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Phowa

  • karma namkha
  • 4. Mai 2019 um 18:20
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  • karma namkha
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    • 4. Mai 2019 um 18:20
    • #1

    Meine Lieben,

    Da ihr mir bei meinem vorigen Thema "Karmische Beziehungen" so gut weiter geholfen habt, möchte ich hier in diesem Forum etwas fragen, was ich mir bis jetzt in meinem doch mittlerweile buddhistischen Freundeskreis noch nie zu fragen getraut habe:

    Hier die Vorgeschichte zu meiner Frage:

    Ich arbeite seit vielen Jahren als Krankenschwester in der Palliativ Pflege. Ich habe schon viele Menschen und deren Angehörige beim Sterbeprozess begleitet .

    Und ich hatte immer das Gefühl, dass es wertvolle Begegnungen waren. Meine Arbeit war für mich immer sehr erfüllend.

    Momentan bin ich aber voller Zweifel. Seit ich zum Buddhismus gefunden habe, ist alles komplizierter geworden.

    Ich habe langjährige Buddhisten kennen gelernt, die sehr stolz darauf sind, dass sie Phowa beherrschen. Sie sagen darüber zwar nichts genaues, weil sie das nicht dürfen. Aber sie geben mir das Gefühl, dass in meiner Arbeit etwas fehlt. Ich habe schon gehört, dass Palliativpflege ohne Phowa nicht zum richtigen Ergebnis führt und dass nur Phowa der einzige Weg für ein richtiges, bewusstes Sterben ist.

    Ich wünsche für meine Patienten nur das Beste, ein Sterben in Würde, möglichst schmerzfrei und wenn möglich nicht alleine. Wenb jemand da ist, der ihre Hand hält bis zum Schluss.

    Aber ohne Phowa hat das scheinbar nicht viel Wertigkeit.

    Was sagt ihr dazu?

    Liebe Grüße. _()_

  • kilaya 4. Mai 2019 um 18:22

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • kilaya
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    • 4. Mai 2019 um 18:27
    • #2

    Phowa bringt eigentlich nur was, wenn der Patient / Gestorbene Buddhist war, eigentlich sogar tibetischer Buddhist. Insofern ist das totaler Unsinn. Das Beste, was man für einen Menschen tun kann, wenn er kurz vor dem Sterben ist, ist sicherlich auch nicht, noch seine Vorstellungen umzukrempeln. Man arbeitet immer mit dem, was da ist. Wenn jemand im Vertrauen ist, zu Gott zu kommen, dann wäre es fatal, dagegen zu arbeiten. Und warum sollte man jemand, der gerne "zu Gott" möchte, per Phowa in ein Buddhafeld befördern wollen?

    Ich kann mich auch an keine Phowabelehrung erinnern (ich habe den Kurs einige Male gemacht) wo gesagt worden wäre, dass Sterbebegleitung ohne Phowa nicht "zum richtigen Ergebnis" führe. Ich würde sagen, da haben Leute was falsch verstanden und verallgemeinern Dinge, die für sie persönlich gedacht sind.

  • kilaya
    Gast
    • 4. Mai 2019 um 18:30
    • #3

    P.S. Danke dass Du diese wertvolle und anspruchsvolle Arbeit machst _()_:rose::heart:

  • karma namkha
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    • 4. Mai 2019 um 19:07
    • #4

    Liebe Kilaya,

    Es ist schon so, dass wir auch Buddhisten beim Sterben begleiten, da zwei unserer Ärzte langjährige Buddhisten sind.

    Und ich habe Phowa indirekt schon mal erlebt. Ich war draußen bei den Angehörigen um diesen beizustehen, da die Verstorbene noch relativ jung war, war es für ihren Mann und ihre Eltern kaum zu ertragen. Unser Arzt konnte leider nicht rechtzeitig da sein und so habe ich sie begleitet. Als er gekommen ist, hat er Phowa gemacht. Nachher konnten wir wieder in den Raum zurück und durften sie nicht berühren, damit wir sie nicht stören.

