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"Liebe" als zentraler Schlüssel im Buddhismus als Weg

  • Askan
  • 20. Januar 2012 um 22:56
  • Zum letzten Beitrag
  • Onyx9
    Gast
    • 23. Januar 2012 um 08:47
    • #26
    Erdmaus:

    Der Buddha hat aber extrem aufwändig und sehr genau bestimmte Ziele angestrebt. Selbstverständlich hatte er das Wohl der Menschen im Sinn und von diesem Gedanken war er (sein Handeln) abhängig. Sonst hätte er nur willkührliche Zuckungen ausgeführt, weil jede Bewegung in jede Himmelsrichtung gleich neutral gewesen wäre. Er hätte auch einfach erstarren können und tot umfallen können.

    Wir sollten uns nichts vormachen. Der Buddha war ein Mensch wir jeder andere auch. Er hatte Mitgefühl, einen Willen und er hatte Ziele. Das geht klar aus dem hervor was er getan hat. ;)

    Wasn Käse ;)

    Buddha hat den Mund aufgemacht, er hat sich nichts ersonnen. Manchmal hat er auch garnix gesagt und doch gelehrt - und befreit. Verwirklichung heißt ja, Dharma "spricht", nicht der Mensch.
    Wenn man ne Hand ins Feuer hält, dann wei0 man, dass es weh tut und dann sagt und zeigt man, wenn man gefragt wird oder auch nicht: Aua !

  • SpringMode5708
    Gast
    • 23. Januar 2012 um 14:52
    • #27
    Onyx9:
    Erdmaus:

    Der Buddha hat aber extrem aufwändig und sehr genau bestimmte Ziele angestrebt. Selbstverständlich hatte er das Wohl der Menschen im Sinn und von diesem Gedanken war er (sein Handeln) abhängig. Sonst hätte er nur willkührliche Zuckungen ausgeführt, weil jede Bewegung in jede Himmelsrichtung gleich neutral gewesen wäre. Er hätte auch einfach erstarren können und tot umfallen können. Wir sollten uns nichts vormachen. Der Buddha war ein Mensch wir jeder andere auch. Er hatte Mitgefühl, einen Willen und er hatte Ziele. Das geht klar aus dem hervor was er getan hat. ;)

    Wasn Käse ;) Buddha hat den Mund aufgemacht, er hat sich nichts ersonnen. Manchmal hat er auch garnix gesagt und doch gelehrt - und befreit. Verwirklichung heißt ja, Dharma "spricht", nicht der Mensch.Wenn man ne Hand ins Feuer hält, dann wei0 man, dass es weh tut und dann sagt und zeigt man, wenn man gefragt wird oder auch nicht: Aua !


    Wie gut wir wieder alle bescheid wissen, und doch war keiner dabei oder kennt wen, der dabei war...

  • GaliDa68
    Gast
    • 23. Januar 2012 um 15:08
    • #28
    Losang Lamo:

    Ich hätte dazu eigentlich noch viel zu sagen... Aber stell sich mal einer auf dem Marktplatz vor die skeptische und geringschätzige Menge und sprich über die Liebe und deren Nutzen... :(
    Nö :P

    Dieser Menge muss man einfach mit Liebe begegnen.

  • Lirum Larum
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    Buddh. Richtung
    Ich protestiere gegen den mangelnden Respekt vor den unterschiedlichen Traditionen.
    • 23. Januar 2012 um 15:18
    • #29

    :) Ja, das wäre der Weg des Bodhisattvas.
    Leicht gesagt, aber erstmal nicht so einfach. Ich übe.

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • void
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    Buddh. Richtung
    Zen
    • 2. Februar 2012 um 16:04
    • Offizieller Beitrag
    • #30

    "Liebe" ist ein ganz problematischeres Wort, weil sein Bedeutungsumfang vom den triebhaftesten Begierden bis hin zu den selbstloseslten Regungen geht. Wenn man es in einer Diskussion benutzt, weiss man nie so ganz was der andere meint.

    Für ein Kind bedeutet geliebt zu werden, in einem Zustand zu sein, wo man ganz angenommen wird und ganz annehmen kann. Also ist "Liebe" zunächst eine ganz enge,gelungen Verbindung mit der Welt. Wo man nicht braucht und nichts begehrt. Aber insofern sich an diesen Zustand Bedingungen heften, ist Liebe schon bald mit Begehren nach bestimmten Zuständen und Personen(Milchflasche, Mama) verknüpft. An Begehren und Abneigung.

