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Das Ich oder besser das Nicht-Ich?

  • ImNebel
  • 13. Oktober 2019 um 15:08
  • Zum letzten Beitrag
  • Netsrot
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    • 27. Oktober 2019 um 16:58
    • #51
    Vedana:

    Technisch ist das schon mit drin, im Ergreifen wollen (und zu mein machen wollen): das mehr oder weniger nicht erkennen der Unbeständigkeit und der Folgen (Leid).

    Deswegen gibt es meinem Verständnis nach auch kein komplettes Erkennen der Leere jeder einzelnen Erscheinung (ich habe im online-pk einmal auch gelesen: leer sind die Erscheinungen im Sinne dessen, dass ihnen kein Glück inhärent ist) mit einem Rest Verblendung.

    Man kann natürlich die Leerheiten begrifflich in verschiedene Leerheiten einteilen . Erkennt man aber die Leerheit eines Phänomens erkennt man alle. Sie alle sind von einem Geschmack. Leerheit der Phänomene oder des Selbst und Verblendung bilden einen unverträglichen Wiederspruch .Wo das eine ist kann das andere nicht sein

  • Xyz
    Gast
    • 27. Oktober 2019 um 17:44
    • #52
    Aravind:

    Ich muss zugeben, ich verstehe den Punkt nicht so richtig. Das, was wir "Ich", Hedin oder Aravind nennen, ist doch etwas, das wir uns materiell (u.a.) vorstellen und auch sprachlich so verwenden. Nicht-Ich dagegen ist ein Konzept, und spielt deshalb aus konventioneller Sicht in einer anderen Liga.

    Nicht-Ich in Bezug auf etwas, das wir konventionell eine Person nennen, macht keinen Sinn. Das ist nicht symmetrisch.

    Liebe Grüße,

    Aravind.

    Es sind zwei verschiedene Bewusstseinsebenen im Konventionellem:rose:

    Nicht-Ich kann nur über eine innere Wandlung, Läuterung des alten Ich (als gelebtes) Konzept erfahren und erlebt werden.

    Somit muss ein erleben aus ICH-Gefühlen, Ich-Emotionen und Ich-Empfindungen vorausgegangen sein.

    Ein Konzept hingegen kann sich jedoch ein jeder auch durch Gedanken einreden oder Vorstellungen annehmen, erträumen, reinträumen

    ohne eine innere Wandlung erlebt, gefühlt und im inneren vollzogen zu haben.

    Damit täuscht man sein Ich/EGO und das gefühlte erleben kann ziemlich gefährlich werden,

    wenn dann die Dinge tatsächlich gefühlt in einem stattfinden und passieren.

    Solange ein erleben nicht im inneren gefühlt stattfand wird kein NICHT-ICH durch inneren Wandel erreicht werden können.

    Ein erleben auf reiner Denkebene ist dann tatsächlich nur ein erdachtes NICHT-ICH-Konzept.

    Ein geläutertes erleben des NICHT-ICH ist eine abgewogene Bewusstseinsebene die auf erlebten Erfahrungen beruht

    und das erleben vom Jetzt bekommt durch den erweiterten Bewusstseins-/Wissens Raum die Möglichkeit eine Selbstregulierung so

    umzusetzen, sich zu steuern das Gelebtes nicht mehr willentlich und instinktiv wie aus einem Konzept heraus geschieht, sondern weder gefühlt noch wahrgenommen wird. Die Basis ist durch die innere Läuterung dann nicht mehr vorhanden um überhaupt mit EGO/ICH reagieren zu müssen.

    Die Instinkt gefühlten Reaktionen finden im Bewusstsein damit dann tatsächlich nicht mehr statt.

    (Ich muss dies und das nicht mehr mehr, weil ich es gar nicht mehr als Reaktion wahrnehme)

    Im Alltag könnte man einmal hineinfühlen und sich vorstellen ab sofort ohne begehrlichem ICH-Willen zu sein.

    ...Im jetzt:grinsen:

    Damit bekommt man dann mal ein GEFÜHL von NICHT-ICH.....Vollkommene Leere und offene Weite...

    Die Dinge geschehen, aber niemand tut etwas..... :heart:_()_

  • Aravind
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    • 27. Oktober 2019 um 17:45
    • #53
    Netsrot:

    Erkennt man aber die Leerheit eines Phänomens erkennt man alle.

    Vedana:

    Technisch ist das schon mit drin, im Ergreifen wollen (und zu mein machen wollen): das mehr oder weniger nicht erkennen der Unbeständigkeit und der Folgen (Leid).

    Ich glaube, tatsächlich widersprecht Ihr Euch da nicht. Ich kann Euch beiden komplett zustimmen.

    Liebe Grüße,

    Aravind.

