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Egoismus - Geht mir alles am ... vorbei!

  • TaoEnergy
  • 29. August 2020 um 23:08
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  • TaoEnergy
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    • 29. August 2020 um 23:08
    • #1

    Ich praktiziere Achtsamkeitmeditation - Achtsamkeit auf die Atmung - seit 3 Monaten. Die Meditation hat mich sehr egoistisch gemacht - laut 2 Personen in meinem sozialen Umfeld. Ich habe gleichzeitig viele positive Veränderungen bekommen. Ich bin sehr empathischer geworden gegenüber meiner alleinerziehenden Mutter. Ich engagiere mich sehr. Ich versuche sie zu entlasten. Ich bin Vegetarier geworden, achte jedenfalls auf ein klimafreundliches und ökologisch-nachhaltiges Leben. Jedenfalls in dieser Hinsicht.

    Gleichzeitig habe ich die Endstufe des Egoismus erreicht. Nach dem Motto: "Ich gebe ein fick auf jeden....!". Ich lasse mir keine Ungerechtigkeit und Unhöflichkeit auf mir dulden. Wenn ich ein Problem habe, dann spreche ich es laut aus. Ich nehme kein Rücksicht, haue ehrlich meine Meinung oder Gedanken raus. Wenn ich etwas erreichen möchte, sei es für die Bildung, Gesundheit oder Sonstiges, dann nehme ich die Herausforderungen an. Doch im Alltag reagiere ich sehr temparament - nur auf sprachlicher Ebene. So hat mich der Kommentar eines AfD-Nutzers in einem anderen Forum abgefuckt. Ich habe angefangen ihn verbal zu attackieren - mit Beleidigungen und Drohungen. Die Situation geriet außer Kontrolle. Daraufhin wurde ich gesperrt. Ich reagiere allgemein in solchen Situation immer sehr temperamentvoll. Das ist auch sehr schädlich, wie ich finde. Ich verschwende sehr viel meine Energie und Zeit. Gleichzeitig bereitet mir das Problem.

    Früher war ich das Gegenteil: unsicher undiszipliniert, jemand der sein Leben von anderen bestimmen lies. Heute habe ich eine Kriegerhaltung entwickelt, der nur seine Familie ranlässt. Freunde eher weniger. Ich bin nicht mehr die grinsende Dumpfbacke, sondern jemand der sehr fokusiert ist.

    Kann das noch gesunde Achtsamkeit nach Buddha sein? Ist das Normall? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gesammelt?

  • Sili
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    • 30. August 2020 um 08:16
    • #2

    _()_

    Meditation ist ein sehr tolles werkzeug, richtig eingesetzt kann Sie helfen deinen Geist in jede erdenkliche richtung um zu Formen.(dies ist eine Wahrnung die ich mal gelesen habe)

    Im algemeinen glaube ich das die hier beschrieben Haltung nicht wirklich heilsam ist. Offt bemerken wir unsere unheilsamen einstellungen erst wen Wir reflektieren und achtsamer werden. Wird ein unheilsames handlungsmuster erkennt, unternimmt das ego meist gleich etwas dagegen. Beispiel: man läst sein Leben fon anderen bestimmen und achtet nicht aif seine eigenen bedürfnise. Das Ego arbeitet also dagegen, doch dreht es jetzt ins ander extrem ab und schaut nur noch auf sich.

    Man war immer nett und grinsend u d so ein wenig das "Opfer". Nun macht das Ego eins auf krieger und schlägt somit ins ander extrem.

    Wüste das Ego dad beide Extreme nur Leere verkleidungen sind würde es beide extreme loslasen und die Mitte finden.

    Ich würde Dir etwas Meta Meditation empfehlen liebe/r TaoEnergy.

