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  1. Buddhaland Forum
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  3. Allgemeines zum Buddhismus

Ist Buddhismus eine Wellnesslehre?

  • gbg
  • 22. Februar 2016 um 18:12
  • Zum letzten Beitrag
  • gbg
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    5. Juni 2010
    • 22. Februar 2016 um 18:12
    • #1

    Immer mehr Menschen interessieren sich nicht mehr für Kirchen, weil sie ihnen zu institutionell erscheinen. Was haben die Menschen gegen Institutionen?
    Aber ihre Rituale finden sie auch in Buddhismus den sie häufig als Wellnesangebot wahrnehmen.
    Der "führende" Advaita-Lehrer einer Organisation in Deutschland sprach sich gegen das Wellnesstum im Vedanta aus.
    Wie sieht es ein Buddhist? Begrüßt ihr die softe Seite des Buddhismus für euch selbst und/oder begrüßt ihr sie auch für die "Anwerbung aus der soften Mitte"?
    Die CSU wollte ja nie eine Partei rechts von sich haben nun gibt es die AFD. Die die CSU nun wieder rechts einzuholen versucht.
    Seht ihr eine analoge Gefahr auch für den etablierten Lama-Buddhismus (ist das korrekt ausgedrückt?) der Meister ausbildet und entlässt ohne fundierte Kenntnisse?
    Und wie seht ihr den Büchermarkt? Gibt es noch anspruchsvolle buddhistische Literatur? Wie war es früher?

    Habt ihr diesbezüglich eher anspruchsvolle Bücher oder "Soft"bücher zuhause?
    Oder verzichtet ihr ganz auf Bücher?

  • Stero
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    • 22. Februar 2016 um 19:48
    • #2
    Zitat

    Der Begriff Wellness (engl. wellness ‚Wohlbefinden‘ bzw. ‚Wohlfühlen‘), erstmals 1654 in einer Monografie von Sir A. Johnson als „...wealnesse“ im Oxford English Dictionary mit „gute Gesundheit“ übersetzt, steht nach modernem Verständnis für ein ganzheitliches Gesundheitskonzept und ist seit den 1950er Jahren in den USA Oberbegriff einer seinerzeit neuartigen Gesundheitsbewegung.

    Verwendung der Bezeichnung

    Man kann bei der Verwendung des Wortes Wellness zwischen der Alltagssprache und einer wissenschaftlichen Betrachtung unterscheiden. Es ist bei Analysen der Verwendung des Begriffes der Gesundheitsbezug nur in begrenztem Maße festzustellen.[8] Im alltäglichen Gebrauch wird Wellness allerdings eher mit einer passiven Form der Entspannung gleichgesetzt und ruft bei den Menschen emotionale Bilder hervor. Wellness wird auch unmittelbar mit Urlaub verbunden. Aktive körperliche Betätigung wird von den Verbrauchern eher nicht als Wellness empfunden. Umgangssprachlich werden unter Wellness vor allem passive Wohlfühlangebote verstanden, die für Entspannung stehen.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Wellness

  • kongjiazhong
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    • 27. Februar 2016 um 21:05
    • #3
    gbg:

    Immer mehr Menschen interessieren sich nicht mehr für Kirchen, weil sie ihnen zu institutionell erscheinen.


    In Wirklichkeit möchten sie einfach mehr Zeit haben, in ihre Smartphones zu schauen, insbesondere Frauen, die früher nicht selten die Mehrheit der Interessierten darstellten.

    Zitat

    Was haben die Menschen gegen Institutionen?

    Sie haben zu wenig Thomas Hobbes gelesen. Sie sind gegen etwas, von dem sie keine Ahnung haben.

    Zitat

    Aber ihre Rituale finden sie auch in Buddhismus den sie häufig als Wellnesangebot wahrnehmen.

