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Ich bin der Baum, den ich wahrnehme?

  • SWAN
  • 5. Mai 2026 um 11:34
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  • JoJu91
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    • 8. Mai 2026 um 07:43
    • #26
    Mahasi:

    Wer auf Monde zeigt, hat noch nicht verstanden, was (er)leuchtet.

    Stellt sich im konkreten Einzelfall die Frage, was dem Reisenden nach Aurich mehr hilft:


    (1) Der Narr, der noch nie in Aurich war, dem Reisenden mit dem Finger aber die richtige Richtung nach Aurich zeigt


    (2a) Der Weise, der Aurich kennt, aber auf die Frage des Reisenden in edlem Schweigen verharrt


    (2b) Der Narr, der Aurich nicht kennt, und auf die Frage des Reisenden in edlem Schweigen verharrt


    (3a) Der Weise, der Aurich kennt, und auf die Frage des Reisenden mit einer Geschichte über das wahre Wesen von Aurich antwortet


    (3b) Der Narr, der Aurich nicht kennt, und auf die Frage des Reisenden mit der Geschichte über das wahre Wesen von Aurich antwortet, die er vom Weisen gehört und auswendig gelernt hat


    (4) ...


    :?


    Zu dem Thema "Der Weg nach Aurich" gibt es übrigens einen schönen Kurzfilm von Rudi Carrell ...

  • void
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    • 8. Mai 2026 um 10:04
    • #27
    Igor07:
    void:

    Unsere Geburt führt dazu, dass wir aus der Mutter rausgeflutscht sind, dass wir Altern und Sterben, liebgewonnenes verlieren und Widriges erfahren.

    Zu pessimistisch, scheint mir:


    Zitat
    Zitat

    Und so lang du das nicht hast,
    dieses Stirb und Werde,
    bist du nur ein trüber Gast
    auf der dunklen Erde.

    West-östlicher Divan, Buch des Sängers, Selige Sehnsucht

    "Ich" lebe weiter: in meinen Kindern, meinen Enkeln, so ist das Leben.

    Die goldene Mitte oder der mittlere Weg.

    Alles anzeigen

    Viel unsere Sehnsucht nach Verbundenheit ist ja ein Wunsch nach Geborgenheit und Bestätigung durch andere. Was ha oft erfüllt ist: Man findet eine liebenden Partner, hat eine Familie, findet Freunde, hat einen erfüllenden Job.


    Es gibt Verbindungen aber sie sind beschränkt, ein großer Teil des Universums ist uns nicht "freundlich verbunden". Du zitierst da ja einen Teil eines Gedichts, wo es um das Annehmen des "Stirb und Werde" geht. Es ist wahrscheinlich eher selten, dass dieses Gedicht dazu herangezogen wird, um Optimismus das Wort zu reden, da es ja als eines von Goethes düstersten, rätselhaftesten und verstörenden Werk gilt.


    Du zutiefst ja nur die letzte Strophe, wo man ja nicht merkt dass es um eine Motte geht, deren deren Begierde ("selige Sehnsucht" ) sie ihn die Flammen einer Kerze treibt:

    Selige Sehnsucht:

    Sagt es niemand, nur den Weisen,
    Weil die Menge gleich verhöhnet,
    Das Lebend'ge will ich preisen,
    Das nach Flammentod sich sehnet.


    In der Liebesnächte Kühlung,
    Die dich zeugte, wo du zeugtest,
    Überfällt dich fremde Fühlung
    Wenn die stille Kerze leuchtet.


    Nicht mehr bleibest du umfangen
    In der Finsternis Beschattung,
    Und dich reißet neu Verlangen
    Auf zu höherer Begattung.


    Keine Ferne macht dich schwierig,
    Kommst geflogen und gebannt,
    Und zuletzt, des Lichts begierig,
    Bist du Schmetterling verbrannt.

    Alles anzeigen

    Das "Stirb und Werde" das man annehmen soll, umfasst also nicht nur "Happy familes" sondern die Natur enthält auch Verstörendes und Widersinniges. Und ein Annehmen dessen ist eben nicht nur ein Annehmen des Angenehmen sondern gerade auch dessen was uns sehr gegen den Strich geht, das "Absurde" bzw Dukkha.


    Nur durch das Annehmen kommen wir zu Friede und Verbundenheit .

  • Igor07
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    • 8. Mai 2026 um 19:55
    • #28

    Lieber void, wenn du mir erlaubst, kann ich meine eigene Position ausführlicher erklären. Du schreibst über Dukkha als etwas „Verstörendes“ und „Widersinniges“. Früher hast du geschrieben: „Unsere Geburt führt dazu, dass wir aus der Mutter herauskommen, dass wir altern und sterben, Liebgewonnenes verlieren und Widriges erfahren.“


    Das sind sehr harte Worte, aber sie sind menschlich. Für die Natur ist das jedoch absolut gleichgültig, denn diese sogenannte Natur stellt nicht mehr dar als den Strom der bedingten Entstehung, paṭicca-samuppāda. Bestimmte Ursachen und Bedingungen lösen bestimmte Wirkungen aus. Mit meinen eigenen Bewertungen und Beurteilungen hat das nichts zu tun.


    So verstehe ich es: Geburt ist Dukkha, ebenso wie Tod und Krankheit. Aber der Buddha hat doch Dukkha überwunden, oder? Gleichzeitig war er selbst alt, krank und ist gestorben. Was sollte ich dann unter dem Begriff „Dukkha“ konkret nachvollziehen? Ich werde auch sterben, das ist das Gesetz. Alles, was entsteht, ist dazu verdammt, zu vergehen.


