1. Übersicht
  2. Forum
  3. Lexikon
  • Anmelden
  • Registrieren
  • Suche
Dieses Thema
  • Alles
  • Dieses Thema
  • Dieses Forum
  • Seiten
  • Forum
  • Lexikon
  • Termine
  • Erweiterte Suche
  1. Buddhaland Forum
  2. Buddhismus
  3. Anfängerbereich

Buddhistische Weiterbildung, Ausbildung

  • Jobrisha
  • 2. Juni 2012 um 22:02
  • Zum letzten Beitrag
  • Bambus
    Punkte
    3.690
    Beiträge
    706
    Mitglied seit
    24. Dezember 2009
    • 4. Juni 2012 um 06:58
    • #26

    Liebe Onyx, das hast Du nicht geschrieben, ich habe es lediglich so gelesen. Meine ganz ureigenste Projektion:

    !Vorsicht Satire!

    Onyx9:

    Als IslanmistIn muss man das auf allein demokratischen "Werten" begründete Politiksystem grundsätzlich zurückweisen.
    Der Grundsatz im islamischen System ist immer der Koran. Wo das nicht geht, gilt es die eigenen (..) Begehrlichkeiten auf das existenziell Notwendigste zurückzuschrauben und dieses nur über die Einhaltung der Gebote zu erlangen.
    Es geht nicht, eine Anpassung an ein unheilsames Politiksystem mit dessem Dasein zu legimatisieren und dieser Anpassungsleistung ein Ideal entgegenzustellen (..) .

    Ich hoffe den Moslems nicht durch meine verzerrte Darstellung unrecht getan zu haben. Aber so etwas ähnliches wie das von mir geänderte kam mir beim Lesen in den Sinn. Fundamentalismus pur. Alle möglichen Vorurteile bestätigt.

    Was ist an der "erschreckenden" Darstellung einer Sicht eines Islamisten schlimmer als an der des "guten" Buddhisten? Beide sagen doch im Grunde das Gleiche aus. Mein Glauben, meine Weltsicht ist nicht mit dem aktuellen System vereinbar. Um meinem Glauben/Weltsicht gemäß wirklich angemessen leben zu können muss ich das System von Grund auf ändern. Das wäre nicht nur für mich gut, sondern für alle anderen Menschen auch. Weil es das Beste mögliche System ist und alle davon profitieren würden.

    Wer die um uns herrschenden Gegebenheiten nicht akzeptieren mag muss sie abschneiden. Also als Buddhist Mönch oder Nonne werden oder (vergeblich) auf der Welt einen passenderen Platz suchen. Wer das nicht will muss sich arrangieren. Versuchen im Kleinen zu ändern was seiner Meinung, Lebenseinstellung oder Glauben nicht entspricht. Zu wollen was nicht realistisch ist (grundsätzliche Änderung des herrschenden Wirtschaftssystem auf der Welt) kann nur unzufrieden oder radikal machen. Sich passiv abzufinden - man kann ja eh nichts ändern - ist genau so wenig heilsam. Die Lösung liegt, wie der Buddha ja schon gelehrt hat, in der Mitte. Wie genau die aussieht muss und kann jeder nur für sich selber entscheiden.

    Liebe Grüße

    Bambus

    Von mehreren Theorien, die die gleichen Sachverhalte erklären, ist die einfachste allen anderen vorzuziehen.

    Die Leute von denen Du am meisten lernen kannst sind die mit denen Du nicht einer Meinung bist.

  • malsehen
    Reaktionen
    4
    Punkte
    6.359
    Beiträge
    1.266
    Mitglied seit
    17. Mai 2012
    • 4. Juni 2012 um 07:10
    • #27

    Möglicher- und unerfreulicherweise kann das jetzt mit dem Islamismus im Kontext ein unschönes Gehacke ergeben. :(
    Und doch – ein sehr, sehr schöner Input.
    Bitte nur als Apell nehmen, sich und seine eigenen Beseeltheiten und die daraus abgeleiteten Handlungsimpulse im Verhältnis zu einem System zu betrachten.
    Der Vergleich zum Islamismus ist hier nur Platzhalter und nicht das von mir zuvor gemeinte System!
    Man möge sich jetzt bitte nicht gegen des Islamismus abgrenzen.

    Wesentliche Frage ist:
    Ist mein »Gut« besser als das Anderer, habe ich einen übergreifenden Anspruch auf die Durchsetzung/Verbreitung dieser Ideale und wenn überhaupt, wie?
    Wie gesagt – sehr sehr schöner Anstoß zur Selbstbetrachtung.


    Hochachtungsvoll
    Mal Sehen

  • Bambus
    Punkte
    3.690
    Beiträge
    706
    Mitglied seit
    24. Dezember 2009
    • 4. Juni 2012 um 07:13
    • #28
    malsehen:

    Ist mein »Gut« besser als das Anderer, habe ich einen übergreifenden Anspruch auf die Durchsetzung/Verbreitung dieser Ideale und wenn überhaupt, wie?

    Genau darum geht es. Vielen Dank für Deinen Hinweis, malsehen.

    Von mehreren Theorien, die die gleichen Sachverhalte erklären, ist die einfachste allen anderen vorzuziehen.

    Die Leute von denen Du am meisten lernen kannst sind die mit denen Du nicht einer Meinung bist.

  • malsehen
    Reaktionen
    4
    Punkte
    6.359
    Beiträge
    1.266
    Mitglied seit
    17. Mai 2012
    • 4. Juni 2012 um 08:04
    • #29

    Muss ich mich mal selbst zitieren … :?

    malsehen:

    Wesentliche Frage ist:
    Ist mein »Gut« besser als das Anderer, habe ich einen übergreifenden Anspruch auf die Durchsetzung/Verbreitung dieser Ideale und wenn überhaupt, wie?


    Und wenn schon wieder auf die bösen Worte »mein« und »ich« eingestiegen werden möchte … Wenn ich die aus der Frage rausdestilliere, wird die Frage absurd, ergo löst sich sowieso der Anspruch auf jegliche Durchsetzung und Verbreitung eines Ideales auf.
    Wenn die Auflösung dieser Begriffe das Ziel ist, wäre es also möglicherweise schon absurd, auf dem Weg dahin mit dem Konzept der Durchsetzung/Verbreitung zu handeln. :!:


    Hochachtungsvoll
    Mal Sehen

  • monikamarie
    Gast
    • 4. Juni 2012 um 09:15
    • #30

    Guten Morgen Bambus,
    der Vergleich ist durchaus angebracht, jedoch geht er völlig an dem vorbei, was überzeugte Christen, Moslems, Hindus und Buddhisten u.a. miteinander verbindet. Nämlich die Tatsache, dass in all ihren Grundsätzen - wenn sie nicht missbräuchlich interpretiert werden - das Mitgefühl, der Dienst und eine von höherer Warte aus betrachtete "Gesetzgebung" verankert ist. Zum Beispiel gilt das auch für überzeugte Christen, die im 2. Weltkrieg den Wehrdienst verweigerten und dafür ins KZ kamen. Insofern haben auch alle Recht, die sich an ihre Grundsätze halten, sie stimmen nämlich in der Essenz überein. Wir schreiben ja hier nicht aus der Sicht einer unheilsamen Ausrichtung.

    Was Onyx richtigerweise und perfekt zum Ausdruck brachte ist doch, dass ich für mich selbst einen Weg finden muss, kann, darf, der frei ist von der Sorge um niedrige Löhne, Ausbeutung oder - umgekehrt - Gier. Auch hat natürlich Doris Recht mit ihrer Argumentation. Andererseits springen gern manche auf diesen Zug der Ausbeutung, die dazu gar keine Veranlassung haben und halten lieber die Hand auf. Deshalb gilt auch hier wieder der Mittlere Weg - und den muss jeder für sich selbst finden. Wenn ich zum Beispiel einfach gerne meinen Mann "bediene" und alles tue, damit er froh und glücklich ist, so mag eine andere Frau mich für eine dumme Kuh halten. In Wirklichkeit tue ich nur, was ich kann und gern tue.

    Für mich gilt der Grundsatz, so weit wie möglich meinen Nächsten die Bürde zu erleichtern, wenn nicht sogar abzunehmen. Allerdings braucht es hierfür Kapazität und die hab ich durch meine Praxis in den letzten 20 Jahren erhalten.
    _()_ Monika

  • Onyx9
    Gast
    • 4. Juni 2012 um 09:26
    • #31

    Lieber Bambus,
    ich sprach vom Wirtschaftssystem; soweit ich weiß beziehen sich radikale Moslems im Wesentlichen auf das Gesellschaftssystem, auf soziale Normen,
    abgesehen vom Zinsnehmen und ähnlichen "Kleinigkeiten". Auch liegt es jenseits meiner Möglichkeiten, das Wirtschaftssystem zu ändern - das obliegt
    der Bewußtseinsgestaltung und Handlungsänderung einer gewissen Anzahl von Personen, der Mehrheitsgesellschaft sozusagen.
    Als radikale :grinsen: Buddhistin sage ich nur: Gebt dem Kaiser was des Kaisers ist und Gott was Gottes ist. Oder: Sammle Dir keine Schätze auf Erden, wo sie von Rost und Motten gefressen werden. Das ist jetzt sehr christlich. Ich bitte vielmals um Vergebung, wo nicht angemessen, um ein Strafgericht :lol:

    Euch allen einen friedfertigen Tag !

  • Bambus
    Punkte
    3.690
    Beiträge
    706
    Mitglied seit
    24. Dezember 2009
    • 4. Juni 2012 um 09:38
    • #32
    monikamarie:

    der Vergleich ist durchaus angebracht, jedoch geht er völlig an dem vorbei, was überzeugte Christen, Moslems, Hindus und Buddhisten u.a. miteinander verbindet. Nämlich die Tatsache, dass in all ihren Grundsätzen - wenn sie nicht missbräuchlich interpretiert werden - das Mitgefühl, der Dienst und eine von höherer Warte aus betrachtete "Gesetzgebung" verankert ist. Zum Beispiel gilt das auch für überzeugte Christen, die im 2. Weltkrieg den Wehrdienst verweigerten und dafür ins KZ kamen. Insofern haben auch alle Recht, die sich an ihre Grundsätze halten, sie stimmen nämlich in der Essenz überein. Wir schreiben ja hier nicht aus der Sicht einer unheilsamen Ausrichtung.

    Das sagst Du :D

    Und natürlich hast Du recht. Aber auch der radikale Wasauchimmer ist felsenfest davon überzeugt das Richtige zu tun. Er wird nicht der Meinung sein einer "unheilsamen Ausrichtung" zu folgen.

    Einfach zu sagen wir interpretieren Buddhas Lehre nicht missbräuchlich. Aber haben wir damit immer recht? Diese Frage muss sich jeder einzelne stellen. Wieder und wieder.

    Aber ich schweife ab. Entschuldigt, dass ich den Thread doch recht weit weg vom Thema Ausbildung bewegt habe.

    Von mehreren Theorien, die die gleichen Sachverhalte erklären, ist die einfachste allen anderen vorzuziehen.

    Die Leute von denen Du am meisten lernen kannst sind die mit denen Du nicht einer Meinung bist.

  • Doris
    Reaktionen
    431
    Punkte
    27.521
    Beiträge
    5.357
    Mitglied seit
    25. März 2012
    • 4. Juni 2012 um 10:33
    • #33

    Mag sein, dass ich von einigen nicht als "gute Buddhistin" betrachtet werde. Das spielt für mich aber keine Rolle. Ich will mich nicht an Regeln halten, die ich nicht selbst für mich erarbeitet habe und nur, damit sie mit einer Ideologie konform gehen. Mir sind die Menschen wichtiger als eine Religion und deren Regeln oder vermeintlichen Regeln und ich entscheide von Fall zu Fall. Ich kann auch nirgendwo diese Dualität erkennen: hier Buddhismus – da das System. Ich bin Teil des Systems und werde nie etwas anderes sein können. Nicht mal auf dem Mars. Für Manche mag das frustrierend sein, für mich nicht, weil ich nicht erwarte, dass ich was verändere, dass ich andere verändere. Ich bin kein bisschen besser als ein Herr Ackermann und werde es nie sein. Das kann erst mal weh tun, wenn das erkannt wird, die ganze Illusion, die tolle Vorstellung von sich selbst fällt in sich zusammen. Ich kann nur keinen Nutzen darin erkennen, mich zu belügen. Ich lebe einfach ein Leben, mein Leben, so perfekt und unperfekt, wie es ist, das ist perfekt genug. Allein mein Körper ist aggressiv, wenn es um sein Überleben geht, er bekämpft täglich Millionen von Wesen, innerhalb und außerhalb. Daran kann ich nichts ändern. Was also unterscheidet mich von einem Söldner im Kongo?