    Was deine Verbalen "ausbrüche" angeht Sohat der Buddha das Sprechen barscher Worte aufgegeben. Wen Du das Nächste mal merkst wie die Worte deinen Hals hoch krabeln und Du gerne loslegen möchtest dan empfehle ich Dir erst einmal durch zu ahtmen und zu spüren ob nun das was Du sagen wolltest angemesen ist. Dan prüfen ob das was du sagen wolltest ziehlführend ist. Und zuletzt noch ob diese Wut in diesem fall überhaupt gerechtfertigt ist, hat dich das gesagte so verletzt das du mit ner käKeule ausholen musst? Ps ist es den fileicht wahr? Die wahrheit fällt uns oft schwerer zu akzeptieren als eine deutliche lüge.

    Fiel erfolg und gib dir zeit sei nachsichtig Du bist erst kurz dabei und bist noch kein Buddha fehler sind allso noch erlaubt:grinsen:_()_

  • Monikamarie
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    • 30. August 2020 um 09:25
    • #3
    TaoEnergy:

    Früher war ich das Gegenteil: unsicher undiszipliniert, jemand der sein Leben von anderen bestimmen lies. Heute habe ich eine Kriegerhaltung entwickelt, der nur seine Familie ranlässt. Freunde eher weniger. Ich bin nicht mehr die grinsende Dumpfbacke, sondern jemand der sehr fokusiert ist.

    Kann das noch gesunde Achtsamkeit nach Buddha sein? Ist das Normall? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gesammelt?

    Moin TaoEnergy,

    ja, das kenne ich auch. Denn Du hast Dir offenbar viel in früheren Jahren gefallen gelassen.

    Bei mir ist das jetzt fast 30 Jahre her. Durch die "befreite Energie", die zuvor blockiert war, brach es aus mir heraus. Im Betriebsrestaurant bat ich mal eine Kollegin, mich festzuhalten, ich würde sonst meinem bekloppten Kollegen eine reinhauen.

    Ich hatte sehr starke Gefühlsausbrüche und wäre am liebsten gewalttätig geworden. Meiner Erfahrung nach ist das die gesamte Wucht der Verletzungen und Ungerechtigkeiten, eine Folge von aus Angst und Feigheit zurückgehaltenem Zorn und Frust.

    Ein Lehrer sagte mir mal, wenn man ein Männchen auf einem "Springdraht" gut runterdrückt, dann fliegt es beim Loslassen enorm hoch.

    Ich habe später begonnen, meine Gedanken und Gefühle zu beob-Achten, denn das ist die wirkliche Achtsamkeits-Meditation.

    Manchmal habe ich noch heftig reagiert - vor allem im Büro, wenn zuviel Ignoranz und Bequemlichkeit von der Herren-Welt andere Kolleginnen belasteten. Dann habe ich sogar bei meinem Chef auf den Tisch gehauen. Aber das finde ich auch nicht falsch. Er hat sich sogar ein paar Wochen später entschuldigt - er brauchte wohl etwas Zeit zum Verdauen.

    Ich habe in dieser Zeit meinen Mut gefunden und mich sehr mit Zivilcourage beschäftigt.

    Es ist gut, TaiEnergy, dass Du Dich öffnest und hier mitteilst. Ich wünsche Dir viel Kraft, Deine Energie im Zaum zu halten, ohne Dich verbiegen zu müssen. Denn wenn Du andere eventuell unnötig verletzt, wird Dich das nach Jahren wieder einholen. Mich hat das eingeholt und es tut mir heute wiederum so manches leid. Aber ich ich verurteile mich nicht deswegen. Ich sehe das als Entwicklungs-Prozess.

    _()_

  • Sisyphos
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    • 30. August 2020 um 10:12
    • #4

    Du schreibst es selbst - Zeit und Energieverschwendung. Und Meinungen sind nur Meinungen. Du bist nicht deine Gedanken und andere Menschen sind nicht ihre politische Ansichten.
    Wenn du merkst, dass du wütend wirst, wegen eines dummen Kommentars o.ä. praktiziere. Beobachte dich, gegebenenfalls deinen Atem und beruhige dich, bevor du antwortest. Ehrlichkeit und Direktheit sind nicht schlecht. Aber ohne Mitgefühl schadet man nur seinem Gegenüber und aus einer möglicherweise konstruktiven Unterhaltung wird ein destruktives Sich-beleidigen über Meinungen und Ansichten.


