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Nach welcher Meditationsmethode hat der historische Buddha praktiziert?

  • Zrebna
  • 8. Dezember 2019 um 11:59
  • Zum letzten Beitrag
  • Grashuepfer
    Gast
    • 11. Dezember 2019 um 22:06
    • #51

    Also, ich kann und will keinesfalls Aravind, Leonie oder Sudhanas Aussagen erklären, das können die nur selber. Aber hier hast du meine Zusammenfassung der Frage, was ist Zen im Vergleich zu Vipassana?

    Zrebna:

    Ja, aber was soll ich denn genau ausführen?

    Ich glaube dieses high-level-Gerede bringt mich und auch viele andere Anfänger nicht wirklich weiter.

    Ich weiß niicht, kann man das so hinnehmen? Falls nicht, dann bitte ggf. in einen separaten Thread.

    Dieser Thread ist für Noobs gedacht! xD

    Das ist ein bisschen die Crux. Zen will einen auf eine direktere, vielleicht kann man auch sagen, rabiatere Weise zu Erkenntnis führen. Von Vipassana-Schulen bekommt man Lastwagenladungen an "Tu dies, und dann tu das. Schau ob jenes passiert, wenn ja, dann machst du es richtig."

    Zen arbeitet so oft nicht. Man will gerade dem denkenden Geist, der Ziele anstrebt, die Luft aus den Segeln nehmen, und verweigert sich deswegen oft Antworten auf solche Fragen. Deshalb auch die häufigen "blöden Antworten" von hochkompetenten Zen-Lehrenden auf solche Fragen.

    (Das ist ein potentieller Nachteil von Zen. Manche Leute sind auch nicht hochkompetent und verstecken sich hinter nebulösem Geschwafel. Ist am Anfang nicht leicht zu unterscheiden. Aber die meisten Zen-Lehrer, die ich getroffen habe, waren gute Leute. Und Vipassana hat seine ganz eigenen Nachteile, so wie eben jede Methode. Choose your poison... 8))

    ich erinner mich, wie ich einer Zen-Nonne eine Frage gestellt hab, die sehr technisch und Vipassana-lastig war, nämlich wie man Dumpfheit im Zen bearbeitet. In TMI wird darauf liebevoll eingegangen, die Tibeter sprechen da gerne von Absinken. Die Zen-Nonne hat gelächelt, mich eine Weile schweigend angeschaut und gesagt: Trust your body, not your mind.

    Wie gesagt - eine andere Art, zu lehren. Beides sind hochgradig respektierte, lebendige Traditionen, die viele Freunde haben und viel Potential. Aber da sieht man, wie unterschiedlich sie sind... ist knifflig. Gerade am Anfang fragt man sich, was das Theater eigentlich soll. Aber wenn man sich darauf einlässt, und einfach mal übt, und den Zen-Geist absorbiert, dann beginnt es meist nach einer Zeit einzusickern.

    Einmal editiert, zuletzt von Grashuepfer (11. Dezember 2019 um 22:14)

  • Alephant
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    • 11. Dezember 2019 um 22:16
    • #52
    Zrebna:

    Mir ist klar, dass man dies ggf. nicht 100% in Grenzen rücken kann, aber evtl. kann man aus Aufzeichnungen erschließen, welche

    heutige Methode, der des Buddhas richtungsweise am ähnlichstem gewesen ist?

    Also zum Beispiel Zen (Soto), Zen (Rinzai), Vipassana, TM, etc...?

    Evtl. weiß hier ja Jemand Bescheid.^^

    Ich glaube, es ist sogar eher die Frage, ob man den Weg den der Buddha gegangen ist, mit den Namen einer einzigen Methode bezeichnen kann, welche andere heutzutage zielgerichtet ausüben. Ich würde ja sagen, dass das keinen Sinn macht. Denn es waren ja viele (Grenz-)Erfahrungen die er gemacht hat, die dem Erwachen vorausgegangen sind.

    Also die Frage stellt sich eigentlich so nicht, finde ich.

    Ich möchte anmerken, dass aus den Lehrreden und damit direkt einem Teil der Methode die der Buddha geschaffen und empfohlen hat, eher nicht (eher das Gegenteil davon) herauslesbar ist, dass Vernichtung des Leides mit blossen Sitzen zu tun hätte oder damit erreichbar wäre.

    Dieser Umstand schützt natürlich nicht davor, dass andere so eine fortgesetzte "Praxis" und die sich einstellenden Folgen als eine Befreiung (vom Alltag) empfinden, und angetan von diesen Erfahrungen die ihrige Methode einer grossen Heilslehre zuordnen möchten (weil es sich so verdammt heilsam anfühlt).

    Heilsam kann aber vieles sein. Vor allem wohl das Entsagen (vom Unheilsamen). Mit welchem Wort vielleicht mindestens 50% der Methode genannt wird, die und deren Folgen der Buddha empfahl und auch selber (in extremen Massen) von vorne bis hinten erfahren und durchschaut hat (unter anderem ja auch weil er damit bis an extreme und für das Ziel der Vernichtung des Leides unnötig zu erreichende Grenzen gegangen ist).

    Einmal editiert, zuletzt von Alephant (11. Dezember 2019 um 22:21)

  • cinnamon
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    • 11. Dezember 2019 um 23:01
    • #53
    void:
    cinnamon:

    ich bezweifle das nur sitzen das sinnvollste ist. der 8fache pfad beinhaltet ja mehrere aspekte.

    Der edle achtfache Pfad ist der Pfad zur Prüfung vom Leid und zum Verlöschen von Gier, Hass und Unwissenheit. Wenn man aber ohne Gier, Hass und Unwissenheit sitzt, dann ist das doch genau "Nur Sitzen". Befreiung ist "Nur sitzen".

    Ich verstehe es, so dass es keine " weitere Methode" beschreibt, sondern die konsequente Ausformulierung einer Herangehensweise, bei der man eben nicht im Sinn einer "Methode" denkt, also von Schritten wie man von A nach B kommt, sondern von B ausgeht.

    Auch wenn wir fast jeden Moment

    von B nach A gespült werden, bedeutet in B sitzen zu bleiben, Buddha zu bleiben.

    ich verstehe Befreiung vielleicht anders. Meiner Meinung nach gibt es sie wirklich als Art mentale Befreiung. Und sie findet nicht unbedingt statt beim Sitzen, sondern kann auch ganz nebenbei passieren oder durch andere momente. Aber eben bedingt durch die verschiedenen Aspekte des achtfachen Pfades. Ich wollte nur damit ausdrücken, das es nicht das Sitzen oder nur Sitzen und nichts weiter ist imho. Da fehlt ja der ganze Rest außer der Sitzzeit. (Ok bin jetzt zu OT wieder sry)

    Einmal editiert, zuletzt von cinnamon (11. Dezember 2019 um 23:08)

  • Leonie
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    • 11. Dezember 2019 um 23:25
    • #54

    Nur-Sitzen und Nicht-nur-sitzen - ich habe heute meinen Gefrierschrank vom Eise befreit.

    :zen:

  • Xyz
    Gast
    • 12. Dezember 2019 um 04:04
    • #55

    Lieber cinnamon

    Ich empfinde es ähnlich und erlebe den Unterschied zum Pfad durch innere Laeuterung als Frucht.❤️🙏

    Einmal editiert, zuletzt von Xyz (12. Dezember 2019 um 04:30)

  • Stawrogin
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    • 12. Dezember 2019 um 04:32
    • #56

    Ein sehr interessanter Beitrag denn man zu dieser Thematik finden kann, befindet sich auf der Muttodaya-Audiodatenbank:

    Wie lehrte der Buddha die Meditation? von Ajahn Mettiko:

    09-09-26_wie lehrt der buddha meditation_mettiko.mp3

    Spoiler: Buddha lehrte keine Meditationstechnik, sondern gab nur Richtlinien.

  • User19823
    Gast
    • 12. Dezember 2019 um 04:39
    • #57
    Zrebna:

    Ich selber praktiziere mittlerweile täglich 60 Minuten morgens nach der "TMI"-Methode und Fortschritt ist fühlbar.

    Zrebna:

    Ich würde aber gerne bald 2 Dinge zusätzlich hinzufügen:

    1.) 1-2-mal/Jahr ein Retreat.

    Zrebna:

    2.) Ich würde mich gerne einer Sanga anschließen.

    Zrebna:

    Wie gesagt, interessiert mich eigentlich die Vipassana-Richtung als Praxis (Philosophie soll ja überall gleich/ähnlich sein bzgl. den Kernpunkten?).

    Problem ist, dass es in der Stadt, in der ich lebe nur Sangas gibt, die vorwiegend Zen angehörig sind, und somit Zazen praktizieren.

    Hallo Zreba

    Bezüglich deiner Fragen kann ich alle Antworten von Grashuepfer unterstützen:

    Zen und TMI ist zu weit auseinander, es ist leichter zu wechseln, wenn man mehrere Jahre nach einer Methode meditiert hat, aber nicht am Anfang, zumal du ja mit der TMI-Methode gut klar kommst.

    (Ich kenne aus eigener Erfahrung Zen, TMI und Vipassana.)

    Der Wechsel zu Vipassana wäre da schon eher möglich.

    In welcher Ecke von Deutschland wohnst du denn (du brauchst uns nicht dafür die genaue Stadt oder dein Dorf zu nennen)? Wie wäre es denn, wenn wir mal gemeinsam nach einer Gruppe suchen?

    Vielleicht kannst du ja einmal im Monat fahren, wie es auch andere machen und in der Zwischenzeit sprecht ihr mal online miteinander.

    Kennst du diesen Link? Gruppensuche -

    Falls es doch nur Zengruppen in erreichbarer Nähe gibt (das soll jetzt keine Abwertung sein, es geht nur um Möglichkeiten), wären vielleicht die Gruppen von Thich Nhat Hanh die am ehesten geeigneten, weil er Zen mit Vipassana mischt, was deinen TMI-Erfahrungen wahrscheinlich am nähesten käme. Gemeinschaften

    Falls du noch unter 35 Jahre bist, kämen auch die "Wake up"-Gruppen in Frage. Links - Wake Up International

    _()_ User19823

  • Daoist
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    • 12. Dezember 2019 um 07:43
    • #58

    Die Frage ist ja: Nach welcher Meditationsmethode hat der historische Buddha praktiziert? Vor seinem Erwachen hat er erst unter zwei Lehrern praktiziert, deren Methoden ihn aber nicht zum Erwachen führten. Dann hat er Askese praktiziert, die ihn aber nicht zum Erwachen führte. Dann erinnerte sich, daß er als Jugendlicher einfach so unter einem Baum saß, und tat das wieder. Ob er da ne Methode praktizierte, ist IMHO unsicher. Er tat das allerdings nicht lang, weil er nach ner Nacht erwachte.