    Meine Patientin war trotz ihres jungen Alters dankbar für dieses Leben und bereit zu gehen.

    Sie hat uns voll fröhlichen Vertrauens verlassen. Es hat draußen geregnet und ich hatte das Gefühl dass Himmel, Wolken und Regen zu einer Einheit wurden.

    Ich spürte ein Gefühl von Leichtigkeit und Freiheit. Die Umgebung verlor an Bedeutung.

    Ich habe meinen eigenen Atem ganz bewusst wahrgenommen und es war mir, als könnte ich in diesem Moment meinen Geist spüren.

    Ich fühlte so viel Verstehen in mir und warme Energie, die durch meinen Körper wanderte und zu Freude, Stärke und endloser Liebe wurde.

    So habe ich das Phowa gespürt, obwohl ich keine Ahnung davon habe. Ich weiß nicht, was da vor sich geht, kann aber sagen, dass es etwas ganz besonderes ist.

    So etwas habe ich nie zuvor erlebt.

    Daher meine Bedenken, ob ich auch weiter Buddhisten beim Sterben begleiten soll, auch wenn sie es möchten. Die anderen haben wahrscheinlich doch recht, wenn sie sagen, dass die Betreuung ohne Phowa nicht das selbe ist.

    Liebe Grüße.

  • Alaya
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    • 4. Mai 2019 um 19:19
    • #5

    Hallo.

    Ich stimme Kilaya im wesentlichen zu und möchte noch etwas ergänzen.

    Was du tun kannst, falls du die Möglichkeit dazu hast, ist dem Patienten ein positives Gefühl zu geben.

    ringu Tulku Rinpoche erzählte einmal folgende Geschichte zum Phowa die ich hier kurz wieder geben möchte. Ein Mann lag im Sterben und rief seinen Lehrer zu sich. Er sagte zu seinem Lehrer dass er leider alle buddhistischen Lehren vergessen habe und sich auch nur noch schwer darauf konzentrieren könnte. Das einzige was in seinem Geist haftet ist eine leckere Bratwurst über den Feuer. Der Lehrer meinte, dies sei ganz toll. Das reine Land(ziel der Phowa Praxis) sei voller Bratwürste er solle sich nur darauf konzentrieren und versuchen dort hinzugewonnen. Schließlich konnte er die Praxis erfolgreich durchführen.

    Die Essenz der Geschichte ist dass man versuchen sollte am Lebensende einen fokussieren positiven Geisteszustand zu bewahren.

    Übrigens

    Ich arbeite zur Zeit in einem Pflegeheim mit schwer Demenz-kranken Bewohnern. Manche davon sind palliativ. Ich habe Phowa Belehrungen von 2 Lehrern aus 2 verschiedenen Traditionen des tibetischen Buddhismus erhalten. Und auch für mich ist es sehr schwer das was ich über Sterbepraktiken weiß dort anzuwenden. Nun ist Demenz sicher nochmal ein Sonderfall weil die Menschen sowieso kaum in der Lage sind klare Gedanken zu fassen. Andererseits eint dich und mich, dass unsere Möglichkeiten der Hilfe begrenzt sind.

    Was du tun kannst, ist Ihnen zu helfen mit dem Leben abzuschließen. da renne ich bei dir sicher offene Türen ein. Wenn du ein Bisschen dabei helfen kannst dass sie insgesamt weniger Sorgen haben, hast du sehr viel getan.

    Die Buddhisten die so stolz auf das Phowa sind haben einen recht engen Blickwinkel. Phowa gehört sicher zu den wichtigsten Methoden die ich im Buddhismus gelernt habe. Allerdings kann ich mir natürlich nicht sicher sein ob das alles wirklich so sein wird wie der Vajrayana es letztlich lehrt nach dem Tod. Generell empfiehlt es sich eine offene Geisteshaltung zu kultivieren und sich nicht zu sehr auf "die eine Methode" zu verlassen.

    einer meiner Lehrer der ehemalige Sakya Trizin, riet dazu sich niemals zu sicher zu sein. Ich soll versuchen während des Lebens Erleuchtung zu erlangen. funktioniert dies nicht, soll ich versuchen Phowa zum Zeitpunkt des Todes auszuführen. funktioniert auch das wiederum nicht soll ich versuchen gemäß der Nach-Todes Belehrungen zu praktizieren.

