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Mitgefühl in den Buddhistischen Traditionen

  • Rolf82
  • 10. November 2023 um 15:26
  • Zum letzten Beitrag
  • Rolf82
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    • 10. November 2023 um 15:26
    • #1

    Hallo,

    ich hätte eine Frage zum Thema Mitgefühl in den buddhistischen Richtungen.

    Ist das kultivieren von Mitgefühl im Vajrayana Buddhismus wichtiger als in den anderen Richtungen? In den anderen Richtungen liest man ja eher vom Thema Achtsamkeit sowohl im Zen als auch Theravada.

    Wenn man z. B. bei Amazon Buddhismus und Mitgefühl eingibt bekommt man sofort ein Buch vom Dalai Lama präsentiert. Der Dalai Lama gilt ja - soweit ich weiß - als die Verkörperung von Chenrezig oder Avalokitschvara.

    ich mein der Buddha hat ja schon das Metta-Sutta gelehrt und auch gesagt, dass diese Praxis einen weg aus dem Samsara darstellt.

    "In falscher Ansicht nicht befangen,
    Ein Tugendhafter, dem Erkenntnis eignet,
    Die Gier nach Lüsten hat er überwunden
    Und geht nicht ein mehr in den Mutterschoß." Sutta Nipata I.8 142-152 (palikanon.com)

    Tonglen ist ja z. B. eine Praxis die auf das Erwachen über das kultivieren von Mitgefühl abzielt.

  • void 10. November 2023 um 15:35

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Online
    Helmut
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    • 10. November 2023 um 15:53
    • #2

    Ganz generell kann man sagen, Mitgefühl spielt in allen Dharma-Traditionen eine wichtige Rolle. Alle Traditionen üben die vier unermesslichen Geisteshaltungen. Das sind

    • Unermesslicher Gleichmut
    • Unermessliche Liebe
    • Unermessliches Mitgefühl
    • Unermessliche Freude

    Mitgefühl besteht in dem Wunsch, dass die Lebewesen frei sein mögen von Leid und den Ursachen des Leides.

    Im Metta-Sutta geht es im Kern darum, die Realität korrekt zu erkennen, damit man die Unwissenheit überwinden kann, weil sie uns an Samsara fesselt.

    Gruß Helmut

    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

  • Qualia
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    21. Mai 1954 (71)
    • 10. November 2023 um 16:19
    • #3

    Gleichmut ohne Bedingungen zu stellen

    Liebe ohne Bedingungen zu stellen

    Mitgefühl ohne Bedingungen zu stellen

    Freude ohne Bedingungen zu stellen

    Wo ist

    Unermessliche Freigiebigkeit?

    Freigiebigkeit ohne Bedingungen zu stellen

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Anna Panna-Sati
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    • 10. November 2023 um 17:57
    • #4

    Hallo, lieber Rolf82 ,

    Rolf82:

    Ist das kultivieren von Mitgefühl im Vajrayana Buddhismus wichtiger als in den anderen Richtungen?

    Wie Helmut schon betonte, spielt das Mitgefühl in allen buddhistischen Traditionen eine wichtige Rolle, im Theravada praktiziert man z.B. die Metta-Meditation, um sich in liebender Güte und Mitgefühl zu üben.

    Der Dalai Lama, als Verkörperung von Avalokiteshvara verehrt, hebt Mitgefühl meiner Ansicht nach, jedoch mehr und öffentlichkeitswirksamer hervor, als die anderen Traditionen.

    Dies brachte ihm - und dem Buddhismus allgemein - viele Sympathiepunkte.

    Auch mein Interesse am Buddhismus resultiert aus dieser Herausstellung von "Mitgefühl für ALLE Wesen"...

    Liebe Grüße, Anna :) _()_ :heart:

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • Rolf82
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    • 10. November 2023 um 18:37
    • #5

    Danke für die Antworten. =)

    Es geht halt auch um die Meditationspraktiken. Ich fang mit reiner Achtsamkeit eigentlich so nichts an, weil es für mich noch nichts aussagt darüber, wie ich mich in der Situation verhalten soll. Ich brauch Metta-Meditation oder Tonglen.

    Und ich hab das mit Achtsamkeitsmeditation wirklich probiert - am meisten natürlich in Richtung Zen und Intersein.

    Ich suche eigentlich eine Buddhistische Richtung für mich. Das Problem ist halt, dass mir der Vajrayana Buddhismus eigentlich zu mystisch ist und ich eher säkular bin. Aber die Mitgefühlspraktik hab ich einfach am stärksten im tibetischen Buddhismus erlebt. Ich habe den Eindruck da wird am meisten Gewicht auf Mitgefühl gelegt.

