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Beiträge von Daoist

  • Shingon Sutras in deutscher Übersetzung

    • Daoist
    • 28. Februar 2020 um 23:04

    Es gibt noch von Kukai - Ausgewählte Schriften: Sokushin-jobutsu-gi, Shoji-jissu-gi, Unji-gi, Hannya-shingyo-hiken. Bei Amazon gebraucht für 10 Euro (+Versand).

    Ansonsten ist es so wie bei allen nichtmainstream-buddh. Schulen. Man ist auf englisch (oder französisch) angewiesen.

    Ich bin noch auf eine Shingon-Reiki-Seite gestoßen, wo Mark Hosak ein Buch "Die Siddham in der japanischen Kunst in Ritualen der Heilung" veröffentlicht hat, wo auch Ajikan behandelt wird. Gibt es auch hier als pdf. Und zu Kuji-In, daß wohl auch dem Shingon entstammt, aber vorwiegend bei den Ninjas gepflegt wird, gibt es einige Bücher.

  • Besuch Won-Tempel

    • Daoist
    • 24. Februar 2020 um 18:01

    Kannst du trotzdem noch was zu deinem[lz]

    Jedoch die Praxis der Won-Jünger schmeckte mir nicht.[/lz]

    schreiben? Vom Lesen wüsste ich so einiges, was mir nicht schmecken würde (obwohl es auch etliches interessantes gibt), doch mich interessiert, wie sieht das bei deinem Erleben aus? Berichte aus erster Hand sind dann doch meist etwas anderes.

  • Urvertrauen

    • Daoist
    • 21. Februar 2020 um 11:21
    Gluecklichsein:

    Ein Gedanken noch: Ich glaube vielen spirituellen Menschen gibt der Gedanke Vertrauen, dass nicht alles aus Zufall geschieht. In allem einen Sinn sehen schafft Vertrauen und hilft loszulassen. Eure Gedanken dazu interessieren mich auch!


    Wenn ich dem Leben vertraue, dann vertrau ich mich dem nackten Jetzt an. Wenn ich einen Sinn schaffe, vertrau ich mich diesem Sinn an. Das braucht es für mich nicht. Die Suche nach Sinn ist eben die Suche nach etwas mehr als dem nackten Jetzt. Ich fand es als sehr befreiend, als diese Suche nach Sinn entfiel.

  • Urvertrauen

    • Daoist
    • 21. Februar 2020 um 09:18

    Ich denke, es macht Sinn, hier zwischen dem Leben/Samsara vertrauen und dem Dharma/Dhamma vertrauen zu unterscheiden.
    Wenn ich glaube, dass Leben dukkha ist, nehme ich es nicht so an, wie es ist, will dukkha, z.B. Altern, Krankheit und Tod überwinden.

    Jemand, der für seinen Orden über 200 Gebote aufstellte, scheint mir nicht dem Leben, dem Natürlichen, der Welt besonders zu vertrauen.
    Es geht ja im Buddhismus IMHO nicht darum, sich Samsara, dem Leben so wie es ist, anzuvertrauen, sondern Buddhas Lehre. In anderen buddh. Schriften geht es um Vertrauen in den Geist (Xin Xin Ming) oder um Vertrauen in Amida oder um Vertrauen in die Buddhanatur (die eigentlich nichts mit Natur zu tun hat). Oft geht es auch um Geistestraining, nicht darum, den natürlichen, dem Leben, so wie es ist, zu folgen.

    Ich hab den Eindruck, dass Spiritualität insgesamt in einem dem Leben nicht zu vertrauen wurzelt. Ein Glauben an das "So wie es jetzt ist, sollte es nicht sein, wäre es anders, wäre es besser". Es ist eben der Versuch, sich über die Natur zu erheben (daher auch Spiritualität).