    Liebe Grüße

    Tobias

  • karma namkha
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    • 4. Mai 2019 um 19:40
    • #6

    Vielen Dank für eure schönen und motivierenden Worte. Das gibt mir wieder Mut und ein gutes Gefühl für meine Arbeit.

    Liebe Grüße.

  • kilaya
    Gast
    • 4. Mai 2019 um 19:44
    • #7

    Es gibt noch eine Weisheitsgeschichte, in der ein herumreisender junger Mönch gebeten wird, Phowa für einen Sterbenden zu machen. Nur: dieser hatte die Übertragung und Belehrung dazu gar nicht. Da man ihn aber so sehr drängte, und keine Zeit mehr war, hat der junge Mönch improvisiert und dem Sterbenden die Mala immer wieder leicht auf den Kopf geschlagen und dabei das Mantra seines eigenen Lehrers gemurmelt. Der Sterbende ging mit einem Lächeln im Gesicht und die Verwandten waren sehr zufrieden und bedankten sich.

    Als der Mönch Monate später seinen Lehrer wiedertraf, sagte dieser unvermittelt zu ihm: "Ja, das war schon ein besonderes Phowa, das wir da bei dem Sterbenden in XY zusammen gemacht haben"...

    Will sagen: Man macht immer das, was in der Situation gerade geht. Oft ist die Absicht wichtiger, als eine konkrete Methode. Und die hohen Lamas können einem Verstorbenen immer auch nach dem Tod noch helfen und Phowa wird oft ohnehin erst Tage später gemacht und muss in keiner Weise zum Zeitpunkt des körperlichen Todes passieren.

    Wenn Du von Herzen gibst, was Du kannst, und drumherum ohnehin so gute Bedingungen sind, dann ist doch alles in bester Ordnung.

  • Lucky Luke
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    • 4. Mai 2019 um 20:15
    • #8

    Zwar habe ich nach meiner Ausbildung zum Begleiter für Sterbende noch nicht so viel Erfahrungen sammeln können, aber die Tonglen Praxis (Geben und Nehmen) eignet sich auch sehr gut für sterbende Buddhisten, die Phowa machen möchten. Dazu muss man selbst keine Phowa Unterweisungen haben, aber beim Tonglen atmet der Begleiter, kurz gesagt, alle "dunklen Energien" des Sterbenden ein und sendet positive Energien beim Ausatmen aus. Dabei kann man das Einatmen auch so machen, dass man alle Hindernisse für die Phowa Praxis einatmet und "auf sich nimmt ", damit der Sterbende besser praktizieren kann. Es gibt zur Tonglen Praxis diverse Literatur.

  • karma namkha
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    • 4. Mai 2019 um 20:47
    • #9

    Danke für den Hinweis. Werde ich nachlesen.

    Liebe Grüße.

  • Alaya
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    • 4. Mai 2019 um 21:02
    • #10

    @Sherab

    Das ist aber eine schwierige Praxis denke ich. Das habe ich in diesem Zusammenhang auch noch nirgendwo gehört oder gelesen, soweit ich mich erinnere. Aber das Argument hat natürlich eine innere Logik.

    Liebe Grüße

    Tobias

  • User19823
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    • 5. Mai 2019 um 06:16
    • #11

    Das Tonglen ist eine Praxis, die man unter fachgerechter Anleitung intensiv üben muss, denn das kann auch völlig nach hinten los gehen. Man kann dabei auch so viel Kraft verlieren (wenn man es nicht richtig macht und ausreichend geübt hat), dass man denjenigen, den man damit unterstützen wollte, gar nicht mehr unterstützen kann und dann plötzlich der Kranke dem Helfer helfen muss.

