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Vom Sinn des sinnlosen Geschwätzes

  • Lucky Luke
  • 6. Dezember 2016 um 13:51
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  • Noreply
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    • 8. Dezember 2016 um 01:14
    • #26
    Sherab Yönten:
    Ellviral:

    Einfach nur das sagen was gerade da ist macht viel aus.

    Das klingt so, als ob Worte unabhängig von Gedanken zum Ausdruck gebracht werden. Es sind aber die Gedanken, die zuerst da sind und dann werden aus den Gedanken Worte.

    Worte können unmöglich ohne Gedanken zum Ausdruck gebracht werden. Das heißt das Worte hervorgebracht werden können ohne das die Gedanken die das Tun bewusst werden müssen. Es gibt sehr viele Handlungen die einfach getan werden ohne das die auslösenden Gedanken bewusst werden. Das dies bewusst machen wollen, nenn ich Nach-denken damit wird versucht ein auslösendes Ereignis zu finden. Aber da beginnt dann auch der Sumpf von Ursache/Wirkung und ist hier nicht von Bedeutung.

  • RolfGe
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    • 8. Dezember 2016 um 12:45
    • #27

    Hallo !


    Sherab Yönten:
    RolfGe:

    Der Unterschied ist wie immer- die Intention.

    Nun ist ja nicht gleich jeder Gesprächspartner ein potentieller Patient ;)
    Wann siehst Du sinnvolle Gespräche, wenn Du nicht im psychiatrischen Bereich tätig bist?

    Ich kann das nur „um-“schreiben, da es ja letztlich immer vom Kontext oder von der Intention abhängt.

    - Konzentration auf das Wesentliche. Keine nutzlosen Details in epischer Breite und
    Umständlichkeit
    - Kein „Lücken-füllen“ um Schweigen zu vermeiden
    - Kein Reden um des Redens willen ohne Fokus und Ziel
    - Keine Inhalte die letztlich auf nichts hinauslaufen und mir als Zuhörer meine Zeit stehlen..
    - Keine Inhalte, die letztlich nur Belanglosigkeiten darstellen („hab mir gestern Strähnchen
    machen lassen
    ..“)

    Natürlich ist mir klar, das letztlich jedes Thema für irgendjemanden wichtig sein kann, selbst die „Strähnchen“.

    Deshalb ist es ja auch nur eine subjektive Privatmeinung.. ;)

    LG Rolf

  • void
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    Buddh. Richtung
    Zen
    • 8. Dezember 2016 um 13:40
    • Offizieller Beitrag
    • #28
    RolfGe:

    Natürlich ist mir klar, das letztlich jedes Thema für irgendjemanden wichtig sein kann, selbst die „Strähnchen“.

    Oft ist das was die Leute brauchen und wollen ja die freundliche Zuwendung selbst ist.

    Und oftmals scheint es so, als müsse diese mit Worten verbunden sein, mit Worten des Anteilnehmens, mit geduldigen Zuhören usw.

    Bei so Sesshins, in denen geschwiegen wird, fällt mir auf, wieviel "Bitte", "Dank", "Respekterweisung" und gegenseitige "Freundlichkeit" augedrückt werden kann, ohne Worte zu benutzten.

    Man kann den Text weglassen und das ganze "instrumental" spielen. Aber daran sind wir im Allgemeinen nicht gewöhnt.

    • Vorheriger offizieller Beitrag
  • Monikamarie
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    • 8. Dezember 2016 um 15:51
    • #29

    Auf jeden Fall ist endloses Geplapper ein Zeichen dafür, dass demjenigen irgend etwas fehlt - und sei es echte Aufmerksamkeit.
    Mir ist aufgefallen, dass jemand, der aus Unsicherheit viel redet, noch mehr redet, wenn sein Gesprächsteilnehmer schweigt. Die Stille scheint unerträglich.
    _()_ Monika

  • Leon
    Gast
    • 8. Dezember 2016 um 16:14
    • #30
    Monikadie4.:

    Auf jeden Fall ist endloses Geplapper ein Zeichen dafür, dass demjenigen irgend etwas fehlt - und sei es echte Aufmerksamkeit.
    Mir ist aufgefallen, dass jemand, der aus Unsicherheit viel redet, noch mehr redet, wenn sein Gesprächsteilnehmer schweigt. Die Stille scheint unerträglich
    _()_ Monika


    Das beobachte ich auch .
    Was meinst du warum es so ist ?

