburt oder das werden/entstehen von den Dingen ist doch auch ein Aspekt von Vergänglichkeit.

    Hallo, lieber Kaiman ,

    das habe ich auch anfangs so gesehen und musste mich daher immer ziemlich überwinden, diese Betrachtungen zu praktizieren (erst recht, wenn sich eh schon leicht depressive Gedanken breitmachen wollten und zu befürchten stand, dass sich diese verstärken/manifestieren...).


    Werden und Vergehen sind ja zwei untrennbare Seiten einer Medaille, die sich gegenseitig bedingen.


    Es geht bei den 5 Betrachtungen m.E. also darum, sich immer wieder des beständigen Wandels bewusst zu sein und nicht an Geburt/Werden/Entstehen (weil diese Prozesse oft als freudvoll empfunden werden) anzuhaften.


    Der bekannte Theravada-Mönch Ajahn Brahm erzählt(e) dazu gerne die Geschichte von seinem Lehrer Ajahn Chah, der Vergänglichkeit veranschaulichen wollte, indem er eine Tasse hochhielt und erklärte, dass diese Tasse für ihn bereits zerbrochen sei.

    Sein Anliegen dabei: Einsicht und Akzeptanz, dass alles Geborene, Gewordene, Gestaltete, irgendwann sterben, vergehen, zerbrechen wird.....


    Liebe Grüße, Anna _()_:heart::)

  • Freigebigkeit - nein Danke ... ?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 6. Februar 2026 um 20:08
    Raphy:
    Anna Panna-Sati:

    [...]


    Mein Mann brachte ihr dann die Schüssel und sie stopfte ihm 5 Euro (!) in die Hosentasche...


    [...]

    Wie nett von der Frau, so ein großzügiges Dana zu geben. :)


    Liebe Grüße

    Alles anzeigen

    Ja, danke, lieber Raphy , so könnte man es auch betrachten, sorgt für inneren Frieden und ermöglicht weitere (gegenseitige) Danas...;)


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Geduld

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 1. Februar 2026 um 21:00
    void:

    Und da ist es so, dass das buddhistische Konzept Geduld einfach das Gegenteil von Hass ist. Es sagt NICHTS darüber aus, ob man schnell handelt oder langsam, ob man wartet oder nicht.

    In der Praxis zeigt sich "buddhistische" Geduld in erster Linie durch das ruhige, aber aktive, Ertragen widriger Umstände, von physischen und psychischen Schmerzen, negativen Verhaltens Anderer usw., sowie Durchhalten im Sinne von standhafter Ausdauer,

    OHNE in Emotionen wie Ärger, Wut oder gar Hass zu verfallen.


    (Geduld bewährt sich dadurch auch als "Gegenmittel" für Auswirkungen von gierigem Wollen, das unerfüllt blieb/frustriert wurde.)


    Um dazu imstande zu sein, muss der Geist allerdings schon einen hohen Grad von Läuterung und Klarheit aufweisen, also Gelassenheit als innere Haltung verwirklicht haben, welche die Geduld, Schwieriges unerschütterlich durchzustehen, erst möglich macht...

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 1. Februar 2026 um 20:35

    Hallo, lieber Tim, :)

    Tim1:

    für mich geht es weniger um Tun als um Nicht-Abstumpfen.

    Heißt "Nicht-Abstumpfen" für dich, (weiterhin) dabeizubleiben, innerlich "beteiligt" zu sein, Mitgefühl zu bewahren, ohne aber selbst in irgendeiner Weise einzugreifen?

    Tim1:

    Wachheit heißt, wahrzunehmen, ohne wegzusehen oder zynisch zu werden.

    Zynisch zu werden ist meistens ein Zeichen der Überforderung und Abgrenzung - es gibt Menschen, die auf diesem Weg verhindern wollen, von Mitleid und/oder ohnmächtiger Verzweiflung überwältigt zu werden.


    Nicht weggesehen haben diese buddhistischen Mönche in Kambodscha (August 2025):


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    Was hältst du vom Engagement dieser kambodschanischen Theravada-Mönche, die aktiv für die Freilassung von Soldaten und Frieden demonstrieren und dabei sogar Donald Trump für seine Hilfe (beim Aushandeln einer Waffenruhe zwischen Thailand und Kambodscha) loben, nebst Vorschlag, ihm den Friedensnobelpreis zu verleihen?


    (Ich sehe es eher kritisch, weil sie - anders, als die Theravada-Mönche in den USA ("Walk for Peace"*) - nicht neutral für den Frieden eintreten, sondern eindeutig Partei nehmen und sich mit den (Trump-) Plakaten in die Politik einmischen...)


    Ein Kommentator des YT-Shorts schreibt übrigens, dass es "Pflicht des Mönches sei, "Frieden zu lehren, nicht Frieden zu schaffen" .


    * Engagierte Buddhisten: Friedensmarsch buddhistischer Mönche in den USA


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Geduld

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 27. Januar 2026 um 19:57
    KarmaHausmeister:

    Ich frage mich: Wann ist Geduld Weisheit und wann schlicht aufgeschobene Klarheit?

    Es kann weise sein, Geduld walten zu lassen

    (beispielsweise im Sinne von Nachsicht bei unterlaufenen Fehlern oder beim Ertragen unangenehmen körperlichen Befindens), allerdings ist es auch möglich, dass zu große, länger anhaltende, Geduld - insbesondere im Sinne von Duldung unheilsamer Zustände, die sich z.B. durch Tatkraft beseitigen ließen - negative Folgen nach sich zieht.


    Es kommt also zum einen auf den Kontext an, zum anderen steht Geduld, wie hier schon erwähnt, in abhängiger Verbindung mit den übrigen Paramita/Parami und erweist sich, komplett isoliert von diesen, oft als nicht ausreichend.


    (Auch Schafen unterstellt man ja eine "Schafsgeduld", die ihnen oft zum Nachteil gereicht...;))


    Grundsätzlich ist m.E. dennoch eine Haltung der Geduld, die sich ja auch gut (ein)üben lässt, sicherlich immer heilsamer, als Ungeduld, welche oft durch Stress bedingt, entsteht und infolgedessen wiederum Stress (auch bei Anderen) erzeugt.

    Thorsten Hallscheidt:

    Das bedeutet, Geduld ist ohne liebende Güte, ohne Weisheit, ohne Tatkraft, ohne Meditation, ohne Ethik nicht vollständig.

    Ja, das kann man so sehen, wobei Liebende Güte wohl nicht zu den 6 Paramita im Mahayana zählt, dafür noch Freigebigkeit (Dana paramita).


    Im Theravada existieren 10 Parami/Vollkommenheiten, außer den 5 (mit dem Mahayana) gemeinsamen Paramita ("Meditation" fehlt hier), noch liebende Güte/Metta, Entsagung/freiwilliger Verzicht, Standhaftigkeit/Entschlossenheit, Wahrhaftigkeit und Gleichmut.


    Nach meinem Empfinden kommt der Gleichmut dabei der Geduld am nächsten, ein gleichmütiger Mensch zeigt sich oft auch sehr geduldig.

    Qualia:

    Der Alltagsmensch glaubt sogar, das Ethik und Moral Voraussetzungen für die Brahmavihāra sind und diese ohne Ethik und Moral nicht existieren.