  • Noreply
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    • 12. Dezember 2019 um 10:19
    • #59
    Daoist:

    Die Frage ist ja: Nach welcher Meditationsmethode hat der historische Buddha praktiziert? Vor seinem Erwachen hat er erst unter zwei Lehrern praktiziert, deren Methoden ihn aber nicht zum Erwachen führten. Dann hat er Askese praktiziert, die ihn aber nicht zum Erwachen führte. Dann erinnerte sich, daß er als Jugendlicher einfach so unter einem Baum saß, und tat das wieder. Ob er da ne Methode praktizierte, ist IMHO unsicher. Er tat das allerdings nicht lang, weil er nach ner Nacht erwachte.

    Ganz wichtig finde ich bei der Erinnerung das Buddha das er eben als Kind nicht nur da gesessen hat. Das hat ihn ja erst zum einfach sitzen geführt. Er erinnerte sich das er frei war von Beurteilungen, Bewertungen das er die Welt als immer neu sehen konnte mit ihr handeln ohne Werte, ohne Ziel sich wohl oder eben unwohl fühlen, einen Weg finden vom Unwohl zum Wohl ohne Werte einfach so. Ich fühl mich unwohl, dann mach ich mal das oder vielleicht das bis ich mich wieder wohl fühle.

    Nur sitzen bringt das Mensch sein, als voll von Bewertungen dazu sich weder Wohl noch Unwohl zu fühlen. Das ist der einzig Schutz den Menschen haben wenn sie, die Werte die sie auch sind, haben. Einfach nicht mehr handeln und sich weder Wohl noch Unwohl fühlen. Das brauchte Buddha als Kind nicht, denn da war er nicht von Werten umhüllt.

  • Aravind
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    • 12. Dezember 2019 um 11:56
    • #60
    Zrebna:

    Ach so, scheint so, dass ich vorher gar nicht gemeint gewesen bin und hier nichts "ausführen" muss, von was ich eh noch keine Ahnung habe.

    Ihr könnt natürlich gerne untereinander hier so viel diskutieren, wie ihr wollt - könnte sicher interessant sein^^

    Genau! :) Die IDee war, das der Poster Dir vielleicht erklären mag, was er meint. Scheint nicht der Fall zu sein.

  • Sudhana
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    • 12. Dezember 2019 um 13:12
    • #61
    Zrebna:

    Dieser Thread ist für Noobs gedacht!

    Jetzt, wo Du es sagst ... Ein kleiner Hinweis: dafür gibt es hier eigens ein Anfängerforum. Die Moderation ist sicher gerne bereit, Deinen Thread dorthin zu verschieben. Dann kann man sich ggf. als Antwortender auch auf solche Erwartungen einstellen. Auf diesem Parkett hier, wo hauptsächlich das Schaulaufen traditionsübergreifenden Diskurses stattfindet, darf das Publikum ruhig ein wenig mehr gefordert werden. Ein wenig Hintergrund sollte man da schon voraussetzen dürfen.

    Wobei - ein wenig frage ich mich ja schon, welche Intention hinter Deiner Ausgangsfrage steht. Deren eristisches Potential sollte selbst einem halbwegs wachen Noob klar sein. So erzeugt man die altbekannte Der-Schuh-ist-das-Zeichen-Situation. Klar, ist immer wieder komisch und so alt der Trick auch ist - er findet immer noch ein engagiertes Publikum. Muss was mit diesem karma zu tun haben, von dem man so viel hört ...

    _()_

    OM MONEY PAYME HUNG

  • Sudhana
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    • 12. Dezember 2019 um 13:44
    • #62
    void:
    cinnamon:

    ich bezweifle das nur sitzen das sinnvollste ist. der 8fache pfad beinhaltet ja mehrere aspekte.

    Der edle achtfache Pfad ist der Pfad zur Prüfung vom Leid und zum Verlöschen von Gier, Hass und Unwissenheit. Wenn man aber ohne Gier, Hass und Unwissenheit sitzt, dann ist das doch genau "Nur Sitzen". Befreiung ist "Nur sitzen".

    Ich verstehe es, so dass es keine " weitere Methode" beschreibt, sondern die konsequente Ausformulierung einer Herangehensweise, bei der man eben nicht im Sinn einer "Methode" denkt, also von Schritten wie man von A nach B kommt, sondern von B ausgeht.

    Auch wenn wir fast jeden Moment

    von B nach A gespült werden, bedeutet in B sitzen zu bleiben, Buddha zu bleiben.

    Ergänzend: 'nur sitzen' ist als physisch-physiologische Haltung perfekter Ausdruck ethischer, kognitiver und geistiger Haltung. Das ist das "vereinfachte dreifache Studium" (von śīla, prajñā und samādhi). Eine vereinheitlichte Praxis des achtfachen Pfades, die bedeutet, zum Pfad zu werden, 'den Weg zu erlangen'. Ist jetzt nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern seit Huineng (638 - 713) so etwas wie ein Dogma des (Huinengs 'südlicher Schule' entspringendem) klassischen Chan. Hintergrund ist natürlich die bereits vor Huineng aufgegriffene Doktrin von der Buddhanatur, verschmolzen mit Gedanken des Cittamatra (nicht zufällig trägt diese Schule zwischen Bodhidharma und Huineng den Namen Laṅkāvatāra-Schule). Es geht also - um es theoretisch-spekulativ zu umreißen (woran Zen nun eigentlich grundsätzlich ein sehr nachrangiges Interesse hat) - um die Aktualisierung der Buddhanatur durch Verkörperung des ungeteilten achtfachen Pfades.

    _()_

    OM MONEY PAYME HUNG

  • Grashuepfer
    Gast
    • 12. Dezember 2019 um 13:54
    • #63

    Schön gesagt.


    [lz]

    You sit down and you just sit, meaning that you toss out of your mind everything except pure awareness of sitting. This sounds very simple. It is not.[/lz]


    (Bhante G - Mindfulness in Plain English)

  • Aravind
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    • 12. Dezember 2019 um 15:08
    • #64
    Sudhana:

    Muss was mit diesem karma zu tun haben, von dem man so viel hört ...

    Den Spruch muss ich mir merken, den kann man häufiger gebrauchen. :)

  • Zrebna
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    • 12. Dezember 2019 um 22:09
    • #65
    Grashuepfer:

    Danke für deine freundliche Antwort. Freut mich wirklich sehr, wenn es dir was bringt :) Ich antworte mal Stück für Stück.

    Bezüglich der 10-Tages_Retreats:

    Ja, die Goenka-Retreats sind Klassiker und sehr bekannt. Hab noch keines davon mitgemacht, aber kenn das Prinzip und kenn eine ganze Reihe an Leuten, die schon dort waren. Die meisten davon kommen mit positiven Einschätzungen zurück. Es gibt diverse Kritikpunkte, wie immer, aber im Großen und Ganzen sehr solide.

    Die zwei sind in gewisser Hinsicht schwer zu vergleichen, weil TMI wesentlich ausführlicher ist, denn es ist ein dickes Buch mit vielen Übungen, das für ausführliche Lektüre konzipiert ist. Im Großen und Ganzen sollte es kein Problem sein, dort mitzumachen, gerade wenn man mit TMI vertraut ist wird man sich sehr schnell einfinden. Im Weg stehen wird sich da nichts, die zwei DInge gehören zur gleichen Oberfamilie, setzen nur unterschiedliche Schwerpunkte.

    Ich will auch nicht sagen, dass man erst 2 Jahre TMI machen muss, bevor man auf ein Goenka-Retreat gehen kann, aber:

    1. 10 Tage am Stück sind schon einiges. Ich gehe davon aus, dass die meisten Leute erst so richtig davon profitieren, wenn sie ohnehin schon etwas geübt sind. Für manche ist das toll, ich wär damals total überfordert gewesen. Lieber mal 15-20 Minuten am Tag sitzen, und dann langsam steigern.

    2. Gerade als Anfänger(in) ist es problematisch, zu mischen, weil man sich ohnehin schon so viel merken muss. Ich würde mal behaupten: Für die meisten Anfänger wird es erstmal verwirrend sein, mit einer Methode anzufangen und dann von einer anderen zu hören. "Ja, aber ich hab mir doch grade gemerkt dass ich dies und jenes tun soll.". Je mehr Überblick man hat, desto schneller kann man es einordnen. Grundsätzlich sind die zwei Systeme schon deutlich miteinander verwandt.

    Diese Negativbeispiele, wie das Heimschicken von Leuten, kommen vor, sind aber eher Ausnahmen. Würde mir dabei nicht so viele Gedanken machen. Meine Empfehlung wäre aber auch, so wie Aravind sagte: Wenn du auf ein Goenka-Retreat gehst, versuch, so weit wie möglich das zu machen, was dort instruiert und angeboten wird. Als TMIler sollte vieles davon recht vertraut sein.

    Bezüglich Zen:

    Zen ist keinesfalls eine einheitliche Szene, da gibt es auch verschiedene Schulen, und auch die einzelnen Lehrer setzen zum Teil recht unterschiedliche Schwerpunkte. Wenn man sagt "im Zen macht man dies" dann ist das auch immer eine starke Vereinfachung und nur zur groben Orientierung geeignet.

    Mit dieser Einschränkung würde ich sagen, das ist schon deutlich anders, weil Zen eben eine ganz andere Tradition ist, mit einer ganz anderen Herangehensweise als die diversen Vipassana-Schulen. Letztere setzen unterschiedliche Schwerpunkte, aber sie arbeiten alle mit einem ähnlichen Set an Techniken und relativ ausführlichen, detaillierten Instruktionen. Zen hingegen ist eine mystischere Tradition, die eine direktere Erfahrung lehrt, und gerne mit paradoxen Formulierungen arbeitet, um uns aus unserem verkopften Leben herauszuholen.

    Für mich persönlich hat Zen erst dann wirklich funktioniert, als ich es in einer Sangha praktiziert habe. Die ganzen Rituale, das zusammen üben, die formalen Mahlzeiten, Dokusan (formalisierte Frage und Antwort) spielen da mit rein. Für die meisten Menschen wird jeder Ansatz funktionieren, aber manche kommen nur mit einem davon zurecht.

    Es ist aber definitiv nicht so ohne weiteres möglich, Vipassana-Kenntnisse in Zen-Praxis zu überführen. Auch da würde ich dann ggf. eher dazu raten, TMI mal auszusetzen und dich ganz auf das Zen-Erlebnis einzulassen. Lies ein, zwei Zen-Klassiker und geh in die wöchentliche Gruppe, stell da Fragen und versuch, wirklich ganz und gar das zu üben. Das wird wahrscheinlich am besten sein - bist du mal Routine hast.