    Liebe Grüße
    Doris – Knochensack

    Moderator, vielleicht könnte man den Thread schon weiter oben abtrennen und verschieben? Ist ja seit langem schon OT.

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Jobrisha
    Gast
    • 4. Juni 2012 um 11:23
    • #34

    Also von meiner Seite - habe ja den Thread eröffnet, kann gerne hier weiter diskutiert werden, ich finde es immer noch Themenbezogen.
    Ich finde eure Ansichten sehr spannend und halte gerade inne um zu lesen...

  • monikamarie
    Gast
    • 4. Juni 2012 um 11:41
    • #35

    Da ich schon auf allen möglichen spirituellen Wegen unterwegs war, kann ich mit Sicherheit davon berichten, dass sie sich in keiner Weise von meinem humanistischen Gedankengut unterschieden und ich - egal wie blumig sie von außen wirken - mit beiden Beinen auf der Erde stehen blieb.
    Insofern entscheide auch ich von Fall zu Fall, sozusagen verankert im JETZT und nicht als Programm ... ;)

    Überall habe ich dieselben ethischen Grundsätze gefunden. Alle führen auf das EINE zurück und bieten Möglichkeiten, das Leben mit seinem Herzen zu erfassen - s. meine Signatur und die Worte Jesu: "Da wo Dein Herz ist, da wird Dein Schatz sein!"

    _()_ Monika

    Einmal editiert, zuletzt von Anonymous (4. Juni 2012 um 11:46)

  • monikamarie
    Gast
    • 4. Juni 2012 um 11:43
    • #36
    Bambus:

    ...
    Das sagst Du :D

    Und natürlich hast Du recht. Aber auch der radikale Wasauchimmer ist felsenfest davon überzeugt das Richtige zu tun. Er wird nicht der Meinung sein einer "unheilsamen Ausrichtung" zu folgen.
    ...

    Auch ein Mensch, der einen anderen aus persönlichen Beweggründen ermordet, mag felsenfest von der Richtigkeit seiner Handlung überzeugt sein. Wie extrem müssen wir denn argumentieren, um Recht zu behalten? :lol:

  • Doris
    Reaktionen
    431
    Punkte
    27.521
    Beiträge
    5.357
    Mitglied seit
    25. März 2012
    • 4. Juni 2012 um 11:47
    • #37
    Zitat

    Auch hat natürlich Doris Recht mit ihrer Argumentation. Andererseits springen gern manche auf diesen Zug der Ausbeutung, die dazu gar keine Veranlassung haben und halten lieber die Hand auf.

    Liebe Monikamarie,

    ich verstehe nicht, wie Du das aus meinem Post herauslesen konntest.

    Liebe Grüße
    Doris - Knochensack

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Dorje Sema
    Gast
    • 4. Juni 2012 um 11:58
    • #38
    Zitat

    Doris Rasevic-BenzAllein mein Körper ist aggressiv, wenn es um sein Überleben geht, er bekämpft täglich Millionen von Wesen, innerhalb und außerhalb. Daran kann ich nichts ändern. Was also unterscheidet mich von einem Söldner im Kongo?
    Liebe Grüße
    Doris – Knochensack

    Liebe Doris,

    Deine bewusst gefasste zu denkende und fühlende Motivation, vertrau mir ich weiß als einstiger Herold wovon ich schreibe.
    Es ist Dein Motiv das entscheidet, es ist dieses Motiv (Bodhicitta) dass ausreichend geschult und weiter gebildet die Haltung kultiviert, (sit-zen) im Geist als Vollendung der zwei Formkörper als wie das erlangen des Wahrheitskörpers. Bitte weiter so. :!:

    Lebe lange gesund & in Frieden

    _()_ Nomad

  • monikamarie
    Gast
    • 4. Juni 2012 um 11:59
    • #39
    Doris Rasevic-Benz:
    Zitat

    Auch hat natürlich Doris Recht mit ihrer Argumentation. Andererseits springen gern manche auf diesen Zug der Ausbeutung, die dazu gar keine Veranlassung haben und halten lieber die Hand auf.

    Liebe Monikamarie,

    ich verstehe nicht, wie Du das aus meinem Post herauslesen konntest.

    Liebe Grüße
    Doris - Knochensack

    Das wirkt auf Dich nur so - leider. Ich habe das nicht aus Deinem Post rausgelesen, liebe Doris, ich habe Dir lediglich mit Deiner Argumentation Recht gegeben:

    Zitat

    Und klar, so macht man den Markt kaputt – da muss man sich nichts vormachen. Gerade im sozialen Bereich ist das brandgefährlich, da kommt jeder und drückt die Löhne mit dem Hinweis, dass man doch sozial sein soll, wenn man schon einen sozialen Beruf hat. Ich kenne das aus meinem Beruf ebenfalls. Wie oft erlebe ich, dass die Leute kaum mehr was zahlen wollen für meine Arbeit. Und so kommt es, dass Menschen mit einem Job nicht mehr zurecht kommen, beim Staat was zusätzlich beantragen müssen … . Ich mache da nicht mit und lehne Arbeit ab, die unterbezahlt ist.

    Der nächste Satz beruht auf Erfahrungen meinerseits mit - nicht wenigen - Mitmenschen, die - auch das hast Du ja an anderer Stelle geschrieben - zum rechten Lebenserwerb fähig sind, aber nicht wollen - aus was für Gründen auch immer.

    Entschuldige also bitte, wenn ich so missverständlich rüberkomme.
    _()_ Monika

  • Doris
    Reaktionen
    431
    Punkte
    27.521
    Beiträge
    5.357
    Mitglied seit
    25. März 2012
    • 4. Juni 2012 um 12:10
    • #40
    Zitat

    Der nächste Satz beruht auf Erfahrungen meinerseits mit - nicht wenigen - Mitmenschen, die - auch das hast Du ja an anderer Stelle geschrieben - zum rechten Lebenserwerb fähig sind, aber nicht wollen - aus was für Gründen auch immer.

    Ahh, jetzt fällt der Groschen!
    Nein, nein! Ich schreib nichts vom rechten Lebenserwerb, sondern davon, dass es Leute gibt, die nicht angemessen zahlen wollen (und letztendlich dann wegen der niedrigen Preise nicht mehr können), so dass sich die zu Bezahlenden nicht mehr von ihrer Arbeit selbst ernähren können. Die "kleine Friseuse" kann ja nichts dafür, dass sie von den 3,50 Euro in der Stunde nicht mal die Miete für ein Zimmer bezahlen kann und die Gemeinschaft was drauflegen muss. Das wollte ich ausdrücken, nicht über Leute klagen, die nicht arbeiten wollen. Ich plädiere für Gehälter und Bezahlungen, die leistungsgerecht sind und jedem die Möglichkeit geben ein würdiges Leben zu führen und für die Verantwortung, die jeder dabei trägt.

    Liebe Grüße
    Doris - Knochensack

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Jobrisha
    Gast
    • 4. Juni 2012 um 13:15
    • #41
    Doris Rasevic-Benz:
    Zitat

    Der nächste Satz beruht auf Erfahrungen meinerseits mit - nicht wenigen - Mitmenschen, die - auch das hast Du ja an anderer Stelle geschrieben - zum rechten Lebenserwerb fähig sind, aber nicht wollen - aus was für Gründen auch immer.

    Ahh, jetzt fällt der Groschen!
    Nein, nein! Ich schreib nichts vom rechten Lebenserwerb, sondern davon, dass es Leute gibt, die nicht angemessen zahlen wollen (und letztendlich dann wegen der niedrigen Preise nicht mehr können), so dass sich die zu Bezahlenden nicht mehr von ihrer Arbeit selbst ernähren können. Die "kleine Friseuse" kann ja nichts dafür, dass sie von den 3,50 Euro in der Stunde nicht mal die Miete für ein Zimmer bezahlen kann und die Gemeinschaft was drauflegen muss. Das wollte ich ausdrücken, nicht über Leute klagen, die nicht arbeiten wollen. Ich plädiere für Gehälter und Bezahlungen, die leistungsgerecht sind und jedem die Möglichkeit geben ein würdiges Leben zu führen und für die Verantwortung, die jeder dabei trägt.

    Liebe Grüße
    Doris - Knochensack

    Es kann sein, das ich mich jetzt so richtig unbeliebt mache:

    Liebe Doris

    Gilt das von dir geschriebene für Jedermann/Frau oder nur für Leute die in das gängige Gesellschaftsbild vom "gutem Mittelstand" passen?
    Nun ich kenne eine ehemalige Prostituierte, ich glaube nicht das ihr Leben auch nur in ein Bild passen würde, das du hier beschreibst.

    Die Verantwortung die jeder dabei trägt ist so individuell wie ein Mensch selbst, sie wird geprägt durch seine Herkunft, seinem sozialen Stand, teils durch seine Intelligenz und teils durch seine Möglichkeiten innerhalb der Nationalität in der er aufgewachsen ist. Ich könnte meinen Weg (hätte ich keine Partnerin die mich unterstützt) NIE gehen, ohne sozialer Hilfe, das gebe ich offen zu. Macht mich das dann zu einen Schmarotzer innerhalb dieser Gesellschaft?

    Ich denke nicht, denn genau das ist das Prinzip von Mitgefühl: Als soziale Ader innerhalb eines Staates zumindest teilweise die Buddhanatur zu leben bedeutet, andere Menschen (nicht nur) finanziell - aus ganz unterschiedlichen Gründen - zu unterstützen, damit sie innerhalb der Gesellschaft überleben können. Hier darf es nicht darum gehen, zu selektieren, und zu werten.

    Wenn ich also lese die "kleine Friseurin", dann muss ich sehr an meiner Gelassenheit üben.

    Ich lese oft das Wort: "Wollen" in deinen Postings. Ich habe dich schon einmal gefragt warum du pauschalisierst. Wie kannst du wirklich wissen, ob jemand will oder kann? Ich bin der Meinung das man keinen Menschen so ganz und gar kennt, um solch eine Aussage treffen zu können. Denn die meisten Menschen leben ihr Leben im Geheimen, sie offenbaren sich vielleicht mal ihrer Familie, das war es aber auch schon. Ich sehe niemanden an der Nasenspitze an, was er von Beruf ist, oder ob Schulden hat, Harz 4 bezieht, es ist mir auch ganz ehrlich egal, ich mach da keine Unterschiede.

    Was ist es, was dich vermuten lässt, das so viele Menschen zwar könnten, wenn sie wollten, aber nicht wollen, obwohl sie können...???
    Und tritt da überhaupt noch Buddha in all den Überlegungen auf .

    Liebe Grüße von Jo

  • Bambus
    Punkte
    3.690
    Beiträge
    706
    Mitglied seit
    24. Dezember 2009
    • 4. Juni 2012 um 13:25
    • #42
    Jobrisha:

    Was ist es, was dich vermuten lässt, das so viele Menschen zwar könnten, wenn sie wollten, aber nicht wollen, obwohl sie können...???