    Ich denke eher, dass - umgekehrt - die Brahmavihara der Ethik sehr förderlich sind, denn ein von liebender Güte und Mitgefühl erfüllter Geist, wird anderen Wesen (und sich selbst) nicht nur keinen Schaden zufügen (können), sondern vielmehr hilfreich und heilsam wirken (wollen).


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Engagierte Buddhisten: Friedensmarsch buddhistischer Mönche in den USA

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 19. Januar 2026 um 12:00

    Ihr Lieben :),


    bei all dem samsarisch Negativen, den kleinen und großen Katastrophen, die uns (nicht nur) dieser Tage zu überrollen scheinen (was sich -fast zwangsläufig- auch in diesem Forum niederschlägt), möchte ich mal positive Nachrichten aus der "buddhistischen Szene" mit euch teilen:


    19 Theravada-Mönche sind seit Oktober 2025 in den USA unterwegs, um ein Zeichen für Frieden ("Walk for Peace"), Einheit, Mitgefühl und Heilung/Befreiung zu setzen.

    Ein weiteres Ziel des 3700 km-(Fuß-!)Marsches durch mehrere Bundesstaaten, besteht auch darin, zu erreichen, dass der buddhist. Feiertag "Vesakh" (Geburtstag/Erleuchtungstag Buddhas) als nationaler Feiertag anerkannt wird.


    Mit (Paria-) Hund "Aloka" (Sanskrit: Licht,Helligkeit, Glanz, Erleuchtung, Einsicht) als Sympathieträger, begleitet sie ein Wesen, das auch Herzen öffnet, die vielleicht auf den Anblick der exotisch wirkenden Mönche in ihren Roben, zunächst skeptisch reagieren (würden).

    Durch einen schweren Unfall am 19. November 2025, demzufolge zwei Mönche verletzt wurden, wobei ein junger Bhikkhu sogar sein linkes Bein verlor, erhielt das Unternehmen noch mal einen großen (medialen) Aufmerksamkeitsschub.

    Bewunderswert, wie der betroffene Bhikkhu sein Schicksal annimmt und dem Unglück Positives abgewinnen kann. _()_:like::heart:


    Hier könnt ihr euch mal ein Bild machen und (möglicherweise) berühren lassen:


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    Was können wir von diesen Mönchen lernen?


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    (Berührende Interviews und kurze Ansprachen von Ven. Bhikkhu Pannakara)


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    (kurze Zusammenfassung)


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    (längere Ansprache/Vortrag von Ven. Bhikkhu Pannakara - Anhören lohnt sich m.E. ...:))


    Mögen alle Wesen glücklich sein und Frieden finden. :heart::taube:


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:


    P.S. Die YouTube-Videos kann man sich über Einstellungen (rechteck. Kästchen unterhalb des Videos) "automatisch übersetzen" lassen, wenn man Englisch nicht so gut versteht...;)


    Zum Nachlesen:

    Buddhist monks and their dog captivate Americans while walking for peace
    A group of Buddhist monks is getting viral attention with their 2,300-mile Walk for Peace from Fort Worth, Texas, to Washington, D.C. The monks say their aim…
    abcnews-go-com.translate.goog
  • "Dürfen" Buddhisten das?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 2. Januar 2026 um 21:55
    Tim1:

    Der Tonfall im Forum passt sich wohl dem Ton in der Gesellschaft an. Keine Spur von rechter Rede oder anders ausgedrückt respektvolle Kommunikation.

    Danke, lieber Tim1 , für deinen Kommentar, den ich (so ähnlich) eigentlich eher vom KarmaHausmeister, der ja den Thread eröffnete, erwartet hätte. _()_:heart:

    Ich glaube, du stehst nicht allein mit dieser Einschätzung....

    (Danke auch an @Kianga und Hotte _()_:heart:)


    Es lag natürlich nicht in meiner Absicht, mit dem etwas flapsigen Spruch, solche Reaktionen auszulösen, vielmehr wollte ich die Atmosphäre etwas auflockern, was zweifellos danebenging....:shrug:


    Digitale Kommunikation ist halt auch sehr begrenzt - es fehlt das ganze Spektrum nonverbaler Signale - etwas, das, mit Hilfe der Emojis, nur notdürftig ausgeglichen werden kann.


    ewald

    Ich werde den Austausch, die Kommunikation mit dir, künftig vermeiden, weil ich deine Reaktionen als sehr unfreundlich und respektlos empfinde, aber eines möchte ich dir noch sagen, weil es das Threadthema berührt:

    ewald:

    Ich sündige lieber im Kleinen, als dass ich krank werde und dann im Großen das Problem habe.

    Das hört sich für mich so an, als säße dir da eine gewisse Angst im Nacken und der Aberglaube, sich mit kleinen Sünden vor großen (Krankheits-) Problemen bewahren zu können.

    Der "gute Grund"?

    ewald:

    Es geht immer noch um das Leid im Dasein, dieses zu lindern.

    Genau, aber man lindert es sicherlich nicht, indem man Anderen Leid zufügt.


    void:

    Naja, der Eingangsthread:

    KarmaHausmeister:

    Statt Moralpolizei: Was ist etwas, das du trotz Praxis weiterhin tust – und zwar aus guten Gründen? Vielleicht etwas Unperfektes, Menschliches, Widersprüchliches?

    verleitet ja dazu, da mal die Moralpolizei abzuschütteln und im Unperfekten und Menschlichen zu schwelgen.

    :erleichtert:_()_ Wenn nur jeder so viel Humor hätte, wie du, lieber void .


    Endlich haben wir den "Schuldigen" ausgemacht, denn die "Ausladung" der "Moralpolizei" wurde anscheinend teilweise als Freifahrtschein für das Entfalten unguter Energien genutzt....;)


    (Bitte jetzt cool bleiben und den letzten Satz nicht ernstnehmen! 8))


    Liebe Grüße, Anna _()_:heart::taube::)

  • Mitgefühl als Selbstbetrug

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 30. Dezember 2025 um 15:26
    KarmaHausmeister:

    Ist Mitgefühl manchmal nur ein schönes Wort dafür, dass wir keine klaren Grenzen setzen?

    Mitgefühl (speziell "buddhistisches") steht immer in Verbindung mit den anderen Brahmavihara/Unermesslichen (Lieb. Güte/Metta, Mitfreude/Mudita und Gleichmut/Upekkha), es ist eine Haltung des Herzens und - als solche - grenzenlos/unendlich.


    Dieses Mitgefühl dann in heilsamen Handlungen praktisch umzusetzen erfordert

    Empathie,

    Bewusstheit (Warum werde ich tätig? Welche Motive treiben mich an? Will ich ev. nur mein Ego/Selbstbild als "guter, hilfreicher Mensch" stärken? usw....),

    Weisheit (alternativ"gesunderMenschenverstand" ;)) und - natürlich - Ethik (Sonst könnte man z.B. dem "Robin Hood-Syndrom" erliegen...).


    KarmaHausmeister:

    Wo endet echtes Mitgefühl im buddhistischen Sinne und wo beginnt der Selbstbetrug?

