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  1. Buddhaland Forum
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Gibt es ein Selbst?

  • Fǎ Fá
  • 21. Mai 2016 um 23:11
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  • Sudhana
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    • 3. Juni 2016 um 19:21
    • #326
    Yofi:

    wenn man für den eigenen Weg Verantwortung übernimmt, ist man weit weg von Negativismen und ggf. deren Projektion auf die Lehre.


    Meinst Du "Negativismen" wie:

    Zitat

    wo es keine Erdenart gibt,
    Wasserart nicht, Feuerart nicht,
    Luftart nicht, wo kein Bereich ist
    eines unbegrenzten Raumes,
    oder endlosen Erfahrens,
    oder 'Nicht-Etwas', und auch nicht
    'Weder-Wahrnehmung noch keine',
    'Diese Welt' und 'jene' – beides
    gibt's dort nicht, auch 'Sonne', 'Mond' nicht.

    Kommen gibt's dort nicht, so sag ich,
    Gehen nicht und kein Sichstützen,
    Schwinden nicht und Wiederkommen:
    Frei von Stützen, frei von Fort-Gang:
    So ist es ganz unabhängig. (Ud. 8.1)

    Alles anzeigen


    oder

    Zitat

    Für Seher gibt's nicht 'Etwasheit' (Ud. 8.2)


    oder

    Zitat

    das Ungeborene, Ungewordene,
    Ungeschaffene, Unzusammengesetzte (Ud. 8.3)


    oder

    Zitat

    Für Unabhängiges gibt es nicht Regung.
    Ist keine Regung, so ist Ruhe.
    Ist Ruhe, so ist keine Reizung.
    Ist keine Reizung, so ist kein Kommen und Gehen.
    Ist kein Kommen und Gehen,
    so gibt es kein Schwinden und Wiedererscheinen.
    Ist kein Schwinden und Wiedererscheinen,
    so gibt es kein 'Diesseits', kein 'Jenseits'
    und kein 'Dazwischen.' (Ud. 8.4)

    Alles anzeigen

    ?
    Und Buddha hat diese "Negativismen" auf die Lehre projiziert? Weil er für den eigenen Weg keine Verantwortung übernommen hat? Was Ayya Khema dankenswerterweise richtig stellt?

    Oder wie oder was?

    ()

    OM MONEY PAYME HUNG

  • Yofi
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    • 3. Juni 2016 um 20:04
    • #327
    Sudhana:

    Und Buddha hat diese "Negativismen" auf die Lehre projiziert?

    Ich lese hier du nennst dich Sudhana. Also noch mal von vorne:

    Yofi:
    Sudhana:

    das heisst nichts anderes, als dass nibbana auch nicht definierbar ist. [b][u]Es ist nur negativ bestimmbar - und Buddha selbst ging auch über negative Bestimmungen nicht hinaus... Wie auch?

    Das geht ganz einfach. Es ist ein Weg des Übens, und wenn man für den eigenen Weg Verantwortung übernimmt, ist man weit weg von Negativismen und ggf. deren Projektion auf die Lehre... dass die Tatsache, dass es etwas zum Wandeln und zum Verlassen gibt, nur dann als negativ empfunden wird, wenn man es gerne besser haben will als es ist (Gier, geistige Unruhe), und den Weg dazu nicht kennt (Unwissenheit).

    Am besten erklärst du also, was "Buddha als 'Negativ' bestimmt hat".

    Zitat

    Genauso ist die Suche danach, Äußerlichkeiten zu verändern, nur ein Ausdruck des dukkha. Die Reaktion auf die Wahrnehmung, Gefühl und Gier nach einem besseren Gefühl sind die Basis dafür.

    Ich bezog mich auf folgende Zeilen von dir:

    Sudhana:

    In dieser Form fanden die vier Siegel auch Eingang in das 'buddhistische Bekenntnis' der DBU, ohne dass die Theravada-Gruppen in der DBU damit irgendein Problem gehabt hätten. Ich persönlich hätte dieses '4. Siegel' ja für verzichtbar gehalten ...

    Du weißt das also besser, Sudhana. Also gut - belassen wir es dabei. Theravada, DBU.... Für das Hin- und Herwälzen von Ansichten und der dazu passenden, zurecht gelegten Begründungen muss man eine spezielle Vorliebe haben, dennoch - dass Buddha etwas bestimmt hat, was haargenau dazu passt, ist für mich einfach nur überraschend, mehr nicht.

  • Sudhana
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    • 3. Juni 2016 um 21:40
    • #328
    Yofi:

    Am besten erklärst du also, was "Buddha als 'Negativ' bestimmt hat".


    Auch, wenn Du das in Anführungszeichen setzt - ich habe das weder wörtlich noch sinngemäß geschrieben. Geschrieben habe ich

    Sudhana:

    nibbana [...]ist nur negativ bestimmbar - und Buddha selbst ging auch über negative Bestimmungen nicht hinaus


    Um Dir zu verdeutlichen, was "negative Bestimmungen" sind, habe ich vier Passagen aus dem Palikanon zitiert. Wenn Du dann immer noch nicht verstehst, was eine "negative Bestimmung" ist - nämlich eine Aussage, was nibbana nicht ist - kann ich Dir auch nicht weiterhelfen.

