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Fragen um die Meditation

  • Herzsutra
  • 14. Dezember 2014 um 20:02
  • Zum letzten Beitrag
1. offizieller Beitrag
  • Herzsutra
    Gast
    • 14. Dezember 2014 um 20:02
    • #1

    In unseren Breitengraden, wird Meditation oft als Entspannungsübung gesehen. Quasi wie Autogenes Training, Progressive ME und Yoga.
    Wird im Buddhismus die Praxis der Meditation auch als Entspannung angesehen..?
    Des weiteren wollt ich wissen, welche Gewichtigkeit die Meditation im Buddhismus einnimmt.
    Also ohne Meditation keine Dharmapraxis möglich, oder ist es nicht unbedingt notwendig zu Meditieren..?

  • boehnchen
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    • 15. Dezember 2014 um 03:37
    • #2
    Herzsutra:

    In unseren Breitengraden, wird Meditation oft als Entspannungsübung gesehen. Quasi wie Autogenes Training, Progressive ME und Yoga.
    Wird im Buddhismus die Praxis der Meditation auch als Entspannung angesehen..?
    Des weiteren wollt ich wissen, welche Gewichtigkeit die Meditation im Buddhismus einnimmt.
    Also ohne Meditation keine Dharmapraxis möglich, oder ist es nicht unbedingt notwendig zu Meditieren..?


    Grüß Dich Herzsutra,
    Meditation ist das Mittel der Wahl zur Selbstbeeinflussung: in der konzentrativen Meditation übst du den Geist, möglichst lang auf EINEM simplen Punkt zu bleiben. Du nimmst quasi die 10kg-Hantel in die Hand, und hältst sie.
    stundenlang. dann tagelang. dein leben lang
    In der analytischen Meditation lernst du deinem Geist, den buddhistischen Grundsätzen entlang zu denken. stundenlang. tagelang. dein leben lang.


    Wie wärs mit einem Waldspaziergang?

  • nyalaana
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    • 15. Dezember 2014 um 10:59
    • #3

    Ohne Meditation keine Dharmapraxis möglich?
    Das würde ich so nicht unerschreiben. Was ist Dharmapraxis?
    Jemand der sich an die 5 Silas hält, betreibt er Dharmapraxis? Meditieren alle Mönche?
    Jemand der in einer Shedra buddhistische Philospphie studiert und ein Gheshe wird, mag man dem Absprechen er praktiziere Dharma?
    Das Rezitieren des Palikanons, Sadhanas, Rituale kann das alles Dharmapraxis sein? Ich denke Ja.
    Meditation kann ein Teil der Praxis sein, es gibt auch andere Teile die nicht Meditation sind. Je länger man sich mit Dharma befasst, desto wahrscheinlicher wird es, dass er sich auch mal Meditaion befasst.

  • keks
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    • 15. Dezember 2014 um 12:48
    • #4
    Herzsutra:


    Wird im Buddhismus die Praxis der Meditation auch als Entspannung angesehen..?

    Welche Meditation ?
    Meditation über den Tod ? Die dürfte für viele recht unentspannend sein, aber gleichzeitig wie ich finde wichtig.
    Bevor man wo hingeht informiert man sich wie es da ist.
    Beim Tod kann man das selbe tun.
    Hinhocken, meditieren, schauen was passiert wenn keine Sinnestätigkeit mehr da ist.
    Ein Staunen, ein Grinsen, Zusammenhänge werden deutlicher.
    Gleichzeitig integriert sich dadurch die Dharmapraxis von selbst "Oh Buddha hatte recht".