    Selbstbetrug beginnt dann, wenn Geistesgifte

    (z.B. Gier nach Anerkennung/Ego-Bestätigung, Angst vor Ablehnung, usw.) ins Spiel kommen - eintretender "Burnout" zeigt Überforderung und repräsentiert somit ein wichtiges Zeichen, dass unheilsamer Selbstbetrug vorliegen könnte.


    KarmaHausmeister:

    Zum Beispiel Vermeidungs-Mitgefühl: Man sagt sich: „Ich will niemanden verletzen“, meint aber oft: „Ich halte Konflikte nicht aus.“

    Das Mitgefühl dient dann dazu, die eigene Angst vor Ablehnung, Schuld oder Unruhe zu verdecken.

    Ja, danke, das ist ein gutes Beispiel, wobei in diesem Fall meist ein "Sowohl als auch" zutrifft.

    Abhilfe schafft Bewusstheit/Achtsamkeit, Ehrlichkeit mit sich selbst.

    KarmaHausmeister:

    Oder Helfer-Identität: Man fühlt sich als „der Mitfühlende“, „der Spirituelle“. dukkha des anderen wird – unbewusst – gebraucht, um das eigene Selbstbild aufrechtzuerhalten.

    Das Schlüsselwort hier ist "unbewusst", viele mitfühlende Helfer handeln aus -scheinbar- edlen Motiven, dahinter kann sich das Helfer-Syndrom verbergen, ABER, Helfen aus (teilweisem) Eigennutz ist immer noch besser, als gleichgültig Hilfe zu verweigern.


    (Im Gesundheitswesen käme man derzeit - mangels Menschen, die "echtes" Mitgefühl in sich tragen - ohne die von anderen Antrieben Geleiteten, beispielsweise hochmotivierte Leute mit "Mutter Theresa-Komplex", leider nicht mehr aus...:shrug:)


    KarmaHausmeister:

    Oder Verwechslung von Mitgefühl und Zustimmung: Echtes Mitgefühl bedeutet nicht, destruktives Verhalten zu dulden oder zu bestätigen

    Absolut richtig, aber man sollte sich immer über die (eigenen) Beweggründe im Klaren sein und über die Auswirkungen eines etwaigen Eingreifens.

    Manchmal ist Nicht-Handeln/Nicht-Eingreifen die bessere Option...


    KarmaHausmeister:

    Manchmal ist eine klare Grenze, ein Nein oder sogar Rückzug die mitfühlendste Handlung für beide Seiten.

    _()_Ja, das sehe ich auch so.

    (Blinder) Aktivismus kann u.U. sehr schaden, besonders unter dem Einfluss des Egos (personifiz. Selbstbild, Selbstanspruch)...


    Mitgefühl als Handlung, stellt oft eine schwierige Gratwanderung dar, weil häufig vielerei Interessen (gegeneinander) abgewogen werden müssen (z.B. Selbstmitgefühl vs. Mitgefühl mit Anderen...).


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • "Dürfen" Buddhisten das?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 30. Dezember 2025 um 14:16
    Zitat
    Zitat

    Habe keine Reue, ich sündige gerne.

    Ich auch.

    Jedem Tierchen sein Pläsierchen - solange es niemandem schadet... ;):)

  • "Dürfen" Buddhisten das?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 27. Dezember 2025 um 19:38
    ewald:

    der Bereich, der zu mir persönlich gehört, der ist dafür da, dass ich mir selber treu bleibe und das zieht Verhaltensweisen nach sich, die nicht im Buddhismus definiert sind.

    :?Was soll das heißen: "Verhaltensweisen, die nicht im Buddhismus definiert" sind? Könntest du das näher ausführen?


    ewald:

    Habe keine Reue, ich sündige gerne.

    Kommt wohl darauf an, was unter "sündigen" verstanden wird, ist doch ein großer Unterschied, ob man sich gelegentlich gierig verhält und z.B. üppiger isst, als nötig oder ob man tötet, verletzt, stiehlt, lügt etc. ...


    Es gibt eben "Sünden", die vor allem anderen Wesen Leid zufügen oder/und solche, die vorwiegend einem selbst schaden (z.B. "Über(fr)essen" an hohen Feiertagen - das bereut man hinterher u.U. recht schnell, wenn die Konsequenzen nämlich zur "Klo-Umarmung" führen...:sick:).


    Die Frage von KarmaHausmeister lautete ja, ob man "aus guten Gründen" "Unperfektes, Menschliches, Widersprüchliches" tut.


    Nun nennst du dieses Tun hier "sündigen"?

    Und der "gute Grund" ist der, dass du dir "selbst treu" bleiben willst?

    Ist das nicht "Anhaftung" - die schlimmste, buddhistische "Sünde"? ;)


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Sexueller Missbrauch im tibetischen Buddhismus

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 22. Dezember 2025 um 15:52
    KarmaHausmeister:

    Diese religionswissenschaftliche Arbeit sollte für alle, die sich dem tibetischen Buddhismus verbunden fühlen oder sich für ihn interessieren, Plichtlektüre sein.

    Sie kann helfen, diese buddhistische Tradition in einem weniger idealisierten Licht zu sehen:

    Danke, lieber KarmaHausmeister , ich werde mal da hineinschauen, obwohl ich mir erbaulichere Lektüre vorstellen kann und auch bisher keine Neigung bestand/besteht, den tibetischen Buddhismus zu idealisieren.

    U.a. dank zahlreicher aufklärender, kritischer Threads in diesem Forum, die ich durchaus für berechtigt hielt und halte...


    Allerdings möchte ich in diesem Zusammenhang anmerken, dass im "Buddhaland" ein gewisses Ungleichgewicht beobachtet werden kann, bezüglich der Themen, die sich mit dem tibet. Buddhismus befassen:

    Seit ich dem Forum im Jahr 2022 beitrat, las ich überwiegend nur kritische Titel und Beiträge über diese buddhist. Tradition - das sollte m.E., im Sinne der Ausgewogenheit, mal hinterfragt werden. ("Wo bleibt das POSITIVE"?)


    Was ist das Wahre, Gute und Schöne am tibet. Buddhismus?


    Liebe Grüße, Anna _()_:heart::)

  • Freigebigkeit - nein Danke ... ?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 22. Dezember 2025 um 15:24
    Monikamarie:

    Vielleicht war das ja ironisch gemeint :?

    Ja, liebe Monika, das habe ich ursprünglich auch angenommen.

    In diesem Fall wäre es jedoch hilfreich gewesen, dies in irgendeiner Weise zu kennzeichnen (z.B. mit einem Emoji...;)).


    Denn: Wie passt jenes:

    Helmut:

    Meine These:


    Freigebigkeit ist doch schädlich

    zu diesem?:

    Helmut:

    Meines Erachtens hat Freigebigkeit keine negativen Seiten.

    Dies ist quasi die Antithese zur obengenannten ursprünglichen These. :shrug:


    Lieber Helmut , finde das Ganze etwas verwirrend und frage mich, welche Absicht(en) du beim Erstellen des Threads verfolgt hast - worum ging/geht es dir genau??


    Helmut:

    Die Beispiele, die du nennst, sind nicht wirklich Freigebigkeit.