    Und ich empfehle die zwei Posts, die aus Zen-Perspektive etwas zu den verschiedenen möglichen Methoden und Vor- und Nachteilen sagen. Es sei angemerkt, dass, wenn Domyo von Konzentration spricht, Dinge gemeint sind, die TMI ähnlich sind, aber sie meint dennoch Übungen im Zen-Kontext.

    Grashuepfer:

    83 – Two Paths to Meditative Concentration: Directed Effort Versus Letting Go – Part 1 - The Zen Studies Podcast

    113 – Clarification: It’s Okay to Use Multiple Types of Meditation - The Zen Studies Podcast


    Zu Online-Sanghas:

    Diese können nie das bieten, was ein Üben vor Ort leisten kann. Aber es ist eben in den meisten Städten so, dass man nur ein begrenztes Angebot hat. Und dann ist es wie in der Schule: Nicht jeder lernende kann mit jedem lehrenden zusammenarbeiten, und, ehrlich gesagt: Nicht jeder lehrende ist kompetent. Gerade TMI mit seinem ausgefeilten System ist relativ gut dafür geeignet, zu kommunizieren, was man tut, und auch über Skype o.ä. eine Rückmeldung und Hilfestellung zu erhalten.

    Soll und kann die Sangha vor Ort nicht ersetzen, aber wenn erstere nicht verfügbar ist, kann es dennoch eine große Hilfe sein. Für die Retreats ist es dann natürlich einfacher: wenn man 1-2x im Jahr eines macht, kann man auch weiter fahren. Für die regelmäßige Praxis geht das eben nicht.

    Auch da ist es wieder so - je mehr Routine man hat, desto weniger schlimm wird das noch sein. Ich hab ja Ansprechpartner online, die ich für sehr kompetent halte, und dennoch ist es mir sehr wichtig, regelmäßig mit anderen zusammen zu üben. Ist mir ganz klar, dass das eine das andere nicht ersetzt.

    Wenn es bei dir nur Zen gibt, dann sehe ich vor allem die zwei Möglichkeiten, sich entweder erstmal wirklich auf Zen einzulassen, oder bei Samatha-Vipassana zu bleiben und die Instruktionen / Kontakte zu nutzen, die dann zur Verfügung stehen. Ist letztlich das, was du entscheiden musst- aber ein Versuch macht klug. Ist meistens gut, sich verschiedene Sanghas und Lehrer anzuschauen, einfach mal reinschnuppern und schauen, wie es dir zusagt.

    Zrebna:

    Thread kannte ich noch nicht - gehe mal bei Zeiten ggf. auf die Suche^^

    Unterschied Zazen und Vipassana

    Hier ist der Thread. Ziemlich lange, wilde Angelegenheit. Wenn du Zeit und Geduld hast - klar. Im Zweifelsfall lieber Domyos konzise Texte lesen, denen stimm ich voll und ganz zu und sie sind sehr viel mehr on-topic. :)

    Meld dich gerne jederzeit mit Fragen, ist auch immer willkommen, wenn Leute schildern, wie es ihnen dann ergeht. Viele Grüße!

    Alles anzeigen

    Top, vielen Dank - sehr hilfreicher Input!:)

    Ich persönlich entscheide mich erstmal so:

    Ich werde weiter selbstständig meine 60 Minuten/Tag TMI praktizieren und es in 1-2 Jahren mit folgenden Punkten ergänzen:

    1-2 Retreats/Jahr -> meist TMI (werde da recherchieren, wo es was gibt), aber gerne auch das ein oder andere Vipassana Retreat, da du ja selber sagst, dass es soweit ähnlich genug ist, dass es sich nicht gegenseitig "schadet", sondern ggf. gut ergänzt + viele TMIler machen das ähnlich und kommen wohl gut klar damit.

    Nebenfrage: Falls ich doch noch in näherer Umgebung eine Theravada-Sanga finden sollte - wäre das mit meiner täglichen TMI-Praxis vereinbar? Dort wird ja denk ich u.a. Vipassana praktiziert und Culadasa hat ja selber auch einen Background im Theravada?

    Wäre das ok, oder auch eher von abzuraten?

    Ansonsten könnte ich mir vorstellen, bei Zeiten mal einer Online-TMI-Sanga beizutreten, aber möchte dafür selber etwas weiter sein und mehr Zeit haben. Kann noch alles kommen...

    Eine weitere Frage an alle, aber gerne auch an dich und an alle anderen TMIler:

    Mein größtes Hindernis innerhalb meiner Praxis stellt momentan tatsächlich starke Dumpfheit, also Schläfrigkeit und "kurzes Einnicken" dar.

    Immerhin geschieht es mittlerweile nicht mehr direkt nach 5-10 Minuten, sondern oft erst nach 20 Minuten+ - aber dort habe ich nun seit einiger Zeit diesbzgl. ein Plateau.

    Ich meditiere immer ca. 30 Minuten nach dem Aufwachen, nach Bad/Dusche und vor demEssen und dann eben für 60 Minuten am Stück - also eigentlich beste Voraussetzungen.

    Ich trinke genau einen Kaffee/Tag (waren früher mehr xD) und dieser tatsächlich nach dem Aufstehen - also sogar das regelt es nicht xD (langfristig will ich auch diesen Morgenkaffee sein laßen^^).

    Ich wende die ersten beiden Tips im Kapitel "Stufe 3" bzgl. "wie mit Schläfrigkeit umgehen" an, aber es hilft nur teilweise.

    (Die Tips 3-5 möchte ich vermeiden, weil man dazu seine Sitzposition aufgeben müsste... fühlt sich wie ein zu starker "Cheat" an xD).

    Auch wende ich noch einen Tip an, den ich in "Mindfulness in Plain English" gelesen habe:

    So lange es geht die Luft anhalten.

    Aber wie gesagt, es hilft alles, aber nicht durschschlagend.

    Gibt es weitere gute Tips, die man versuchen kann?

    Und regelt sich das irgendwann mal von selber oder geht es euch auch so wie mir?

    Lg,

    Zrebna

  • Zrebna
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    1. Januar 2019
    • 12. Dezember 2019 um 22:21
    • #66
    Grashuepfer:

    Also, ich kann und will keinesfalls Aravind, Leonie oder Sudhanas Aussagen erklären, das können die nur selber. Aber hier hast du meine Zusammenfassung der Frage, was ist Zen im Vergleich zu Vipassana?

    Zrebna:

    Ja, aber was soll ich denn genau ausführen?

    Ich glaube dieses high-level-Gerede bringt mich und auch viele andere Anfänger nicht wirklich weiter.

    Ich weiß niicht, kann man das so hinnehmen? Falls nicht, dann bitte ggf. in einen separaten Thread.

    Dieser Thread ist für Noobs gedacht! xD

    Das ist ein bisschen die Crux. Zen will einen auf eine direktere, vielleicht kann man auch sagen, rabiatere Weise zu Erkenntnis führen. Von Vipassana-Schulen bekommt man Lastwagenladungen an "Tu dies, und dann tu das. Schau ob jenes passiert, wenn ja, dann machst du es richtig."

    Zen arbeitet so oft nicht. Man will gerade dem denkenden Geist, der Ziele anstrebt, die Luft aus den Segeln nehmen, und verweigert sich deswegen oft Antworten auf solche Fragen. Deshalb auch die häufigen "blöden Antworten" von hochkompetenten Zen-Lehrenden auf solche Fragen

    Ach so, ok.

    Ja, hm - ok, kann das so hinnehmen und es macht es leichter dann auch diese Posts in Zukunft nicht mehr so eng zu sehen.

    Problem sehe ich nur im Folgendem:

    Im Anfängerbereich des Forums ist die Chance nicht immer hoch, dass ein Fragesteller diesen Hintergrund, den du mir gerade erläutert hast, kennt.

    Hier wirken dann solche Posts oft auf Hilfesuchende eher verstörend und auch abschreckend.

    Will man doch eigentlich nicht haben?

    Wäre optimaler, wenn so ein Postingverhalten eher nur im Zenbereich, aber eben nicht im Noobbereich stattfindet, denke ich.

    Aber ok, mir soll es recht sein^^

    (Das ist ein potentieller Nachteil von Zen. Manche Leute sind auch nicht hochkompetent und verstecken sich hinter nebulösem Geschwafel. Ist am Anfang nicht leicht zu unterscheiden. Aber die meisten Zen-Lehrer, die ich getroffen habe, waren gute Leute. Und Vipassana hat seine ganz eigenen Nachteile, so wie eben jede Methode. Choose your poison... 8))

    Haha, das klingt gut! :grinsen:

    Was denkst du sind so die gängigen Nachteile von Vipassana? Und auch was von TMI?

    ich erinner mich, wie ich einer Zen-Nonne eine Frage gestellt hab, die sehr technisch und Vipassana-lastig war, nämlich wie man Dumpfheit im Zen bearbeitet. In TMI wird darauf liebevoll eingegangen, die Tibeter sprechen da gerne von Absinken. Die Zen-Nonne hat gelächelt, mich eine Weile schweigend angeschaut und gesagt: Trust your body, not your mind.

    Lol, gespenstisch - siehe meine Frage im Post drüber xD

    Falls ihr Ratschlag darauf abzielen soll, dass man sich lieber schlafen legen sollte, weil man ja müde ist, dann würde ich quasi nicht mehr meditieren können xD

    Habe diesen Tip nun schon oft gehört und finde ich gelinde gesagt nicht sehr überzeugend .^^

    Wie gesagt - eine andere Art, zu lehren. Beides sind hochgradig respektierte, lebendige Traditionen, die viele Freunde haben und viel Potential. Aber da sieht man, wie unterschiedlich sie sind... ist knifflig. Gerade am Anfang fragt man sich, was das Theater eigentlich soll. Aber wenn man sich darauf einlässt, und einfach mal übt, und den Zen-Geist absorbiert, dann beginnt es meist nach einer Zeit einzusickern.

    Ja, denke Zend ist schon ziemlich gut - aber persönlich zieht es mich irgendwie richtungsweise zu Theravada/Vipassana/TMI...

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    Noch eine weitere Frage fällt mir ein:
    Ist es ratsam, ok, unbedenklich, etc... neben seiner formalen Praxis, sich auch mit der buddhistischen Philosophie und der buddhistischen Psychologie zu beschäftigen.

    Kennt ihr zb. Jack Kornfiled? Habe mir vor Kurzem sein Buch "Das weise Herz" geholt.

    Ist es förderlich neben seiner formalen Sitzpraxis auch etwas in solche, oben beschriebenen, Richtung zu machen?

    PS:

    Es wird für Heute spät - ich bookmarke hier und gehe auf alle anderen Posts morgen ein - Danke schonmal soweit!:)

    Lg,

    Zrebna:)

  • Grashuepfer
    Gast
    • 12. Dezember 2019 um 22:38
    • #67

    Das klingt doch gut Zrebna! Mein Tip wäre, dass du nicht zuuu lange warten musst bis du auf ein Retreat fährst. Je nachdem, wie streng auch das Programm ist und wie wohl du dich fühlst.

