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Der Druck der Entsagung

  • nibbuti
  • 1. September 2015 um 19:40
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    • 2. September 2015 um 19:22
    • #26
    Doris Rasevic-Benz:

    Natürlich verstehe ich Dich.
    Keinesfalls bin ich abgebrüht und mache oft Dinge, die meinem Verstand zuwiderlaufen.

    Und damit bin ich für alles verantwortlich. Verstehst Du, wie ich das meine? Ich habe der Verantwortungslosigkeit entsagt.

    Hallo Sprite,
    ich kann Doris Beitrag auch nur voll und ganz unterstreichen.

    Ich bin weit entfernt davon, ein entsagungsvolles Leben zu führen, aber ich bin auch weit davon entfernt, wie ich früher handelte. Also auch ich habe der Verantwortungslosigkeit entsagt. Und das erscheint mir das zunächst Wichtigste zu sein. Sogar das macht frei. Ansonsten lebe ich ein ganz normales Leben inmitten von Andersdenkenden. Abgesehen vom Fleischessen weiß ich nicht einmal, was ich noch entsagen müsste/sollte/könnte. Damit meine ich nicht, dass es da nichts zu entdecken gäbe. Damit meine ich, dass ich mich nicht weiter darum sorge.
    _()_ Monika

  • nibbuti
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    • 2. September 2015 um 19:54
    • #27
    crazy-dragon:


    Druck muß raus, sonst gibts geistige Blähungen.


    wenn das zutrifft, werter CD, würde nicht in BL Funkstille herrschen? oder ausschließlich Dharma-bezogene Gespräche?

    (die meisten, die hier schreiben, leben ja nicht enthaltsam)

    crazy-dragon:

    Und ein Baum? Der wirft auch seine Blätter ab, wenn er sie nicht mehr braucht.


    ein Baum wirft seine Blätter ab wie eine/r auf dem edlen achtfachen Pfad die 10 Fesseln abwirft

    aber bevor ein Baum seine Blätter abwirft, zieht er lebenswichtige Nährstoffe zurück in die Äste und Rinde, und lagert Schadstoffe in die Blätter aus

    beim 'Druckablassen' ist es eher umgekehrt

    die wertvollsten Stoffe (DNA, Energie) werden dabei ausgelagert, während Schadstoffe (Glas Wein für die romantische Stimmung, die Kippe danach) genüßlich aufgenommen werden :lol:

    Zitat

    _()_

    Trage nicht das Weltgetöse in die stille Einsamkeit
    Such den Wald, daß er Dich löse von der Krankheit unsrer Zeit.

  • Tara4U
    Gast
    • 2. September 2015 um 20:21
    • #28

    Ich finde, es ist wichtig, mal zu sehen, was da so in einem selbst abläuft, wenn man "verzichtet".
    Das hilft, Gewohnheiten, Gelüste und Sucht im Zaum zu halten.
    Ich habe bspw. sehr viel geraucht. Immer, wenn ich mir eine Zigerette anzünden wollte, habe ich mal angesehen, was so in mir passiert, warum ich es so sehr haben wollte. Das selbe mit Bier und Wein und Schokolade. Und dan habe ich mir vorgestellt, wei ich der Versuchung nachgebe, in allen Einzelheiten. Und auch das danach...was blieb mir danach davon übrig? Bestenfalls Hüftgold von der Schoki. :lol:
    Hatte ich dann immer noch Lust, bin ich dem nachgegangen.
    Hätte ich wem auch immer das Versprechen abgegeben, nichts von alledem zu tun, hätte ich auch gegen den auferlegten Zwang handeln müssen. Wozu? Um stolz zu sagen: "Ich habe es durchgezogen. Ich rauche nicht mehr?" Neee... ich rauche, wenngleich auch keine 20-30 Zigaretten mehr am Tag, sondern vielleicht 8-10/Woche.
    Vor nicht allzu langer Zeit bin ich 2 km gelaufen, um an Zigaretten zu kommen. Heute ist mir der Weg in die Küche dafür zu weit und es nicht wert.
    Was ich damit sagen möchte: bei mir hat alles sehr gut geklappt, indem ich mich einfach angeschaut habe, beobachtet habe, welche Gedanken sich abspielen, welche Haltung mein Körper einnimmt. Dann langsam, freillich, nicht von heute auf morgen, lässt Verlangen nach... ganz ohne Zwang, ganz ohne endgültigen Verzicht.
    :)

  • Elliot
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    • 2. September 2015 um 20:31
    • #29
    Thursday:

    http://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m002z.html

    Ich arbeite auch grade wieder damit - und ich fände es nicht schlecht, das hier mal durchzubuchstabieren.