    Hier gibt es keine Grausamkeit, wenn ich deine Worte lese. Das wäre vergleichbar mit dem Gesetz der Gravitation: Wenn etwas mir auf den Kopf fällt, kann es mein Leben kosten. Wenn ich meine Finger in die Steckdose stecke, kann ich sterben.

    Die Natur schert sich nicht um mich und meine Person. Punkt.


    Unter Dukkha und seiner Überwindung kann ich nur den zweiten Pfeil verstehen, also meine innere Einstellung zum Leben und auch zum Sterben, so wie es ist. Aber das alles wegzuwischen, steht nicht in meiner Kraft.


    Du schreibst diesen Gesetzen der Natur eine negative oder widrige Bedeutung zu. Das ist deine eigene Position. Damit erschaffst du selbst die Bedingungen für den sogenannten zweiten Pfeil. Im Sinne: Ist das Glas mit Wasser halb leer oder halb voll?


    Abschließend zur Verbundenheit: Ich meine es nicht romantisch oder wie verklärend, aber wenn ich innerlich anerkenne, dass alle leidenden Wesen genau wie ich sterblich sind, dann kann ich mich wahrscheinlich nicht mehr so übermäßig wichtig wahrnehmen. Ich bin nicht mehr der Nabel der Welt, denn alle leiden, und alles ist vergänglich – nicht ich allein. Das ist mein Verständnis dieser Verbundenheit, rein praktisch, ohne Mystik.

    Alles Gute.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • void
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    • 8. Mai 2026 um 20:28
    • #29

    Nein, da hast du mich mißverstanden. Mir geht es nur darum, dass eine bestimmte Sicht von " romantischer Verbundenheit" falsch ist, und nur deswegen betone ich, dass es eben auch Situationen gibt die wir als "verstörend" erleben - wo also unsere Erwartungen sehr enttäuscht werden.


    Gerade wenn man eher romantische Erwartungen (Verbundenheit, Harmonie, Sieg des Guten) wird man ja dazu tendieren, von der Welt entäuscht zu werden. Während man, wenn man viel abnehmen kann, da wenig Probleme hat. Du drückst das gut aus. Wenn wir nicht mehr der Nabel der Welt sind - kein Hauptact sondern eher nette Komparsen im Hintergrund - dann sind wir darüber verbunden. Ich kann dir da sehr zustimmen.

  • SWAN
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    • 9. Mai 2026 um 10:15
    • #30

    void


    Für mich sind viele deiner Ansätze hier im Thread sehr hilfreich und wirken dabei sehr down-to-earth. Das gefällt mir! :) Und ich finde, im Angesicht der Grausamkeit trotzdem (oder gerade deshalb) das Schöne in der Natur zu finden, ist eine ganz besondere Form von Romantik und Naturverbundenheit.

  • Tai
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    • 10. Mai 2026 um 21:07
    • #31
    SWAN:

    Hey Leute,

    ich fühle mich in letzter Zeit wieder zum Zenbuddhismus hingezogen und lese da gerade ein paar Sachen. In einem Buch heißt es, dass im Grunde Alles Eins ist. Und dass diese Ununterschiedenheit bedeutet, dass ich der Baum bin, den ich wahrnehme. Dass ich der Sternenhimmel bin, den ich wahrnehme. Und dann wird das damit begrüdet, dass alles miteinander verbunden ist.


    Das geht einfach nicht in meinen Kopf rein. Nur weil etwas miteinander verbunden ist, heißt es doch nicht, dass es ein und das selbe ist. Es ist doch logisch betrachtet sogar so, dass eine Verbindung Einzeldinge voraussetzt.


    Ich bin verwirrt... und interessiert an eure Sicht darauf.


    Liebe Grüße!

    Alles anzeigen

    Wichtige Frage :)


    Dass alles miteinander verbunden sei, ist auch nur ein gedankliches Konzept - man kann sich das so vorstellen und daran glauben oder auch nicht.


    Viel wichtiger ist, zu erkennen, dass wenn du einen Baum wahrnimmst, das Wahrgenommene Teil deiner Wirklichkeit, also nicht getrennt von dir ist. In diesem Sinne kann es für dich gar nichts geben, das du wahrnimmst oder dir vorstellst, dass nicht dadurch zugleich Teil deiner Wirklichkeit und damit nicht getrennt von dir ist.


    Was immer dir begegnet, was du wahrnimmst oder dir auch nur vorstellst, ist damit zwangläufig Teil deiner Wirklichkeit und in diesem Sinne ist es auch du, denn du bist ja nicht getrennt von deinen Wahrnehmungen. Das muss man jetzt aber nicht "ich" nennen oder "Baum". Es ist, was es ist und solche Begriffe können im Leben hilfreich sein, sind aber letztlich nur Vorstellungen, die der Sache niemals wirklich gerecht werden können.


    Solche Vorstellungen kann man auch gerne wieder loslassen, um sich stattdessen auf das unmittelbar genau jetzt Gegebene einzulassen, in dem es nichts geben kann, das nicht in diesem Moment Teil dieser Wirklichkeit ist - sei es als Wahrnehmung oder als Vorstellung (die im Buddhismus ja auch als Wahrnehmung verstanden wird).

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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