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Die Natur des Geistes

  • Ji'un Ken
  • 1. Oktober 2013 um 13:27
  • Zum letzten Beitrag
1. offizieller Beitrag
  • Ji'un Ken
    Gast
    • 1. Oktober 2013 um 13:27
    • #1

    Ein Text, über den ich mal gestolpert bin. Er hat mich angesprochen.

    Zitat

    Die Natur des Geistes ist reines Gewahrsein. Dieses spiegelt die Sinneseindrücke ohne Interpretation. Doch wir Menschen formen die Eindrücke zu Bildern und fassen sie in Worte, die wir im Gedächtnis speichern. Diese Wort-Gebilde ersetzen die unmittelbaren Sinneseindrücke. Wir machen uns nicht nur Bilder von den Dingen der Aussenwelt, sondern setzen unsere Vernunft ein und schaffen auch noch Worte für Dinge, die aussen gar nicht existieren, wie Liebe, Glück, richtig, falsch und viele andere abstrakte Begriffe. Aber die Bilder und Worte sind nicht der Geist selbst. Es sind die Inhalte des Geistes. Nimmt man alle Inhalte heraus, sieht man den reinen Geist. Der von allen Gedanken entleerte Geist ist der ursprüngliche, reine, leere Geist. „Rein“ und „leer“ sind hier gleichbedeutend.
    Die Worte „leer“ und „Leerheit“ sind trügerisch. Man stellt sich darunter leicht ein abstraktes Nichts vor, ein „Nichts“ im Gegensatz zu „Etwas“. Oder man hält es für etwas Mystisches und Geheimnisvolles. In der Wirklichkeit gibt es jedoch nichts Geheimnisvolles und nichts Mystisches.
    Viele, die an der Idee festhalten, „leer“ bedeute, dass nichts existiere, ziehen da- raus den falschen Schluss, dass alles, was sie um sich herum sehen, eine Art Fata Morgana sei, völlig dem Zufall überlassen, ohne Ursache und Wirkung. Sie behaupten, dass es im ganzen Universum überhaupt nichts gebe, ja, dass selbst das Universum nur Einbildung sei. Diese Ansicht ist schädlich, da sie die Leere vom materialistischen Standpunkt aus interpretiert. Die Menschen, welche in der materiellen Idee von Leerheit leben, sind wie berauscht, sie meinen, sie könnten tun und lassen, was ihnen beliebt, sie bräuchten sich um keine Gesetze und Moral zu kümmern. Sie kennen die Quelle ihres eigenen Bewusstseins nicht und ver- giften dadurch ihr Denken und Handeln.
    Ihr müsst wissen, dass der reine, leere Geist nicht euer individueller, nicht der menschliche Geist ist, sondern das Wesen des ganzen Universums. Es ist der wunderbare Geist, der niemandem gehört. Das ganze Universum ist leerer Geist. Sämtliche Phänomene – materielle Dinge sowie mentale Vorgänge – sind Manifestationen des einen, leeren Geistes. Ihr könnt diese Leerheit nicht gedanklich fassen oder herbeidenken; sie ist der immer währende, allgegenwärtige Zustand eures Wesens und kann nur auf der Basis eurer eigenen Meditationserfahrung intuitiv verstanden werden.
    Einige Menschen bezahlen viel Geld für die Bahn, um zu mir zu kommen und mich zu fragen, wie sie das Rückgrat aufrecht halten und den Atem kontrollieren sollen und ob die Augen offen oder zu sein müssen. Die Körperhaltung ist natürlich wichtig, aber die geistige Meditationshaltung ist wichtiger. Danach werde ich aber nicht gefragt, die Leute wollen nur wissen, wie sie durch die Nase atmen sollen, als ob dies ein Mysterium wäre.
