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  1. Buddhaland Forum
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Die Bedetung der ersten Sila: Nicht-Töten

  • diamant
  • 19. September 2015 um 19:19
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1. offizieller Beitrag
  • diamant
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    • 19. September 2015 um 19:19
    • #1

    Gerade las ich wieder, wie selbstverständlich ein User die sila des Nicht-Tötens auf Tiere, in diesem Fall Insekten, anwendet. Dies betrachtet er als ethische Übung. Was aber steht überhaupt in dieser sila?

    Die erste Sila lautet:

    Zitat

    Panatipata veramani sikkhapadam samadiyami

    Pana verweist z.B. nach Bhikkhu Bodhi offenbar auf jedes Wesen mit Atem und einem Bewusstsein. Eigentlich ist es der "Atem des Lebens". Pflanzen sollen nicht darunter gefasst werden. atipata ist Töten oder Verletzen. Woher Bhikkhu Bodhi das Bewusstsein nimmt, ist mir nicht ganz klar.

    Das erste Problem deutet sich damit nämlich schon an: Nach dem aktuellen Stand der Hirnforschung gestehen wir Bewusstsein bestenfalls einigen Säugetieren zu. Insekten nicht. (https://www.dasgehirn.info/denken/bewusst…ch-bewusst-6082)

    Desweiteren findet bei Pflanzen die Photosynthese statt, die wir heute als passive Atmung (Austausch von Gasen) bzw. "Respiration" begreifen können. Zu Buddhas Zeiten gab es dieses Wissen wohl nicht. Demnach müssten wir heute korrekterweise unter die erste sila auch Pflanzen fassen, wenn wir schon Lebewesen ohne Bewusstsein miteinbeziehen - und müssten dann bei Befolgen der sila verhungern.

    Folglich sollte man verstehen, welchen Zweck die sila haben. Sie sollen Liebe, Respekt, Harmonie und Einheit erzeugen (siehe A.III,287; M.I.322, Ausgabe nach der Pali Text Society). Sich an diese sila zu halten wurde als Gabe (danani) gesehen, von der Gebender wie Empfangender profitieren würden, und zwar so: Wenn ein Edler die fünf sila praktiziert, dann verleiht er Freiheit von Furcht, Hass und bösem Willen an zahllose Lebewesen (nach A. IV, 246). An einer anderen Stelle nennt der Buddha dies förderlich für die Konzentration und Freiheit spendend. (A. III, 132).

    Denken wir mal einen Moment darüber nach, ob diese Dinge zutreffen können, wenn mit den Lebewesen tatsächlich Tiere gemeint wären. Verlieren Tiere prinzipiell ihre Furcht, ihren Hass (und kennen sie diesen überhaupt?), wenn man sie nicht tötet, oder geht es hier doch nur um den Ausübenden der sila, den Menschen? Wird etwa einem Insekt Konzentration geschenkt, wenn man es nicht tötet? Hier wird also schon klar, dass die sila in Hinblick auf diese Effekte gar nicht dem Nutzen der Tiere dienen kann, sondern allein dem der Menschen. Die Aussage, dass diese Effekte bei "zahllosen Lebewesen" zuträfen, ist widerlegbar. Die Motivation für das Verschonen von tierischem Leben wäre demnach menschlicher Eigennutz - die Harmonie unter den Menschen. Aber auch diese Harmonie würde recht schnell in Hungersnöten schwinden, wenn Menschen der Genuss von Fleich verboten würde. Eine solche Situation dürfte zu Lebzeiten Shakyamunis hinreichend bekannt gewesen sein. Also kann es nicht ums Verschonen von Tieren gegangen sein.

    Das Fazit ist: Die erste sila kann sich aufgrund weiterer Erläuterungen des Buddha nur auf das Nicht-Töten von Menschen beziehen (so man eine innere Logik des Palikanon sucht). Nach modernen Erkenntnissen wäre zu überlegen, ob man bestimmte hoch entwickelte Säugetiere darunter fasst (die Tiere, die wir gemeinhin zum Essen schlachten, gehören in der Regel nicht dazu). Insekten fallen gewiss nicht unter diese Regel. Wer die Regel allzu wörtlich auslegen will und den Zusammenhang mit den o.g. Textstellen leugnet, wird sich die Frage gefallen lassen müssen, warum er Pflanzen tötet.

