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  1. Buddhaland Forum
  2. Buddhismus
  3. Allgemeines zum Buddhismus

Buddhismus 2.0

  • Merkur-Uranus
  • 31. März 2013 um 07:56
  • Geschlossen
  • Zum letzten Beitrag
  • Aiko
    Gast
    • 8. April 2013 um 10:22
    • #351
    Zitat

    „Es ist ganz was anderes, Dinge voneinander unterscheiden, und den Unterschied der Dinge erkennen. Das letztere ist nur durch Urteilen möglich.« »Logisch unterscheiden heißt erkennen, daß ein A nicht B sei, und ist jederzeit ein verneinendes Urteil. Physisch unterscheiden heißt, durch verschiedene Vorstellungen zu verschiedenen Handlungen getrieben werden.“
    http://www.zeno.org/Philosophie/M/…3%9Fbetrachtung

    Ich denke, dass die Auseinandersetzung zwischen dem "Heiligen" und dem "Profanen" nie aufhören wird. Aber der Einzelne kann in seiner Einsicht hier ein Ende machen - . Etwas anderes ist es, wenn sich eine Gesellschaft für Pluralismus der Religionen und Bekenntnisse ausspricht und die Religionsfreiheit beachtet. Allerdings haben missionierende Religionen damit ein Problem, wenn man ihr Weltbild nicht haben will. Das offenbar Vernünftige ist dabei das Marktmodell: hier darf jeder für sich werben und jeder darf sich für seine Seeligkeit sein Bekenntnis wählen.

  • Karnataka
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    • 8. April 2013 um 12:42
    • #352
    void:


    Sind Bestrebungen des enaggierten Buddhismus abzulehnen weil sie Säkularität untergraben? Also Abt Muhos Idee unter
    Obdachlosen im Schlosspark von Ôsaka ein Zengruppe zu führen oder Claude AnShin Thomas Engegement gegen den Krieg? Das wäre doch reichlich absurd. Ist Säkularität als totale Trennung von religiösen und weltlichen wirklich erstrebenswert oder funktioniert eine vom Alltag abgespaltene Praxis überhaupt nicht?

    Würde Sozial- und Bildungsbereich unterscheiden.

    Sozialbereich:
    persönlich halte ich weder den Staat, noch die Religionsgemeinschaft, für den besten Träger einer sozialen Einrichtung. Private, säkulare Träger, in Konkurrenz miteinander, welche das Geld von einem öffentlichen Fond erhalten und unter Qualitätskontrolle stehen, scheinen mir die beweglichste Lösung und ein gutes Kosten/Leistungsverhältnis und eine vernünftige Einstellung zur Leistung der Arbeitnehmer zu bringen.
    also soziale Marktwirtschaft :)

    Bildungsbereich:
    In Ö ist die katholische Kirche gegenüber anderen Privaten im Bildungsbereich bevorzugt, der Staat übernimmt hier die Gehälter. (In katholischen Kindergärten finden sich naturgemäß keine Kinder mit Türkisch als Erstsprache, d.h. überwiegend Kinder mit Deutsch als Erstsprache. Sicher ist die Sprachförderung auch ein Grund, weshalb sie „als Eliteeinrichtung“ gewählt werden und insgesamt ein bisschen teurer sind, glaube ich. Derzeit gibt’s eine Volksbefragung gegen Kirchenprivilegien.)

    Generell:
    Sondern ich würde den Buddhismus eher im Ausbildungsbereich der Beschäftigten verorten, wo eine buddhistisch-universelle Ethik und Schulung sehr hilfreich und wichtig wäre, weil sie das Wesen der sozialen Tätigkeit noch vor allem Know-how betrifft. Auch was die Ausbildung im Erziehungs- und Bildungsbereich angeht, können die Grundwerte und Techniken des Mahayana sicher befruchtend auf die Persönlichkeit der PädagogIn, das Bild vom Kind, die geeignete Vermittlung von Werten etc. wirken .

