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  1. Buddhaland Forum
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  3. Allgemeines zum Buddhismus

Buddhismus 2.0

  • Merkur-Uranus
  • 31. März 2013 um 07:56
  • Geschlossen
  • Zum letzten Beitrag
  • Peeter
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    • 5. April 2013 um 15:37
    • #326
    void:
    peeter:

    Es steht da doch das Du/Ich/Wir an den Punkt angelangen, wo das wahre Selbst (?) erkannt wird und es steht da nichts davon, dass das Selbst angreift .. oder was meinst Du mit ...angreifen..?
    Allerdings angekommen beim wahren Selbst gibt es wohl kaum noch Angriffsflächen. Ruhen in dir Selbst. In deiner Mitte, wo alles um dich herum passieren mag, dich aber in keinster Weise irgendwas berühren kann!

    Ich denke da genau anders herum. Also das für Buddha die Idee des Anatta ganz zentral war und er deswegen versucht hat, nicht von einem "wahren Selbst" zu reden, da dieser Begriff ja eine handelnde Person suggeriert. Auch sprach er vom Verlöschen des Wollens, was ja eher Kapitulation als Angriff bedeutet. Und auch ein Rückzug in eine Mitte ist mir fern. Am wenigsten Angrifffläche bietet man, wenn man sich ganz öffnet und alles annehmen kann was da so rumschwirrt.

    Klar kann man die Abwesenheit eines Selbst als wahres Selbst bezeichnen. So wie man ja auch Nichtrauchen druchaus als Zigarettenmarke sehen könnte. Aber verwirrt das nicht alles total?

    Ein wahres Selbst ist längst keine handelnde Person .. mitnichten!
    Wenn Du dich öffnest, solltest Du aber schon in der Mitte stehen, damit Du zu allen Seiten hin offen bist.
    Und das "Angreifen" war in Gänsefüssch, als es meint, sich auf die Socken zu machen oder so .

  • accinca
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    • 5. April 2013 um 16:53
    • #327
    Onyx9:

    Ganz ehrlich. Immer derselbe Sprung in der Platte:
    Christentum und Zen. Da ist ne Art schwarzer Balken vor der Linse.


    Du hast die Tibeter vergessen. :)

  • Mabuttar
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    • 5. April 2013 um 18:36
    • #328

    Nunja, Batchelors Reduktion auf die 4 Elemente lassen Buddhas Lehre aber auch sehr unspezifisch werden. Es gibt viele Philosophien, welche die bis auf Punkt 2 natürlich die gleichen Inhalte haben:

    Alle Philosophien des
    1. Aktualismus
    3. Meditation betonen nicht nur Yogis, auch griechische Gelehrte betrachteten sich und die Umwelt Achtsam.
    4. Alle Ph. die das Selbstdenken betonen, was die mehrzahl ist.

    Wenn man der buddhistischen Lehre auch noch die frühen Upanischaden entgegenhält, bleibt als einziges Merkmal der buddh. Lehre : Anatta, Selbstlosigkeit und Seelenlosigkeit.

    Das ist das einzig "neue", die Kernkompetenz des Buddhismus. Obwohl eine Ego / Selbstauflösung gemeint ist (ob in Gott, der Natur oder Welt), ist selbst das nicht Allein-buddhistisch.

    Nibbana:..Befreit von der Zuordnung durch Form, Vaccha, ist der Tathagata tief, grenzenlos, hart auszuloten, wie die See. 'Wiedererscheinen', ist nicht anwendbar. 'Nicht wiedererscheinen',ist nicht anwendbar... MN72 (http://zugangzureinsicht.org/)

  • Onyx9
    Gast
    • 5. April 2013 um 22:08
    • #329

    void:

    Zitat

    Batchelor verseht das dann so, dass hier ein Primat des Individuums gegenüber der Autorität und ein Primat der Erfahrung gegenüber dem "Glauben" gelehrt wird. Was ja herrlich säular nach unabhängig des Individuums gegenüber der Autorität klingt.

    Yup und das ist halt das ganze Problem und da strampeln sie sich dann ab an ihrer Grundneurose:
    Ich will eine ungläubige Autorität sein, weil das eine darf ich nicht glauben ( gaaaanz scharfe Ratio ) und das andere will ich selber ( allein ) sein ( Autorität ).
    Angst vor Autonomieverlust . Orale Phase. Als vereinnahmend erlebte Mutter bei abwesendem Vater. :grinsen:

  • Doris
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    • 5. April 2013 um 22:12
    • #330
    Onyx9:

    void:

    Zitat

    Batchelor verseht das dann so, dass hier ein Primat des Individuums gegenüber der Autorität und ein Primat der Erfahrung gegenüber dem "Glauben" gelehrt wird. Was ja herrlich säular nach unabhängig des Individuums gegenüber der Autorität klingt.