    Kommt darauf an, wie man nun Freigebigkeit definiert. Ich meinte sie - etwas weit gefasst - als Gebefreudigkeit.

    Helmut:

    Unheilsames zu unterstützen ist keine Freigebigkeit, weil es in diesem Fall an Weisheit mangelt.

    Freigebigkeit ohne Weisheit ist also für dich keine Freigebigkeit? :?


    Ich halte jene dagegen schon für denkbar und möglich, aber entsprechend nur für begrenzt heilsam oder gar unheilsam (Wenn man z.B. einem Alkoholiker einen Kasten Bier schenkt...o.ä.)

    mukti hatte ja in seinem Beitrag (#15) aus dem Palikanon zitiert, welche Arten des Gebens von Menschen praktiziert werden und da sind auch drei eher negative Motivationen genannt, u.a. auch das Geben aus Verblendung:

    Zitat
    • im Ärger gibt man Gaben;
    • aus Verblendung gibt man Gaben;
    • aus Furcht gibt man Gaben;

    Da alle Unerleuchteten - mehr oder weniger - verblendet sind, sollten sie wohl besser nicht mehr freigiebig sein...? ;):badgrin:

    Helmut:

    Freigebigkeit ist ein Gegenmittel gegen das begehrliche Anhaften und das verlangende Festhalten am Besitz.

    Diesem Satz kann ich vollumfänglich zustimmen, wobei die Gabe des Dhamma/ Dharma noch über der - allgemeinen - Freigebigkeit steht (und damit Weisheit die höchste Wertschätzung genießt):

    (Dhammapada)

    Zitat

    354
    Die Lehre ist die beste aller Gaben,
    Sie wird am allerköstlichsten dich laben.
    Die Lehre ist die höchste aller Freuden;
    Die Weltabkehr vernichtet alle Leiden.


    https://www.palikanon.com/khuddaka/dhp/dhp5.htm#Tanha


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Freigebigkeit - nein Danke ... ?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 21. Dezember 2025 um 00:08
    void:

    So finde ich es z.B super dass ich als Arbeitnehmer Rechte habe -Krankheitstage, Urlaubstage. Und eben nicht von der Gnade und der Freigiebigkeit meines Arbeitgebers abhängig bin.

    Ja, abhängig zu sein von der Freigebigkeit Anderer, ist für die meisten Menschen wahrlich kein schönes Gefühl (wobei die Freigebigkeit per se, ja deshalb noch nichts Negatives darstellt) - insofern kann man die Demut und Genügsamkeit buddhistischer Mönche und Nonnen schon bewundern, die damit zurechtkommen müssen.


    In buddhistischen Ländern wird es aber wohl auch als gegenseitige Abhängigkeit betrachtet: Laien sorgen für Erfüllung materieller Bedürfnisse der Sanghen, die Mönche ihrerseits gelten als Bewahrer und Lehrer des Dhammas.

    Für Dana bedanken sich Letztere i.d.R. auch nicht, denn der Hauptnutzen des Gebens (positive "karmische Verdienste") liegt beim Geber....:

    Zitat

    A.V.44 Wer schenkt, wird beschenkt - 4. Manāpadāyī Sutta


    ...»Wer Gutes spendet, der erhält auch Gutes.

    Wer gerne darbringt solchen geraden Wandels (*5)

    Gewand und Lager sowie Trank und Speise

    und andere Dinge, die von Nutzen sind,

    die Heiligen als ein fruchtbar Feld betrachtend,

    gereut ihn nicht (*6), was er verschenkt und fortgibt.


    Ein guter Mensch, der schwer Entbehrtes fortgibt,

    erhält zurück das Gute, das er so geschenkt.«


    https://www.palikanon.com/angutt/a05_041-050.html#a_v41

    Alles anzeigen

    So gesehen ist komplett "selbstloses Geben" wohl eine Illusion - zumindest für Weltlinge (Puthujjanas) - , irgendeine Form von "Belohnung" (und sei es ein temporäres, freudiges oder Zufriedenheitsgefühl) dürfte der Freigebigkeit nachfolgen.


    Oft scheint es heutzutage relativ leicht, Materielles zu verschenken, bei immateriellen Gütern wie Zeit, Zuwendung, tätiger Hilfe oder schlichter Dankbarkeitsbezeugung fällt die Freigebigkeit hingegen weitaus schwerer .....:?

    Qualia:

    Und Buddha sagt irgendwo: Genieße dein Leben und gebe freudig ab, was zu viel ist und Verlustängste erzeugt. Ist nur ein winziges Sutra, ....

    Könntest du vielleicht dieses Sutta zitieren?


    In der folgenden Lehrrede wird dargelegt, dass drei Bedingungen für (verdienstvolle!) Freigebigkeit zusammenkommen müssen:

    (Der Hinweis auf "würdige Empfänger" irritiert etwas; ich vermute, dass die Konkurrenz der Almosenbedürftigen zu Buddhas Zeiten recht groß war und die Spender gehalten waren, ihre Gaben nicht an die "Falschen" zu "verschwenden"? )

    Zitat

    A.III. 41 Drei Bedingungen der Freigebigkeit

    Wenn drei Bedingungen vorhanden sind, ihr Mönche, erwirkt sich ein von Vertrauen erfüllter ehrenwerter Mensch (kulaputto, wtl: Sohn einer (guten) Familie) großes Verdienst. Welche drei?

    • Wenn Vertrauen vorhanden ist,
    • wenn Gaben und
    • der Gaben Würdige vorhanden sind,

    dann erwirkt sich ein von Vertrauen erfüllter ehrenwerter Mensch großes Verdienst.


    (Es ist das Zusammentreffen dieser drei Bedingungen, das dem sittlichen Akt der Freigebigkeit seine größte Vollkommenheit gibt. K sagt, daß die beiden letzten Bedingungen verhältnismäßig leichter anzutreffen seien. Doch rechtes Vertrauen in die Buddha-Lehre sei bei einem Weltling (d.h. außerhalb der 4 Heiligkeits-Stufen) etwas Seltenes; denn sein Vertrauen ist unbeständig und mag schon beim nächsten Schritt, den er tut, Schwankungen ausgesetzt sein.)


    https://www.palikanon.com/angutt/a03_041-051.html#a_iii42

    Und was zeichnet einen vertrauensvollen Menschen aus?

    Zitat

    A.III. 42 Kennzeichen des Vertrauensvollen

    An drei Umständen, ihr Mönche, läßt sich ein von Vertrauen und Hingabe erfüllter Mensch erkennen. An welchen dreien?

    • Er sieht gern tugendhafte Menschen;
    • er hört gern die Gute Lehre;
    • er lebt sein Hausleben mit einem von Geiz unbefleckten Herzen, freigebig, mit offenen Händen, am Schenken erfreut, den Bedürftigen zugetan, am Austeilen von Gaben Freude empfindend.

    An diesen drei Umständen läßt sich ein von Vertrauen und Hingabe erfüllter Mensch erkennen.