    Wenn "Liebe" das Begehren bedeutet, also das Gefühl ohne etwas nicht glücklich sein zu können, dann ist Liebe etwas, was in all den Situationen, wo Wunsch und Wirklichkeit nicht übereinstimmen, traurig und unglücklich macht. Bedeutet Liebe alle möglichen Situationen annehmen und in ihnen glücklich sein zu können, dann ist es nichts zu Überwindendes.

    Askan:

    IIch versuche manchmal den Weg der Gefühlslosigkeit zu gehen.
    Ich muss aber sagen, dass es so gar keine Früchte trägt.
    Gefühlslosigkeit oder Wahrnehmung ohne Liebe (Unterdrückung der Gefühle) muss ich mit Stillstand gleichsetzen.
    Ich meine hierbei dass rationale Negieren jeglich aufkommender Emotionen und Gedanken.

    Achtsamkeit bedeutet angesichts dem was auftaucht, heiter und freundlich zu sein. Angesichts von allem was auftaucht kalt, mitleidlos und unbewegt zu sein, ist nur dann eine hervorragende Praxis wenn man anstrebt zu einem Darth Vader zu werden. Wenn man plant, zu einem möglichst maschinenartig reagiernden Wesen, das alles Menschliche in sich unterdrückt, hat, sind Stillstand und Erstarrung genau die Früchte die zu ernten man erwarten kann. Das Annehmen von Gefühlen verhält sich zum Unterdrücken von Gefühlen in einem ähnlichen Aussmass wie die Art in der eine Blumenwiese von Schmetterling bzw. Planierraupe angegangen wird.

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  • Laleni
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    • 2. Februar 2012 um 17:03
    • #31

    Hallo,

    da ich mich mit Buddhismus noch nicht gut auskenne, darf ich vielleicht eine Zwischenfrage stellen?

    Losang Lamo:

    Und von dort aus, vom ehrlichen Betrachten aus, entsteht dann auch die Ernüchterung, die Distanz und letztendlich der Gleichmut.
    Gleichmut kann nicht Synonym für gefühllos sein, weil im buddhistischen Sinne Gleichmut mit Mitgefühl einher geht.

    Gefühle sind für mich körperliche/psychische Reaktionen auf das, was um mich herum geschieht. Wie ich reagiere hängt z.B. von meinen früheren Erfahrungen ab, von meiner Persönlichkeit und auch davon, wie es mir körperlich geht (wenn ich Kopfschmerzen habe, reagiere ich z.B. gerne überempfindlich). Gefühle sind notwendig und sinnvoll (z.B. Angst dient der Selbsterhaltung), aber manchmal auch unangemessen (z.B. überzogene Reaktionen auf eine an sich harmlose Situation aufgrund schlechter Erfahrungen).

    Keine Gefühle haben zu wollen ist blödsinnig! Schmerz will z.B. auch niemand, aber wenn man ihn nicht fühlt, verbrennt man sich sehr schnell die Finger. Gleichmut würde für mich (aber ich weiß nicht, ob ich das richtig verstanden habe) nur bedeuten, dass man die eigenen Gefühle nicht überbewertet bzw. sich nicht reinsteigert oder ein Drama draus macht :roll: . Also eine gewisse Distanz zu den eigenen Gefühlen zu entwickeln anstatt sich völlig von ihnen auffressen zu lassen oder sie auch einmal sachlich mit etwas Abstand betrachten und erkennen, dass man überreagiert hat. Was allerdings voraussetzt, dass man sich der eigenen Gefühle und der eigenen Verantwortung für diese Gefühle bewusst ist.

    Mich würde nun interessieren, was der Unterschied zwischen meiner (alltagspraktischen) Auffassung und der buddhistischen ist. Vielen Dank!

    LG

    PS: Liebe zu fühlen ist schon o.k., denke ich :lol: . Aber Liebe wird vielleicht auch oft verwechselt. Liebe ich wirklich den anderen oder brauche ich ihn, damit er meine Bedürfnisse befriedigt?

  • void
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    Buddh. Richtung
    Zen
    • 2. Februar 2012 um 18:04
    • Offizieller Beitrag
    • #32
    Laleni:

    Mich würde nun interessieren, was der Unterschied zwischen meiner (alltagspraktischen) Auffassung und der buddhistischen ist. Vielen Dank!

