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An welchen Berg Meru soll ich glauben?

  • Kagemusha
  • 11. September 2019 um 17:35
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1. offizieller Beitrag
  • Kagemusha
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    • 11. September 2019 um 17:35
    • #1

    Ich habe kürzlich “Buddhism and Science: A Guide for the Perplexed” von Donald Lopez Jr. gelesen, und bekam den Eindruck, dass mir geraten wurde, als “nicht kolonialistischer” westlicher Buddhist auch an die “authentische” Auslegung der Meru-Mythologie glauben zu müssen. Das heisst: An die Wortwörtliche. Da ich nicht der „Viktorianischen Einbildung“ (wie Lopez es in einer Vorlesung ausdrückte) anheim fallen will, ist meine Wahl eindeutig. Nur als ich mich in die Materie einlas, merkte ich dass es mehr als einen Berg Meru gibt. Der Meru im Abhidarmakosa ist würfelförmig, insgesamt 160.000 Yoyanas hoch, 80.000 Yoyanas unter Wasser, mit einer Goldbasis und Edelsteinen an jeder Seite. Ausserdem hat er 7 Ringe aus Bergen und Wasser um sich herum, während die östliche Riesen-Insel trapezoid ist. Der Meru im Kalacakra-Sutra ist rundlich, hat eine Erdbasis und ist 100.000 Yoyanas hoch. Ausserdem ist er schwarz im Osten, Blau im Süden, Gelb im Westen und Weiss im Norden. Er hat 6 Ringe aus Bergen, Wasser UND Kontinenten. Die östliche Riesen-Insel ist rund wie der Mond. Problematisiert wird die Klärung dieses für den Buddhismus so unglaublich wichtige Sachverhalts durch Lopez’ Begegnung mit einem indischen Buddhisten. Dieser sagte, nur die Erleuchteten könnten den Meru sehen. Hilfe ist erwünscht.

  • void 11. September 2019 um 17:52

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • void
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    • 11. September 2019 um 17:59
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    • #2

    Am Besten ist es an den "Symbolischen Berg Meru" zu glauben. Dieser existiert nicht real sondern ist eine Variante des Topos der Weltachse.


    [lz]

    In zahlreichen mythologischen Vorstellungen, besonders im Schamanismus, stehen der Weltenbaum, der Weltenberg und die Weltachse im Zentrum der Kosmogonie. Die Achse des Weltenbaumes durchbricht die verschiedenen Ebenen der Realität und bietet so eine Möglichkeit, von einer Existenzform zur anderen vorzudringen[/lz]

    bei den Germanen bildet die Weltesche Yggdrasil diese Referenzachse, bei den Buddhisten eben der Berg Meru.

    Das nur Erleuchtete den Meru sehen können würde ich so interpretieren, dass diese eine nicht-partikulare Sicht haben.

    Die Aussagen über Yoyanas sind rein symbolisch und haben nichts zusagen.

    Ich habe das Gefühl, dass in unserer Zivilisation das Internet die Rolle des ubiquitären Bezugspunkt gewonnen hat.

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  • Xyz
    Gast
    • 11. September 2019 um 18:48
    • #3

    Glauben müssen gibt es in meinem Leben schon lange nicht mehr🕯

    Glauben hat ja auch oft sowas Theoretisches an sich;

    ...Ich glaube an xyz..Oder Glauben Sie etwa xyz?...

    Glauben ist für mich leben.

    Der Berg Meru existiert in meiner Vorstellung und ich arbeite mit diesen Visualisierungen.

    Ob diese nun den Beschreibungen in dem Buch entspricht kann ich nicht sagen.

    Auch nicht ob es Anderen gefällt oder Andere damit evtl. nichts anfangen können was ich einst von meinen Lehrern zum Berg Meru gelernt habe.

    Wichtig ist doch eigentlich nur das es für meine gelebte Läuterung hilft.

    ❤️🙏

  • Kagemusha
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    • 11. September 2019 um 18:55
    • #4
    mkha':
    Kagemusha:

    ... und bekam den Eindruck, dass mir geraten wurde, als “nicht kolonialistischer” westlicher Buddhist auch an die “authentische” Auslegung der Meru-Mythologie glauben zu müssen. Das heisst: An die Wortwörtliche.

    Der Einleitung kann ich das nicht entnehmeṇ

    Zitat

    Sowohl Buddhisten als auch Bewunderer des Buddhismus haben seit dem 19. Jahrhundert die Vereinbarkeit von Buddhismus und Wissenschaft proklamiert. Ihre Behauptungen reichten von bescheidenen Behauptungen über die Wirksamkeit der Meditation für die psychische Gesundheit bis zu größeren Erklärungen, dass der Buddha selbst die Theorien der Relativitätstheorie, der Quantenphysik und des Urknalls vor mehr als zwei Jahrtausenden vorweggenommen hatte. ...

