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  1. Buddhaland Forum
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  3. Allgemeines zum Buddhismus

Das Selbst

  • Toddler
  • 14. Juni 2013 um 12:21
  • Zum letzten Beitrag
  • Toddler
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    • 14. Juni 2013 um 12:21
    • #1

    Einige buddhistische Schulen sind mit den Jahren auf die Idee gekommen Buddha-Dhamma würde das freilegen eines verborgenen wahren Selbst, eine Art spirituelles lch lehren.
    Dabei wissen wir ja alle, dass die Empfindung es gäbe ein Ich aus Verblendung entsteht. Der Glaube es gäbe ein spirituelles Ich, eine Art Seele ist gar Ausdruck einer noch grösseren Verblendung.
    Ein wahres Selbst. Was soll denn das überhaupt sein? Ist denn dieses unser Selbst im hier und jetzt ein falsches Selbst, unwirklich, vorgestellt? Ist irgendwo ein richtiges, vermeintlich wahres Selbst, ein Alter-Ego zu finden?
    Das würde bedeuten das Selbst, welches hier und jetzt wahrgenommen wird, wäre Einbildung, und jenes verborgenes heiliges Selbst wäre wirklich.
    Der gesunde Menschenverstand kommt doch eher zum Schluss das umgekehrt richtig ist: Wirklich ist das Selbst das hier und jetzt wahrgenommen wird. Ein imaginiertes verborgenes, wahres oder spirituelles Selbst ist lediglich Produkt der Phantasie.

    Es wird gefordert man soll sich anstrengen um dieses wahre Selbst zu finden, konsequent und ausdauernd praktizieren: zigmal Niederwerfen, stundenlang regungslos in den leeren Raum oder eine Wand starren.
    Lohn all dieser Mühen soll eine plötzlich einschiessende Erkentnis, ein wunderbar harmonischer Zustand oder gar eine Art mythische Vereinigung mit einem allgemeinen Weltprinzip (Brahman) oder eben die Geburt eines "wahren Selbst" sein.

    Ist auch alles in Ordnung so. So sucht jeder auf seine eigene Art Antworten auf individuellen Fragen, sucht jeder sein ("Seelen-") Heil im Buddhismus und anderswo. Jeder darf machen was er will, soll tun was ihm oder ihr im Moment gut tut, weiterhilft.
    Ich will keine persönliche Debatte führen, nur aufklären :D

    Wie ich es mittlerweile verstehe lehrt Buddhadhamma nämlich etwas anderes:

    Das Selbst ist Zusammengesetztes, veränderlich, bedingt entstehend und vergehend. Es kann nicht gefasst werden aber es kann gestaltet werden. Es wird gestaltet, einige sagen nach "karmischen Gesetzmässigkeiten". Einfacher gesagt das Selbst wird durch Handeln oder einfach nur durch Wille der jeder Handlung vorangeht gestaltet.

  • accinca
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    • 14. Juni 2013 um 13:11
    • #2
    Toddler:

    Wie ich es mittlerweile verstehe lehrt Buddhadhamma nämlich etwas anderes:
    Das Selbst ist Zusammengesetztes, veränderlich, bedingt entstehend und vergehend. ... Einfacher
    gesagt das Selbst wird durch Handeln oder einfach nur durch Wille der jeder Handlung vorangeht gestaltet.

    Eine solche Selbstvorstellung entsteht durch einen äußerst
    hartnäckigen psychologisch - geistigen Trick der durch
    unerträglichkeit des Leidens und des Begehrens geistig
    verbunden mit Unwissen zusammengeschustert, zusammengestaltet wird.
    So jedenfalls erklärt es der Buddha in der bedingten Entstehung. (paticca-sam-uppāda)

  • Toddler
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    5. Februar 2013
    • 14. Juni 2013 um 14:40
    • #3
    accinca:

    Eine solche Selbstvorstellung ... mit Unwissen zusammengeschustert, zusammengestaltet paticca-sam-uppāda

    Genau, du hast es erfasst.

    Es entsteht jede Art Vorstellung so, nicht nur "eine solche Selbstvorstellung".