    Zrebna:

    Nebenfrage: Falls ich doch noch in näherer Umgebung eine Theravada-Sanga finden sollte - wäre das mit meiner täglichen TMI-Praxis vereinbar? Dort wird ja denk ich u.a. Vipassana praktiziert und Culadasa hat ja selber auch einen Background im Theravada?

    Wäre das ok, oder auch eher von abzuraten?

    Hmm.. ich kenne nicht wirklich Theravada-Sanghas. Wie gesagt: TMI ist ja an sich auch Vipassana-Meditation, aber es wird eben erstmal sehr viel Samatha geübt. Was halt eine relativ andere Schule ist, ist Mahasi-Style "Noting" (Benennen im Deutschen). Würde sagen, sicher einen Versuch wert .. je nachdem, was dann vor Ort gemacht wird.

    Ich selber hab eigentlich schon vor, mal im Waldkloster Muttodaya eine Weile zu verbringen.

    Zrebna:

    Eine weitere Frage an alle, aber gerne auch an dich und an alle anderen TMIler:

    Mein größtes Hindernis innerhalb meiner Praxis stellt momentan tatsächlich starke Dumpfheit, also Schläfrigkeit und "kurzes Einnicken" dar.

    Immerhin geschieht es mittlerweile nicht mehr direkt nach 5-10 Minuten, sondern oft erst nach 20 Minuten+ - aber dort habe ich nun seit einiger Zeit diesbzgl. ein Plateau.

    Ich meditiere immer ca. 30 Minuten nach dem Aufwachen, nach Bad/Dusche und vor demEssen und dann eben für 60 Minuten am Stück - also eigentlich beste Voraussetzungen.

    Ich trinke genau einen Kaffee/Tag (waren früher mehr xD) und dieser tatsächlich nach dem Aufstehen - also sogar das regelt es nicht xD (langfristig will ich auch diesen Morgenkaffee sein laßen^^).

    Ich wende die ersten beiden Tips im Kapitel "Stufe 3" bzgl. "wie mit Schläfrigkeit umgehen" an, aber es hilft nur teilweise.

    (Die Tips 3-5 möchte ich vermeiden, weil man dazu seine Sitzposition aufgeben müsste... fühlt sich wie ein zu starker "Cheat" an xD).

    Auch wende ich noch einen Tip an, den ich in "Mindfulness in Plain English" gelesen habe:

    So lange es geht die Luft anhalten.

    Aber wie gesagt, es hilft alles, aber nicht durschschlagend.

    Gibt es weitere gute Tips, die man versuchen kann?

    Und regelt sich das irgendwann mal von selber oder geht es euch auch so wie mir?

    Alles anzeigen

    Hmmm... mit der Zeit kommt man tatsächlich dahin, dass man Dumpfheit erkennt und durch mentale Entschlossenheit aufheben kann. Unter Umständen dauert das aber LANG. Immer vorausgesetzt, es handelt sich nicht um Erschöpfung / Müdigkeit.

    Es ist natürlich normalerweise so, dass man sagt, wenn ein Mittel nicht hilft, dann nimmt man das nächststärkste. Weiß jetzt nicht, warum du es als Cheat siehst - wenn das nächstschwächere nicht wirkt, wo ist dann das Problem dabei, die Intensität zu erhöhen?

    Wie lange meditierst du denn jetzt schon? 60 Minuten sind schon ein sehr ordentliches Pensum. Eine Überlegung wäre, dein Sitzen aufzuteilen: 25 Minuten sitzen, 10 Minuten Gehmeditation, 25 Minuten sitzen oder etwas in der Art.

    Zrebna:
    Grashuepfer:

    Danke für deine freundliche Antwort. Freut mich wirklich sehr, wenn es dir was bringt :) Ich antworte mal Stück für Stück.

    Bezüglich der 10-Tages_Retreats:

    Ja, die Goenka-Retreats sind Klassiker und sehr bekannt. Hab noch keines davon mitgemacht, aber kenn das Prinzip und kenn eine ganze Reihe an Leuten, die schon dort waren. Die meisten davon kommen mit positiven Einschätzungen zurück. Es gibt diverse Kritikpunkte, wie immer, aber im Großen und Ganzen sehr solide.

    Die zwei sind in gewisser Hinsicht schwer zu vergleichen, weil TMI wesentlich ausführlicher ist, denn es ist ein dickes Buch mit vielen Übungen, das für ausführliche Lektüre konzipiert ist. Im Großen und Ganzen sollte es kein Problem sein, dort mitzumachen, gerade wenn man mit TMI vertraut ist wird man sich sehr schnell einfinden. Im Weg stehen wird sich da nichts, die zwei DInge gehören zur gleichen Oberfamilie, setzen nur unterschiedliche Schwerpunkte.

    Ich will auch nicht sagen, dass man erst 2 Jahre TMI machen muss, bevor man auf ein Goenka-Retreat gehen kann, aber:

    1. 10 Tage am Stück sind schon einiges. Ich gehe davon aus, dass die meisten Leute erst so richtig davon profitieren, wenn sie ohnehin schon etwas geübt sind. Für manche ist das toll, ich wär damals total überfordert gewesen. Lieber mal 15-20 Minuten am Tag sitzen, und dann langsam steigern.

    2. Gerade als Anfänger(in) ist es problematisch, zu mischen, weil man sich ohnehin schon so viel merken muss. Ich würde mal behaupten: Für die meisten Anfänger wird es erstmal verwirrend sein, mit einer Methode anzufangen und dann von einer anderen zu hören. "Ja, aber ich hab mir doch grade gemerkt dass ich dies und jenes tun soll.". Je mehr Überblick man hat, desto schneller kann man es einordnen. Grundsätzlich sind die zwei Systeme schon deutlich miteinander verwandt.

    Diese Negativbeispiele, wie das Heimschicken von Leuten, kommen vor, sind aber eher Ausnahmen. Würde mir dabei nicht so viele Gedanken machen. Meine Empfehlung wäre aber auch, so wie Aravind sagte: Wenn du auf ein Goenka-Retreat gehst, versuch, so weit wie möglich das zu machen, was dort instruiert und angeboten wird. Als TMIler sollte vieles davon recht vertraut sein.

    Bezüglich Zen:

    Zen ist keinesfalls eine einheitliche Szene, da gibt es auch verschiedene Schulen, und auch die einzelnen Lehrer setzen zum Teil recht unterschiedliche Schwerpunkte. Wenn man sagt "im Zen macht man dies" dann ist das auch immer eine starke Vereinfachung und nur zur groben Orientierung geeignet.

    Mit dieser Einschränkung würde ich sagen, das ist schon deutlich anders, weil Zen eben eine ganz andere Tradition ist, mit einer ganz anderen Herangehensweise als die diversen Vipassana-Schulen. Letztere setzen unterschiedliche Schwerpunkte, aber sie arbeiten alle mit einem ähnlichen Set an Techniken und relativ ausführlichen, detaillierten Instruktionen. Zen hingegen ist eine mystischere Tradition, die eine direktere Erfahrung lehrt, und gerne mit paradoxen Formulierungen arbeitet, um uns aus unserem verkopften Leben herauszuholen.

    Für mich persönlich hat Zen erst dann wirklich funktioniert, als ich es in einer Sangha praktiziert habe. Die ganzen Rituale, das zusammen üben, die formalen Mahlzeiten, Dokusan (formalisierte Frage und Antwort) spielen da mit rein. Für die meisten Menschen wird jeder Ansatz funktionieren, aber manche kommen nur mit einem davon zurecht.

    Es ist aber definitiv nicht so ohne weiteres möglich, Vipassana-Kenntnisse in Zen-Praxis zu überführen. Auch da würde ich dann ggf. eher dazu raten, TMI mal auszusetzen und dich ganz auf das Zen-Erlebnis einzulassen. Lies ein, zwei Zen-Klassiker und geh in die wöchentliche Gruppe, stell da Fragen und versuch, wirklich ganz und gar das zu üben. Das wird wahrscheinlich am besten sein - bist du mal Routine hast.

    Und ich empfehle die zwei Posts, die aus Zen-Perspektive etwas zu den verschiedenen möglichen Methoden und Vor- und Nachteilen sagen. Es sei angemerkt, dass, wenn Domyo von Konzentration spricht, Dinge gemeint sind, die TMI ähnlich sind, aber sie meint dennoch Übungen im Zen-Kontext.

    Grashuepfer:

    83 – Two Paths to Meditative Concentration: Directed Effort Versus Letting Go – Part 1 - The Zen Studies Podcast

    113 – Clarification: It’s Okay to Use Multiple Types of Meditation - The Zen Studies Podcast


    Zu Online-Sanghas:

    Diese können nie das bieten, was ein Üben vor Ort leisten kann. Aber es ist eben in den meisten Städten so, dass man nur ein begrenztes Angebot hat. Und dann ist es wie in der Schule: Nicht jeder lernende kann mit jedem lehrenden zusammenarbeiten, und, ehrlich gesagt: Nicht jeder lehrende ist kompetent. Gerade TMI mit seinem ausgefeilten System ist relativ gut dafür geeignet, zu kommunizieren, was man tut, und auch über Skype o.ä. eine Rückmeldung und Hilfestellung zu erhalten.

    Soll und kann die Sangha vor Ort nicht ersetzen, aber wenn erstere nicht verfügbar ist, kann es dennoch eine große Hilfe sein. Für die Retreats ist es dann natürlich einfacher: wenn man 1-2x im Jahr eines macht, kann man auch weiter fahren. Für die regelmäßige Praxis geht das eben nicht.

    Auch da ist es wieder so - je mehr Routine man hat, desto weniger schlimm wird das noch sein. Ich hab ja Ansprechpartner online, die ich für sehr kompetent halte, und dennoch ist es mir sehr wichtig, regelmäßig mit anderen zusammen zu üben. Ist mir ganz klar, dass das eine das andere nicht ersetzt.

    Wenn es bei dir nur Zen gibt, dann sehe ich vor allem die zwei Möglichkeiten, sich entweder erstmal wirklich auf Zen einzulassen, oder bei Samatha-Vipassana zu bleiben und die Instruktionen / Kontakte zu nutzen, die dann zur Verfügung stehen. Ist letztlich das, was du entscheiden musst- aber ein Versuch macht klug. Ist meistens gut, sich verschiedene Sanghas und Lehrer anzuschauen, einfach mal reinschnuppern und schauen, wie es dir zusagt.