    Das lese ich aus Doris Beiträgen nicht heraus. Aber ich will ihr nicht vorgreifen und ihren Post erklären. (Was ich dann aber doch irgendwie mache ;) )

    Ich verstehe sie so, dass sie kritisiert wenn Leute die es sich leisten können, bewusst kostenfreie Vorträge und Kurse besuchen um Geld zu sparen. Die dankbar kostenfreie Angeboten annehmen aber nicht bereit sind ihren möglichen Beitrag zur Unterstützung dieser kostenfreien/günstigen Angebote z.B. durch Spenden zu leisten.

    Von mehreren Theorien, die die gleichen Sachverhalte erklären, ist die einfachste allen anderen vorzuziehen.

    Die Leute von denen Du am meisten lernen kannst sind die mit denen Du nicht einer Meinung bist.

  • Jobrisha
    Gast
    • 4. Juni 2012 um 13:31
    • #43
    Bambus:
    monikamarie:

    der Vergleich ist durchaus angebracht, jedoch geht er völlig an dem vorbei, was überzeugte Christen, Moslems, Hindus und Buddhisten u.a. miteinander verbindet. Nämlich die Tatsache, dass in all ihren Grundsätzen - wenn sie nicht missbräuchlich interpretiert werden - das Mitgefühl, der Dienst und eine von höherer Warte aus betrachtete "Gesetzgebung" verankert ist. Zum Beispiel gilt das auch für überzeugte Christen, die im 2. Weltkrieg den Wehrdienst verweigerten und dafür ins KZ kamen. Insofern haben auch alle Recht, die sich an ihre Grundsätze halten, sie stimmen nämlich in der Essenz überein. Wir schreiben ja hier nicht aus der Sicht einer unheilsamen Ausrichtung.

    Das sagst Du :D

    Und natürlich hast Du recht. Aber auch der radikale Wasauchimmer ist felsenfest davon überzeugt das Richtige zu tun. Er wird nicht der Meinung sein einer "unheilsamen Ausrichtung" zu folgen.

    Einfach zu sagen wir interpretieren Buddhas Lehre nicht missbräuchlich. Aber haben wir damit immer recht? Diese Frage muss sich jeder einzelne stellen. Wieder und wieder.

    Aber ich schweife ab. Entschuldigt, dass ich den Thread doch recht weit weg vom Thema Ausbildung bewegt habe.

    Nein du schweifst gar nicht ab, ich finde diesen Denkanstoß sehr wichtig.
    Wir gehen doch von dem aus, was wir als "Gut" definieren und von dem, was wir durch Buddhas Lehre erarbeitet haben.
    Also von dem was wir wissen, oder vermuten, oder denken.
    Was wir nicht wissen, vermuten, oder denken liegt somit noch in einem Bereich der uns verschlossen ist.
    Wir müssen somit immerzu in diesem Leben die Dinge die uns Gestern noch als allgegenwärtig erschienen sind, überprüfen, das ist unser buddhistischer Weg.
    Das ist aber auch schlicht und einfach ausgedrückt: Geistes-Entwicklung.

    Der Mensch entwickelt sich in bestimmten Phasen (genau wie ein Tier, oder eine Pflanze), er hat die Möglichkeit der Entscheidung, er kann unterschiedliche Wege zur gleichen Zeit gehen. Wie er diese Wege für sich interpretiert ist sehr individuell. Wir können den gleichen Satz hören und doch vollkommen anders verstehen.

    Liebe Grüße von Jo

  • Dorje Sema
    Gast
    • 4. Juni 2012 um 13:34
    • #44
    Bambus:
    Jobrisha:

    Was ist es, was dich vermuten lässt, das so viele Menschen zwar könnten, wenn sie wollten, aber nicht wollen, obwohl sie können...???

    Das lese ich aus Doris Beiträgen nicht heraus. Aber ich will ihr nicht vorgreifen und ihren Post erklären. (Was ich dann aber doch irgendwie mache ;) )

    Ich verstehe es so, dass sie kritisiert wenn Leute die es sich leisten können, bewusst kostenfreie Vorträge und Kurse besuchen um Geld zu sparen. Die dankbar kostenfreie Angeboten annehmen aber nicht bereit sind ihren möglichen Beitrag zur Unterstützung dieser kostenfreien/günstigen Angebote z.B. durch Spenden zu leisten.

    Auch Zentren haben laufende Kosten und können bloß existieren wenn diese laufenden wie fix Kosten gegen finanziert werden.
    Wir leben derzeit in einem imho ultrakapitalistischem Zeitgeist, werden Kosten nicht gedeckt kommt es auf die eine oder andere Art und Weise zur Schließung (siehe Konkurs usw.) So einfach ist das. Wem wäre bitte damit gedient ?

    Lebt lange gesund & in Frieden

    _()_ Nomad

  • Jobrisha
    Gast
    • 4. Juni 2012 um 13:42
    • #45
    Bambus:
    Jobrisha:

    Was ist es, was dich vermuten lässt, das so viele Menschen zwar könnten, wenn sie wollten, aber nicht wollen, obwohl sie können...???

    Das lese ich aus Doris Beiträgen nicht heraus. Aber ich will ihr nicht vorgreifen und ihren Post erklären. (Was ich dann aber doch irgendwie mache ;) )

    Ich verstehe sie so, dass sie kritisiert wenn Leute die es sich leisten können, bewusst kostenfreie Vorträge und Kurse besuchen um Geld zu sparen. Die dankbar kostenfreie Angeboten annehmen aber nicht bereit sind ihren möglichen Beitrag zur Unterstützung dieser kostenfreien/günstigen Angebote z.B. durch Spenden zu leisten.

    Ja Bambus, genau das lese ich auch. Die Frage ist aber wie kann man sich sicher sein, das die Leute es sich leisten können, die Beiträge zahlen zu können, Woher kommt diese Sicherheit?
    Das ist es was mich an diesen Beiträgen beschäftigt. Und wie kann ich meine Vergütung aushandeln die sich jedermann leisten kann? Oder muss ich im Vorfeld schon selektieren, heißt nur eine bestimmte Gruppe ansprechen? Und was geschieht dann mit der anderen Gruppe, die zwar interessiert ist, die ich aber im Vorfeld schon aussortiert habe. UND liegt das Ganze dann noch in meiner Verantwortung als Mensch und als Buddhist.

    Liebe Grüße von Jo

  • Jobrisha
    Gast
    • 4. Juni 2012 um 13:47
    • #46
    Nomad:
    Bambus:

    Das lese ich aus Doris Beiträgen nicht heraus. Aber ich will ihr nicht vorgreifen und ihren Post erklären. (Was ich dann aber doch irgendwie mache ;) )

    Ich verstehe es so, dass sie kritisiert wenn Leute die es sich leisten können, bewusst kostenfreie Vorträge und Kurse besuchen um Geld zu sparen. Die dankbar kostenfreie Angeboten annehmen aber nicht bereit sind ihren möglichen Beitrag zur Unterstützung dieser kostenfreien/günstigen Angebote z.B. durch Spenden zu leisten.

    Auch Zentren haben laufende Kosten und können bloß existieren wenn diese laufenden wie fix Kosten gegen finanziert werden.
    Wir leben derzeit in einem imho ultrakapitalistischem Zeitgeist, werden Kosten nicht gedeckt kommt es auf die eine oder andere Art und Weise zur Schließung (siehe Konkurs usw.) So einfach ist das. Wem wäre bitte damit gedient ?

    Lebt lange gesund & in Frieden

    _()_ Nomad

    Naja, darauf gibt es auch Fragen... ganz vorsichtig ausgedrückt:
    Hatte Buddha ein Zentrum?
    Musste er große Statuen ausstellen?
    Hatte er laufende Kosten zu bezahlen?

    Soweit ich es jetzt verstanden habe, werden viele Zentren durch Spenden aufrecht erhalten.
    Ein guter Ansatz um dieser ultrakapitalistischen Welt den (entschuldigt die Gossensprache) Finger zu zeigen.

  • Bambus
    Punkte
    3.690
    Beiträge
    706
    Mitglied seit
    24. Dezember 2009
    • 4. Juni 2012 um 13:54
    • #47

    Hier ist zu unterscheiden zwischen alltäglichem gesellschaftlichen Leben und Vorträgen/Kursen in einem buddhistischen Umfeld.

    Der Dhamma kann nicht verkauft werden. Es gibt viele Lehrer/Gruppen/Zentren die vollständig kostenfrei Kurse und Retreats anbieten. Die nur von Spenden leben. Meist gibt es - nicht an prominenter Stelle - eine Auflistung der tatsächlich anfallenden Kosten und damit verbunden eine Empfehlung für eine Spende. Und das funktioniert. Jeder gibt was er kann, teilnehmen kann so der tatsächlich Arme der gar nichts gibt (geben kann) und der wohlbetuchte der freiwillig den x-fachen Beitrag leistet.

    Solche Bemühungen werden untergraben von "Reichen" die das Angebot gerne nehmen, aber nicht bereit sind ihren Teil zu geben.

    Auf der anderen Seite gibt es buddhistische Angebote die so teuer sind, dass es "Armen" unmöglich gemacht wird sie zu besuchen. Hier liegt die Vermutung nahe - zumindest bei mir :!: - dass sich Einzelne privat bereichern oder Dinge finanziert werden die nicht wirklich notwendig sind.

    Dazwischen gibt es noch die Angebote die moderate Gebühren nehmen. Schlicht aus Planungssicherheit um nicht am Ende als Ausrichter privat mit Schulden dazustehen wenn die erhofften Spenden nicht reinkommen. Oder Kursgebühren mit denen gezielt andere Projekte mitfinanziert werden für die sonst nicht genug hereinkommen würde.

    Gesellschaftliche Aspekte außerhalb des buddhistischen Umfeldes, Mindestlöhne, Grundeinkommen usw. sind ein eigenes Thema.

    Von mehreren Theorien, die die gleichen Sachverhalte erklären, ist die einfachste allen anderen vorzuziehen.

    Die Leute von denen Du am meisten lernen kannst sind die mit denen Du nicht einer Meinung bist.

  • Dorje Sema
    Gast
    • 4. Juni 2012 um 13:54
    • #48
    Jobrisha:
    Nomad:

    Auch Zentren haben laufende Kosten und können bloß existieren wenn diese laufenden wie fix Kosten gegen finanziert werden.
    Wir leben derzeit in einem imho ultrakapitalistischem Zeitgeist, werden Kosten nicht gedeckt kommt es auf die eine oder andere Art und Weise zur Schließung (siehe Konkurs usw.) So einfach ist das. Wem wäre bitte damit gedient ?

    Lebt lange gesund & in Frieden

    _()_ Nomad

    Naja, darauf gibt es auch Fragen... ganz vorsichtig ausgedrückt:
    Hatte Buddha ein Zentrum?
    Musste er große Statuen ausstellen?



    Hatte er laufende Kosten zu bezahlen?

    Soweit ich es jetzt verstanden habe, werden viele Zentren durch Spenden aufrecht erhalten.
    Ein guter Ansatz um dieser ultrakapitalistischen Welt den (entschuldigt die Gossensprache) Finger zu zeigen.

    Alles anzeigen

    Na dann erlese Dir mal bitte die ›Story‹ von Anathapindika dem Wohltäter :idea:

    Lebe lange gesund & in Frieden

    _()_ Nomad

  • Jobrisha
    Gast
    • 4. Juni 2012 um 14:02
    • #49
    Nomad:


    Na dann erlese Dir mal bitte die ›Story‹ von Anathapindika dem Wohltäter :idea:

    Lebe lange gesund & in Frieden

    _()_ Nomad

    Werde ich machen, wenn ich sie finde.
    Ich bin immer bereit meinen Horizont zu erweitern und mein vorhergesagte zu revidieren und zu entschuldigen.