    Zitat

    »Wer gern die Tugendhaften sieht,

    die gute Lehre gerne hört,

    und auch des Geizes Fleck getilgt,

    ja, der gilt als vertrauensvoll.«

    https://www.palikanon.com/angutt/a03_041-051.html#a_iii42

    Alles anzeigen


    Wie alles, hat natürlich auch Freigebigkeit negative Seiten, besonders, wenn sie übertrieben (zur Manie) wird, unheilsamen Projekten zugute kommt, etc. oder auch zur Ego-Bestätigung und -stärkung dient...


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Selbstbezogenheit - Die "Lust- und Qual-Spirale" des Um-sich-selbst-Drehens...

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 17. Dezember 2025 um 19:06

    Wie geht man mit (übermäßiger) Selbstbezogenheit Anderer um, wenn sie zu Verletzungen bei Dritten oder einem selbst führt?


    - Sollte man die Kränkung oder Verletzung - möglichst neutral (emotionslos, ohne Beschuldigung) kommunizieren?

    - Oder lieber schweigend hinnehmen und sich um den "Dritten", bzw. sich selbst kümmern?

    - Oder beides?

    Oder......?


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Freigebigkeit - nein Danke ... ?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 17. Dezember 2025 um 18:35
    Qualia:

    Freigebigkeit ist ja nicht frei. Sie hat einen Zweck

    Dana ist - im Idealfall -

    Geben ohne Anhaftung an Ergebnis und Anerkennung, damit wäre es zweckfrei.


    Tatsächlich, in der Praxis, ist das Geben, Schenken, Übereignen, allerdings oft nicht frei von Erwartungen - und sei es "nur" die Freude beim/am Geben selbst.


    Am schlimmsten sind wohl die "vergifteten" Geschenke", bei denen berechnend kalkuliert wird, dass sich der Beschenkte in irgendeiner Weise erkenntlich zeigen wird ("muss").


    Denke, dass solches meiner Nachbarin in der Vergangenheit widerfahren ist, es würde ihre Reaktion erklären....

  • Freigebigkeit - nein Danke ... ?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 17. Dezember 2025 um 18:08
    Helmut:

    Freigebigkeit schädigt bestimmte Dinge wie Geiz, Anhaften an Besitz usw. Sind wir uns dessen wirklich bewusst und akzeptieren wir dies? Oder blenden wir diesen Aspekt aus, weil es sich gut anfühlt, freigebig zu sein?

    Ach, der arme geschädigte Geiz....;)


    Freigebig kann ja nur sein, wer etwas zu geben hat (und sich dessen bewusst ist) - also jemand, der über Werte, Wertsachen und/oder Güter verfügt, bzw. diese "besitzt".

    Da man in unserem Kulturkreis schon früh den Spruch hört "Geben ist seliger als nehmen" und meist auch verinnerlicht hat, freut man sich i.d.R. über Gelegenheiten, freigiebig zu sein.


    Mir ist da kürzlich etwas Kurioses passiert:


    Mein Mann und ich hatten mittags noch ziemlich viel übrig von einem (leckeren!) selbstgemachten Kartoffelsalat und ich schlug vor, unserer 90-jährigen Nachbarin eine Schüssel davon vorbeizubringen.

    (Absicht: Beglücken/Erfreuen!:))


    Um sicherzugehen, dass diese "Gabe" auch willkommen ist, rief ich sie an und fragte nach.

    Ihre Reaktion überraschte mich total:

    Sie freute sich zwar sehr, bestand aber - recht energisch und nachdrücklich - darauf, den Salat zu bezahlen!

    Nur unter dieser Bedingung wollte sie ihn annehmen...


    Meine Beteuerungen, das seien doch nur "Reste" und wir hätten auch schon andere Nachbarn "gefüttert", fruchteten nicht.

    Ich hätte es wissen müssen, für diese Frau gibt es nichts Schlimmeres, als das Gefühl, "jemand etwas schuldig zu sein".

    Mein Mann brachte ihr dann die Schüssel und sie stopfte ihm 5 Euro (!) in die Hosentasche...


    Und ich musste feststellen, dass ich mich leicht angesäuert fühlte, die Freude des Gebens war verflogen durch dieses "Theater"....:roll:


    Also auch ein Nachteil der Freigebigkeit:

    Der Beschenkte fühlt sich u.U. genötigt, "auszugleichen", das Nicht-Annehmen-Können von Gaben scheint gar nicht so selten zu sein...:?


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Abgrenzung und Ausgrenzung (im Buddhismus) - u.U. geboten?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 9. Dezember 2025 um 22:07

    Frage: Woher kommt die Neigung, "Andersartiges" auszugrenzen?


    Sie ist, wenn auch durch vielerlei Faktoren bedingt (biologisch-evolutionäre, wie auch psychologische und soziokulturelle), nicht unbeeinflussbar oder unvermeidlich, sondern kann durch Empathie, Aufklärung und positive Kontakte/Interaktionen zwischen verschiedenen Gruppen (z.B. miteinander konkurrierende) verändert werden.


    Im Buddhismus gibt es - leider - auch Ausgrenzungen (beabsichtigte und durch bestimmte Umstände bedingte), z.B. werden Frauen in manchen Traditionen nach wie vor benachteiligt (Frauen-Ordination in Theravada- geprägten Ländern!).


    Eine Beobachtung ist auch, dass - im Westen - vornehmlich gebildete und wohlhabendere Menschen die Buddha-Lehre anziehend finden und praktizieren.

    Wie kommt das?

    Sollte man nicht etwas dafür tun, dass auch mehr sogenannte "Bildungsferne" eine Chance auf Befreiung von Dukkha erhalten?


    (In irgendeiner Form/Art) anders als "die Anderen" zu sein, impliziert oft, mit Ausgrenzung(en) fertigwerden zu müssen.


    Abgrenzung ist eine mögliche Reaktion darauf - sie mildert Gefühle von Trauer und Zorn, wird aber leicht als Arroganz fehlinterpretiert....


    Eine Studie der Universität Basel und der Sozialpsychologin Selma Rudert + Team von der Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) untersuchte die Frage, warum es zu Ausgrenzung kommt:

    Zitat

    „Wir konnten in allen Studien zwei zentrale Motive identifizieren, warum Menschen andere Personen ausgrenzen“, erklärt Selma Rudert.


    Erstens würden Gruppenmitglieder eher ausgeschlossen, die dazu neigen, Regeln zu brechen und sich nicht an die Normen der Gruppe halten.


    Zweitens würden Personen, die nicht mit der Leistung der Gruppe mithalten können und dadurch die Gruppenziele gefährden, oft als entbehrlich angesehen und ebenfalls ausgeschlossen.

    Studie: Menschen grenzen andere oft nicht beliebig, sondern strategisch aus - News4teachers
    KAISERSLAUTERN. Die Sozialpsychologin Selma Rudert untersucht, mit welchen Gründen Menschen andere aus Gruppen ausgrenzen. Ein aktuelles Ergebnis:
    www.news4teachers.de


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Abgrenzung und Ausgrenzung (im Buddhismus) - u.U. geboten?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 9. Dezember 2025 um 21:11

    Vielen Dank, lieber mukti , für deine Beiträge und dass du noch mal eine andere mögliche Übersetzung des Suttas recherchiert hast. _()_:heart:

    mukti:
    Anna Panna-Sati:

    Der Buddha setzt hier klare Prioritäten - der Schutz des Sangha vor "Unreinheit" steht klar über dem Mitgefühl für den Ausgegrenzten.