  • jianwang
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    • 10. November 2023 um 19:03
    • #6

    Du brauchst jemand, der Dich lehrt - Buddhismus ist nicht nur in der Meditation zu finden.

    Wenn im dürren Baum der Drache Dir singt
    siehst wahrhaft Du den WEG.
    Wenn im Totenkopf keine Sinne mehr sind
    wird erst das Auge klar.

    jianwang 健忘 = sich [selbst] vergessend

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    Helmut
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    • 11. November 2023 um 14:09
    • #7
    Qualia:

    Gleichmut ohne Bedingungen zu stellen

    Liebe ohne Bedingungen zu stellen

    Mitgefühl ohne Bedingungen zu stellen

    Freude ohne Bedingungen zu stellen

    Wo ist

    Unermessliche Freigiebigkeit?

    Freigiebigkeit ohne Bedingungen zu stellen

    Alles anzeigen

    Bei den vier unermesslichen Geisteshaltungen geht es um unsere geistige Einstellung gegenüber den anderen Lebewesen. Diese Geisteshaltungen sind ohne Bedingungen in dem Sinne, dass ich von den anderen Lebewesen keine Gegenleistung erwarte. Sie sind allerdings bedingt, weil sie von Ursachen und Bedingungen abhängig in meinem Geisteskontinuum entstanden sind.

    Bei der Praxis der Freigebigkeit, Ethik, Geduld, Tatkraft, Konzentration und Weisheit geht es um etwas anderes, nämlich darum, den eigenen Geist zur Reife zu bringen; dass heißt ihn von den Leiden und deren Ursachen vollständig zu befreien.

    Auch wenn dies miteinander zusammenhängt, werden doch jeweils unterschiedliche Aspekte der Praxis betont.

    Natürlich sollte ich die Freigebigkeit ohne die Erwartung etwas zurückzubekommen praktizieren. In dem Sinne sollte sie bedingungslos sein wie die unermesslichen Geisteshaltungen. Aber genauso wie die unermesslichen Geisteshaltungen ist auch die Freigebigkeit bedingt entstanden.

    Gruß Helmut

    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

  • void
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    • 11. November 2023 um 17:45
    • #8

    Im Thervada gibt es ja die Metta Meditation.


    [lz]

    Tonglen (tib. གཏོང་ལེན, Wylie: gtong len; „aussenden und aufnehmen“) ist eine Form der Meditation im tibetischen Buddhismus. Tonglen entstammt dem Lojong (tib. བློ་སྦྱོང་, Wylie: blo sbyong; „Geistesschulung“) – einer Methode zur Entwicklung von relativem und absolutem Bodhichitta, was "Herz des Erwachens" oder auch "erleuchtende Geisteshaltung" bedeutet. Bei Tonglen wird vor allem das relative Bodhichitta trainiert, also befreiendes Mitgefühl, wobei sich der Übende vorstellt, das eigene Leid oder das Leid anderer Personen aufzunehmen und daraufhin Liebe (Pali: Metta, Sanskrit: Maitri) und Mitgefühl (Pali/Sanskrit: Karuna) auszusenden.[/lz]

    Jetzt würde man ja erwarten, dass es auch in allen anderen Mahayana-Schulen etwas gibt, was Metta-Meditation bzw Tonglen Praxis entspricht, oder?

    Der Punkt bei Zen ist, dass Zen dazu neigt, die Dinge nicht auseinander zu dividieren. Mitgefühl ist die Essenz eines Bodhisattvas, dieser ist nicht vom Buddha zu trennen und dieser nicht von Leerheit.

    The Role of Compassion in Actualizing Dōgen's Zen:

    Dōgen does not have any particular fascicle, or formal or informal talk, that focuses solely on compassion, so we must piece together his views on compassion from those writings which do mention it either in passing or refer to it by other means. Let us begin with the following:

    [lz]

    There is a simple way to become a buddha: When you refrain from unwholesome actions, are not attached to birth and death, and are compassionate toward all sentient beings, respectful to seniors and kind to juniors, not excluding or desiring anything, with no thoughts or worries, you will be called a buddha. Seek nothing else.