    Die Zitate waren - wie unschwer zu erkennen - eine Antwort auf Deine Behauptung:

    Yofi:

    wenn man für den eigenen Weg Verantwortung übernimmt, ist man weit weg von Negativismen und ggf. deren Projektion auf die Lehre.


    Nun - da Buddha nach dem Zeugnis des Palikanon offensichtlich gar nicht so weit weg von "Negativismen und ggf. deren Projektion auf die Lehre" ist, dann ist er nach Deiner Aussage wohl auch jemand gewesen, der nicht "für den eigenen Weg Verantwortung übernimmt".

    Auf eine nachvollziehbare Erläuterung, inwiefern nibbana "ein Weg des Übens" sein soll, muss ich wohl auch verzichten - die habe ich allerdings auch nicht wirklich erwartet. Weisst Du - eigentlich wollte ich ja nicht offen fragen, aber kann es sein, dass Du heute abend nur zusammenhanglosen Unsinn verzapfst?

    Trotzdem Danke. Gut, daß wir mal drüber gesprochen haben.

    ()

    OM MONEY PAYME HUNG

  • Elliot
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    • 3. Juni 2016 um 22:18
    • #329
    Sudhana:
    Elliot:

    Denn so ist es gemeint:

    sabbe sankhara anicca --> Alles (Zusammengesetzte, bedingt entstandene) ist vergänglich.
    ALSO:
    sabbe sankhara dukkha --> Ist Alles (Zusammengesetzte, bedingt entstandene) unzulänglich.
    ALSO:
    sabbe dhamma anatta --> Kann Alles (Zusammengesetzte, bedingt entstandene und auch Nibbana) nicht Atman sein.


    Ob es so "gemeint" ist, will ich mal offen lassen - aber ich nehme zur Kenntnis, dass das Dein Verständnis der tilakkhan᷂a ist.

    ... Deine Schlussfolgerung

    Elliot:

    ALSO:
    sabbe dhamma anatta --> Kann [...] Nibbana nicht Atman sein.


    ist logisch falsch.Sie lässt sich nicht logisch korrekt ziehen.

    Allenfalls wäre ein induktiver Schluss möglich: alles Bedingte ist anatta. Also ist Nicht-Bedingtes atta. Nun haben induktive Schlüsse allerdings den Schönheitsfehler, dass sie nicht zwingend sind. Dass dieser induktive Schluss nicht nur nicht zwingend, sondern falsch ist - dafür haben wir nur das Wort derer, die das Nicht-Bedingte erfahren haben. Das Vertrauen in dieses Wort und in die Methode, die zum Erfahren des Nicht-Bedingten empfohlen wird, kann in keiner Weise durch logische Schlussfolgerung ersetzt werden.

    Alles anzeigen


    Dann mit dieser Zusatzinformation:

    Zitat

    Es gibt, Ānanda, diese beiden Elemente:

    das gestaltete Element und
    das nicht gestaltete Element [1].

    (Majjhima Nikāya 115: Viele Arten von Elementen - Bahudhātuka Sutta)


    Während sabbe sankhara das nicht gestaltete Element nicht enthält, zählt es bei sabbe dhamma dazu.

    Und zugleich wird halt apriori ausgeschlossen, dass das nicht gestaltete Element Atman ist, obwohl:

    Zitat

    "Zeigen will ich euch, ihr Mönche:

    das Trieblose, (anāsava)
    die Wahrheit, (sacca)
    das Transzendente, (pāra)
    das Feine, (nipuṇa)
    das gar schwer zu Sehende, (sududdasa)
    das Unverwelkliche, (ajajjara)
    das Bleibende, (dhuva)
    das Unauflösliche, (apalokita)

    das Unsichtbare, (anidassana)
    das nicht Abgesonderte, (nippapañca)
    das Stille, (santa)
    das Todlose, (amata)
    das Erlesene, (paṇīta)
    das Glück, (siva)
    den Frieden, (khema)
    die Durstversiegung, (taṇhākkhaya)
    das Erstaunliche, (acchariya)
    das Außerordentliche, (abbhuta)
    das Notlose, [sichere, gesunde, heile] (anītika)
    das notlose Ding, (anītikadhamma)
    die Wunschlosigkeit, (nibbāna)
    das Unbedrängte, (abyāpajjha)
    die Entreizung, (virāga)
    das Lautere, (suddhi)
    die Erlösung, (mutti)
    das Haftlose, (anālaya)
    das Eiland (dīpa)
    die Geborgenheit, (leṇa)
    den Schutz, (tāṇa)
    die Zuflucht, (saraṇa)
    das andere Ufer, das Ziel, das Ende (parāyana)

    und den dorthin führenden Pfad."

    (Anāsavādi Sutta, Samyutta Nikaya 43)

    Alles anzeigen
    Sudhana:

    Nebenbei - genau dies ist der Grund, warum mE der Buddhismus korrekt als 'Religion' zu bezeichnen ist. Wenn auch als 'Erfahrungsreligion', was heisst, dass logisch nicht begründbare Aussagen durch eine bestimmte Methode (in diesem Fall durch den achtfachen Pfad) in der Erfahrung verifiziert werden können.


    So ist der Anspruch zumindest formuliert:

    Zitat

    "Das größte Gut ist die Gesundheit,
    Nibbāna ist das größte Glück,
    Der beste Pfad ist der Achtfache,
    Der sicher zum Todlosen führt."