    Was soll der Buddha machen, wenn jemand das Mitgefühl nicht annehmen will? Er grenzt sich ja selber aus.

    Ja, in gewisser Hinsicht grenzt sich der "abgefallene", "heuchlerische" Mönch selbst aus, wobei der Buddha - beispielsweise im Unterschied zu einem heutigen Psychotherapeuten - ziemlich pragmatisch sein Urteil fällt und entsprechend konsequent sanktioniert, ohne sich um "tiefere Ursachen" für das unbotmäßige Verhalten des Mönches zu kümmern (bzw. die anderen Mönche diesbezüglich zu instruieren)...


    Warum sollte jemand Mitgefühl nicht annehmen wollen?

    Vielleicht dann, wenn er es nicht als solches erkennen kann?


    Aber: Wir waren ja nicht dabei und ich glaube, ehrlich gesagt, nicht, dass der Buddha wirklich so hart agiert hat - es erscheint mir wenig plausibel, zum einen, weil Ausgrenzung das "letzte Mittel" sein sollte, wenn alle Versuche der Integration gescheitert sind, zum anderen, weil es unter den Mönchen - selbst im Beisein des Buddha - immer wieder Streitereien gab und anzunehmen ist, dass die strenge Haltung der Ordinierten, nach dem Tod des Buddha, mehr Harmonie und Eintracht in die Sanghen bringen und daher von Vorteil sein würde.


    Natürlich gab es wohl auch "hoffnungslose Fälle"

    (z.B. mit hirnphysiologischen Störungen, Veränderungen der Hirnstruktur etc., als Ursache für Psychopathologie oder Menschen, die aus anderen, egoistischen, Motiven Anschluss an den Orden suchten),

    vor denen der Sangha schlicht geschützt werden musste...


    Aber - zumindest nach heutigem Verständnis - verdien(t)en auch diese Menschen Mitgefühl...


    Oder sind die wunderbaren Worte des Metta-Suttas nur eine idealisierte Anleitung, letztlich aber graue Theorie?

    Zitat

    ...Möge niemand einem anderen schaden oder irgendwie verachten.

    Mögen wir keinem Böses wünschen aus Feindschaft oder Ärgernis.


    Wie eine Mutter mit ihrem Leben Ihr einziges Kind behütet und beschützt;

    So mögen wir für alle Wesen In unbegrenzter Liebe sein.


    Voll Güte zu der ganzen Welt entfalten ohne Schranken wir das Herz:

    Nach oben, nach unten und nach allen Seiten von Herzensenge, Hass und Feindschaft frei. ...


    (aus dem Metta-Sutta)

    Alles anzeigen


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • "Dürfen" Buddhisten das?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 9. Dezember 2025 um 20:04

    Ist das hier so eine Art virtueller "Beichtstuhl" für Buddhisten? :erleichtert:


    Also dann: "In Demut und Reue bekenne ich....Halt! Da steht doch noch was...":

    KarmaHausmeister:

    Was ist etwas, das du trotz Praxis weiterhin tust – und zwar aus guten Gründen?

    Aha....:?

    Fragt sich nur, wie man "gute Gründe" definiert...?

    Und, je nachdem, erteilt man sich dann selbst die "Absolution". :D


    Okay, ich bekenne, dass ich - trotz Praxis - immer wieder - aus UNguten Gründen (ihr wisst schon...) - Dukkha erzeuge...:roll::shrug:


    Des Weiteren befleißige ich mich öfter

    lästerlicher Bemerkungen, bin "frech" (guter Grund: Z.B. um meinen -manchmal- schwermütigen Mann zu erheitern- kenne seinen Humor...;))


    Außerdem lache ich bisweilen in Situationen, wo es nicht angebracht erscheint (guter Grund - :shrug:, es passiert einfach, aber:

    Lachen entspannt....^^)


    Am schlimmsten jedoch war der furchtbare Fauxpas damals, hier im Forum, als ich, total respektlos, Buddhas Ohren mit Cockerspaniel-Ohren verglich...:nosee::oops: (Ein lieber User tadelte mich zu Recht dafür... Grüße an Aravind :)_()_)


    ......usw.usf.?


    Liebe (reumütige ;)) Grüße, Anna :):heart:_()_

  • Abgrenzung und Ausgrenzung (im Buddhismus) - u.U. geboten?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 8. Dezember 2025 um 22:52
    void:

    wenn Buddha Leute rauswirft die die Regeln brechen ist es herzlos und unvernünftig?

    Es ist nicht unvernünftig - der Buddha begründet es ja auch -, aber herzlos erscheint es mir schon, wenn man einen Menschen als "Unkraut" tituliert (wobei ja niemand weiß, ob der Buddha dies wirklich so gesagt hat oder ob da gewisse Nachfolger "Strenge" zeigten...).


    Zitat

    ...Sobald aber die Mönche sein Vergehen bemerken, da wissen sie von ihm, daß er den Asketen Schande bereitet, daß er wie Spreu ist unter den Asketen, wie Abfall.

    Ihn als solchen erkennend, stoßen sie ihn aus. Und warum?

    Damit er die anderen guten Mönche nicht verderbe."

    (A.N. VIII.10)

    Interessant doch, dass e i n "fehlgeleiteter" Mönch imstande sein soll, alle "Redlichen" zu verderben?! :?:shrug:


    Zitat

    "Im Umgang möget ihr erfahren,

    ob er voll Haß und Habsucht ist,

    ein Heuchler, Starrkopf, Eiferer,

    voll Neid und Geiz und Hinterlist.


    Zwar unter Leuten redet er

    gar milde wie ein wahrer Mönch,

    doch heimlich übt er böse Tat,

    respektlos, falscher Ansicht hold;


    Ein unaufricht'ger und verlog'ner Mensch.

    wen ihr als so geartet kennt,

    so tut euch alle da zusammen

    und jaget diesen Menschen fort!

    Das Unkraut reißet völlig aus!

    Fegt weit den Unrat von euch fort!

    Beiseite blaset diese Spreu:

    Den Nichtmönch, der als Mönch sich dünkt!


    https://www.palikanon.com/angutt/a08_001-010.html#a_viii10

    Alles anzeigen

    Findest du, dass diese Worte "herzlich" klingen?

    Lies doch mal zum Abgleichen das Metta-Sutta - klingt doch irgendwie ganz anders...:heart:


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Abgrenzung und Ausgrenzung (im Buddhismus) - u.U. geboten?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 8. Dezember 2025 um 22:29
    Samadhi1876:
    Aravind:

    Immerhin? Als jemand, der oft in Situationen mit "Machtgefälle" ist: Da muss ich doch sehr widersprechen. Das ist die übelste Art der Machtausübung und ein dramatisch schlechtes Beispiel für Sozialverhalten. Sie übernimmt keine Verantwortung für ihre Entscheidung. Aber genau das ist ihr Job: Entscheiden und klären, was richtig ist

    Ich hatte es so verstanden, das das „letzte Wort“ bei der Lehrerin lag.

    Und das es in der Abstimmung nur um die Meinung anderer dazu ging:


    Was meint ihr dazu?