    Bubu :clown::oops:

  • Lirum Larum
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    Buddh. Richtung
    Ich protestiere gegen den mangelnden Respekt vor den unterschiedlichen Traditionen.
    • 15. Dezember 2014 um 12:55
    • #5

    Meditation bedeutet ja einen Teil des Geistestrainings, der nicht unerheblich ist. Sie schafft Geistesruhe und
    -beweglichkeit.
    Es wäre also schon eine Einschränkung, wenn man ganz drauf verzichten wollte. Wie ein Fahrrad ohne Gangschaltung.
    Sicherlich gibt es Leute, die erstmal drauf verzichten müssen, aus welchen Gründen auch immer. Denen würde ich in der Tat, wie nyalaana hier sagt, nicht absprechen, Dharma zu praktizieren.
    Rezitation, Achtsamkeit, praktische Anwendung der Ethik und anderer Aspekte der Geistesschulung im Alltag - das ist ja alles Dharmapraxis und jenseits von "Wellness".

    Eher kann man bezweifeln, ob jemand, der pro Forma jeden Tag "sitzt", auch tatsächlich dabei immer meditiert. ;)
    Jeder geht so voran, wie er es kann mit seinen Gegebenheiten. Da kann man sich nur selber fragen: "Wie steht es um mich? Praktiziere ich?"
    Zu versuchen, das für andere im Außen zu beurteilen, ist Kindergarten-Level. Indiskutabel. :D

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • fotost
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    • 15. Dezember 2014 um 14:48
    • #6
    nyalaana:

    ...
    Jemand der sich an die 5 Silas hält, betreibt er Dharmapraxis? Meditieren alle Mönche?
    ...

    Wer sich an die 5 Silas hält hat auf jeden Fall gegenüber allen anderen schon einen wichtigen Schritt in Richtung Dharma unternommen.

    Und nein. Nicht alle Mönche meditieren. Meditation ist weder Buddhismus spezifisch noch Buddhismus definierend. Meditation ist eine hilfreiche Technik. Man kann Buddhist sein ohne zu meditieren und man kann meditieren ohne ein Buddhist zu sein.

    So viele Möglichkeiten..

  • mukti
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    • 15. Dezember 2014 um 15:01
    • #7
    Herzsutra:

    In unseren Breitengraden, wird Meditation oft als Entspannungsübung gesehen. Quasi wie Autogenes Training, Progressive ME und Yoga.
    Wird im Buddhismus die Praxis der Meditation auch als Entspannung angesehen..?
    Des weiteren wollt ich wissen, welche Gewichtigkeit die Meditation im Buddhismus einnimmt.
    Also ohne Meditation keine Dharmapraxis möglich, oder ist es nicht unbedingt notwendig zu Meditieren..?

    Meditation ist im Buddhismus weit mehr als eine Entspannungsübung, sie bildet die letzten drei Glieder des achtfachen Pfades (samādhi).
    http://www.palikanon.com/wtb/magga.html

    Dhammapraxis ohne Meditation geht schon, aber für die Erleuchtung ist der gesamte achtfache Pfad nötig denke ich.

    Schöne Grüße

    Mit Metta, mukti.


  • crazy-dragon
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    • 15. Dezember 2014 um 15:04
    • #8

    Za-Zen, also sitzen in Stille, ist die Essenz des Zen. Das ist alles. Punkt.
    _()_c.d.

    Tag für Tag ein guter Tag

  • void
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    Buddh. Richtung
    Zen
    • 15. Dezember 2014 um 16:43
    • Offizieller Beitrag
    • #9

    Der Buddhismus geht ja ersteinmal der Frage nach, wie "das Leiden überwunden werden kann". Dazu ist es wichtig, sich bewusst zu werden, wie "Leiden" im eigenen Körper/Geist entsteht. Und dazu ist es wiederum sinnvoll, nicht von irgendwelchen äußeren Sache gestört zu werden, die einen ablenken. Von daher ist sitzende Meditation sehr sinnvoll. Was aber nicht bedeutet, dass eine soche Sammlung nur im Sitzen möglich wäre. Es gibt eine Geschichte von einem Mönch in Tibet, der so eine Sammlung fand, indem er den Hof fegte. Ohne sitzten und fegen im Alltag Sammlung zu finden, ist natürlich noch schwerer.