    Solange man sich eine Vorstellung von Leerheit macht, ist der Geist nicht leer. Wenn ihr absichtlich leer werden wollt, indem ihr die Augen schliesst, alle Geistesaktivitäten anzuhalten versucht, die Lippen zusammenpresst und den Atem kontrolliert, folgt ihr bloss eurer Vorstellung.
    Wenn euch bei der Meditation der Gedanke kommt, nun sei euer Geist still, handelt es sich um Scheinmeditation. Jemand, der wirklich meditiert, denkt an nichts. Sein Geist gleicht dem ruhigen Mond am leeren Himmel. Wolken, Sterne, Wind, Frühling, Sommer, Herbst und Winter kommen und gehen, aber der stille Mond am Himmel bewegt sich nicht. Nur die vom Wind getriebenen Wolken bewegen sich.
    In ruhiger Meditation kann man alle Aktivitäten des Geistes sehen und beobachten, von der Oberfläche bis zum Grund. Man muss es nur intensiv genug tun – ohne Ungeduld und mit Hingabe – bis der Geist kristallklar wird, und man sich nicht mehr mit den Gedanken, Bildern oder Emotionen identifiziert. Die Geistesaktivität stört einen dann überhaupt nicht mehr. Man kann sie objektivieren, als wäre es die Aktivität eines anderen Menschen. Schliesslich hört sie ganz auf. Dann ist man im leeren Geist absorbiert.
    Erlaubt eurem Geist zuerst, sich frei mit dem Gedankenfluss und den auftauchenden Traumbildern zu bewegen, richtet die Aufmerksamkeit dann allmählich mehr und mehr auf das „Zentrum” hin, bis sie sich dort fest verankert. Dieses „Zentrum” ist kein materieller Punkt, es dehnt sich endlos in alle Himmelsrichtungen und durchdringt das ganze Universum. Versucht nicht, die Gedanken zu verscheuchen oder die Geistesaktivität anzuhalten – lasst einfach alles ziehen. Der Geist kommt nicht durch Gewalt zur Ruhe, noch dadurch, dass man seine Aktivitäten fürchtet oder flieht. Ruhe stellt sich ein, wenn man alle Aktivitäten genau beobachtet und durchschaut, ohne sich darin zu verlieren. Der wache Geist verblasst dabei nicht, aber die Geistesinhalte verblassen. Wenn ihr euch daran gewöhnt habt, eure Gedanken weder zu hassen noch zu lieben, werdet ihr überhaupt nichts mehr denken während der Meditation. Dann ist nur der reine Geist vorhanden, und der Körper besteht nur aus Knochen und Muskeln.
    Wenn der vollständig zur Ruhe gekommene, gedankenleere Geist plötzlich durch die ihm innewohnende intuitive Intelligenz erhellt und kristallklar wird, erkennt man schlagartig seine Unermesslichkeit und Ichlosigkeit. Dies wird „Sicht in das eigene Urwesen” genannt.
    Ich kenne einen Zen-Schüler, dem ich vor etwa dreissig Jahren zum ersten Mal begegnet bin. Sein „Guten Tag“ klang damals fade und schwach. Dreissig Jahre später begrüsste er mich laut und deutlich: „Guten Tag, wie geht es?“ Ich fragte ihn: „Hast du den leeren Geist gefunden?“ „Nein“, antwortete er, „es gibt nichts derartiges.“ Wir sahen uns in die Augen und lächelten.
    Zusammengestellt aus div. Kapiteln von: Meister Sokei-an: Man sieht nur in der Stille klar; ISBN:3-9521915-7-4