  • Hilfe zum Einstieg

    • Daoist
    • 16. Februar 2020 um 12:43

    Wenn ich mich recht erinnere, hat der Buddha (im Palikanon) nicht viel von Ritualen gehalten. Da ist es doch interessant, wie der Buddhismus doch von Ritualen (und vielen anderen Dingen, die bei mir eher unter Aberglaube und Fetisch fallen) durchdrungen ist.

    Interessant wär mal, wie Buddhisten reagieren würden, wenn man sich diesen entzieht. Wenn man sich nicht verbeugt und nichts in einer anderen Sprache mitrezitiert. Eigentlich dürfte das ja kein Problem sein.

  • Hilfe zum Einstieg

    • Daoist
    • 16. Februar 2020 um 00:12

    Die einzige "Tradition", die den ganzen Ritualen wohl entsagt hat, ist die von Toni Packer. (Und die gibts glaub ich nur in der Hamburger Ecke). Aber selbst da entkommt man dem asiatischen nicht ganz. Selbst da sitzt man auf Meditationskissen. (Ich überleg gerade, aber ich glaube, selbst beim christlichen Zazen verbeugt man sich).

    Aber ich würde da unterscheiden zwischen Traditionen, wo man sich mal kurz verbeugt, und welchen, wo man hunderte oder tausende Niederwerfungen macht.
    Das Verbeugen zwischen Zazen und Gehen im Zen hatte für mich auch immer eine praktische Komponente: Die eingeschlafenen Beine wieder zu durchbluten.

  • Dogen Zen als Religion (Uchiyama Kosho Roshi)

    • Daoist
    • 15. Februar 2020 um 01:33
    Leonie:

    Es scheint mir da vor allem auf den Religionsbegriff von Uchiyama anzukommen. Und den muss man dann auch vom westlichen Religionsbegriff unterscheiden.

    Ja, das wäre ja ein guter Beginn. Erst mal zu klären, was ist Religion. Und es ist die Frage, ob es einen westlichen Religionsbegriff gibt. Meines Wissens ist die Religionswissenschaft sich da nicht einig.

    Das fängt ja schon mit verschiedenen Deutungen des Wortes Religion an. Ich bin faul und zitier mal Wiki:


    [lz]

    Das Wort religio hatte im Lateinischen verschiedene Bedeutungen, die von „Bedenken, Zweifel, Besorgnis, Gewissensskrupel“ über „Gewissenhaftigkeit, Religiosität, Gottesfurcht, Frömmigkeit, Gottesdienst“ bis zu „Heiligkeit (z. B. eines Ortes)“ und „Aberglaube“ reichten. Die Etymologie des Begriffs lässt sich nicht mit Sicherheit bis zu seinem Ursprung zurückverfolgen. Religio ist kein Terminus altrömischer Religion. Die frühesten Belege für die Verwendung dieses Ausdrucks finden sich in den Komödien des Plautus (ca. 250–184 v. Chr.) und in den politischen Reden des Cato (234–149 v. Chr.).

    Nach Cicero (1. Jh. v. Chr.) geht religio auf relegere zurück, was wörtlich „wieder lesen, wieder auflesen, wieder zusammennehmen“, im übertragenen Sinn „bedenken, beachten“ bedeutet. Cicero dachte dabei an den Tempelkult, den es sorgsam zu beachten galt. Dieser religio (als der gewissenhaften Einhaltung überlieferter Regeln) stellte er die superstitio (nach der ursprünglichen Bedeutung Ekstase) als eine übertriebene Form von Spiritualität mit tagelangem Beten und Opfern gegenüber. Im Sinn einer „berufsmäßigen“ Gottesverehrung wurden entsprechend im Mittelalter Ordensleute als religiosi bezeichnet. Diese Bedeutung hat der Begriff bis heute im römisch-katholischen Kirchenrecht. Auch bei der Entlehnung ins Deutsche im 16. Jahrhundert wird Religion zunächst in diesem Sinne verwandt, nämlich zur Bezeichnung amtskirchlicher Bibelauslegung und Kultpraxis und ihrer Abgrenzung gegenüber sogenanntem Aberglauben (siehe Superstitio). Bis heute heißt die römische Kongregation für die Ordensleute „Religiosenkongregation“.