  • fotost
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    • 19. September 2015 um 20:13
    • #2

    Hmmm. Ich vermute Buddha hat hier mal wieder etwas getan, das er regelmäßig gemacht hat - er hat seine Rede an seine Hörer angepaßt.

    Einige Menschen brauchen eine einfache, klare Ansage: Du sollst nicht töten.

    Andere verstehen die dahinter liegende positive Idee: Du sollst das Leben, die Entwicklung und das Wohlsein anderer Lebewesen fördern.

    Alle Silas lassen sich so interpretieren. Als einfaches Verbot und als komplexeres Gebot!
    Einige verstehen, daß sie sowohl potentielle Täter wie potentielle Opfer sind (Was Du nicht willst, das man Dir tue....), andere brauchen die Androhung von Höllenqualen :lol:

  • Nils
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    • 20. September 2015 um 09:54
    • #3

    Alle Wesen haben Bewusstsein. In meinen früheren Leben war ich oft ein Tier, vom kleinen Insekt bis zum Säugetier. Das Bewusstsein war unterschiedlich, aber immer konnte ich Leid und Glück spüren. Ich strebte nach Glück und wollte Leid vermeiden.

    Im Buddhismus geht es um die Erleuchtung. Erleuchtung erreichen wir, wenn wir ein Einheitsbewusstsein entwickeln. Wir sehen uns in allen Wesen, lieben alle Wesen, helfen alle Wesen. Das bringt uns in die Einheit. Und es nützt auch unseren Mitwesen, weil energetisch alles verbunden ist. Sie wachsen ins Licht, wenn ihnen gute Energie schicken. Ich helfe auch Insekten. Das hilft zwar vor allem mir, weil es mich in die Einheit bringt. Aber auch ein Insekt ist glücklich, wenn ich es aus einer leidvollen Situation befreie. Bei Rehen kann ich mich sogar mit ihrem Herzchakra und ihrer Liebe verbinden. Tiere unterscheiden sich in ihren Gefühlen nicht wesentlich von den Menschen. Liebe und Frieden macht alle glücklich.

  • diamant
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    • 20. September 2015 um 10:12
    • #4
    Zitat

    Alle Wesen haben Bewusstsein. In meinen früheren Leben war ich oft ein Tier, vom kleinen Insekt bis zum Säugetier. Das Bewusstsein war unterschiedlich, aber immer konnte ich Leid und Glück spüren. Ich strebte nach Glück und wollte Leid vermeiden.

    Dieser Wahn sei dir unbenommen. Aber er kann nicht die Grundlage einer ernsthaften Auseinandersetzung mit dem Palikanon sein.
    Hat der Buddha selbst denn von seinen Insektenleben berichtet?

    Zitat

    Wir sehen uns in allen Wesen

    Das halte ich für einen Fehler. Im Zen sieht man die Leere in allen Wesen. Das ist das Gemeinsame. Nicht die Gefühlsduselei.

  • keks
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    • 20. September 2015 um 10:31
    • #5
    fotost:


    Alle Silas lassen sich so interpretieren. Als einfaches Verbot und als komplexeres Gebot!

    Man müsste die genauere Geschichte dahinter kennen und warum er etwas sagte und das auch mit der damaligen Zeit in Verbindung bringen.

    Als Beispiel der Islam :) Mohammed sagte nie "Frauen, verschleiert euch" nirgendswo steht so ein Käse. Es ging um einen Vorhang weil sich die Frauen bei Festen gestört fühlten, ein Vorhang, kein Schleier. Also ein Vorhang um einen Raum abzutrennen damit man etwas Ruhe hat. Jaja, auch in den Koran und in die Sunna wird zeugs reininterpretiert der da noch nie so gestanden hat.

    EIn Beispiel an dem man sieht, dass eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Pk nur schwer möglich sein wird wenn jeder irgendeinen Krams reininterpretiert und Wörter verdreht ;)

    Bubu :clown::oops:

  • blue_aprico
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    • 20. September 2015 um 10:57
    • #6

    steht drin. allerdings nur für verheiratete. "ein stück ihres tuches über haar und ausschnitt ziehen." in etwa so gemeint wie s bei den pakistanis ausschaut, wobei die leider auch schon die kleinen und unverheirateten mädchen involvieren. das hat dann andere ursachen.