  • Tulamben
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    • 23. Juni 2016 um 11:13
    • #353

    Ich möchte gerne einen Auszug aus dem Artikel "Die Quellen von säkularem Buddhismus" (Winton Higgins, Buddhismus aktuell 2/2014 oder http://www.saekularerbuddhismus.org/?page_id=1579), als Grundlage für eine weitere Auseinandersetzung mit diesem Thema, nutzen. Ich denke, dass die Grundzüge eines säkularen Buddhismus hier ganz gut beschrieben sind und ggf. für ein wenig Klarheit sorgen können.

    "Den Dharma in den kulturellen Begriffen und für unserer Zeit neu zu formulieren- das ist der Ausgangspunkt eines säkularen Buddhismus."
    [...]
    "Die meisten Buddhistinnen und Buddhisten in westlichen Ländern gehören asiatischen Diaspora-Gemeinden an und bewahren die Praxis ihrer Herkunftsländer. Die größenmäßig nächste Gruppe Praktizierender besteht aus Menschen, die ethnisch dem Westen angehören und seit langem bestehende asiatische Formen von Praxis gemeinsam mit deren Glauben und Organisationskultur (einschließlich diskriminierender Geschlechterverhältnisse, Hierarchien und autoritärer Denkweise) angenommen oder nachgebildet haben. Keine dieser Gruppierungen ist säkular.
    Eine dritte Gruppe von Menschen, die im Westen Buddhismus praktizieren, formiert sich gerade. Ihr gehören jene an, die Praxisformen, Gemeinschaft und Gedanken entwickeln wollen, die mit ihrer eigenen Kultur und deren eher fortschrittlichen Werten in Einklang stehen – beginnend mit gesellschaftlicher Gleichstellung, dem Prinzip der Inklusion und demokratischer Selbstbestimmung. Es ist diese dritte Gruppe, die unter der Bezeichnung „Säkularer Buddhismus“ Beachtung findet. In ihren Reihen finden sich vor allem Menschen, die bisher nicht religiös gebunden oder interessiert waren, darunter solche, deren Interesse am Buddhismus nach einer positiven Erfahrung mit achtsamkeitsbasierter Psychotherapie oder ähnlicher persönlicher Schulung entstanden ist. Viele von ihnen suchen nicht eine alternative Religion, sondern eine Alternative zu Religion.
    Bei der Absicht, den Dharma in den eigenen kulturellen Begriffen und für die eigene Zeit neu zu formulieren, tut säkularer Buddhismus nicht mehr und nicht weniger als das, was frühere Wirtsgesellschaften taten, als der Dharma sich von seinem alten Geburtsort in Indien auf andere Gesellschaften ausbreitete. Zum Beispiel: als die Chinesen ihn vor zweitausend Jahren Schritt für Schritt für China adaptierten, machten sie die Praxis nicht nur für sich selbst zugänglich, sondern brachten auch verborgene Tiefen im ursprünglichen Ausdruck des Dharma zum Vorschein, indem sie sie in Begriffen ihres eigenen reichen kulturellen Erbes herauskristallisierten.
    [...]
    Säkularer Buddhismus ist keine „Schule“ des Buddhismus: er hat keine Orthodoxie, keinen separierten Kanon und keine institutionelle Präsenz. Der größte Teil seiner Sympathisantinnen und Sympathisanten beteiligt sich an Laien-Gemeinschaften (sanghas) mit Dharma-Freundinnen und -Freunden anderer buddhistischer Richtungen oder ohne eigene Ausrichtung.
    Säkularer Buddhismus steht vielmehr für eine Entwicklungsrichtung, die typisch buddhistisch ist in ihrem aufgeschlossenen Skeptizismus und ihrem Verlangen danach, den Dharma so effektiv wie möglich sprechen zu lassen, das heißt in Ausdrücken, die kulturell verfügbar sind."