    Der Punkt, dass man seine Gefühle nicht einfach ausagiert stimmt natürlich überein. Der Unterschied ist eher gradueller:

    Laleni:

    Gefühle sind notwendig und sinnvoll (z.B. Angst dient der Selbsterhaltung), aber manchmal auch unangemessen ... . Also eine gewisse Distanz zu den eigenen Gefühlen zu entwickeln anstatt sich völlig von ihnen auffressen zu lassen oder sie auch einmal sachlich mit etwas Abstand betrachten und erkennen, dass man überreagiert hat...

    Was ist angemessen, was ist uangemessen? Wann reagiert man über? Das bezieht sich ja auf die Übereinstimmung mit den geltenden gesellschaftlichen Normen. Und da gilt es halt dann vielleicht als verständliches Verhalten , wütend zu werden wenn einen jemand anschreit oder einem den Parkplatz klaut. Jemand der seine Geduld systematisch schult, schafft es aber sogar gleichmütig und heiter zu bleiben, wenn er schreckliche Schmerzen hat. Weil er eine so grosse Innere Freiheit hat, dass er auf einem bestimmten Reiz nicht automatisch mit einer bestimmten Handlung reagieren muss. Für andere ist es schon sehr schwierig das Telefon einfach klingen zu lassen, ohne ranzugehen.

    • Vorheriger offizieller Beitrag
  • Laleni
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    • 2. Februar 2012 um 18:27
    • #33

    Hallo und vielen Dank!

    void:


    Was ist angemessen, was ist uangemessen? Wann reagiert man über? Das bezieht sich ja auf die Übereinstimmung mit den geltenden gesellschaftlichen Normen. Und da gilt es halt dann vielleicht als verständliches Verhalten , wütend zu werden wenn einen jemand anschreit oder einem den Parkplatz klaut. Jemand der seine Geduld systematisch schult, schafft es aber sogar gleichmütig und heiter zu bleiben, wenn er schreckliche Schmerzen hat. Weil er eine so grosse Innere Freiheit hat, dass er auf einem bestimmten Reiz nicht automatisch mit einer bestimmten Handlung reagieren muss. Für andere ist es schon sehr schwierig das Telefon einfach klingen zu lassen, ohne ranzugehen.

    Auf die gesellschaftlichen Normen würde ich das nicht beziehen, eher auf meinen eigenen Maßstab (der natürlich nicht völlig außerhalb der "Norm" steht) :lol: . Interessant finde ich, dass du von reagieren "müssen" sprichst. Ist mit Gleichmut dann gemeint, dass man zwar eine bestimmte Emotion (z.B. Wut) hat, aber eben genug Distanz dazu/"innere Freiheit", dass man entscheiden kann, ob man sie rauslässt oder nicht? Vielleicht auch, dass man nach einer Weile in bestimmten Situationen (wenn es überzogen wäre) gelassen bleibt? Das wäre das, was ich allgemein von einer halbwegs "reifen Persönlichkeit" erwarten würde. Wobei es natürlich Abstufungen gibt und in sehr extremen Situationen wohl nur die wenigsten Menschen gelassen bleiben.
    LG

  • monikamarie
    Gast
    • 2. Februar 2012 um 18:30
    • #34
    Laleni:


    ...
    Mich würde nun interessieren, was der Unterschied zwischen meiner (alltagspraktischen) Auffassung und der buddhistischen ist. Vielen Dank!
    ...

    Hi Laleni,
    ich habe im Laufe der Jahre meine Gefühle genau unter die Lupe genommen und konnte die meisten davon einfach loslassen. Da hilft die Achtsamkeitspraxis sehr gut. Weil diese so nach und nach ganz klar vor Augen führt, was die Ursachen von Ärger, Wut, Empfindlichkeit, Verletzung etc. bzw. guter Laune, kurzfristigen Glücksgefühlen, Verliebtheit etc. sind. Sobald jeder für sich die eigene Konditionierung erkennt, ist es auch möglich, diese Gefühle zu durchschauen und - so er will - zu verabschieden. Es geht nicht darum, nichts zu fühlen. Es geht darum, sich von ihnen nicht gängeln zu lassen, z. B. "heute bin ich schlecht gelaunt". Bei meiner buddhistischen Praxis habe ich in diesem Fall beispielsweise sofort die Achtsamkeit erhöht, damit ich niemandem durch meine "Unpässlichkeit" unnötig verletze oder meine unangenehmen Gefühle auf andere projiziere und sie dafür verantwortlich mache, wenn mir etwas nicht gelingt. Und dazu kann ich auch mitteilen, dass ich "schlechte Laune" überhaupt nicht mehr kenne.
    Andererseits habe ich dann auch erkannt, dass meine spontane Superlaune nur dadurch entstand, weil ich vielleicht ein paar Euro mehr in der Tasche hatte und nicht, weil ich jetzt endlich glücklich bin. Also alles vergänglich. Ich erlaube diesen Gefühlen nicht mehr, mich zu dominieren und mir etwas vorzugaukeln.