    LG :sunny:

  • RolfGe
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    • 8. Dezember 2016 um 16:48
    • #31

    Hallo Monika

    citröen:
    Monikadie4.:

    Auf jeden Fall ist endloses Geplapper ein Zeichen dafür, dass demjenigen irgend etwas fehlt - und sei es echte Aufmerksamkeit.


    Das ist auch meine Beobachtung. Ich habe für "Endlos-Geplapper" zwei Ursachen ausgemacht.
    Zum Einen sind es oft einsame Menschen, die ansonsten mit Niemandem reden können.
    Die reden dann oft sehr belanglos. Manchmal auch nur mit sich selber.

    Zum zweiten sind es Menschen, die vermeiden wollen, tiefergehende Gespräche zu führen.
    z.B. weil sie an bestimmte Themen nicht ranwollen.

    Gruß Rolf

  • Lucky Luke
    Gast
    • 8. Dezember 2016 um 17:40
    • #32

    Es ist wirklich nicht einfach zu sagen: Diese Rede ist sinnlos, jene ist sinnvoll. Sinnlos empfinde ich manche Kommunikation über Facebook. Wenn Menschen irgend etwas (scheinbar witziges)als Link einstellen und andere es "liken" oder auch nicht. Oder auch Kettenbriefe: Schrecklich sinnlos! Wenn ich aber auf What's App eine begrenzte Anzahl von Freunden habe, die ich auch im realen Leben kenne, ist ein Austausch von Informationen dann schon sinnloses Geschwätz? Nach welchen Kriterien bemisst man die Wichtigkeit von Informationen ? Ist diese Information für den anderen hilfreich? Interessant? Nützlich?

  • Leon
    Gast
    • 8. Dezember 2016 um 18:26
    • #33

    Bei WhatsApp Muss ich filtern :dao:
    Für mich ist es ein wichtiger Informationsaustausch und das senden von LG mit :heart:
    und Humor .
    Aber Unfug wird entsorgt ohne Pardon :x

    LG :sunny:

  • Monikamarie
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    • 8. Dezember 2016 um 18:36
    • #34
    Sherab Yönten:

    Wenn ich aber auf What's App eine begrenzte Anzahl von Freunden habe, die ich auch im realen Leben kenne, ist ein Austausch von Informationen dann schon sinnloses Geschwätz? Nach welchen Kriterien bemisst man die Wichtigkeit von Informationen ? Ist diese Information für den anderen hilfreich? Interessant? Nützlich?

    Aus meiner Sicht nicht sinnlos, aber gut, wenn man nur kurz Kontakt aufnehmen will und es nicht bei diesen Blinklichtern bleibt.
    Muss ich immer Regeln aufstellen, was wichtig oder nützlich ist? Für mich und andere ist es vielleicht wichtig zu wissen, dass es uns gut geht, auch wenn im Moment keine Zeit für Treffen etc. besteht.

  • Monikamarie
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    • 8. Dezember 2016 um 18:42
    • #35
    citröen:
    Monikadie4.:


    Mir ist aufgefallen, dass jemand, der aus Unsicherheit viel redet, noch mehr redet, wenn sein Gesprächsteilnehmer schweigt. Die Stille scheint unerträglich

    Das beobachte ich auch .
    Was meinst du warum es so ist ?

    Hallo Citröen,
    ich selbst kenne das auch von mir. Es war Unsicherheit, das Bedürfnis verstanden zu werden, gemocht zu werden inmitten oder nach einer sehr großen Krise. Es war für mich Therapie. Zum Glück hatte ich gute Freunde/innen, die meistens gerne zugehört haben.
    In späteren Jahren konnte ich mich revanchieren und habe dadurch auch meine "Studien" betrieben, wieso wir uns manchmal so oder so verhalten.
    Gerade diese eigenen Erfahrungen haben mein Mit-Gefühl gestärkt, so dass ich mich nicht gleich genervt abwende.
    _()_ Monika

  • Carneol
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    • 8. Dezember 2016 um 20:10
    • #36
    suchende2016:


    mein Tag müsste 50 Std haben und wäre nicht genug.... :roll:


    So hab ich auch mal gedacht...