    Tulamben

    Die Ära des Lichts ist die Ankunft des Menschen in seiner Mündigkeit.
    Primum non nocere

  • accinca
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    • 24. Juni 2016 um 13:33
    • #354

    Wenn schon dann wäre ein Islam 2.0 viel wichtiger.
    Ein Buddhismus 2.0 brauchen wohl nur die Mahayanis.

  • fotost
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    • 24. Juni 2016 um 14:37
    • #355
    accinca:

    Wenn schon dann wäre ein Islam 2.0 viel wichtiger.
    Ein Buddhismus 2.0 brauchen wohl nur die Mahayanis.

    Die Zählungen machen echte Probleme :lol:

    Beim Islam etwa wären sich wahrscheinlich die meisten einig, daß bei der Spaltung in Sunniten und Schiiten Islam 2.x erreicht wäre. Ich mag nicht entscheiden, ob es heute überhaupt noch einer der monotheistischen Schulen abrahamischer Offenbarungs-Tradition bedarf.

    Buddhismus ist inzwischen gefühlt eher bei 12.x angekommen. Ich sehe es als eine der Stärken der Lehre an, regionale und zeitbedingte Traditionen zu integrieren und zu relativieren.

    Die Wahrheit bleibt immer

    Zitat


    Da ist die edle Wahrheit über das Leiden;
    die edle Wahrheit über die Entstehung des Leidens;
    die edle Wahrheit über die Beendigung von Leiden;
    und die edle Wahrheit über den Pfad der Ausübung, der zur Beendigung des Leidens führt.

  • Tulamben
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    • 25. Juni 2016 um 10:58
    • #356

    Gibt es auch eine Meinung zu meinen Beitrag über den Artikel von Winton Higgins? :?:

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  • Morpho
    Gast
    • 26. Juni 2016 um 01:24
    • #357

    Vielleicht.

    In dem Artikel steht z.B.:

    Zitat

    Die größenmäßig nächste Gruppe Praktizierender besteht aus Menschen, die ethnisch dem Westen angehören und seit langem bestehende asiatische Formen von Praxis gemeinsam mit deren Glauben und Organisationskultur (einschließlich diskriminierender Geschlechterverhältnisse, Hierarchien und autoritärer Denkweise) angenommen oder nachgebildet haben.

    Der Artikel zeugt nicht von einer internen Beobachtung und Auseinandersetzung. Und Intern meint auch: unerlässlich- beteiligt an der gemeinsamen Praxis. Dazu ist er zu populistisch. [quote]

  • Tulamben
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    • 29. Juni 2016 um 08:29
    • #358

    Ich will es mal anders versuchen.

    Hier ein weiterer Auszug aus dem o.g. Artikel:
    "Säkularer Buddhismus versucht eine radikale Neuinterpretation der überlieferten Lehren Buddhas in der und für die heutige säkulare Gesellschaft. Radikal insofern, dass nicht einfach eine oder mehrere der bestehenden buddhistischen Schulen mit all ihren Traditionen in ein moderneres Gewand gekleidet werden, sondern dass die vermutlich zentralen und originären Ideen des historischen Buddha mittels kritischer Analyse der althergebrachten Texte und der historischen Zusammenhänge herausgearbeitet werden. Im Kontext zeitgenössischer philosophischer und wissenschaftlicher Erkenntnisse werden diese Ideen neu interpretiert, mit dem Ziel der Formulierung einer Praxis-Anleitung für ein gelungenes Leben in der heutigen Zeit."

    Mich würde interessieren, wir ihr zu diesem Ansatz steht und ob und warum Ihr diesen Ansatz z.B. als eine interessante Alternative empfindet oder ihm ablehnend gegenüber steht. Vielleicht hat ja auch schon jemand Erfahrungen mit einer säkularen Gruppe, dir sie/er mitteilen kann.

    @ Morpho
    Mich würde interessieren, wo Du einen Populismus ausmachst und was Du genau mit "populistisch" (Stil, Ideologie, Strategie usw.) meinst.