    Ich würde sagen, Entspannungtechniken gehen in eine ähnliche Richtung zweigen aber früher ab. Auch bei autogenem Training achter man ja auf den eignen Körper und schaut nach, was da passiert. Um ein immer besseres Gefühl für den Körper zu bekommen. Allerdings ist es da schon das Ziel, sich körperlich und seelisch besser zu fühlen. Während es in der Meditation sein kann, dass auch mal die Beine höllisch weh tun. Was ja nicht so als entspannend gilt.

  • Lucky Luke
    Gast
    • 15. Dezember 2014 um 17:02
    • #10
    Herzsutra:

    Wird im Buddhismus die Praxis der Meditation auch als Entspannung angesehen..?

    Nach meinem Verständnis nein. Man meditiert im Buddhismus nicht, um sich zu entspannen.
    Entspannung ist eher ein Nebenprodukt der buddhistischen Meditation. Denn wenn man bei einer Meditation nicht entspannt, ist keine rechte Achtsamkeit möglich, man verkrampft während der Meditation.

    Herzsutra:

    Des weiteren wollt ich wissen, welche Gewichtigkeit die Meditation im Buddhismus einnimmt.

    Ethik, Meditation und Weisheit sind die drei Säulen im Buddhismus. Für mich sind zunächst (als Anfänger) alle drei Aspekte gleichwertig. Später (als Fortgeschrittener) würde ich die Entwicklung von Weisheit höher bewerten als Ethik oder Meditation.

    Herzsutra:

    Also ohne Meditation keine Dharmapraxis möglich, oder ist es nicht unbedingt notwendig zu Meditieren..?

    Doch. Es ist unbedingt notwendig zu meditieren. Ohne Meditation dürfte es schwerfallen, die nötige Geistesruhe zu entwickeln, um Einsicht in die Natur des Geistes zu erlangen.

  • keks
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    • 15. Dezember 2014 um 18:42
    • #11
    fotost:


    Und nein. Nicht alle Mönche meditieren.

    Mag sein, das ist dann aber an der Lehre von Buddha vorbei-gebuddhisiert. :oops:
    Oder man nimmt Teile des Pfades heraus, dann gehts wieder.

    Bubu :clown::oops:

  • boehnchen
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    • 16. Dezember 2014 um 03:06
    • #12
    keks:

    Bevor man wo hingeht informiert man sich wie es da ist.
    Beim Tod kann man das selbe tun.

    Hallo Keks :->)
    plapper doch nicht das zeugs nach. hm? Es ist Nicht möglich. (beim Tod nachzuschauen).
    Und zusätzlich: Schauen Ohne Sinnestätigkeit :->) du bist mir ja einer

    Aber gehen wir noch einen Schritt zurück: Bist du sicher dass du jetzt tot bist, äh lebst? Keks? Wer sagt dir das - dein Hausarzt?
    Aber abgesehen davon - wenn du mal ganz ehrlich bist (und der Frage überhaupt eine Chance gibst und von Grund auf nachgehst) ...


    Wir haben uns das so brav angelesen. eingelernt.
    Aber wenn du tatsächlich meditieren versuchst, über den Tod - kannst du zwei Dinge merken:
    - Du zwingst dir noch etwas zusätzliches Künstliches/Unnatürliches auf (wir haben schon als Kind gelernt dass wir uns zu dem und dem hinpeitschen müssen; und dass das wertig sei. jetzt tun wirs 'freiwillig'. (aber dahinter steht verzweiflung. ist klar))
    - und zweitens ist 'der Tod' (was immer das sein könnte, und falls es ihn gibt) nicht ausforschbar - sondern nur vorstellbar...
    ...den Büchern entlang. Würde da drin was anderes stehen - würdest du etwas anderes (?ohne?Sinnestätigkeit?) mit der gleichen Überzeugung er-fahren.
    Es ist wie mit den Filmen die du am Abend siehst; und dann träumst du davon. Und Keks, du weißt das alles, du traust es dich nur nicht denken. (und der grund ist: angst - Da kannst du jetzt aber nachSCHAUEN :->)
    wenn du willst.)

