1. Übersicht
  2. Forum
  3. Lexikon
  • Anmelden
  • Registrieren
  • Suche
Alles
  • Alles
  • Seiten
  • Forum
  • Lexikon
  • Termine
  • Erweiterte Suche
  1. Buddhaland Forum
  2. Keine Ahnung

Beiträge von Keine Ahnung

  • Begierde, Emotionen oder der ganz falsche Ansatz?

    • Keine Ahnung
    • 6. August 2022 um 15:35
    Keine Ahnung:

    Unterdrücken bringt nicht viel. Der Dalai Lama sieht gerne Kriegsfilme, Ikkyu ging gerne in den Puff, Ryokan trank gern und spielte gern Ball, es gab eine ganze Zenschule, die gern Shakuhachi spielte, warum solltest du dann nicht gerne Videospiele spielen? Beobachte doch lieber, ob Meditation oder Zazen oder ... deine Art Videospiele zu spielen verändert (nicht im Sinne von Optimierung, eher im Sinn von einfach so spielen).

    Vielleicht ist es anders herum noch wichtiger: Bring eine spielerische Sicht ins Sitzen. Und betrachte Dinge, die dich ergreifen, nicht nur aus Sicht der Begierde (obwohl es auch Suchtcharakter haben kann), sondern auch vom Ergriffen sein. Dies kann ja auch einen tiefen ästhetischen Aspekt haben. Ich denke, Kreativität ist meist dieses Ergriffenwerden. Gerade Zen hat gerade in den Künsten auch diesen Aspekt. Ich erlebe das auch beim Tai Chi, beim Musik machen, beim Gedichte schreiben. Diesen Aspekt von von selbst so. (Ich finde es interessant, dass viele Aspekte von Religion, Meditation, Mythologie, Ethik und Philosophie immer stärker in Computerspiele einfließen, obwohl ich kein Gamer bin).

  • Begierde, Emotionen oder der ganz falsche Ansatz?

    • Keine Ahnung
    • 6. August 2022 um 13:13

    Unterdrücken bringt nicht viel. Der Dalai Lama sieht gerne Kriegsfilme, Ikkyu ging gerne in den Puff, Ryokan trank gern und spielte gern Ball, es gab eine ganze Zenschule, die gern Shakuhachi spielte, warum solltest du dann nicht gerne Videospiele spielen? Beobachte doch lieber, ob Meditation oder Zazen oder ... deine Art Videospiele zu spielen verändert (nicht im Sinne von Optimierung, eher im Sinn von einfach so spielen).[lz]

    Spielend, ja spielend,

    Durchquere ich diese fließende Welt:

    Hier wo ich mich befinde,

    Ist es nicht gut,

    Die bösen Träume

    anderer Menschen zu zerstreuen?[/lz]

    Ryokan[lz]

    Spielend, ja spielend,

    Diese Welt zu durchqueren,

    ist gut, vielleicht.

    Aber denkst du nicht

    An die kommende Welt?[/lz]

    Yoshiyuki[lz]

    In dieser Welt ist es doch,

    Und mit diesem Körper,

    Dass ich spiele:

    Nicht nötig nachzudenken

    Über die kommende Welt.[/lz]

    Ryokan

  • Protagonisten und Schriften des säkularer Buddhismus

    • Keine Ahnung
    • 5. August 2022 um 20:34

    Ich fasse den Begriff allerdings ein wenig weiter. Säkular meint für mich nicht nur die Infragestellung von Karma und Wiedergeburt.
    Zum einen wäre da noch Glenn Wallis. Dessen Lehre war ja durch den Unbuddhisten hier eine Zeit vertreten.
    Für mich geht auch Dietrich Roloff in die Richtung, wenn er auch wesentlich radikaler ist. Und es ist eher säkulares Zen als säkularer Buddhismus. (Zum anderen empfinde ich auch frühes Ch'an, vor allen das Xin Ming und das Xin Xin Ming recht säkular, auch wenn Roloff letzteres kritisiert hat).

