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  1. Buddhaland Forum
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Buddhismus und Demenz

  • Useless
  • 3. Juni 2017 um 21:17
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1. offizieller Beitrag
  • Useless
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    • 3. Juni 2017 um 21:17
    • #1

    Kann mir jemand Hinweise auf Bücher, Internetseiten, Gruppen usw. zum Themenbereich 'Buddhismus und Demenz' geben?

    Es gibt da anscheinend ziemlich wenig (nach meiner Recherche im Netz): Ein bisschen was zu buddhistischen Erklärungen zu Demenz, aber ich habe z.B. nichts dazu gefunden, was die praktische Arbeit von Pflegekräften in diesem Bereich angeht.

    Ich bin für alle Hinweise (gerne auch englischsprachig) dankbar!

  • Karnataka
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    • 3. Juni 2017 um 22:20
    • #2

    Was die praktische Arbeit von Pflegekräften angeht:

    Die Ethik des DL bietet sich dafür an, die Qualität von professioneller Pflegedienstleistung und privater Sorge für Angehörige zu verbessern: Rückkehr zur Menschlichkeit, Gefühl und Mitgefühl, sind hier zu nennen. In Letzterem wird auch auf die emotionalen Probleme von Pflegenden eingegangen.

    Der Dalai Lama zeigt viel Verständnis: Menschen, die im sozialen Bereich tätig sind oder die zu Hause jemanden pflegen müssen, können von ihren Pflichten manchmal so mitgenommen werden, dass sie sich überfordert fühlen. Ständig mit Leid und Elend konfrontiert zu werden und dazu gelegentlich das Gefühl zu haben, dass die Leistung, die man erbringt, als selbstverständlich angesehen wird, das kann Gefühle der Hilflosigkeit oder gar Verzweiflung wecken.

    So wird deutlich, dass die Fähigkeit zu pflegenden Handeln in manchen Fällen emotionale Distanz erfordert. Der Dalai Lama schreibt: Mitfühlend zu sein bedeutet nicht, dass man gänzlich auf der Ebene des Fühlens verharrt, was ziemlich kräftezehrend sein kann. Ein mitfühlender Arzt beispielsweise, der permanent damit beschäftigt wäre, das Leid seiner Patienten zu teilen, könnte seine Aufgabe kaum noch wirkungsvoll erfüllen.

    Doch geht es bei einer mitfühlenden Haltung in erster Linie darum, dass wir etwas tun wollen, um anderen Menschen zu helfen. So erklärt der Dalai Lama: Dieser Wunsch zu helfen zieht uns keineswegs auch noch selbst tiefer ins Unglück, sondern gibt uns im Gegenteil Kraft, Orientierung und Zielstrebigkeit. Wenn wir aus einer solchen Motivation heraus handeln, wirkt sich dies positiv für uns selbst und für die Menschen um uns herum aus. Entscheidend ist daher, sich die Fähigkeit deutlich zu machen, anderen helfen zu können.

    Eine Fähigkeit, die wiederum positive Emotionen verlangt. Zudem besteht zwischen dem Leid, das man selbst erfährt und dem, das man mit anderen teilt, ein qualitativer Unterschied aufgrund der Freiwilligkeit. Daher wirken solche Probleme in der Regel nicht gleichermaßen lähmend.

    Allgemein sehe ich in der Ethik des DL das Fundament, worauf Pflegewissenschaft, Medizin, Psychologie usw. aufbauen. Denn solche Disziplinen setzen immer schon voraus, dass der Pflegende motiviert ist und mit seinen destruktiven Emotionen gut klar kommt.

  • Useless
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    • 3. Juni 2017 um 22:43
    • #3

    Lieber Karnatake,

    vielen Dank für Deine Antwort.

    So sehr ich auch den Dalai Lama oder andere Lehrende schätze: Er muss keine Ärsche abputzen, mit Vorgesetzten in der Pflege umgehen, sich mit dem MDK auseinandersetzen, 12 Nachtdienste am Stück in einer 'beschützten' (= geschlossenen) Abteilung in einem Altenheim überstehen usw.

    Kurz: Der Dalai Lama ist in dieser Frage für das 'Große und Ganze' zuständig, hat aber keine Ahnung von den Feinheiten. Ich vermittele dem Dalai Lama gerne eine Praktikumsstelle im Altenheim und rede anschließend mit ihm darüber. Vielleicht kannst Du ja den Kontakt herstellen. Wir suchen immer Praktikanten.