    Zitat

    Hinhocken, meditieren, schauen was passiert wenn keine Sinnestätigkeit mehr da ist.


    schifahren ohne schnee?
    den leeren teller auslöffeln?
    Wir haben uns so an diese Dinge gewöhnt. wir würden jeden Unsinn als Koan deuten:

    Zitat

    Ein Staunen, ein Grinsen, Zusammenhänge werden deutlicher.

    und alles ohne Sinneskanäle
    du bist mir ja einer

    Zitat

    Gleichzeitig integriert sich dadurch die Dharmapraxis von selbst "Oh Buddha hatte recht".

    diese Empfindung tritt tatsächlich eine Zeit lang auf. (weil sie erwartet, erhofft, gebraucht wird - es steht geschrieben also muss es stimmen)

    Hoffen wir dass der Rückweg gelingt.


      (Nochmal ganz kurz gesagt: verzeih, der Weihnachtsmann kommt nicht.
      Und wenn wir trotzdem gern unterm Baum singen, oder in einer SanghaWG wohnen möchten - gerne, aber bitte die Tatsachen nicht aus den Augen verlieren.)

  • boehnchen
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    • 16. Dezember 2014 um 11:22
    • #13
    Sherab Yönten:

    Ethik, Meditation und Weisheit sind die drei Säulen...


    und genau das :->) ist ein bisserl das Problem. Grüß Dich, Sherab Yönten.
    die Suche nach Weisheit füllt uns mit Worten > (Ethik)Konzepten - diese Inhalte werden uns dann, vermittels einer Wiederholungstechnik, in Fleisch und Blut gegeben;
    und gehirngewaschen hat jeder Mensch dann wenig Chance (noch außerhalb der wäsche zu denken und auf einen grünen zweig zu kommen) - das Phänomen ist hinlänglich bekannt. Die Menschheitsgeschichte ist voll davon.
    ...der Buddhismus ist da vielleicht noch moderat, weil er ein lieber Glaube/Religion ist. (Fast keine Kreuzzüge.)

    aber trotzdem:
    wir sind deutlich auf dem falschen Dampfer (und ich wiederhole es halt noch einige Male. es könnte wen interessieren)

    Man muss es sagen: es ist nicht nur vergebliche Liebesmüh (da würde ich wahrscheinlich gar nichts zu sagen -
    spielen lassen) ...aber die Folgen (wie oben beschrieben) für jemanden der ernsthaft sucht, der wirklich dauerhaft meditiert (also bereit ist, sich selbst noch diese weiteren Unnatürlichkeiten aufzubürden, sich die gewalt antut) ...der ist schon sehr gefährdet irgendwann zu scheitern. (weil ausschließlich Scheitern, Straucheln möglich ist; a la long) ...die meisten rutschen noch rechtzeitig wieder in eine Esoschiene raus - und tun sich bei den Workshops nicht viel an. Wenn das aber nicht passiert, dann...
    endet das mitunter, wie gesagt und vielzählig ohnehin beobachtbar, unschön

    und vor allem endet es meist leider Nicht mit einer Auflösung der Verstrickung, einem Verstehen, einem Begreifen, was sich da genau abgespielt hat (die letzten Jahre/Jahrzehnte
    der SUCHt)
    .
    und wenn das rausfehlt, wird die Wunde oft später erneut wieder aufgerissen. (nämlich auf einem weiteren 'weg-versuch')

    Zitat

    ...Später würde ich die Entwicklung von Weisheit höher bewerten als Ethik oder Meditation.


    hineingeprägte Verhaltensweisen (Med.>Ethik, die wäsche) war ja schon gestern; heute wirst du nur mehr Worthülsen umordnen, aneinanderreihen können ('Weisheit') -
    der 'erfolg'ten Wäsche entlang. Da wird dir/demjenigen gar keine weitere Wahl bleiben, in dem Stadium, Sherab Yönten.