    Zu Beginn des 4. Jahrhunderts führte der christliche Apologet Lactantius dagegen das Wort religio auf religare „zurück-, an-, festbinden“ zurück, wobei er sich polemisch mit Ciceros Auffassung über den Unterschied von religio und superstitio auseinandersetzte. Er meinte, es handle sich um ein „Band der Frömmigkeit“, das den Gläubigen an Gott binde. Diese Herkunft ist bei Sprachwissenschaftlern jedoch umstritten, da es keine vergleichbaren Wörter gibt, die aus einem Verb der lateinischen a-Konjugation entstammen, bei denen sich das Suffix -are ohne Anzeichen zu -ion entwickelt hat.

    Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit waren zur Bezeichnung der Gesamtheit des Religiösen die Ausdrücke fides („Glaube“), lex („Gesetz“) und secta (von sequi „folgen“, also „Gefolgschaft, Richtung, Partei“) gebräuchlich. Religio bezeichnete zunächst Lehren, die je nach Auffassung für richtig oder falsch gehalten wurden. Erst nach der Reformation, vor allem im Zeitalter der Aufklärung wurde ein abstrakterer Religionsbegriff geprägt, auf den die gegenwärtigen Definitionsansätze zurückgehen.

    In den meisten außereuropäischen Sprachen fanden sich bis zum 19. Jahrhundert keine genauen Übersetzungen des Wortes Religion. Häufig wurde das Phänomen mit mehreren Begriffen umschrieben. Eigene Begriffsprägungen erfolgten relativ spät. Dies trifft beispielsweise auf den Ausdruck Hinduismus zu, dessen Bedeutung zudem einem mehrmaligen Wandel unterlag.

    Neuerdings hat der Religions- und Sprachwissenschaftler Axel Bergmann eine andere Etymologie vorgeschlagen. Demnach sei das Wort nicht mit dem Präfix re- („zurück, wieder“) gebildet, es gehe vielmehr auf das altlateinische rem ligere „eine Sache (oder ein Vorhaben) binden“, d. h. „mit (religiösen) Skrupeln betrachten“ und folglich „in Ehrfurcht scheuen“, zurück. Dieser Ausdruck der Alltagssprache wurde laut Bergmann zunächst speziell auf religiöse Skrupel bezogen und später auf den gesamten Bereich des Religiösen ausgedehnt.[/lz]

    Auch geht Wiki auf Theorien von Gerd Theißen ein. Danach ist Religion:[lz]

    • ein Symbolsystem, das darauf zielt
    • starke, umfassende und dauerhafte Stimmungen und Motivationen in den Menschen zu schaffen,
    • indem es Vorstellungen einer allgemeinen Seinsordnung formuliert und
    • diese Vorstellungen mit einer solchen Aura von Faktizität umgibt, dass
    • die Stimmungen und Motivationen völlig der Wirklichkeit zu entsprechen scheinen.

    [/lz]

    Was wahr ist, ist ja nicht weniger problematisch. Nochmal Wiki.


    [lz]

    Ontologisch-metaphysische Korrespondenztheorie

    „Veritas est adaequatio intellectus et rei“

    Wahrheit ist die Übereinstimmung von erkennendem Verstand und Sache

    Dialektisch-materialistische Widerspiegelungstheorie

    Übereinstimmung zwischen Bewusstsein und objektiver Realität

    Logisch-empiristische Bildtheorie

    Übereinstimmung der logischen Struktur des Satzes mit der des von ihm abgebildeten Sachverhalts

    Semantische Theorie der Wahrheit

    „x ist eine wahre Aussage dann und nur dann, wenn p“ (Für „p“ ist eine beliebige Aussage, für „x“ ein beliebiger Eigenname dieser Aussage einzusetzen.)

    Redundanztheorie

    Der Begriff der Wahrheit wird nur aus stilistischen Gründen verwendet, oder um der eigenen Behauptung Nachdruck zu verleihen.