    Alles liebe von Jo

  • Dorje Sema
    Gast
    • 4. Juni 2012 um 14:44
    • #50

    DAS LEBEN VON NACHFOLGERN DES BUDDHA ZU SEINER ZEIT

    ANATHAPINDIKA, DER WOHLTÄTER

    »Das hab ich gehört. Zu einer Zeit weilte der Erhabene zu Savatthi, im Siegerwalde, im Garten Anathapindikas." -Viele Lehrreden beginnen mit diesem Satz, und auf Schritt und Tntt begegnet man so dem Namen Anathapindika. Er bedeutet: 'der den Ungeschützten (a-natha) Almosen (pinda) gibt - und ist der Ehrenname des Hausvaters Sudatta aus der Stadt Savatthi. Wer war er, wie kam er zum Buddha, und wie stand er zur Lehre? In den überlieferten Texten sind vielerlei Aussagen über ihn zu finden.

    1. Wie Anathapindika Anhänger der Lehre w u r d e

    In der Hauptstadt des Reiches Magadha, in Rajagaha, lebte ein reicher Großkaufmann, der Schwager Anathapindikas. Im ersten Jahre nach der Erwachung Siddhattha Gotamas war jener Kaufmann ein gläubiger Laienanhänger des Buddha geworden. Damals bestand der kleine In Rajagaha gebildete Orden noch aus jenen seltenen Menschen, die bald nach dem Vernehmen der vier Heilswahrheiten Heilige, Geheilte, wurden. Als derart Vollendete lebten sie alle völlig Hauslos in der Natur, In Wald und Feld, auf Bergen und in Heuhaufen. Dies sah Anathapindikas Schwager und regte die Mönche an, ihren Meister zu fragen, ob er Wohnungen (Klöster) erlaube.
    Der Buddha gestattete fünf Arten von Wohnstätten für Mönche, vom Kloster (vihara) bis zur Höhle. Als der Kaufmann diese Bewilligung vernahm, baute er binnen kurzem nicht weniger als sechzig Wohnstätten für die Mönche und
    erklärte dazu, er brauche eben noch himmlisches Verdienst. Mit dem Bau jener ersten buddhistischen Klosteranlage war der Grundstein zur Ausbreitung der Lehre gelegt, denn jetzt war es möglich, den Orden als Ausbildungsstätte zu gestalten, um auch jene Menschen zu erziehen, die nicht schon potentielle Heilige waren. (CV VI,l)

    Eines Tages reiste nun Anathapindika, der reichste Großkaufmann von Savatthi, in Geschäften in den Nachbarstaat Magadha und kam auch nach Rajagaha. Sein Weg führte ihn wie stets zuerst zu seinem Schwager, mit dem ihn eine herzliche Freundschaft verband. Als er sein Haus betrat, stellte er mit Verwunderung fest, daß man ihn kaum beachtete. Bisher war er es gewohnt, dass sein Schwager sich seinem Gast ganz widmete und dass die Hausbewohner ihn freudig empfingen. Jetzt aber sah er, daß alle sehr beschäftigt waren und eifrig irgendetwas vorbereiteten. Er fragte seinen emsigen Schwager, was wohl hier bevorstehe: "Eine Hochzeit? Ein großes Opfer? Der Besuch des Königs? " Der Schwager aber erklärte: "Für morgen ist der Mönchsorden mit dem Erwachten an der Spitze bei mir zu Gast geladen."
    Anathapindika horchte auf: "Sagtest du, der Erwachte?"
    , "Gewiss", antwortete der Schwager, "morgen kommt der Erwachte." Und noch ein zweites und drittes Mal fragte Anathapindika: "Sagtest du, der Erwachte? " Dann sprach er tief aufatmend: "Schon dieser Wortklang ist selten in der Welt - 'ein Erwachter', kann man ihn wohl sehen? " Der Schwager erwiderte, heute sei nicht die Zeit, aber morgen.
    Erwartungsvoll, von vielerlei Empfindungen und Gedanken bewegt, legte sich Anathapindika schlafen. Aber dreimal wachte er in der Nacht auf und dachte, es sei schon heller Tag. So groß war seine Vorfreude. Noch vor Morgengrauen erhob er sich und ging aus der Stadt hinaus zum Kloster. Im Finsteren aber befiel ihn Angst, Zweifel stiegen in ihm auf, seine weltlichen Triebe wollten ihn zum Umkehren bewegen; aber eine innere Stimme sagte ihm, dass Hingehen besser sei als Umkehren. Und so schritt er entschlossen durch die Nacht Nach einer Weile sah er in der Dämmerung eine Gestalt still auf-und abgehen. Er verhielt seinen Schritt Da sprach ihn jener mit unsagbar wohlklingender Stimme an' "Komm Sudatta!" Anathapindika erschrak bei dieser Anrede, denn hier kannte ihn niemand mit seinem ursprünglichen Namen. Er war nur als Anathapindika bekannt Anathapindika war nun gewiss, daß er vor dem Erwachten stand. Überwältigt von der Größe der Begegnung fiel er dem Erhabenen zu Füßen und fragte ihn stammelnd, ob es ihm wohlergehe. Schon in der Antwort auf diese konventionelle Frage trat Anathapindika ein Hauch des ganz anderen, Heiligen, entgegen. Der Erwachte erwiderte, den Geheilten gehe es immer wohl sie hätten alle Möglichkeiten des Leidens abgetan. . ,
    Und dann sprach der Erwachte, ihn stufenweise einführend, mit ihm vom Geben, von der Tugend, von himmlischer Welt, vom Elend des Bedürftigseins und vom Wohl des Loslassens. Als der Erhabene merkte, daß Anathapindika, der Hausvater, im Herzen bereitsam, geschmeidig, unbehindert, aufgerichtet, heiter geworden war, gab er die Darlegung jener Lehre, die den Erwachten eigentümlich ist: Die Wahrheit über das Leiden, die Entwicklung, die Auflösung, den Weg. Und Anathapindika ging dabei das Auge der Wahrheit auf:

    "Was irgend auch entstanden ist,
    muß alles wieder untergehn
    ."

    Anathapindika, der die Gesetzmäßigkeiten des Daseins eingesehen, gefasst, erkannt, ergründet hatte, zweifelentronnen, ohne Schwanken, in sich selber gewiss, auf keinen anderen gestützt, lud den Erhabenen für den nächsten Tag zum Mahl im Hause seines Schwagers ein. Nach dem Mahle fragte Anathapindika den Erwachten, ob er in seiner Heimatstadt Savatthi dem Orden ein Kloster bauen dürfe, Der Buddha antwortete: "Die Vollendeten lieben stille Plätze.″
    "Ich verstehe, o Herr, ich verstehe", erwiderte jener und war hocherfreut über die Zusage. (S 10,8 = CV VI,4)
    Als Anathapindika nach Savatthi zurückkehrte, veranlasste er die Menschen unterwegs, den Buddha würdig zu empfangen.
    So bereitete er auf der Straße Rajagaha - Savatthi schon den Weg für die Wanderung des Buddha vor. In Savatthi angekommen, begab er sich sofort auf die Suche nach einem geeigneten Platz für das Kloster. Er sollte nicht zu nahe bei der Stadt sein, aber auch nicht zu weit entfernt. Der Platz sollte am Tage nicht von Menschen überlaufen werden, aber auch nicht nachts voller Dschungellärm sein. Er sollte sowohl für gläubige Besucher als auch für einsam Abgeschiedene geeignet sein. Schließlich fand er auf der Hügelkette, in deren Mulde die Stadt lag, einen schönen Waldplatz, der geradezu ideal war.
    Das Gelände gehörte dem Prinzen Jeta ("Sieger"), einem Sohn König Pasenadis.
    Anathapindika ließ sich bei Prinz Jeta in seinem Palast melden und fragte, ob der Wald zu kaufen sei. Der Prinz verneinte: Jenes riesige Grundstück sei ihm nicht feil, nicht einmal für den angemessenen Preis von achtzehn Millionen. "Die gebe ich dir sofort", erwiderte Anathapindika. Aber sie konnten nicht handelseinig werden und gingen zu einem Schiedsrichter. Dieser setzte fest, dass der Preis so viel Goldstücke betrage, wie von den achtzehn Millionen auf dem Gelände nebeneinander gelegt werden könnten. Zu dieser Bedingung wurde der Kaufvertrag abgeschlossen.

    Anathapindika ließ viele Wagen mit Goldmünzen beladen und den Platz damit auslegen. Schließlich fehlte nur noch
    eine kleine Stelle am Eingang, die noch nicht belegt war. Er . gab Anweisung, noch mehr Geld herbeizufahren. Aber Prinz , Jeta erklärte sich bereit, an jener Stelle auf seine Kosten einen mächtigen Torerker zu bauen, was auch geschah. Diese wuchtige Bastion mit dem Tor schützte das Kloster vor der Außenwelt, schirmte die Geräusche von der Straße ab und betonte die Grenze zwischen dem geistlichen und dem weltlichen Bezirk. Anathapindika aber erbaute für weitere achtzehn Millionen Gebäude und Einrichtungen. Er ließ die Zellen errichten, dazu Versammlungs-, Eß- und Vorratshallen, Wandelgänge, Brunnen und Lotosteiche zum Baden, Latrinen sowie eine große Umfassungsmauer. So war das Waldgelände .zum Klosterbezirk umgewandelt, und innerhalb eines großen Bereiches war der Wald allein dem Religiösen geweiht.
    Als die Anlage fertig war, wurde sie feierlich dem Orden gewidmet. Anathapindika veranstaltete ein großes Fest mit freigebigen Spenden für jedermann. Das kostete weitere achtzehn Millionen. So spendete Anäthapindika für das Haupt- quartier der Lehre insgesamt 54 Millionen.

    2. Anathapindika als reicher Spender

    Anathapindika fühlte sich auch weiterhin für das von ihm gestiftete Kloster verantwortlich. Er versorgte die dort wohnenden Mönche mit allem Notwendigen. Jeden Morgen schickte er Reissuppe ins Kloster, jeden Abend ließ er den Bedarf an Kleidungsstücken, Almosenschalen, Arzneimitteln erfüllen, und alle Reparaturen im Siegerwaldgelände wurden von seinen Leuten ausgeführt. Vor allem aber ließ er täglich in seinem Hause, einem siebenstöckigen Palaste, einigen hundert Mönchen das Mittagsmahl spenden. Sein Haus war zur Essenszeit beständig von gelben Gewändern und vom Duft der Weisen erfüllt.
    Als König Pasenadi dieses Tun sah, ahmte er es nach und ließ täglich für fünfhundert Mönche Essen spenden. Als er sich aber eines Tages mit Mönchen unterhalten wollte, erfuhr er von seinen Dienern, daß die Mönche das Essen mitnahmen und ihren Unterstützern in der Stadt gaben, damit diese es ihnen austeilten. Der König wunderte sich darüber, denn er hatte stets besonders schmackhafte Kost austeilen lassen,
    und so fragte er den Buddha nach der Ursache. Dieser erklärte ihm: Im Königspalaste verteilten die Untergebenen des Hofes die Speise ohne innere Anteilnahme, nur nach dem Befehl ihres Herrn, nicht anders, als ob sie einen Stall ausmisteten oder einen Räuber zur Richtstätte führten. Es fehle ihnen das Vertrauen und die Liebe zu den Mönchen. Manche meinten sogar, die Mönche seien Nichtstuer, die von der arbeitenden Bevölkerung unterhalten werden müssten. Wo aus solchem Geiste heraus gegeben werde, da könne sich niemand wohlfühlen und wenn er auch das teuerste Mahl erhalte. Bei den gläubigen Hausnern in der Stadt hingegen, bei Anathapindika und Mutter Migara, seien die Mönche gern gesehen und würden als geistliche Freunde betrachtet, die zum Nutzen Wohle und Heile aller Wesen wandelten. Eine minderwertige' Speise, die von einem Freund gegeben werde, sei sechzehnmal mehr wert als das köstlichste Mahl bei einem Nichtfreunde:

    "Selbst saurer- Reis wird süß, wenn er von liebevoller Hand gegeben ist." (J 465)
    Der Buddha fügte dem König
    als Merkvers hinzu:

    Ob etwas süß schmeckt oder nicht, ob viel es oder wenig sei -
    wo man im Freundeskreise isst,
    da schmeckt das Mahl am besten stets
    . J 346