    Im erwachten Herzen leuchtet jede Farbe. (Jack Kornfield)

  • Carneol
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    • 8. Dezember 2016 um 21:10
    • #37
    RolfGe:

    Hallo Monika

    citröen:


    Das ist auch meine Beobachtung. Ich habe für "Endlos-Geplapper" zwei Ursachen ausgemacht.
    Zum Einen sind es oft einsame Menschen, die ansonsten mit Niemandem reden können.
    Die reden dann oft sehr belanglos. Manchmal auch nur mit sich selber.

    Zum zweiten sind es Menschen, die vermeiden wollen, tiefergehende Gespräche zu führen.
    z.B. weil sie an bestimmte Themen nicht ranwollen.

    Gruß Rolf


    Das kenn' ich auch - und manchmal kommt beides zusammen... solches Monologisieren finde ich dann als Gesprächspartner sehr anstrengend...

    Manchmal erwachsen aus großem Redebedarf aber auch ganz heilsame Gespräche, die nicht nur oberflächlich bleiben...

    Grüße :rainbow:

    Im erwachten Herzen leuchtet jede Farbe. (Jack Kornfield)

  • Lucky Luke
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    • 2. Januar 2017 um 08:49
    • #38

    Man kann auf zweierlei Art und Weise "guten Tag" sagen.
    Desinteressiert und ohne Empathie, der Wunsch, jemanden einen guten Tag zu Wünschen ist nicht wirklich innerlich vorhanden. Man plappert nur nach, weil andere das auch so sagen.
    Oder: Man sagt "guten Tag" und meint auch das was man sagt: Der andere ist mir nicht egal, es ist mir wichtig wie es ihr/ihm geht. Häufig fehlt die Zeit, diesen Wunsch durch eine längere Kommunikation mit dem anderen zu vertiefen. :moon:

  • Lirum Larum
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    • 2. Januar 2017 um 14:01
    • #39

    Bei einer Lamrim Belehrung sagte mein Lehrer, "sinnloses Geschwätz" sei die harmloseste Form des Fehlverhaltens der Sprache. "Entzweiende Rede", "verletzende (grobe) Rede" und "lügen" wögen schwerer und richteten mehr Schaden an. Beim sinnlosen Geschwätz sei es so, dass es leicht in etwas Unheilsameres abgleiten könne. Je mehr man redet, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, das einem etwas Verletzendes herausrutscht.

    Zum Beispiel diese Gespräche, die so in üble Nachrede abgleiten, oder wo man sich plötzlich wichtig tut, obwohl man das gar nicht vorhatte, hinterlassen einen schlechten Nachgeschmack.

    Andererseits ist Smalltalk oft einfach nur freundliche Kontaktaufnahme. Wenn man dabei aufpasst, was man sagt, z.B. bei einer optimistischen Ausrichtung bleibt, dann kann so ein kleines Gespräch über das Wetter sehr wohltuend für alle Beteiligten sein. Ich denke da an Gespräche mit alten Leuten im Bus oder in der Einkaufswarteschlange.
    Ich finde das sehr kalt, mit Menschen, die das Gespräch suchen, nicht zu reden. Oft ist man für solche Leute der einzige Mensch, der an diesem Tag mal ein paar Worte mit ihnen wechselt.

    Wenn jemand sehr viel, sehr schnell und sehr belanglos daherredet, ist das oft eine Qual für die Mitmenschen. Manche Leute haben so einen nie versiegenden Quasselstau, das ist schwer zu ertragen von außen. Ich bin nach einiger Beobachtung dieses Phänomens zu dem Schluss gekommen, dass als Ursache dahinter manchmal ein psychischer Druck oder Schmerz steht. Wenn ich das bedenke, hab ich mit diesen Leuten mehr Geduld.