    Performative Theorie

    das, was man tut, wenn man sagt, eine Aussage sei wahr

    Kohärenztheorie

    Widerspruchsfreiheit / Ableitungsbeziehungen einer Aussage zum System akzeptierter Aussagen

    Konsensustheoriediskursiv

    einlösbarer Geltungsanspruch, der mit einem konstativen Sprechakt verbunden ist[/lz]



    Hier würde ich beinahe sagen: Der Begriff der Wahrheit wird nur aus stilistischen Gründen verwendet, oder um der eigenen Behauptung Nachdruck zu verleihen.

  • Dogen Zen als Religion (Uchiyama Kosho Roshi)

    • Daoist
    • 14. Februar 2020 um 22:21
    void:

    Gobt es dieses Selbstverständnis schon früher, oder reagiert Uchiyama hier vielleicht auf die Öffnung hin zum Westen, wo man als Soto-Shu zu betonen meinte, dass man sich in Punkto Universalität nicht vor dem Christentum verstecken muss? Das man eine richtige, ernstzunehmende Religion ist?

    Leider kenne ich mich viel zu wenig aus, um das sagen zu können.


    Ich seh es vor allem im Gegensatz zu Hisamatsu, der Zen gerade vom Theismus abgrenzt (da könnte man dann aber Anbiederung an den Atheismus vermuten ;) )
    Die "Anbiederung" ans Christentum war aber bei Sanbo Kyodan (eine jap. neureligiöse Bewegung mit enger Beziehung zum Zen) sicher noch stärker.

  • Dogen Zen als Religion (Uchiyama Kosho Roshi)

    • Daoist
    • 14. Februar 2020 um 21:47
    xiaojinlong:
    Daoist:

    Ich kenne ja einige Klassifizierungen von Religionen und ähnliches. Da muss ich einfach sagen, finde ich die meisten anderen überzeugender. (z.B.: Wilber/Don Beck, Hisamatsu. Nishitanis "Was ist Religion" muss ich erst nochmal nachlesen).

    Leider sagen mir die Autoren nichts, aber kommt auf jeden Fall mal auf den Nachschlage/To-Read-Stapel.

    Ich wollte bei meinen ursprünglichen Thread die links ergänzen, ist aber mittendrin abgebrochen, daher hier nochmal.
    Ken Wilber, Don Beck, Hisamatsu, zu Nishitani vielleicht Becoming-Religion: Re-/thinking Religion with A.N. Whitehead and Keiji Nishitani

    Zu Kesa:

    Dogen - On the Spiritual Merits of the Kesa
    The Practice of the Kesa


    [lz]

    Das Kesa ist das Herz des Zen, sein Mark und seine Knochen. [/lz]

    Dogen

  • Dogen Zen als Religion (Uchiyama Kosho Roshi)

    • Daoist
    • 14. Februar 2020 um 19:17

    Erstmal zu insgesamt: Ich kenne ja einige Klassifizierungen von Religionen und ähnliches. Da muss ich einfach sagen, finde ich die meisten anderen überzeugender. (z.B.: Wilber/Don Beck, Hisamatsu. Nishitanis "Was ist Religion" muss ich erst nochmal nachlesen).
    Zumal ich den Eindruck habe, daß U. eben gerade all das, was mir am Zen positiv erschien (Betonung des jetzt und nicht des später, Nichtbetonung eines Zieles, Nichtbetonung eines Befreiungsaspektes, einfach nur sitzen, außerdem den atheistischen Aspekt, den Hisamatsu betont, das down to earth-sein, (während ja void da gerade das antiweltliche als gut sieht)), hier weggeschmissen wird.
    Aber ist ja nicht schlimm, da Daoismus eh falsche Religion ist. Daher ist auch meine falsche Sicht auf Zen vielleicht verständlich.