    :zen:

  • Bhavanga
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    • 30. August 2020 um 16:57
    • #5

    Du beschreibst ganz gut, was schnell bei der Meditation passieren kann - man wird wacher und energetischer, sich seiner selbst bewusster, also vielleicht auch selbstbewusster. Und hat eventuell mehr geistige Energie, die auch aktiv genutzt werden kann und manchmal will.

    Das ist ja eigentlich erst einmal gar nicht so schlecht. Du schreibst ja auch, dass du teils empathischer geworden bist, und das klingt eigentlich nach einem tollen postiven Erfolg! Aber so wie du das schreibst, machst du dir auch wegen konkreter Erlebnisse Sorgen, dass die Zügelung nicht ausreicht, um manche Situationen im Gleichgewicht zu halten? Wenn man mehr Energie hat, muss man auch lernen, sie ab und an zurückhalten zu können...

    Ich kenne das auch, wenn der Geist klar und wach ist durch Meditation, dann habe ich viel mehr Konzentration, auch um verbal gegen andere Menschen gegenzuhalten. Mein logisches Denken hat mehr Treibstoff und Raum und Klarheit, das entlädt sich dann auch mal. Bei mir kann es manchmal auch vorkommen, wenn jemand mir eine aus meiner Sicht schädliche oder falsche Ansichten aufdrücken will, oder Anschuldigungen ohne Grund macht oder verbal zwingend wird nur um Recht zu behalten, dass ich mich vehement verteidige, und auch versucht bin demjenigen diese Sachen auszureden. Sich verteidigen und behaupten ist ja eigentlich eine gute Sache, aber wenn es über Grenzen geht, dann kann auch negatives daraus entstehen. Manche Menschen sind halt auch selbst sehr unnachgiebig in der Diskussion, und dann kann es eskalieren, und das ist manchmal schlecht egal wer von den Beteiligten nun Recht hatte und wer nicht!

    Also erstmal... Eigentlich sollte in der Meditation auch eine bestimmte Fähigkeit geübt werden, nämlich die der Selbstzügelung. Das passiert ja dadurch, dass man nur bei dem Atem und der Technik sein will, und anfangs und auch später am Anfang jeder Session sich permanent von ablenkenden Gedanken und Impulsen lösen muss. Dadurch trainiert man auch die Fähigkeit, im Alltag Impulse, die man erkennt, einfach weiterziehen lassen zu können, und sie eben nicht in sich wirken zu lassen, oder bereits aufgekommene zu unterdrücken und damit abzubrechen! Genau wie man es mit störenden Gedanken in der Meditation macht. Das zusammen mit der Fähigkeit, sich selbst besser und bewusster beobachten zu können, kann einen in die Lage versetzen, solche Situationen zu vermeiden oder zu entschärfen. Vielleicht ist deine jetzige Situation ja einfach eine Entwicklungsstufe, und die Zügelung entwickelt sich auch bald bei dir stärker, und hilft dir dann, Eskalationen zu vermeiden. Bei Veränderungen durch Meditation - braucht man immer Geduld, es sind langsame Prozesse der Veränderung, die über etliche Stufen ablaufen können.

    Mir ist aufgefallen, dass ich meist einen guten Grund in der Situation brauche, den ich auch einsehen kann dann, damit diese Zügelung effektiv sein kann und sich nicht später in Selbstvorwürfen rächt. Hier helfen Lebensweisheit, eine gewisse Abgeklärtheit, gute Beobachtungsgabe, und auch Empathie mit dem Gegenüber viel. Und auch die Geisteshaltung auf eigentlich nicht so wichtige "Triumpfe" auch mal verzichten zu wollen, da diese kleinen Erfolge das oft gar nicht wert sind, dass deswegen starke ungute Gefühle bei allen Beteiligten entstehen müssen.