    Zitat

    Doch. Es ist unbedingt notwendig zu meditieren. Ohne Meditation dürfte es schwerfallen, die nötige Geistesruhe zu entwickeln, um Einsicht in die Natur des Geistes zu erlangen.

    ähem :->)
    Sherab, du wirst damit leben müssen, was du anderen ratSchlägst

  • Jojo
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    • 16. Dezember 2014 um 12:14
    • #14
    boehnchen:

    - gehirngewaschen hat jeder Mensch dann wenig Chance (noch außerhalb der wäsche zu denken und auf einen grünen zweig zu kommen)
    - wir sind deutlich auf dem falschen Dampfer
    - die Folgen (wie oben beschrieben) für jemanden der ernsthaft sucht, der wirklich dauerhaft meditiert
    - (also bereit ist, sich selbst noch diese weiteren Unnatürlichkeiten aufzubürden, sich die gewalt antut)
    - ...der ist schon sehr gefährdet irgendwann zu scheitern.
    - (weil ausschließlich Scheitern, Straucheln möglich ist; a la long)
    - hineingeprägte Verhaltensweisen (Med.>Ethik, die wäsche)
    - ('Weisheit') - der 'erfolg'ten Wäsche entlang. Da wird dir/demjenigen gar keine weitere Wahl bleiben

    Sherab, du wirst damit leben müssen, was du anderen ratSchlägst

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    Böhnchen, du aber auch.
    Sind WIR Krankenschwester? Wieso sind WIR auf dem falschen Dampfer?
    Du vielleicht, was deine Annahmen über die Meditation betrifft.

    Mein Gott. Ich habe das Gefühl, du hast noch nie "gesessen". Was stellst du dir darunter nur vor? Hört sich ja schrecklich an. :shock: Vielleicht hast du eine Extremversion von Mahasi Sayadaw-Style Vipassana Noting Practice ausprobiert? Normale Version: http://de.wikipedia.org/wiki/Mahasi_Sayadaw Extremversion: http://opinionator.blogs.nytimes.com/2012/12/17/the…meditator/?_r=0

    Versuch mal shamata, einfach nur Sitzen, die Körperempfindungen wahrnehmen, und ohne Bewertung wahrnehmen und zulassen, was geschieht.

    Als Anfänger sollte man unangenehme Empfindungen tatsächlich nur in begrenztem Umfang in die Übung nehmen. Lieber mal ne Pause machen, wenn´s zu schwierig wird. Wenn man aber genug Erfahrung hat, kann man sich durchaus auch mit schwierigeren Empfindungen (vulgo: Schmerzen) und Emotionen beschäftigen. Die Fähigkeit dazu wächst mit der Zeit, also da ist nichts mit Gewalt.

    Komm mal´n bisschen runter.

  • Lucky Luke
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    • 16. Dezember 2014 um 13:51
    • #15
    boehnchen:

    Sherab, du wirst damit leben müssen, was du anderen ratSchlägst

    Ich kann mit dieser Aussage sehr gut leben, boehnchen, weil ich mir sicher bin, das nicht nur ich diese Position vertrete, sondern die große Mehrheit aller Praktizierenden, die ernsthaft Buddhismus praktizieren. Ich habe noch keinen buddhistischen Lehrer gehört, der zu seinem Schüler sagt: "Es ist nicht nötig, dass Du meditierst!".

  • keks
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    • 16. Dezember 2014 um 16:02
    • #16
    Zitat

    Und Keks, du weißt das alles, du traust es dich nur nicht denken.

    Gehirnakrobatische Spekulationen ? Anhäufung von geistigem Sperrmüll ? Denken ? Ich verzichte freiwillig.

    Bubu :clown::oops:

  • EinGedanke
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    • 16. Dezember 2014 um 19:25
    • #17

    boehnchen,

    an dem was Sherab geschrieben hat ist absolut nichts auszusetzen. Die Dinge die du erwähnt hast, sicher warnst du vor etwas was in der Tat in die falsche Richtung gehen kann. Das ist allerdings nicht der Grund dafür wieso diese Konzepte gelehrt werden. Konzepte sind nicht schlecht. Wenn man ein Floss vorzeitig wegwirft ohne am anderen Ufer angekommen zu sein ertrinkt man.