    Zitat

    wenn jeder irgendeinen Krams reininterpretiert und Wörter verdreht

    die eh kein ernsthaftes interesse an bzw. vertrauen in den dharma haben, könn(t)en das so halten. es ist daher nicht nur müßig,
    sondern auch unheilsam auf dieser basis "zu diskutieren".

    2 Mal editiert, zuletzt von Anonymous (20. September 2015 um 11:37)

  • diamant
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    • 20. September 2015 um 11:09
    • #7
    Zitat

    Man müsste die genauere Geschichte dahinter kennen und warum er etwas sagte

    Hierzu ein Hinweis auf eine Diskussion, die Bhikkhu Bodhi letztes Jahr mit Bhikkhu Thanissaro zum Thema "Krieg und Frieden" hatte (auf Englisch): http://www.inquiringmind.com/Articles/WarAndPeace.html und http://www.inquiringmind.com/Articles/BhikkhuLetters.html . Bodhi ist der Meinung, dass der Buddha nicht für alle zukünftigen Situationen, sondern nur für ihm bekannte Umstände Lösungen bzw. ihm zugetragene Probleme aufzeigte. Von daher hält er den Vorwurf von Thanissaro, dass man dies und das nicht im Palikanon fände, für wenig hilfreich. Man fände eben nicht auf alles eine Antwort und müsse für manches aktuelle Problem selbst eine schaffen.

  • keks
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    • 20. September 2015 um 12:43
    • #8
    Sprite:


    Das ist absolut falsch. Der Schleier hat, genauso wie im traditionellen Christentum, seinen Sinn, bezogen auf Reinheit und Schutz vor der Umwelt (fremden Blicken, unbewusstes Aufreizen anderer usw.). Was jedoch vergessen wird ist, dass der Mann genauso handeln sollte (also nicht freizügig rumlaufen sollte). Was jetzt genau mit Schleier gemeint ist (Kopftuch, Hijab usw.) darüber kann man diskutieren. Es hat aber stets etwas mit der Person zu tun, und nicht mit einem Raum.

    Zeig mir die genaue Stelle im Koran dann reden wir weiter ;)

    Bubu :clown::oops:

  • keks
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    • 20. September 2015 um 12:46
    • #9
    blue_aprico:

    steht drin. allerdings nur für verheiratete. "ein stück ihres tuches über haar und ausschnitt ziehen.

    Ausschnitt ja, weil die Klamotten damals dämlich geschnitten waren, nix Haar und auch nicht Gesicht.
    Und aus dem Vorhang damit man ungestört war wurde der Schleier aus Unverständnis, und alle denken es wäre so......

    Bubu :clown::oops:

  • Nils
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    • 20. September 2015 um 13:21
    • #10
    diamant:

    Dieser Wahn sei dir unbenommen. Aber er kann nicht die Grundlage einer ernsthaften Auseinandersetzung mit dem Palikanon sein. Hat der Buddha selbst denn von seinen Insektenleben berichtet?


    Buddha hat von seinen früheren Inkarnationen berichtet. Wenn du die Reinkarnation für einen Wahn hälst, sei dir das unbenommen.

    diamant:

    Im Zen sieht man die Leere in allen Wesen. Das ist das Gemeinsame. Nicht die Gefühlsduselei.


    Leider hast du den Zusammenhang von Leere und Form nicht begriffen. Es gibt höchstens Leere in deinem Verstand, aber ein Erleuchteter lebt in der Fülle, in der Einheit, in der Energie. Er ist durch die Energie mit allen Wesen verbunden und ist dadurch eins mit allen Wesen. Wer das nicht begreift, versackt in der Leerheit. Und das ist eine schlimme Krankheit auf dem spirituellen Weg. Es fehlt dann die Liebe. Und wenn die Liebe fehlt, fehlt die Essenz der Erleuchtung.

  • blue_aprico
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    • 20. September 2015 um 13:56
    • #11
    Zitat

    Im Zen sieht man die Leere in allen Wesen. Das ist das Gemeinsame. Nicht die Gefühlsduselei.