    Für mich war wichtig, einen Frieden und einen Zustand zu erreichen, der nicht von äußeren Dingen abhängig ist, der nicht einfach so umgehauen werden kann. Selbst Schmerzen haben heute nicht mehr die Macht über mich wie früher - aber das ist natürlich nochmal 'ne viel größere Nummer. Und so geht es dann halt immer weiter mit der Achtsamkeit, bis sie so in Fleisch und Blut übergegangen ist, dass all das, was in früheren Zeiten so "weltbewegend" war oder was auch andere immer noch "aus der Bahn zu werfen scheint", einer Vergangenheit angehört wie das "eigene Weinen über den nicht von der Mama gekauften Lolli", als ich noch ein Kind war.

    _()_ Monika

  • monikamarie
    Gast
    • 2. Februar 2012 um 18:43
    • #35
    Laleni:


    ...
    Interessant finde ich, dass du von reagieren "müssen" sprichst. Ist mit Gleichmut dann gemeint, dass man zwar eine bestimmte Emotion (z.B. Wut) hat, aber eben genug Distanz dazu/"innere Freiheit", dass man entscheiden kann, ob man sie rauslässt oder nicht? Vielleicht auch, dass man nach einer Weile in bestimmten Situationen (wenn es überzogen wäre) gelassen bleibt? Das wäre das, was ich allgemein von einer halbwegs "reifen Persönlichkeit" erwarten würde. Wobei es natürlich Abstufungen gibt und in sehr extremen Situationen wohl nur die wenigsten Menschen gelassen bleiben.
    LG

    Ich habe mich halt immer wieder gewundert, wieso mich früher etwas in Rage gebracht hat, was ich dann gewisse Zeit später überhaupt nicht mehr so wahrnehmen konnte und was ich womöglich auch aus einem anderen Blickwinkel nun ganz anders sah. Ich habe mir dann "gedacht", dass das doch auch schon schneller möglich sein müsste. Und habe mich da immer schneller näher rangebracht, bis ich den Moment erkannte, wodurch die "Rage" ausgelöst wurde. Und - obwohl sie da war - musste ich auf einmal nicht mehr re-agieren, sondern konnte - wie Du oben schreibst - Distanz dazu halten. Und das Gefühl verschwand, zunächst stockend und sehr spürbar, dann wurde es mit der Zeit immer kleiner wie eine kleine Flamme, bis sie nur noch wie eine Vogelfeder leicht antippte, so dass ich darüber sogar lächeln konnte. Es ist eine Zuneigung zu mir selbst dabei entstanden und ich erkannte, dass ich mich nicht verteidigen muss, dass ich einfach standhaft zuhören kann oder eventuell ruhig antworten oder weggehen - was immer vonnöten ist.
    Das hat mir ganz viel Kraft gebracht.
    So schaue ich mir alle Gefühle und ALLES an, was Macht über mich er-greifen will.
    _()_ Monika

  • Laleni
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    • 2. Februar 2012 um 19:51
    • #36

    Hallo Monika,

    vielen Dank für den ausführlichen Bericht!

    monikamarie:


    Für mich war wichtig, einen Frieden und einen Zustand zu erreichen, der nicht von äußeren Dingen abhängig ist, der nicht einfach so umgehauen werden kann. Selbst Schmerzen haben heute nicht mehr die Macht über mich wie früher - aber das ist natürlich nochmal 'ne viel größere Nummer. Und so geht es dann halt immer weiter mit der Achtsamkeit, bis sie so in Fleisch und Blut übergegangen ist, dass all das, was in früheren Zeiten so "weltbewegend" war oder was auch andere immer noch "aus der Bahn zu werfen scheint", einer Vergangenheit angehört wie das "eigene Weinen über den nicht von der Mama gekauften Lolli", als ich noch ein Kind war.