    Zrebna:

    Thread kannte ich noch nicht - gehe mal bei Zeiten ggf. auf die Suche^^

    Unterschied Zazen und Vipassana

    Hier ist der Thread. Ziemlich lange, wilde Angelegenheit. Wenn du Zeit und Geduld hast - klar. Im Zweifelsfall lieber Domyos konzise Texte lesen, denen stimm ich voll und ganz zu und sie sind sehr viel mehr on-topic. :)

    Meld dich gerne jederzeit mit Fragen, ist auch immer willkommen, wenn Leute schildern, wie es ihnen dann ergeht. Viele Grüße!

    Alles anzeigen

    Top, vielen Dank - sehr hilfreicher Input!:)

    Ich persönlich entscheide mich erstmal so:

    Ich werde weiter selbstständig meine 60 Minuten/Tag TMI praktizieren und es in 1-2 Jahren mit folgenden Punkten ergänzen:

    1-2 Retreats/Jahr -> meist TMI (werde da recherchieren, wo es was gibt), aber gerne auch das ein oder andere Vipassana Retreat, da du ja selber sagst, dass es soweit ähnlich genug ist, dass es sich nicht gegenseitig "schadet", sondern ggf. gut ergänzt + viele TMIler machen das ähnlich und kommen wohl gut klar damit.

    Nebenfrage: Falls ich doch noch in näherer Umgebung eine Theravada-Sanga finden sollte - wäre das mit meiner täglichen TMI-Praxis vereinbar? Dort wird ja denk ich u.a. Vipassana praktiziert und Culadasa hat ja selber auch einen Background im Theravada?

    Wäre das ok, oder auch eher von abzuraten?

    Ansonsten könnte ich mir vorstellen, bei Zeiten mal einer Online-TMI-Sanga beizutreten, aber möchte dafür selber etwas weiter sein und mehr Zeit haben. Kann noch alles kommen...

    Eine weitere Frage an alle, aber gerne auch an dich und an alle anderen TMIler:

    Mein größtes Hindernis innerhalb meiner Praxis stellt momentan tatsächlich starke Dumpfheit, also Schläfrigkeit und "kurzes Einnicken" dar.

    Immerhin geschieht es mittlerweile nicht mehr direkt nach 5-10 Minuten, sondern oft erst nach 20 Minuten+ - aber dort habe ich nun seit einiger Zeit diesbzgl. ein Plateau.

    Ich meditiere immer ca. 30 Minuten nach dem Aufwachen, nach Bad/Dusche und vor demEssen und dann eben für 60 Minuten am Stück - also eigentlich beste Voraussetzungen.

    Ich trinke genau einen Kaffee/Tag (waren früher mehr xD) und dieser tatsächlich nach dem Aufstehen - also sogar das regelt es nicht xD (langfristig will ich auch diesen Morgenkaffee sein laßen^^).

    Ich wende die ersten beiden Tips im Kapitel "Stufe 3" bzgl. "wie mit Schläfrigkeit umgehen" an, aber es hilft nur teilweise.

    (Die Tips 3-5 möchte ich vermeiden, weil man dazu seine Sitzposition aufgeben müsste... fühlt sich wie ein zu starker "Cheat" an xD).

    Auch wende ich noch einen Tip an, den ich in "Mindfulness in Plain English" gelesen habe:

    So lange es geht die Luft anhalten.

    Aber wie gesagt, es hilft alles, aber nicht durschschlagend.

    Gibt es weitere gute Tips, die man versuchen kann?

    Und regelt sich das irgendwann mal von selber oder geht es euch auch so wie mir?

    Lg,

    Zrebna

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    Zrebna:
    Grashuepfer:

    Haha, das klingt gut! :grinsen:

    Was denkst du sind so die gängigen Nachteile von Vipassana? Und auch was von TMI?

    Naja - diese ganzen Ziele und Stufen, besonders von TMI, können eben auch leicht als Mittel verwendet werden, das Ego zu stärken. Man ist besonders stolz drauf, Stufe X zu haben, oder man ärgert sich, schon ein Jahr zu meditieren und immernoch in Stufe Y zu sein. Die Stufen sind ja letztlich nur ein Raster, um die richtige Technik zu finden, aber sie werden sehr leicht zu ernst genommen.


    Und auch ansonsten - jede Methode funktioniert für manche Leute besser und für andere weniger gut. Da kann man lang philosophieren, in dem Vergleichsthread wurde das auch unternommen. Ist immer schwierig, weil ja sowohl "Vipassana" als auch "Zen" eigentlich sehr weite Felder sind und man drum stark vereinfacht.

    Zrebna:
    Grashuepfer:

    Lol, gespenstisch - siehe meine Frage im Post drüber xD

    Falls ihr Ratschlag darauf abzielen soll, dass man sich lieber schlafen legen sollte, weil man ja müde ist, dann würde ich quasi nicht mehr meditieren können xD

    Habe diesen Tip nun schon oft gehört und finde ich gelinde gesagt nicht sehr überzeugend .^^

    Ist schwer, sowas von außen zu beurteilen. Wenn man mal im Zen etwas verwurzelt ist, werden da viele ähnliche Dinge gelehrt. Sie hat nicht gesagt "schlaf, wenn du müde bist." Sie hat gesagt, trau deinem Körper. Der Punkt ist, dass sie nicht versuchen wollte, das Problem für mich zu lösen, sondern darauf verwiesen hat, wo ich eine Antwort finden kann. In der Situation selber war es genau die richtige Antwort für mich. Aber ist ja ok, wenn dich TMI mehr anspricht, bleib evtl. lieber mal dabei :)

    Zrebna:

    Noch eine weitere Frage fällt mir ein:
    Ist es ratsam, ok, unbedenklich, etc... neben seiner formalen Praxis, sich auch mit der buddhistischen Philosophie und der buddhistischen Psychologie zu beschäftigen.

    Kennt ihr zb. Jack Kornfiled? Habe mir vor Kurzem sein Buch "Das weise Herz" geholt.

    Ist es förderlich neben seiner formalen Sitzpraxis auch etwas in solche, oben beschriebenen, Richtung zu machen?

    Kornfield ist super! Man sollte nur schauen, dass man es nicht übertreibt mit dem Lesen - ansonsten alles super. Gute Nacht :)

  • CCC
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    • 13. Dezember 2019 um 06:43
    • #68
    Zrebna:
    Grashuepfer:

    Danke für deine freundliche Antwort. Freut mich wirklich sehr, wenn es dir was bringt :) Ich antworte mal Stück für Stück.

    Bezüglich der 10-Tages_Retreats:

    Ja, die Goenka-Retreats sind Klassiker und sehr bekannt. Hab noch keines davon mitgemacht, aber kenn das Prinzip und kenn eine ganze Reihe an Leuten, die schon dort waren. Die meisten davon kommen mit positiven Einschätzungen zurück. Es gibt diverse Kritikpunkte, wie immer, aber im Großen und Ganzen sehr solide.

    Die zwei sind in gewisser Hinsicht schwer zu vergleichen, weil TMI wesentlich ausführlicher ist, denn es ist ein dickes Buch mit vielen Übungen, das für ausführliche Lektüre konzipiert ist. Im Großen und Ganzen sollte es kein Problem sein, dort mitzumachen, gerade wenn man mit TMI vertraut ist wird man sich sehr schnell einfinden. Im Weg stehen wird sich da nichts, die zwei DInge gehören zur gleichen Oberfamilie, setzen nur unterschiedliche Schwerpunkte.

    Ich will auch nicht sagen, dass man erst 2 Jahre TMI machen muss, bevor man auf ein Goenka-Retreat gehen kann, aber:

    1. 10 Tage am Stück sind schon einiges. Ich gehe davon aus, dass die meisten Leute erst so richtig davon profitieren, wenn sie ohnehin schon etwas geübt sind. Für manche ist das toll, ich wär damals total überfordert gewesen. Lieber mal 15-20 Minuten am Tag sitzen, und dann langsam steigern.

    2. Gerade als Anfänger(in) ist es problematisch, zu mischen, weil man sich ohnehin schon so viel merken muss. Ich würde mal behaupten: Für die meisten Anfänger wird es erstmal verwirrend sein, mit einer Methode anzufangen und dann von einer anderen zu hören. "Ja, aber ich hab mir doch grade gemerkt dass ich dies und jenes tun soll.". Je mehr Überblick man hat, desto schneller kann man es einordnen. Grundsätzlich sind die zwei Systeme schon deutlich miteinander verwandt.

    Diese Negativbeispiele, wie das Heimschicken von Leuten, kommen vor, sind aber eher Ausnahmen. Würde mir dabei nicht so viele Gedanken machen. Meine Empfehlung wäre aber auch, so wie Aravind sagte: Wenn du auf ein Goenka-Retreat gehst, versuch, so weit wie möglich das zu machen, was dort instruiert und angeboten wird. Als TMIler sollte vieles davon recht vertraut sein.

    Bezüglich Zen:

    Zen ist keinesfalls eine einheitliche Szene, da gibt es auch verschiedene Schulen, und auch die einzelnen Lehrer setzen zum Teil recht unterschiedliche Schwerpunkte. Wenn man sagt "im Zen macht man dies" dann ist das auch immer eine starke Vereinfachung und nur zur groben Orientierung geeignet.

    Mit dieser Einschränkung würde ich sagen, das ist schon deutlich anders, weil Zen eben eine ganz andere Tradition ist, mit einer ganz anderen Herangehensweise als die diversen Vipassana-Schulen. Letztere setzen unterschiedliche Schwerpunkte, aber sie arbeiten alle mit einem ähnlichen Set an Techniken und relativ ausführlichen, detaillierten Instruktionen. Zen hingegen ist eine mystischere Tradition, die eine direktere Erfahrung lehrt, und gerne mit paradoxen Formulierungen arbeitet, um uns aus unserem verkopften Leben herauszuholen.

    Für mich persönlich hat Zen erst dann wirklich funktioniert, als ich es in einer Sangha praktiziert habe. Die ganzen Rituale, das zusammen üben, die formalen Mahlzeiten, Dokusan (formalisierte Frage und Antwort) spielen da mit rein. Für die meisten Menschen wird jeder Ansatz funktionieren, aber manche kommen nur mit einem davon zurecht.

    Es ist aber definitiv nicht so ohne weiteres möglich, Vipassana-Kenntnisse in Zen-Praxis zu überführen. Auch da würde ich dann ggf. eher dazu raten, TMI mal auszusetzen und dich ganz auf das Zen-Erlebnis einzulassen. Lies ein, zwei Zen-Klassiker und geh in die wöchentliche Gruppe, stell da Fragen und versuch, wirklich ganz und gar das zu üben. Das wird wahrscheinlich am besten sein - bist du mal Routine hast.