    Ansonsten weiß ich nicht, ob Dogen so sehr toleranter war. Wir haben bei ihm zumindest die Ablehnung des Nembutsu, Kritik an vielen Zenmeistern aus den 5 Häusern (siehe obigen links von mir), zudem viel von seiner Kritiken im Widerspruch zu seinem Lehrer stand.
    Ich sehe Dogen sehr zwiegespalten, einerseits sind im Genjo-Koan, Uji, den Kapiteln über die Buddhanatur recht interessante Ansätze. Dann sind da aber auch die Verehrung des Kesa, die Überbetonung des Zazen, auch eine gewisse Intoleranz, die ich unsympathisch finde. Aber vielleicht war eine Intoleranz für Ordensgründer ja auch normal. Buddha kritisierte ja auch andere Ansätze, Zhuangzi ebenso.
    Und wie stark die Kritik zum Beispiel von Honen und Shinran an anderen Schulen waren, müsst ich nochmal nachlesen. Ich weiß nur, dass sie nicht vorhatten, je eine eigene buddh. Schule zu gründen, und das sie ihre Anhänger aufforderten, auch jene, die den Weg der eigenen Kraft gehn, wertzuschätzen.

  • Dogen Zen als Religion (Uchiyama Kosho Roshi)

    • Daoist
    • 14. Februar 2020 um 02:27

    Nimm ich Hisamatsus Grundkoan: "Wenn alles, was du tust, nichts tut, was tust du dann?", ist das für mich eine gute Umschreibung von Nur-Sitzen.

  • Dogen Zen als Religion (Uchiyama Kosho Roshi)

    • Daoist
    • 13. Februar 2020 um 23:13

    Sah nicht Dogen Nur-Sitzen als Koan? Meinte jedenfalls T. Griffith Foulk in "Dogen’s Use of Rujing’s ‘Just Sit’ (shikan taza) and Other Koans”.

    Aber ich stelle ja insgesamt die Differenzierung von Uchiyamas "Echter Religion" in Frage. Ich finde ehrlich gesagt die Begriffskombination schon fragwürdig.

    Zumal die Vorstellung das alle Wesen erlöst werden müssen, eh nur eine Vorstellung ist. (Für mich keine wichtige). Da mit Worten wie wahr oder echt zu hantieren, find ich nicht so überzeugend.

  • Meditations Frage

    • Daoist
    • 13. Februar 2020 um 21:00

    Mein Körper kriegt das ganz alleine hin. Vergiss einfach nicht zu atmen. Aber auch das geht von allein. Ab und zu den Körper vielleicht noch ausrichten, falls er zu sehr zusammensackt. Und beim Gehen achte einfach darauf, den Vordermann nicht zu überholen und vom Hintermann nicht über den Haufen gerannt zu werden.
    Den Geist lass ich einfach in Ruhe.

    Aber ich bin kein Zennie. Aber das war das, wie ich früher beim Zazen saß. Und jetzt sitz ich auch nicht anders.
    Das einzige, was ich jetzt anders mache, ist, dass ich mich nach vorn beuge, wenn ein Fuß oder ein Bein eingeschlafen ist. Aber das hat nichts mit Zen zu tun.

  • Dogen Zen als Religion (Uchiyama Kosho Roshi)

    • Daoist
    • 13. Februar 2020 um 15:26

    Klar, wenn du Hartz-IV kriegst, kannst du dir ein Sesshin mit Übernachtung meist nicht leisten. Aber dann ist egal ob Soto oder Rinzai oder christlichem Zazen. So gesehen ist ein Gottesdienst oder ein Besuch bei den Hare Krsnas weniger diskriminierend.

    Zum anderen weiß ich nicht, ob das mit der Nichtunterscheidung bei Dogen so stimmt. Bei ihm wird doch selbst aus einem Fetzen Stoff ein Heils- und Verehrungs- und Zufluchtsobjekt namens Kesa, da unterscheidet er ja sehr wohl, ist er sehr dualistisch. Man darf es sogar nur auf eine bestimmte Weise anziehen, darf es nicht auf dem Klo tragen etc. Dogen Zen ist eben auch sehr vielfältig.

