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  1. Buddhaland Forum
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Philosophie

  • Valerian
  • 20. November 2021 um 14:23
  • Zum letzten Beitrag
1. offizieller Beitrag
  • Valerian
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    • 20. November 2021 um 14:23
    • #1

    Hallo zusammen,

    mir drängt sich in letzter Zeit eine Frage auf, bei der ich selbst per Analyse nicht zum Ziel komme.

    Wer oder Was hält denn den Geist (den denkenden, konzeptualisierenden, bewertenden) am Laufen, wenn die Einflüsse von außen fehlen? Wenn also im Extremfall im Schlaf das Körperliche, Empfindende, die Phänomene an den Sinnestoren geschwunden sind, träumt der Träumer sich dann selbst? Ebenfalls wird der Geist ja als momenthaft beschrieben. Nun denke ich mir, dass es quasi einen Trigger für die Momente geben müsste. Ein unabhängiger Denker/Selbst wird ja verneint, was ich nicht in Frage stelle, und der jeweils jetzige Moment kann eigentlich nicht die Ursache für den folgenden Moment sein. Zunächst können die Phänomene von außen die Kette am Laufen halten, was aber dann im Traum. Am ehesten kann ich mir vorstellen, dass man es so sehen muss, dass wie im Wachzustand der Geist im Schlaf nicht wirklich schläft und dieser Geistsinn sich seine Objekte selbst erschafft. Dann bin ich aber wieder bei der Momenthaftigkeit des Geistes; Aufgrund/Basis von was tauchen die Geistmomente auf... evtl. aufgewühlter Klesha-Geist nachdem der Geist greift? Mittlerweile meine ich zu wissen, dass dies ein Thema der Geistesfaktoren ist und habe gelesen, dass es absurd sei anzunehmen, dass ein jetziger Geistmoment die Ursache für den künftigen sein kann.

    Hat dazu jemand fundiertes Wissen usw. Berichtigungen falscher Ansichten von mir sind auch erwünscht.

    Vielen Dank!

    Gruß

    Valerian

  • jianwang
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    • 20. November 2021 um 14:55
    • #2

    Was ist Schlaf und wieso gehst Du vom Verschwinden der Phänomene an den Sinnestoren dann aus ?

    Nur weil Du dann nicht mehr bewusst wertest ?

    Imho ist es schwer, einen Zustand zu erreichen, die Sinnestore auch im Schlaf zu bewachen.

    _()_

    Wenn im dürren Baum der Drache Dir singt
    siehst wahrhaft Du den WEG.
    Wenn im Totenkopf keine Sinne mehr sind
    wird erst das Auge klar.

    jianwang 健忘 = sich [selbst] vergessend

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    • 20. November 2021 um 16:39
    • Offizieller Beitrag
    • #3

    In buddhistischer Terminologie ist es ja so, dass von 6 Sinnesorganen ausgegangen wird. Fünf davon ( Sehen, Hören, Riechen Schmecken, Tasten) sind direkt mit dem Außen verbunden, während der sechste, das Denken die Resultate der anderen weiterverarbeitet, was ja als etwas "Inneres" gesehen werden kann.

    Ich kenne da in buddhistische. Schriften leider keine Stellen auf die ich mich beziehen kann, aber für mich folgt aus dieser "Weiterverarbeitung" vieles:

    Bei vielen Tieren aus dem Wahrnehmen direkt ein Handeln und es gibt viele Tiere - wie Pferde die nur sehr wenig schlafen.

    Ich denke, dass die hauptsächliche Funktion des Schlafes beim Menschen keine körperliche sondern eine Geistige ist, die mit der Weiterverarbeitung im 6.Sinnesorgan zu tun hat.

    So wie der Darm, dass was man in sich hineingegessen hat verdaut, laut das Hirn an dem herum, was es den Tag über aufgenommen hat.

    Weil dies Zeit und Energie braucht, werden im Schlaf die Türen geschlossen und es müssen

    Nachtschichten eingelegt werden müssen um den Wareneingang zu verstauen. Dies geschieht unbewusst ( traumloser Schlaf) oder bewusst (Traum).