    Und ich empfehle die zwei Posts, die aus Zen-Perspektive etwas zu den verschiedenen möglichen Methoden und Vor- und Nachteilen sagen. Es sei angemerkt, dass, wenn Domyo von Konzentration spricht, Dinge gemeint sind, die TMI ähnlich sind, aber sie meint dennoch Übungen im Zen-Kontext.

    Grashuepfer:

    83 – Two Paths to Meditative Concentration: Directed Effort Versus Letting Go – Part 1 - The Zen Studies Podcast

    113 – Clarification: It’s Okay to Use Multiple Types of Meditation - The Zen Studies Podcast


    Zu Online-Sanghas:

    Diese können nie das bieten, was ein Üben vor Ort leisten kann. Aber es ist eben in den meisten Städten so, dass man nur ein begrenztes Angebot hat. Und dann ist es wie in der Schule: Nicht jeder lernende kann mit jedem lehrenden zusammenarbeiten, und, ehrlich gesagt: Nicht jeder lehrende ist kompetent. Gerade TMI mit seinem ausgefeilten System ist relativ gut dafür geeignet, zu kommunizieren, was man tut, und auch über Skype o.ä. eine Rückmeldung und Hilfestellung zu erhalten.

    Soll und kann die Sangha vor Ort nicht ersetzen, aber wenn erstere nicht verfügbar ist, kann es dennoch eine große Hilfe sein. Für die Retreats ist es dann natürlich einfacher: wenn man 1-2x im Jahr eines macht, kann man auch weiter fahren. Für die regelmäßige Praxis geht das eben nicht.

    Auch da ist es wieder so - je mehr Routine man hat, desto weniger schlimm wird das noch sein. Ich hab ja Ansprechpartner online, die ich für sehr kompetent halte, und dennoch ist es mir sehr wichtig, regelmäßig mit anderen zusammen zu üben. Ist mir ganz klar, dass das eine das andere nicht ersetzt.

    Wenn es bei dir nur Zen gibt, dann sehe ich vor allem die zwei Möglichkeiten, sich entweder erstmal wirklich auf Zen einzulassen, oder bei Samatha-Vipassana zu bleiben und die Instruktionen / Kontakte zu nutzen, die dann zur Verfügung stehen. Ist letztlich das, was du entscheiden musst- aber ein Versuch macht klug. Ist meistens gut, sich verschiedene Sanghas und Lehrer anzuschauen, einfach mal reinschnuppern und schauen, wie es dir zusagt.

    Zrebna:

    Thread kannte ich noch nicht - gehe mal bei Zeiten ggf. auf die Suche^^

    Unterschied Zazen und Vipassana

    Hier ist der Thread. Ziemlich lange, wilde Angelegenheit. Wenn du Zeit und Geduld hast - klar. Im Zweifelsfall lieber Domyos konzise Texte lesen, denen stimm ich voll und ganz zu und sie sind sehr viel mehr on-topic. :)

    Meld dich gerne jederzeit mit Fragen, ist auch immer willkommen, wenn Leute schildern, wie es ihnen dann ergeht. Viele Grüße!

    Alles anzeigen

    Top, vielen Dank - sehr hilfreicher Input!:)

    Ich persönlich entscheide mich erstmal so:

    Ich werde weiter selbstständig meine 60 Minuten/Tag TMI praktizieren und es in 1-2 Jahren mit folgenden Punkten ergänzen:

    1-2 Retreats/Jahr -> meist TMI (werde da recherchieren, wo es was gibt), aber gerne auch das ein oder andere Vipassana Retreat, da du ja selber sagst, dass es soweit ähnlich genug ist, dass es sich nicht gegenseitig "schadet", sondern ggf. gut ergänzt + viele TMIler machen das ähnlich und kommen wohl gut klar damit.

    Nebenfrage: Falls ich doch noch in näherer Umgebung eine Theravada-Sanga finden sollte - wäre das mit meiner täglichen TMI-Praxis vereinbar? Dort wird ja denk ich u.a. Vipassana praktiziert und Culadasa hat ja selber auch einen Background im Theravada?

    Wäre das ok, oder auch eher von abzuraten?

    Ansonsten könnte ich mir vorstellen, bei Zeiten mal einer Online-TMI-Sanga beizutreten, aber möchte dafür selber etwas weiter sein und mehr Zeit haben. Kann noch alles kommen...

    Eine weitere Frage an alle, aber gerne auch an dich und an alle anderen TMIler:

    Mein größtes Hindernis innerhalb meiner Praxis stellt momentan tatsächlich starke Dumpfheit, also Schläfrigkeit und "kurzes Einnicken" dar.

    Immerhin geschieht es mittlerweile nicht mehr direkt nach 5-10 Minuten, sondern oft erst nach 20 Minuten+ - aber dort habe ich nun seit einiger Zeit diesbzgl. ein Plateau.

    Ich meditiere immer ca. 30 Minuten nach dem Aufwachen, nach Bad/Dusche und vor demEssen und dann eben für 60 Minuten am Stück - also eigentlich beste Voraussetzungen.

    Ich trinke genau einen Kaffee/Tag (waren früher mehr xD) und dieser tatsächlich nach dem Aufstehen - also sogar das regelt es nicht xD (langfristig will ich auch diesen Morgenkaffee sein laßen^^).

    Ich wende die ersten beiden Tips im Kapitel "Stufe 3" bzgl. "wie mit Schläfrigkeit umgehen" an, aber es hilft nur teilweise.

    (Die Tips 3-5 möchte ich vermeiden, weil man dazu seine Sitzposition aufgeben müsste... fühlt sich wie ein zu starker "Cheat" an xD).

    Auch wende ich noch einen Tip an, den ich in "Mindfulness in Plain English" gelesen habe:

    So lange es geht die Luft anhalten.

    Aber wie gesagt, es hilft alles, aber nicht durschschlagend.

    Gibt es weitere gute Tips, die man versuchen kann?

    Und regelt sich das irgendwann mal von selber oder geht es euch auch so wie mir?

    Lg,

    Zrebna

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    Bei mir hat sich alles irgendwie von selbst geregelt.

    Wenn die Zeit (oder Du) dafür reif ist, wird schon das Richtige kommen.

    Also plane ruhig, kommt eh alles anders😉

  • Zrebna
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    • 13. Dezember 2019 um 20:21
    • #69
    User19823:
    Zrebna:

    Ich selber praktiziere mittlerweile täglich 60 Minuten morgens nach der "TMI"-Methode und Fortschritt ist fühlbar.

    Zrebna:

    Ich würde aber gerne bald 2 Dinge zusätzlich hinzufügen:

    1.) 1-2-mal/Jahr ein Retreat.

    Zrebna:

    2.) Ich würde mich gerne einer Sanga anschließen.

    Zrebna:

    Wie gesagt, interessiert mich eigentlich die Vipassana-Richtung als Praxis (Philosophie soll ja überall gleich/ähnlich sein bzgl. den Kernpunkten?).

    Problem ist, dass es in der Stadt, in der ich lebe nur Sangas gibt, die vorwiegend Zen angehörig sind, und somit Zazen praktizieren.

    Hallo Zreba

    Bezüglich deiner Fragen kann ich alle Antworten von Grashuepfer unterstützen:

    Zen und TMI ist zu weit auseinander, es ist leichter zu wechseln, wenn man mehrere Jahre nach einer Methode meditiert hat, aber nicht am Anfang, zumal du ja mit der TMI-Methode gut klar kommst.

    (Ich kenne aus eigener Erfahrung Zen, TMI und Vipassana.)

    Der Wechsel zu Vipassana wäre da schon eher möglich.

    In welcher Ecke von Deutschland wohnst du denn (du brauchst uns nicht dafür die genaue Stadt oder dein Dorf zu nennen)? Wie wäre es denn, wenn wir mal gemeinsam nach einer Gruppe suchen?

    Vielleicht kannst du ja einmal im Monat fahren, wie es auch andere machen und in der Zwischenzeit sprecht ihr mal online miteinander.

    Kennst du diesen Link? Gruppensuche -

    Falls es doch nur Zengruppen in erreichbarer Nähe gibt (das soll jetzt keine Abwertung sein, es geht nur um Möglichkeiten), wären vielleicht die Gruppen von Thich Nhat Hanh die am ehesten geeigneten, weil er Zen mit Vipassana mischt, was deinen TMI-Erfahrungen wahrscheinlich am nähesten käme. Gemeinschaften

    Falls du noch unter 35 Jahre bist, kämen auch die "Wake up"-Gruppen in Frage. Links - Wake Up International

    _()_ User19823

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    Hi!

    Vielen Dank, den Link kannte ich noch nicht.

    Ich wohne im Raum Regensburg und habe dort bei Eingabe von "Theravada" und "Vipassana" , beides mal folgendes gefunden (identische Ergebnisse) :

    Gruppensuche - Ergebnisse -

    Es scheint also noch eine Sanga des tibetischen Buddhismus zu geben - Linie: Karma Kagyü Linie.

    Neben Theravada, hat doch Culadasa auch seine Wurzeln im tibetischem Buddhismus, gemäß meinen Infos?

    Ich kenne mich aber bzgl. den dortigen Praktiken und die, dieser Linie null aus und habe keine Vorstellung davon, ob diese mit den Praktiken von TMI ausreichend kompatibel sind, so dass ich dort ab und an teilnehmen könnte?

    Wisst ihr da evtl. etwas? :)

    Ich glaube, dass dies wohl ihr Programm ist:

    Tibetische Meditationsgruppe Regensburg

    Ansonsten bin ich gefühlt bei euch, und der Fokus auf eine Sache (oder ausreichend ähnliche, miteinander kompatible Dinge) scheint mir sinnvoll und vernünftig - laße daher ersteinmal "die Finger von" Zen.

    Sicher interessant, aber eben gem. eurer Erfahrungen nicht so sehr mit TMI kompatibel - danke hier für eure klaren und ehrlichen Empfehlungen!:)

  • Zrebna
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    • 13. Dezember 2019 um 20:40
    • #70
    Sudhana:
    Zrebna:

    Dieser Thread ist für Noobs gedacht!

    Jetzt, wo Du es sagst ... Ein kleiner Hinweis: dafür gibt es hier eigens ein Anfängerforum. Die Moderation ist sicher gerne bereit, Deinen Thread dorthin zu verschieben. Dann kann man sich ggf. als Antwortender auch auf solche Erwartungen einstellen. Auf diesem Parkett hier, wo hauptsächlich das Schaulaufen traditionsübergreifenden Diskurses stattfindet, darf das Publikum ruhig ein wenig mehr gefordert werden. Ein wenig Hintergrund sollte man da schon voraussetzen dürfen.

    Ja, gerne in den Anfängerbereich verschieben. Habe den vorher nicht gesehen und einfach das erstbeste oben genommen - also "Allgemeiner Bereich" xD.