    Nimmt man es so wahr, stellt sich noch ein anderes Problem ein, das "alles ( und jedes ) ist (letztlich ) un unterschieden gleich(un)gültig/unwahr & und wertlos " - Problem. Diese Sichtweise hat aber was mit der eigenen Verfassung zu tun. Zen Sicht & Lehre ist das nicht. Wird nur "übertragen". Kenn ich aber, wenn es auch schon lange her ist. Ab-neigung spielt, soweit ich mich erinnern kann, keine unwesentliche Rolle was diese Sichtweise betrifft.

  • diamant
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    • 20. September 2015 um 14:35
    • #12

    Nils:

    Zitat

    Buddha hat von seinen früheren Inkarnationen berichtet.

    Die Stellen, wo er ein Insekt war, hätte ich gern mal benannt.

    Zitat

    Er ist durch die Energie mit allen Wesen verbunden und ist dadurch eins mit allen Wesen.

    Im Zen wird das Alleinseins in der Regel als "kosmisch" empfunden, man ist also keineswegs nur mit lebenden Wesen eins, sondern mit allen Dingen und Phänomenen. Das gemeinsame Kennzeichen dieser Phänomene ist shunyata, nicht Energie.

    blue: Eines, was du nicht begreifst, ist, dass man nicht ständig seine "Abneigung" gegen andere pflegen, also nähren sollte. Hier verwirklicht sich Karma. Das ist auch noch "nicht lange her", das hast du erst die Tage gemacht. Wenn du das verstehst, dann vielleicht auch den Unterschied zwischen einem Verbundensein in der Erkenntnis der gemeinsamen Natur und einem dualistischen Denken. Diese Sicht und Erfahrung - das Verbundensein - hat nichts mehr mit "Abneigung" zu tun. Das, was du als Abneigung bezeichnest (Meinungen), ist im schlechten Fall Hass und im besten Fall Unterscheidungskraft, aber es unterscheidet sich als Phänomen in seiner Natur nicht von den anderen: Es ist vergänglich und "leer". Ein Spiel im Samsara. Letztlich ist es also deine Abneigung, die "unwahr und wertlos" ist. Auch darin unterscheidest du dich nicht von mir. Nur im Grad des Verständnisses derselbigen, und in der Fähigkeit, davon lassen zu können.

  • Anandasa
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    • 20. September 2015 um 14:48
    • #13

    Wenn man Zug oder Auto fährt ist man "Schuld" am Tod unzähliger Insekten, die auf der Windschutzscheibe des Autos oder der Lok umkommen. Im Buch "Konzentrative und analytische Meditation" von Geshe Rabten (*) heisst es in der Einleitung auf S. 8: "Bei einem kleinen Ausflug entdeckte Geshe in einem Warteraum auf einem Fenstersims eine Fliege, die auf dem Rücken lag. Vorsichtig nahm er sie auf die Handfläche, hauchte sie an, sprach einige Mantras, bis sie sich wieder bewegte, und bat mich, sie nach draußen in die Sonne zu bringen. Solche und ähnliche Begebenheiten erlebten wir immer wieder.". Hört sich sehr nett an, aber bei dem Ausflug sind an irgendwelchen Windschutzscheiben unzählige Fliegen dabei umgekommen. Es stellt sich die Frage, ob bei Insekten manchmal nur Nostalgie betrieben wird.

    Vor einigen Wochen habe ich einen Dokumentarfilm über Hummeln gesehen. Hummeln haben auch eine Königin, die Eier legt so wie Bienen. In dem Dokumentarfilm wurde gezeigt wie Arbeiter-Hummeln die Hummelkönigin umbrachten und der Brut als Essen gaben. Die Hummelkönigin war vom Eierlegen verbraucht und konnte keine mehr legen. Also wurde sie vom Hummelstaat futtereffizient verwertet. Mir scheint eher, dass Insekten keine fühlende Lebewesen sind, sondern auf der Stufe von "Atomaten mit Odem" sind.