  • Morpho
    Gast
    • 3. Juni 2017 um 23:10
    • #4

    Axel:

    Zitat

    aber ich habe z.B. nichts dazu gefunden, was die praktische Arbeit von Pflegekräften in diesem Bereich angeht.

    Das steckt sicher noch in Anfängerschuhen. Vielleicht fragst du http://www.sukhavati.eu/wohnen/pflege/
    Aber die betreuen wohl derzeit erst eine/n Demenzerkrankten(ambulant)
    Ich habe eine Freundin, die ihr ganzes Leben in der psychiatrischen Pflege von Kindern und Jugendlichen gearbeitet hat; sie ist keine "Buddhistin"; überhaupt hat sie sich sehr früh von "Religion" völlig abgewandt; sie hat aber eine Präsenz, ein Gewahrsein, eine Pragmatik und
    (unausgesprochene) ethische Prinzipien, die wo mir vorbildlich sind und wo ich sagen würde, dass sie vielleicht auch den Worte des DL ohne Zögern zustimmen würde.

    2 Mal editiert, zuletzt von Anonymous (3. Juni 2017 um 23:28)

  • Useless
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    • 3. Juni 2017 um 23:19
    • #5
    Morpho:

    Das steckt sicher noch in Anfängerschuhen. Vielleicht fragst du http://www.sukhavati.eu/wohnen/pflege/
    Aber die betreuen wohl derzeit erst eine/n Demenzerkrankten(ambulant)


    Vielen Dank für den link!
    _()_

  • xxx
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    • 4. Juni 2017 um 00:23
    • #6
    Zitat

    praktische Arbeit von Pflegekräften in diesem Bereich angeht.

    Da kann ich nicht weiterhelfen. Muss es was buddhistisches sein ? Ich denke, es gibt diverse Fachliteratur zum Thema.

    Zitat

    Er muss keine Ärsche abputzen, mit Vorgesetzten in der Pflege umgehen, sich mit dem MDK auseinandersetzen, 12 Nachtdienste am Stück in einer 'beschützten' (= geschlossenen) Abteilung in einem Altenheim überstehen usw


    Hier hilft vielleicht MN 2:

    Zitat

    18. "Welche Triebe, ihr Bhikkhus, sollten durch Erdulden überwunden werden?

    Weise betrachtend erträgt da ein Bhikkhu Kälte und Hitze, Hunger und Durst, und Kontakt mit Stechfliegen, Moskitos, Wind, Sonne und Kriechtieren; er erträgt böswillige, unwillkommene Worte und entstandene körperliche Gefühle, die schmerzhaft, quälend, scharf, bohrend, unangenehm, schmerzlich und lebensbedrohlich sind. Während Triebe, Ärger und Fieber in einem entstehen könnten, der solche Dinge nicht erduldet, gibt es keine Triebe, keinen Ärger oder Fieber in einem, der sie erduldet. Diese nennt man die Triebe, die durch Erdulden überwunden werden sollten."

  • Useless
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    • 4. Juni 2017 um 01:24
    • #7
    Bakram:

    Da kann ich nicht weiterhelfen. Muss es was buddhistisches sein ? Ich denke, es gibt diverse Fachliteratur zum Thema.


    Warum postest Du dann was?

    Da ich in der Altenpflege arbeite, ist mir klar, dass es 'diverse Fachliteratur zum Thema' gibt, und ich würde hier nicht nach 'buddhistischer Fachliteratur' suchen...

  • jianwang
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    • 4. Juni 2017 um 07:58
    • #8

    Useless
    Und wieder wird der Buddhismus mit einer der Allheil-Religionen verwechselt.

    "Mach so oder so und Buddha wird es richten" - FALSCH

    Übe die Lehre lange Zeit und vielleicht wirst Du, wenn Du Dich sehr bemühst, Hilfe in Dir selbst finden.

    _()_


    Vielleicht hat Jemand, der sich durch seinen Beruf so gestresst fühlt, die falsche Aufgabe für sich gewählt?

    Wenn im dürren Baum der Drache Dir singt
    siehst wahrhaft Du den WEG.
    Wenn im Totenkopf keine Sinne mehr sind
    wird erst das Auge klar.

    jianwang 健忘 = sich [selbst] vergessend

  • Doris
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    • 4. Juni 2017 um 09:20
    • #9
    jianwang:

    Useless
    Und wieder wird der Buddhismus mit einer der Allheil-Religionen verwechselt.

