Im versuch der rechten Rede habe ich meine Worte sorgfältig gewählt:
Bei Lama Ole Nydahl wird seit Jahren immer wieder ein besonders heikler Vorwurf diskutiert: die Verwendung bzw. Übernahme von Denkfiguren, die von Kritikern als rassisch oder kulturhierarchisch interpretiert werden.
Konkret geht es dabei um Aussagen, in denen Menschen in grobe „Kultur- oder Zivilisationsräume“ eingeordnet werden sollen – verbunden mit Zuschreibungen von Überlegenheit oder Rückständigkeit. Kritiker sehen darin keine harmlose Vereinfachung, sondern ein Weltbild, das klar in Richtung kultureller Hierarchisierung geht.
Besonders brisant ist, dass in der öffentlichen Debatte auch Passagen thematisiert werden, in denen angeblich abwertende Beschreibungen von Bevölkerungsgruppen aus dem Himalaya-Raum vorkommen sollen. Diese werden von Kritikern als entmenschlichend oder stark herabsetzend interpretiert – teilweise wird dabei auch auf körperliche oder hygienische Zuschreibungen verwiesen. Allerdings ist wichtig: Die genaue Wortlautlage dieser Stellen ist umstritten und wird je nach Quelle unterschiedlich wiedergegeben.
Unabhängig von der exakten Zitierfrage bleibt der Kern der Kritik bestehen: Nydahls Rhetorik wird von vielen Beobachtern nicht als rein spirituelle Lehre verstanden, sondern als Mischung aus buddhistischen Begriffen und stark vereinfachenden, teilweise kulturell wertenden Kategorien.
Während seine Anhänger dies als „klare Sprache ohne politische Korrektheit“ verteidigen, sehen Kritiker darin ein problematisches Muster: spirituelle Autorität wird genutzt, um stark vereinfachte und potenziell diskriminierende Weltbilder zu legitimieren.