    Quelle: http://www.zzbzurich.ch/bibliothek/dhyana/d_2007_f.pdf ab Seite 5

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  • Jikjisa
    Gast
    • 1. Oktober 2013 um 14:04
    • #2

    Die Leere ist ja auch verdammt voll, aber das macht gar nichts- es ist nicht die Fülle des wahren Geistes.

    Zitat

    Nur ein Herz, das in sich selbst Nichtirgendetwas ist, kann nicht beschmutzt werden...ist das einige aufrichtige Herz..../

    Diese wahre Versenkung ist wesentlich von anderen Arten der Versenkung verschieden,
    bei denen man, von den Dingen befangen, ins Schwärmen und Irren gerät. ( Lin Chi )

    Passt gut zur Disse darüber was die "8 Erlösungen" meinen könnte.
    Das meint jedenfalls von Dingen befangen zu sein; weil es auf dem Selbst-Faktor schwärmt und irrt. Zuneigung & Abneigung. Es ist noch nicht einsgerichtet,
    noch nicht geeinigt. Geeinigt ist es nur in Ausrichtung Nibbana.

    Daher auch: "Man" muss bereit sein zu sterben. Im Sitzen. Im Stehen. Im Gehen. Selbstentsagung.

    Ui.Ui.Ui. :grinsen:

    Und das : Meister Sokei-an: Man sieht nur in der Stille klar Kleiner Satz-aber sowas von konkret...irreversibel absurd wichtig... ;)

    Mit freundlichen Grüßen !
    lieber Alf

  • Peeter
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    • 1. Oktober 2013 um 14:18
    • #3
    Zitat


    Wenn euch bei der Meditation der Gedanke kommt, nun sei euer Geist still, handelt es sich um Scheinmeditation. Jemand, der wirklich meditiert, denkt an nichts. Sein Geist gleicht dem ruhigen Mond am leeren Himmel. Wolken, Sterne, Wind, Frühling, Sommer, Herbst und Winter kommen und gehen, aber der stille Mond am Himmel bewegt sich nicht. Nur die vom Wind getriebenen Wolken bewegen sich.
    In ruhiger Meditation kann man alle Aktivitäten des Geistes sehen und beobachten, von der Oberfläche bis zum Grund.

    schön
    wenn,s dann auch umgesetzt wird :)

    "„Sicht in das eigene Urwesen” wOOOw

    Der IST-Zustand (Buddha-Natur)
    metta
    mitfreude
    gleichmut
    mehr nicht .. aber auch nicht weniger

    "Guter "Artikel"

    Einmal editiert, zuletzt von Peeter (1. Oktober 2013 um 14:30)

  • Sumedhâ
    Gast
    • 1. Oktober 2013 um 14:27
    • #4

    Danke Ken _()_

    OT

    Peeter:

    schön
    wenn,s dann auch umgesetzt wird :)
    anstatt ....


    anklagende jammersuse...... :grinsen:

    _()_
    .

  • Peeter
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    • 1. Oktober 2013 um 14:32
    • #5
    Sumedhâ:
    Peeter:

    schön
    wenn,s dann auch umgesetzt wird :)
    anstatt ....


    anklagende jammersuse...... :grinsen:
    .

    dat ist nicht jammern, das ist Hoffnung
    für Andere .. dass es wirklich umgesetzt werden kann.
    Wie ich das mache .... tja :)

    ach meine Plapperfinger und mein Plappermaul :grinsen:

    grüsse

  • Sumedhâ
    Gast
    • 1. Oktober 2013 um 14:38
    • #6
    Peeter:

    dat ist nicht jammern, das ist Hoffnung
    für Andere .. dass es wirklich umgesetzt wird.


    .... für die anderen....warum nicht für sich selbst....?
    für die anderen kann ich nichts tun, sehr wohl aber für mich....
    hier hat der herbst einzug gehalten...
    _()_
    .

  • Peeter
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    • 1. Oktober 2013 um 14:49
    • #7
    Sumedhâ:
    Peeter:

    dat ist nicht jammern, das ist Hoffnung
    für Andere .. dass es wirklich umgesetzt wird.


    .... für die anderen....warum nicht für sich selbst....?

    Bodhichitta ... !