    "Mach so oder so und Buddha wird es richten" - FALSCH

    Übe die Lehre lange Zeit und vielleicht wirst Du, wenn Du Dich sehr bemühst, Hilfe in Dir selbst finden.

    _()_


    Vielleicht hat Jemand, der sich durch seinen Beruf so gestresst fühlt, die falsche Aufgabe für sich gewählt?

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    Heiliger Spekulatius!

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Obladi Oblada
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    • 4. Juni 2017 um 13:47
    • #10
    jianwang:


    Vielleicht hat Jemand, der sich durch seinen Beruf so gestresst fühlt, die falsche Aufgabe für sich gewählt?

    Was für eine Anmaßung. Ohnehin erstaunlich, wie wenig Anteilnahme, Mitgefühl und Empathie in diesem Forum bei bestimmten Themen oft immer wieder herrschen.

    Meine allergrößte Hochachtung vor all jenen, die einen Pflegeberuf ausüben! Vor allem auch im Hinblick auf unser aller Zukunft sollte es von Interesse sein, dass sich die beruflichen Bedingungen, unter denen Menschen in Pflegeberufen arbeiten müssen, endlich deutlich verbessern!

    Wenn ich mir so manche Manager-Gehälter anschauen, dann würde ich diese Summen jedem Altenpfleger oder jeder Krankenschwester mehr gönnen!

    Living is easy with Eyes closed

  • mukti
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    • 4. Juni 2017 um 14:04
    • #11
    Elke:


    Meine allergrößte Hochachtung vor all jenen, die einen Pflegeberuf ausüben!

    Meine auch, überhaupt bei Demenzpatienten ist das nicht einfach, wie ich aus eigener Erfahrung weiß.

    Morpho:


    Das steckt sicher noch in Anfängerschuhen. Vielleicht fragst du http://www.sukhavati.eu/wohnen/pflege/

    Sehr interessant, danke für den Link. Würde ich gerne besuchen, wo sich doch gerade bei Krankheit und Tod Wert und Nutzen der Buddhalehre zeigt. Leider ist es über 1000 Km von meinem Wohnort entfernt, Axel hat es wohl näher.

    Mit Metta, mukti.


  • void
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    • 4. Juni 2017 um 14:36
    • Offizieller Beitrag
    • #12

    Demenz ist ja so eine Sache, wo man grundsätzlichste buddhistische Aussagen ganz erschreckend konkret erfährt: Also das nicht nur Auesseres vergänglich ist, sondern auch Erinnerungen, Identität, Persönlichkeitsstruktur. Von daher ist es doch naheliegend, buddhistische Herangehensweisen da helfen können.

    Von daher wundert es mich, dass es da nichts Spezielles zu dem Thema gibt.

    • Nächster offizieller Beitrag
  • Morpho
    Gast
    • 4. Juni 2017 um 15:03
    • #13
    Zitat

    Würde ich gerne besuchen

    Ich nicht. Mir is sowas in der Art immer ein bisschen unheimlich.

    Freuen tu ich mich, dass Heiligenfeld jetzt einen Standort in Berlin aufgemacht hat.
    Einer der Gründer von Heiligenfeld, DR. Galuska, steht dem Buddha Dharma sehr nahe.
    Sie wurden x mal als bester Arbeitgeber in diesem Bereich ausgezeichnet.
    Hat nix direkt mit Demenz zu tun, aber man findet in dem Umfeld sicher auch Publikationen zum Thema, davon ausgehend Ärztinnen, TherapeutInnen ect. die wo da praktisch tätig sind;
    die ja so Netzwerker.

  • Useless
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    • 4. Juni 2017 um 19:09
    • #14
    void:

    Von daher wundert es mich, dass es da nichts Spezielles zu dem Thema gibt.


    Mich auch. Zu Sterbebegleitung und Hospiz gibt's ja inzwischen ein bisschen was, aber das Buch 'Der buddhistische Altenpfleger' muss wohl noch geschrieben werden.

  • void
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    Buddh. Richtung
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    • 4. Juni 2017 um 20:28
    • Offizieller Beitrag
    • #15

    Auf der Seite des Upaya Zen Center findet sich:

    MacDonald, Susan. "Exquisite care: The role of Buddhist practices in connecting with people with dementia."