    Wenn diese Dinge zu Gehirnwäsche und Selbstbetrug führen liegt es wohl daran, dass etwas außerordentlich schief gelaufen ist. Sei es weil man seine eigenen falschen Interpretationen vom Buddhismus angewendet hat, sei es weil man nie aus dem Denken rauskam und die eigentliche Medizin nur begutachtet hat anstatt sie auch wirklich zu nehmen oder weil man einem falschen Lehrer oder Gemeinschaft auf den Leim gegangen ist.

    Diese Fehlschläge jedoch liegen nicht im System dieser Lehre selbst. Ethik, Samadhi und Weisheit, in dieser Reihenfolge bilden einen sicheren Weg der, sofern man ihn richtig anwendet, Leid völlig erlöschen lässt oder zumindest die Lebensqualität beträchtlich verbessert. Wenn das letztere nicht eintrifft, die Wogen des Geistes sich nicht glätten, man nicht zu einem ruhigeren und offerenen Menschen wird, dann liegt es eventuell daran, dass wir etwas falsch machen, wir die Medizin nicht nehmen. Es geht also um die tatsächliche Umsätzung und nicht die Dogmen und das Gerede drumherum. Und zur Umsetzung gehört die Rechte Ansicht, die versteht wie Ethik, Samadhi und Einsicht zusammenhängen und sich gegenseitig bedingen.

  • boehnchen
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    • 17. Dezember 2014 um 05:08
    • #18

    Hi Jojo
    darum gehts ja grad („wieder runter“).
    Ich bin nicht sicher ob du genau das liest, was ich schreibe.

    Irgendwann kann es uns dämmern, dass wir eine Natürlichkeit so weit verlassen haben dass uns dafür scheints jegliches Gefühl abgeht. Mit ruhiger Selbstverständlichkeit platzieren wir die Fische neben dem Aquarium.


    Was wir alles (gelernt haben zu) glauben, worin wir vertrauen haben, riesengroßes Vertrauen, davon könnte man versuchen wieder runter zu kommen. Schritt für Schritt. (man muss ja nicht gleich einen schock kriegen :->)
    Wenn ich draufkomme meine teure Corvette hat einen totalschaden - ist das erstmal schrecklich. Wenn ich unbedingt weiter Autorennen fahren möchte, finde ich schon wieder was. bzw, wenn mir Kaffeekränzchen wichtig sind, werde ich auch besser nicht nach der Wahrheit suchen und die Rezepte hinterfragen - weil sonst werde ich nicht mehr eingeladen. (ausschluss aus der sangha :->))

    …Noch mehr ist es ohnehin so: hätte man die Möglichkeit das (und es geht hier bitte NICHT um Erleuchtung) kurz zu probieren - man würde davon rennen. Drum würde ich sagen:
    sitze, wenn du wirklich gerne sitzt. (frag die kleine Jojo, was sie jetzt in dieser Welt am liebsten würd machen wolln. (Das ist ein kleiner Trick mit dem Zauberstab, um an die Ursprünge wieder bissi ranzukommen. mit einem dreisten Sprung :->))


    man muss sich grundsätzlich entscheiden - akzeptiere ich Dinge als Wahrheit, die ich Nicht konkret überprüft habe…? An welchem Punkt setze ich meine Forschung an? oben auf den Büchern drauf?

  • Tara4U
    Gast
    • 17. Dezember 2014 um 09:35
    • #19

    ich denk mal, es geht immer noch um Meditationsfragen

    Zitat

    Mit ruhiger Selbstverständlichkeit platzieren wir die Fische neben dem Aquarium.