    Das menschliche Gehirn und das anderer Primaten besteht aus drei Tteilen, die in der Evolution nacheinander entstanden sind. Nur Tiere, die das dritte und zuletzt entstandene Gehirnteil haben, können überhaupt geistig nachvollziehen, dass andere Lebewesen Schmerzen haben. Sämtliche Reptilien können das nicht, denn sie haben nur die beiden ersten Gehirnteile. Kein Krokodil oder Waran versteht, dass das Opfer Angst oder Schmerzen hat. Es besorgt sich einfach Futter und mehr passiert in deren Gehirnen nicht nicht.

    Es geht auch schlichtweg nicht, dass alle Lebewesen Vegetarier sind. Es braucht Begrenzungstiere, die dafür sorgen, dass es keine Überpopulation gibt. Überpopulationen fressen ganze Landstriche kahl und zerstören die Lebensgrundlagen aller anderer. Ich finde man sollte hier nicht zu sehr in Nostalgie schweben, sondern sehen wie die Dinge sind.

    Es geht aus meiner Sicht eher darum sich zu überlegen wie die Rückwirkungen auf uns selbst sind, wenn wir ein Lebewesen töten. Für uns können solchen Tötungen geistig unheilsam werden, weil wir verstehen, dass das Opfer leidet. Also müssen wir hier aufpassen und uns überlegen was wir tun. Ich glaube kaum, dass eine Fliege leidet, wenn sie von der Fliegenpatsche getroffen wird und sofort mausetot ist, weil völlig zerquetscht. Die Frage ist wie man mit achtsamen Umgang dafür sorgt, dass im Sommer die Fliegen aus der Wohnung bleiben u.ä.

    * http://tenzindorjee.jimdo.com/app/download/7…df?t=1370376697

    Die Dinge entstehen, existieren und vergehen. Das ist normal. Ajaan Tippakorn

  • blue_aprico
    Gast
    • 20. September 2015 um 15:11
    • #14

    diamant:

    Zitat

    Diese Sicht und Erfahrung - das Verbundensein - hat nichts mehr mit "Abneigung" zu tun.

    Würde ich nicht sagen. Aber egal.

    `Abneigung`( Aversion ) wenn s als Wort so da steht, würde ich in einem buddhistischen Forum im Kontext des Dharma ( a-persönlich ) verstehen und nicht auf mich gezielt. Meinungen pflegen und verteidigen ist ja nur ein grober Ausdruck davon. Diskriminierung ( Abneigung und Bevorzugung ) vom Groben bis ins Subtilste, ist freilich Ursache und Ausdruck von Unwissenheit & Leiden. Duale Sichtweise mit der Folge von Diskriminierung besteht auch dann noch, wenn Gedanken zur Ruhe kommen, ganz zu schweigen vom gedankenlosen Handeln. Es ist also was grundsätzliches mit der Verblendung. Insofern ehrt es mich, wenn du sagst, ich wäre Anfängerin und wüsste gar nix. Weil das ist ja gut so. Anfängergeist.
    Ansonsten ist es ja erfahrungsgemäß Jahr ein Jahraus so, dass du dich vornehmlich auf ( einen oder zwei ) weibliche User einschießt.
    Das ist das nicht verwunderlich. Spricht halt ebenso für eine `diskriminierende Sichtweise`hinsichtlich "Geschlecht", zusätzlich zu "andere Zen Ansicht".
    Wenn auch eine sehr grobe, denn die ursächlich subtile Aversion kommt mit einem beinahe nicht wahrzunehmenden Impuls aus. Es ist mehr eine Beschränkung des Geistes die da einsetzt. Oder so. Aber vielleicht hast du auch nur Angst. Die empfehle ich ebenfalls-im Dharma Kontext, rsp. "der Übung" betrachten ... :)


    *

    2 Mal editiert, zuletzt von Anonymous (20. September 2015 um 15:41)

  • diamant
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    • 20. September 2015 um 15:36
    • #15

    Ich finde deine Ausführungen treffend, aber hier kann ich mir einen Witz nicht verkneifen:

    Zitat

    Die Frage ist wie man mit achtsamen Umgang dafür sorgt, dass im Sommer die Fliegen aus der Wohnung bleiben u.ä.