    Da haben die auch eine Veranstaltung
    AN ETHICS OF CARE mit Stephen Batchelor.

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  • Useless
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    • 4. Juni 2017 um 21:34
    • #16

    Vielen Dank für den Artikel, void!

    Jetzt brauch' ich nur noch jemanden, der mir den Flug und das Seminar finanziert... :grinsen:

  • Karnataka
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    • 4. Juni 2017 um 21:58
    • #17
    Axel:

    Lieber Karnatake,

    vielen Dank für Deine Antwort.

    So sehr ich auch den Dalai Lama oder andere Lehrende schätze: Er muss keine Ärsche abputzen, mit Vorgesetzten in der Pflege umgehen, sich mit dem MDK auseinandersetzen, 12 Nachtdienste am Stück in einer 'beschützten' (= geschlossenen) Abteilung in einem Altenheim überstehen usw.

    Kurz: Der Dalai Lama ist in dieser Frage für das 'Große und Ganze' zuständig, hat aber keine Ahnung von den Feinheiten. Ich vermittele dem Dalai Lama gerne eine Praktikumsstelle im Altenheim und rede anschließend mit ihm darüber. Vielleicht kannst Du ja den Kontakt herstellen. Wir suchen immer Praktikanten.

    Ich selbst arbeite seit Jahrzehnten in einem Behindertenheim. Ich habe immer wieder gehört, dass die Arbeitsbedingungen in der Altenpflege weit schwieriger sind. Ich weiß natürlich, dass gewisse Situationen in der Arbeit mit hochgradig dementen Menschen sehr provozierend wirken können. Auch weiß ich von mir selbst, dass Achtsamkeit und Kontrolle über destruktive Emotionen in der Nacht nicht gut funktionieren. ZWÖLF Nachtdienste am Stück - vielleicht auch noch allein auf der Station?? :eek: Pfff... ein Horror!

  • Lucky Luke
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    • 5. Juni 2017 um 13:20
    • #18
    Axel:
    void:

    Von daher wundert es mich, dass es da nichts Spezielles zu dem Thema gibt.


    Mich auch. Zu Sterbebegleitung und Hospiz gibt's ja inzwischen ein bisschen was, aber das Buch 'Der buddhistische Altenpfleger' muss wohl noch geschrieben werden.

    Na ja, der Buddhismus orientiert sich ja nicht an bestimmte Berufsgruppen.
    Es gibt ja auch kein Buch "der buddhistische Versicherungskaufmann".... :lol:
    Im Gesundheitswesen ist allerdings der Stress größer als in anderen Berufen (meine Frau war vor kurzem alleine in der Nacht und hatte es mit 10 Geburten (!!) zu tun).
    Die Frage ist nun? Wie mit dem Stress umgehen? Da gibt es immer mehrere Optionen.
    1. Den Beruf wechseln bzw. ab in die Arbeitslosigkeit.
    2. Im Beruf bleiben und prüfen, welche "geschickten Mittel" es gibt, mit dem Stress umzugehen.
    3. Nicht auch noch in der Freizeit für den Beruf da sein.

  • Useless
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    • 5. Juni 2017 um 17:53
    • #19

    Ich habe mich da wohl etwas ungeschickt ausgedrückt: Es geht mir nicht in erster Linie um den Umgang mit Stress - da gäbe es im Buddhismus in der Tat genug Mittel und auch sonst alles Mögliche von AT bis MBSR.

    Es geht mir um eventuelle 'buddhistische' Theorien über das Krankheitsbild Demenz. Der Buddhismus verfügt ja über ausgearbeitete Theorien zu den Funktionen des menschlichen Geistes. Was ist da bei Demenz 'anders' und gibt es da Überlegungen, wie man so jemanden 'erreichen' kann?

    In der 'herkömmlichen' Altenpflege gibt es z.B. die Methode der Validation - ich hätte mir vorstellen können, dass Ähnliches vor einem buddhistischen Hintergrund entwickelt worden ist.

  • mukti
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    • 5. Juni 2017 um 20:33
    • #20

    Schön und gut, hat aber kaum was mit Demenz zu tun. Das ist eine schwere Krankheit und kein gewöhnliches Nachlassen mentaler Kräfte.

    Die Tibetische Medizin soll doch so umfassend sein, kommt da Demenz nicht auch vor?