    Deshalb soll man erst gar nicht damit beginnen sich Selbst vorzustellen. Schon gar nicht sein wahres Selbst:

    Zitat

    Wenn er auf solche Weise unweise erwägt, entsteht eine von sechs Ansichten in ihm.
    •Die Ansicht 'für mich gibt es ein Selbst' entsteht in ihm als wahr und erwiesen; oder
    •die Ansicht 'für mich gibt es kein Selbst' entsteht in ihm als wahr und erwiesen; oder
    •die Ansicht 'ich nehme Selbst mit Selbst wahr' entsteht in ihm als wahr und erwiesen; oder
    •die Ansicht 'ich nehme Nicht-Selbst mit Selbst wahr' entsteht in ihm als wahr und erwiesen;
    •oder die Ansicht 'ich nehme Selbst mit Nicht-Selbst wahr' entsteht in ihm als wahr und erwiesen; oder
    •ansonsten hat er eine Ansicht wie diese: 'Es ist dieses mein Selbst, das da spricht und fühlt und hier und da die Ergebnisse guter und schlechter Taten erfährt; aber dieses mein Selbst ist unvergänglich, dauerhaft, ewig, nicht der Vergänglichkeit unterworfen, und es wird so lange wie die Ewigkeit überdauern'. M.N. 2

    Alles anzeigen

    Wer versucht das Selbst zu erkennen, in welchem Jhana auch immer, wird entweder "Nichts (Sunnata)" erblicken oder "Alles (Brahman)", ersteres wird von Buddhisten bevorzugt, letzteres von Hindus z.B. Advaita -Vedanta Anhänger.

  • Max Schenzle
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    • 17. Juni 2013 um 18:00
    • #4

    Hai,
    ja immer diese Sache mit dem Selbst. Im Dighanikayo gibt es zwei Selbst, einmal das irdische und zum zweiten Mal das überirdische Selbst. Dieses zweite
    Selbst und seine Theorie der Enststehung , liegt in der buddhischen Genesis. Dighanikayo: Vom Uranfang. Da gibt es verschiedene Versionen, was die Ankunft
    Brahmas und der anderen Lichtwesen angeht. Allen gleich ist die Lichtwesentheorie. Diese Wesen nahmen Nahrung, Materie zu sich und wurden zu Menschen.


    sakko

  • Toddler
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    • 17. Juni 2013 um 19:50
    • #5

    Digha Nikaya und Visuddhi magga demonstrieren sehr schön welch überschäumende Phantasien bedingt entstehen können.

  • bel
    Gast
    • 17. Juni 2013 um 22:46
    • #6
    sakko:

    Hai,
    ja immer diese Sache mit dem Selbst. Im Dighanikayo gibt es zwei Selbst, einmal das irdische und zum zweiten Mal das überirdische Selbst. Dieses zweite
    Selbst und seine Theorie der Enststehung , liegt in der buddhischen Genesis. Dighanikayo: Vom Uranfang. Da gibt es verschiedene Versionen, was die Ankunft
    Brahmas und der anderen Lichtwesen angeht. Allen gleich ist die Lichtwesentheorie. Diese Wesen nahmen Nahrung, Materie zu sich und wurden zu Menschen.


    Hai-Fisch, das erzählst Du schon seit Jahren, nur leider bleibst du auch seit dieser Zeit den Beweis schuldig, wo im Dighanikasmiŋ das stehen soll. Im Aggañña Sutta (oder etwa Aggañño Sutto ?) jedenfalls nicht.

  • Peeter
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    • 17. Juni 2013 um 23:11
    • #7

    Das Selbst
    Ich habs untern Teppich gekehrt
    zu all dem anderen Müll und Dreck :grinsen:

  • Joram
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    • 18. Juni 2013 um 08:27
    • #8
    Peeter:

    Das Selbst
    Ich habs untern Teppich gekehrt
    zu all dem anderen Müll und Dreck :grinsen:


    Der Versuch das "Selbst" zu entsorgen ist fehlgeschlagen.
    Das "Selbst" ist möglicherweise untergetaucht.
    Studie weckt massive Zweifel an seinem Existenz!