    Anbei noch ein paar Hinterfragungen zu Dogen bzw. zu Dogen und Soto (Ganz abseits von diesem)

    Wie Dôgens Zen sich von Hui-nengs unterscheidet (Auszüge von Carl Bielefeldt)

    Wie Dôgen seinen Lehrer Ju-ching verfälschte (Essay von Heine)

    Dôgen lehrte kein Shikantaza ... und kritisierte heftig andere Lehrer

    Im übrigen auch interessant, dass Dogen gerade das Nembutsu, das U. hier eher lobt, zutiefst kritisierte.

  • Dogen Zen als Religion (Uchiyama Kosho Roshi)

    • Daoist
    • 13. Februar 2020 um 13:43

    Aber selbst da sind ja nicht alle gerettet. Selbst im Shin braucht es eine Hinwendung zu Amida, selbst im Christentum eine Hinwendung zu Gott/Jesus/Maria.
    Und im Dogen Zen braucht es eine Hinwendung zum Sitzen auf dem Kissen. Meiner Meinung nach ist die Betonung von Zazen im Dogen Zen stärker als im frühen Ch'an.

    (Uchiyamas Betonung von allen Menschen müssen gerettet werden, ist für mich Unsinn. Wieso müssen sie? Muss überhaupt jemand gerettet werden? Geht nicht da schon seine Nicht-Differenzierung flöten? Liegt nicht im Grundgedanken: Alle müssen gerettet werden, die Auch geht so für mich eine der Stärken des Soto verloren, die Nichtzielorientiertheit, Absichtslosigkeit (die ich dann aber nicht als grundlegendes Merkmal einer Religion, sondern eher als Nähe zum Daoismus deuten würde).

    Ansonsten ist die Frage, inwieweit man das auch als Buddhismuskritik lesen kann. Weil da werden ja Unterschiede im Karma etc. betont. Vor allem wäre dann die Lehre von den Icchantikas, also die Lehre, das es Wesen gibt, die nie Erleuchtung erlangen können aus dem Nirvanasutra und anderen.

    Ansonsten denk ich oft, es ist gar nicht so wichtig, was man macht, sondern eher wie. Hisamatsus Grundkoan scheint mir nicht mehr zielorientiert als Muhos Zazen als Weg zum Glück. :roll:

  • Dogen Zen als Religion (Uchiyama Kosho Roshi)

    • Daoist
    • 13. Februar 2020 um 08:32

    Meint der Begriff Dogen Zen auch eine Abgrenzung von der chinesischen Form des Soto Zen? Es gibt (wenn ich mich recht erinnere, hab ich in Guido Kellers Blog so was gelesen) auch Kritik an Dogen aus Sicht eines am frühen chinesischen Zen (Ch'an - Caodong) orientierten.

    Die andere Frage ist, ob Uchiyama hier nicht einen Großteil des Buddhismus (vielleicht von Amida-Buddhismus ausgenommen) dann als areligiös ansieht. Ebenso Christentum, Islam, Judentum. Da ist die Frage, ob ich da die Religion-Definition zu sehr auf meine Gruppierung zuschneide.

  • Hat Buddha den Mönchsorden erfunden?