    Aber auch der Reichtum Anathapindikas war nicht unerschöpflich. Eines Tages wurden Schätze im Wert von achtzehn Millionen von einer reißenden Flut weggerissen und ins Meer gespült. Ferner hatte er viel Geld, etwa noch einmal den gleichen Betrag, an Geschäftsfreunde verliehen, die es nicht von sich aus zurückgaben. Er aber scheute sich, das Geld von ihnen zurückzuerbitten. Da sein Vermögen etwa fünfmal achtzehn Millionen betrug und er drei Fünftel davon

    , für das Siegerwaldkloster ausgegeben hatte, so ging es jetzt zur Neige. Der Millionär Anathapindika wurde arm, aber er spendete auch jetzt noch etwas Essen an die Mönche, und wenn es nur eine Portion dünner Reis war.
    Damals wohnte in seinem siebenstöckigen Palast über einem Torerker ein Geist. Wenn der Buddha oder Heilige ins Haus kamen, musste der Geist, einem Gesetz der anderen Welt folgend, von seinem Ort herabsteigen, um so die Großen
    zu ehren. Das war ihm aber unbequem. So überlegte er, wie er jene Mönche von diesem Hause femhalten könnte. Er erschien einem Diener und wollte ihm einflüstern, das Spenden aufzugeben. Der aber hörte nicht auf diese Stimme. Dann versuchte der Geist, den Sohn des Hauses gegen die Mönche aufzuhetzen, aber auch das misslang.
    Da erschien der Geist schließlich in seinem überirdischen Glanze dem Hausherrn selbst und wollte ihm einreden, als Verarmter doch das Spenden einzustellen. Anathapindika aber erklärte, daß er nur drei Schätze kenne: den Erwachten die Lehre und den Orden. Dieser Schätze nehme er sich an ' und er wies jenen Geist aus seinem Haus, dort sei kein Platz für Feinde des Buddha. Daraufhin musste der Geist, wiederum einem geistigen Gesetze folgend, jenen Platz verlassen. Er begab sich zu der Gottheit, der der Schutz der Stadt Savatthi oblag, und bat um Zuweisung einer neuen Unterkunft, wurde aber an die ihr übergeordnete Instanz, an die Vier Großen Könige verwiesen. Aber auch diese fühlten sich in einem Fall wo Heilige betroffen waren, nicht zur Entscheidung berufen und schickten den obdachlosen Geist zum Götterkönig Sakka. Inzwischen hatte jener Geist aber sein Unrecht eingesehen und bat Sakka, für ihn um Verzeihung zu bitten. Der Götterkönig erlegte ihm als Buße auf, Anathapindika wieder zu seinem Vermögen zu verhelfen: er solle zuerst das ins Meer gespülte Gold heben; ferner vergrabene herrenlose Schätze herbeischaffen und schließlich die Schuldner Anathapindikas zur Rückzahlung bewegen.
    Der Geist erfüllte mit vieler Mühe diese Aufgaben. Er erschien dabei den Schuldnern im Traum und mahnte sie an die Rückzahlung. Alsbald besaß Anathapindika wieder 54 Millionen und spendete wie zuvor.
    Der Geist aber erschien vor dem Erwachten und bat um Verzeihung für sein böswilliges Verhalten. Er erlangte Vergebung und wurde, als der Erwachte ihm die Lehre darlegte, Anhänger der Lehre. Der Erwachte aber belehrte ihn, dass ein Mensch, der Vollendung im Geben erstrebe, durch nichts in der Welt davon abgehalten werden könne, von keinem bösen oder heiligen Geist, keinem Gott, keinem Teufel und keiner Todesdrohung (J 140, J 340). Nachdem Anathapindika wieder so reich war wie zuvor, wurde ein Brahmane neidisch auf dieses Glück und beschloß, es ihm zu stehlen. Er wollte einen Diener der Glücksgöttin Siri entführen, weil er in seiner Oberflächlichkeit meinte, damit das Glück herbeizwingen zu können. Diesem befremdlich anmutenden Gedanken liegt die Anschauung zugrunde, daß die sogenannte Gunst des Schicksals zwar ein Verdienst für früheres gutes Wirken ist, aber von Gottheiten ausgeteilt wird. Der Brahmane ging also zu Anathapindika und sah sich um, wo wohl der gute Schutzgeist lokalisiert sei. Wie viele Inder hatte er eine gewisse Hellsichtigkeit für Astrales und sah das "Glück" - den Schutzgeist - in einem weißen Hahn wohnen, der im Palast in einem goldenen Käfig gehalten wurde. Er bat den Hausherrn, ihm den Hahn als Wecker für seine Schüler zu schenken. Ohne Zögern gewährte ihm der gebefreudige Anathapindika seinen Wunsch. In diesem Augenblick aber wanderte das Glück in ein Juwel. Auch dieses erbat der Brahmane als Geschenk und erhielt es. Da wanderte das Glück in einen Schutzstab. Als der Brahmane diesen erbettelt hatte, ließ sich der astrale Abglanz, das Zeichen der Siri, auf dem Kopfe von Punnalakkhana, der ersten Frau Anathapindikas nieder, die wahrhaft der gute Geist dieses Hauses war und den Schutz der Götter herbeizwang. Als der Brahmane dies sah, schreckte er zurück: "Darum darf ich ihn nicht bitten." Er beichtete seine böse Absicht, gab die Geschenke zurück und verließ tiefbeschämt das Haus. Anathapindika aber ging zum Erwachten und erzählte ihm die sonderbare Begebenheit, die er selbst gar nicht verstanden hatte. Der Buddha erläuterte ihm den Zusammenhang, wie durch tugendhaftes Wirken die Welt bewegt werde und wie dem recht Erkennenden durch Tugendläuterung alles erreichbar sei bis hin zum Nirvana.
    Jedesmal wenn der Buddha in Savatthi weilte, besuchte Anathapindika ihn. In der übrigen Zeit aber vermisste er einen Anhalt zur Verehrung. Er trug daher eines Tages Ananda den Wunsch vor, eine Verehrungsstätte zu errichten. Ananda berichtete dies dem Erwachten. Dieser antwortete, es gebe drei Arten von Verehrungsstätten, Denkmälern, Monumenten, Wallfahrtsstätten. Der ersten Art liege eine leibliche Reliquie zugrunde, die nach dem Tode eines Verehrungswürdigen in einer Stupa (Kuppelmal) aufbewahrt werde, der zweiten ein Gegenstand, der in irgendeiner Beziehung zu dem Verehrten gestanden habe und von ihm benutzt worden sei (oft die Almosenschale), der dritten ein Symbol, das keines realen Gegenstandes bedürfe. Von diesen drei Anhaltsmöglichkeiten der Verehrung käme die erste noch nicht in Frage, solange er lebe. Die dritte aber sei nicht geeignet für jene zahlreichen Menschen, die sich nicht mit einem Bilde oder Symbol begnügen könnten. So bleibe nur die zweite Art.
    Da als Anhalt für das Gedächtnis an den Erwachten von allen materiellen Dingen der Baum der Erwachung, der Bodhi-Baum in Uruvela, das beste schien - unter ihm sitzend hatte der Erwachte das Tor zur Ewigkeit, zur Rettung geöffnet, unter ihm gelehrt und in Vertiefung geweilt - wurde beschlossen, einen Schößling dieses Baumes in Savatthi zu pflanzen.
    Mahamoggallana, einer der Haupt jünger des Erwachten, holte einen Ableger herbei. Dieser wurde am Torerker des Siegerwaldklosters eingepflanzt im Beisein des Hofes und
    der hervorragenden Mönche und Laien. Ananda übergab dem König den Schößling, damit dieser ihn feierlich in die Erde senke. König Pasenadi aber sagte in fürstlicher Bescheidenheit, er weile in diesem Leben nur als Verwalter des Königsamtes hier. Es zieme sich, dass einer, der 'der Lehre näherstehe, den Baum weihe. Und so übergab er den Schößling dem neben ihm stehenden Anathapindika, Der Baum wuchs empor und wurde eine Verehrungsstätte für alle frommen Laien. Auf die Bitte Anandas verbrachte der Erwachte eine Nacht sitzend unter dem Baum, um ihm eine noch sichtbarere Weihe zu geben. Anathapindika aber suchte oft den Baum auf.und benutzte die mit ihm verbundenen


    Erinnerungen und die durch sie erweckte Erhebung des Gemüts, um seine Gedanken auf den Erwachten zu sammeln
    und sich so besser besinnen zu können
    . (J 479)

    3. Die FarniIie Anathapindikas

    Anathapindika war glücklich verheiratet. Seine Frau Punnalakkhana d.h. "die Verdienst Anzeigende", machte ihrem Namen Ehre und sorgte als guter Geist des Hauses für ihr Gesinde und für die Mönche, die mittags kamen. Auch sie war der Lehre ergeben und den guten Geistwesen lieb. Durch ihren Bruder einen der frühesten Laienanhänger des Buddha, von dem in der Einleitung berichtet wurde, hatte sie die Lehre kennengelernt.
    Anathapindika hatte vier Kinder: drei Töchter und einen Sohn. Die Töchter Klein Subhadda und Groß-Subhadda waren wie ihr Vater, in die Lehre eingedrungen und besaßen die 'Weisheit der Hörerschaft. Und so wie im Geistigen folgten sie auch im Alltäglichen ihrem Vater: sie lebten in glücklicher Ehe. Die jüngste Tochter, Sumana, überragte die übrige Familie durch ihre tiefe Weisheit. Sie gewann nämlich, nachdem sie den Buddha vernommen hatte, aus eigener Kraft bald die zweite Läuterungsstufe, die Einmalwiederkehr. Sie war unverheiratet, aber nicht aus Entsagung. Wenn sie das Glück ihrer bei den Schwestern sah, wurde sie traurig und fühlte sich allzu einsam. All ihre Geisteskraft reichte nicht aus, um das Unlustgefühl zu überwinden. So verkümmerte sie.regelrecht, aß nichts mehr und starb darauf zum Leidwesen ihrer Familie. Sie wurde im Himmel der stillzufriedenen Götter wiedergeboren, der dritt-höchsten Existenzform im Sinnenbereich, und musste dort sich weiterläutern von den Resten ihrer Abhängigkeit von anderen Menschen, ihrem letzten nach außen gerichteten Begehren.
    Der einzige Sohn Anathapindikas, Kala (der Dunkle), war zunächst ein dunkler Punkt im Hause seines Vaters. Er wollte nämlich nichts von der Lehre wissen, sondern ging ganz in seinen Geschäften auf. Da kam sein Vater eines Tages auf den Gedanken, ihn zur Einhaltung des Feiertages zu veranlassen. Er bot ihm tausend Goldstücke, wenn er den Uposatha-Tag einhalten würde. Kala willigte ein und fand es allmählich erholsam, einen Tag in der Woche die Geschäfte ruhen zu lassen und sich im Kreise der Familie herzlich zu erfreuen. Die Fastenregeln des Uposatha-Tages fielen ihm daher nicht schwer. Da machte sein Vater einen zweiten Vorstoß und bot ihm noch einmal einen Tausender, wenn er am Feiertag nachmittags mit ins Kloster käme, um die Lehre zu hören. Gern willigte Kala ein, und dies war der beste Handel seines Daseins: Durch den Lehrvortrag des Erwachten gewann er die Hörerschaft. Sein Gewinnstreben veredelte sich darauf ebenso wie bei seinem Vater, indem auch er ein großer Spender wurde, bekannt unter dem Namen: "der kleine Anathapindika". (J 12 und 254)
    Kala war verheiratet mit Sujata, einer Schwester der berühmten Visakha, der Mutter Migaras. Sie war sehr stolz auf ihre Herkunft und ihren Reichtum von beiden Seiten. Weil ihre Gedanken um nichts anderes als um diese nichtigen Dinge kreisten, schuf sie sich innerlich keinerlei Freude an Edlem. Sie war unausgefüllt, unzufrieden, verdrießlich und lud diese ihre Unzufriedenheit auf andere ab. Das äußerte sich darin, dass sie heftig und zornig mit jedem umging. Beständig schlug sie die Untergebenen, und wo sie auftauchte, verbreitete sie Angst und Schrecken. Auch die Anstandsregeln gegenüber ihren Schwiegereltern und ihrem Gatten erfüllte sie nicht. So bildete sie sich zunehmend zu einem bösen Geist aus.
    Als eines Tages der Buddha nach dem Mahle eine Lehrdarlegung gab, hörte man im Hause ein heftiges Geschrei und Gezeter. Der Erwachte unterbrach seine Darlegung und fragte Anathapindika, was das für ein Lärm sei wie bei Fischverkäufern. Der Hausherr erwiderte, das sei seine Schwiegertochter, die sittenlos und pflichtvergessen, geizig und ungläubig sei und dauernd Streit verursache. Da sagte der Buddha, was selten geschah, man solle sie rufen. Als sie vor ihm erschien, fragte er sie, welche der sieben Arten von Gattinnen sie sein wolle. Sie erwiderte, dass sie den Sinn dieser Rede nicht verstehe, und bat um ausführlichere Darlegung. Da legte ihr der Erwachte in einigen Versen die sieben Ehefrauen dar:
    Die bösen Herzens nicht des Gatten Wohl bedenkt, nach andern giert, dem eignen Herrn Verachtung zollt, ihn der durch Schätze sie gewann, zu töten sucht: solch eine Gattin, die dem Mann beschieden ist, mag man mit Recht als Mörderin bezeichnen.