    Und sie so leiden lassen? Wo doch hinter der Scheibe die leckere Sahnetorte wartet ... ;)

    Ich will damit sagen, dass es nicht einmal darum geht, dass die Fliege gleich tot (geklatscht) sein muss. Genau das ist ja die menschliche Projektion, die erst "Leid" im Hirn und der Gefühlswelt des Menschen schafft. Wenn man hingegen denkt, dass die Fliege keinerlei Konzept von Leid hat, kann man auch darauf verzichten, in sie etwas wie Leiden hineinzuinterpretieren. Unsere gemeinsame Natur - die erwachte, die Buddha-Natur - ist ja nicht die leidende Natur, sondern die Natur der Leere. Die buddhistische Lehre, das betone ich ja immer wieder, will das Leiden am Leiden tilgen. Ein solches Leiden am Leiden kennt die Fliege offenbar nicht, sondern nur die Rezeption von Schmerz an sich. Dafür ist die Buddhalehre aber nicht zuständig. Deshalb ist man selbst dafür verantwortlich, wenn man (noch) darunter leidet, eine Fliege zu töten. Das ist per se nichts Ehrenhaftes, genauso wenig, wie sie zu erschlagen oder, wie ich das als Kind oft machte, noch lebend in Spinnennetze im Keller meiner Oma auf dem Land zu werfen, um diese Spinnen zu studieren (nicht, dass ich damals schon so gedacht hätte wie heute ...).

    blue: Off topic, bitte das Thema ggf. im Salon eröffnen. bel ist keine Frau. Und nach dem Ursache-Wirkungsprinzip ist leicht im Forum zu recherchieren, wer sich zuerst auf wen "einschoss". Ich führe prinzipiell erst Debatten zur Person eines Users, wenn eine solche Ursache vorliegt. Das ist Buddhismus: Verschwindet die Ursache, dann auch die Wirkung. Probier es mal aus.

  • blue_aprico
    Gast
    • 20. September 2015 um 17:46
    • #16
    Zitat

    wer sich zuerst auf wen "einschoss". Ich führe prinzipiell erst Debatten zur Person eines Users, wenn eine solche Ursache vorliegt.

    lol.
    verdrehte wahrnehmung halt.
    ich teile mich mit wie du. aber genau das passt dir grade nicht. "zum zen".
    das ist alles.
    wenn du eine recht fertigung a la dharma pro verletzen, aversion und töten suchst, die gibt es nicht. damit wirst du leben müssen, wie hier mit blue_
    & mehr gibt es zu diesem thema auch gar nicht zu sagen.

  • Obladi Oblada
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    • 20. September 2015 um 18:10
    • #17
    blue_aprico:


    Ansonsten ist es ja erfahrungsgemäß Jahr ein Jahraus so, dass du dich vornehmlich auf ( einen oder zwei ) weibliche User einschießt.

    Du kannst ihn aber auch nicht loslassen, Mädel. :|

    Living is easy with Eyes closed

  • blue_aprico
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    • 20. September 2015 um 18:15
    • #18

    Wohl eher du mir nicht. :| Aber ist verständlich :D

  • xxx
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    • 21. September 2015 um 19:49
    • #19
    diamant:

    Gerade las ich wieder, wie selbstverständlich ein User die sila des Nicht-Tötens auf Tiere, in diesem Fall Insekten, anwendet

    Sila sind keine strikte Gebote, wie wir sie aus dem alten Testament oder der jüdischen Tora her kennen, sondern lediglich Übungsregeln. Man darf sie annehmen, muss aber nicht. Ob man die Übungsregeln annimmt oder nicht ist "der Welt" egal (so wie es Dir egal sein sollte was andere tun ) sie dreht sich einfach weiter.

    Taten wirken sich auf individuelles Karma aus, nicht auf die Welt.

    diamant:

    Wer die Regel allzu wörtlich auslegen will und den Zusammenhang mit den o.g. Textstellen leugnet, wird sich die Frage gefallen lassen müssen, warum er Pflanzen tötet.

    Abstehen vom Töten bedeutet Respekt vor allem Leben entwickeln. Ob Pflanzen oder Tiere macht da keinen Unterschied.