    Sicherlich bist du in der Medi mit Dir allein.
    Und den Wolken und dem See.
    Ob der nun klar und rein ist oder immer noch aufgewühlt
    und voller Schlacken und voller Dreck.
    Die Stille der Leere erfährst auch nur >Du< ganz allein, denn
    es ist nicht Jemand Anderes, der/die sitzt.
    Und wenn "Geist" dann erfahren wird, dann ist da Niemand
    als dein "Selbst", was die Erfahrung macht.
    Und mit der Stille musste selber klarkommen.

    Nur warum nicht auch diese Erfahrungen nicht auch anderen Lebewesen gönnen, die ernsthaft
    und voller metta auf dem Weg zur Erleuchtung und zur Erkenntnis sind ?

    Der wache Geist verblasst dabei nicht, aber die Geistesinhalte verblassen. Wenn ihr euch daran gewöhnt habt, eure Gedanken weder zu hassen noch zu lieben, werdet ihr überhaupt nichts mehr denken während der Meditation. Dann ist nur der reine Geist vorhanden, und der Körper besteht nur aus Knochen und Muskeln.
    jut

    Farben in den Augen ... sortieren

  • Sumedhâ
    Gast
    • 1. Oktober 2013 um 15:01
    • #8
    Peeter:

    Nur warum nicht auch diese Erfahrungen nicht auch anderen Lebewesen gönnen,


    ich sprach nichts von gönnen... sondern von deiner hoffnung für die "realisierung" der ANDEREN!
    hier einer meiner lieblingszitate von :Kosho Uchiyama Roshi / Zen für Küche und Leben

    Zitat

    Mein verstorbener Meister, Kodo Sawaki Roshi, sagte, dass wir nicht einmal einen Furz tauschen können und dass jedermann sein eigenes Leben zu leben hat. Dies mag als überraschendes Beispiel für seinen Humor gelten, es drückt aber ganz klar die Wahrheit des Lebens aus. Wir können uns keinen Furz ausleihen, selbst wenn wir einen kleinen Furz als Zinsen zahlen.


    ich halte es wie Kodo....

    _()_
    .

  • Lux
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    • 2. Oktober 2013 um 11:03
    • #9
    Ji'un Ken:

    Ein Text, über den ich mal gestolpert bin. Er hat mich angesprochen.

    Zitat


    Zusammengestellt aus div. Kapiteln von: Meister Sokei-an: Man sieht nur in der Stille klar; ISBN:3-9521915-7-4

    Quelle: http://www.zzbzurich.ch/bibliothek/dhyana/d_2007_f.pdf ab Seite 5


    Danke Ji`un Ken für das teilen von diesem Text!

  • void
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    Buddh. Richtung
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    • 2. Oktober 2013 um 11:59
    • Offizieller Beitrag
    • #10

    Das ist ein sehr schöner Text. Wörüber ich immer wieder stolpere ist der Begriff "Geist" (Wofür natürlich der weise Autor nichts kann) Was mir an dem Wort missfällt, ist dass es eine gewisse Körperlosigkeit andeutet. Sowas ätherisches, wo alles zur blossen Vorstellung verkommt und kein Schwung und kein Leben dahintersteckt. Von daher wirkt es merkwürdig, wenn da das "Urwesen" der Welt, das was uns mit den leidenden Wesen und den rohen Elementen verbindet, sich mit dem Begriff "Geist" beschreiben lassen soll.

    Aber das scheint nur so. In einem alten Lexikon habe ich gelesen, dass das Wort "Geist" ursprünglich "das Brausende" bedeutet so wie auch die entsprechenden lateinischen und griechischen Wörter die strömende Luft bezeichnen. Das passt da schon eher. Die Wellen brausen und strömen wie das Blut in unseren Adern, die Gedanken brausen, der Stoffwechsel braust. Die Sterne sausen über den Himmel und die Zeit treibt alles vor sich her. Auch das hebäsiche Wort für Geist( „rûaḥ “ ) bedeutet Wind und sogar unser altes Feindwort "Atman" bedeutet in seiner Grundbedeutung nichts festes und begrenztes sondern bezeugt dem deutschen Wort "Atem" verwandt, den Flüchtigen Charakter des Geistigen. Wir atmen ein und aus, werfen uns in die grosse Brandung die alles anschwemmt und wegschwemmt. Gedanken, Blut, Treibbgut und Gummienten. ( Friendly Floatees Wenn man den Geist des Universums mit seiner Ursprungsbedeutung als so ein Strömen sieht, hat man auch nicht das Problem, das geistige Prozesse unterstellen zu müssen.