    Es geht weniger darum, die Richtigkeit solcher Behauptungen zu bewerten, als zu untersuchen, wie und warum diese beiden scheinbar unterschiedlichen Arten des Verständnisses des inneren und äußeren Universums so beständig miteinander verbunden sind.

    Lopez beginnt mit einem Bericht über den Aufstieg und Fall des Mount Meru, des großen Gipfels, der im Zentrum der flachen Erde der buddhistischen Kosmographie steht - und der neu interpretiert wurde, als er sich als mit der modernen Geographie unvereinbar erwies.

    Könntest Du das bitte ein wenig präzisieren - z.B. Seite xy Abschnitt z

    LG mkha'

    Alles anzeigen

    Natürlich. Ich beziehe mich auf den letzten Abschnitt des ersten Kapitels, in welchem Lopez den “Prozess der Demythologisierung” problematisiert:

    “Yet once the process of demythologizing begins, once the process of deciding between the essential and inessential is under way, it is often difficult where to stop [...] Can there be Buddhism without Mount Meru? Can you play chess without the queen? Mount Meru- with its four faces of gold, silver, lapis, crystal- is a slippery slope”.

    Dass der Berg Meru aber keineswegs nur wie hier von Lopez dargestellt wird (also mit 4 Seiten aus Edelsteinen) hat mich gewundert. Das Kalacakratantra wird von ihm, soweit ich es sehe, nicht erwähnt.

  • Helmut
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    • 11. September 2019 um 19:03
    • #5

    Ich schlage vor, an keinen mythologischen Berg, also deshalb auch nicht an den Berg Meru zu glauben.

    Gruß Helmut

    Gruß Helmut

    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

  • void
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    • 11. September 2019 um 20:11
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    • #6
    Kagemusha:

    Natürlich. Ich beziehe mich auf den letzten Abschnitt des ersten Kapitels, in welchem Lopez den “Prozess der Demythologisierung” problematisiert:

    “Yet once the process of demythologizing begins, once the process of deciding between the essential and inessential is under way, it is often difficult where to stop [...] Can there be Buddhism without Mount Meru? Can you play chess without the queen? Mount Meru- with its four faces of gold, silver, lapis, crystal- is a slippery slope”.

    Die Frage ist doch, was für eine Funktion ein bestimmtes Konzept hat. Und da gibt es eben im Buddhismus Elemente mit einer wichtigen ( tragenden) Funktion und Elemente mit einer unwichtigen Funktion.

    Die Wichtigkeit der Funktion hat wenig damit zu tun ob etwas als "mythologisch" oder "nicht-mythologisch" gilt.

    Während in anderen Religionen der Welterklärung eine große Wichtigkeit beigemessen wird, ist das im Buddhismus nicht. Im Gleichnis vom Pfeil erklärt Buddha, dass es ihm darum geht, den Pfad zum Befreiung zu weisen.

    Von daher haben Elemente, in denen es um die Beschaffenheit der Welt geht, keine wichtige Funktion. Auch wenn diese in der Vergangenheit sicher für viele Leute wichtig waren.

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  • mukti
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    • 11. September 2019 um 20:28
    • #7

    Der Berg Meru steht mir bei der Befreiung bestimmt nicht im Weg.
    Ob es ihn gibt oder nicht, fest steht dass es dukkha gibt und den vom Buddha gelehrten Weg zur Befreiung.

    Mit Metta, mukti.


  • Amdap
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    • 12. September 2019 um 06:54
    • #8

    Der Berg Meru ist nach meiner Erfahrung ein Symbol und Ausdruck für den eigenen Körper, wenn man spirituelle Praxis übt.

    Es ist daher verständlich, dass Berg Meru nicht überall genau gleich dargestellt wird.

    Wir haben alle ein gemeinsames inneres Erbe, trotzdem ist es nur natürlich, dass bei jedem der Berg Meru etwas anders erscheint.

    Liebe Grüße

    Amdap

    Verlange nicht, dass alles so geschieht, wie du es wünschest,
    sondern wolle, dass alles so geschieht, wie es geschieht,
    und es wird dir gut gehen.
    Epiktet

  • jianwang
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    • 12. September 2019 um 09:20
    • #9

    Frage an Kagemusha

    Inwieweit hilft es Dir beim Verlöschen von Dukkha?

    _()_

    Wenn im dürren Baum der Drache Dir singt
    siehst wahrhaft Du den WEG.
    Wenn im Totenkopf keine Sinne mehr sind
    wird erst das Auge klar.

    jianwang 健忘 = sich [selbst] vergessend

  • Grashuepfer
    Gast
    • 12. September 2019 um 12:29
    • #10
    Kagemusha:

    Natürlich. Ich beziehe mich auf den letzten Abschnitt des ersten Kapitels, in welchem Lopez den “Prozess der Demythologisierung” problematisiert:

    “Yet once the process of demythologizing begins, once the process of deciding between the essential and inessential is under way, it is often difficult where to stop [...] Can there be Buddhism without Mount Meru? Can you play chess without the queen? Mount Meru- with its four faces of gold, silver, lapis, crystal- is a slippery slope”.