    Für mich ging auch der Namanandabu-Blog von Andreas L. in eine säkulare Richtung, wenn auch auf eine ganz andere Art. Auf eine noch andere Art empfand ich das bei Thartangs Tulkus "Raum, Zeit und Erkenntnis" so. Bei beiden spielen die Karma- und Wiedergeburt-Themen aber eher keine Rolle, zumindest erinnere ich mich nicht daran.
    So am Rande, oder als Inspiration für säkulare Buddhisten möchte ich noch auf zwei Menschen hinweisen. Zum einen auf Toni Packer, zum anderen auf Fabrice Midal, dessen "Die innere Ruhe kann mich mal - Meditation radikal anders" sicher nicht rein buddhistisch ist (er hat sich aber intensiv mit Buddhismus beschäftigt und auch einige Bücher über Ch. Trungpa geschrieben), aber zutiefst säkular, zutiefst down to earth, und da er Meditation von F. Varela gelernt hat, auch eine gute Verbindung zur wissenschaftlichen Ecke (Allerdings geht sein meditativer Ansatz eher in die Richtung: Lass dich selbst in Frieden, als in Richtung Geistestraining, wie sie oft im sB vertreten wird).

  • Karma und Glaube

    • Keine Ahnung
    • 4. August 2022 um 19:55

    Die Sicht des Karma ist für mich eine recht mechanistische Sicht der Welt. Einerseits ist es für mich fraglich, inwieweit man physikalische Phänomene (die ja eher auf einer Ebene funktioniert/funktioniert nicht arbeiten), auf eine moralische Ebene (die auf eine gut/schlecht Ebene funktionieren, also eher auf einer interpretierenden Ebene) übertragen kann. Aber der Hauptpunkt ist, dass da hinter der Glaube steht, wenn ich mich so und so verhalte, ist alles verfügbar (z.B. Erwachen, Liebe). Aber Leben hat immer das Element der Unverfügbarkeit. (sehr schön dazu H. Rosa.) (Zudem entspricht sie nicht meiner Beobachtung, aber das Gegenmodell des sprichwörtlichen "Schlechten Menschen geht es immer gut" genauso wenig). (der 8-fache Weg, die Buddhanatur sind ja gerade Versuche, Erleuchtung zu etwas verfügbaren zu machen.)
    Ich denke ja, die Welt ist zu komplex, um sie in einfachen Modellen fassen zu können. (Daher bin ich eher bei Alan Watts, der meinte, wir sollen die Welt in Ruhe lassen und bei Varela, für den Meditation eben kein Geistestraining, sondern die Entsprechung zu Alan Watts ist: sich selbst in Ruhe zu lassen (Eben gerade nicht den Geist(gibt es einen solchen?) auszumisten, zu verbessern) ist. Die Sicht auf Karma ist eher das Gegenteil von sich selbst in Ruhe zu lassen.)

  • Karma und Glaube

    • Keine Ahnung
    • 3. August 2022 um 14:30
    fotost:

    Grundhaltungen (wie etwa eine buddhistische) bewirken Gedanken, Gedanken bewirken Absichten, Absichten bewirken Handlungen, Handlungen haben Konsequenzen, haben Wirkungen.

    Ich arbeite mit Alten und Behinderten. Wir haben bei uns oft Praktikanten (oft mit religiösen Background), die die Leute mit Liebe überschütten. Nichts nervt unsere Bewohner mehr. Dann haben wir eine Kollegin, die fast ständig schlecht gelaunt ist ( à la so'n Scheiss hier), die aber sehr beliebt ist. Auch die Zeugen Jehovas haben doch eine gute Motivation mich zu bekehren, ich glaube, sie wollen wirklich mein bestes, trotzdem habe ich keinen Bock auf sie. So klar wie manche Buddhisten meinen, scheint da Ursache - Wirkung nicht zu sein. (Ich glaube ja, dass Karma ohne Wiedergeburtsglaube nicht funktioniert, weil man dann keine Ausreden für Abweichungen hat). Daher halte ich ein Eingestimmtsein auf Situationen und ein der Situation zu entsprechen für viel wichtiger, als ein moralisch gutes Handeln.

  • Zen Buddhismus & Christentum

    • Keine Ahnung
    • 3. August 2022 um 06:13

    Wenn philosophische Setzungen nicht kompatibel sind mit Zen, sondern eher mit Agnostizismus und Skeptizismus, kann da aus meiner Sicht nichts christliches andocken.