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • Lucky Luke
    Gast
    • 2. Januar 2017 um 14:40
    • #40
    Losang Lamo:

    Bei einer Lamrim Belehrung sagte mein Lehrer, "sinnloses Geschwätz" sei die harmloseste Form des Fehlverhaltens der Sprache.

    Hast Du noch in Erinnerung was Hans Korfmacher mit "unsinnigem Geschwätz" meinte (Deine Signatur)?

  • Lirum Larum
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    • 2. Januar 2017 um 15:47
    • #41
    Sherab Yönten:
    Losang Lamo:

    Bei einer Lamrim Belehrung sagte mein Lehrer, "sinnloses Geschwätz" sei die harmloseste Form des Fehlverhaltens der Sprache.

    Hast Du noch in Erinnerung was Hans Korfmacher mit "unsinnigem Geschwätz" meinte (Deine Signatur)?


    Was er damit meinte?
    Ich glaube, das war eine Textstelle wo er darauf hinauswollte, dass man sich auf das konzentrieren solle, was "wichtig" sei. Man solle sich nicht mit destruktiven, zeit- und nervenfressendem Kram befassen. Wobei er in dem ganzen Buch* einen Brückenschlag schafft zwischen unserer hiesigen westlichen Gesellschaft und den traditionellen Ideen des tibetischen Buddhismus. Er bietet Lösungsmöglichkeiten an für (damalige) aktuelle sozial- & umweltpolitische sowie marktwirtschaftliche Probleme, im Lichte von westlicher Philosophie und Buddhismus.

    [*] Hans Korfmacher: [Management und Buddhismus, Lebenskreise], Band 1, „Kampf oder Kooperation?"

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • suchende2016
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    • 4. Januar 2017 um 08:50
    • #42
    Losang Lamo:


    Andererseits ist Smalltalk oft einfach nur freundliche Kontaktaufnahme. Wenn man dabei aufpasst, was man sagt, z.B. bei einer optimistischen Ausrichtung bleibt, dann kann so ein kleines Gespräch über das Wetter sehr wohltuend für alle Beteiligten sein. Ich denke da an Gespräche mit alten Leuten im Bus oder in der Einkaufswarteschlange.
    Ich finde das sehr kalt, mit Menschen, die das Gespräch suchen, nicht zu reden. Oft ist man für solche Leute der einzige Mensch, der an diesem Tag mal ein paar Worte mit ihnen wechselt.

    danke für diesen "Augenöffner"- werde ich mir merken-

    zwar ich denke und handle ich meist auch so- nur fehlts mir da wohl noch an ausreichend Mitgefühl...

  • Lirum Larum
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    Buddh. Richtung
    Ich protestiere gegen den mangelnden Respekt vor den unterschiedlichen Traditionen.
    • 4. Januar 2017 um 17:23
    • #43

    Mir fehlt es auch manchmal an Mitgefühl, besonders wenn mir Stress und Ansprüche Scheuklappen aufsetzen und der offene Blick verstellt ist. Dann ist es schwierig, überhaupt zu merken, dass ich auf einer einseitigen Schiene laufe. Wenn ich es bemerke, tut's mir echt leid.

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • Lucky Luke
    Gast
    • 4. Januar 2017 um 19:33
    • #44

    Das Problem beim Mitgefühl ist, dass wir häufig nicht wissen, was der andere gerade braucht.
    Wir wollen zwar mitfühlend sein (Motivation: Bodicita), haben aber in der Praxis im Alltag nur selten ein Gespür (und/oder Zeit) dafür, was dem/der Gesprächspartner(in) gut tut. Viele Menschen schotten sich dagegen auch bewusst ab und vermeiden zu viel Nähe, um nicht verletzt zu werden. Daraus folgt, dass es bei vielen Gesprächen lediglich nur noch um "Small Talk" geht nach dem Motto: "Komm mir nur nicht zu nahe, ich brauche weder Deine Hilfe noch Dein Mitleid" (Mitleid wird häufig mit Mitgefühl verwechselt), ich schaffe das alleine!

  • suchende2016
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    • 4. Januar 2017 um 20:03
    • #45

    ja,das stimmt, ist kulturell bedinbgt, eine Zeiterscheining bei uns- immer schön die Maske und Fassade... bloß keine Nähe...

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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