    Yup und das ist halt das ganze Problem und da strampeln sie sich dann ab an ihrer Grundneurose:
    Ich will eine ungläubige Autorität sein, weil das eine darf ich nicht glauben ( gaaaanz scharfe Ratio ) und das andere will ich selber ( allein ) sein ( Autorität ).
    Angst vor Autonomieverlust . Orale Phase. Als vereinnahmend erlebte Mutter bei abwesendem Vater. :grinsen:

    Und zu welchem Bild gehört das da oben?
    Was ist da geschehen? Unberechenbares Elternhaus? Eltern, auf die kein Verlass war? Alkoholismus? … :?:

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • raterZ
    Gast
    • 5. April 2013 um 22:21
    • #331
    Geronimo:

    Man reagiert doch hier nur weil er offensichtlich falsches über nachprüfbares erzählt. Und das ist sogar von allen nachprüfbar. Beim 8fachen Pfad dauert das vielleicht ein bisschen länger, aber sowohl da als auch bei Dogen ist es nun wirklich mehr als eindeutig.

    Man kann nicht einfach irgendwas behaupten und dann auf das beste hoffen. Die meisten Reaktionen hier haben auch nichts mit Angst oder Wut oder soetwas zu tun, sondern viel mehr mit Mitgefühl. Das da nicht Menschen in eine falsche Richtung geschickt werden. Das sie ein Bild vom Dharma bekommen das nicht dem Dharma entspricht.

    so siehts aus. deshalb keinen meter für batchelor! :x

    :grinsen:

    ok nochmal abseits der polemik: die wiedergeburts debatte gab es schon (zu) häufig hier im forum. wer auf wiedergeburt verzichtet, schlägt einen nihilistischen pfad ein.
    was hat das für auswirkungen? ich sehe darin das problem, dass man in zu kurzen zeitspannen denkt. klar bringt meditation und ethik etwas - man führt ein glücklichres leben mit 1-2 std meditation pro tag. das wars dann aber auch schon mit dem streben nach vollkommener befreiung. warum sollte man sich diesen stress der askese auch geben? da denkt man sich zu leicht: "lieber noch meine restliche zeit ganz glücklich verbringen.. wozu der stress? ein bisschen meditation tut es doch auch!"

    das ist wellness-dhamma!

    Einmal editiert, zuletzt von Anonymous (5. April 2013 um 22:32)

  • Onyx9
    Gast
    • 5. April 2013 um 22:23
    • #332

    @ doris: Muss garnix passiert sein; kann auch angeborener Autismus oder Eitelkeit sein. Eltern hams auch nicht leicht. :D

  • Doris
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    • 5. April 2013 um 22:28
    • #333

    Dann ist es vielleicht einfach nur eine Angewohnheit … :D

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Merkur-Uranus
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    • 6. April 2013 um 10:07
    • #334
    raterZ:


    ok nochmal abseits der polemik: die wiedergeburts debatte gab es schon (zu) häufig hier im forum. wer auf wiedergeburt verzichtet, schlägt einen nihilistischen pfad ein.
    was hat das für auswirkungen? ich sehe darin das problem, dass man in zu kurzen zeitspannen denkt. klar bringt meditation und ethik etwas - man führt ein glücklichres leben mit 1-2 std meditation pro tag. das wars dann aber auch schon mit dem streben nach vollkommener befreiung. warum sollte man sich diesen stress der askese auch geben? da denkt man sich zu leicht: "lieber noch meine restliche zeit ganz glücklich verbringen.. wozu der stress? ein bisschen meditation tut es doch auch!"

    das ist wellness-dhamma!

    Der Punkt ist doch: Wer den ursprünglichen Buddhismus praktizieren möchte, muss sich ernsthaft fragen, warum er nicht in ein Kloster geht. Darum kann ich auch die Vertreter des "wahren Buddhismus" wie beispielsweise Accina nicht so recht ernst nehmen: Einerseits möchten diese Menschen den ursprünglichen Buddhismus leben - andererseits praktizieren sie ihn nur halbherzig, indem sie darauf verzichten, in ein Kloster zu gehen.