  • Diskussion zu "Was ist säk. Buddhismus"

    • Keine Ahnung
    • 2. August 2022 um 08:07

    SB ist in dem Sinne buddhistisch, weil es die 4 Kennzeichen des Buddhismus Vergänglichkeit, Leidhaftigkeit, Nicht-Selbst und Befreiung teilt. Er teilt aber nicht die Auffassung, dass Befreiung überweltlich sei. Er löst ihn zudem quasi von vielen upanischadisch beeinflussten Gedankengängen (Karma, Reinkarnation). Säkularer Buddhismus meint eben auch säkularisierter Buddhismus.

  • The Root of Zen: Ein Interview mit David Hinton

    • Keine Ahnung
    • 2. August 2022 um 07:22
    Bebop:

    Und ehe ich's vergesse: Bodhidharma kam angeblich aus Indien. Der brauchte keine Übersetzungen von Nagarjuna ins Chinesische.

    Sicher. Aber er soll ja an Huike das Lankavatara-Sutra weitergegeben haben, das ja eher den Lehren des Yogacaras entspricht.

  • The Root of Zen: Ein Interview mit David Hinton

    • Keine Ahnung
    • 2. August 2022 um 07:10

    Igor07

    "Die radikale Wendung in die Immanenz, ins Hier kennzeichnet gerade den chinesischen bzw. fernöstlichen Charakter des Zen-Buddhismus. [...] Der Weg führt in keine Transzendenz."
    Byung Chul Han


    Das würde dem Daoismus entsprechen. Während ja gerade diskutiert wird, dass der Weg das Buddhismus ein überweltlicher, transzendenter sei.
    Das würde für Hintons Ansatz sprechen.

  • Diskussion zu "Was ist säk. Buddhismus"

    • Keine Ahnung
    • 2. August 2022 um 00:59

    Zu weltlich/überweltlich gab es hier einen Thread.

  • The Root of Zen: Ein Interview mit David Hinton

    • Keine Ahnung
    • 2. August 2022 um 00:44

    Igor07 Aus meiner Sicht ist der Wechsel von alles ist leer, ohne einen Kern (modern gesprochen: alles ist prozessual), zu alles ist Leerheit ein unnötiger, zudem die Gefahr besteht, daraus eine Sphäre jenseits..., eine Hinterwelt zu basteln, die man dann wieder negieren muss ("auch die Leerheit ist leer") ein unnötiger. (zumal es eh nicht jenseits von (Worten, Bewusstsein etc.) ist, sondern vor - somit rein immanent).

    Zu den zwei Wahrheiten hat Bebop ja eigentlich schon alles geschrieben (es wäre zu ergänzen - dieser Schritt ist vermutlich notwendig, weil sonst das ganze Konstrukt zu widersprüchlich/letztlich nicht haltbar ist - was es aber auch nicht besser macht).

  • The Root of Zen: Ein Interview mit David Hinton

    • Keine Ahnung
    • 1. August 2022 um 07:28

    Ich finde den Begriff der Leerheit schon überflüssig. Wenn etwas nicht da ist, würde ich ja auch nicht von Nichtdaistigkeit sprechen. (Obwohl ich mich frage, ob es diese Unterscheidung im Chinesischen überhaupt gibt, ob da nicht nur von wu oder kong gesprochen wird).
    Letztlich heisst das, dass es eben kein "unsere" leidbringenden Emotionen gibt. Daher nichts von uns zu durchschauen ist. Und es letztlich nichts zu erlangen gibt, worauf ja auch das Diamantsutra hinweist.
    Es ist die Frage, ob es der Daoismus mit seiner fließenden Qualität von allem hier nicht den einfacheren Weg geht. Dann brauch es weder Leerheit, noch muss ich dann betonen, dass die Leerheit selbst auch leer sei.

  • Ein kritischer Blick auf den Achtsamkeitshype

    • Keine Ahnung
    • 31. Juli 2022 um 19:44

    ēthikē - griechisch kann man übersetzen mit moralis - latein. Sie bezeichnen aus meiner Sicht dasselbe.
    Aber selbst wenn man diesen Unterschied machen würde, wäre auch dann Ethik nur ein Nachdenken über Moral, und kein situatives (nicht-willentliches) Handeln.

