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Geistesgifte

  • Lucky Luke
  • 15. Dezember 2015 um 12:51
  • Zum letzten Beitrag
  • Lucky Luke
    Gast
    • 17. Dezember 2015 um 14:39
    • #51
    Monikadie4.:
    Sherab Yönten:

    Ich kann zumindest versuchen, kein Öl ins Feuer zu gießen indem ich zwar mitfühlend reagiere aber ansonsten schweige.

    Vielleicht wirkst Du auf "Ungläubige" auch zu abgehoben.
    _()_

    Ich hoffe nicht, da ich eine bestimmte Situation vor Augen hatte und der Mensch, der sich ärgerte mich schon ziemlich lange kennt.

  • Monikamarie
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    • 17. Dezember 2015 um 14:40
    • #52
    Sherab Yönten:


    Da hatte ich in meinem Leben (leider ?) wohl noch nicht genügend Möglichkeiten solche Reaktionen zu üben, da ich sowohl privat wie auch beruflich mit Menschen zusammen bin, die selten so ärgerlich oder wütend sind wie ich sie jüngstens erlebt habe.

    "Liebet Eure Feinde", Jesus. :lol:

  • Monikamarie
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    • 17. Dezember 2015 um 14:53
    • #53
    Thursday:


    Ich werde täglich damit "konfrontiert" - und zwar mit meinem Ärger und mit dem Ärger der anderen. Etwas Neutrales gibt es nicht, denn wenn ich den Ärger eines anderen wahrnehme, dann ist es bereits "mein" Ärger. Ich fühle das und es ist mein Gefühl. Da ist Ärger. Und da gibt es verschiedene Reaktionen, die ich spontan ergreife. Entweder ich wende mich ab. Oder ich wende mich dem zu. Oder ich schweige und beobachte es bloß.
    Ich stelle dabei inzwischen fest, dass es immer weniger Spuren in meinem Geist hinterlässt - früher konnte ich mich noch tagelang aufregen. Inzwischen geht das innerhalb von Minuten wieder weg.

    Genau diese Erfahrung mache ich auch, nämlich dass ich nur dann den Ärger des "Anderen" als eigenen Ärger fühle, wenn dies in mir auch immer noch vorhanden ist. Sobald keine Spuren mehr davon vorhanden sind, ist es nicht mehr möglich, sich in den Ärger des "Anderen" zu verwickeln. Eine Methode meinerseits im Falle eines länger anhaltenden Ärgers war bzw. ist mich zu fragen, ob ich mich an meinen letzten Ärger noch erinnern kann. Ich kann es nicht, da müsste ich schon reichlich kramen und suchen, mich stundenlang damit beschäftigen und das Ganze nochmal durchkauen (worin meiner Meinung nach auch der Sinn liegt, nichts zu hintertragen, nicht zu tratschen, nicht nachzutragen, nicht zu verleumden etc.). Wenn ich also einen "schweren" Ärger vergessen habe, kann ich doch auch diesen sofort loslassen, anstatt ihn noch lange mit mir herumzutragen wie ein Gepäckstück im fahrenden Zug.
    _()_

  • Thursday
    Gast
    • 17. Dezember 2015 um 15:48
    • #54
    Monikadie4.:


    Genau diese Erfahrung mache ich auch, nämlich dass ich nur dann den Ärger des "Anderen" als eigenen Ärger fühle, wenn dies in mir auch immer noch vorhanden ist. Sobald keine Spuren mehr davon vorhanden sind, ist es nicht mehr möglich, sich in den Ärger des "Anderen" zu verwickeln. Eine Methode meinerseits im Falle eines länger anhaltenden Ärgers war bzw. ist mich zu fragen, ob ich mich an meinen letzten Ärger noch erinnern kann. Ich kann es nicht, da müsste ich schon reichlich kramen und suchen, mich stundenlang damit beschäftigen und das Ganze nochmal durchkauen (worin meiner Meinung nach auch der Sinn liegt, nichts zu hintertragen, nicht zu tratschen, nicht nachzutragen, nicht zu verleumden etc.). Wenn ich also einen "schweren" Ärger vergessen habe, kann ich doch auch diesen sofort loslassen, anstatt ihn noch lange mit mir herumzutragen wie ein Gepäckstück im fahrenden Zug.
    _()_

    Das mit der Erinnerung sehe ich allerdings anders. Ich kann mich ziemlich genau an Emotionen und/oder Situationen erinnern. Dabei ist aber entscheidend, wie wichtig mir das jeweils ist. Die beiden an der Tankstelle haben mir z.B. noch einen "guten Rat" gegeben: ich soll nämlich beim Einfahren in die Tankstelle auch auf die achten, die nach mir kommen und denen genug Platz lassen. Das will ich beherzigen.