    Das waren Zeiten als ich mich noch über einen Lolly aufgeregt habe! Nur die Pubertät war schlimmer :grinsen: ! Zum Glück bin ich von Natur aus eher ruhig und "nicht so leicht aus der Bahn zu werfen". Mit Buddhismus habe ich mich bisher nie beschäftigt, finde es aber jetzt sehr interessant, dass vieles von dem, was ich hier lese, "irgendwie passt" (mir fällt gerade nicht ein, wie ich das anders ausdrücken könnte). Anderes vielleicht auch nicht, so genau habe ich noch keinen Einblick.

    Entwickelt (in Richtung mehr Gelassenheit) habe ich mich vor allem durch Aufgaben und auch viele unangenehme Situationen, die sich mir in den Weg gestellt haben. Jede schwierigere Aufgabe lässt einen die vorangegangenen (damals natürlich auch sehr schwierigen) wie einen Sonntagnachmittagsspaziergang erscheinen, finde ich. Leider fürchte ich, ich habe noch lange nicht ausgelernt :shock: .

    Achtsamkeit halte ich für einen sehr interessanten Ansatz, zu dem ich noch jede Menge lernen kann.

    LG

  • monikamarie
    Gast
    • 2. Februar 2012 um 20:58
    • #37
    Laleni:


    ...
    Zum Glück bin ich von Natur aus eher ruhig und "nicht so leicht aus der Bahn zu werfen". Mit Buddhismus habe ich mich bisher nie beschäftigt, finde es aber jetzt sehr interessant, dass vieles von dem, was ich hier lese, "irgendwie passt" (mir fällt gerade nicht ein, wie ich das anders ausdrücken könnte).

    Entwickelt (in Richtung mehr Gelassenheit) habe ich mich vor allem durch Aufgaben und auch viele unangenehme Situationen, die sich mir in den Weg gestellt haben. Jede schwierigere Aufgabe lässt einen die vorangegangenen (damals natürlich auch sehr schwierigen) wie einen Sonntagnachmittagsspaziergang erscheinen, finde ich. Leider fürchte ich, ich habe noch lange nicht ausgelernt :shock: .

    Achtsamkeit halte ich für einen sehr interessanten Ansatz, zu dem ich noch jede Menge lernen kann.
    ...

    Na, dann hast Du doch schon gute Voraussetzungen. "Ausgelernt" haben wir alle bis zum Ende nicht ;) . Wobei es eigentlich ein Ent-Lernen ist, genauso wie ein Ent-Wöhnen. Es ist ein langer Weg, doch jeder Schritt lohnt.
    Ich wünsche Dir viel Erfolg dabei.
    _()_ Monika

  • Laleni
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    • 2. Februar 2012 um 21:30
    • #38
    monikamarie:


    Na, dann hast Du doch schon gute Voraussetzungen. "Ausgelernt" haben wir alle bis zum Ende nicht ;) . Wobei es eigentlich ein Ent-Lernen ist, genauso wie ein Ent-Wöhnen. Es ist ein langer Weg, doch jeder Schritt lohnt.
    Ich wünsche Dir viel Erfolg dabei.
    _()_ Monika

    Vielen Dank für die guten Wünsche! Das mit "ausgelernt" war natürlich Spaß :grinsen: . Sollte heißen es kommen bestimmt noch mehr von diesen "unangenehmen" Situationen, die mich gelassener werden lassen :( .

    LG

  • Elliot
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    • 2. Februar 2012 um 22:19
    • #39
    Zitat

    "Und was, ihr Bhikkhus, ist die Befriedigung im Fall der Gefühle? Ihr Bhikkhus, da tritt ein Bhikkhu ganz abgeschieden von Sinnesvergnügen, abgeschieden von unheilsamen Geisteszuständen, in die erste Vertiefung ein, die von anfänglicher und anhaltender Hinwendung des Geistes begleitet ist, und verweilt darin, mit Verzückung und Glückseligkeit, die aus der Abgeschiedenheit entstanden sind. Bei so einer Gelegenheit wählt er nicht Leid für sich selbst, noch Leid für andere, noch Leid für beide. Bei jener Gelegenheit empfindet er nur Gefühl, das frei von Leid ist. Die höchste Befriedigung im Fall der Gefühle ist Freiheit von Leid, sage ich."