  • Sumedhâ
    Gast
    • 2. Oktober 2013 um 12:15
    • #11

    angeregt durch diesen text suchte ich im netz und fand auch was (aus meiner sicht) hilfreiches.
    DER BEGRIFF DES BEWUSSTSEINS BEIM ZEN MEISTER SOKEI-AN es ist etwas langatmig :D aber ich fand manches klärend.

    void,
    das mit den unterschiedlichen entsprechungen von "Geist" oder "Bewusstsein", verwirrt(e) mich bei einigen Autoren auch. der höhepunkt der begrifflichen verwirrung, erlebte ich bei Wei Wu Wei (Die einfache Erkenntniss), obwohl zu beginn die begrifflichkeiten erklärt werden. im "automatismus" des lesens fiel (von fallen) :grinsen: ich zu beginn immerwieder in meine alten muster....

    _()_
    .

  • Peeter
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    • 2. Oktober 2013 um 13:27
    • #12
    Zitat

    "Man" muss bereit sein zu sterben. Im Sitzen. Im Stehen. Im Gehen. Selbstentsagung.

    Bereit sein zu sterben in diesem Leben heisst auch, vom gewohnten "ICH" loszulassen. Zu sterben vom "ICH".
    Das Leben im dukkha ist sterben und Tod.
    So gesehen ist "Todlosigkeit" das Hinaustreten aus den dukkha Ereignissen.
    Oder
    Das Sterben von Augenblick zu Augenblick.
    In einem Moment sterben, um im nächsten
    neugeboren zu werden. Wobei die Momente eben das Erleben des (und .. im) Alltäglichen sind.
    Und beim Sterben alles Anhaftende und Unheilsame hinter sich lassen
    und wie Phoenix aus der Asche im nächsten Moment erwachen.

    Todlosigkeit .. kein Sterben mehr in den Anhaftungen.

  • brigittefoe
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    • 2. Oktober 2013 um 14:21
    • #13

    Ihr müsst wissen, dass der reine, leere Geist nicht euer individueller, nicht der menschliche Geist ist, sondern das Wesen des ganzen Universums. Es ist der wunderbare Geist, der niemandem gehört. Das ganze Universum ist leerer Geist. Sämtliche Phänomene – materielle Dinge sowie mentale Vorgänge – sind Manifestationen des einen, leeren Geistes. Ihr könnt diese Leerheit nicht gedanklich fassen oder herbeidenken; sie ist der immer währende, allgegenwärtige Zustand eures Wesens und kann nur auf der Basis eurer eigenen Meditationserfahrung intuitiv verstanden werden.

    Ich lese gerade von Zensho W. Kopp
    ZEN und die Wiedergebut der
    christlichen Mystik.
    Auch er spricht über die Natur des Geistes.
    Hier ein Ausschnitt daraus:

    Aber die Menschen können den Zustand ihres "ursprünglichen Erleuchtetseins"
    nicht wahrnehmen, da sie nur das für Geist halten, was denkt, fühlt und wahrnimmt.
    Die meisten sind sogar der Ansicht, der Geist sei nichts anderes als eine Folgeerscheinung der Gehirntätigkeit
    innerhalb der knöchernen Schale ihres Schädels.
    Sie sind fest davon überzeugt, daß unser Gehirn mittels komplexer neurologischer Vorgänge den Geist produziert.
    Und so betrachten solche materialistisch denkende Rationalisten den Geist als ein Resultat von biochemischen
    Prozessen in den Hirnzellen.