    Frank Ostaseski hat 1087 das erste Zen-Hospiz in den USA gegründet und begleitet seit über 30 Jahren Sterbende und deren Angehörige. Er hat über diese Arbeit die CD "Die fünf Einladungen" verfasst, die gleichermaßen über die Rolle der Helfenden wie auch der Sterbenden berichtet. Wirklich sehr sehr berührend, liebevoll, mit viel Tiefgang und auch interessant für alle, die noch weit vom sterben entfernt sind.

    karma namkha:

    Ich habe langjährige Buddhisten kennen gelernt, die sehr stolz darauf sind, dass sie Phowa beherrschen. Sie sagen darüber zwar nichts genaues, weil sie das nicht dürfen. Aber sie geben mir das Gefühl, dass in meiner Arbeit etwas fehlt. Ich habe schon gehört, dass Palliativpflege ohne Phowa nicht zum richtigen Ergebnis führt und dass nur Phowa der einzige Weg für ein richtiges, bewusstes Sterben ist.

    Es gibt beim Sterben kein "oben und unten" oder "richtig oder falsch" und schon gar nicht ein "das ist das Beste" oder "meine Methode ist die Beste"!

    Und "Phowa" ist schon gar nicht der einzige Weg für ein bewußtes Sterben, das ist für mich eine etwas arrogante Verblendung der dir bekannten Buddhisten.

    Phowa ist eine interessante tibetische Sterbebegleitung und hilfreich für alle, die im _tibetischen_ Buddhismus tief verankert sind und sich genau diesen Weg wünschen. Ich für mich würde so etwas völlig ablehnen.

    karma namkha:

    Ich arbeite seit vielen Jahren als Krankenschwester in der Palliativ Pflege. Ich habe schon viele Menschen und deren Angehörige beim Sterbeprozess begleitet .

    Und ich hatte immer das Gefühl, dass es wertvolle Begegnungen waren. Meine Arbeit war für mich immer sehr erfüllend.

    Momentan bin ich aber voller Zweifel. Seit ich zum Buddhismus gefunden habe, ist alles komplizierter geworden.

    Wenn du so eine gute Arbeit machst, die dich bisher so erfüllt hast und du nach dem Kontakt mit dem Buddhismus plötzlich so an dir zweifelst, kann es vielleicht u.a. auch sein, dass du noch nicht die richtige buddhistische Gruppe gefunden hast? Es gibt hier in Deutschland sehr unterschiedliche buddhistische Richtungen und Gruppen, von fundamentalistsch (nur unsere Richtung ist die einzig Wahre) bis hin zu tollerant und offenherzig.

    Freu dich wieder über die tolle Arbeit, die du machst!

  • karma namkha
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    • 5. Mai 2019 um 07:37
    • #12

    Ich habe durch unsere Palliativ Ärzte zum Buddhismus gefunden. Während meiner langjährigen Tätigkeit habe ich Menschen aus verschiedenen Glaubensrichtungen betreut und für mich war der Buddhismus einer von vielen.

    Seit ich in dieser Gruppe bin, habe ich erkannt, dass ich auf etwas ganz besonderes für mich persönlich, gestossen bin.

    Aber es hat eine Zeit gedauert und auch durch dieses Forum, bis ich erkannt habe, wie vielfältig der Buddhismus ist.

    Leider ist das in unserer Sangha kein Thema. Es gibt einen Lama und einen Weg. Und einen Weg der Praxis, der mit der Zuflucht beginnt und mit dem Ngöndro weiter geht.

    Ich habe gelernt, dass andere Praxis oder Lehrer den Geist nur verwirren.

    Ich wüsste auch gar nicht wonach ich suchen sollte, welcher Schwerpunkt der richtige für mich ist.

  • Dawa
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    • 5. Mai 2019 um 07:55
    • #13

    Darf ich fragen, welcher Tradition du folgst?