    "Wiederum tritt ein Bhikkhu mit der Stillung der anfänglichen und anhaltenden Hinwendung des Geistes (zum Meditationsobjekt) in die zweite Vertiefung ein, die innere Beruhigung und Einheit des Herzens ohne anfängliche und anhaltende Hinwendung des Geistes enthält, und verweilt darin, mit Verzückung und Glückseligkeit, die aus der Konzentration entstanden sind. Bei so einer Gelegenheit wählt er nicht Leid für sich selbst, noch Leid für andere, noch Leid für beide. Bei jener Gelegenheit empfindet er nur Gefühl, das frei von Leid ist. Die höchste Befriedigung im Fall der Gefühle ist Freiheit von Leid, sage ich."

    "Wiederum tritt ein Bhikkhu mit dem Verblassen der Verzückung, in Gleichmut verweilend, achtsam und wissensklar, voll körperlich erlebter Glückseligkeit, in die dritte Vertiefung ein, von der die Edlen sagen: 'Glückselig verweilt derjenige, der voll Gleichmut und Achtsamkeit ist', und verweilt darin. Bei so einer Gelegenheit wählt er nicht Leid für sich selbst, noch Leid für andere, noch Leid für beide. Bei jener Gelegenheit empfindet er nur Gefühl, das frei von Leid ist. Die höchste Befriedigung im Fall der Gefühle ist Freiheit von Leid, sage ich."

    "Wiederum tritt ein Bhikkhu mit dem Überwinden von Glück und Schmerz und dem schon früheren Verschwinden von Freude und Trauer, in die vierte Vertiefung ein, die aufgrund von Gleichmut Weder-Schmerzhaftes-noch-Angenehmes und Reinheit der Achtsamkeit in sich hat, und verweilt darin. Bei so einer Gelegenheit wählt er nicht Leid für sich selbst, noch Leid für andere, noch Leid für beide. Bei jener Gelegenheit empfindet er nur Gefühl, das frei von Leid ist. Die höchste Befriedigung im Fall der Gefühle ist Freiheit von Leid, sage ich."

    "Und was, ihr Bhikkhus, ist die Gefahr im Fall der Gefühle? Gefühle sind vergänglich, Dukkha und der Veränderung unterworfen. Dies ist die Gefahr im Fall der Gefühle [3]."

    "Und was, ihr Bhikkhus, ist das Entkommen im Fall der Gefühle? Es ist die Beseitigung von Begierde und Gier, das Überwinden von Begierde und Gier nach Gefühlen [4]. Dies ist das Entkommen im Fall der Gefühle."

    "Daß jene Mönche und Brahmanen, die im Fall der Gefühle die Befriedigung nicht der Wirklichkeit entsprechend als Befriedigung verstehen, die Gefahr nicht als Gefahr, und das Entkommen nicht als Entkommen, daß sie Gefühle entweder selbst völlig durchschauen, oder einen anderen anleiten, so daß er Gefühle völlig durchschaut - das ist unmöglich. Daß jene Mönche und Brahmanen, die im Fall der Gefühle die Befriedigung der Wirklichkeit entsprechend als Befriedigung verstehen, die Gefahr als Gefahr, und das Entkommen als Entkommen, daß sie Gefühle entweder selbst völlig durchschauen, oder einen anderen anleiten, so daß er Gefühle völlig durchschaut - das ist möglich." (http://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m013z.html)

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    Viele Grüße
    Elliot

    Viele Grüße

    Elliot

  • rosie
    Gast
    • 2. Februar 2012 um 22:21
    • #40

    Meines Erachtens wird das "Anhaften" in Fragen der Liebe überschätzt. Denn beim Anhaften ist ja ein gedanklich-willentlicher Vorgang angedeutet. Die Liebe als erregte Zuneigung zu einem anderen entsteht aber meist aus biochemischen Ursachen. Die Grundlagen werden früh gelegt, es fängt im Embryo an und verfestigt sich später beim Anblick von Bewegungsmustern und vor allem von Gerüchen, an die sich das Wohlbefinden/die Erregung koppelt. Das geschieht noch unbewusst, aber später suchen wir uns dann Partner/innen aus, die wir "riechen können", die sich auf bestimmte Art bewegen usf. Das Ganze laden wir natürlich mächtig gedanklich auf, und daran können wir, uns versenkend, auch "arbeiten", es uns bewusst machen, es beobachten. Doch ich glaube inzwischen, die Gedanken der Liebe sind hier sozusagen nachkörperlich, also die Folge eines instinktiven Programmablaufs, den es wiederum per se nicht zu werten gilt, der also in Ordnung ist. Ein solches Verständnis der Liebe fehlte dem Gautama natürlich in seiner Zeit (ich weiß, es gibt Menschen, die ihn auf ewig für allwissend halten wollen).