    Mit Metta, mukti.


  • Useless
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    • 5. Juni 2017 um 20:41
    • #21

    Liebe mkha',

    danke für Deinen Beitrag. Ich kann allem, was Du schreibst, nur zustimmen. Aber bedenke bitte, dass ich über den Umgang mit Demenz schreibe. Das ist keine 'nachlassende mentale Leistung'. Sprachliche Fähigkeiten verfallen schrittweise. Auch eine liebevolle non-verbale Kommunikation durch Gesten, Mimik, Berührung stößt oft an Grenzen. Es gilt, selbstschädigendes Verhalten und Verhalten, dass andere Bewohner schädigen könnte, zu unterbinden. Oft kommen Halluzinationen hinzu. Nachts habe ich es mit über vierzig Bewohnern zu tun und muss oft an mehreren 'Baustellen' gleichzeitig eingreifen. Vielleicht siehst Du, wo die Unterschiede liegen.

    Natürlich verstehe ich, dass es aus Tibet wenig 'Schriftliches' zu der Problematik gibt. Aber ich bin schon etwas verwundert, dass der 'westliche Buddhismus' da anscheinend relativ wenig zu sagen weiß.

    Karnataka:

    ZWÖLF Nachtdienste am Stück - vielleicht auch noch allein auf der Station?? :eek: Pfff... ein Horror!


    Nur, um mich hier nicht als 'Märtyrer' darzustellen: Zwölf ist nicht die Normalität. Normal sind eher 6-8 Nächte (natürlich alleine), bei denen, die Dauernachtdienst machen, sind 8 Tage, denke ich, ziemlich normal, allerdings dann auch etwas mehr frei.

  • Morpho
    Gast
    • 5. Juni 2017 um 21:06
    • #22

    War eigentlich nen Hinweis auch auf die Anthroposophie, das mit Heiligenfeld.

  • CCC
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    • 6. Juni 2017 um 13:41
    • #23
    Zitat


    Vielleicht hat Jemand, der sich durch seinen Beruf so gestresst fühlt, die falsche Aufgabe für sich gewählt?

    Das ist aber sehr unbedacht geäußert ;) .
    Unterhalte Dich mal mit jemanden, der in der Pflege arbeitet...
    LG
    Lilli (in der Pflege arbeitend)

    PS: Herr und Frau Galuska (Klinik Heiligenfeld) waren Schüler von Ayya Kema.

  • Lucky Luke
    Gast
    • 6. Juni 2017 um 14:13
    • #24

    Während eines Praktikums hatte ich bisher nur kurzes "Vergnügen" mit einem dementen Patienten. Dieser war sehr aggressiv gegenüber Ausländern. Blöd nur, dass (fast) sämtliche Pflegerinnen und Pfleger auf dieser Station einen "Migrationshintergrund" hatten. Oft ist es so, dass sich viele demente an alte Lieder erinnern. Dieser Patient sang nachts laut alte Nazi Lieder - das war eine Herausforderung für das gesamte Pflegepersonal. Als er eine Spritze bekommen sollte war er so aggressiv, dass er "fixiert" werden musste.

    Während meines Praktikums durfte ich ihm seinen Brei reichen. Da war er ruhig. Ich konnte mir aber auch Zeit für ihn nehmen und behandelte ihn wie einen Erwachsenen, nicht wie ein Kind oder gar wie ein Tier (man sagte "Essen reichen", nicht "füttern" oder "Schutzhose" und nicht Windel). Er verstand es sogar, seine Tabletten zu kauen. An seine beiden Töchter, die während dieser Zeit nicht da waren, konnte er sich nicht erinnern.

    Ich glaube nicht, dass es Aufgabe des Buddhismus ist, für solche Situationen ein Rezept zur Verfügung zu stellen. Hier muss die Politik reagieren, was sie teilweise ja auch schon getan hat, indem sie Demenz als eigene Pflegestufe anerkannt hat.

  • mukti
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    • 6. Juni 2017 um 16:20
    • #25

    Metta auszubilden ist ein Grundpfeiler buddhistischer Übung und wird im Umgang mit Demenzkranken zu einem Schwerpunkt. Da kann oder muss man wirklich intensiv daran arbeiten, Geduld, Toleranz und trotzdem-Wohlwollen zu entwickeln.

    Mit Metta, mukti.


Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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