  • Amdap
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    • 5. Mai 2019 um 08:35
    • #14
    karma namkha:

    Ich habe durch unsere Palliativ Ärzte zum Buddhismus gefunden. Während meiner langjährigen Tätigkeit habe ich Menschen aus verschiedenen Glaubensrichtungen betreut und für mich war der Buddhismus einer von vielen.

    Seit ich in dieser Gruppe bin, habe ich erkannt, dass ich auf etwas ganz besonderes für mich persönlich, gestossen bin.

    Aber es hat eine Zeit gedauert und auch durch dieses Forum, bis ich erkannt habe, wie vielfältig der Buddhismus ist.

    Leider ist das in unserer Sangha kein Thema. Es gibt einen Lama und einen Weg. Und einen Weg der Praxis, der mit der Zuflucht beginnt und mit dem Ngöndro weiter geht.

    Ich habe gelernt, dass andere Praxis oder Lehrer den Geist nur verwirren.

    Ich wüsste auch gar nicht wonach ich suchen sollte, welcher Schwerpunkt der richtige für mich ist.

    Alles anzeigen

    Liebe Karma Namkha,

    bist Du denn durch diese Palliativ-Ärzte in Deine buddhistische Gruppe gekommen, oder hast Du Dir aus beruflicher Anregung aktiv diese Gruppe gesucht? Das habe ich noch nicht ganz verstanden.

    Mir scheint, Du hast ein überdurchschnittliches Feingefühl für die Menschen und darum bist Du genau im richtigen Beruf. Es wäre schade, ja vielmehr gefährlich, wenn in Deiner Gruppe andere buddhistische Richtungen und Lehrer als "nur verwirrend" betrachtet werden. Das ist eindeutig sektiererisches Verhalten (noch dazu die Ansicht, Phowa sei das Nonplusultra!), wo man vielmehr misstrauisch Abstand halten sollte, und abwägen, vergleichen und beobachten.

    Halte Dich fern von sektiererischem Verhalten!

    Amdap

    Verlange nicht, dass alles so geschieht, wie du es wünschest,
    sondern wolle, dass alles so geschieht, wie es geschieht,
    und es wird dir gut gehen.
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  • karma namkha
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    • 5. Mai 2019 um 09:03
    • #15

    Liebe Amdap

    Ich habe in meinem Beruf schon sehr viel mit Ärzten zusammen gearbeitet und habe da wirklich schon viel Negatives im Umgang mit Patienten erlebt....

    Diese beiden Ärzte haben immer etwas besonderes ausgestrahlt und machen ihre Arbeit mit so viel Wertschätzung und Hibgabe, dass mir jedesmal sinnbildlich das Herz aufgeht, wenn ich mit ihnen arbeite.

    Nach Jahren und wirklich guter Zusammenarbeit habe ich bei einem Sommerfest meine Empfindungen einmal angesprochen. Da haben sie mir dann vom Buddhismus im genaueren erzählt und mich zu einem Einführungsabend in die Sangha eingeladen. Ich war ganz begeistert und überwältigt von meinen Eindrücken. Damals habe ich mir dort zwei Bücher gekauft: " Wie die Dinge sind" und " Buddha und die Liebe"

    Ich habe sie gelesen und bin öfters hingegangen. Die regelmäßigen Karmapa Meditationen haben mir wirklich gut getan. Die Gespräche danach waren für mich anfangs etwas schwierig, da es immer nur darum ging was der Lama gesagt oder gemacht hat ....

    Als ich ihn dann das erste Mal persönlich getroffen habe fühlte ich mich zurück versetzt in meine Teenager Zeit, als ich Bon Jovi angehimmelt habe. So ist mir das ganze vorgekommen. Aber es fühlte sich an wie eine große Familie und deshalb fühle ich mich, trotz innerer Widersprüche, die ich manchmal empfinde irgendwie angekommen.