  • Anandasa
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    • 17. Dezember 2015 um 15:54
    • #55

    Meditieren hilft natürlich auch um abzuschalten genauso wie autogenes Training oder MBSR. Aber es kommt drauf an wie man meditiert. Früher habe ich meditiert, weil ich dachte ich könnte mich so tagsüber an der Arbeit weniger ärgern. Das hat nur teilweise funktioniert. Jetzt meditiere ich, weil das die Zeit für mich selbst ist. Wenn ich meditiere, hat die Welt nichts von mir zu wollen und ich selbst habe nichts von mir zu wollen. Das ist jetzt wirklich für mich und niemand nimmt mir das. So geht es mir jetzt deutlich besser. Es war früher konzentrative Meditation und ist jetzt genau gleich konzentrative Meditation. Trotzdem ist es jetzt ganz anders. Ist intensiver, erholsamer.

    Die Dinge entstehen, existieren und vergehen. Das ist normal. Ajaan Tippakorn

  • Monikamarie
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    • 17. Dezember 2015 um 17:05
    • #56
    Thursday:


    Das mit der Erinnerung sehe ich allerdings anders. Ich kann mich ziemlich genau an Emotionen und/oder Situationen erinnern.

    Auch hier habe ich mich wieder dumm ausgedrückt. Ich kann mich schon an Situationen und Emotionen erinnern, aber jetzt fühle ich den Ärger, Wut, Trauer, Zorn nicht mehr. Wenn ich sie also jetzt nicht mehr fühle, wieso sollte ich ein neuerliches Aufkommen kultivieren, z.B. durch "Öl ins Feuer kippen"?

    Zitat

    Dabei ist aber entscheidend, wie wichtig mir das jeweils ist. Die beiden an der Tankstelle haben mir z.B. noch einen "guten Rat" gegeben: ich soll nämlich beim Einfahren in die Tankstelle auch auf die achten, die nach mir kommen und denen genug Platz lassen. Das will ich beherzigen.

    Ja, das finde ich gut. Inzwischen bin ich auch für entsprechende Ratschläge offen und beherzige sie.
    _()_

  • Monikamarie
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    • 17. Dezember 2015 um 17:12
    • #57
    Anandasa:

    Es war früher konzentrative Meditation und ist jetzt genau gleich konzentrative Meditation. Trotzdem ist es jetzt ganz anders. Ist intensiver, erholsamer.

    Das ist mir auch noch dazu eingefallen. Es geht vor allem auch darum, sich wirklich im Alltag zu konzentrieren und nicht einfach so träumerisch drauflostrippeln. Wenn ich so etwas schreibe, meine ich meine Erfahrungen mit mir selbst. Meine Beobachtung hat mir nämlich gezeigt, dass ich, wenn ich "falsch" re-agierte, unaufmerksam und - ich möchte es mal so ausdrücken - trottelig naiv war.
    Desto höher meine Konzentration und desto weniger ich mich mit mir selbst beschäftige im Sinne von Wünschen und Befürchtungen, desto mehr Energie steht mir zur Verfügung. Genau diese Energie scheint es aber zu sein, die notwendig ist, um klar der Wirklichkeit zu begegnen.
    _()_

  • Thursday
    Gast
    • 17. Dezember 2015 um 17:27
    • #58
    Monikadie4.:
    Thursday:


    Das mit der Erinnerung sehe ich allerdings anders. Ich kann mich ziemlich genau an Emotionen und/oder Situationen erinnern.

    Auch hier habe ich mich wieder dumm ausgedrückt. Ich kann mich schon an Situationen und Emotionen erinnern, aber jetzt fühle ich den Ärger, Wut, Trauer, Zorn nicht mehr. Wenn ich sie also jetzt nicht mehr fühle, wieso sollte ich ein neuerliches Aufkommen kultivieren, z.B. durch "Öl ins Feuer kippen"?


    Wahrscheinlich meinen wir dasselbe, aber ich verstehe das nicht so ganz.
    Ich erinnere mich auch an meine Gefühle, nur ist der Mensch, an den ich mich da erinnere "nicht-ich" - ich fühle die Gefühle, bin traurig oder muss da mitfühlen, und erkenne auch das Gestrüpp und wie man da so rein kommt und nicht wieder raus, sondern erst mit der Zeit - und das kann dauern - es ist dann auch kein neuerliches Aufkommen, denn die Gründe dieser Gefühle sind ja weg - da ist dann die Erinnerung nicht mehr so, wie man das sonst kennt, als ein Schwelgen in der Vergangenheit und ein Sich-Ergehen-darin. Es ist einfach nur Sehen.

    Und dann habe ich inzwischen auch mein Muster erkannt - und das ist dann auch im Jahreszeitlichen verknüpft - so um die dunkelste Zeit, da bin ich besonders gefährdet. Vor Weihnachten spitzten sich auch die Konflikte in meiner Familie immer zu und das habe ich offenbar verinnerlicht.

  • Serenity
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    • 19. Dezember 2015 um 22:34
    • #59
    Sherab Yönten:

    Wenn ich merke, dass ich mich ärgere, kann ich auf meinen eigenen Geist schauen und versuchen, achtsam damit umzugehen.
    Wenn ich merke, dass andere sich ärgern, stehe ich dem Ärger ohnmächtig gegenüber und kann......gar nichts tun ? :?
    Gibt es in der tibetischen Tradition Instrumente, die bewirken, dass sich der Ärger bei anderen verringern könnte unmittelbar nachdem er ausgebrochen ist ?