    Das dies so ist kann man daran merken, dass man, wenn man viel meditiert - also aufgeräumter ist - weniger Schlaf braucht. Und daran, was Schlafentzug mit uns psychisch und emotional macht.

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  • Igor07
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    • 20. November 2021 um 17:11
    • #4

    Hallo, Valerian , dann alles kommt von dem manchmal sehr tiefem / und auch dem verborgenem machmal/ Un-bewusstem. Könnte auch wie das archtypische Matherial , wie es C.G. Jung schildert, auftauchen. In den Begriffen von Buddhismus, wie ich es verstehe, man kann womöglich die Konzepz von "Speicherbewussein" zu Rate ziehen.

    Und das wäre, apropo, keine trockende Philosophie, sorry, bitte, aber die reale ind manchmal sehr tief erschütternde Erfahrung.

    Wie es war, z.B., bei dem "Floating" /Experimenten/ von

    John Cunningham Lilly – Wikipedia

    siehe auch hier:

    Floating – Wikipedia

    Die absolute Sensorische Deprivation treibt den Kopf bei den Mehrheiten von "Teilnehmehrn" in den totalen Wahnsinn.

    Aber es ist nichts immer so.

    Das gute Buch genau über das, mit dem Bezug zum Buddhismus , apropo,

    Denken wird überschätzt - Taschenbuch | ULLSTEIN

    Valerian:

    Hat dazu jemand fundiertes Wissen usw. Berichtigungen falscher Ansichten von mir sind auch erwünscht.

    Das fundiertes Wissen kann dir sehr teuer "kosten". Man kann , auch, klar auch das "Innere Propriozeptive " Zone des Körpers wegschalten, wie es der Autor mit dem Curare-Gift es selbt versuchte,

    Curare – Wikipedia

    Zitat

    Deswegen bewirkt Curare eine schlaffe Muskellähmung. Zum Tode führt letzten Endes der Atemstillstand durch Lähmung der Atemmuskulatur. Das zentrale Nervensystem bleibt weitgehend intakt, auch der Herzmuskel ist nicht betroffen.


    Und dann er wurde auf die "Beatmung-Geräte" angewiesen.

    Abschliessend meine private Bemerkung, es könnte sehr befreind wirken, denn es dort gibt keine "Gifte", nur das unbegrente Geistes-Kontinnuum, wie es meistens In den traditonelllen "Tantra"-Texten geschildert wurde. Und es ist rein und makellos , wie der klare Himmel. / Buddha-Natur, der ur-sprüngliche Zustand /.

    Du kannst entweder die "Leerheit" in allem spüren, oder dich mit "dem Allem verbunden" , kommt darauf an, in welcher Verfassung du dich momantan befindest.

    LG.:tee:

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Himmelsbaum
    Gast
    • 20. November 2021 um 18:23
    • #5
    Valerian:

    Wenn also im Extremfall im Schlaf das Körperliche, Empfindende, die Phänomene an den Sinnestoren geschwunden sind, träumt der Träumer sich dann selbst?

    Dies schrieb ich vor einiger Zeit (passt größtenteils): Nach dem Theravada ist die Person im Tiefschlaf im Zustand des bhavanga. Das bhavanga in diesem Leben hat als Objekt das gleiche Objekt wie das Sterbebewusstsein im letzten Leben. Dies ist eine Art, wie wir hier und jetzt durch "unser letztes Leben" beeinflusst werden. Im Verlöschungszustand ist jedoch kein Bewusstsein vorhanden. Bewusstsein ist demnach aktiv und inaktiv. Inaktiv ist es im bhavanga, aber dennoch anwesend. Es kann aber auch komplett abwesend sein.

  • Punk
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    • 20. November 2021 um 19:16
    • #6

    Wenn ich luzide Träume habe, kann ich den Traum beinflussen. Das esrste mal war etwas belastend, es war Krieg und und es wurde geschossen, als ich realisierte das ich in einem Traum war. Ich versuchte verzweifelt meiner verängstigten Familie im Traum beizubringen, dass das alles nicht real ist.
    Aktuell erinnere ich mich an meine Träume nicht mehr so oft. Ich glaube nicht an persönliche Wiedergeburt. Ich betrachte Wiedergeburt eher so wie in meinem Garten: Die Blumen verwelken. Im Frühling entstehen neue, das sind aber nicht mehr dieselben.