    In Wahrheit jedoch verhält es sich genau umgekehrt.
    Das Gehirn ist nichts weiter als eine materielle Verdichtung geistiger Energie,
    und der Geist ist demzufolge nicht die Folgeerscheinung, sondern
    die Ursache alles Seienden und somit auch der Gehirntätigkeit.

    Dieser Geist ist der allen unseren Erfahrungen zugrunde liegender Urgrund.
    Er ist der kosmische Brennpunkt des Bewußtseins in seiner Gesamtheit.

    Dann zitiert Z. Kopp Meister Huang-po:

    Unser ursprüngliches Buddha-Wesen ist,
    vom Standpunkt der höchsten Wahrheit, ohne das geringste Teilchen von Gegenständlichkeit.
    Es ist leer, allgegenwärtig, still und rein. Es ist herrliche und geheimnisvoll friedvolle Freude -
    nichts anderes.
    Dringe tief in es ein, indem du selbst dazu erwachst

    LG, Gitte

    Es ist eine wahre Schmach und Schande, daß wir Christen wie blinde Hühner umhergehen und nicht erkennen, was in uns ist und davon gar nichts wissen.
    Johannes Tauler

  • Jikjisa
    Gast
    • 2. Oktober 2013 um 15:19
    • #14

    Ich schätze Zensho W. Kopp sehr, besonders dieses Buch--- Es ist eines der wenigen, die ich mir die letzten Jahre überhaupt noch zugelegt habe
    soweit ich weiß, ist er der "Lehrer" von Ajung.
    Dieses: " Zen Worte der blitzartigen Erleuchtung "---konnte ich von einem Ramschmarkt retten...

    Hiermit allerdings: Im Farbenrausch des Göttlichen - Gemälde und Aussprüche eines modernen Zen-Meisters von Zensho W.

    Ist er vom Weg abgewichen.
    Leider.
    Hätte sonst gern Sesshin bei ihm gemacht

  • brigittefoe
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    • 4. Oktober 2013 um 09:38
    • #15
    Jikjisa:

    Ich schätze Zensho W. Kopp sehr, besonders dieses Buch--- Es ist eines der wenigen, die ich mir die letzten Jahre überhaupt noch zugelegt habe
    soweit ich weiß, ist er der "Lehrer" von Ajung.
    Dieses: " Zen Worte der blitzartigen Erleuchtung "---konnte ich von einem Ramschmarkt retten...

    Hiermit allerdings: Im Farbenrausch des Göttlichen - Gemälde und Aussprüche eines modernen Zen-Meisters von Zensho W.

    Ist er vom Weg abgewichen.
    Leider.

    Hätte sonst gern Sesshin bei ihm gemacht

    Sehe ich überhaupt nich, daß er vom "Weg" abgewichen ist.
    Einer der wenigen (wenn nicht einziger),
    welcher die offene Weite in sich trägt !

    Auch habe ich einige seiner wundervollen Malereien
    und bin mir sicher, er schaut die Wirklichkeit !

    LG, Gitte

    Es ist eine wahre Schmach und Schande, daß wir Christen wie blinde Hühner umhergehen und nicht erkennen, was in uns ist und davon gar nichts wissen.
    Johannes Tauler

  • Peeter
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    • 4. Oktober 2013 um 16:47
    • #16

    Dôgen sagt: „Ein Mensch, der die Verwirklichung erlangt, gleicht dem Mond, der im Wasser gespiegelt wird: Der Mond wird nicht nass und das Wasser wird nicht (durch den Mond) gebrochen.“
    http://yudoblog-b.blogspot.de/2010/06/das-gl…des-mondes.html

    Der ruhige Mond.
    Vollmond als Sinnbild des erwachten "Geistes".
    Der Mond/Geist wird nicht mehr verdreckt
    durch Anhaftungen,
    wobei das Wasser/Welt immer noch
    ist wie vordem.
    Nur die "Lupe", durch die
    alles betrachtet wird, hat klarere
    Gläser !
    Augen sehen und sehen doch nicht. Da kein Anhaften durch Bewertung.
    Ohren hören und hören doch nicht. Da kein Anhaften ..... !