    • Daoist
    • 13. Februar 2020 um 08:11

    Mahaviras Orden war auf jeden Fall früher als Buddhas. Es gibt sogar die Theorie, dass Buddhas Silas in Anlehnung an Mahaviras Regeln entstanden (Falls es so sein sollte, so hat Buddha sie aber erstmal entschärft). Obwohl es schwer vorstellbar ist, das Mahavira mehr Regeln für seinen Orden schuf als Buddha, aber das hat sich ja auch erst nach und nach angesammelt. Ob das wirklich so sinnvoll ist, alles und jedes regeln zu wollen, ist noch 'ne andere Frage. (Und hat sicher auch aus heutiger Sicht problematische Punkte, wie das Nichtzulassen von Kranken). Zudem wird Mahavira unter anderen Namen auch im Palikanon erwähnt (als Nigantha Nataputta).
    Ich nehme an, dass die upanischadischen Richtungen nicht ganz so deutliche Regeln hatten und zum Teil auch andere (z.B. dass sie einige sich das Haar nicht scheerten), und wie durchorganisiert das war, aber ich glaube, dass Buddhas Organisationsform eine zu seiner Zeit allgemein übliche war. Aber er ging auf jeden Fall auch mit Abkehr von der Welt, Leidenschaftslosigkeit, Ehelosigkeit, moralischem Handeln etc. einher. Scheint also durchaus einige Ähnlichkeiten mit Buddhas Orden gehabt zu haben. Ich seh da weniger organisatorische, als inhaltliche Unterschiede (Atman/Jiva bzw. dessen Leugnung, Askese oder nicht).

  • Als Buddha mit Rassisten sprach

    • Daoist
    • 9. Februar 2020 um 17:17

    Waren nicht die arischen Einwanderer/Eroberer eher höherkastisch und die Ureinwohner Unberührbare? Das wäre dann schon rassistisch.
    Inzwischen ist es ja eher ein weiß nicht sagt man da auch rassistisch zwischen Hindus und Moslems. So ein Wort wie religiosistisch gibts ja nicht. Aber eine Ausgrenzung anhand der Religionszugehörigkeit ist auch nicht besser.

  • Besuch Won-Tempel

    • Daoist
    • 8. Februar 2020 um 19:56

    Sie legen wohl auch einen großen Wert auf Einhaltung von Regeln/Silas (z.B. kein Alkohol/kein Nikotin). Bei jedem Besuch im Tempel muss man seine Verfehlungen bekennen. Das kenn ich sonst aus dem Zen nicht so. Das Nehmen der Silas gibt es sicherlich, aber ich muss nicht beichten, wenn ich mal ein Bier getrunken hab. (In Buddhas Orden gab es das aber glaub ich auch einmal im Monat oder so ein Beichtritual). Da kommt mir die katholische Beichte ja schon fast libertär vor.
    Ich stelle mir das organisatorisch schwierig vor, wenn da erst mal Hunderte zum Priester (oder wie es da immer heißen mag) gehen, um ihre Verfehlungen zu bekennen.

    Ansonsten kann man bei YouTube etliche Videos finden, auch zur Verehrung des Il-Won-Sang.

  • Besuch Won-Tempel

    • Daoist
    • 8. Februar 2020 um 14:32

    Was ich gelesen hab, ist es einerseits koreanische Nembutsu-Praxis, dann eine Art Zazen, wie ich es aus dem Neokonfuzianismus und von Graf von Dürckheim kenne (Konzentration auf Dantien/Hara), dann tägliche Lektüre der Won-Schriften und tägliche Tagebuchführung sowie soziale Praxis, Dharmavorträge, Gespräche, Besprechung von Zweifelsfragen. Ansonsten scheint noch der Glaube an und Verehrung des Il-Won-Sang, des Kreises als Symbol des Dharmakaya-Buddhas (Im Gegensatz zum Zen ein geschlossener Kreis, für mich wirkt es steriler, undynamischer), gleichzeitig auch der Urgrund aller Dinge, wichtig zu sein (Erinnert ein wenig an die Verehrung des Gohonzons im Nichiren-Buddhismus, da hat es aber noch eine andere Funktion). Auch wird noch so ne Art Qi Gong praktiziert. Auch scheint mir die konfuzianische Elternliebe einen großen Stellenwert zu haben.

    Mein erster Eindruck ist, es ist so ne Art Obaku-Shu-Zen mit starken neokonfuzianischem Einfluss plus Verehrung des Il-Won-Sang. (Allerdings ist die Praxis des Nembutsu im koreanischen Son nichts ungewöhnliches).

    Eine interessante Quelle findest du hier.

    Bin aber auch auf Dae Kyongs Eindrücke gespannt.