    Nur zu!

    Es geht los mit:

    Zitat

    "Ihr Bhikkhus, es gibt Triebe, die durch Sehen überwunden werden sollten. ..."


    Viele Grüße
    Elliot

    Viele Grüße

    Elliot

  • Elliot
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    • 2. September 2015 um 20:39
    • #30
    Sprite:

    Ellviral hat das Trinken erwähnt. Es gibt ja noch andere Dinge, wie Rauchen oder Glücksspiel oder halt Sex/Selbstbefriedigung.


    Da gibt es sicher Unterschiede und auch individuelle Voraussetzungen.

    Ich habe vor 9 Jahren aufgehört zu rauchen. Und ich habe nicht wenig geraucht. Andere können alle paar Wochen oder Monate eine Zigarette rauchen, das habe ich nie geschafft. Entweder mindestens eine Packung am Tag, oder gar nicht. Also wie gesagt, seit 9 Jahren gar nicht.

    Dann trinke ich seit etwa 8 Jahren so gut wie keinen Alkohol mehr. Der Verzicht auf Alkohol machte mir das Nichtrauchen leichter. Und auch hier war es so, dass ich früher eher zuviel getrunken habe. Inzwischen verursacht Alkhoholgenuß mir Unwohlsein, auch in kleinen Mengen.

    Verzicht auf Zigaretten und Alkohol erfordert im Allgemeinen Wille und Anstrengung:

    Zitat

    "Und was, Freunde, ist Richtige Anstrengung? Da erweckt ein Bhikkhu Eifer um das Nichtentstehen noch nicht entstandener übler, unheilsamer Geisteszustände, und er bemüht sich, bringt Energie hervor, strengt seinen Geist an und setzt sich ein. Er erweckt Eifer um das Überwinden bereits entstandener übler, unheilsamer Geisteszustände, und er bemüht sich, bringt Energie hervor, strengt seinen Geist an und setzt sich ein. Er erweckt Eifer um das Entstehen noch nicht entstandener heilsamer Geisteszustände, und er bemüht sich, bringt Energie hervor, strengt seinen Geist an und setzt sich ein. Er erweckt Eifer um das Beibehalten, das Nicht-Verschwinden, die Stärkung, das Anwachsen, die Entfaltung und Vervollkommnung bereits entstandener heilsamer Geisteszustände, und er bemüht sich, bringt Energie hervor, strengt seinen Geist an und setzt sich ein. Dies wird Richtige Anstrengung genannt."

    (Majjhima Nikāya 141: Die Darlegung der Wahrheiten - Saccavibhaṅga Sutta)


    Aber Zigaretten und Alkohol sind eine Sache, Essen, Trinken, Schlafen, Notdurft usw. eine andere. Auf ersteres kann verzichtet werden, aus zweiteres nicht.

    Viele Grüße
    Elliot

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    Elliot

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    • 3. September 2015 um 08:38
    • #31
    Tara4U:


    Was ich damit sagen möchte: bei mir hat alles sehr gut geklappt, indem ich mich einfach angeschaut habe, beobachtet habe, welche Gedanken sich abspielen, welche Haltung mein Körper einnimmt. Dann langsam, freillich, nicht von heute auf morgen, lässt Verlangen nach... ganz ohne Zwang, ganz ohne endgültigen Verzicht.
    :)

    Deinem Beitrag kann ich voll und ganz zustimmen.
    Im übrigen möchte ich darauf aufmerksam machen :lol: , wir sind weder Nonnen noch Mönche. Für uns gelten diese strengen Regeln, die offenbar Sprite meint, nicht. Wir sind Haushälter, zu denen hat der Buddha auch ganz anders gesprochen.
    _()_ Monika

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    • 3. September 2015 um 08:40
    • #32

    Danke Elliot, für Deinen persönlich gehaltenen Beitrag :D
    _()_

  • crazy-dragon
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    • 4. September 2015 um 22:11
    • #33
    nibbuti:


    beim 'Druckablassen' ist es eher umgekehrt
    die wertvollsten Stoffe (DNA, Energie) werden dabei ausgelagert, während Schadstoffe (Glas Wein für die romantische Stimmung, die Kippe danach) genüßlich aufgenommen werden

    Woher weißt Du denn, wie ich Druck ablasse? Ich rauche nicht, trinke nicht, esse wenig, nehme keine Drogen. :oops:
    _()_c.d.

    Tag für Tag ein guter Tag

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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