    _()_

    Meinst Du immer noch nicht frei zu sein? – da irrst Du dich :)

  • accinca
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    • 18. Juni 2013 um 10:48
    • #9
    Toddler:
    accinca:

    Eine solche Selbstvorstellung ... mit Unwissen zusammengeschustert, zusammengestaltet paticca-sam-uppāda

    Genau, du hast es erfasst.
    Es entsteht jede Art Vorstellung so, nicht nur "eine solche Selbstvorstellung".
    Deshalb soll man erst gar nicht damit beginnen sich Selbst vorzustellen. Schon gar nicht sein wahres Selbst:


    Hier war von mir aber nur von der Vorstellung eines wahren, beständigen Selbst die Rede und
    im Gegensatz zu anderen Vorstellungen denen wenigstens erfahrbare Erscheinungen zu Grunde liegen,
    gibt es bei einen solchen Selbst, nicht das geringste zu erfahren. Es ist ja beim der Konstruktion eines
    solchen Subjekt das angeblich aller Erfahrung gegenüber steht, nichts zu erfahren. In sofern gibt es
    da zu anderen Vorstellungen noch ein Unterschied weswegen sie von Buddha auch besonderes thematisiert wird.

  • Max Schenzle
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    • 6. Juli 2013 um 12:22
    • #10
    Toddler:

    Digha Nikaya und Visuddhi magga demonstrieren sehr schön welch überschäumende Phantasien bedingt entstehen können.


    Hallo,
    der Pali-Kanon hat keine überschäumende Phantasie. In der Genesis wird dargestellt wie die Menschen auf der Erde entstanden. dies ist insofern bedeutend als es einer der Grundpfeiler der Lehre Gotamo Buddhos ist.
    Ich bin mir schon bewußt, wieviel Kritik schon allein die Anführung des Pali-Kanons als Quelle hervorruft. Sicher ist der Pali-Kanonnicht das Original aber er kommt dem Original am Nächsten.
    Die Lehre Gotamo Buddhos ist transzendent, insofern gibt es Teufel, Gott und Götter, höllische und himmlische Welten.: "Es gibt ein Diesseits und es gibt ein Jenseits und es gibt einen Lohn für gute und böse Taten."
    Natürlich weiss ich nicht ob du das akzeptieren kannst, vielleicht auch nicht, falls du im Theravada engagiert bist.

    sakko

  • nibbuti
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    • 6. Juli 2013 um 13:11
    • #11
    Toddler:

    Digha Nikaya und Visuddhi magga demonstrieren sehr schön welch überschäumende Phantasien bedingt entstehen können.


    Hi Toddler

    Das war auch mein persönlicher Eindruck von Digha Nikaya und Visuddhi magga.

    Die Visuddhi magga wurde von einem Sohn eines Priesters etwa 1000 Jahre nach Buddha geschrieben, und die Digha Nikaya ist womöglich entstanden, um mit den späteren pompösen und langen Mahayana Sutras mithalten zu können.

    Versuch`s mal mit der Majjhima Nikaya oder Anguttara Nikaya. Diese sind eher prägnant.

    Grüße

    Trage nicht das Weltgetöse in die stille Einsamkeit
    Such den Wald, daß er Dich löse von der Krankheit unsrer Zeit.

  • nibbuti
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    • 6. Juli 2013 um 13:21
    • #12
    Toddler:


    Wie ich es mittlerweile verstehe lehrt Buddhadhamma nämlich etwas anderes:

    Das Selbst ist Zusammengesetztes, veränderlich, bedingt entstehend und vergehend. Es kann nicht gefasst werden aber es kann gestaltet werden. Es wird gestaltet, einige sagen nach "karmischen Gesetzmässigkeiten". Einfacher gesagt das Selbst wird durch Handeln oder einfach nur durch Wille der jeder Handlung vorangeht gestaltet.


    Was du hier meinst, Toddler, ist sicherlich Bewusstsein (vinnana) und nicht das Selbst, das bedingt entsteht und gestaltet wird?

    Laut Buddha sind Form, Gefühle, Wahrnehmung, Gestaltungen & Bewusstsein nicht-Selbst (anatta).

    Trage nicht das Weltgetöse in die stille Einsamkeit
    Such den Wald, daß er Dich löse von der Krankheit unsrer Zeit.

  • Buddhaghosa
    Gast
    • 6. Juli 2013 um 13:41
    • #13
    nibbuti:


    Die Visuddhi magga ist jedoch nicht Teil des Pali Kanons, sondern wurde von einem (laut eigenen Angaben) unerleuchteten Sohn eines Priesters geschriebene

    Du hast echt zuviel von Vimalaramsis Kool-Aid getrunken, oder? Bist wahrscheinlich, wie Obelix damals, gleich reingefallen.

    Wohl die meisten von Buddhas Schülern waren Söhne von Priestern.

    Gruß
    Florian

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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