    🙏

  • Amdap
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    • 5. Mai 2019 um 09:04
    • #16

    In seinem Buch: "Der Geist überwindet den Tod" gibt Pönlop Rinpoche ganz genaue Anweisungen zum Phowa, erklärt auch deutlich den Unterschied zum Üben für Lebende sowie für Sterbende. Also, dieser spezielle Teil nimmt bei ihm eine besondere Stellung ein.

    Andererseits schreibt der Autor in einem anderen Kapitel, dass jede andere Praxis zum Phowa werden kann. Ich könnte es so auf Anhieb nicht gleich finden, aber ich weiß genau, dass er das in diesem Buch angemerkt hat.

    Das bedeutet: eingeübte Insider sollten das Phowa praktizieren, nachdem sie selbst es fachgerecht gelernt haben. Andererseits kann aber auch jeder, der aufrichtig und voller Hingabe ist und von unvoreingenommener Zuwendung erfüllt, jede andere Praxis als Phowa ausüben. @Sherab nennt als Beispiel das Tonglen. Dem kann ich nur voll zustimmen.

    Ich kann Dir das Buch wirklich sehr empfehlen, versuche mal, es Dir zu besorgen, Pönlop Rinpoche schreibt sehr tiefgründig und anspruchsvoll, und trotzdem sehr verständlich, das ist sein großes Talent.

    Amdap

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    • 5. Mai 2019 um 09:10
    • #17

    Vielen lieben Dank, das mach ich.🙏

  • Amdap
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    • 5. Mai 2019 um 09:13
    • #18
    karma namkha:

    Liebe Amdap

    Ich habe in meinem Beruf schon sehr viel mit Ärzten zusammen gearbeitet und habe da wirklich schon viel Negatives im Umgang mit Patienten erlebt....

    Diese beiden Ärzte haben immer etwas besonderes ausgestrahlt und machen ihre Arbeit mit so viel Wertschätzung und Hibgabe, dass mir jedesmal sinnbildlich das Herz aufgeht, wenn ich mit ihnen arbeite.

    Nach Jahren und wirklich guter Zusammenarbeit habe ich bei einem Sommerfest meine Empfindungen einmal angesprochen. Da haben sie mir dann vom Buddhismus im genaueren erzählt und mich zu einem Einführungsabend in die Sangha eingeladen. Ich war ganz begeistert und überwältigt von meinen Eindrücken. Damals habe ich mir dort zwei Bücher gekauft: " Wie die Dinge sind" und " Buddha und die Liebe"

    Ich habe sie gelesen und bin öfters hingegangen. Die regelmäßigen Karmapa Meditationen haben mir wirklich gut getan. Die Gespräche danach waren für mich anfangs etwas schwierig, da es immer nur darum ging was der Lama gesagt oder gemacht hat ....

    Als ich ihn dann das erste Mal persönlich getroffen habe fühlte ich mich zurück versetzt in meine Teenager Zeit, als ich Bon Jovi angehimmelt habe. So ist mir das ganze vorgekommen. Aber es fühlte sich an wie eine große Familie und deshalb fühle ich mich, trotz innerer Widersprüche, die ich manchmal empfinde irgendwie angekommen.

    🙏

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    Oooh, unsere Beiträge haben sich überschnitten.

    Du, ich habe mir schon sofort gedacht, um welche Sangha es sich handelt.

    Weißt Du, wenn man vorher noch kaum etwas vom Buddhismus gehört hat, merkt man nicht gleich den Unterschied zwischen "Instant-Buddhismus" bzw. "Buddhismus light" einerseits und fundiertem ernsthaftem Buddhismus (mir fällt momentan keine bessere Bezeichnung ein) andererseits. Ich sage aber gar nichts gegen Deine Ärzte-Kollegen. Letztendlich, wenn's drauf ankommt, kommt es immer noch am meisten auf den Menschen an.

    Trotzdem sei bitte vorsichtig. Sich in einer Gemeinschaft aufgehoben zu fühlen ist nicht alles, und wenn man länger dabei ist und tiefgründig sucht, merkt man mit der Zeit ganz von selbst, ob man da hingehört oder nicht.