  • diamant
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    • 21. September 2015 um 21:48
    • #20
    Zitat

    wie willst du sonst üben

    Ich übe keine sila. Ich beschäftige mich mit meinem Geist (Gedanken, Gefühlen) auf eine Weise, die dies unmöglich macht. Es wäre sozusagen "hirnverbrannt", etwas zu üben, was nichts mit diesem Geist zu tun hat und von außen kommt, weil ja gerade das als nutzlose Projektion durchschaut ist.

    Nicht-Töten ist einfach die fehlende Absicht, zu töten. Ich hege (prinzipiell) keine Absicht, zu töten. Was soll da geübt werden? Wenn sich andere Notwendigkeiten ergeben, ändert sich nichts an der prinzipiellen Absicht. Dann wird ab-sichts-los das Insekt getötet, also ohne eine Sicht, d.h. ohne eine Gier, eine Wut, ein Anhaften. Liegt keine Notwendigkeit vor, wird das nächste Tier womöglich einfach aus dem Schwimmbecken gerettet. Die Rettung erfolgt ohne Gedanken an metta, so wie das Töten ohne Gedanken an Gier erfolgt.

  • accinca
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    • 22. September 2015 um 11:08
    • #21
    diamant:

    Ich übe keine sila. Ich beschäftige mich mit meinem Geist (Gedanken, Gefühlen) auf eine Weise, die dies unmöglich macht. Es wäre sozusagen "hirnverbrannt", etwas zu üben, was nichts mit diesem Geist zu tun hat und von außen kommt, weil ja gerade das als nutzlose Projektion durchschaut ist.
    Nicht-Töten ist einfach die fehlende Absicht, zu töten. Ich hege (prinzipiell) keine Absicht, zu töten. Was soll da geübt werden? Wenn sich andere Notwendigkeiten ergeben, ändert sich nichts an der prinzipiellen Absicht. Dann wird ab-sichts-los das Insekt getötet, also ohne eine Sicht, d.h. ohne eine Gier, eine Wut, ein Anhaften. Liegt keine Notwendigkeit vor, wird das nächste Tier womöglich einfach aus dem Schwimmbecken gerettet. Die Rettung erfolgt ohne Gedanken an metta, so wie das Töten ohne Gedanken an Gier erfolgt.


    Kann man durchaus machen und tun vielleicht auch viele. Helfen tut es aber auch zu nichts
    und hat daher mit der Lehre des Buddha auch nicht viel zu tun. Denn dort heißt es ja:

    Zitat

    Lebewesen zu töten – das hat er aufgegeben; dem Töten von Lebewesen widerstrebt sein
    ganzes Wesen. Ohne Stock, ohne Schwert, fühlsam, voll Teilnahme hegt er zu allen Wesen Liebe und Mitleid.


    oder:

    Zitat

    Da erwägt Vasettha, der edle Jünger, bei sich also:

    'Zeitlebens meiden Heilige das Töten, halten sich fern von Verletzung der Lebewesen. Ohne Stock, ohne Waffe, voll Zartgefühl und Mitleid sind sie auf das Wohl aller Wesen und Geschöpfe bedacht. Und auch ich meide heute, diesen Tag und diese Nacht, das Töten, halte mich fern von Verletzung der Lebewesen. Ohne Stock, ohne Waffe, voll Zartgefühl und Mitleid bin ich auf das Wohl aller Wesen und Geschöpfe bedacht. In dieser Eigenschaft folge ich den Heiligen nach, und den Fasttag werde ich befolgt haben.' Mit diesem ersten Entschluss ist der Fasttag verbunden.

  • void
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    Buddh. Richtung
    Zen
    • 22. September 2015 um 11:36
    • Offizieller Beitrag
    • #22

    Ich würde sagen, dass im Palikanon das "Anhaften an einem Ich" sehr eng mit einem "Modus der Ausbeutung" assoziiert wird, in dem vor allem die eigenen Interessen im Vordergrund stehen. Der Extremfall ist das Töten, wo das Lebensinteresse eines anderen irgendwelchen, viellleicht mindereren interessen von mir untergeordet werden.

    In dem "Modus der Ausbeutung "(Rüchsichtsloses Eigeninteresse) wird ein "Modus der Koexistenz" gegenübergestellt, in dem der andere und seine Interessen gegenüber meinen Interessen Platz eingeräumt wird.