    Rettende Einsichten, die eine Situation entschärfen können, können ganz einfache Sachen sein. Deine Empathie sagst du ist ja auch besser geworden. Vielleicht hilft es dir, wenn du so eine Situation erkennst, wo es beginnt schädlich zu werden, und einfach versuchst dir klar zu machen wie dein Gegenüber darauf reagieren wird, also dass du ihn vielleicht nur immer wütender machst, oder unnötig stark verletzt. Oder durch deine eigene verbale Aggression nicht nur den Einfluss auf dich aufheben willst, sondern dass du deinerseits zu viel Einfluss auf ihn versuchst zu nehmen, unnötig viel ungute Gefühle erzeugst damit, bei ihm und durch die Aufregung auch bei dir.

    Ich sage nicht, dass man sich nicht behaupten sollte, aber manchmal, wenn es zu viel wird, helfen mir gute alte Sprichworte, wie "der klügere gibt nach" (manchmal verliert man nichts, wenn man einfach um des Friedens willen aufgibt), oder "leben und leben lassen" (man muss nicht jeden bekehren, der nicht bekehrt werden will, manchmal reicht es wenn man bei sich selbst bleibt). Auch rechtzeitig an die Konsequenzen zu denken, die der Streit haben kann, kann mir helfen mich zurückzuhalten. Hättest du etwa vorher gewusst, dass du wegen dem Streit im Forum gesperrt würdest, hättest du dich vielleicht eher zurückgehalten. Ich sage mir manchmal auch, Worte können hier und da und überall was bewirken, aber auch wenn man sie nicht alle mit dem eigenen Wort zerschlägt, müssen sie nicht immer in das eigene innere eindringen deswegen. Man kann auch manchmal einfach wortlos die Dinge an sich abperlen lassen. Manchmal ist es einfach weiser, einen Streitgegner mit seiner Meinung einfach zurückzulassen, bevor man ihn sich weiter unnötig zum Feind macht, nur weil man partout dessen Meinung nicht im Raum stehen lassen will.

    Ich weiss nicht, also viele Menschen sind der Meinung, man soll so heftige Impulse und Triebe nicht unterdrücken, weil es sonst Probleme geben kann. Ich mache das aber, schon immer und durch die Meditation immer besser, und finde es eine Bereicherung für das Leben. Manche Impulse werden mit der Zeit auch immer schwächer dadurch, können sogar ganz "aberzogen" werden. Es ist aber glaube ich wichtig, dass man immer einen guten Grund für das Unterdrücken weiss, und es nicht als Strafe an sich selbst sieht!

    Ich hoffe ich konnte dir ein paar Inspirationen für den Umgang mit deiner Situation mitgeben!

  • Noreply
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    • 30. August 2020 um 18:34
    • #6

    Seine Triebe unterdrücken nur, weil sie sozial oder politisch nicht mehr angemessen sind ist immer schlecht. Ich unterdrücke sie, wenn sie wissentlich Schaden verursachen sollen. Das reicht vollkommen aus. Ist es falsch, Pech. Doch beim nächsten kann es super sein, das es passiert. Probieren geht über studieren. Mimosen sollte man einfach linkes liegen lassen, die finden schon andere die sich schämen, damit sie sich wohlfühlen können.

  • mukti
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    • 30. August 2020 um 19:06
    • #7

    Ein gutes Motiv um zu meditieren ist Gelassenheit zu entwickeln finde ich. Sich immer weniger emotional involvieren zu lassen, nüchtern, sachlich, friedlich und wohlwollend zu werden. Nicht dass einem dann alles egal ist, Gleichmut ist ein wacher, achtsamer, Gleichgültigkeit ein dumpfer, unwissender Geisteszustand.

    Mit Metta, mukti.


  • Noreply
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    • 31. August 2020 um 08:38
    • #8

    Gleichgültigkeit ist ein bewusst gewollter dunpfer, unwissender Zustand, Gleichmut ein gewollter wissender Zustand der Show das einem nichts was ausmacht. Der mittlere Weg ist bei bewusster Aktivität nur Achtsam bewusst an seinen Ansichten arbeitend.

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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