    (Majjhima Nikāya 75: An Māgandiya - Māgandiya Sutta)


    Viele Grüße
    Elliot

    Viele Grüße

    Elliot

  • Yofi
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    • 4. Juni 2016 um 00:12
    • #330
    Elliot:
    Zitat

    "Das größte Gut ist die Gesundheit,
    Nibbāna ist das größte Glück,
    Der beste Pfad ist der Achtfache,
    Der sicher zum Todlosen führt."

    (Majjhima Nikāya 75: An Māgandiya - Māgandiya Sutta)

    Zu der Praxis des achtfachen Pfads gehört auch die Einsicht, dass keine Ansicht, und zwar nicht einmal die, die zu genaueren Erkenntnissen bezüglich der Lehre führt, richtig sein kann. Sie ist zwar zielführend, und dennoch falsch, weil sie einer unstabilen und verkehrten Basis entspringt - dem Glauben an das Ich/Selbst, das jedes Dasein begleitet -, dem Unwissen, weil am Vergänglichen festgehalten wird. Je mehr Spekulationen über die Hilfsmittel - und etwas anderes sind Schriften, Philosophie und Praxis nicht -, desto mehr festigt man Überzeugungen, die der Kategorie der falschen Ansicht angehören.

  • bel
    Gast
    • 4. Juni 2016 um 00:44
    • #331

    Ist das jetzt ne neue Variante von "Alles Ansicht, halt die Klappe!"?

  • Yofi
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    • 4. Juni 2016 um 01:47
    • #332

    Man würde sicher einen Schritt weiter kommen wenn man den Gedanken daran zulassen würde, dass die Illusion Ich/Selbst im Denken in der Art verankert ist, dass es vollkommen egal ist, welche Vorstellungen man entwickelt - sie sind immer irreführend. Das kann man nicht im Ernst als Wahrheit verbreiten und andere, die der jeweiligen individuellen Ansicht nicht zustimmen, belehren oder disqualifizieren.

    Sudhana, die Negation in der Lehre soll die Leerheit zum Ausdruck bringen, sie ist keine Beschreibung von "Objekten, die es nicht gibt."

  • bel
    Gast
    • 4. Juni 2016 um 01:52
    • #333

    Man disqualifiziert sich dadurch, wenn man nicht zu den Argumenten Stellung nimmt, sondern stattdessen einen nichts zur Sache beitragenden Allgemeinplatz ablenkend einführt.

  • Elliot
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    • 4. Juni 2016 um 05:19
    • #334

    Dazu noch eine Ergänzung:

    Sudhana:
    Elliot:

    Denn so ist es gemeint:

    sabbe sankhara anicca --> Alles (Zusammengesetzte, bedingt entstandene) ist vergänglich.
    ALSO:
    sabbe sankhara dukkha --> Ist Alles (Zusammengesetzte, bedingt entstandene) unzulänglich.
    ALSO:
    sabbe dhamma anatta --> Kann Alles (Zusammengesetzte, bedingt entstandene und auch Nibbana) nicht Atman sein.


    Ob es so "gemeint" ist, will ich mal offen lassen - aber ich nehme zur Kenntnis, dass das Dein Verständnis der tilakkhan᷂a ist.


    Dieses mein Verständnis ist ja nicht aus der Luft gegriffen, sondern ergibt sich aus dem Kontext, in dem die Begriffe verwendet werden:

    Zitat

    "Auf diese Weise, Aggivessana, bilde ich meine Schüler aus und auf diese Weise wird meine Anleitung für gewöhnlich meinen Schülern vorgetragen: 'Ihr Bhikkhus, Form ist vergänglich, Gefühl ist vergänglich, Wahrnehmung ist vergänglich, Gestaltungen sind vergänglich, Bewußtsein ist vergänglich. Ihr Bhikkhus, Form ist Nicht-Atman, Gefühl ist Nicht-Atman, Wahrnehmung ist Nicht-Atman, Gestaltungen sind Nicht-Atman, Bewußtsein ist Nicht-Atman. Alle Gestaltungen sind vergänglich; alle Dinge sind Nicht-Atman. Auf diese Weise bilde ich meine Schüler aus und auf diese Weise wird meine Anleitung für gewöhnlich meinen Schülern vorgetragen."

    (Majjhima Nikāya 35: Die kürzere Lehrrede an Saccaka - Cūḷasaccaka Sutta)


    Und zwar aus den folgenden Gründen:

    Zitat

    ... Dann, Meister Gotama, behaupte ich dieses: 'Form ist mein [Atman], Gefühl ist mein [Atman], Wahrnehmung ist mein [Atman], Gestaltungen sind mein [Atman], Bewußtsein ist mein [Atman].'

    ( rūpaṃ me attā, vedanā me attā, saññā me attā, saṅkhārā me attā, viññāṇaṃ me attā’’’ti. )

    Was meinst du, Aggivessana, ist Form ( rupam ) unvergänglich oder vergänglich?" - "Vergänglich, Meister Gotama." - "Ist das, was vergänglich ist, Leid oder Glück?" - "Leid, Meister Gotama." - "Ist das, was vergänglich, leidvoll und der Veränderung unterworfen ist, geeignet, so betrachtet zu werden:

    'Dies ist mein, dies bin ich, dies ist mein Atman'?"
    etaṃ mama, e-soham-asmi, eso me attā’’’t?

    - "Nein, Meister Gotama."