    Ein säkularer Buddhismus hingegen ist klar auf ein Leben in der Gesellschaft ausgerichtet. Ein moderner Laienbuddhismus, wenn man so möchte.

  • Onyx9
    Gast
    • 6. April 2013 um 11:03
    • #335

    Auch ein Laienbuddhismus kommt nicht ohne Ursprünglichkeit aus.

  • Merkur-Uranus
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    • 6. April 2013 um 11:05
    • #336
    Onyx9:

    Auch ein Laienbuddhismus kommt nicht ohne Ursprünglichkeit aus.

    Ja, das stimmt. Er kommt jedoch ohne Metaphysik aus. Und nur darum geht es.

  • Karnataka
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    • 6. April 2013 um 15:12
    • #337
    void:

    Ich würde da zwei Sachen unterscheiden:


      Erstens mal der buddhitische Weg zur Freiheit vom Leiden. Für diesen geht es nur darum, was unheilsam und was heilsam ist. Das kann im konkreten Fall alles Mögliche sein. Auch für uns Befremdliches wie eine harte und unmenschlche Umgebung, die das Ego unter Druck setzt. Ich schliesse nicht aus, dass es Bedingungen gibt unter denen ganz traditionelle Formen der Frömmigkeit, wie das Rezitieren von Sutren oder die Verehrung mittels Buddha-Statuen Ergebnisse zeitigen. Im Vajrayana wird auf die yogische Tradition und auf ihr tiefes Wissen von körperlich-geistigen Zusammenhängen zurückgegriffen. Nur weil für den Uneingeweihten ein Gerede von Energiekananalen und Tropfen höchst seltsam wirkt, bedeutet das auch nicht, dass es wirkungslos ist. Oder was ist mit asketischen Praktiken, dem betrachten von verwesenden Leichen. Im Licht der Moderne wirkt das alles befremdlich und mittelaterlich. Natürlich besteht bei all diesen Mitteln die Gefahr, das man an ihnen anhftet und sie so von einem Hilfe zu einem Hindernis werden. Jeder Weg hat seine Riskien und Nebenwirkungen und natürlich der eine mehr und der andere weniger.

      eine tolle Analyse, der ich nur zustimmen kann! Alle Riten, Rezitationen und Yoga Techniken sollten begleitet werden von mehr Einsicht.

      Ich habe junge tibetische Mönche beobachtet, die unentwegt mit Niederwerfungen beschäftigt waren und dies sicher tagaus, tagein praktizieren. Dabei finde ich es notwendig, dass innerhalb eines religiösen Kontextes auch jugendliche Bedürfnisse ins Tragen kommen. Apropos Sinnlichkeit:
      Sicher ist auch der "kalifornische" Leistungsdruck mancher Yoga Art nicht heilsam für ein älteres Kreuz. (Schade, wenn ich an die hübschen Mädchen denke :) )

      void:


      Der zweite Punkt ist die Beziehung zwischen Buddhimus und Gesllschaft und Kultur. Auch wenn der Buddhismus oftmals vorgibt, mit seiner Hauslosigkeit jenseits der Gesellschaft zu stehen, ist er real gesehen Teil von ihr. Und hier entfalten Elemente buddhitischer Praxis und Tradition ein über ihre spirituelle Dimeension hinausgehende Wirkung. Im tibetischen Buddhismus wurden Regeln, die zur Leitung eines Klosters gedacht waren auf die Verwaltung eines Landes angewandt und ein buddhitische Feudalismus mit grausem und unmenschlichen Elementen entstand. Im Zen wurde man zum Ideengeber eine Samurai Ethik und legitimierte die Kunst des Tötens mit Floskeln von Leerheit. Der Begriff des Bonzens, der ursprünglich eines buddhitischen Mönch bezeichnet wurde zum Synonym für eine parasitären Funktionsträger. Und so wie man im christlchen Mittelalter die Leute mittelse der Konzepte von Himmel und Hölle an ihren Platz hielt, wurde das Konzept der Wiedergebeurt zur Drohkulisse. Behinderte wurden nicht als hilfsbedürftig sondern als ehemalige Verbrecher gesehen, die ihre gerechte Strafe verbüssen.

    void:

    Warum ich auf dem Begriff der Säkularisation herumreite:


      Säkularisation bedeutet doch vor allem die Trennung von geistigen und weltlichen. Also dass in der Kirche keine Kruzifixe herumhängen oder das kein Land buddhitisch geführt wird. Säkulrisation bedeutet eine strenge Trennung von Religion und Staat die gerade die unter Punkt 2. genannten Misstände beseitigt. Aber ebenso wie der weltliche Bereich dadurch weltlicher wird, wird der spirituelle Bereich eben NICHT weltlicher sondern kann sich auf seiner Kernaufgabe konzentrieren. In diesem Sinne ist dann pardoxerweise konservative Knochen wie Geshe Kelsang säkularer als der Dalai Lama weil er meint Gelug-Mönche sollten eher meditieren als Exilstaaten zu führen, sich mit Hollywood und Wissenschaft austauschen oder für Apple Werbung machen.

      Auf der anderen Seite kann man unter Säkularisierung versteht, die Religion selbst zu verweltlichen. Also alles was man als nicht mehr zeigemäß und mit der modernen Sicht auf Demokratie, Menschenwürde und Rationalität unvereinbar erachtet, wegzulassen. Wenn man dabei meint, das was modern sei, sei deswegen immer auch heilsam im buddhitischen Sinn und das was nicht modern sei sei unheilsam, mogelt man sich um das eigentlich Problem herum und macht es sich unglaublich einfach.

    Es wäre natürlich schön wenn sich wunderbarerweise herausstellt, dass das was die Moderne unter Freiheit und Menschenwürde vesteht genau das sei, was der Buddhismus unter Befreiung versteht. Aber auch wenn es da natürlich Überschneidungen gibt, gibt es eben auch Bereiche die sich nicht über einen Kamm scheren lassen. Da muss jede einzlene Schule, jeder einzlene Praktizierende und auch die Gemeinsacht als Ganzes immer wieder von Fall zu Fall abwägen, was angemessen und was sogar gefährlich ist.

    Dieser Aufgabe aus dem Weg zu gehen und vom Buddhismus alles nicht-moderne wegzulassen ist eine Extremposition die dem notwendigen Prozess der schrittweisen Annäherung sogar im Weg steht.

    auch hier volle Zustimmung für die differenzierte Bestimmung von Säkular!

    Ganz klar ist die Trennung von Religion und Staat und die Weltlichkeit, die jene Trennung für den Menschen brachte, zu begrüßen. Das steht, glaube ich, außer Frage.
    Auch die nähere Bestimmung des Kernbereichs der Religion braucht den öffentlichen Diskurs, um den Rahmen zeitgemäß abzustecken. Als Beispiel: was sagt die Öffentlichkeit zu einem Papst, der als Kardinal (oder so) zu den Gräueltaten einer Militärdiktatur damals angeblich schwieg?

    Traurig finde ich nur das Beispiel mit dem D L , ausgerechnet! Er hat die Trennung im Exil vollzogen, ja selbst die Einrichtung eines Dalai Lamas vom Wunsch des Volkes abhängig gemacht und überhaupt den Friedensnobelpreis gekriegt.

  • Onyx9
    Gast
    • 6. April 2013 um 16:05
    • #338
    Merkur-Uranus:
    Onyx9:

    Auch ein Laienbuddhismus kommt nicht ohne Ursprünglichkeit aus.

    Ja, das stimmt. Er kommt jedoch ohne Metaphysik aus. Und nur darum geht es.

    Ja, ohne wissenschaftliche Vorstellungen schon. Aber nicht ohne dies:

    Zitat

    « Für die Buddhas und Tathâgatas, die alle das allerhöchste Dharma von Mensch zu Mensch erhalten und das vollkommene Erwachen verwirklicht haben, gibt es eine wunderbare, erhabene und vollkommen absichtslose Methode. Durch diese einzige Methode wird das Dharma ohne jegliche Umleitung von Buddha zu Buddha weitergegeben. Es ist die Praxis des Samadhi, das man von sich selbst aus verwendet (jijuyû zanmai), und dies ist das Kriterium (der authentischen Weitergabe). Um dieses Samadhi zu empfangen und davon Gebrauch zu machen, ist die Zazenpraxis der Haupteingang. Dieses Dharma ist in jedem Einzelnen reichhaltig vorhanden, wenn man es aber nicht praktiziert, dann zeigt es sich nicht, und wenn man es nicht an sich selbst erfährt, dann kann es nicht verwirklicht werden. » ( Dógen )

  • accinca
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    • 6. April 2013 um 17:10
    • #339
    Onyx9:
    Merkur-Uranus:


    Ja, das stimmt. Er kommt jedoch ohne Metaphysik aus. Und nur darum geht es.