    Diesen "Modus der Koexistenz" (Zartgefühl und Mitleid) gilt es in allem was man tut einzüben, eben weil die Ausbeutung so eng mit dem Ego verbunden ist und das Ego wiederum mit der Enstehung von Leid für sich und andere. Einübung von Koexistenz ist Einübung von Nicht-Ausbeutung und Einübung von Nicht-Ausbeutung ist Einübung von Nicht-Ego.

    Wobei man nicht glaubt, dass die Welt grundsätzlich zu ändern ist. So lange man sich auf ihr bewegt, ist man auch in das Töten involviert. Man steigt auf Würmer und auch eine vegetarische Lebensart wird manche Lebewesen töten. Aber auch wenn man das Töten nicht beenden kann, kann man es minimieren.

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  • fotost
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    • 22. September 2015 um 13:25
    • #23

    Grüße diamant,

    die Antwort ist ganz einfach: gibt es für Dich einen Unterschied zwischen einem Menschen und einem Tier oder einer Pflanze?

    Gedankenexperiment! (Albern wie die meisten davon)

    Du sitzt in einem PKW mit 200 km/h und Du rast auf ein Kind zu. Die Bremsen versagen und die einzige Chance, das Kind zu retten ist, die Richtung zu ändern und dabei zwangsläufig ein Reh zu überfahren. Was machst Du?

    Alternative:

    Du sitzt in einem PKW mit 200 km/h und Du rast auf ein Reh zu. Die Bremsen versagen und die einzige Chance, das Reh zu retten ist, die Richtung zu ändern und dabei zwangsläufig ein Kind zu überfahren. Was machst Du?

    ok?? Ich hab' jetzt keine Lust mit P&C den Text mit Tomate zu wiederholen :lol:

  • mukti
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    • 22. September 2015 um 14:05
    • #24

    Die Bedeutung des ersten Sila ist für mich ähnlich wie es void ausgedrückt hat:

    Zitat

    Aber auch wenn man das Töten nicht beenden kann, kann man es minimieren.

    Die Bemühung um geringsmögliche Gewaltanwendung, was natürlich das Töten beinhaltet, ist die Bedeutung des ersten Sila. Ich sehe keine Notwendigkeit um eine so einfache Sache, die für einen ethisch empfindenden Menschen eine Selbstverständlichkeit ist, allerlei gedankliche Konstruktionen anzustellen.

    Mit Metta, mukti.


  • diamant
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    • 22. September 2015 um 18:48
    • #25

    accinca:

    Zitat

    hat daher mit der Lehre des Buddha auch nicht viel zu tun

    Was es damit zu tun hat, habe ich oben erklärt. Aber du bist nicht der einzige, der bloß mit Textstellen operiert, ohne einen Zusammenhang herzustellen.

    Zitat

    Lebewesen zu töten – das hat er aufgegeben

    Genau das ist die Absicht, nicht zu töten. Denn alles andere ist Sophismus, da der Buddha ja weiter Fleischspenden aß (er hat es also nicht aufgegeben, andere töten zu lassen).

    Zitat

    Ohne Stock, ohne Schwert

    Die braucht man auch nicht für Insekten. Alles, was du zitierst, habe ich also schon mit meinen Worten gesagt, nur hast du es anders verstanden.

    fotost: Ja, durch solche Beispiele wird es vor Augen geführt. Aber wir hatten das hier auch schon drastischer mit dem wissenschaftlichen Experiment, wo einer durch das Opfern eines Menschen drei andere auf den Gleisen retten kann und gefragt wurde, ob er das täte. Deshalb bin ich auch nicht für das Ziel des Minimierens zu haben. Da funktioniert es für mich nicht mehr. Das Menschenleben hat einen besonderen Stellenwert, und darum muss ich nicht ein (gleichwertiges, unbekanntes) vernichten, wenn ich damit drei andere (unbekannte) retten könnte. In einer solch theoretischen Situation ist für mich nicht zu erkennen, dass ich ein Recht auf Vernichtung des einen Lebens hätte. Nicht mal, wenn hunderte andere auf dem Spiel stünden. Anders sähe es aus, wenn ich das eine Leben als das eines grausamen Diktators ansähe o. ä..

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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