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  • Lucky Luke
    Gast
    • 29. Juni 2016 um 08:49
    • #359

    Das Thema ist in diesem Forum aus dem Jahr 2013 wieder aus der Versenkung geholt worden. Viele von uns haben sich bereits in diesem und in ähnlichen Threads zu einem "säkularen Buddhismus" und auch von der von Dir formulierten Fragestellung mehr als einmal geäußert. Vielleicht unter Suche "Steven Batchelor" eingeben....

  • Tulamben
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    • 29. Juni 2016 um 09:04
    • #360

    Okay, danke für den Hinweis.

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  • void
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    Buddh. Richtung
    Zen
    • 29. Juni 2016 um 09:05
    • Offizieller Beitrag
    • #361

    Indem man den Buddhismus also von den traditionellen, patrirachalen, feudalen Zügen reinigt, die ihm von seinen asiatischen Ursprüngen angaftet, besteht die Gefahr, vom Regen in die Traufe zu kommen, und sich den Ideologien und Verblendungszuammenhängen unserer Gesellschaft anzudienen. Franz-Johannes Litsch , einer der Proponenten eines Engagierten Buddhismus schreibt dazu:


      Auf dem Weg zum Wellness-Buddhismus?

      Der westliche Buddhismus hat nunmehr das Image eines kurzfristigen exotischen Lifestyle-Trips erworben, so dass sich derzeit kein bekannter europäischer Denker oder Wissenschaftler mehr dazu veranlasst fühlt, sich tiefer mit ihm zu befassen oder sich gar zu ihm zu bekennen. Er wird unter diesen zumeist als harmlos, naiv und weltfremd bewertet. Dazu trägt sehr seine unglückselige Vermischung mit Esoterik und New Age bei. Hier hält man ihn für nützlich, um sich seiner für eigene Zwecke zu bedienen. In Zeiten von zunehmendem beruflichem und gesellschaftlichem Stress und breiter wirtschaftlich-politischer Perspektivlosigkeit bietet der Buddhismus offensichtlich individuelle Fluchten des mystischen Vergessens, friedlicher Entspannung und sanfter Wellness-Verwöhnung. Gelegentlich auch geistiges und körperliches Fitness-Training für Manager und Erfolgswillige.

      Das ist der Punkt, an dem die Kritik Zizeks ansetzt. Er fürchtet, dass ein solcher Buddhismus nichts dazu beiträgt, den heute immer deutlicheren, kulturellen, gesellschaftlichen, ökologischen Zerstörungsaspekten der westlichen Zivilisation eine heilsame Wendung und Orientierung zu geben, sondern im Gegenteil dazu verhilft, den herrschenden "Verblendungszusammenhang" (Adorno) weiter zu stabilisieren, ja sogar zu vertiefen. Anders gesagt: Zizek wirft dem westlichen Buddhismus vor, dass er der globalisierten und hochtechnisierten Gierökonomie des Westens nun auch noch die fehlende spirituelle Metaphysik und leistungssteigernde, entspannte Gelassenheit liefere – auf dass der totale Zugriff auf die Welt und alles Leben noch effizienter zu Ende geführt werden kann. Er nennt den Buddhismus die "ideale Religion des neoliberalen Kapitalismus" und setzt seine eigene Hoffnung auf eine Erneuerung des Christentums.

      Die Aussagen Zizeks im einzelnen lassen erkennen, dass er den Buddhismus insgesamt, wie auch den westlichen nicht wirklich gründlich kennt, dennoch muss anerkannt werden, dass er etwas beobachtet, was jeden ernsthaft an der Lehre und Praxis des Buddha Interessierten beunruhigen muss. Denn es war ganz eindeutig nicht die Zielsetzung des Erwachten, zu jenem "pursuit of happiness" (Jagen nach Glück) jedermanns beizutragen, wie es der amerikanischen Verfassung zu Grunde liegt, wie es als "american way of life" missionarisch heute in aller Welt verbreitet wird und wie es immer stärker zur eigentlichen Zivilreligion der westlichen Konsumgesellschaften wird. Denn hier geht es um die grenzenlose Erfüllung aller Träume, Wünsche, Illusionen, Begierden und Abneigungen, nach der das individuelle Ich zur Bestätigung und Erweiterung seiner Existenz greifen möchte. Dem Buddha dagegen geht es um die Befreiung von allem Greifen nach einem Ich oder nach Dingen und damit um das Erlangen eines Glücks, das nicht an irgend etwas gebunden ist.