    Ja, ohne wissenschaftliche Vorstellungen schon. Aber nicht ohne dies:

    Zitat

    « Für die Buddhas und Tathâgatas, die alle das allerhöchste Dharma von Mensch zu Mensch erhalten und das vollkommene Erwachen verwirklicht haben, gibt es eine wunderbare, erhabene und vollkommen absichtslose Methode. Durch diese einzige Methode wird das Dharma ohne jegliche Umleitung von Buddha zu Buddha weitergegeben. Es ist die Praxis des Samadhi, das man von sich selbst aus verwendet (jijuyû zanmai), und dies ist das Kriterium (der authentischen Weitergabe). Um dieses Samadhi zu empfangen und davon Gebrauch zu machen, ist die Zazenpraxis der Haupteingang. Dieses Dharma ist in jedem Einzelnen reichhaltig vorhanden, wenn man es aber nicht praktiziert, dann zeigt es sich nicht, und wenn man es nicht an sich selbst erfährt, dann kann es nicht verwirklicht werden. » ( Dógen )


    Ja, für Zenisten ist Zen schon das höchste.

  • Onda
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    • 6. April 2013 um 17:35
    • #340
    accinca:


    Ja, für Zenisten ist Zen schon das höchste.

    Und für die Paliban der PK...

    Onda

    "Es gibt nichts Gutes, außer: man tut es." (Erich Kästner)
    "Dharma books and tapes are valuable, but the true dharma is revealed through our life and practice." (Thich Nhat Hanh)

  • Lux
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    • 6. April 2013 um 18:22
    • #341
    Onda:
    accinca:


    Ja, für Zenisten ist Zen schon das höchste.

    Und für die Paliban der PK...

    Onda

    ... und für die Buddhanisten der PK der Paliban. ;)

  • raterZ
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    • 7. April 2013 um 16:27
    • #342
    Merkur-Uranus:


    Der Punkt ist doch: Wer den ursprünglichen Buddhismus praktizieren möchte, muss sich ernsthaft fragen, warum er nicht in ein Kloster geht. Darum kann ich auch die Vertreter des "wahren Buddhismus" wie beispielsweise Accina nicht so recht ernst nehmen: Einerseits möchten diese Menschen den ursprünglichen Buddhismus leben - andererseits praktizieren sie ihn nur halbherzig, indem sie darauf verzichten, in ein Kloster zu gehen.

    Ein säkularer Buddhismus hingegen ist klar auf ein Leben in der Gesellschaft ausgerichtet. Ein moderner Laienbuddhismus, wenn man so möchte.

    stimmt schon. ich erkläre mir das aber damit, dass man in den dhamma herein wächst. die motivation der praxis ist ja meistens das erleben von dukkha / sukkha. wer das macht, der wird sich immer intensiver mit dem achtpfachen pfad auseinander setzen, was wiederum in stärkere dukkha / sukkha erlebnisse mündet. diese wiederum führen zu noch intensivere praxis etc.
    so gesehen dauert es, bis man wirklich den entschluss fasst sein weltliches leben hinter sich zu lassen. das geht nicht von heute auf morgen.

    einen säkularen buddhismus haben wir schon zu genüge.. wir brauchen einen größeren ordens-buddhismus! :)

  • Merkur-Uranus
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    • 7. April 2013 um 16:32
    • #343
    raterZ:
    Merkur-Uranus:


    Der Punkt ist doch: Wer den ursprünglichen Buddhismus praktizieren möchte, muss sich ernsthaft fragen, warum er nicht in ein Kloster geht. Darum kann ich auch die Vertreter des "wahren Buddhismus" wie beispielsweise Accina nicht so recht ernst nehmen: Einerseits möchten diese Menschen den ursprünglichen Buddhismus leben - andererseits praktizieren sie ihn nur halbherzig, indem sie darauf verzichten, in ein Kloster zu gehen.