    Wenn von dem Gelde, das der Gatte sich erwirbt, sei es durch Handwerk, Handel oder Ackerbau, auch wenig nur davon die Frau zu nehmen sucht: solch eine Gattin, die dem Mann beschieden ist, die mag mit Recht als Diebin man bezeichnen.

    Die Frau, die arbeitsscheu, gefräßig, träge ist, mit Ungestüm und Roheit böse Worte spricht, den stets bemühten Gatten zu beherrschen sucht: solch eine Gattin, die dem Mann beschieden ist, mag man mit Recht als Herrseherin bezeichnen.

    Das allzeit auf des Gatten Wohl bedachte Weib, das ihn behütet wie die Mutter ihren Sohn und die von ihm erworb'nen Schätze wohl bewacht, solch eine Gattin, die dem Mann beschieden ist, die mag mit Recht als Mutter man bezeichnen.


    Die, gleich der jüngern Schwester zu der älteren voll Achtung gegen ihren Gatten sich benimmt von Scham erfüllt, sich seinem Willen unterwirft: solch eine Gattin, die dem Mann beschieden ist die mag als Schwester man mit Recht bezeichnen.


    Die stets sich freut, wenn sie den Gatten sieht wie Freunde, die nach langer Frist sich wiedersehn von edler Artung, tugendhaft, dem Gatten treu: solch eine Gattin, die dem Mann beschieden ist die mag mit Recht als Freundin man bezeichnen.

    Die auch bei Tadel still und abhold jedem Streit, dem Gatten willig nachgibt ohne Herzensgroll, von Jähzorn frei, des Mannes Wunsch erfüllt: solch eine Gattin, die dem Mann beschieden ist mag man mit Recht als Dienerin bezeichnen.

    Die Frau, die man hier Mörderin benennt, dazu die Diebin und die Herrscherin, die sind der Laster voll, sind roh und frech: solch eine Gattin, die dem Mann. beschieden ist gelangt zur Hölle, wenn dereinst der Leib zerbricht.

    Die Gattin aber, die man hier die Mütterliche die Schwester, Freundin, Dienerin wohl nennt, die kommt ob ihrer Tugend, weil sie lange Zeit die Lust beherrscht, nach ihrem Tod zum Götterkreis.

    Am Ende fragte der Erwachte sie, welche Art von Gattin sie sein wolle. Da erklärte sie tief bewegt, sie wolle von nun an sich bemühen, ihrem Gatten nichts als die Dienerin zu sein. Durch die Worte des Vollendeten hatte sie in dieser Aufgabe einen Lebenssinn für sich erblickt, der sie seelisch so erfüllte daß sie nicht mehr in den äußeren Dingen Erfüllung suchte, ' die diese niemals geben können. Sie wurde eine gläubige Anhängerin des Buddha, dem sie für ihre Rettung vor dem Weg zur Hölle unendlich dankbar war.
    Diese Bekehrung der Sujata sprach sich geschwind herum. Als der Buddha einmal abends in die Lehrhalle kam und fragte, bei welchem Gespräch er die Mönche unterbrochen habe, berichteten sie, dass sie sich über das Wunder der Belehrung unterhalten hätten. Sie hätten die gewaltige Macht eines Erwachten gepriesen, der aus dem Hausdrachen und Schreckgespenst der Sujata eine so liebenswüridge Frau gemacht habe. Da erzählte ihnen der Buddha, daß er jene schon früher einmal gebändigt habe. Damals sei sie seine Mutter gewesen, und er habe sie vom Schelten und der Herrschsucht durch einen Vergleich zwischen den häßlichen Krähen und den lieblichen Singvögeln abgebracht. (J 269, A VII,59)
    Schließlich wird noch ein Neffe Anathapindikas erwähnt.
    Dieser hatte ein Vermögen von vierzig Millionen geerbt. Er lebte in Saus und Braus dahin, verschwendete, vertrank und verspielte alles. An Sänger, Possenreißer, Buhldirnen und gefällige Freunde verschenkte er Tausende. Als er das Erbe durchgebracht hatte, bat er seinen reichen Onkel um Unterstützung. Dieser gab ihm tausend Goldstücke und sagte ihm, er solle damit ein Geschäft beginnen. Doch er brachte das Geld wieder durch. Erneut erschien er im Palast Anathapindikas.
    Der gab ihm diesmal das Fünffache, zwar ohne eine Bedingung, aber sozusagen als Abfindung. Aber auch die Drohung, daß dies das letzte Geld sein würde, hielt ihn nicht vom Prassen ab. Zum dritten Mal bettelte er seinen Onkel an. Da gab dieser ihm zwei Kleider. Auch diese vergeudete jener und war schamlos genug, zum vierten Mal bei Anathapindika vorzusprechen. Diesmal wies ihm dieser aber die Tür. Wäre er indes statt als fordernder Neffe als einer unter vielen Bettlern gekommen, dann hätte er gewiss nicht vergebens um Nahrung bei Anathapindika zu bitten brauchen. Aber das tat er nicht, denn er wollte nicht Almosenspeise, sondern Geld, um es zu verprassen. Da er zu faul und zu trotzig war, seinen Lebensunterhalt selbst zu verdienen,und auch nicht betteln wollte, kam er elendig um. Man fand seine Leiche an der Stadtmauer und warf sie in die Abfallgrube. Als Anathapindika dies erfuhr, stellte er sich die Frage, ob er dies traurige Ende wohl hätte verhindern können. Er berichtete den Vorfall dem Buddha und erkundigte sich, ob er wohl hätte anders handeln sollen. Der Buddha aber löste seine Gewissensbedenken und erzählte aus seiner universalen Weisheit dass jener Neffe zu den zum Glück seltenen Menschen gehört habe, die da seien wie ein Fass ohne Boden, überhaupt nicht zu befriedigen. An dieser Unersättlichkeit sei jener gestorben nicht am äußeren Mangel, und dies sei auch schon in früheren Leben ebenso gewesen. (J 291)

    4. Anathapindikas Umgang mit Freunden und Dienern

    Seitdem Anathapindika die Hörerschaft - die unverlierbare Sicherheit, in absehbarer Zeit das Heil zu erreichen - erlangt hatte, war er unbeirrbar auf Innehaltung der Tugendregeln und auf Reinheit der Gesinnung bedacht und bewog auch seine Umgebung dazu. So lebte er als Reiner unter Reinen. Nicht nur seine engere Familie, sondern auch seine Angestellten und Diener bemühten sich, Geben zu üben, die fünf Tugenden einzuhalten und den Feiertag zu ehren. (J 382)
    So war sein Haus eine Bastion des Wohlwollens und der Gutwilligkeit, und diese Haltung strahlte auch auf seine weitere Umwelt, seine Freunde und Bekannten aus, ohne daß er sich aufdrängte und ohne dass er den Problemen des Lebens auswich. Einige Streiflichter aus diesem Leben seiner Umgebung sind im Kanon erhalten.
    Einmal war eine Gesellschaft von Zechkumpanen in Savatthi verarmt. Sie überlegten, wie sie wieder zu Branntwein kommen könnten, und einer kam auf den Gedanken den reichen Anathapindika zu vergiften, um dann den Bewusstlosen auszuplündern. Sie wussten, dass er immer einen bestimmten Weg zum König ging, und errichteten dort ein


    Branntweinzelt. Als er vorbeikam, luden sie ihn ein, mit ihnen einen Trunk zu tun. Er aber dachte: "Wie kann ein Heilsgänger des Erhabenen Branntwein trinken? ", lehnte ab und ging zum König. Die verkommenen Trinker aber versuchten es auf dem Rückweg noch einmal. Da sagte er ihnen ins Gesicht zu, daß sie selber ihr Gebräu wohl nicht trinken möchten da es noch ebenso unberührt dastehe wie auf seinem Hinweg, sie wollten ihn wohl bewusstlos machen und ausrauben? Als er ihnen mit diesen Worten mutig entgegentrat, liefen sie
    vor Angst davon.
    (J 53)

    Wie fein aber Anathapindika zwischen dem eigenen Innehalten des Gebotes, nicht zu trinken, und dem Verhalten anderer zu differenzieren wusste, zeigt folgendes

    Beispiel:

    Einer der Freunde Anathapindikas handelte mit Spirituosen. Trotzdem brach er die Freundschaft zu jenem nicht ab. Als der Weinhändler durch die Unvorsichtigkeit eines Angestellten einen großen Verlust an seiner Ware erlitten hatte, verweigerte ihm Anathapindika keineswegs seine Anteilnahme und behandelte ihn nicht anders als andere in Unglück geratene Freunde. Er selber gab ein gutes Beispiel, drängte sich aber niemandem auf und machte keinem einen Vorwurf.(J 47)
    Eine seiner Dienerinnen war etwas einfältig. Als sie eines Tages Reis zerstampfte, bat ihre alte Mutter, die sich neben ihr niedergelegt hatte, sie möchte die plagenden Mücken verscheuchen. "Gern", sagte sie und schlug gedankenlos mit ihrer Keule nach den Mücken, sodass sie dabei ihre gebrechliche Mutter mit einem Schlag ums Leben brachte. Laut heulend kam die Unglückliche zum Hausherrn, der sie tröstete, weil sie ja nur aus Unbedachtheit ihre Mutter getötet habe. Er ließ den Leichnam mit allen Ehren verbrennen und trug der Dienerin ihre Tat in keiner Weise nach. Dann berichtete er dem Erwachten den Vorfall. Dieser gab ihm zu bedenken, dass eben umsichtige Vernunft das Wichtigste sei:

    Ja, besser ist ein kluger Feind
    als ein erbarmungsvoller Tor:
    Sieh Rohini, die unbedacht
    die Mutter totschlug und sich grämt
    . J 45