    Der Buddhismus ist nur ein sehr kleiner, eigentlich gänzlich unbedeutender Anbieter von Wellness, gerade wenn man ihn mit den größeren Wellnessquellen vergleicht, zum Beispiel der Internetpornographie.

    Zitat

    Der "führende" Advaita-Lehrer einer Organisation in Deutschland sprach sich gegen das Wellnesstum im Vedanta aus.

    Wen meinst Du?

    Zitat

    Wie sieht es ein Buddhist? Begrüßt ihr die softe Seite des Buddhismus für euch selbst und/oder begrüßt ihr sie auch für die "Anwerbung aus der soften Mitte"?

    Das verstehe ich zwar nicht ganz, jedenfalls wünschte ich mir mehr Weichheit, anderen mehr Härte.

    Zitat

    Die CSU wollte ja nie eine Partei rechts von sich haben nun gibt es die AFD. Die die CSU nun wieder rechts einzuholen versucht.

    Seit 1848 gab es nur sehr kurze Perioden, in denen es im formalen Sinne etwas anderes gab, als die Partei des Kapitals, links oder rechts, einholen, überholen - all das ist vollkommen egal.

    Zitat

    Seht ihr eine analoge Gefahr auch für den etablierten Lama-Buddhismus (ist das korrekt ausgedrückt?) der Meister ausbildet und entlässt ohne fundierte Kenntnisse?

    Die Destruktion des Lama-Buddhismus ist spätestens seit den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts derart weit vorangeschritten, dass ihm die ganze Wellnesss-Ja-Nein-Sache ziemlich egal sein kann. Insofern ein Spitz entlassen wurde, kann man nicht sagen, dass er ohne fundierte Kenntnisse entlassen wurde, aber sie nützten nichts, da er im Ethik-Business (vorläufig) endete. Das ist ein Fall.

    Zitat

    Und wie seht ihr den Büchermarkt?

    Es ist ein Markt, wie andere Märkte auch.

    Zitat

    Gibt es noch anspruchsvolle buddhistische Literatur? Wie war es früher?

    Ja. Früher war es genauso.

    Zitat

    Habt ihr diesbezüglich eher anspruchsvolle Bücher oder "Soft"bücher zuhause? Oder verzichtet ihr ganz auf Bücher?

    Ich habe ausschließlich anspruchsvolle Bücher zuhause.

    Kongjiazhong

  • Elliot
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    • 28. Februar 2016 um 05:51
    • #4
    gbg:

    Ist Buddhismus eine Wellnesslehre?


    Ja, kann man so sagen.

    Zitat

    "'Man sollte wissen, wie man Glück definiert, und wenn man das weiß, sollte man nach dem Glück in sich selbst trachten.' So wurde gesagt. Und wovon abhängig wurde dies gesagt?

    "Ihr Bhikkhus, es gibt diese fünf Stränge sinnlichen Vergnügens. Was sind die fünf? Formen, die mit dem Auge erfahrbar sind, die erwünscht, angenehm, erfreulich und liebenswert sind, die mit Sinnesgier verbunden sind und Begierde hervorrufen. Klänge, die mit dem Ohr erfahrbar sind, die erwünscht, angenehm, erfreulich und liebenswert sind, die mit Sinnesgier verbunden sind und Begierde hervorrufen. Gerüche, die mit der Nase erfahrbar sind, die erwünscht, angenehm, erfreulich und liebenswert sind, die mit Sinnesgier verbunden sind und Begierde hervorrufen. Geschmäcker, die mit der Zunge erfahrbar sind, die erwünscht, angenehm, erfreulich und liebenswert sind, die mit Sinnesgier verbunden sind und Begierde hervorrufen. Berührungsobjekte, die mit dem Körper erfahrbar sind, die erwünscht, angenehm, erfreulich und liebenswert sind, die mit Sinnesgier verbunden sind und Begierde hervorrufen. Dies sind die fünf Stränge sinnlichen Glücks. Das Glück und die Freude, die in Abhängigkeit von diesen fünf Strängen sinnlichen Vergnügens entstehen, werden Glück der Sinnesvergnügen genannt - ein schmutziges Glück, ein gewöhnliches Glück, ein unedles Glück. Ich sage von dieser Art des Glücks, daß es nicht gepflegt werden sollte, daß es nicht entfaltet werden sollte, daß es nicht geübt werden sollte, und daß es gefürchtet werden sollte."