  • Alephant
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    • 27. Oktober 2019 um 19:11
    • #54

    Ich würde die unterschiedlichen Erfahrungen und damit möglichen Einsichten betonen wollen. So würde ich sagen, dass es unterschiedliche Arten gibt das Unbeständige und damit verbunden nicht nur das Heilsame, also das richtig guttuende :), sondern auch das Unheilsame zu erfahren und damit automatisch irgendwie zu erkennen.

    Jede Erfahrung ist gewissermassen schon eine "Leerheitserfahrung", denn die Erscheinungen sind vergänglich, was ja automatisch schon heisst, dass die von einem rein begrifflichen (vielleicht auf den Geist und damit das Denken bezogenen) Standpunkt aus keine wirkliche Identität haben. Es sind vergängliche Erfahrungen. Und Erfahrungen bezogen auf Vergängliches.

    Diese Vergänglichkeit und damit Leerheit von allem wird unterschiedlich erfahren und eingeordnet. Zum Beispiel kann man eine Leere hinter einer unguten Beziehung erkennen. Wie sich da sinnlos Gefühle entfachen, die niemanden guttun und eigentlich keinen Grund in der Wirklichkeit haben. Damit hat man ja unter Umständen schon gut etwas Allgemeineres, also auf anderes Übertragbares erkannt. Und davon abgegrenzt was besseres, also ein Gefühl was angenehmer und richtiger schmeckt.

  • Netsrot
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    • 27. Oktober 2019 um 19:56
    • #55

    Die Erfahrung der subtilen Vergänglichkeit und die Erfahrung der Selbstlosigkeit kann und wird nicht unterschiedlich erfahren. Das funktioniert so nicht. Wenn sich zwei verschiedene Menschen ( Subjekte ) über ihr Erreichen oder besser erkennen einer schlußfolgernden gültigen yogischen Wahrnehmung ( Objekt ) austauschen so habe beide das selbe Erleben. Diese Art Wahrnehmung des Endgültigen unterscheidet sich im Grunde nicht. Beide erleben das selbe Objekt. Beide erleben die Tatsache ,das die konventionelle Wahrheit und die endgültige Wahrheit einander bedingen und begrifflich verschieden aber von einer Entität sind.

  • Alephant
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    • 27. Oktober 2019 um 21:50
    • #56

    Die Erfahrung der tendenziellen Impermanenz der Objekte des Willens kann und wird unterschiedlich erfahren. Genauso ist das. Allerdings ist der Grad des unterschiedlichen Umganges damit (dem Leben an sich) bedingt/eingeschränkt durch benennbare Parameter. zB den Gruppen des Ergreifens.

    Es gibt nicht nur zwei Stufen oder Arten des Erkennens und damit zwei Wahrheiten. Es gibt unterschiedliches Erkennen und Wahrheit sprechen dem gemäss. Und so bedingt unterschiedlich sind ja auch die Menschen und ihre Einstellungen und Ansichten.

    Damit (mit der eigenen Anschauung) wird grundsätzlich Vergänglichkeit und damit Kernlosigkeit der Dinge, also "Leerheit" erfahren und richtiger oder falscher bewertet/erkannt. Und damit wird auch unterschiedlich entschieden: das gehört zu mir, das ist mein selbst <> das will ich nicht, das möchte ich nicht erleben, das ist ungut, das gehört nicht zu mir.

  • Noreply
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    • 27. Oktober 2019 um 22:43
    • #57
    SGM:
    Ellviral:
    hedin02:

    Wenn „Ich“ und „Nicht Ich“ in einem kausalen Zusammenhang steht, was die Themenüberschrift vermuten lässt: wo ist dann die Ursache? und woran ist deren Wirkung zu erkennen?

    ….im „Ich“ oder im „Nicht Ich“.……oder gibt es da zwischen den beiden, dem hedin02 und seinem/dem „Nicht Ich“ gar keinen Zusammenhang?

    Gibt es aber DOCH: Das was Ich bin/sein = NichtIch, ICH, Selbt, MEIN, hat, weil nichts mehr dahinter ist, Ichbin durch diesen Körper ermöglichen können......

    Lieber Noreply

    da ich noch sehr in den Alltag eingebunden bin helfen mir Bsp. für ein erleben im Alltag.

    wie könnte ich Deine theoretische Beschreibung im Alltag umsetzen?

    Könntest Du/oder ihr mir einige nennen? (hat keine Eile...)

    Schönen Samstag @

    ...hier :sunny:...bei 17 Grad:like:...bin nun erst mal an ne Elbe.8)

    Alles anzeigen

    Ich geh auf einem Weg in die Stadt, es ist ein Schlacke weg am Kanal lang. Auch ein "Renn"rad fahr weg. Ich muss auf dem Grasstreifen gehen weil ein Radfahrer überhaupt nicht einsieht das er den Weg verlassen soll wegen mir einem Fußgänger, er Klingelt oder schreit mich an.