    (Majjhima Nikāya 35: Die kürzere Lehrrede an Saccaka - Cūḷasaccaka Sutta)

    Alles anzeigen


    Also nicht etwa, weil Atman/attā eine illusorische Eigenexistenz von beliebigen Phänomenen bezeichnet, sondern einen metaphysischen Persönlichkeitsanteil eines Wesens, dem keines der gestalteten Dinge gerecht werden könnte:

    Zitat

    Dieser ist mein Atman im inneren Herzen, kleiner als Reiskorn oder Gerstenkorn oder Hirsekorn oder eines Hirsekornes Kern. Dieser ist mein Atman im inneren Herzen größer als die Erde, größer als der Himmel, größer als die Welten. […] Der Allwirkende, Allwünschende, Allriechende, Allschmeckende, dies All in sich Fassende, Wortlose, Achtlose, dieser ist meine Seele im inneren Herzen, dieser ist das Brahman, zu dem werde ich, von hier abscheidend eingehen. Wem solches ward, fürwahr, für den gibt es keinen Zweifel.“

    – Chandogya-Upanishad (3.14)

    „Dieses ... nennen die Kenner des Brahman das Unvergängliche. Es ist nicht grob, nicht fein; nicht kurz, nicht lang; blutlos, fettlos; schattenlos, finsterlos; windlos, raumlos; ohne Haftung; ohne Tastsinn, ohne Geruchssinn, ohne Geschmackssinn, ohne Gesichtssinn, ohne Gehörsinn; ohne Sprachfähigkeit, ohne Denkfähigkeit; ohne Wärme, ohne Atem, ohne Mund; ohne Name, ohne Geschlecht; nicht alternd, nicht sterbend; bedrohungslos, unsterblich; ohne Raum, ohne Laut; nicht geöffnet, nicht geschlossen; nicht folgend, nicht vorangehend; nicht außen, nicht innen. Nichts langt hin zu ihm, niemand langt hin zu ihm...“

    (Brihadaranyaka-Upanishad (3.8.8 ))


    Umgekehrt frage ich mich, worauf Dein davon abweichendes Verständnis gegründet ist:

    Sudhana:

    Aus der Bedingtheit der sankhara folgt auch ihr Merkmal anatta. Sie existieren nicht aus sich selbst heraus, d.h. als Substanz, deren Attribute empirisch wahrgenommen werden können, sondern als dynamische Prozesse in Abhängigkeit von Ursachen und Bedingungen. Das Modell dafür ist paticcasamuppada.

    Spekulativ in dem Sinne, dass es sich um eine nicht empirisch verifizierbare oder falsifizierbare Aussage handelt, ist lediglich die Zuordnung des Merkmals anatta auf alle dhamma (Elemente des Seins) - auch die nicht-bedingten.


    Nach meinem Verständndis gibt es da nichts zu spekulieren, denn das nicht-bedingte Element ist bereits ausreichend als unpersönlich charakterisiert, um überhaupt als Kandidat für das Atman der Upanishaden in Frage zu kommen.

    Viele Grüße
    Elliot

    Viele Grüße

    Elliot

  • xxx
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    • 4. Juni 2016 um 10:24
    • #335

    Hallo Elliot

    Ich habe eine Verständnissfrage an dich, da ich deine Aussage nicht richtig einordnen kann.

    Gehst du von der Existenz von atman aus oder bist du der Meinung atman existiert nicht sonder sei eine reine Erfindung/Phantasie ?

  • Yofi
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    • 4. Juni 2016 um 11:12
    • #336
    bel:

    Man disqualifiziert sich dadurch, wenn man nicht zu den Argumenten Stellung nimmt, sondern stattdessen einen nichts zur Sache beitragenden Allgemeinplatz ablenkend einführt.

    Ich denke nicht, dass irgendwelche Menschen sich (im Ernst) wegen irgendetwas (was auch immer das in der Vorstellung der s. g. Disqualifizierenden sein soll) disqualizieren könnten, denn das setzt die Vorstellung von einer Vielzahl von Phänomenen, die alle als ein Selbst funktionieren, sowie Selbt-gerechte Maßstäbe und ein Konkurrenzverhältnis voraus. Das ist ein trügerische Annahme, die mit dem Bestreben Weisheit und Mitgefühl zu entwickeln nicht vereinbar ist. Polemik und Spekulation sind keine Art der Argumentation, die zur Klärung beitragen würde, und deshalb besteht auch für niemanden die Pflicht, sich auf sie einzulassen. Die Verschiebung des Fokus auf eine andere Ebene, die du als Allgemeinplatz bezeichnest, dient dazu, sich genau dieser Freiheit zu bedienen.

  • Elliot
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    • 4. Juni 2016 um 11:29
    • #337
    Bakram:

    Gehst du von der Existenz von atman aus oder bist du der Meinung atman existiert nicht sonder sei eine reine Erfindung/Phantasie ?


    Wenn unter Atman nicht das verstanden wird, was Sudhana darunter womöglich versteht, sondern das, was in den auf den Upanishaden beruhenden Lehren zur Zeit des Buddha darunter verstanden wurde (Zitate siehe oben), dann ist für mich diese Stellungnahme maßgeblich:

    Zitat

    "Hätte ich, Anando, auf die Frage des Pilgers Vacchagatto, ob es ein attā gibt, geantwortet: 'Es gibt ein attā', so wäre ich den Asketen und Brahmanen gefolgt, die Ewigkeit ( sassatavādā ) behaupten. Hätte ich aber, Anando, auf die Frage des Pilgers Vacchagotto, ob es kein attā gibt, geantwortet: 'Es gibt kein attā', dann wäre ich den Asketen und Brahmanen gefolgt, die Vernichtung ( ucchedavādā ) behaupten.