    Ein säkularer Buddhismus hingegen ist klar auf ein Leben in der Gesellschaft ausgerichtet. Ein moderner Laienbuddhismus, wenn man so möchte.

    stimmt schon. ich erkläre mir das aber damit, dass man in den dhamma herein wächst. die motivation der praxis ist ja meistens das erleben von dukkha / sukkha. wer das macht, der wird sich immer intensiver mit dem achtpfachen pfad auseinander setzen, was wiederum in stärkere dukkha / sukkha erlebnisse mündet. diese wiederum führen zu noch intensivere praxis etc.
    so gesehen dauert es, bis man wirklich den entschluss fasst sein weltliches leben hinter sich zu lassen. das geht nicht von heute auf morgen.

    einen säkularen buddhismus haben wir schon zu genüge.. wir brauchen einen größeren ordens-buddhismus! :)


    Ich sehe es so, dass es nicht darum geht, den einzig wahren Buddhismus zu finden, sondern die Würde der Vielfalt zu respektieren und anzuerkennen.

    Ein wichtiger Punkt, wenn wir über den Buddhismus im 21. Jahrhundert sprechen, betrifft seine natürliche und vitale Entwicklung. Wenn wir auf die buddhistische Gemeinschaft in Europa blicken, fällt auf, dass es verschiedene Gruppierungen und Ansichten gibt, die sich zum Teil antagonistisch gegenüberstehen. Wie Professor Jay Garfield schreibt, sollten wir jedoch „niemals die engstirnige Frage stellen, welcher Buddhismus nun der authentische ist. Besser ist es zu fragen: Wie ist es möglich, dass der Buddhismus sich so vielfältig entwickelt hat, dass er eine solche Vitalität besitzt? Wir sollten ihn mit einer Pflanze vergleichen, bei der es ja ein Zeichen von Gesundheit und Stärke ist, dass ihre Blüten, ihre Äste und Zweige eben nicht genauso ausse- hen wie ihre Wurzeln, sondern sich in ihrer ganzen Vielfalt entwickeln.“

    Unter diesem Blickwinkel lassen sich im Westen verschiedene buddhistische Hauptgruppierungen ausmachen, die sich – gerade im Hinblick auf den katastrophalen Zustand dieser Welt – gegenseitig befruchten und bereichern können.


    Der traditionelle Buddhismus richtet sich originalgetreu an den asiatischen Formen des Buddhismus aus. „Traditionellen Buddhisten“ kommt somit die ehrenvolle Aufgabe zu, für die präzise und authentische Überlieferung des Dharma zu sorgen. Die Integration der überlieferten Lehren wichtiger buddhistischer Meister und Meisterinnen ist schließlich unabdingbar für die Entstehung eines eigenständigen westlichen Buddhismus. So sorgte das Prinzip der ununterbrochenen Übertragungslinien dafür, dass sich der Buddhismus über 2 500 Jahre lebendig halten konnte und nicht „verwässerte“.

    Der säkulare Buddhismus hingegen betrachtet den Dharma als eine psychologische Erkenntnislehre bzw. als eine Kulturtechnik oder eine Wissenschaft des Geistes. „Säkulare Buddhisten“ setzen sich dafür ein, die Essenz der buddhistischen Lehre in einer zeitgemäßen und aufgeklärten Form in unsere Gesellschaft zu bringen. Das Kunststück des säkularen Buddhismus ist es, eine westliche Form zu finden, die von einer atheistischen Gesellschaft anerkannt und genutzt werden kann. Frei von mythologischen Ansichten, kann die Essenz der buddhistischen Lehre einem breiten Spektrum der Bevölkerung zugänglich gemacht werden. Das Tibetische Zentrum Hamburg erwirbt sich hier große Verdienste, indem es den Dialog zwischen traditionellen Buddhisten und Wissenschaftlern fördert, wie zuletzt eindrucksvoll auf dem Achtsamkeitskongress in Hamburg geschehen. Gerade diese enge Verbindung zwischen traditionell Praktizierenden und säkularen Buddhisten sorgt dafür, dass sich der Dharma konstruktiv und zeitgemäß entwickeln und verändern kann.

  • accinca
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    • 7. April 2013 um 18:34
    • #344
    Merkur-Uranus:
    raterZ:


    Ich sehe es so, dass es nicht darum geht, den einzig wahren Buddhismus zu finden, sondern die Würde der Vielfalt zu respektieren und anzuerkennen.