    "Ihr Bhikkhus, da tritt ein Bhikkhu, ganz abgeschieden von Sinnesvergnügen, abgeschieden von unheilsamen Geisteszuständen, in die erste Vertiefung ein, die von anfänglicher und anhaltender Hinwendung des Geistes begleitet ist, und verweilt darin, mit Verzückung und Glückseligkeit, die aus der Abgeschiedenheit entstanden sind. Mit der Stillung der anfänglichen und anhaltenden Hinwendung des Geistes (zum Meditationsobjekt) tritt er in die zweite Vertiefung ein, die innere Beruhigung und Einheit des Herzens enthält, ohne anfängliche und anhaltende Hinwendung des Geistes, und verweilt darin, mit Verzückung und Glückseligkeit, die aus der Konzentration entstanden sind. Mit dem Verblassen der Verzückung, in Gleichmut verweilend, achtsam und wissensklar, voll körperlich erlebter Glückseligkeit, tritt er in die dritte Vertiefung ein, von der die Edlen sagen: 'Glückselig verweilt derjenige, der voll Gleichmut und Achtsamkeit ist', und verweilt darin. Mit dem Überwinden von Glück und Schmerz und dem schon früheren Verschwinden von Freude und Trauer, tritt er in die vierte Vertiefung ein, die aufgrund von Gleichmut Weder-Schmerzhaftes-noch-Angenehmes und Reinheit der Achtsamkeit in sich hat, und verweilt darin. Dies wird Glückseligkeit der Entsagung genannt, Glückseligkeit der Abgeschiedenheit, Glückseligkeit des Friedens, Glückseligkeit der Erleuchtung. Ich sage von dieser Art des Glücks, daß es gepflegt werden sollte, daß es entfaltet werden sollte, daß es geübt werden sollte, und daß es nicht gefürchtet werden sollte."

    "Also geschah es in Abhängigkeit von diesem, daß gesagt wurde: ' Man sollte wissen, wie man Glück definiert, und wenn man das weiß, sollte man nach dem Glück in sich selbst trachten."

    (Majjhima Nikāya: Die Darlegung von Konfliktfreiheit - Araṇavibhaṅga Sutta)


    Viele Grüße
    Elliot

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    Elliot

  • accinca
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    • 28. Februar 2016 um 11:04
    • #5
    Elliot:
    Zitat

    "'Man sollte wissen, wie man Glück definiert, und wenn man das weiß, sollte man nach dem Glück in sich selbst trachten.' So wurde gesagt. Und wovon abhängig wurde dies gesagt?

    "Ihr Bhikkhus, es gibt diese fünf Stränge sinnlichen Vergnügens. Was sind die fünf? Formen, die mit dem Auge erfahrbar sind, die erwünscht, angenehm, erfreulich und liebenswert sind, die mit Sinnesgier verbunden sind und Begierde hervorrufen. Klänge, die mit dem Ohr erfahrbar sind, die erwünscht, angenehm, erfreulich und liebenswert sind, die mit Sinnesgier verbunden sind und Begierde hervorrufen. Gerüche, die mit der Nase erfahrbar sind, die erwünscht, angenehm, erfreulich und liebenswert sind, die mit Sinnesgier verbunden sind und Begierde hervorrufen. Geschmäcker, die mit der Zunge erfahrbar sind, die erwünscht, angenehm, erfreulich und liebenswert sind, die mit Sinnesgier verbunden sind und Begierde hervorrufen. Berührungsobjekte, die mit dem Körper erfahrbar sind, die erwünscht, angenehm, erfreulich und liebenswert sind, die mit Sinnesgier verbunden sind und Begierde hervorrufen. Dies sind die fünf Stränge sinnlichen Glücks. Das Glück und die Freude, die in Abhängigkeit von diesen fünf Strängen sinnlichen Vergnügens entstehen, werden Glück der Sinnesvergnügen genannt - ein schmutziges Glück, ein gewöhnliches Glück, ein unedles Glück. Ich sage von dieser Art des Glücks, daß es nicht gepflegt werden sollte, daß es nicht entfaltet werden sollte, daß es nicht geübt werden sollte, und daß es gefürchtet werden sollte."