    (Samyutta Nikaya 44.10)


    Viele Grüße
    Elliot

    Viele Grüße

    Elliot

  • Monday
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    • 4. Juni 2016 um 12:43
    • #338
    Elliot:


    Es geht natürlich noch weiter:

    Zitat

    "Hätte ich, Anando, auf die Frage des Pilgers Vacchagotto, ob es ein Selbst gibt, geantwortet: 'Es gibt ein Selbst' würde das der Erkenntnis entsprechen: 'Alle Dinge sind ohne Ich'?"
    "Gewiß nicht, o Herr".
    "Hätte ich aber, Anando, auf die Frage des Pilgers Vacchagotto, ob es kein Selbst gibt, geantwortet: 'Es gibt kein Selbst', so würde der verwirrte Vacchagotto noch mehr in Verwirrung geraten sein: 'Früher hatte ich ein Selbst, jetzt nicht mehr'."

    Daher hat Buddha nicht ohne Grund auf die Fragen des Pilgers geschwiegen und die Fragen Anandas entsprechend beantwortet.

    Diese Ansicht wird ausgeklammert, weil sie der Ansicht "Alle Dinge sind ohne Ich" widerspricht.

  • Elliot
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    • 4. Juni 2016 um 13:08
    • #339
    Monday:


    Es geht natürlich noch weiter:

    Zitat

    "Hätte ich, Anando, auf die Frage des Pilgers Vacchagotto, ob es ein Selbst gibt, geantwortet: 'Es gibt ein Selbst' würde das der Erkenntnis entsprechen: 'Alle Dinge sind ohne Ich'?"
    "Gewiß nicht, o Herr".


    Die Übersetzung finde ich etwas unpräzise. Genauer wäre:

    Zitat

    "Hätte ich, Anando, auf die Frage des Pilgers Vacchagotto, ob es ein Atman gibt, geantwortet: 'Es gibt ein Atman', hätte ihn das zu der Einsicht geführt ( abhavissa ñāṇassa uppādāya ): 'Alle Dinge sind Nicht-Atman' ('sabbe dhamma anatta') ?"
    "Gewiß nicht, o Herr".

    Monday:
    Zitat

    "Hätte ich aber, Anando, auf die Frage des Pilgers Vacchagotto, ob es kein Selbst gibt, geantwortet: 'Es gibt kein Selbst', so würde der verwirrte Vacchagotto noch mehr in Verwirrung geraten sein: 'Früher hatte ich ein Selbst, jetzt nicht mehr'."

    Daher hat Buddha nicht ohne Grund auf die Fragen des Pilgers geschwiegen und die Fragen Anandas entsprechend beantwortet.

    Diese Ansicht wird ausgeklammert, weil sie der Ansicht "Alle Dinge sind ohne Ich" widerspricht.


    Welche Ansicht wird ausgeklammert?

    Viele Grüße
    Elliot

    Viele Grüße

    Elliot

  • Monday
    Gast
    • 4. Juni 2016 um 13:18
    • #340

    Steht doch da: die Ansicht ob es ein Selbst gibt UND die Ansicht ob es kein Selbst gibt. Die ganzen Fragen nach dem Selbst eben.

    Im übrigen steht mir diese Übersetzung des Palikanon zur Verfügung:
    http://www.palikanon.com/samyutta/sam44.html#s44_10

  • Selbst
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    • 4. Juni 2016 um 13:40
    • #341
    Zitat

    Das größte Gut ist die Gesundheit,
    Nibbāna ist das größte Glück,
    Der beste Pfad ist der Achtfache,
    Der sicher zum Todlosen führt

    Hier lassen sich aber zwei Dinge zeigen: Zum einen ist Nibbana nach dieser Definition bedingt, denn es gibt einen Pfad, der "sicher" dorthin führt. Zum anderen hat es eine Eigenschaft, nämlich Glück, die wir eigentlich als anicca auffassen müssten. Egal, wie man das übersetzt, sobald Nibbana etwas "ist", wird natürlich das ganze Sichwinden um "weder Sein noch Nichtsein" absurd.

    Der oben zitierte Vers widerspricht damit der offensichtlichen Absicht des Zitierenden, "Sinn zu machen". Er meint, der Sinn entstünde allein durchs Aneinanderreihen von Zitaten, doch das Gegenteil ist der Fall.

    Ich habe deshalb ja schon vor einigen Tagen gefragt, was Elliott (und manchmal accinca) im Besonderen mit ihren Zitaten bezwecken wollen. Wenn sie eine eigene Meinung (nach der, glaube ich, auch Yofi fragte) durch Zitate ersetzen, die nur neue Widersprüche aufwerfen, lässt sich absehen, dass dieser Disput sich ewig fortsetzen wird.

    Andererseits ist das zu erwarten. Zum achtfachen Pfad gehören viele Dinge, die ein "moralisches Selbst" ausmachen.

    Eine Frage von Anandasa von Seite 1 möchte ich noch aufgreifen:

    Zitat

    Gibt es ein wahres Selbst oder ist dies hier nur misverständlich beschrieben oder ist es gemäß buddhistischer Theorie falsch?