    Beobachte gut und lasse Dir nichts einreden, schau auch woanders und vergleiche gut!

    Amdap

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    • 5. Mai 2019 um 09:13
    • #19

    Übrigens ich folge der Richtung Tibetischer Buddhismus

    Karma Kagyü

  • Amdap
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    • 5. Mai 2019 um 09:17
    • #20
    karma namkha:

    Übrigens ich folge der Richtung Tibetischer Buddhismus

    Karma Kagyü

    Erkundige Dich mal im Netz genauer über die ganzen Hintergründe, was die K.-Kagyü-Linie betrifft, schau Dir auch kritische Presseberichte über besagten Lama an. Das kann sehr hilfreich sein.

    Amdap

    Verlange nicht, dass alles so geschieht, wie du es wünschest,
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  • karma namkha
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    • 5. Mai 2019 um 09:31
    • #21

    Liebe Amdap

    Einenhalb Jahre hat für mich auch alles gepasst. Aber mittlerweile frage ich mich "Ist das alles?".

    Gibt es nicht noch mehr als immer nur eine Meinung und einen Weg.

    Ich habe Zuflucht beim Karmapa genommen und nicht beim Lama.

    Und Karmapa vermittelt für mich sehr viel Weltoffenheit, schon alleine dadurch, dass er geheiratet hat und jetzt einen Sohn hat.

    Auch das die beiden Karmapas sich getroffen haben finde ich toll und wertvoll. In unserer Sangha wurde dieses Treffen nicht so gut aufgenommen. Aber ich lasse mir prizipiell nicht vorgeben, was ich denken soll, also keine Sorge.

    Und ich lese auch schon lange andere Bücher ...

    Momentan spüre ich auch den Wunsch nach Vielfalt und Veränderung. Nur weiß ich noch nicht, wohin es mich zieht, da die Vielfalt die ich mir wünsche andererseits für mich kaum überschaubar ist ...

  • Phoenix
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    • 5. Mai 2019 um 09:37
    • #22

    Hi karma namkha !

    Hier gehts ja in erster Linie erstmal um Sterbebegleitung.

    Aber vorweg zur Klärung, ich bin Schüler von Lama Ole Nydahl und ich halte ihn für einen hervorragenden Lehrer.

    Phowa gibt er jetzt zwar keines mehr, aber ich finde auch ,das das Phowa ein Stück weit überbewertet wird.

    In die reinen Länder kann man nach dem Tod auch ohne das Phowa gelangen, und für Menschen, die lieber in ein christliches Paradies wollen, ist das Phowa außerdem sowieso keine gute Hilfe.

    Bei Sterbenden ist es denke sowieso viel wichtiger ihnen ein Stück weit Aufmerksamkeit und menschliche Wärme zu geben als ihnen noch ganz zum Schluß schwierige philosophische Fragestellungen mit auf den Weg zu geben.


    Das Phowa ist da sicherlich für einen selber ein Stück weit nützlich, denn die Konfrontation mit dem Tod macht immer etwas Angst; für die Betreuten ist es aber in den allermeisten Fällen schon eine riesige Hilfe ,wenn sie mit einem lebendigen buddhistischen Segensfeld in Berührung kommen.

    Und dafür ist es wichtiger ,das sich ein lieber praktizierender Mensch Zeit für sie nimmt ,als das er die volle Phowaübertragung hat.

    _()_ Phönix

    Einmal editiert, zuletzt von Phoenix (5. Mai 2019 um 09:43)

  • Alaya
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    • 5. Mai 2019 um 09:38
    • #23

    Liebe karma namkha

    Ich persönlich sehe mich als Rime Praktizierender weil ich sowohl Belehrungen aus aus dem Nyingma Karma Kaguy(Diamantweg) Gelug und Sakya erhalten habe.

    Die Unterschiede sind nicht so wahnsinnig groß bzw man kann immer Unterschiede betonen oder eben Gemeinsamkeiten.