  • Elliot
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    • 2. Februar 2012 um 22:31
    • #41
    Zitat

    So habe ich gehört. Einmal hielt sich der Erhabene bei Sāvatthī im Jeta Hain, dem Park des Anāthapiṇḍika auf.

    Bei jener Gelegenheit war der einzige, geschätzte und geliebte Sohn eines gewissen Haushälters gestorben. Nach dem Tode seines Sohnes hatte er kein Verlangen zu arbeiten oder zu essen mehr. Immer wieder ging er zum Leichenfeld und rief: "Mein einziges Kind, wo bist du? Mein einziges Kind, wo bist du?"

    Dann ging jener Haushälter zum Erhabenen, und nachdem er ihm gehuldigt hatte, setzte er sich seitlich nieder. Der Erhabene sagte zu ihm: "Haushälter, deine Sinne sind nicht die von einem, der seinen Geist unter Kontrolle hat. Deine Sinne sind durcheinander geraten."

    "Wie sollten meine Sinne auch nicht durcheinander geraten sein, ehrwürdiger Herr. Denn mein geschätzter und geliebter, einziger Sohn ist gestorben. Seit er starb habe ich kein Verlangen zu arbeiten oder zu essen mehr. Immer wieder gehe ich zum Leichenfeld und rufe: 'Mein einziges Kind, wo bist du? Mein einziges Kind, wo bist du?'"

    "So ist es, Haushälter, so ist es. Kummer, Klagen, Schmerz, Trauer und Verzweiflung sind von jenen geboren, die uns lieb sind, rühren von jenen her, die uns lieb sind."

    "Ehrwürdiger Herr, wer würde denn jemals denken, daß Kummer, Klagen, Schmerz, Trauer und Verzweiflung von jenen geboren sind, die uns lieb sind, von jenen herrühren, die uns lieb sind? Ehrwürdiger Herr, Glück und Freude sind von jenen geboren, die uns lieb sind, rühren von jenen her, die uns lieb sind." Ungehalten über die Worte des Erhabenen, sie mißbilligend, erhob sich dann der Haushälter von seinem Sitz und ging fort.(http://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m087z.html)

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    Viele Grüße
    Elliot

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    Elliot

  • brigittefoe
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    • 3. Februar 2012 um 01:22
    • #42
    Askan:

    "Liebe" wird ja oft als zentraler Schlüssel im Buddhismus gesehen. Die Liebe stellt einen wichtigen Faktor dar, sich selbst zu finden und seine Umwelt so an zu nehmen, wie sie ist um dann sich mehr und mehr von ihr zu befreien.

    Ist es möglich, gänzlich ohne "Liebe" auszukommen?
    So dass wir als Mensch alles neutral und gefühlslos angehen?
    Sicher ist das ein sehr extrem harte Art voran zu kommen zu wollen.

    Die Frage stellt sich, ob es möglich ist?
    Liebe ist ja letztendlich auch ein Teil des Puzzels, das das Lebensrad am Laufen hält.

    Ich versuche manchmal den Weg der Gefühlslosigkeit zu gehen.
    Ich muss aber sagen, dass es so gar keine Früchte trägt.
    Es ist fast Quälerei, wie wenn man versucht sein eigenes Herz zu erstechen (bidlich gesprochen).

    Gefühlslosigkeit oder Wahrnehmung ohne Liebe (Unterdrückung der Gefühle) muss ich mit Stillstand gleichsetzen.
    Ich meine hierbei dass rationale Negieren jeglich aufkommender Emotionen und Gedanken.
    Es passiert nichts. Keine Einsicht. (Nur Quälerei)

    Wisst ihr mehr dazu?

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    Liebe ist ein Gnadenakt G'ttes !
    Ich bin kein Buddhist und deshalb ist für mich persönlich die
    LIEBE
    etwas Besonderes,
    nämlich der Rettungsanker meines Herrn Jesus Christus.

    LG

    PS:
    Liebe macht sich NUR bemerkbar,
    wenn ich das EGO
    verlassen habe.