    Verschieben wäre nett, danke:)

    Wobei - ein wenig frage ich mich ja schon, welche Intention hinter Deiner Ausgangsfrage steht. Deren eristisches Potential sollte selbst einem halbwegs wachen Noob klar sein. So erzeugt man die altbekannte Der-Schuh-ist-das-Zeichen-Situation. Klar, ist immer wieder komisch und so alt der Trick auch ist - er findet immer noch ein engagiertes Publikum. Muss was mit diesem karma zu tun haben, von dem man so viel hört ...

    _()_

    Frage ist schon ernst gemeint gewesen und finde ich aus Sicht eines Anfängers gar nicht mal 100% uninteressant.

    Dass dies dann wohl öfters hier zu einem Showdown führt, kann man mir doch nicht ankreiden:grinsen:

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    • 13. Dezember 2019 um 21:04
    • #71

    @Grashuepfer :

    Vielen Dank für deine Antwort:

    Habe so 3 Monate 20 Minuten/Tag meditiert - dann ca. 1 Monat 30 min - danach eine Weile 45 min und seit kurzem 60 min und hier

    "cappe" ich auch fürs erste.

    Vermutlich hast du damit recht zur nächststärkeren Methode überzugehen (war nur ein Gefühl, dass man ungerne Sitzpostion aufgibt).

    Werde ich bald mal versuchen.

    Lese mir noch dazu das Kapitel "Gehmeditation" durch und versuche es bald.

    Hoffe mal, dass es im Zimmer (in der Nähe meines Meditationsortes) gut möglich ist.

    Ansonsten versuche ich es evtl. noch damit, mir ein "ice-pack" neben mein Meditationskissen zu legen und dann bei wirklich starker Schläfrigkeit mal übers gesicht und in den Nacken:grinsen:

    Hört sich erstmal leicht verrückt an, aber kann mir vorstellen, dass das gute Abhilfe schaffen könnte :)

    @Stufen - Ego -> TMI:

    Ja, das stimmt und den Eindruck habe ich, wenn ich Reddit lese xD

    Ich würde mal frech behaupten wollen, dass ich hoffentlich erstmal noch kein Opfer dieses "spiritual ego phenomas" bin.

    Sehe mich als absolut untalentiert an, leicht neurotisch und dümpel nach > 6 Monaten gerade mal auf Stufe 2 rum (wo viele der Reddit-Com wohl drüber lachen würden xD ) und es gibt nicht viel, was mir noch egaler ist :grinsen:

    Solche Spielereien mir bis dato rel. wurscht xD

    Tatsächlich habe ich aber bzgl. diesem Punkt indirekt eine Frage:

    Ist es deiner Meinung nach ok bzgl. den "Technik-kapiteln" vorzulesen?

    Ich meine, ich habe ja noch nicht 100% Stufe 2 "gemeistert", doch trotzdem helfen mir die Tips und Techniken, die ich im Kapitel "Stufe 3" gelesen habe enorm.

    Wie ist hier deine Meinung oder gerne auch die, der anderen TMIler? Ok, gefährlich, unbedenklich, hilfreich, hinderlich...?

    Natürlich limitiere ich hier - sprich, ich lese dort nur sehr langsam weiter und würde jetzt zb. nicht auf Stufe 2 bis zb. Stufe 7 vorlesen.

    Instinktiv halt so maximal 2 Stufen voraus, o.ä..., um eben ggf. hilfrieche Tips zu erhalten, die mir auf einer gegenwärtig niedrigeren Stufe sehr helfen könnten.

    Lg,

    Zrebna:)

  • Aravind
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    • 14. Dezember 2019 um 09:33
    • #72
    Zrebna:

    Ansonsten versuche ich es evtl. noch damit, mir ein "ice-pack" neben mein Meditationskissen zu legen und dann bei wirklich starker Schläfrigkeit mal übers gesicht und in den Nacken

    Das hört sich kreativ an. Klar kann man sich durch Tricks wach halten. Ich kenne den alten Trick für wirklich lange Sitzungen, eine Nähnadel zwischen den Daumen einzuklemmen. Ich frage mich aber, ob Du nicht zu sehr auf die Methodik schaust (wie hier schon von anderen bemerkt wurde).

    Wenn Du während der Meditation einschläfst, dann hat das ja Gründe.

    Vielleicht physiologisch (bist Du auch ohne Meditation zu der gleichen Zeit sehr müde? Schläfst Du zu wenig?). Das könnte man ändern.

    Wahrscheinlich aber Dinge, die mit Deiner Meditation zusammenhängen.

    Da gibt es neben 500 anderen zwei häufige Gründe:

    * Du erschöpfst Dich in Deinen Achtsamkeitsübungen und verschwendest zu viel Energie in der Konzentration, statt entspannt auf Deinen Atem zu schauen (oder was immer sonst Dein Meditationsobjekt ist). Das wäre zu ändern.

    * es handelt sich um Widerstand (im buddhistischen Sinne Hindernisse), weil Deine Meditation "funktioniert" und Du in Bereiche in Dir vordringst, die nicht gesehen werden wollen (alte Verletzungen, alte Aufträge von Eltern oder anderen Personen in Deinem sozialen Umfeld, falsche Glaubenssätze, ...). Das gilt es, anzuschauen, und nicht die Müdigkeit weg zu machen.

    Liebe Grüße,

    Aravind.

  • Grashuepfer
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    • 14. Dezember 2019 um 19:33
    • #73

    Danke auch für deine Rückmeldung! Du machst das ja wirklich sehr sorgfältig und systematisch.

    Zrebna:

    Ansonsten versuche ich es evtl. noch damit, mir ein "ice-pack" neben mein Meditationskissen zu legen und dann bei wirklich starker Schläfrigkeit mal übers gesicht und in den Nacken:grinsen:

    Hört sich erstmal leicht verrückt an, aber kann mir vorstellen, dass das gute Abhilfe schaffen könnte :)

    Interessante Idee :D Ich zieh lieber zu wenig an als zu viel - wenns einem mauschelig warm ist, wird man leichter schläfrig. Kommt evtl. auch drauf an, wie schnell man sich erkältet :angel:.


    Zrebna:

    Tatsächlich habe ich aber bzgl. diesem Punkt indirekt eine Frage:

    Ist es deiner Meinung nach ok bzgl. den "Technik-kapiteln" vorzulesen?

    Ich meine, ich habe ja noch nicht 100% Stufe 2 "gemeistert", doch trotzdem helfen mir die Tips und Techniken, die ich im Kapitel "Stufe 3" gelesen habe enorm.

    Wie ist hier deine Meinung oder gerne auch die, der anderen TMIler? Ok, gefährlich, unbedenklich, hilfreich, hinderlich...?

    Natürlich limitiere ich hier - sprich, ich lese dort nur sehr langsam weiter und würde jetzt zb. nicht auf Stufe 2 bis zb. Stufe 7 vorlesen.

    Instinktiv halt so maximal 2 Stufen voraus, o.ä..., um eben ggf. hilfrieche Tips zu erhalten, die mir auf einer gegenwärtig niedrigeren Stufe sehr helfen könnten.

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    Also Culadasa meinte, dass vorauslesen nie schadet - man kann auch das ganze Ding lesen. Es ist sogar empfohlen, allermindestens eine Stufe weiter zu lesen als man praktiziert. Ich würde dir empfehlen, dich auf jeden Fall mit den Dingen auf Stufen 3 und 4 vertraut zu machen, aus mehreren Gründen.

    - Die Checklisten, wann eine Stufe als gemeistert gilt, sind nicht ganz ideal beschrieben. Es ist mittlerweile anerkannt, dass die Formulierungen des öfteren Leute dazu anleiten, zu lange zu warten, bis sie die Übungen einer höheren Stufe angehen. Nach der Zeit, die du geübt hast, ist es sehr wahrscheinlich, dass du mit dem Checking in, Following, Connecting und Labelling beginnen solltest.

    Mir ging das anfangs auch so. Es heißt ja, dass man die Stufe gemeistert hat, wenn das Meditationsobjekt nur für kürzere Zeit vergessen wird, während die Phasen der Konzentration länger dauern. Aber, und daliegt der Hund begraben: vergessen heißt an diesem Punkt wirklich nur, dass man völlig selbstveloren vor sich hin träumt. Wenn man über irgendwas nachdenkt, und noch im hinteren Eck des Bewusstseins der Atem beachtet wird, dann ist das bereits "nur" eine starke Ablenkung. Fang definitiv mit Stufe 3 an 8).

    - Eine Stufe gemeistert zu haben, wurde auch so definiert, dass man zu 80% der Sitzungen 80% der Zeit in der jeweiligen Stufe verbringt. Das ist auch gar nicht sooo viel. Und selbst, wenn man eine Stufe nicht gemeistert hat: man soll immer entsprechend der Stufe praktizieren, auf der man sich gerade befindet. Das ändert sich meistens innerhalb einer einzigen Sitzung. Insofern ist es gut möglich, dass du nach 15-20 Minuten deutlich zur Ruhe gekommen bist und bereit bist für Übungen der Stufe 3!

    Und letztlich ist all das nur eine Skizze, ein grobes Umreißen. Es entwickelt sich keineswegs bei allen gleich, und ist sicherlich eine gute Idee, da öfter mal zu experimentieren und zu schauen, ob es funktioniert oder nicht.

  • Zrebna
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    • 14. Dezember 2019 um 21:05
    • #74
    Aravind:
    Zrebna:

    Ansonsten versuche ich es evtl. noch damit, mir ein "ice-pack" neben mein Meditationskissen zu legen und dann bei wirklich starker Schläfrigkeit mal übers gesicht und in den Nacken

    Das hört sich kreativ an. Klar kann man sich durch Tricks wach halten. Ich kenne den alten Trick für wirklich lange Sitzungen, eine Nähnadel zwischen den Daumen einzuklemmen. Ich frage mich aber, ob Du nicht zu sehr auf die Methodik schaust (wie hier schon von anderen bemerkt wurde).

    Wenn Du während der Meditation einschläfst, dann hat das ja Gründe.

    Ja, aber nicht die, welche meist vermutet werden - Schlafmangel.

    Leide weder an Schlafmangel, noch an mieser Schlafqualität.

    Der Grund, weshalb man zu Beginn (und auch vielen Fortgeschrittenen scheint es so zu gehen) beim meditieren müde wird, ist weil unser Gehirn darauf konditioniert ist, dass ein "nach innen schauen" quasi ein Runterfahren des Systems ist und dies mit "jetzt ist es Zeit zum Schlafen" assoziiert.

    Culadasa hat es in seinem Buch recht gut erklärt.

    Also so einfach ist diese Kernproblematik hier nicht xD

    Vielleicht physiologisch (bist Du auch ohne Meditation zu der gleichen Zeit sehr müde? Schläfst Du zu wenig?). Das könnte man ändern.