    [/lz]

    So many arms (hands) and eyes are representative of Avalokiteshvara’s ability to extend his “infinite compassion” to all beings.73 Given Dōgen’s identification of Avalokiteshvara as the “parent of all buddhas” and given that he is the bodhisattva of great compassion, it is not hard top see why Kim would conclude that, “The essence of the bodhisattva ideal [is] great compassion.” All importantly for our purposes, Kim continues:

    [lz]

    [The bodhissatva ideal] was [for Dōgen] the reconciliation of the dualistic opposites of self and nonself, sentient and insentient, Buddhas and sentient beings, man and woman,and so forth. As Dōgen stated, “The way of the bodhisattva is ‘I am Thusness; you are Thusness.’” The identity of “I” and “you” in thusness [emptiness/Buddha-nature], rather than identity in substance, status, or the like, was the fundamental metaphysical and religious ground of great compassion. This was why Dōgen said that when we study ourselves thoroughly, we understand others thoroughly as well; as a result, we cast off the< self and other.74

    [/lz]

    A bodhisattva, a Buddha, realizes the suffering of others as her own and is moved to free the other from suffering just as much as she might have been moved to free only herself from suffering prior to practice. The bodhisattva way, the Buddha Way for Dōgen, is the embodiment of compassion for the suffering of other beings, a suffering that is recognized as one’s own, in the dual sense of “just like the kind of suffering I as a human experience” and in the sense of "not one, not two; not the same, not different.” Thus, in the context of emptiness, acts of compassion—which are through and through every action of a bodhisattva who embodies emptiness through the selfless, non-judgmental care and attention to everything done, said, and thought—are the expression of the two sides of reality in a single action we have referred to again and again.

    Und von daher denke ich, dass auch in anderen japanischen Schulen ( Shin Buddhismus, Nichiren ) es so sehen, dass ihre Hauptpraxis zur Befreiung führt und dies die Entfaltung des Bodhisattva Ideals schon beinhaltet. Für einen Shin Buddhisten verkörpert Amida schon das Mitgefühlund von daher muß das nicht separat adressiert werden.

  • void
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    • 11. November 2023 um 18:06
    • #9

    Zusätzlich gab es in Japan eine traditionsübergreifende Verehrung von Kwannon - der "weiblich lesbaren" Form von Avalokiteshvara:

    Religion in Japan:
    Kannon ist seit ihrer Ankunft Ende des sechsten Jahrhunderts in Japan eine der beliebtesten Gottheiten im buddhistischen Pantheon. Der Name Kannon ist eine Kurzform von Kanzeon 觀世音 und setzt sich aus den Schriftzeichen kan 觀 für „betrachten, anschauen, einen Blick auf etwas werfen“, oder „Anschauung, Ansicht“ und on 音 „Ton, Laut, Schall“ zusammen. Daraus ableitend bedeutet 觀世音 so viel wie "die Töne (oder auch Gebete) der Welt wahrnehmend". Aus dieser Beschreibung ergibt sich die Aufgabe der mitfühlenden Bodhisattva, nämlich den Gebeten und Rufen von den auf der Erde lebenden Menschen zu lauschen und ihnen zu helfen, Erlösung zu finden. Da viele Menschen bei ihr Trost und Glück suchen, ist sie als eine der am meisten verehrten Figuren des ostasiatischen Buddhismus in zahlreichen Ikonographien, Texten und praktizierter Religion auffindbar.

    In Japan gab es von der Shingon-shu prächtige Tempel wie den Sanjūsangendō wo es über tausend Statuen der tausendarmigen ( korrigiert) Kannon gibt.

    Im Lotussutra gibt es das Kannonsutra das traditionsübergreifend geschätzt wurde. Auch auf den Seiten vieler Zenzentren ( z.B der Seite von Deshimarus AZI )findet man das Kannonsutra ( Kannon gyo) unter den Sutras die rezitiert werden und auch der Rinzai Lehrer Hakuin Ekaku war anscheinend ein großer Fan derseine Schüler die Rezitation dieses Sutras empfahl. Aber es galt nicht so sehr als ein Weg Mitgefühl zu kultivieren sondern als ein wundermächtiges Sutra, das von Krankheit heilt und ein langes Leben beschert. Also in gewisser Weise etwas "weltliches/volksbuddhistisches".

    Mit dem tibetischen Buddhismus und der Tonglen Praxis ist das nicht zu vergleichen.

  • Anna Panna-Sati
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    • 11. November 2023 um 20:30
    • #10
    void:

    In Japan gab es von der Shingon-shu prächtige Tempel wie den Sanjūsangendō wo es über tausend Statuen der tausendartigen Kannon gibt.

    Kl. Hinweis, es müsste "tausendarmigen" heißen, Kannon benötigt so viele Arme/Hände, um möglichst vielen leidenden Wesen helfen zu können.... ;) _()_

    Datei:1000-Armed-Kannon.jpg – Kamigraphie
    religion-in-japan.univie.ac.at

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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