  • fck.you
    Gast
    • 20. November 2021 um 20:25
    • #7
    Valerian:

    Wer oder Was hält denn den Geist (den denkenden, konzeptualisierenden, bewertenden) am Laufen, wenn die Einflüsse von außen fehlen?

    Zitat


    Als Perpetuum mobile (lat. ‚sich ständig Bewegendes‘, Mehrzahl Perpetua mobilia) werden unterschiedliche Kategorien ausgedachter, nicht existierender Geräte bezeichnet, die – einmal in Gang gesetzt – ohne weitere Energiezufuhr ewig in Bewegung bleiben und dabei je nach zu Grunde gelegter Definition möglicherweise auch noch Arbeit verrichten sollen.

    Quelle: Online, Stand heute - Perpetuum mobile – Wikipedia

    Valerian:

    Am ehesten kann ich mir vorstellen, dass man es so sehen muss, dass wie im Wachzustand der Geist im Schlaf nicht wirklich schläft und dieser Geistsinn sich seine Objekte selbst erschafft.

    Machen wir es so - du schläfst ständig immer und überall - du brauchst nichts tun um da rein zu kommen und du kommst da auch nicht raus.

    Auch würde ich deine Analyse als Hinweis auf das Wesen das schläft sehen - du sagtest ja anfangs auch schon richtig, es fehlen dir Einflüsse, außen sei nicht ersichtlich bzw. sagen wir du schaust nach aussen, dann ist alles innen - du schaust nach innen, dann ist alles aussen - ein Schwert hat auch zwei Seiten, ein Blatt auch, usw...

    So nun kannst du nichts machen - dh. nur Hinweise auf ein Wesen was schläft, bzw. Hinweise auf ein Wesen was wach ist (nicht schläft). Aber das Wesen - unmöglich - warum? Weil du dich dann gewusst hast, in allen möglichen Varianten ... sei froh, dass du da nicht rein kommst oder raus kommst, denn damit kannst du es überall (noch) sein, jederzeit -

    wer oder was hört irgendwann auf? Was denkt scheinbar alleine drüber nach?

    Nicht etwa die Sache selbst? Ja was wäre man dann ohne selbst? Ach du ... ;)

    Es gab mal so einen Spruch... hatte ich mir eig. abgewöhnt aber... nichts mhmhmh einen so tief wie das Leben selbst.

    Sei nicht zu hart ^^

    Liebe Grüße

  • Valerian
    Themenautor
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    • 23. November 2021 um 16:40
    • #8

    Hallo,

    vielen Dank für die Antworten.

    Gruß

    Valerian

  • Himmelsbaum
    Gast
    • 23. November 2021 um 22:59
    • #9
    mkha':

    dass Milindapañha nicht zum Palikanon, sondern zur außerkanonischen Literatur gehört.

    Was so wiederum auch nicht stimmt. Im burmesischen Buddhismus hat dieses Werk kanonischen Status.

    Bode, Mabel Haynes: The Pali Literature of Burma:

    Burmese tradition adds to the fifteen ancient texts of the Khuddakanikaya four other works - the Milindapanha, the Suttasangaha, the Petakopadesa, and the Netti. (S. 5-6)

  • Online
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    Buddh. Richtung
    Zen
    • 23. November 2021 um 23:31
    • Offizieller Beitrag
    • #10

    Es verwundert mich, dass es ein so spät entstandener Text in den Palikanon schaffte - Milinda lebte ja einige Zeit nach den ersten drei buddhistischen Konzilien.

    Aber die Antworten Nagasena sind ja eben nichts Neues sondern sehr prägnant und ganz in der Tradition verwurzelt - es ist ein früher Vertreter der FAQ ("Frequently Asked Questions") Textgattung.

    • Vorheriger offizieller Beitrag

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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