    Nein und Nein - siehe oben.

    Interessanterweise direkt nach der Praxis dann sehr wach - folgende Annahme:
    Die normale Reizflut, der man so ausgesetzt ist, erscheint dem Gehirn nach 60 Minuten Meditationspraxis ungewöhnlich hoch -> Gehirn reagiert mit Wachsamkeit (verm. vermehrte Ausschüttung von Adrenalin und Cortisol).

    Wahrscheinlich aber Dinge, die mit Deiner Meditation zusammenhängen.

    Da gibt es neben 500 anderen zwei häufige Gründe:

    * Du erschöpfst Dich in Deinen Achtsamkeitsübungen und verschwendest zu viel Energie in der Konzentration, statt entspannt auf Deinen Atem zu schauen (oder was immer sonst Dein Meditationsobjekt ist). Das wäre zu ändern.

    * es handelt sich um Widerstand (im buddhistischen Sinne Hindernisse), weil Deine Meditation "funktioniert" und Du in Bereiche in Dir vordringst, die nicht gesehen werden wollen (alte Verletzungen, alte Aufträge von Eltern oder anderen Personen in Deinem sozialen Umfeld, falsche Glaubenssätze, ...). Das gilt es, anzuschauen, und nicht die Müdigkeit weg zu machen.

    Interessante Punkte - hier kenne ich mich noch zu wenig aus, um dazu etwas beitragen zu können.

    Aber wirklich interessanter Punkt - werde mal darüber mehr nachdenken.

    Liebe Grüße,

    Aravind.

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    Danke für den Input:)

    Lg,

    Zrebna

    Einmal editiert, zuletzt von Zrebna (14. Dezember 2019 um 21:46)

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    • 14. Dezember 2019 um 21:38
    • #75

    Hi, danke für die Antworten:)

    Ich versuche mal in die Zitate reinzuschreiben und hoffe, dass es gut lesbar ist (ich markiere es zusätlziche farblich)

    Grashuepfer:

    Danke auch für deine Rückmeldung! Du machst das ja wirklich sehr sorgfältig und systematisch.

    Zrebna:

    Ansonsten versuche ich es evtl. noch damit, mir ein "ice-pack" neben mein Meditationskissen zu legen und dann bei wirklich starker Schläfrigkeit mal übers gesicht und in den Nacken:grinsen:

    Hört sich erstmal leicht verrückt an, aber kann mir vorstellen, dass das gute Abhilfe schaffen könnte :)

    Interessante Idee :D Ich zieh lieber zu wenig an als zu viel - wenns einem mauschelig warm ist, wird man leichter schläfrig. Kommt evtl. auch drauf an, wie schnell man sich erkältet :angel:.

    Hehe, ja.

    Eins noch - der Tip mit Gehmeditation zwischendurch ist pot. gold wert.

    Diesen Guide fand ich ganz gut:

    Gehmeditation einfach gemacht. Grundlagen und Techniken

    2 Kritikpunkte:

    1.)

    Screenshot - ec78bf8f8662fc175bceb71d9da6d66a - Gyazo

    Habe das Heute versucht und hab dann quasi neben den "Fußempfindungen" auch die Atemempfindungen als Objekt gehabt.

    Hat mich überfordert und eher geschadet.

    Culadasa hat als Objekt nur die Fußempfindungen, falls ich mich recht entsinne?

    Koordinierst du deine Aktionen (Fuß anheben oder aufsetzen oder...) überhaupt mit deiner Atmung?

    2.)

    Screenshot - ef6b73c52364b106a87a1558dbfe9def - Gyazo

    Öhm, evtl. liegt es an mir und ich gehe komisch xD.

    Aber natürlich hat sich das nicht angefühlt - wäre paar mal beinahe hingefallen:grinsen:

    der erste Punkt geht ja noch halbwegs aber ich setzte wohl eher den Fuß am auf der Ferse ab, aber auf jeden Fall nicht am Fußballen - gehts nur mir so?

    Werde auf jeden Fall nochmal das relevante Kapitel in TMI durchlesen.

    Fand in dem Guide aber gut, dass nach jeder Runde vor dem Umdrehen kurz inne gehalten wird (ich beobachte dann zb. 5 Atemzüge, bevor es weitergeht).

    Hab das heute nach ca. 35 min eingeschoben und gerade mal 5 Minuten haben schon sehr geholfen, um die restliche Zeit wieder sitzend wach zu praktizieren - wirklich guter Tip!


    Zrebna:

    Tatsächlich habe ich aber bzgl. diesem Punkt indirekt eine Frage:

    Ist es deiner Meinung nach ok bzgl. den "Technik-kapiteln" vorzulesen?

    Ich meine, ich habe ja noch nicht 100% Stufe 2 "gemeistert", doch trotzdem helfen mir die Tips und Techniken, die ich im Kapitel "Stufe 3" gelesen habe enorm.

    Wie ist hier deine Meinung oder gerne auch die, der anderen TMIler? Ok, gefährlich, unbedenklich, hilfreich, hinderlich...?

    Natürlich limitiere ich hier - sprich, ich lese dort nur sehr langsam weiter und würde jetzt zb. nicht auf Stufe 2 bis zb. Stufe 7 vorlesen.

    Instinktiv halt so maximal 2 Stufen voraus, o.ä..., um eben ggf. hilfrieche Tips zu erhalten, die mir auf einer gegenwärtig niedrigeren Stufe sehr helfen könnten.

    Alles anzeigen

    Also Culadasa meinte, dass vorauslesen nie schadet - man kann auch das ganze Ding lesen. Es ist sogar empfohlen, allermindestens eine Stufe weiter zu lesen als man praktiziert. Ich würde dir empfehlen, dich auf jeden Fall mit den Dingen auf Stufen 3 und 4 vertraut zu machen, aus mehreren Gründen.

    - Die Checklisten, wann eine Stufe als gemeistert gilt, sind nicht ganz ideal beschrieben. Es ist mittlerweile anerkannt, dass die Formulierungen des öfteren Leute dazu anleiten, zu lange zu warten, bis sie die Übungen einer höheren Stufe angehen. Nach der Zeit, die du geübt hast, ist es sehr wahrscheinlich, dass du mit dem Checking in, Following, Connecting und Labelling beginnen solltest.

    Mach ich bereits (Checking in ist schwierig und wird sogar auf Stufe 4 wieder verstoßen, weil es wohl das introspektive Gewahrsein stört, als auch die Aufmerksamkeit auf das eigentliche Objekt - die Atemempfindungen - evtl. muss ich es daher nicht mal lernen xD Nur Spass D:).

    Meisterung der Stufen ist ja nicht immer 100% quantifizierbar, außer bei Stufe 1 (nie eine Praxis ausfallen zu lassen).

    Wenn ich ein Auge zudrück, kann es schon sein, dass ich bereits auf Stufe 3 bin (diese aber sicher noch nicht gemeistert).

    Also zw. 2 und 3 würde ich sagen...

    Mir ging das anfangs auch so. Es heißt ja, dass man die Stufe gemeistert hat, wenn das Meditationsobjekt nur für kürzere Zeit vergessen wird, während die Phasen der Konzentration länger dauern. Aber, und daliegt der Hund begraben: vergessen heißt an diesem Punkt wirklich nur, dass man völlig selbstveloren vor sich hin träumt. Wenn man über irgendwas nachdenkt, und noch im hinteren Eck des Bewusstseins der Atem beachtet wird, dann ist das bereits "nur" eine starke Ablenkung. Fang definitiv mit Stufe 3 an 8).

    :like:

    - Eine Stufe gemeistert zu haben, wurde auch so definiert, dass man zu 80% der Sitzungen 80% der Zeit in der jeweiligen Stufe verbringt. Das ist auch gar nicht sooo viel. Und selbst, wenn man eine Stufe nicht gemeistert hat: man soll immer entsprechend der Stufe praktizieren, auf der man sich gerade befindet. Das ändert sich meistens innerhalb einer einzigen Sitzung. Insofern ist es gut möglich, dass du nach 15-20 Minuten deutlich zur Ruhe gekommen bist und bereit bist für Übungen der Stufe 3!

    Und letztlich ist all das nur eine Skizze, ein grobes Umreißen. Es entwickelt sich keineswegs bei allen gleich, und ist sicherlich eine gute Idee, da öfter mal zu experimentieren und zu schauen, ob es funktioniert oder nicht.

    :like:

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    Ansonsten bin ich gerade auf Weihnachstgeschenk-Suche und da sich mittlerweile auch meine Verlobte für Meditation und Buddhismus interessiert, werde ich ihr wohl u.a. auch TMI besorgen - jedoch die deutsche Version, da sie nicht so gut Englisch kann.

    Hier habe ich dann Heute folgende Rezension gelesen (eine der sehr wenig negativen, sonst nur sehr positive) :

    Leider nur ein Remake eines klassischen Samatha-Modells

    Was haltet ihr davon - mir sagen da viele Aspekte noch nicht so viel...

    In diesem Zusammenhang:

    Gibt es hier Leute, die in einer langen Partnerschaft/Ehe sind, innerhalb wlecher Beide praktizieren?

    Falls ja, wleche Einflüße hat es auf eure Beziehungen gehabt? Positiv, negativ, beides,...?

    Im folgendem zitiere ich mich nochmal selber - hat dort evtl. noch Jemand eine Ahnung?

    Zrebna:

    Hi!

    Vielen Dank, den Link kannte ich noch nicht.

    Ich wohne im Raum Regensburg und habe dort bei Eingabe von "Theravada" und "Vipassana" , beides mal folgendes gefunden (identische Ergebnisse) :

    Gruppensuche - Ergebnisse -

    Es scheint also noch eine Sanga des tibetischen Buddhismus zu geben - Linie: Karma Kagyü Linie.

    Neben Theravada, hat doch Culadasa auch seine Wurzeln im tibetischem Buddhismus, gemäß meinen Infos?

    Ich kenne mich aber bzgl. den dortigen Praktiken und die, dieser Linie null aus und habe keine Vorstellung davon, ob diese mit den Praktiken von TMI ausreichend kompatibel sind, so dass ich dort ab und an teilnehmen könnte?

    Wisst ihr da evtl. etwas? :)

    Ich glaube, dass dies wohl ihr Programm ist:

    Tibetische Meditationsgruppe Regensburg


    Ansonsten bin ich gefühlt bei euch, und der Fokus auf eine Sache (oder ausreichend ähnliche, miteinander kompatible Dinge) scheint mir sinnvoll und vernünftig - laße daher ersteinmal "die Finger von" Zen.

    Sicher interessant, aber eben gem. eurer Erfahrungen nicht so sehr mit TMI kompatibel - danke hier für eure klaren und ehrlichen Empfehlungen!

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