    Das merken nur jene nicht, die das verzweifelte Todesspringen der Fische auf dem Trocknen nicht erkennen und meinen, es gehöre sich halt so, so benehmen sich Fische nun mal. Und sich Belehrungen an jene zurechtlegen, die das Bedürfnis der Fische erkennen, frei nach dem Motto:
    das ist doch das natürliche Verhalten von Fischen, dass sie auf dem Trockenen springen.
    Ein Meditierender erkennt die Bedürfnisse und setzt die Fische ins Wasser, zunächst in ein Aquarium, um sie so auf das Leben in einem grossen Teich vorzubereiten.

    Zitat

    enn mir Kaffeekränzchen wichtig sind, werde ich auch besser nicht nach der Wahrheit suchen und die Rezepte hinterfragen - weil sonst werde ich nicht mehr eingeladen. (ausschluss aus der sangha :->))


    soso... ist das so in einer Shanga???
    Da scheint jemand bannig viel Erfahrungen gesammelt zu haben mit Shangas.
    Ich habe keine Shanga-Erfahrung. Aber jeden, den ich ehrlich interessiert nach seinem Kuchenrezept fragte, war bisher bereit, es mir zu geben -so er es kannte und nicht nur eine wilde Mischung zusammengefügt hat.

    Zitat

    sitze, wenn du wirklich gerne sitzt. (frag die kleine Jojo, was sie jetzt in dieser Welt am liebsten würd machen wolln. (Das ist ein kleiner Trick mit dem Zauberstab, um an die Ursprünge wieder bissi ranzukommen. mit einem dreisten Sprung :->))


    jo, genau, Jojo... nu mach doch mal diesen dreisten Sprung, such Dir den Zauberstab! :lol:

    ich mach das doch auch so...ich arbeite NUR, wenn ich muss, wasche mich Nur, wenn ich es nicht umgehen kann, fresse und saufe alles, was mir so gerade gelüstet, denn nur so kann ich meine Natürlichkeit und Selbstverständlichkeit entdecken...ob andere eine Gasmaske dann brauchen oder ich mich mir den Folgen von fehlerhafter Ernährung danach quälen muss....ist doch egal, oder? Hauptsache ich weiss, was mein innerer Schweinehund grad so an Fressi braucht :badgrin

    Einmal editiert, zuletzt von Tara4U (17. Dezember 2014 um 10:12)

  • keks
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    • 17. Dezember 2014 um 09:44
    • #20

    Za heisst sitzen, in Form von Verweilen.
    Zen heisst versenken in die Wirklichkeit selbst.
    Verweilen in Versenkung.

    Es geht also nicht vorwiegend um die Körperhaltung selbst sondern vielmehr um die Haltung des Geistes.
    Beim Stehen, Liegen, Sitzen, Gehen, Reden, Schweigen.

    Dafür ist es nicht nötig Vegetarier zu werden oder Askese zu üben, Religionen und Lehrreden sind dafür auch nicht nötig :D
    Zumindest nicht beim Zen, beim Zen muss jede Glaubensrichtung, alles angelernte in die Tonne, auch Geburt und Tod.
    Durch Zen wird man ebenso kein besserer Mensch, es geht nur um das Erwachen und da hat eben alles weltliche nichts verloren.
    Buddhas Zeugs auf das minimalistischte reduziert. Alles andere bringt nur neue Glaubenssätze und Kopfkirmes was für den Zen Unsinn ist.

    Im Sitzen fällt es eben einfacher Konzentration zu üben und diese dann auch im Alltag zu integrieren.

    Bubu :clown::oops:

  • Jojo
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    • 17. Dezember 2014 um 18:53
    • #21

    Lieber Böhnchen,
    Du spekulierst dir hier nen Ast.