    Eine andere Dienerin lieh sich an einem Festtage von Anathapindikas Frau einige Schmuckstücke aus und ging in den Festpark. Ein Dieb sah den kostbaren Schmuck und kam auf den Gedanken, sie umzubringen und zu berauben. Er fing ein Gespräch mit ihr an. Sie dachte, er wolle mit ihr tändeln und ließ sich umgarnen. An einem etwas abgelegeneren Platz wollte sie sich niederlassen. Er aber drängte, noch weiterzugehen, damit man, wenn er sie überfiel, ihr Schreien nicht hören könne. Da wurde sie misstrauisch und begann um den anvertrauten Schmuck und um ihr Leben zu fürchten. In ihrer Angst verfiel sie auf eine List: Sie sagte, sie habe Durst, er möge ihr Wasser aus dem Brunnen holen. Als er sich über den Brunnen beugte, um zu schöpfen, da ergriff sie ihn an den Beinen und stieß ihn kopfüber in den Brunnenschacht in dem er umkam. Aufgeregt berichtete sie ihrer Herrin, daß es beinahe um sie und den Schmuck geschehen gewesen wäre. - Diese erzählte ihrem Gatten von dem Notwehrakt der Dienerin - wer wollte ihr einen Vorwurf machen? Was hülfe es, jetzt noch darüber zu reden, daß sie den Mordversuch vielleicht auch auf besonnenere und gewaltlosere Weise, etwa durch rasches Davonlaufen, hätte verhindern können? Anathapindika machte ihr keinen Vorwurf, wenngleich er selber besser wußte, wie solche Situationen zu vermeiden seien. (J 419)
    Als Anathapindika selber einmal in eine Gegend kam, wo Gefahr bestand, Räubern in die Hände zu fallen, da nahm er lieber die Unbequemlichkeit auf sich, ohne Übernachtung pausenlos zu reisen, als sich der Gefahr eines Raubüberfalls auszusetzen (J 103) getreu der Weisung des Buddha, 'dass man manche Dinge fliehend überwinden soll ohne falschen Heroismus.
    Wie er auf andere Weise vor Ausraubung bewahrt blieb, erzählt folgende Geschichte: Er hatte einen Jugendfreund,
    der schon als Kind sein Spielgefährte gewesen war. Dieser hatte den wenig schönen Namen "Unglücksvogel". Als er verarmte, half Anathapindika ihm großzügig und stellte ihn in seinem Hauswesen an. Seine Freunde kritisierten ihn deswegen jener habe einen Namen mit schlechter Vorbedeutung, auch sei er von niederer Abkunft. Anathapindika aber wies sie ab - Name sei Schall und Rauch, Weise kümmerten sich nicht darum. Als er auf Geschäftsreise ging, vertraute er jenem die Bewachung seines Hauses an. Eine Einbrecherschar hatte von der Abreise des Reichen gehört und bereitete einen Überfall vor. Als sie das Haus umstellt hatte, ließ der wachsame "Unglücksvogel" Trommel und Pauken schlagen und Festlärm veranstalten. Da dachten die Räuber, der Hausherr sei noch nicht abgereist, warfen ihre Werkzeuge fort und entflohen. Als Anathapindika dies hörte, sagte er zu seinen Freunden: "Seht, jener Unglücksvogel hat mir einen großen Dienst erwiesen. Hätte ich auf euch gehört, wäre ich beraubt worden." (183 und 121)

    5. Lehrgespräche mit dem Erwachten

    Der Buddha verbrachte von den fünfundvierzig Regenzeiten seines Lebens als Heilslehrer neunzehn in Savatthi im Kloster Anathapindikas im Siegerwalde. Jedesmal wenn er die drei bis vier Monate der Regenzeit dort weilte, besuchte ihn Anathapindika meist zweimal am Tage, oft nur um ihn zu sehen; oft aber auch zu einem Lehrgespräch. Anathapindika hatte eine Scheu davor, dem Erhabenen von sich aus Fragen zu stellen. Er, der der größte Spender des Ordens war, wollte nicht den Eindruck erwecken, er wolle sich gegen seine Gaben Belehrung eintauschen. Das Spenden war ihm Herzensangelegenheit, war ihm eine Freude, die auf keinen Lohn bedacht war, sie allein war ihm genug. Daher kam er zum Buddha, setzte sich still zur Seite nieder und wartete, ob der Erhabene ihm etwas an Belehrung sagen würde. Sagte der Erwachte nichts, dann erzählte Anathapindika eine der ihn bewegenden Begebenheiten seines Lebens, von denen oben einige berichtet wurden, und wartete, ob der Erhabene ihm dazu einen Kommentar geben würde, eine Bestätigung oder eine Kritik seines Verhaltens, oder ob er das einzelne Ereignis zum Ausgangspunkt einer weiteren Darlegung machen würde. So verband er alles, was ihn im praktischen Leben bewegte, mit der Lehre.
    Von den Fällen, in denen der Buddha von sich aus Anathapindika eine Darlegung gab, sind nicht wenige im Kanon überliefert. Zusammen ergeben allein diese von Anathapindika veranlaßten Belehrungen schon einen recht umfassenden Kodex des strebsamen Nachfolgers der Lehre, so daß dadurch Anathapindika auch zum Spender für alle geworden ist, die sich um die Lehre bemühen. Alle diese Lehrgespräche sind in der "Angereihten Sammlung" verzeichnet, sie reichen von einfachsten bis zu tiefsinnigsten Darlegungen. Einige seien hier genannt, beginnend mit dem einfachsten Rat für den

    Laien:

    Der Laie lebt der Lehre entsprechend, wenn er voll Freude und Dankbarkeit den Orden mit Nahrung, Kleidung, Unterkunft und Arznei versorgt. Indem er derart im Umgang mit Edlen die Gesinnung des Gebens pflegt, gelangt er nach dem Tode in den Himmel. So sammelt er auf Erden Schätze für den Himmel, Schätze, die den Untergang des Leibes überdauern. (A IV,60)
    Vier Arten von Glück soll der edle Laienanhänger von Zeit zu Zeit sich bewußt machen: als erstes soll er sich wenn
    er genug Geld besitzt, um seine Bedürfnisse erfüllen zu können, glücklich preisen, dass er es damit weit besser hat als viele Wesen - Menschen und Untermenschen - die darben müssen; als zweites soll er sich dann darüber freuen, dass er mit seinem Vermögen gute Werke tun kann, dass er andere froh machen kann, dass er Not lindern kann; als drittes soll er sich darüber freuen, dass er durch seine tugendhafte Pflichterfüllung aus eigener Kraft seinen Lebensunterhalt verdient und keine Schulden zu machen braucht, nicht auf Kredit lebt und keine Gläubiger fürchten muss; als viertes aber soll er sich über das Vorwurfs freie Glück der Tugend freuen, über das Glück, dass die Mitmenschen, die Götter und sein eigenes Gewissen an seiner Tugend nichts auszusetzen haben, weil er in Übereinstimmung mit dem moralischen Gesetz lebt. Dieses letzte Glück aber, betont der Buddha, sei sechzenhnmal so viel wert als alle die anderen drei Arten zusammen. (A IV,62)
    Fünf Weisen gibt es, wie man sein Vermögen richtig verwendet. Mit dem ehrlich erworbenen Geld, das der Heilsgänger durch Fleiß und Anstrengung errungen, durch seiner Hände Arbeit im Schweiße seines Angesichts verdient hat, macht er erstens sich und seine Familie glücklich und zufrieden, zweitens seine Freunde, drittens schützt er sich damit gegen Unfälle und Gefahren, sichert sein Leben, viertens verrichtet er damit die Abgaben an Verwandte, an Gäste, an Verstorbene, an die Regierung, an die Götter, und fünftens spendet er davon an Asketen, die, vor Rausch und Leichtsinn auf der Hut, ihr Herz an Geduld und Nachsicht gewöhnt haben, es zähmen, beruhigen, erlösen. Wenn nun das Geld des Heilsgängers, während er es in dieser Weise verbraucht, zunimmt, dann hat er die weitere Freude, noch mehr Gutes damit tun zu können. Und er darf sich sagen:

    Wofür sich Schätze wünschen mag
    der Weise, der im Hause lebt, erfüllt
    von mir ist dieser Zweck und nicht
    kann meine Tat mich reu'n.
    A V,41