  • Ein kritischer Blick auf den Achtsamkeitshype

    • Keine Ahnung
    • 31. Juli 2022 um 17:40

    Ich seh aber einen Unterschied, ob ich sage, es braucht ethische Regeln, Silas, Vinayapitika, oder ob ich sage, es reicht völlig aus, mich in die jeweilige Situation einzustimmen und ihr gemäß zu handeln. Letztlich ob ich Vorstellungen oder Situationen entspreche.

  • SGI-Ausstieg - wie kann ich weiter praktizieren?

    • Keine Ahnung
    • 30. Juli 2022 um 13:37

    Dann mag es ja eine gute Idee sein. Ich dachte nur, dass dann da auch Daimokupower-Gruppen mit darunter sind, und da hab ich (siehe oben) so meine Bedenken. Mich erinnerte das ganze nur ein wenig an die Big Mind-Bewegung eines Ex-Zenmeisters.
    Sein Buch "Nichiren, der Ausübende des Lotos-Sutra" und seine DBU-Studie über Buddhismus in Deutschland fand ich eigentlich recht fundiert (nur dass man die Buddhisten mit asiatischen Background da ausgeklammert hat, fand ich seltsam, aber kann man von mir aus machen), nur empfand ich die Webseite so ganz anders (Da hatte ich so ein vom Regen in die Traufe-Gefühl). Aber wenn sie das gut trennen können, können sie ja durchaus eine Hilfe sein, da hast du sicher recht.

  • Auch das Buddhadharma ist abhängig entstanden

    • Keine Ahnung
    • 30. Juli 2022 um 13:13
    Voyager:

    Was sollte man denn heute anderes lehren, als es Buddha damals tat?

    Man hat ja heute einen ganz anderen Background. Man könnte vieles mit der Prozeßphilosophie und Systemtheorie erklären, und hätte den Bezug auf upanischadisches Denken nicht nötig.
    Zudem wären Teile des Vinaya nicht mehr vorstellbar. Man kann Menschen für eine Gruppierung aufgrund Krankheit oder ihrer sexueller Orientierung nicht mehr ausgrenzen. Man kann nicht mehr mehr Regeln für Frauen wie für Männer erlassen. Ob ein Bettelorden überhaupt noch rechtlich machbar wäre, bezweifle ich auch. Überhaupt dieses ganze sexuelle Enthaltsamkeitskonzept seh ich eher kritisch. Ebenso, dass man keine Kunst praktizieren soll.
    Zudem haben sich die Zeiten geändert. Ich denke, die Frage, wie kann ich den Wiedergeburtskreislauf beenden ist für viele irrelevant. Den gibt es für sie nicht. Zudem denke ich, dass eine Lehre heutzutage ganz anders wäre. Man sieht, dass eine anthropozentrische Ausrichtung nicht heilsam ist. Würde vielleicht viel weniger Schwerpunkt auf den Geist legen, viel weniger auf dualistische Lehren, mehr auf eine ökologische zusammenhängende holistische Weltsicht setzen. Auch kann ich mir vorstellen, dass man körperliche und emotionale Aspekte viel mehr wertschätzt, auch eine Schönheit in dem Wandel der Dinge sieht. Auch eine Lehre der Kernlosigkeit würde aus meiner Sicht andere Folgerungen nach sich ziehen. Einen Ansatz der Stille könnte man ganz anders in das Leben einbringen. Zudem hat man glaub ich inzwischen Kritik an einer reinen Übermittlung durch Worte (und nur die haben wir in Texten). Höchstes Mitgefühl würde vielleicht nicht im Verkünden einer Lehre bestehen. Vielleicht würde man sich da eher um seine Familie kümmern, anstatt sie im Stich zu lassen. Selbst wenn man auf eine formelle Ethik wertlegen würde (was vielleicht nicht der Weisheit letzter Schluss ist), wäre sie anders, würde die Natur mit einbeziehen, vieles wäre sicher auch demokratischer, weniger hierarchisch. Und ich habe den Eindruck, dass viele der Aspekte auch immer mehr in den real existierenden Buddhismus Einzug halten. Aber letzten Endes kann man es nicht wissen, was und wie und ob ein Erwachter heute lehren würde.