    :!:

    Es ist eine wahre Schmach und Schande, daß wir Christen wie blinde Hühner umhergehen und nicht erkennen, was in uns ist und davon gar nichts wissen.
    Johannes Tauler

  • Elliot
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    • 3. Februar 2012 um 06:38
    • #43
    Zitat

    "Wiederum, ihr Bhikkhus, besitzt da ein Bhikkhu Vertrauen, Sittlichkeit, Gelehrsamkeit, Großzügigkeit und Weisheit. Er hört, daß der Brahmā der Hunderttausend langlebig und schön ist und große Freuden genießt. Der Brahmā der Hunderttausend hat ein Weltensystem von hunderttausend Welten zugeneigt durchdrungen und er hat die Wesen, die dort wiedererschienen sind, zugeneigt durchdrungen. So wie ein Ornament aus feinstem Gold, von einem klugen Goldschmied besonders geschickt im Brennofen gewirkt, auf rotem Brokat liegend, glüht, leuchtet und funkelt, so ist der Brahmā der Hunderttausend darauf aus, ein Weltsystem von hunderttausend Welten zugeneigt durchdrungen und er hat die Wesen, die
    dort wiedererschienen sind, zugeneigt durchdrungen. Der Bhikkhu denkt: 'Ach, möge ich doch bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode im Gefolge des Brahmā der hunderttausend wiedererscheinen!' Er richtet seinen Geist darauf aus, lenkt ihn dort hin, entfaltet ihn. Diese Gestaltungen und dieses sein Verweilen, die so entfaltet und geübt wurden, führen dazu, daß er dort wiedererscheint. Dies, ihr Bhikkhus, ist der Pfad, der Weg, der dazu führt, daß er dort wiedererscheint." (http://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m120z.html)

    Zitat

    "Er verweilt, indem er eine Himmelsrichtung mit einem Herzen durchdringt, das erfüllt ist von Liebender Güte [1]; ebenso die zweite, ebenso die dritte, ebenso die vierte Himmelsrichtung; auch nach oben, nach unten, in alle Richtungen und überall hin, und zu allen wie zu sich selbst, verweilt er, indem er die allumfassende Welt mit einem Herzen durchdringt, das von Liebender Güte erfüllt ist, unerschöpflich, erhaben, unermeßlich, ohne Feindseligkeit und ohne Übelwollen."

    "Er verweilt, indem er eine Himmelsrichtung mit einem Herzen durchdringt, das erfüllt ist von Mitgefühl; ebenso die zweite, ebenso die dritte, ebenso die vierte Himmelsrichtung; auch nach oben, nach unten, in alle Richtungen und überall hin, und zu allen wie zu sich selbst, verweilt er, indem er die allumfassende Welt mit einem Herzen durchdringt, das von Mitgefühl erfüllt ist, unerschöpflich, erhaben, unermeßlich, ohne Feindseligkeit und ohne Übelwollen."

    "Er verweilt, indem er eine Himmelsrichtung mit einem Herzen durchdringt, das erfüllt ist von Mitfreude; ebenso die zweite, ebenso die dritte, ebenso die vierte Himmelsrichtung; auch nach oben, nach unten, in alle Richtungen und überall hin, und zu allen wie zu sich selbst, verweilt er, indem er die allumfassende Welt mit einem Herzen durchdringt, das von Mitfreude erfüllt ist, unerschöpflich, erhaben, unermeßlich, ohne Feindseligkeit und ohne Übelwollen."

    "Er verweilt, indem er eine Himmelsrichtung mit einem Herzen durchdringt, das erfüllt ist von Gleichmut; ebenso die zweite, ebenso die dritte, ebenso die vierte Himmelsrichtung; auch nach oben, nach unten, in alle Richtungen und überall hin, und zu allen wie zu sich selbst, verweilt er, indem er die allumfassende Welt mit einem Herzen durchdringt, das von Gleichmut erfüllt ist, unerschöpflich, erhaben, unermeßlich, ohne Feindseligkeit und ohne Übelwollen."

    "Er versteht: 'Es gibt dies, es gibt Niederes, es gibt Höheres, und darüber hinaus gibt es ein Entkommen aus diesem gesamten Feld der Wahrnehmung [2].'"(http://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m007z.html)

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    Viele Grüße
    Elliot

    Viele Grüße

    Elliot

  • monikamarie
    Gast
    • 3. Februar 2012 um 08:51
    • #44
    Zitat

    "Er versteht: 'Es gibt dies, es gibt Niederes, es gibt Höheres, und darüber hinaus gibt es ein Entkommen aus diesem gesamten Feld der Wahrnehmung [2].'"(http://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m007z.html)

    Danke und guten Morgen Elliot.
    _()_

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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