    Eine mögliche Lesart (von vielen) findet sich bei Schmitthausen https://www.buddhismuskunde.uni-hamburg.de/pdf/4-publikat…hmidthausen.pdf auf Seite 14.
    Demnach legt mindestens eine Textstelle (DN I 223) nahe, dass vijnana - als Wahrnehmungsvermögen und Lebensträger hier mit Nibbana ("grenzenlos, überallhin strahlend") gleichgesetzt - einen kosmischen Zug trägt, in den die individuellen Bewusstseine nach dem Tode einträten.

  • Elliot
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    • 4. Juni 2016 um 15:23
    • #342
    Selbst:
    Zitat

    Das größte Gut ist die Gesundheit,
    Nibbāna ist das größte Glück,
    Der beste Pfad ist der Achtfache,
    Der sicher zum Todlosen führt

    Hier lassen sich aber zwei Dinge zeigen: Zum einen ist Nibbana nach dieser Definition bedingt, denn es gibt einen Pfad, der "sicher" dorthin führt. Zum anderen hat es eine Eigenschaft, nämlich Glück, die wir eigentlich als anicca auffassen müssten. Egal, wie man das übersetzt, sobald Nibbana etwas "ist", wird natürlich das ganze Sichwinden um "weder Sein noch Nichtsein" absurd.


    Wer hätte denn behauptet, Nibbana sei von der Sorte "weder Sein noch Nichtsein"?

    Selbst:

    Eine mögliche Lesart (von vielen) findet sich bei Schmitthausen https://www.buddhismuskunde.uni-hamburg.de/pdf/4-publikat…hmidthausen.pdf auf Seite 14.
    Demnach legt mindestens eine Textstelle (DN I 223) nahe, dass vijnana - als Wahrnehmungsvermögen und Lebensträger hier mit Nibbana ("grenzenlos, überallhin strahlend") gleichgesetzt - einen kosmischen Zug trägt, in den die individuellen Bewusstseine nach dem Tode einträten.


    Dies stünde aber in deutlichem Widerspruch zu:

    Zitat

    "So wie ich das Dhamma, das vom Erhabenen gelehrt wird, verstehe, ist es ein und dasselbe Bewußtsein (vijnana), das den Kreislauf der Wiedergeburten durchläuft, nicht ein anderes."

    "Was ist jenes Bewußtsein, Sāti?"

    "Ehrwürdiger Herr, es ist das, was spricht und fühlt und hier und da die Resultate guter und schlechter Taten erfährt."

    "Du fehlgeleiteter Mensch, wen sollte ich jemals das Dhamma auf solche Weise gelehrt haben? Du fehlgeleiteter Mensch, habe ich nicht in vielen Lehrreden dargelegt, daß Bewußtsein bedingt entsteht, weil es ohne Bedingung keine Entstehung von Bewußtsein gibt? Aber, du fehlgeleiteter Mensch, du hast uns durch dein falsches Verständnis falsch dargestellt und dich dadurch selbst verletzt und viel Unverdienst angehäuft; denn dies wird dir lange zum Schaden und zum Leid gereichen."

    (Majjhima Nikāya 38: Die längere Lehrrede über die Vernichtung des Begehrens - Mahātaṇhāsaṅkhaya Sutta)


    Viele Grüße
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  • Elliot
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    • 4. Juni 2016 um 15:24
    • #343
    Monday:

    Steht doch da: die Ansicht ob es ein Selbst gibt UND die Ansicht ob es kein Selbst gibt. Die ganzen Fragen nach dem Selbst eben.


    Ja, keine dieser Ansichten wird dort bestätigt.

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  • Selbst
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    • 4. Juni 2016 um 16:02
    • #344

    Du hast zitiert, dass Nibbana etwas "ist". Behauptet hast du einen Widerspruch.

    Danke, dass du Widersprüche einsiehst, Elliott.

  • xxx
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    • 4. Juni 2016 um 16:19
    • #345
    Selbst:

    Eine mögliche Lesart (von vielen) findet sich bei Schmitthausen https://www.buddhismuskunde.uni-hamburg ... hausen.pdf auf Seite 14.Demnach legt mindestens eine Textstelle (DN I 223) nahe, dass vijnana - als Wahrnehmungsvermögen und Lebensträger hier mit Nibbana ("grenzenlos, überallhin strahlend") gleichgesetzt - einen kosmischen Zug trägt, in den die individuellen Bewusstseine nach dem Tode einträten.

    Bakram:

    ... um dem Verlangen nach Existenz von atta nachzugeben. Oft habe ich den Eindruck atta werde auf nibbana projiziert. Damit versteh ich nun auch wie Wiedergeburtstheorien mit paticcasamuppada in Einklang gebracht werden, z.B. im Rahmen der Dreileben-Theorie: Hier übernimmt wohl das dritte Glied "vinnana (Bewusstsein)" die Rolle einer Art atta. Die Begriffe vinnana, citta, mano werden nirgends sauber definiert und deshalb auch sehr uneinheitlich gebraucht. Mal Verstand, Geist, Herz, Bewusstsein, etc. Deshalb könnte Bewusstsein [vinnana] frei auch mal als Seele verstanden werden.

    Hallo Selbst

    Danke für den Link.
    Es gibt mir immer wieder Gewissheit auf dem rechten Weg zu sein festzustellen, dass meine eigenen Gedanken von vertrauenswürdigen Quellen bestätigt werden. Ich glaube ich verstehe Buddhas Lehre je länger je besser.