  • SGI-Ausstieg - wie kann ich weiter praktizieren?

    • Keine Ahnung
    • 30. Juli 2022 um 09:35

    Ich hab bei der Webseite so einen komischen Eindruck. Was sie als Webinar so anbieten, klingt mir doch noch sehr nach "Werde reich (oder zumindest erreiche deine Vision/deine Vorstellungen) und glücklich durch die Daimokupower. Andererseits scheint die DBU kein Problem mit ihnen zu haben.

  • Diskussion zu "Was ist säk. Buddhismus"

    • Keine Ahnung
    • 29. Juli 2022 um 22:18

    Das Projekt des sB scheint mir ein Buddhismus auf Grundlage der Aufklärung und des Rationalismus zu sein. Allerdings wird beides selbst in der Philosophie durchaus hinterfragt. Ob der Mensch ein primär rationales Wesen ist, würde ich auch infrage stellen.

  • Ein kritischer Blick auf den Achtsamkeitshype

    • Keine Ahnung
    • 29. Juli 2022 um 21:36
    He Who Remains:
    Hendrik:

    Alle ist mit allem verwoben – das wissen wir Buddhisten am besten

    Ich weiß ja nicht, ob dies wirklich für uns Buddhisten in toto gilt. Siehe

    Siderits, Mark (2022): How Things Are: an Introduction to Buddhist Metaphysics:

    Mādhyamikas do not claim … that all things exist in thoroughgoing interdependence. {Siderits 2022 #5834D: 172}

    Es ist eher ein Denken, das ich eher aus dem Schamanismus und (den sicher schamanistisch beeinflussten) Daoismus kenne. Beim vor-chinesischen Buddhismus habe ich eher den Eindruck, dass die Existenz (auch in ihrer Allverbundenheit) für ihn Samsara und Dukkha ist. In China findet am dann aber solche Ideen durchaus im Ch'an, noch stärker im Huayan zhong (Kegon).

  • Ein kritischer Blick auf den Achtsamkeitshype

    • Keine Ahnung
    • 29. Juli 2022 um 21:26
    Monikadie4.:

    Ich finde das so überflüssig wie ein Kropf.

    Die Wissenschaft, vorallem auch die Psychologie hat doch das ganze Wissen "nur" geklaut und vermarktet.

    Natürlich trägt das entsprechende Blüten.

    Zitat

    Gott und der Teufel gingen spazieren. Gott fand und hob etwas auf, der Teufel fragte danach. Gott sagte "die Wahrheit ". Der Teufel sagte: "Gib sie mir, ich organisiere sie für Dich".

    Ich kenn es ein wenig anders (von Jiddu Krishnamurti, in der Rede, wo er den von Theosophen für ihn organisierten Orden auflöste), aber die Essenz ist ähnlich:
    [lz]

    "Sie erinnern sich vielleicht an die Geschichte, wie der Teufel und einer seiner Freunde eines Tages die Strasse entlanggingen. Sie sehen vor sich einen Mann, der sich bückt und etwas vom Boden aufhebt, es betrachtet und dann in seine Tasche steckt. Der Freund fragt den Teufel: »Was hat der Mann da aufgehoben?« »Er hat ein Stück von der Wahrheit aufgehoben«, sagt der Teufel. »Das ist aber ein sehr schlechtes Geschäft für dich«, sagt sein Freund. »Oh, durchaus nicht«, antwortet der Teufel, »ich werde ihm vorschlagen, sie zu organisieren.«[/lz]


    Das Zitat würde dann aber den Buddhismus nicht weniger betreffen, als die Psychologie.

  • The Root of Zen: Ein Interview mit David Hinton

    • Keine Ahnung
    • 29. Juli 2022 um 17:21
    Bebop:

    Das ist etwas anderes als - wie Hinton - zu sagen, der Kosmos betrachte sich selbst.

    Das halte ich für eine der schwächeren Aussagen bei ihm. Da wird für mich der Kosmos zu sehr vermenschlicht (und verdinglicht).

    Ich seh aber schon auch in frühen Zentexten (Xin Ming, Xin Xin Ming) eine größere Wertigkeit des Geistes als bei Zhuangzi & Co. Wenn sie ansonsten auch ihm sehr ähnlich sind.