    Mitten im Weiher
    eine Luftblase.
    Umgeben von den Elementen,
    doch unverletzbar
    durch das Fliessen des Stroms,
    der den Weiher füllt.

  • brigittefoe
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    • 5. Oktober 2013 um 11:49
    • #17
    brigittefoe:
    Jikjisa:

    Ich schätze Zensho W. Kopp sehr, besonders dieses Buch--- Es ist eines der wenigen, die ich mir die letzten Jahre überhaupt noch zugelegt habe
    soweit ich weiß, ist er der "Lehrer" von Ajung.
    Dieses: " Zen Worte der blitzartigen Erleuchtung "---konnte ich von einem Ramschmarkt retten...

    Hiermit allerdings: Im Farbenrausch des Göttlichen - Gemälde und Aussprüche eines modernen Zen-Meisters von Zensho W.

    Ist er vom Weg abgewichen.
    Leider.

    Hätte sonst gern Sesshin bei ihm gemacht

    Sehe ich überhaupt nich, daß er vom "Weg" abgewichen ist.
    Einer der wenigen (wenn nicht einziger),
    welcher die offene Weite in sich trägt !

    Auch habe ich einige seiner wundervollen Malereien
    und bin mir sicher, er schaut die Wirklichkeit !

    LG, Gitte

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    Quelle: Meister Z. Kopp

    Es ist eine wahre Schmach und Schande, daß wir Christen wie blinde Hühner umhergehen und nicht erkennen, was in uns ist und davon gar nichts wissen.
    Johannes Tauler

  • Couchkissenbikkhu
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    • 13. Oktober 2013 um 12:48
    • #18

    7

    „Was denkst du, Subhuti, hat der Tathagata höchsten, vollkommen erwachten Geist erlangt? Gibt der Tathagata irgendwelche Belehrungen?"

    Der Ehrwürdige Subhuti antwortete: „So weit ich die Lehren des Erhabenen verstanden habe, gibt es kein unabhängig existierendes Objekt des Geistes, das höchster, vollkommen erwachter Geist heißt, noch gibt es irgendwelche unabhängig existierenden Belehrungen, die der Tathagata gibt. Warum? Die Lehren, die der Tathagata verwirklicht hat und von denen er spricht, können nicht als unabhängig und eigenständig existierend gedacht werden und können daher auch nicht beschrieben werden. Die Lehre des Tathagata ist weder selbst-existent noch nicht selbst-existent. Warum? Weil die edlen Lehrer sich von anderen nur hinsichtlich des Nicht-Bedingten unterscheiden."

    aus http://www.buddhistische-gesellschaft-berlin.de/downloads/diamantsutra.rtf zitiert.

    Und jetzt hinsetzen und still sein, da ist nichts worüber es sich aufzuregen lohnt und einen Pfad gibt es auch nicht ;-p

    wenn du es nicht verstanden hast
    habe ich es nicht richtig erklärt
    Verzeihung _()_

  • nibbuti
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    • 13. Oktober 2013 um 14:18
    • #19
    Couchkissenbikkhu:

    und einen Pfad gibt es auch nicht ;-p

    Zitat

    "In jedweder Lehre & Übung, in welcher der Edle Achtfache Pfad nicht zu finden ist, gibt es auch keine Befreiten der ersten, zweiten, dritten & vierten Stufe [sotapanna, sakadagami, anagami, arahant]. Aber in jedweder Lehre & Übung, in welcher der Edle Achtfache Pfad zu finden ist, gibt es auch Befreite der ersten, zweiten, dritten & vierten Stufe."