  • Elliot
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    • 4. Juni 2016 um 16:59
    • #346
    Selbst:

    Du hast zitiert, dass Nibbana etwas "ist". Behauptet hast du einen Widerspruch.


    Tut mir leid, ich verstehe nicht was Du meinst.

    Natürlich ist Nibbana, existiert Nibbana und es gibt einen Weg dahin:

    Zitat

    ... Nach diesen Worten fragte der Brahmane Ganaka Moggallāna den Erhabenen: "Wenn die Schüler von Meister Gotama auf solche Weise von ihm angewiesen und unterrichtet worden sind, erlangen sie alle Nibbāna, das höchste Ziel, oder erlangen es einige nicht?"

    "Brahmane, wenn sie auf solche Weise von mir angewiesen und unterrichtet worden sind, erlangen einige meiner Schüler Nibbāna, das höchste Ziel, und einige erlangen es nicht."

    "Meister Gotama, da Nibbāna existiert, und der Pfad, der zu Nibbāna führt, existiert, und Meister Gotama als Führer anwesend ist, was ist der Grund und die Bedingung, wenn die Schüler von Meister Gotama auf solche Weise von ihm angewiesen und unterrichtet worden sind, daß einige von ihnen Nibbāna, das höchste Ziel erlangen, und einige es nicht erlangen?"

    "Was das anbelangt, Brahmane, werde ich dir eine Gegenfrage stellen. Antworte nach Belieben. Was meinst du, Brahmane? Bist du mit der Straße, die nach Rājagaha führt, vertraut?"

    "Ja, Meister Gotama, ich bin mit der Straße, die nach Rājagaha führt, vertraut."

    "Was meinst du, Brahmane? Angenommen, ein Mann käme daher, der nach Rājagaha gehen wollte, und er träte an dich heran und sagte: 'Ehrwürdiger Herr, ich will nach Rājagaha gehen. Zeige mir die Straße nach Rājagaha.' Dann sagtest du zu ihm: 'Nun, guter Mann, diese Straße führt nach Rājagaha. Folge ihr für eine Weile und du wirst ein bestimmtes Dorf sehen, gehe ein wenig weiter, und du wirst eine bestimmte Stadt sehen, gehe ein wenig weiter, und du wirst Rājagaha sehen, mit seinen lieblichen Parks, Hainen, Wiesen und Teichen.' Auf solche Weise von dir angewiesen und unterrichtet, würde er dann eine falsche Straße nehmen und nach Westen gehen. Dann käme ein zweiter Mann daher, der nach Rājagaha gehen wollte, und er träte an dich heran und sagte: 'Ehrwürdiger Herr, ich will nach Rājagaha gehen.' Dann sagtest du zu ihm: 'Nun, guter Mann, diese Straße führt nach Rājagaha. Folge ihr für eine Weile und du wirst ein bestimmtes Dorf sehen, gehe ein wenig weiter, und du wirst eine bestimmte Stadt sehen, gehe ein wenig weiter, und du wirst Rājagaha sehen, mit seinen lieblichen Parks, Hainen, Wiesen und Teichen.' Auf solche Weise von dir angewiesen und unterrichtet, würde er sicher in Rājagaha ankommen. Nun, Brahmane, da Rājagaha existiert, und der Pfad, der nach Rājagaha führt, existiert, und du als Führer anwesend bist, was ist der Grund und die Bedingung, wenn jene Männer auf solche Weise von dir angewiesen und unterrichtet worden sind, daß ein Mann eine falsche Straße nimmt und nach Westen geht, und einer sicher in Rājagaha ankommt?"

    "Was kann ich da machen, Meister Gotama? Ich bin einer, der den Weg zeigt."

    "Ebenso, Brahmane, existiert Nibbāna ( tiṭṭhateva nibbānaṃ ), und der Pfad, der zu Nibbāna führt, existiert ( tiṭṭhati nibbānagāmī maggo ), und ich bin als Führer anwesend. Und doch, wenn meine Schüler auf solche Weise von mir angewiesen und unterrichtet worden sind, erlangen einige von ihnen Nibbāna, das höchste Ziel, und einige erlangen es nicht. Was kann ich da machen, Brahmane? Der Tathāgata ist einer, der den Weg zeigt."

    (Majjhima Nikāya 107: An Ganaka Moggallāna - Ganakamoggallāna Sutta)

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    Viele Grüße
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  • Elliot
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    • 4. Juni 2016 um 17:05
    • #347
    Bakram:

    Oft habe ich den Eindruck atta werde auf nibbana projiziert.


    Das wäre ein Fehlverständnis, denn auch nibbana ist ein dhamma:

    Zitat

    "Auf diese Weise, Aggivessana, bilde ich meine Schüler aus und auf diese Weise wird meine Anleitung für gewöhnlich meinen Schülern vorgetragen: 'Ihr Bhikkhus, Form ist vergänglich, Gefühl ist vergänglich, Wahrnehmung ist vergänglich, Gestaltungen sind vergänglich, Bewußtsein ist vergänglich. Ihr Bhikkhus, Form ist Nicht-Atman, Gefühl ist Nicht-Atman, Wahrnehmung ist Nicht-Atman, Gestaltungen sind Nicht-Atman, Bewußtsein ist Nicht-Atman. Alle Gestaltungen sind vergänglich; alle Dinge (auch Nibbana) sind Nicht-Atman. Auf diese Weise bilde ich meine Schüler aus und auf diese Weise wird meine Anleitung für gewöhnlich meinen Schülern vorgetragen."