    Zu Wuzhu: Sicher hat er buddhistisches zitiert. Er hat aber auch genauso Laozi zitiert (ohne ihn zu erwähnen).

    "Beim Lernen wächst jeder Tag um Tag, beim Üben des Weges schrumpft er Tag für Tag. Es mindernd und immer mehr mindernd, gelangt einer schließlich zum Nicht-Handeln." Ebenso wirkt seine Betonung von Selbstvergessenheit recht daoistisch an.

    Und gerade Stellen wie "Nichterzeugen ist Ch'an", seine Betonung von Nicht-Tun und Nicht-Erlangen, Absichtslosigkeit seh ich schon deutlichen Unterschied zum frühen Buddhismus und eine gefühlte Nähe zum Daoismus. (Aber auch gerade dort, wo er buddhistische Texte zitiert, hab ich den Eindruck, er liest sie aus einer daoistisch inspirierten Sicht heraus). Bei späteren Ch'an und Zen seh ich aber dann durchaus große Unterschiede zu daoistischen (So die Betonung des Weichen, des Weiblichen findet man da eher weniger). Andererseits findet man selbst bei Dogen noch Ansätze des Selbstvergessens und des von den 10000 Dingen durchdrungen werdens.

    (Ganz nebenbei und freilich völlige Spekulation: Ich würde einen Einfluss von den Lehren des Wuzhu auf Dzogchen nicht ausschliessen).

  • The Root of Zen: Ein Interview mit David Hinton

    • Keine Ahnung
    • 29. Juli 2022 um 16:47
    Bebop:

    Taoistischer Einfluss auf Hua Yen: thezensite:The Taoist Influence on Hua-yen Buddhism

    Über die taoistischen Ausdrücke zur Beschreibung buddhistischer Konzepte: Fowler: Zen Buddhism (2005)

    Wing Tsit Chan zur Transformation des Buddhismus in China: thezensite: Transformation of Buddhism in China

    Taoistischer Einfluss auf Shinran: Zhuangzi and Shinran
    Auch von Basho wird erzählt, dass er nie ohne sein Zhuangzi aus dem Haus gegangen sei.

  • Praxis

    • Keine Ahnung
    • 29. Juli 2022 um 08:11

    Wenn ich das recht verstanden habe, ist säk. Buddhismus keine Schule, sondern eher eine Einstellung. So praktizieren sie verschiedenes. Manche eine Geistesschulungpraxis z.B. Vipassana, andere Zazen, andere Nembutsu, andere Dzogchen. Obwohl ich den Eindruck habe, dass die meisten in Richtung Vipassana tendieren.

  • Diskussion zu "Was ist säk. Buddhismus"

    • Keine Ahnung
    • 28. Juli 2022 um 08:04
    Aravind:
    Keine Ahnung:

    Ich kenne aber auch viele andersherum liegende Fälle: Leute, die intensiv (bis intensivst) praktiziert haben, und dann nach Jahren eine Inkonsistenz in der buddhistischen Lehre empfanden, und ihn daher verließen.

    Die Praxis funktioniert, oder sie funktioniert nicht (sie führt mittelfristig zu weniger Dukkha, oder eben nicht). Wenn sie für jemanden nicht funktioniert, nicht heilsam ist, finde ich es eine gute Idee, das zu lassen. Mir fehlt aber gerade die Idee, was Inkonstistenz in dem Zusammenhang bedeuten könnte. Welche Inkonsistenzen wurden Dir da berichtet?

    Und ich muss zugeben, "intensivst" klingt für mich persönlich eher nach einem Anstrengungsprogramm, als nach dem mittleren Weg.

    Liebe Grüße,

    Aravind.

    Kann man so sehen. Aber bezieht sich der mittlere Pfad auf die Praxis? Ich dachte eher auf die Mitte zwischen Nihilismus und Ewigkeitsglaube. Aber es war nichts im Buddhismus unübliches. Mönch werden, 2-monatliches Sesshin, 3-jähriges Retreat, 100000 Niederwerfungen etc.. Sprach nicht Buddha von Bemühen unter Unterlass? Das wäre doch auch nicht die Mitte.