    So ein Unfug. Es gibt eine menge Gründe nicht in ein Kloster zu gehen.
    Schlechte und gute. Zu den Schlechten gehört, weil man gerne Vielfalt
    haben möchte. Es gibt aber auch gute Gründe. Sogar zur Zeit des Buddhas
    hat es das gegeben, das einer sogar als Nichtwiederkehrer im hause geblieben
    war seine alte Mutter pflegend. Heute sieht es noch anderes aus, auch ohne
    Buddha und ohne andere Arahats, in einem Orden mit so manchen Ritualen
    die es damals nicht gegeben hat, von Gesundheit und Alter einmal abgesehen.
    Im wesentlichen kommt es auf den erwünschten Fortschritt in der Geistesentwicklung an.
    So mancher, heutzutage und manche sogar früher machen im Orden, macht keinen
    relevant größeren Fortschritt als im Orden. Manche liegen auch zu hause auf
    einem bescheidenen Bodenlager wie ein Mönch und halten mehr als nur die
    fünf Silas ein. Manche meditieren im Orden auch nicht mehr als zu hause.
    So gibt es eben mancherlei Unterschiede, mancherlei Gründe usw. Wer z.B
    noch Trinkt, Raucht oder sexuell sich nicht enthalten kann sollte gar nicht
    erst daran denken Mönch zu werden bevor er nicht in der Lage ist dann auch
    so zu leben. Das ist allemal besser als wenn er als scheinheiliger Mönch lebt.
    Letztlich hat jeder selber über seinen Werdegang zu entscheiden. Ob andere sein
    Verhalten verstehen können oder nicht verstehen können sollte jedem völlig gleich sein.
    Da braucht sich keiner von anderen reinfuschen lassen.

  • hedin
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    • 7. April 2013 um 18:40
    • #345
    Merkur-Uranus:

    Unter diesem Blickwinkel lassen sich im Westen verschiedene buddhistische Hauptgruppierungen ausmachen, die sich – gerade im Hinblick auf den katastrophalen Zustand dieser Welt – gegenseitig befruchten und bereichern können.

    Und die wären zum Beispiel:.................

    hedin

  • Lux
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    • 7. April 2013 um 18:50
    • #346
    accinca:
    Merkur-Uranus:


    Ich sehe es so, dass es nicht darum geht, den einzig wahren Buddhismus zu finden, sondern die Würde der Vielfalt zu respektieren und anzuerkennen.


    So ein Unfug. Es gibt eine menge Gründe nicht in ein Kloster zu gehen.
    Schlechte und gute. Zu den Schlechten gehört, weil man gerne Vielfalt
    haben möchte. Es gibt aber auch gute Gründe. Sogar zur Zeit des Buddhas
    hat es das gegeben, das einer sogar als Nichtwiederkehrer im hause geblieben
    war seine alte Mutter pflegend. Heute sieht es noch anderes aus, auch ohne
    Buddha und ohne andere Arahats, in einem Orden mit so manchen Ritualen
    die es damals nicht gegeben hat, von Gesundheit und Alter einmal abgesehen.
    Im wesentlichen kommt es auf den erwünschten Fortschritt in der Geistesentwicklung an.
    So mancher, heutzutage und manche sogar früher machen im Orden, macht keinen
    relevant größeren Fortschritt als im Orden. Manche liegen auch zu hause auf
    einem bescheidenen Bodenlager wie ein Mönch und halten mehr als nur die
    fünf Silas ein. Manche meditieren im Orden auch nicht mehr als zu hause.
    So gibt es eben mancherlei Unterschiede, mancherlei Gründe usw. Wer z.B
    noch Trinkt, Raucht oder sexuell sich nicht enthalten kann sollte gar nicht
    erst daran denken Mönch zu werden bevor er nicht in der Lage ist dann auch
    so zu leben. Das ist allemal besser als wenn er als scheinheiliger Mönch lebt.
    Letztlich hat jeder selber über seinen Werdegang zu entscheiden. Ob andere sein
    Verhalten verstehen können oder nicht verstehen können sollte jedem völlig gleich sein.
    Da braucht sich keiner von anderen reinfuschen lassen.[/quote]


    Sehe das ähnlich, aber nicht ganz so drastisch. Für manchen, der dem Orden beigetreten ist, war das sein letzter Schuß, die letzte Patrone. In einem geschützten Umfeld und einem definierten Rahmen kann vieles gelingen was in der Welt schwer zu erreichen ist.