    Weil ich nur gehe fällt mir das Verhalten der Person Fußgänger garnicht mehr auf. Sie macht das was nötig ist. Genau dann ist da Nicht-Ich, Nicht Nachdenken, nicht wirklich mit der Welt sein sonder in der Welt sein. Hör ich klingeln bin ich in der Welt und die Person Fußgänger der genötigt wird und es unverschämt findet bedrängt zu werden da. Dann ist Ichbin da.

    Wo da eine Kausalität sein soll kann ich nicht erkennen, außer ich gehe das Ding technisch logisch an.

    Entweder ist Nicht-ich da oder Ichbin. Nicht-ich ist erst erkennbar durch Ichbin, als etwas das vergangen ist und eben jetzt nicht ist. Wenn Nicht-ich da ist gibt es weder erkennen von Nicht-ich noch von Ichbin.

    XXXX Nibbana ist also zu erreichen in jeder meditativen Lage, Gehen, Stehen, Sitzen, Liegen. Erkennen von Nibbana geschieht immer nur durch Ichbin nur immer als vergangener Zustand in dem erkennen eines Ich, Selbst, Mein nicht da ist. Erst Ich bin macht Nibbana erkennbar,

    Darum kann Nicht-ich keine Ursache für Ich bin sein. Ichbin ist eine Erscheinung von Khandha. Aber Nicht-ich ist das das hinter den Gedanken ist aber hinter dem Nicht-ich ist nichts. XXXXX und vor Nicht-ich ist auch nichts, auch in den restlichen Richtungen ist auch nichts, auch hin und her und mitten durch ist nichts.

    Mir egal was ihr mir erzählt das ist alles Ich bin, nichts von Nicht-ich.

  • Alephant
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    • 28. Oktober 2019 um 17:14
    • #58

    Es werden in den letzten Beiträgen Zustände der Wahrnehmung mit dem Daseinsmerkmal "anatta" (welches mit den anderen beiden: Vergänglichkeit & Leid verbunden ist) vermischt.

    Ich finde, man müsste für die Beschreibung dieser Zustände differenzierter und vorsichtiger vorgehen. "Nicht- Ich" erfahren. So eine Formulierung kann einerseits für grössere Verwirrung sorgen, weil anatta ein Daseinsmerkmal ist. Anatta beschreibt ein GrundMerkmal der Gruppen des Ergreifens und meint damit auch die durch die Sinne erfahrbaren Dinge. Das Wort alles lehrredengemäss benutzt: Anatta betrifft alles. Alles ist anatta.

    --

    Deswegen ist jede gewöhnliche Erfahrung schon dadurch (und dem bewussten oder einem nicht bewussten Wissen oder Unwissen gegenüber der Natur aller Erscheinungen, was sich im Umgang mit ihnen zeigt) gekennzeichnet. Jede durch Nichtwissen bedingte Erfahrung (das sind so gut wie alle Erfahrungen) ist vergänglich, und hat ebenso das Vergängliche (also eben auch Kernlose, die eigentliche Gehaltlosigkeit jeder Erscheinung) zum Objekt.

    Die Sinneserfahrung ist eine bedingte Interpretation dessen, was die Erscheinungen (trotz ihrer inneren Verschiedenheit) im Kern sind: leer.

    Dass das so ist (die Vergänglichkeit und damit die Leere/die Unwesenhaftigkeit der Erscheinungen), ist eine Grundbedingung dafür, dass zB auch so etwas wie ein richtiges Empfinden gegenüber dem Konkreten, also der Realität, überhaupt erst aufkommen kann. Also das, was einem in einer konkreten Lebenssituation anzeigen kann: dass man sich von einer konkreten Handlungsweise oder einer konkreten Beziehung (zu einem Ding oder zu einem Wesen) lösen möchte. Weil da etwas als gehaltlos, sinnlos, widersprüchlich und pragmatisch gesehen: zu nichts wirklich führend erkannt wird.

    Was ich damit sagen will: Jeder erkennt und erfährt die Leere der bedingt verschiedenen Dinge und Erscheinungen auf seine Weise und spricht darüber auch in eigenen Begriffen. Von einer insgesamten Leerheit aller Dinge, die die Menschen erfahren würden (und bedingt auch deswegen genauer erkennen/verstehen können), also von einer Leerheit an sich kann man auch insofern sprechen, weil wir den selben Sinnesapparat teilen.

    Einmal editiert, zuletzt von Alephant (28. Oktober 2019 um 17:28)

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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