      Neue Verkleidungen des Ichs

      Bei aller derzeitigen Offenheit der westlichen Welt gegenüber dem Buddhismus, die grundlegende Ich-Orientierung ist dort in keiner Weise verschwunden, sondern reinkarniert sich nur in neuer Gestalt: im Konzept der konsumfreudigen Selbstverwirklichung, der marktwertbewussten Ich-Inszenierung, des psycho- und biotechnischen Persönlichkeitsdesigns. Es geht längst nicht mehr um die christliche "Vervollkommnung der Seele" sondern um das erfolgreiche Coming out als Ich-AG. Wo die Ökonomie zur eigentlichen Religion wird, werden wir zu Produzenten und Verkäufern unser selbst als Ware – unseres "hart erarbeiteten" Selbst – auf einem grenzenlosen Markt der Ich-Konkurrenz. Die eigene Person wird zur Aktiengesellschaft, das Leben zum Gewinn- oder Verlust-Geschäft. Umgekehrt wird die Religion immer mehr zur Ökonomie, zum religiösen Supermarkt und Business.

      Westlicher Buddhismus – Nein danke ?

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  • bel
    Gast
    • 29. Juni 2016 um 09:25
    • #362

    Das ist reine Demagogie.
    "Säkularer Buddhismus", jedenfalls so, wie seine Proponenten ihn verstanden wissen wollen, hat aber auch nix gemein mit dem hier karikierten "westlichen Buddhismus" in seinen Formen von "Wellness-Buddhismus" bis "Manager-Zen".

  • void
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    Buddh. Richtung
    Zen
    • 29. Juni 2016 um 09:54
    • Offizieller Beitrag
    • #363
    bel:

    Das ist reine Demagogie.
    "Säkularer Buddhismus", jedenfalls so, wie seine Proponenten ihn verstanden wissen wollen, hat aber auch nix gemein mit dem hier karikierten "westlichen Buddhismus" in seinen Formen von "Wellness-Buddhismus" bis "Manager-Zen".

    In seinem Buddhismus 2.0 schreib Batchelor:

    Zitat


    „Säkular“ kommt vom lateinischen „saeculum“, was „diese Zeit“ bedeutet. Damit ist nicht nur das Hier und Jetzt gemeint, sondern das Zeitalter, in dem wir uns befinden. Als säkularer Buddhist verstehe ich meine Praxis in erster Linie als Antwort auf die Krise, die Fragen und das Leiden unserer Zeit. Historisch gesehen ist das, glaube ich, in jeder Epoche der Fall gewesen, in der der Buddhismus in einer Gesellschaft in Blüte stand. Ob wir die Zeit des historischen Buddha nehmen, als er auf das Drängende und die Krisen seiner Zeit geantwortet hat, oder die Zeit, als der Buddhismus nach China, Tibet oder in irgendein anderes Land kam: Er ließ sich vollkommen auf die vorhandene Situation ein.

    Was ist denn gegen säkularen Buddhismus zu sagen, wenn es ihm gelingt einerseits authentisch buddhitisch zu sein, und andererseits auf die Probleme unserer Zeit zu antworten. Was kann man denn daran kritisieren? Was soll den daran schlecht sein, wenn es funtioniert?