    (Majjhima Nikāya 35: Die kürzere Lehrrede an Saccaka - Cūḷasaccaka Sutta)

    Bakram:

    Deshalb könnte Bewusstsein [vinnana] frei auch mal als Seele verstanden werden.


    Und dies wäre ebenfalls ein Fehlverständnis, denn:

    Zitat

    "So wie ich das Dhamma, das vom Erhabenen gelehrt wird, verstehe, ist es ein und dasselbe Bewußtsein (vijnana), das den Kreislauf der Wiedergeburten durchläuft, nicht ein anderes."

    "Was ist jenes Bewußtsein, Sāti?"

    "Ehrwürdiger Herr, es ist das, was spricht und fühlt und hier und da die Resultate guter und schlechter Taten erfährt."

    "Du fehlgeleiteter Mensch, wen sollte ich jemals das Dhamma auf solche Weise gelehrt haben? Du fehlgeleiteter Mensch, habe ich nicht in vielen Lehrreden dargelegt, daß Bewußtsein bedingt entsteht, weil es ohne Bedingung keine Entstehung von Bewußtsein gibt? Aber, du fehlgeleiteter Mensch, du hast uns durch dein falsches Verständnis falsch dargestellt und dich dadurch selbst verletzt und viel Unverdienst angehäuft; denn dies wird dir lange zum Schaden und zum Leid gereichen."

    (Majjhima Nikāya 38: Die längere Lehrrede über die Vernichtung des Begehrens - Mahātaṇhāsaṅkhaya Sutta)


    Viele Grüße
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  • mukti
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    • 4. Juni 2016 um 17:15
    • #348

    "

    Zitat

    ...Ebenso, Brahmane, existiert Nibbāna ( tiṭṭhateva nibbānaṃ ), und der Pfad, der zu Nibbāna führt, existiert ( tiṭṭhati nibbānagāmī maggo ), und ich bin als Führer anwesend. (Aus dem Zitat zu MN. 107 von Elliot)

    Könnte man dann also sagen dass Nibbana existiert und sich von Brahman dadurch unterscheidet dass es keine aktive Rolle spielt? Denn sowohl Nibbana als auch Brahman wird als ungeworden und unvergänglich beschrieben, aber zu Brahman heißt es noch aus ihm sei die Vielfalt der Welt hervorgegangen. Und beides wird als Ruhend bezeichnet, wobei Brahman dann ähnlich paradox ist wie der "unbewegte "Beweger" des Aristoteles.

    Mit Metta, mukti.


  • Elliot
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    • 4. Juni 2016 um 17:35
    • #349
    mukti:

    Könnte man dann also sagen dass Nibbana existiert und sich von Brahman dadurch unterscheidet dass es keine aktive Rolle spielt? Denn sowohl Nibbana als auch Brahman wird als ungeworden und unvergänglich beschrieben, ...


    Das ist schwer zu sagen, jedenfalls sind mir keine Quellen von damals bekannt, in denen das Verhältnis zwischen Atman, Brahman und Nibbana ausdrücklich beschrieben wird.

    Aber es scheint festzustehen:

    1. Nibbana ist nicht Atman: Sabbe dhamma anatta, siehe oben.

    2. Atman ist "ein Teil" von Brahman:

    Zitat

    Im Zeitalter der Upanishaden (750-500 v. Chr.) werden Brahman und Atman als Wesenseinheit begriffen, die das wahre Wesen der Welt repräsentieren. Dieses Eine wird universell als Brahman, im Einzelnen als Atman erkannt.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Brahman_%28Philosophie%29


    Eventuell ist dann die Schlussfolgerung naheliegend, dass Nibbana auch mit Brahman nicht viel zu tun hat.

    Viele Grüße
    Elliot

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    Elliot

  • Elliot
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    • 4. Juni 2016 um 18:04
    • #350

    Es ist wohl einfach auch so, das Atman und Brahman zu den vedischen Schulen gehören, während Nibbana zu den Nastika-Lehren gehört:

    Zitat

    Nastika (Sanskrit: नास्तिक, nāstika; "Verneiner", von na-asti: ‚ist nicht‘) ist ein Fachbegriff in der hinduistischen Philosophie. Das Wort kommt als Substantiv und auch in adjektivischer Verwendung vor. Als Substantiv bezeichnet Nastika einen "Ungläubigen" oder "Theoretiker der Nichtexistenz". Gemeint ist jemand, der die Autorität der Veden nicht akzeptiert und insbesondere die Existenz von Göttern und die Wirksamkeit der Rituale der vedischen Religion bestreitet. Daher wird Nastika manchmal mit "Atheist" übersetzt.

    Im Hinduismus werden die philosophischen Systeme in zwei Hauptgruppen unterteilt, Nastika und Astika. Zu den Nastikas zählt man die Anhänger des Buddhismus, des Jainismus und der materialistischen Charvaka- oder Lokayata-Schule. Astika ("Bejaher", von asti: ‚ist‘) ist die Bezeichnung für die Anhänger der sechs "orthodoxen" Schulen, deren Lehren auf den Veden beruhen.

    (https://de.wikipedia.org/wiki/Nastika)


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Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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