    Zitat

    …Noch mehr ist es ohnehin so: hätte man die Möglichkeit das (und es geht hier bitte NICHT um Erleuchtung) kurz zu probieren - man würde davon rennen. Drum würde ich sagen:
    sitze, wenn du wirklich gerne sitzt. (frag die kleine Jojo, was sie jetzt in dieser Welt am liebsten würd machen wolln. (Das ist ein kleiner Trick mit dem Zauberstab, um an die Ursprünge wieder bissi ranzukommen. mit einem dreisten Sprung :->))


    Die kleine Jojo? Wer soll das denn sein?
    Ja, ich sitze gerne, trotz aller damit verbundenen Anstrengungen.
    Und warum?
    Weil es hilft.

    Stell dir einen Krebskranken vor, der einen sichtbaren Tumor hat.
    Er macht eine Chemotherapie, und bei jeder Therapiesitzung verkleinert der Tumor sich sichtbar.
    Was glaubst du wohl - ist die Chemotherapie das, was der Krebskranke jetzt in dieser Welt am liebsten würd machen wolln?
    Wahrscheinlich nein.
    Und was glaubst du - macht er sie trotzdem gerne?
    Wahrscheinlich ja.
    Genau so ist es auch bei mir.

    Vorschlag an Mod: OT-Diskussion aus Herzsutras Thread rauslösen? gern auch in "meinen" Thread verschieben.

  • keks
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    • 17. Dezember 2014 um 21:44
    • #22

    https://www.youtube.com/watch?v=NpCij3vnHgs Gehmeditation im Alltag

    Bubu :clown::oops:

  • bel
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    • 18. Dezember 2014 um 04:20
    • #23

    Ich geb mal eins noch drauf: ich sitze auch gerne, obwohl es nichts "hilft". Wenn schon nach warum gefragt, dann antworte ich: gerade deswegen. Und überhaupt, muß ich das rechtfertigen - einschließlich mir selbst gegenüber?
    Die Unnatürlichkeit (und Gehirnwäsche) von der Böhnchen oben spricht, kommt ja tatsächlich aus Erwartungshaltungen die man für sich selbst mit seinem Tun und Glauben verknüpft, da ist der Buddhismus nicht anders als alle andere Religionen, es werden nur Konzepte getauscht.

    Und was genau will uns der Herr im Video von Keks verklickern? Ich komm einfach nicht drauf.

  • al-Nuri
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    • 18. Dezember 2014 um 08:26
    • #24

    Ist das noch Mahayana ( Gelübde ) ? Oder auch das zu religiös ? Die Nervosität seine vermeintliche Autonomie, die gar nicht besteht, einzubüßen, legt sich, wenn man in einem eher non-säkularen, also traditionellem Umfeld übt. Der Westen ziert sich doch nur und brüstet sich mit Aufgeklärtheit. Kritisch und gebildet genug sind wir ja - auf Kosten der Kraft des Vertrauens.

    Honen Shonin: "Weil es den Übenden in der heutigen Zeit aber gut geht, finden sie Einschränkungen schwer."

  • al-Nuri
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    • 18. Dezember 2014 um 10:47
    • #25

    Abgesehen davon,kann man nicht behaupten,daß Buddha nicht aufgrund von Absichten und auch Ansichten seine Anstrengungen unternommen hat. Nur waren die von Anfang an fast ausschließlich praktischer Natur, und aufgrund und nicht trotzdessen, haben sich diese auch immer wieder gewandelt, bis hin dazu, daß er alles an Zielvorstellungen und Selbstbestrebungen hat fallen lassen, aber nicht den Wunsch nach Wahrheit, einer Wahrheit von der er schon früh Geschmack bekommen hatte, als er nämlich seinem Vater beim Pflügen zusah, als er seine Lehrer praktisch übertraf ( ihnen "auf die Schulter stieg" ), als er des Leidens ansichtig wurde, tiefes Mitgefühl empfand und auch die Ausweglosigkeit von Samsara aufgrund seines religiösen Bildungs- Hintergrundes kannte, der noch und heute noch die ewiger Reinkarnation lehrt, wenn nicht Anstrengungen unternommen werden.

    Honen Shonin: "Weil es den Übenden in der heutigen Zeit aber gut geht, finden sie Einschränkungen schwer."

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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