    Von daher macht es Sinn, den Blick auch auf die Risiken und Nebenwirkungen zu richten. Uns zu sehen was passiert, wenn man Buddhismus so an das Säkulum anpasst, dass es nicht auf die Probleme unserer Zeit antwertet sondern sich im Denken der Zeit verfängt. Und dann entstehen eben unbeabsichtigte Formen von "Wellness-Buddhismus" bis "Manager-Zen". Und genau darauf geht der Artikel von Litsch ein.

    Demagogisch wäre es säkularen Buddhismus jetzt mit diesen Verfallerscheinungen gleichzusetzten, also nur die möglichen Nebenwirkungen und nicht die positiven Möglichkeiten zu betrachten.

    • Vorheriger offizieller Beitrag
  • Morpho
    Gast
    • 29. Juni 2016 um 10:08
    • #364

    wäre mir nicht sicher ob die formen nicht doch auch beabsichtigt sind. aber garantiert kommt dann so ein säkularer und sagt: UNSERE praxis ist zeit,-und formlos-im gegensatz zu EURER. ich meine iein herausstechendes merkmal muss ja, sonst lässt sich das ja nicht verkaufen.

    Einmal editiert, zuletzt von Anonymous (29. Juni 2016 um 10:10)

  • bel
    Gast
    • 29. Juni 2016 um 10:08
    • #365
    void:
    bel:

    Das ist reine Demagogie.
    "Säkularer Buddhismus", jedenfalls so, wie seine Proponenten ihn verstanden wissen wollen, hat aber auch nix gemein mit dem hier karikierten "westlichen Buddhismus" in seinen Formen von "Wellness-Buddhismus" bis "Manager-Zen".

    In seinem Buddhismus 2.0 schreib Batchelor:

    Zitat


    „Säkular“ kommt vom lateinischen „saeculum“, was „diese Zeit“ bedeutet. Damit ist nicht nur das Hier und Jetzt gemeint, sondern das Zeitalter, in dem wir uns befinden. Als säkularer Buddhist verstehe ich meine Praxis in erster Linie als Antwort auf die Krise, die Fragen und das Leiden unserer Zeit. Historisch gesehen ist das, glaube ich, in jeder Epoche der Fall gewesen, in der der Buddhismus in einer Gesellschaft in Blüte stand. Ob wir die Zeit des historischen Buddha nehmen, als er auf das Drängende und die Krisen seiner Zeit geantwortet hat, oder die Zeit, als der Buddhismus nach China, Tibet oder in irgendein anderes Land kam: Er ließ sich vollkommen auf die vorhandene Situation ein.

    Was ist denn gegen säkularen Buddhismus zu sagen, wenn es ihm gelingt einerseits authentisch buddhitisch zu sein, und andererseits auf die Probleme unserer Zeit zu antworten. Was kann man denn daran kritisieren? Was soll den daran schlecht sein, wenn es funtioniert?


    Eben, vllt nur der Name - jedenfalls für den deutschen Sprachgebrauch ungeeignet. Ob das im Englischen anders ist, kann ich nicht beurteilen.
    Soweit ich Batchelor verstehe, meint er einen "aufgeklärten Buddhismus". Dafür bin ich auch, aber dazu braucht es m.E. keine neue Fahne.

    Zitat

    Von daher macht es Sinn, den Blick auch auf die Risiken und Nebenwirkungen zu richten.
    Uns zu sehen was passiert, wenn man Buddhismus so an das Säkulum anpasst, dass es nicht auf die probleme unserer Zeit antweortet sondern , sich im Denken der Zeit verfängt. Und dann entstehen eben unbeabsichtigte Formen von "Wellness-Buddhismus" bis "Manager-Zen". Und genau darauf geht der Artikel von Litsch ein.


    Nur hat das nix mit Batchelor zu tun. Dem könnte das nur als "Risiken und Nebenwirkungen" angedichtet werden, was im "traditionellen Buddhismus" jetzt schon ne reale Erscheinung ist, ob das nun in Tibet, China, Thailand, Srilanka, Japan oder sonst wo ist.