    Ich denke, der einzige Weg durch dem sich Wut oder Ärger bei anderen Menschen auflösen oder verringern kann ist der, dass sie sich dieser Gefühle inklusive der negativen Auswirkungen selbst bewusst werden und versuchen etwas dagegen zu unternehmen. Natürlich kann man immer versuchen in Ruhe mit anderen darüber zu sprechen, um sie darauf aufmerksam zu machen, aber das ist meistens erfolglos, weil man in diesem Zustand eben nicht klar denken und zuhören kann. Erst wenn sich der innere Sturm etwas gelegt hat, kann man darüber reflektieren, um in Zukunft eventuell besser zu handeln. Ein absolut verlässliches Instrument dafür ist mir selbst nicht bekannt, aber ich bin auch kein Experte auf diesem Gebiet.

  • blue_aprico
    Gast
    • 20. Dezember 2015 um 05:12
    • #60

    serenitiy

    Zitat

    weil man in diesem Zustand eben nicht klar denken und zuhören kann.

    Meine Erfahrung ist, dass, wenn ich den Menschen respektiere, so annehme wie er gerade ist, ehrlich und "unbeirrbar" freundlich, dann legt sich die Verärgerung. Ich glaube, das kommt daher, weil der Mensch prinzipiell bzw.potentiell klar wahrnehmen, erwägen und hören kann, sich beschwichtigen, umkehren und innehalten kann. Natürlich. Denn jeder Mensch besitzt die Buddhanatur.

  • Thursday
    Gast
    • 20. Dezember 2015 um 12:14
    • #61
    Serenity:


    Ich denke, der einzige Weg durch dem sich Wut oder Ärger bei anderen Menschen auflösen oder verringern kann ist der, dass sie sich dieser Gefühle inklusive der negativen Auswirkungen selbst bewusst werden und versuchen etwas dagegen zu unternehmen. Natürlich kann man immer versuchen in Ruhe mit anderen darüber zu sprechen, um sie darauf aufmerksam zu machen, aber das ist meistens erfolglos, weil man in diesem Zustand eben nicht klar denken und zuhören kann. Erst wenn sich der innere Sturm etwas gelegt hat, kann man darüber reflektieren, um in Zukunft eventuell besser zu handeln.


    Der Geist ist wie Dynamit oder Nitroglyzerin. Den Umgang damit kann einer erlernen.

    Zitat


    Ein absolut verlässliches Instrument dafür ist mir selbst nicht bekannt, aber ich bin auch kein Experte auf diesem Gebiet.


    Davon mal abgesehen, dass es absolut Verlässliches nirgends gibt, kann man aber den Umgang mit Sprengstoff erlernen und dann kann man das auch entschärfen.
    Allerdings sind eben diese explosiven Zustände auch positiv, denn manchmal muss man auch was raus hauen, z.B. wenn es sich um so laue Gemüter wie bei Buddhisten handelt. Das sind dann die berüchtigten Weckrufe der Zennies. KA!!!!!!!
    Und manche filigranen Denkgebäude lassen sich auch schneller sprengen, anstatt sie mühevoll Stück für Stück zu zerlegen und dafür fünf Leben zu vertrödeln.

  • Monikamarie
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    • 20. Dezember 2015 um 16:07
    • #62
    Thursday:


    Allerdings sind eben diese explosiven Zustände auch positiv, denn manchmal muss man auch was raus hauen, z.B. wenn es sich um so laue Gemüter wie bei Buddhisten handelt. Das sind dann die berüchtigten Weckrufe der Zennies. KA!!!!!!!
    Und manche filigranen Denkgebäude lassen sich auch schneller sprengen, anstatt sie mühevoll Stück für Stück zu zerlegen und dafür fünf Leben zu vertrödeln.

    :lol::lol::lol:

  • keks
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    • 20. Dezember 2015 um 16:53
    • #63
    Thursday:


    Und manche filigranen Denkgebäude lassen sich auch schneller sprengen, anstatt sie mühevoll Stück für Stück zu zerlegen und dafür fünf Leben zu vertrödeln.

    Glücklicherweise sind wir hier nicht im Zen-Bereich, sonst müsste ich dich fragen wie du auf sowas merkwürdiges wie Wiedergeburt kommst :P

    Bubu :clown::oops:

  • Thursday
    Gast
    • 20. Dezember 2015 um 18:15
    • #64
    keks:
    Thursday:


    Und manche filigranen Denkgebäude lassen sich auch schneller sprengen, anstatt sie mühevoll Stück für Stück zu zerlegen und dafür fünf Leben zu vertrödeln.

    Glücklicherweise sind wir hier nicht im Zen-Bereich, sonst müsste ich dich fragen wie du auf sowas merkwürdiges wie Wiedergeburt kommst :P

    Hach, bin ich denn schon wieder im Tibetischen Buddhismus - im Land der Hohen Geister -.
    Im Zen spielen wir mit diesen Sachen. Die Koan sind voll von den Daseinsbereichen und in der Hölle drängeln sich die Zen-Meister.

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