    Ein kurzer Bericht zum Thema Orden von Ajahn Martin Piyadhammo:

    http://www.theravada-dhamma.org/pdf/Ajahn%20Ma…0Buddhismus.pdf

  • Merkur-Uranus
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    • 7. April 2013 um 19:24
    • #347
    hedin:
    Merkur-Uranus:

    Unter diesem Blickwinkel lassen sich im Westen verschiedene buddhistische Hauptgruppierungen ausmachen, die sich – gerade im Hinblick auf den katastrophalen Zustand dieser Welt – gegenseitig befruchten und bereichern können.

    Und die wären zum Beispiel:.................

    hedin

    Einfach den Text bis zum Ende lesen ;)

  • hedin
    Gast
    • 7. April 2013 um 20:08
    • #348
    Merkur-Uranus:


    Einfach den Text bis zum Ende lesen

    Da steht nix konkretes.....
    ...Kaffeesatz lesen, oder. ;)

    hedin

  • void
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    • 8. April 2013 um 09:20
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    • #349
    Karnataka:


    Ganz klar ist die Trennung von Religion und Staat und die Weltlichkeit, die jene Trennung für den Menschen brachte, zu begrüßen. Das steht, glaube ich, außer Frage.
    ...
    Traurig finde ich nur das Beispiel mit dem D L , ausgerechnet! Er hat die Trennung im Exil vollzogen, ja selbst die Einrichtung eines Dalai Lamas vom Wunsch des Volkes abhängig gemacht und überhaupt den Friedensnobelpreis gekriegt.

    Ja, komisch. Beim Dalai Lama empfindet man das als angenehm wie er in seiner Position Mönch, Celebrity, Wissenschaftsfan, Vorkämpfer für die tibetische Sache und Förderer von Dialog zwischen Religionen und tibetischen Schulen miteinander kombiniert. Nach der reinen Lehre der Säkularisierung ist das aber gerade so eine Vermischung der unterschiedlchen Sphären abzulehnen.

    Aber Ist ein Dalai Lama, der sich für den Dialog mit Wissenschaft, Promis interessiert und für die Tibetischen Rechte kämpft wirklich schlechter als sein Kollege Geshe Kelsang, dem sogar die Rime-Bewegung die innerhalb des tibetischen Buddhismus schulübegreifend wirkt zu weit geht und der von einem Gelug-Lehrer erwartet, vor allem die Lehre seiner eigenen Schule von anderem abzugrenzen?

    Auch der vorherige Papst Benedikt fordert ja eine Entweltlichung der Kirche. Also sich aus der Gesellschaft und ihren weltlichen Belangen - aus dem Engegement in Schule und Sozialwesen zurückzuziehen und sich quasi hinter die Klostermauern zurückzuziehen. Ist so eine Entfernung von Alltag und Sakralen wünschenswert oder führt das gerade dazu, dass da jede Bodenhaftung verloren geht? Der Kampf gegen Degeneration, Vermischung und faule Kompromisse ist bis zu einem gewissen Grad sinnvoll, aber er kann ebenso zu einer Sicht führen, die das "reine Eigene" gegenüber allen Formen von Kompromiss und Dialog abschottet.

    Sind Bestrebungen des enaggierten Buddhismus abzulehnen weil sie Säkularität untergraben? Also Abt Muhos Idee unter
    Obdachlosen im Schlosspark von Ôsaka ein Zengruppe zu führen oder Claude AnShin Thomas Engegement gegen den Krieg? Das wäre doch reichlich absurd. Ist Säkularität als totale Trennung von religiösen und weltlichen wirklich erstrebenswert oder funktioniert eine vom Alltag abgespaltene Praxis überhaupt nicht?

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  • Onda
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    • 8. April 2013 um 09:26
    • #350
    void:

    Ist Säkularität als totale Trennung von religiösen und weltlichen wirklich erstrebenswert oder funktioniert eine vom Alltag abgespaltene Praxis überhaupt nicht?

    Es ist die Frage, ob man Sekularität als "totale Trennung" definiert oder schlicht als aufgeklärte Akzentsetzung im Bereich der weltlichen Aktivität. EIne wirklich aufgeklärte Spiritualität wird sich bemühen, starre Trennungen zwischen den Sphären zu vermeiden. Letztlich ist es ja unmöglich, im Weltlichen nicht zu wirken. Und wenn das so ist, kann man sich ja um heilsame Akzente bemühen. Siehe Thread: Die Welt verändern.

    Onda

    "Es gibt nichts Gutes, außer: man tut es." (Erich Kästner)
    "Dharma books and tapes are valuable, but the true dharma is revealed through our life and practice." (Thich Nhat Hanh)

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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