    Und ich muss mich ein wenig korrigieren, es waren nicht nur Inkonsistenz in der Lehre, sondern auch zwischen Lehre und Leben. Es ist also ein kruder Mix.

    - etwas Bedingtes (jede Übung, jedes Tun ist bedingt) kann nicht zum Unbedingten (nirvana) führen, denn dann wäre es bedingt, auch bedingt entstanden und somit vergänglich, somit nicht nirvana.
    - es gibt kein Ich, aber dieses hat einen freien Willen, soll sich bemühen
    - die Basis des Buddhismus sei falsch ("ich erkannte, dass ich seine Dukkhaphobie nicht teilte").
    - die Karmalehre würde der Wirklichkeit nicht entsprechen (guten Menschen geht es schlecht, schlechten gut)
    - Meditation und Praxis verstärkten die Ich Tendenz, lösten sie nicht auf (Ein achtsames Ich sei eben kein Nicht-Ich) Auch Shinrans "All mein Tun (all meine Praxis) führt mich nur in die Hölle" weist in die Richtung.
    - Buddhas Mitgefühl sei kein Mitgefühl, sondern lediglich das Verkünden seiner Lehre
    - sein Vinaya sei diskriminierend
    - Kensho sei nicht Produkt der Praxis
    - Kritik an einer willentlichen normativen Ethik, die Welt sei nicht durch Regeln zu fassen, Wille sei Ich
    - negative Tendenzen in der Lehre (man spricht von Vergänglichkeit, statt von Wandel)
    - Abwendung von der Welt
    - Annahme von etwas hinter den Dingen (Dharmadhatu, Buddhabereiche, ewiger Buddha, Dharmakaya), aus dem da ist kein Ich wird wieder etwas
    - Unwirksamkeit der Bemühungen - ("Ich hatte den Eindruck, dass mir eine Rolfing-(Tiefengewebs)Massage) mehr gebracht hat, als die 3 Jahre Retreat)".
    - die Erkenntnis, dass viele Lehrer ethisch schlechter handeln als der Ottonormalbürger, die Praxis also eher verschlechternd wirke
    - das Erleben von buddh. Strukturen als sektenartig (beim Diamantweg, NKT, Thich Nhat Hanh), eben als nicht befreiend
    - dem Weg eines anderen zu folgen, statt dem eigenen Weg, seine Erfahrung zu verallgemeinern
    - Verlust der spielerischen Dimension des Seins
    - Intoleranz zu anderen (auch zu anderen buddhistischen) Wegen
    - widersprüchliche Aussagen Nirvana beendet Samsara, vs. Samsara und Nirvana sind eins
    - Konstruktion von mehreren Wahrheitsebenen (etwas ist entweder wahr oder falsch, so etwas wie relative Wahrheit kann es also nicht geben)
    - ein Festhalten an Buddhas Lehre (obwohl doch an nichts festgehalten werden soll)
    - Erschaffung einer Metaebene in der Meditation (ein Ich, dass ein anderes Ich beobachtet, also auf einmal zwei Ichs)
    - Buddha verkünde einen Pfad, den er erst nach seinem Erwachen konstruiert habe, selber nie gegangen sei
    Ich hab bestimmt noch einiges vergessen.

  • Schmerzfrei durch Meditation

    • Keine Ahnung
    • 27. Juli 2022 um 19:15

    Ich kenne viele, bei denen Meditation o.ä. zu Schmerzen führt. Ich kenne kaum jemand, der schmerzfrei durch ein Sesshin kommt. (von körperlichen Problemen wie Hämorrhoiden und Meniskus-Problemen mal ganz abgesehen). Zudem ist Schmerz auch immer ein wichtiges Warnsignal. Und ich kenne auch Leute, die seit Jahrzehnten meditieren, aber immer noch unter Migräne leiden. (Und selbst von Buddha wird erzählt, dass er so unter Rückenschmerzen litt (Schumann vermutete sogar einen Bandscheibenschaden), dass er keinen Vortrag halten konnte).

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

  1. Impressum
  2. Datenschutzerklärung
  3. Nutzungsbedingungen
Netzwerk Buddhismus
Community-Software: WoltLab Suite™ 6.1.18
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App bei Google Play
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App im App Store
Download