    (D 16 und andere)

    Trage nicht das Weltgetöse in die stille Einsamkeit
    Such den Wald, daß er Dich löse von der Krankheit unsrer Zeit.

  • Couchkissenbikkhu
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    • 13. Oktober 2013 um 14:45
    • #20

    also ja, klar, es gibt einen Pfad, aber ich versuch ihn nicht als Pfad zu betrachten. eher als Kompass.
    Der Pfad als nicht-Pfad.
    Weißtwasichmein...?
    Ey Diamantsutra halt
    Etwas ist weil es nicht ist, weshalb wir es so nennen können.

    wenn du es nicht verstanden hast
    habe ich es nicht richtig erklärt
    Verzeihung _()_

  • Jikjisa
    Gast
    • 13. Oktober 2013 um 15:25
    • #21

    :D

    Wie viel Nargajunas braucht es, um eine Glühbirne zu wechseln ?
    Da es weder Nargajunas noch eine Glühbirne gibt, wie kann es da ein Wechseln geben ?

  • Peeter
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    • 14. Oktober 2013 um 13:51
    • #22

    Alles, was Merkmale hat,
    Ist unwahr und falsch.
    Wenn Du alle Merkmale als Nicht-Merkmale siehst,
    Dann kannst Du den Tathagata sehen.

    Weiss Jemand, was das "wirklich" bedeutet ?

    Alle bedingten Dharmas
    Sind wie ein Traum, eine Illusion,
    Eine Blase und ein Schatten.
    Sie sind wie Tau und auch wie ein Blitz.
    So sollte über sie meditiert werden.

    Aus dem Diamantsutra
    Der chinesische Text von Kumarajiva
    Übersetzt durch den Ehrw. Zen-Meister Young San Seong Do

  • Doris
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    • 14. Oktober 2013 um 13:59
    • #23
    Peeter:

    Alles, was Merkmale hat,
    Ist unwahr und falsch.
    Wenn Du alle Merkmale als Nicht-Merkmale siehst,
    Dann kannst Du den Tathagata sehen.

    Weiss Jemand, was das "wirklich" bedeutet ?

    Wie kannst Du das fragen, muss Du doch mit Konzepten und Wirklichkeiten aller Art rechnen jedoch nie mit der Wahrheit?

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • nibbuti
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    • 14. Oktober 2013 um 15:00
    • #24
    Doris Rasevic-Benz:

    mit Konzepten und Wirklichkeiten aller Art rechnen jedoch nie mit der Wahrheit


    Ist auch ein Konzept. (Das ist wahr.)

    Trage nicht das Weltgetöse in die stille Einsamkeit
    Such den Wald, daß er Dich löse von der Krankheit unsrer Zeit.

  • Peeter
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    • 15. Oktober 2013 um 08:12
    • #25
    Doris Rasevic-Benz:
    Peeter:

    Alles, was Merkmale hat,
    Ist unwahr und falsch.
    Wenn Du alle Merkmale als Nicht-Merkmale siehst,
    Dann kannst Du den Tathagata sehen.

    Weiss Jemand, was das "wirklich" bedeutet ?

    Wie kannst Du das fragen, muss Du doch mit Konzepten und Wirklichkeiten aller Art rechnen jedoch nie mit der Wahrheit?

    :D:D:D:D:D:D

    Es muss enorm wunderbar sein, jenseits aller Wertungen und damit aufsteigenden unheilsamen Empfindungen zu sein.
    Ohne jedwede Negation .
    Ohne jedwede Bejahung .
    Das heisst auch ganz "simpel" eben das Ende des "Wandern", des "Seins" im Samsara .
    Es sollten aber schon grössere Schritte als Wanderschritte sein, um aus dem Koma zu entkommen .
    Doch = Eile mit Weile/Achtsamkeit .

    Davon abgesehen, ist die Farbenpracht dieses Herbstes einfach wunnebar ...
    doch .... es sind halt Momente des Hinschauens, der Wahrnehmung, der (achtsamen)

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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