    Bzw. ich hätte es so gemacht.

    Letzendlich hätte man auch darüber diskutieren können, warum die anderen anderer Meinung waren.

    Erst einmal vielen Dank für deine Beiträge, lieber Samadhi1876 . _()_:)


    Es verhielt sich tatsächlich so, wie Aravind es verstanden und kommentiert hat.

    Die Lehrerin ließ allein die Klasse entscheiden, ob der Buchstabe - ein "T", bei dem mir der Querstrich beim Schreiben minimal nach unten "verrutscht" war - nun als korrekt geschriebener Großbuchstabe oder als kleingeschrieben (und damit falsch) zu betrachten sei.


    Es handelte sich übrigens um das Substantiv/Nomen "Tritt" und ich war damals dreifach fassungslos:

    -1x wegen der unerwarteten Nicht-Solidarität bei der Abstimmung der Klasse und zusätzlich,

    - weil ich mich zutiefst gedemütigt fühlte, dass man mir nicht zutraute, ein Nomen korrekt GROß zu schreiben (mein Vater war selbst Deutschlehrer und mit Diktaten hatte ich bis dato nie Schwierigkeiten gehabt)

    - zuletzt darüber, dass die Lehrerin die Verantwortung abgab und damit auch noch offenlegte, was sie (vielleicht) wusste/ahnte, ich aber nicht: Meine "Unbeliebtheit"....:(

    (Womöglich dachte sie noch, sie täte ein "gutes Werk" damit...:shrug:)


    Aber: Schwamm drüber, war nur ein Beispiel von vielen...;)


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Abgrenzung und Ausgrenzung (im Buddhismus) - u.U. geboten?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 8. Dezember 2025 um 22:03

    Vielen Dank für deine Beiträge, lieber void . _()_:)

    void:

    Die Frage ist doch nicht, ob man Grenzen setzt, sondern doch eher welche, oder?

    Es ist doch ein Unterschied ob man jemand abweist, weil er nicht auf der Bank sitzen kann oder ob er aggressiv besoffen ist und rumgrölt.

    Ja, natürlich gibt es da Unterschiede; Vernünftige (also mit Herz und Verstand gezogene) Grenzen zu setzen, bedeutet m.E. nicht unbedingt gleich Ausgrenzung.


    Um bei deinem Beispiel zu bleiben: Der "aggressiv (was wäre eigentlich mit einem friedlichen Alkoholiker?) Betrunkene" kann ja i.d.R. wiederkommen, wenn er nüchtern ist, während ein (gezwungenermaßen) "Stuhl-Meditierender" von vornherein deutlich separiert wird und die Gründe für die (temporäre?) Ausgrenzung diskussionswürdig sind...

    void:

    Es ist schlimm abgewiesen zu werden aber ein bestimmtes Verhalten ist eben auch für andere störend. Stell dir mal vor, Buddhas Sangha hätte jeden Tunichtgut und Galgenstrick als Mönch aufgenommen und die hätten Halligalli gemacht während Buddha Lehrreden hält.

    Es gab ja schon recht strenge Aufnahmekriterien für den Sangha um Buddha Shakyamuni, die aber offensichtlich nicht verhindern konnten, dass immer wieder Mönche durch Fehlverhalten unangenehm auffielen, was nicht nur häufig zu deren Ausschluss führte, sondern überdies die zunehmende Aufstellung/Inkraftsetzung zahlreicher Regeln (Korb der Ordensregeln - Vinaya Pitaka) zur Folge hatte.


    "Halligalli" - im Sinne von geräuschvollen Disputen, gab's anscheinend trotzdem öfter, worauf sich der ruhebedürtige Buddha manchmal für eine Weile in den Wald zurückzog....

    void:

    Es gibt unterschiedliche Arten der Ausgrenzung aus unterschiedlichen Motivationen.

    Da Ausgrenzung mit das Schlimmste ist, was einem sozialen Wesen, wie dem Menschen, widerfahren kann, müsste m.E. jeweils genau geprüft werden, welche Auswirkungen diese hat und ob es nicht Alternativen gibt.


    Dies gilt insbesondere für Religionen, die sich u.a. durch Schaffung von Identitäten, Feindbildern, dogmatische Lehren, moralische Vorgaben (z.B. Ausschluss von queeren Menschen), soziale Kontrolle usw. von anderen Menschen(gruppen) abgrenzen und diese ausgrenzen.


    Der Buddhismus (zumindest der "westliche"), als "Erfahrungsreligion", dürfte in dieser Hinsicht weitaus toleranter sein, als z.B. Glaubensreligionen.


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Abgrenzung und Ausgrenzung (im Buddhismus) - u.U. geboten?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 7. Dezember 2025 um 23:36

    Hallo, liebe Freunde (m, w,d), :)


    zunächst möchte ich - so kurz wie möglich - die Begriffe definieren, wie ich sie verstehe, um Missverständnisse zu vermeiden:


    Ausgrenzung (Exklusion)  

    -ist das aktive Ausschließen von Menschen aus einer Gemeinschaft durch diese Gruppe (deren Leitung, einige oder alle Mitglieder), ein gewolltes Desintegrieren aus verschiedenen Gründen (u.a. Diskriminierung aufgrund bestimmter Merkmale wie Herkunft, Aussehen, Behinderung, Alter, usw. oder weil der/diejenige(n) sich störend, ggf. spaltend, auf die Gruppe auswirkt oder, oder...).

    -Eine Gesellschaft kann beispielsweise Alte, Kranke, Sterbende, "Andersartige" (solche, die nicht "ins Schema passen"), "Störenfriede" ausgrenzen.

    (Indem man andere ausgrenzt, grenzt man sich gleichzeitig - als Gruppe - ab.)


    Abgrenzung (Distinktion)

    -(Meist freiwilliger und "gesunder") Akt der Grenzziehung/setzung einer individuellen Person oder auch einer Gruppe, gegenüber einer anderen Person oder Gruppe, aufgrund von Unterschieden, die unvereinbar - z.B. mit eigenen Werten - erscheinen oder bei (absichtlich oder unabsichtlich) grenzüberschreitendem Verhalten der Anderen.


    Im Palikanon kommen Ab- und Ausgrenzung öfter vor, ein Sutta schildert m.E. besonders drastisch, wie der Buddha einen abtrünnigen Mönch aus dem Sangha ausschließen ließ:

    Zitat

    A.VIII.10 Das Unkraut - 10. Kāraṇḍava Sutta

    Einst weilte der Erhabene bei Campā, am Ufer des Gaggarā-Teiches.

    Damals nun wiesen die Mönche einen Mönch wegen eines Vergehens zurecht.

    Von den Mönchen wegen seines Vergehens zurechtgewiesen, schweifte aber jener von einem Gegenstand auf den anderen ab, lenkte das Gespräch auf unzugehörige Dinge und legte Zorn, Groll und Mißtrauen an den Tag.

    Und der Erhabene sprach zu den Mönchen:

    "Jaget diesen Menschen fort, ihr Mönche, verstoßet ihn! Fortzuweisen, ihr Mönche, hat man einen solchen Menschen! Wie darf wohl jener Bursche (paraputto; wtl: Sohn anderer, d.i. ein Unzugehöriger) euch beleidigen?