    Die "Karmapa-Meditation" findet sich in ihrer Essenz in allen tibetischen Linien wieder.

    Schau dich um und entwickle Vertrauen.

    Liebe Grüße

    Tobias

  • Amdap
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    • 5. Mai 2019 um 09:51
    • #24
    karma namkha:

    Liebe Amdap

    Einenhalb Jahre hat für mich auch alles gepasst. Aber mittlerweile frage ich mich "Ist das alles?".

    Gibt es nicht noch mehr als immer nur eine Meinung und einen Weg.

    Ich habe Zuflucht beim Karmapa genommen und nicht beim Lama.

    Und Karmapa vermittelt für mich sehr viel Weltoffenheit, schon alleine dadurch, dass er geheiratet hat und jetzt einen Sohn hat.

    Auch das die beiden Karmapas sich getroffen haben finde ich toll und wertvoll. In unserer Sangha wurde dieses Treffen nicht so gut aufgenommen. Aber ich lasse mir prizipiell nicht vorgeben, was ich denken soll, also keine Sorge.

    Und ich lese auch schon lange andere Bücher ...

    Momentan spüre ich auch den Wunsch nach Vielfalt und Veränderung. Nur weiß ich noch nicht, wohin es mich zieht, da die Vielfalt die ich mir wünsche andererseits für mich kaum überschaubar ist ...

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    Ich bin ganz sicher, Du machst es richtig.

    Übrigens, in meiner Kagyü-Gemeinschaft mit Oberhaupt Orgyen Thrinley Dorje waren alle begeistert über das Treffen.

    Sofort gingen Newsletter herum mit positiven Kommentaren über diese frohe Botschaft. Schon allein Lama Kelzang strahlte über alle vier Backen!

    Dann dachte ich, es gibt eine Fortsetzung.... aber bis jetzt ist leider weiter nichts passiert.

    Amdap

    Verlange nicht, dass alles so geschieht, wie du es wünschest,
    sondern wolle, dass alles so geschieht, wie es geschieht,
    und es wird dir gut gehen.
    Epiktet

  • karma namkha
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    • 5. Mai 2019 um 10:42
    • #25

    Lieber Phoenix,

    Auch ich halte Lama Ole für einen hervorragenden Lehrer. Ich weiß noch wie begeistert ich war, als ich ihn das erste Mal über Mahamudra sprechen gehört habe. Ich konnte davon viel mitnehmen.

    Als beim nächsten Vortrag wieder Mahamudra das Thema war, und jetzt kannst du über mich lachen, weil ich auch selbst darüber lache, habe ich gesagt: Das habe ich schon mal gehört, das kenn ich schon.

    Ich erntete verständnislose Blicke. Mittlerweile habe ich das Buch darüber und lese regelmäßig darin und begreife erst jetzt langsam verschiedene Zusammenhänge.

    Trotzdem habe ich das Gefühl, dass sich alle für sehr elitär halten. Stolz auf die Lehre zu sein ist eine Sache, aber den Stolz so nach außen zu tragen eine ganz andere.

    Mich hat das wirklich sehr hart getroffen, das Gefühl vermittelt zu bekommen, das meine Arbeit ohne Phowa nicht viel wert ist.

    Und als ich dann noch, wie vorher beschrieben, die Energie nach dem Phowa im Raum gespürt habe, war ich hin und weg. Ich weiß nicht, wie es funktioniert aber ich kann sagen, dass es funktioniert ....

    Ich hatte bei Begleitungen danach eigentlich immer ein gutes Gefühl, habe das Fenster geöffnet, damit der Geist raus kann, ...

    Aber seit diesem Zeitpunkt, weiß ich das es mehr zwischen Himmel und Erde gibt, als wir uns vorstellen können ....

    Und darum frage ich mich jetzt immer öfter, ob es ausreicht was ich zu geben habe, ob es nicht zu wenig oder falsch ist ....

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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