    Danke für die Quelle. Ich lese hier keineswegs, dass gefordert wird, irgendwas bestimmtes zu glauben. Es wird die offene Frage gestellt, wo man aufhören soll, wenn man anfängt mit dem Prozess der "Demythologisierung".

    Hintergrund davon ist meiner Vermutung nach auch, dass der Berg Meru oft als Beispiel / Symbol für altertümliche Vorstellungen innerhalb des Buddhismus verwendet wird. Besonders von dem Hintergrund, dass der Buddhismus oft als komplett wissenschaftskompatibel dargestellt wird, dient das als Gegenbeispiel.

    Man hat halt die zwei Extreme: Auf der einen Seite ein unkritisches, vollständiges Übernehmen einer Denkschule, die zumTeil auch abergläubisches beinhaltet. Auf der anderen eine Verwässerung der buddhistischen Lehre, die nur noch gefälliges und bequemes übrig lässt. Beides ist problematisch, die Wahrheit liegt für die meisten von uns irgendwo in der Mitte. Aber wo genau? Darauf gibt es keine einfachen Antworten.

    Wie es hier von vielen schon gepostet wurde - es wird gut sein, sich auf konkretes zu konzentrieren erstmal.

  • Lirum Larum
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    Ich protestiere gegen den mangelnden Respekt vor den unterschiedlichen Traditionen.
    • 12. September 2019 um 13:26
    • #11
    SGM:

    Glauben müssen gibt es in meinem Leben schon lange nicht mehr🕯

    ...

    Kagemusha - Das wollt ich auch dazu sagen. Es gibt nichts, das man als Buddhist glauben muss. Es sind alles nur Konzepte, die es letztendlich aufzugeben gilt.

    Solange man noch Konzepte braucht (das ist normal!), hält man sich an die, die einem weiterhelfen, ruhiger, mitfühlender, bewusster zu werden. Ein Zwang zum Glauben würde einer positiven Entwicklung im buddhistischen Sinne völlig im Wege stehen.

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • void
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    Buddh. Richtung
    Zen
    • 12. September 2019 um 13:42
    • Offizieller Beitrag
    • #12

    Es ist ein großer Unterschied zwischen einem Diskurs innerhalb einer Religion und eine Außenansicht, wie sie der Religionswissenschaftler hat, der so einen Diskurs untersucht. Donald Lopez Jr. ist ja letzteres - er untersucht die Beziehung zwischen Buddhismus und Wissenschaft und stellt dabei fest, das bestimmte Idee wie dem Buddhismus gernerell eine Wissenschaftsnähe zu unterstellen eher Illusionen sind.


    [lz]

    Ich habe kürzlich “Buddhism and Science: A Guide for the Perplexed” von Donald Lopez Jr. gelesen, und bekam den Eindruck, dass mir geraten wurde, als “nicht kolonialistischer” westlicher Buddhist auch an die “authentische” Auslegung der Meru-Mythologie glauben zu müssen.[/lz]

    Hier klingt es so, als würde Donald Lopez nicht einfach nur den Diskurs untersuche, sondern einen Beitrag zum Diskurs liefern. Das ist eine sehr harter Vorwurf, so wie wenn man einem Archäologen vorwirft, er würde nicht nur Vasen ausbuddeln sondern zsätzlich noch welche vergraben. Und da es es ein innerbuddhitischer Diskurs ist, müsste man das von einer buddhitische Position aus tun. Welche wäre das denn?

    Ich schätzte nicht, dass Donald Lopez wirklich Beiträge zum innerbuddhitischen Diskurs liefern will sondern wirklich nur als Wissenschaftler agiert. Das denke ich vor allem deswegen, weil es von ihm ja das Buch Prisoners of Shangri-La gibt, wo er genau das Gegenteil macht, nämlich die Geschichte der Romantiserung Tibets und des tibetischen Buddhismus aufrollt. Und da eben die nostalgische, romantischen und emotionalen Interpretationen untersucht.

    Indem er in beiden Fällen zeigt, wie sich da im Zusammenspiel mit dem Westen bestimmte Interpretationen gebildet haben, liefert er da ja einen wichtigen Beitrag. Einzelnen Buddhisten vorzuschreiben, ob sie jetzt an Meru, Baumgeister oder Preta glauben sollen, sollte dagegen ja nicht zur Aufgabenbeschreibung eines Wissenschaftlers gehören.

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Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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