    Da, ihr Mönche, erscheint einer beim Gehen, Kommen, Hinblicken, Wegblicken, beim Beugen und Strecken der Glieder und beim Tragen von Gewand und Almosenschale genauso wie die anderen guten Mönche, solange eben die anderen Mönche sein Vergehen nicht bemerken.

    Sobald aber die Mönche sein Vergehen bemerken, da wissen sie von ihm, daß er

    den Asketen Schande bereitet, daß er wie Spreu ist unter den Asketen, wie Abfall.

    Ihn als solchen erkennend, stoßen sie ihn aus. Und warum?

    Damit er die anderen guten Mönche nicht verderbe.


    Angenommen, ihr Mönche, es entstünde da in einem reifen Gerstenfelde ein verderbliches, schädliches Unkraut, dessen Wurzeln, Halme und Blätter aussähen wie die der übrigen guten Gerste, solange sich eben die Ähre noch nicht gebildet hat. Sobald sich aber seine Ähre bildet, da merkt man, daß es ein verderbliches, schädliches Unkraut ist; und dies merkend, reißt man es mit der Wurzel aus und wirft es außerhalb des Gerstenfeldes. Und warum?

    Damit es eben die andere gute Gerste nicht verderbe. ......


    ......

    ....Die Schlechtgesinnten weiset fort,

    die schlechtem Wandel zugetan!

    Selbst rein, sollt mit den Reinen ihr

    gemeinsam leben, klar bewußt.

    In Eintracht mögt ihr weise dann

    ein Ende machen allem Leid."


    https://www.palikanon.com/angutt/a08_001-010.html#a_viii10

    Alles anzeigen

    Da stellt sich schon die Frage, wie diese Worte zu einer grundsätzlichen Haltung von liebender Güte (Metta/Maitri) und Mitgefühl (Karuna) des Erwachten passen....

    Der Buddha setzt hier klare Prioritäten - der Schutz des Sangha vor "Unreinheit" steht klar über dem Mitgefühl für den Ausgegrenzten.


    Bilden sich Gruppen, werden meist zeitnah Regeln (des Zusammenlebens u.a.) beschlossen, denen sich die Gruppenmitglieder zu unterwerfen, die sie zu befolgen haben, damit ein harmonisches Miteinander ermöglicht wird. Durch Gruppendynamik kann es zu Gruppendruck kommen, der eine Anpassung von "Quertreibern" quasi durchsetzt oder deren Ausschluss aus der Gruppe erzwingt.


    Mit das Schwerste ist, Ausgeschlossene wieder einzubeziehen, sich mit "Störenfrieden" zu arrangieren (denn sie stören den Frieden...).


    Folgen von ABgrenzung (einer Einzelperson, z.B. aus Selbstschutz/Bewahrung psychischer Gesundheit, usw.):

    - Es könnte Menschen kränken

    - Menschen wenden sich ab - Verlust (ev. falscher?) Freunde

    - ev. Ausgrenzung aus bestimmten Gruppen (Cliquen...)

    - "ungutes" Gefühl bei der sich abgrenzenden Person selbst


    Folgen von AUSgrenzung (Andere nicht dazugehören lassen):

    - Spaltung der Gruppe (z.B. wegen unterschiedlicher Auffassungen/Meinungen zur Ausgrenzung)

    - Leiden beim Ausgegrenzten (seelische Verletzung)

    - Trennung statt Einheit

    - Widerspruch zu Lehren von Liebe, Einheit, Versöhnung, Frieden....

    - Wo endet (vernünftig begründete) Ausgrenzung und fängt destruktives Mobbing an?


    Ich denke, fast jeder von uns hat schon mal, in irgendeiner Form, Ausgrenzung erfahren müssen - oft als Kind - und es als sehr schmerzlich erlebt.


    Bei mir ist die Erinnerung an ein Ereignis im Gymnasium, 6. Klasse, bis heute im Gedächtnis geblieben, weil es mir vor Augen führte, dass ich (11J.) in der Illusion gelebt hatte, von meinen Schulkameraden, der Klasse, gemocht zu werden, diese mich aber tatsächlich ablehnte (Ich war die Jüngste, spielte den "Klassenclown" und fehldeutete das Lachen der MitschülerInnen als Sympathie für mich):


    Eine (soziologisch interessierte :roll:) Deutschlehrerin ließ die Klasse abstimmen, ob ich in einem Diktat einen Buchstaben groß oder klein geschrieben hätte, wobei die Entscheidung bedeutete, dass sich die Note verbessern würde, wenn anerkannt worden wäre -was ich nachdrücklich (und ehrlich!) versicherte-, dass ich den Buchstaben korrekt GROß geschrieben hatte.

    Ohnmächtig und wirklich schockiert, musste ich jedoch erleben, wie die überwiegende Mehrheit meiner MitschülerInnen sich "gegen mich" entschied....:shock::nosee: Meine beste Freundin (das werde ich ihr nie vergessen:heart:) ging daraufhin nach vorne und versuchte noch mal, die Lehrerin zu überzeugen - mit sachlicher Argumentation anhand meines Schriftbildes - vergeblich - ich erhielt die schlechtere Zensur.....:eek::(


    Daraufhin grenzte ich mich nun meinerseits komplett von der Klasse ab, befasste mich nur noch mit meinen zwei engsten Freundinnen.... Da ich gleichzeitig auch immer häufiger die schulischen Leistungen verweigerte und rotzfrech den Lehrern gegenüber auftrat, dauerte es nicht lange und man legte meinen Eltern nahe, mich von der Schule zu nehmen, was sie - leider erst 1 Jahr später, als ich "sitzenblieb" - taten. Großes Drama- auch für sie....:nosee:


    Angesichts des Leides, das durch Abgrenzung und Ausgrenzung hervorgerufen werden kann, erheben sich viele Fragen:

    - (Wie) lässt sich Ausgrenzung vermeiden? (Einbeziehung statt Ausgrenzung?)

    - Wann ist Ausgrenzung geboten?

    - Grenzen sich auch Gleichmütige/Erwachte (gelegentlich) ab?

    - Was, wenn (gesunde) Abgrenzung zur Ausgrenzung führt (z.B. durch Unterstellung von Dünkel: "Die/der hält sich wohl für etwas Besseres!")


    Klar ist wohl, dass unter bestimmten Umständen auch fehlende Ab- oder Ausgrenzung Leiden verursachen kann.


    Aber eine Form der Ausgrenzung, die in manchen Zendos praktiziert wird, fällt mir sehr schwer zu akzeptieren:

    Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage sind, auf einem Kissen oder Bänkchen zu meditieren, müssen - getrennt von den übrigen Sangha-Mitgliedern im Meditationsraum - alleine, in einem Vorraum, auf ihrem Stuhl sitzen....:shrug:


    Überhaupt:

    Grenzt "der" Buddhismus Menschen aus? Und, wenn ja, wo, wann und warum?


    Was für Erfahrungen, An- und Einsichten habt IHR bezüglich des Themas?


    (Bitte korrigiert mich auch, wenn ich hier Fehlerhaftes geschrieben haben sollte. ;))


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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