    Sehr schöne Lehrrede auch die ganze Lehrrede ist sehr gut.
    http://www.palikanon.de/majjhima/m139n.htm
    -

  • mukti
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    • 28. Februar 2016 um 12:31
    • #6
    gbg:

    Immer mehr Menschen interessieren sich nicht mehr für Kirchen, weil sie ihnen zu institutionell erscheinen. Was haben die Menschen gegen Institutionen?
    Aber ihre Rituale finden sie auch in Buddhismus den sie häufig als Wellnesangebot wahrnehmen.

    Der Grund für das wachsende Desinteresse an Kirchen scheint mir weniger darin zu bestehen dass es Institutionen sind, sondern vielmehr darin, dass sich der Zeitgeist verändert hat. Die Anpassung an die veränderten Bedingungen dürfte das Hauptproblem der Kirchen sein. Auch der Buddhismus wird im Abendland nur vereinzelt in seinen traditionellen Erscheinungen angenommen und verändert sich auch in seinen angestammten Gebieten oder verliert an Bedeutung.

    gbg:

    Der "führende" Advaita-Lehrer einer Organisation in Deutschland sprach sich gegen das Wellnesstum im Vedanta aus.

    Gegen Wellness als dem Streben nach körperlicher und geistiger Gesundheit wäre ja an sich nichts einzuwenden, der Vorwurf geht wohl dahin, dass die Lehren verflacht und verwässert werden, wenn sie lediglich aus diesen Gründen betrieben werden. Aber da die meisten Menschen weltlich gesinnt sind, sollte man sich da nicht zuviel erwarten. Die Advaita Vedanta Lehre ist übrigens auch verwässert, geradezu verfälscht worden.

    gbg:


    Wie sieht es ein Buddhist? Begrüßt ihr die softe Seite des Buddhismus für euch selbst und/oder begrüßt ihr sie auch für die "Anwerbung aus der soften Mitte"?..

    Da kann man erstmal schauen inwiefern man selber ein Buddhist ist, der sich mit allen Kräften um den rechten Weg bemüht. Aber alles was in eine heilsame Richtung geht finde ich begrüßenswert.

    gbg:


    Seht ihr eine analoge Gefahr auch für den etablierten Lama-Buddhismus (ist das korrekt ausgedrückt?) der Meister ausbildet und entlässt ohne fundierte Kenntnisse?

    Die Lehre des Buddha ist überall in Gefahr, das bringt die Vergänglichkeit und ständige Veränderung so mit sich.

    gbg:


    Und wie seht ihr den Büchermarkt? Gibt es noch anspruchsvolle buddhistische Literatur? Wie war es früher?

    Habt ihr diesbezüglich eher anspruchsvolle Bücher oder "Soft"bücher zuhause?
    Oder verzichtet ihr ganz auf Bücher?

    Das Angebot an buddhistischer Literatur wird immer besser, was die kanonischen Überlieferungen und die Kommentare betrifft. Es gibt laufend neue Übersetzungen und Erklärungen durch ernsthaft Praktizierende und Studierende. Davon kaufe ich und lese es.

    Mit Metta, mukti.


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