    Die in den bei den vorigen Reden dargestellten Gedankengänge werden in ihrer Wichtigkeit dadurch betont, daß der Buddha sie bei einer anderen Gelegenheit in abgewandelter und kombinierter Form noch einmal Anathapindika ans Herz legte. Er sagte dort zu ihm: Vier erwünschte, erfreuliche, angenehme Dinge sind schwer in der Welt zu erlangen, Welche vier? Daß einem auf ehrliche Weise Reichtum zufällt, daß ein in dieser Weise reich Gewordener von Verwandten und Ratgebern anerkannt wird, dass ein gerühmter Reicher lange lebt, daß ein gerühmter Reicher nach langem Leben auf gute Fährte, in himmlische Welt aufsteigt. Diese vier Dinge sind nicht leicht in der Welt zu erreichen, sind nur durch erhebliche Anstrengung zu erreichen, nämlich durch den Erwerb von Vertrauen, Tugend, Großzügigkeit und Weisheit. Vertrauen wird nur entfaltet, wenn man den Erwachten und seine Mitteilung über das Wesen der Existenz voll anerkennt und für sich verbindlich nimmt. Tugend kann man nur erwerben wenn man die fünf Mindestregeln des sittlichen Lebens erfüllt. Großzügigkeit besitzt, wer da frei vom Makel des Geizes im Hause lebt: Er ist großzügig, gibt mit offenen Händen, das Geben macht ihn froh, den Bedürftigen ist er zugetan, am Austeilen von Spenden findet er Gefallen. Weisheit erwirbt man, wenn man überlegt, daß ein von Weltsüchtigkeit, Übelwollen, Sichtreibenlassen im Gewohnten, Aufgeregtheit und Gewissensunruhe , Daseinsunsicherheit umsponnenes Herz tut, was nicht getan werden sollte - und dass es nicht tut, was getan werden sollte. Wer aber Böses tut und Gutes unterlässt, dem schwinden Ruhm, Ansehen und alles Glück dahin. Wer sich aber als Hausvater immer wieder so erforscht und seine inneren Antriebe und Absichten betrachtet, der beginnt jene fünf Hemmungen zu überwinden. - So ist also deren Uberwindung eine Folge der Weisheit. Wenn nun der Heilsgänger durch Vertrauen, Tugend, Großzügigkeit und Weisheit die vier ersehnten Dinge zu erwerben im Begriff ist, nämlich Reichtum, Ruhm, langes Leben und himmlische Fährte dann vollbringt er mit seinem Gelde vier gute Werke: er macht sich und seine Familie sowie seine Freunde damit glücklich; er wendet Unfälle ab; er verrichtet die oben genannten fünf Abgaben, und er spendet an Asketen und Priester. Bei wem auch immer die Schätze auf andere Weise als durch diese vier guten Werke zum Schwinden gelangen, dessen Schätze haben ihren Zweck nicht erfüllt, sind an den falschen Ort gelangt, sind sinnlos vergeudet. Bei wem sie aber durch jene vier guten Werke abnehmen, der hat sie sinnvoll verwendet.
    Und noch ein anderes Mal machte der Buddha den Unterschied zwischen der rechten und falschen Lebensführung des Laien offenbar: in der Rede von den weltlich Genießenden. Er sagt dort: Am törichtesten ist, wer sich auf unehrliche Weise Güter verschafft, sie dann nicht einmal selber genießt und auch nicht durch gute Werke andere damit erfreut. Schon einen Grad vernünftiger ist, wer am unrecht erworbenen Gut wenigstens Freude und Glück empfinden kann - und noch 'einen weiteren Grad vernünftiger ist, wer darüber hinaus noch andere erfreut und beglückt. - Selbst auf dieser untersten Ebene des gewaltsamen und unrechtmäßigen Gelderwerbs, den der gewöhnliche Mensch voll Entrüstung und unterschiedslos verurteilt, sieht der Erwachte bei aller klaren Darlegung der üblen Folgen noch feine relative Unterschiede in der Verhaltens- und Gesinnungsweise des Menschen. Wer nämlich wenigstens noch erkennt, dass sein Raffen den einzigen Zweck hat, dadurch Wohlgefühl zu erwerben, dem lässt sich der Weg zeigen, wie er durch ehrlichen Gelderwerb noch weit mehr Wohl erlangen kann. Und wer gar darüber hinaus noch Freude am Freudemachen hat, dem lässt sich leicht zeigen, dass er ja denen, die er bestiehlt und übervorteilt, doch offenbar keine Freude macht, während er durch ehrlichen Gelderwerb ringsum keinen verletzt. - Die zweite Gruppe von Menschen sind dann diejenigen, die Geld nicht nur auf asoziale Weise erwerben, sondern teilweise auch durch ehrliche Arbeit. Unter ihnen sind dann solche, die weder sich noch andere erfreuen oder wenigstens sich oder sogar auch andere. - Zur dritten Gruppe zählen schließlich diejenigen Menschen, die nur auf ehrliche Weise ihr Brot erwerben und nun wiederum weder sich noch andere erfreuen oder wenigstens sich selber erfreuen oder sogar auch andere erfreuen.
    Im letzteren Fall werden noch zwei Arten von Menschen genannt: die der Unbeständigkeit eingedenk sind und den Ausweg aus allen Leiden wissen. (A X,91)
    Einstmals fragte der Buddha Anathapindika ob man wohl in seinem Hause Almosen gebe. Daraus entspann sich ein Gespräch über den Rang des Gebens. Der Buddha erklärte: Wenn da einer ohne Ehrerbietung, nicht eigenhändig, nur Abfälle gibt und überhaupt nicht an das Gesetz von Saat und Ernte der Taten glaubt, dann ist die Folge bei der Auswirkung solcher Tat, dass sein Herz nicht zu feineren Sinnendingen neigt, daß er einen instinktiven Widerwillen gegen alles Schöne Anmutige und Wohlgefällige hat und seine Vorliebe für das Hässliche noch als Tugend ansieht. Und ferner geschieht es dass seine Frauen, Kinder und Untergebenen ihm nicht gehorchen ihm nicht zuhören, ihre Gedanken nicht darauf richten, ihn ' zu verstehen. Weil er durch sein wegwerfendes unwürdiges Geben die Empfänger wegwerfend behandelte, deshalb kann er nun selber nichts Schönes genießen und muß erleben daß er von seiner gesamten Umgebung abfällig behandelt wird.
    Einmal begab sich Anathapindika zusammen mit einigen hundert Laienanhängern zum Buddha, der ihn wie folgt ansprach: "Zwar beschenkt ihr, o Hausleute, die Mönchsgemeinde mit Kleidung, Speise, Obdach und Arznei, doch dürft ihr euch nicht schon damit begnügen. Möget ihr denn auch danach streben, von Zeit zu Zeit einsame Freude zu erringen." Der ehrwürdige Sariputta, einer der beiden Hauptjünger des Erwachten, fügte hinzu: Zu einer Zeit, wo der Heilsgänger in einsamer Freude verweilt, ist er frei von Begierden-Wehe frei von Begierden-Wohl, frei von unheilsamem Wehe frei von unheilsamem Wohl und auch frei von heilsamem Wehe. (A V,176)
    In einem Falle wird berichtet, dass Anathapindika morgens den Buddha besuchen wollte, aber weil es noch zu früh war, zum Kloster der andersfährtigen brahmanischen Pilger ging. Diese kannten ihn als Anhänger des Asketen Gotama und fragten ihn, welche Ansichten dieser hege. Er aber erwiderte er kenne nicht alle Ansichten des Erhabenen. Auf die Frage,' welche Ansichten denn die Mönche hätten, erwiderte er eben- so, dass er nicht alle ihre Ansichten kenne. Darauf wurde er gefragt, welche Ansicht er denn selber hege. Er erwiderte:
    "Was ich für Ansichten habe, ihr Ehrwürdigen, das fällt mir nicht schwer zu erklären. Doch mögen bitte erst die Ehrwürdigen ihre eigenen Ansichten darlegen. Danach wird es auch für mich nicht schwer sein zu erklären, was für Ansichten ich habe."
    Daraufhin erklärten die Pilger ihre Meinungen über die Welt: der eine hielt sie für ewig, der andere für nicht ewig; der eine für endlich, ein anderer für unendlich; einer meinte, Leib und Leben seien identisch, andere meinten, bei des sei verschieden; manche meinten, der Vollendete bestehe nach dem Tode, andere meinten, er sei vernichtet usw. Darauf sprach Anathapindika: welche dieser Ansichten man auch hege, sie könnten nur aus zwei Quellen entstehen: nämlich durch eigenes oberflächliches Denken oder durch die Stimme eines anderen. In jedem Fall sei die Ansicht aber geworden, zusammengefügt, ersonnen, eben bedingt entstanden. So Geartetes aber sei vergänglich, und Vergängliches sei leidig: am Leidigen aber hänge, wer Ansichten hege; dem Leiden sei er verfallen. Danach wollten die Pilger nun wissen, welche Ansicht Anathapindika hege. Da sagte er: Was irgend entstanden ist, ist vergänglich; das Vergängliche ist leidig; das Leidige aber gehört mir nicht, das bin ich nicht, das ist nicht mein Selbst." Da meinten jene Pilger zum Gegenschlage ausholend, dass er eben an dieser soeben geäußerten Ansicht hänge, ihr verfallen sei. Er erwiderte, das sei nicht der Fall, denn er habe es Wirklichkeit gemäß klar erkannt, und er kenne die Entrinnung darüber hinaus, d.h. er benutze jene Ansicht nur als Mittel zum Freiwerden und werde sie zur rechten Zeit auch ganz fahren lassen. Da konnten die Pilger nichts entgegnen, fühlten sich geschlagen und saßen stumm da. Still ging Anathapindika zum Erwachten, berichtete ihm das Gespräch und hörte von ihm das Lob: "Recht so, Hausvater, auf diese Weise solltest du jene Toren im Einklang mit dem Gesetz öfter gründlich überführen." Und dann ermutigte und erheiterte er ihn im Lehrgespräch. Nachdem Anathapindika fort war, sprach der Erwachte zu den Mönchen, daß selbst ein Mönch, der hundert Jahre im Orden gelebt habe, mit den Pilgern nicht besser hätte sprechen können als Anathapindika, der Hausvater. (A X,93)
    Zum Schluss seien noch zwei Fälle berichtet, in denen Anathapindika krank war und um den Besuch eines Mönches des


    Buddha bitten ließ, um sich Zuspruch zu holen. Weil Anathapindika als Wohltäter des Ordens so viel getan hatte, war
    es selbstverständlich, daß seine Bitte erfüllt wurde. Das erste Mal kam Ananda zu ihm, das zweite Mal Sariputta:
    Ananda sagte, der Unerfahrene habe Angst vor dem Tode und vor dem, was danach komme, weil er vierfach Vertrauenslos sei: er glaube nicht an den Erwachten, nicht an die Lehre, nicht an die Gemeinschaft der Heilsgänger und nicht an die Tugenden, die den Edlen lieb sind. Anathapindika aber erwiderte, daß er keine Furcht vor dem Tode habe. Er besitze unwandelbare Zuversicht zum Buddha, zur Lehre, zur Jüngerschaft, und von den Tugendregeln des Hausners wisse er keine, die er noch übertrete. Da lobte Ananda ihn und sprach, daß er damit die Frucht der Hörerschaft erklärt habe. (S 55,27)

    Sariputta sprach zu ihm, Anathapindika habe nicht wie die Unerfahrenen, die im Kreislauf verbleiben, kein Vertrauen zu den drei Kleinodien (zum Buddha, zur Lehre, zur Jüngerschaft) und sei nicht der Untugend ergeben. Wenn er jetzt ganz stark an seine Treue zum Erwachten, zur Lehre, zur Jüngerschaft und zur Tugend denke, dann würde seine Krankheit durch diese Meditation schwinden: Er habe nicht wie jene Unerfahrenen falsche Ansicht, falsche Gesinnung, falsche Redeweise, falsche Tat, falsche Lebensführung, falsches Mühen, falsche Beobachtung, falsche Einigung, falsche Weisheit und falsche Erlösung. Wenn er daran denke, dass er als Hörer im Besitz des zehnfach rechten Pfades weile, mündend in der rechten Erlösung, dann würde seine Krankheit durch diese Meditation auf der Stelle schwinden. - Durch die stärkende Kraft dieser Betrachtung kam Anathapindika das große Glück wieder zum Bewußtsein, das er als Heilsgänger besaß, und durch diese beste seelische Medizin. legte sich die Krankheit auf der Stelle. Er stand auf, lud Sanputta zum Essen ein und führte mit ihm ein weiteres Lehrgespräch.

    6. Der Tod Anathapindikas

    Als der Hausvater Anathapindika ein drittes Mal krank war, bat er wieder um Beistand durch Sariputta. Dieser ging mit Ananda zu ihm, und der Kranke berichtete, daß er sehr starke Schmerzen habe, die nur zunähmen, nicht abnähmen. Sariputta merkte, dass Anathapindika dem Tode nahe war und gab ihm eine (Übungsanleitung. Er solle sich darin üben, sich von seinem Körper mit den Fähigkeiten zum Sehen, Hören Riechen, Schmecken und Tasten und Denken zu lösen sein Denken nicht daran zu binden. Als zweites sei dann zu üben sich vom Hangen an den sechs Sinnesobjekten, den Formen', Tönen, Düften, Säften, Tastungen und Denkobjekten zu lösen und sein Denken auch daran nicht zu binden. Als drittes habe er sich zu üben, nicht der Gewohnheit mehr nachzugehen, mit den Sinnen die Objekte zu erfassen, an nichts mehr zu hängen, was gesehen, gehört, gerochen, geschmeckt, getastet, gedacht, gefühlt oder beabsichtigt werde.
    Wir müssen uns vorstellen, daß Anathapindika während dieser im einzelnen näher ausgeführten langen Darlegung mit dem Herzen mitgegangen ist, daß er die Übung im Hören bereits mitvollzog, die ihm ein so weiser Heiliger wie Sariputta vorsprach. Am Ende dieser Darlegung kamen Anathapindika die Tränen. Da wandte sich Ananda mitleidig an ihn und bat ihn sich zu beruhigen und zu beschwichtigen. Er aber sprach:
    "Ich kann mich, werter Ananda, nicht beruhigen, nicht beschwichtigen: hab ich doch lange Zeiten hindurch dem
    Meister gedient und geistesmächtigen Mönchen und habe nie zuvor eine so tief gedachte Rede vernommen.
    "
    Da jene Darlegung Sariputtas eine Übungsanleitung zum höchsten Heil und Wohl war, kann man verstehen, daß Anathapindika solche verbindliche Weise der Darlegung noch nicht gehört hatte. Weil er in seiner Sterbestunde aber dem Irdischen schon weit entrückt war und im Gedanken an die Lehre das Anhangen an irdischen Gütern und auch an den Leib zurückgetreten war, befand er sich in einer Situation, die der der fortgeschrittenen Mönche glich: darum konnte Sariputta ihm in dieser Situation eine solche Darlegung geben, und darum konnte sie auch wirken.
    Sariputta und Ananda verließen Anathapindika. Kurz danach starb der Hausvater Anathapindika und wurde im Himmel der stillzufriedenen Götter wiedergeboren, dort, wohin seine jüngste Tochter ihm vorausgeeilt war. Doch war er dem Erwachten und der Jüngerschaft so innig ergeben, daß er als hoher Geist, den ganzen Siegerwald mit himmlisch strahlender Helle erfüllend, dem Buddha und den Mönchen erschien und folgende Verse seligen Glücks sprach:

    Dies ist der liebe Siegerwald,
    besuchet von der Weisen Schar,
    wo des Gesetzes König wohnt:
    darüber freuet sich mein Herz.
    Durch Wirken, Wissen, Lehre und durch bestes Leben tugendhaft: so läutert sich der Sterbliche,
    nicht durch Geburt, nicht durch Besitz.
    Darum ein kluger, weiser Mann, der auf sein eigen Heil bedacht, soll gründlich sichten das Gesetz:
    auf diese Weise wird er rein
    . M 143, S 2,20«

    zusammengestellt von Hellmuth Hecker

    Lebt lange gesund & in Frieden

    _()_ Nomad

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

  1. Impressum
  2. Datenschutzerklärung
  3. Nutzungsbedingungen
Community-Software: WoltLab Suite™ 6.1.16
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App bei Google Play
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App im App Store
Download