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  • Ist das Meditation

    • Daoist
    • 6. Februar 2020 um 20:37

    Etwas, was für mich einmal hilfreich war, ist eine Aussage von Shengyan:

    [lz]

    Sei weich in deiner Übung. Denk dir den Weg als einen feinen, silbernen Strom, keinen tosenden Wasserfall. Folge dem Strom, habe Zuversicht in seinen Lauf. Er wird seine eigene Bahn gehen, mäandert hier, rieselt dort. Er findet die Rinnen, die Spalten, die Einschnitte. Folge ihm bloß. Lass ihn nie aus dem Blick. Er wird dich ergreifen.[/lz]

  • The Nichiren Mandala Study Workshop

    • Daoist
    • 5. Februar 2020 um 00:04

    Ein paar Sachen findet man auch unter Academia.edu - Share research

  • Ist das Meditation

    • Daoist
    • 4. Februar 2020 um 14:30

    Ich fand P. Sloterdijks Beschreibung von Meditation als den Schwebepunkt zwischen innen und außen als sehr treffend. Praktiken, die den Punkt zu sehr nach innen verschieben, fand ich als wenig nützlich.

    Des Weiteren finde ich die Haltung als wichtig. Das Becken ein wenig nach vorn schieben und entspannt gerade sitzen.
    Außerdem war die Höhe des Sitzkissens wichtig. Ich hab da etliches herausgenommen.
    Auch Zhan Zhuang - eine Meditationsform im Stehen - half mir, besser zu sitzen. Zudem gibt es ein paar Yoga-Übungen, die das Becken entlasten lernen und die Beine strecken, sie können hilfreich sein. Manche empfehlen auch regelmäßiges Schwimmen.

    Ansonsten fand ich es immer gut, den Geist nicht so als wichtig zu nehmen. Insgesamt scheint mir, die Vorstellung, nicht denken zu wollen, kontraproduktiv zu sein. Überhaupt scheint ein Wollen überhaupt das Sitzen (oder Stehen oder Gehen) zu erschweren.

  • Ist der Buddhismus zu lieb?

    • Daoist
    • 30. Januar 2020 um 14:25
    void:

    Im Herzsutra (in der Übersetzung von Thich Nah Tanh) heißt es:

    [lz]

    Bodhisattvas, die sich in der Einsicht üben,

    die uns an das andere Ufer bringt,
    sehen keine Hindernisse mehr in ihrem Geist,
    und weil es keine Hindernisse mehr in ihrem Geist gibt,
    können sie alle Angst überwinden,

    [/lz]

    I

    Kannst du das mal mit den anderen Übersetzungen schaun, wessen das da entspricht? Ich nehme an, es ist dies hier:


    [lz]

    Weil es nichts zu erreichen gibt, leben Bodhisattvas Prajna Paramita und ihr Geist ist unbeschwert und frei von Angst.[/lz]


    bzw.
    [lz]

    Daher, Sariputra, weil die Bodhisattvas kein Erlangen haben, verweilen sie mittels Prajnaparamita. Weil es keine Verdunklung des Geistes gibt, gibt es keine Angst. [/lz]


    bzw.[lz]

    Nach dieser Weisheit, dass es nichts zu verwirklichen gibt, streben die Suchenden. Darum ist kein Schleier vor ihren Herzen und keine Angst.[/lz]



    material_herzsutras.pdf

    Ich hab (wie so oft) den Eindruck, daß TNH das wichtigste unterschlägt. Ansonsten ist unbeschwert und frei von Angst eher zwei verschiedene Umschreibungen des selben Zustands, hab ich so den Eindruck. (Zumal es immer schlau ist, verschiedene Übersetzungen zu vergleichen).

  • Ist der Buddhismus zu lieb?

    • Daoist
    • 29. Januar 2020 um 23:58

    Wie beseitigt es mein Leid (oder das eines Bauern in Afrika), daß du den 8-fachen Pfad gehst?

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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