  • Morpho
    Gast
    • 29. Juni 2016 um 10:12
    • #366

    bel:

    Zitat

    "aufgeklärten Buddhismus". Dafür bin ich auch, aber dazu braucht es m.E. keine neue Fahne.


    gibt es schon? wo fände ich denn den?

  • Morpho
    Gast
    • 29. Juni 2016 um 10:23
    • #367

    ps: mir ist aufgefallen, dass deine rethorik immer schärfer wird. ein feldzug und ad personam. wenn intuition ne intellektuelle leistung ist, wie du sagst, dann dürfte: "eins ist alles - alles ist eins", doch nicht unverständlich sein. feinde der tradition - wieso sollte mich feindseligkeit anziehen ? bachelor hat dem übrigens entsagt. und er ist wie nativ aufrichtig. er betrachtet nicht allein die vermeintlichen fehler des 'anderen' und 'anderer'. das schätze ich.

    2 Mal editiert, zuletzt von Anonymous (29. Juni 2016 um 10:35)

  • Lucky Luke
    Gast
    • 29. Juni 2016 um 10:30
    • #368
    void:

    Was ist denn gegen säkularen Buddhismus zu sagen, wenn es ihm gelingt einerseits authentisch buddhitisch zu sein, und andererseits auf die Probleme unserer Zeit zu antworten. Was kann man denn daran kritisieren? Was soll den daran schlecht sein, wenn es funtioniert?

    Er ist eben nicht "authentisch buddhistisch", weil er gewisse kern - buddhistische Inhalte komplett ignoriert. Man kann "Ethik ohne Religion" ja für sinnvoll halten, aber der Hauptunterschied zu allen anderen Religionen/ Philosophien ist eben der "Leerheitsaspekt". Ohne Leerheit (und dazu zählt für mich in letzter Konsequenz auch Wiedergeburt), kein authentischer Buddhismus !

  • bel
    Gast
    • 29. Juni 2016 um 10:40
    • #369
    Sherab Yönten:
    void:

    Was ist denn gegen säkularen Buddhismus zu sagen, wenn es ihm gelingt einerseits authentisch buddhitisch zu sein, und andererseits auf die Probleme unserer Zeit zu antworten. Was kann man denn daran kritisieren? Was soll den daran schlecht sein, wenn es funtioniert?

    Er ist eben nicht "authentisch buddhistisch", weil er gewisse kern - buddhistische Inhalte komplett ignoriert. Man kann "Ethik ohne Religion" ja für sinnvoll halten, aber der Hauptunterschied zu allen anderen Religionen/ Philosophien ist eben der "Leerheitsaspekt". Ohne Leerheit (und dazu zählt für mich in letzter Konsequenz auch Wiedergeburt), kein authentischer Buddhismus !

    Ja, man könnte Batchelor tatsächlich den Vorwurf von "Auslassung" machen - allerdings fällt er damit nur auf die Rhetorik der Religiösen rein, die selbst ausnahmslos im Dunkeln lassen, was denn mit "Wiedergeburt" gemeint sein soll. Wie du jetzt auf "Leerheit" kommst, und was das mit "Wiedergeburt (wovon?)" zu tun hat, bleibt auch bei Dir wieder einfach nur so dahingesagt.
    Unter diesem Gesichtspunkt ist mir dann aber auch wieder verständlich, daß man von diesem ganzen Genuschel einfach nur die Schnauze voll hat.

  • Doris
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    • 29. Juni 2016 um 10:44
    • #370

    Ich weiß auch nicht, was "Wellness-Budhismus" und Säkularer Buddhismus miteinander zu tun haben sollten?
    "Wellness-Buddhismus" ist es doch auch, wenn in Thailand die Leute in den Tempel ein paar Räucherstäbchen anzünden, sich gut fühlen und dann nach Hause gehen und gut ist es.
    Sich das Etikett "Ich-bin-Buddhist" anhängen und nicht wirklich den Weg gehen, sondern seine Unzulänglichkeiten damit zu übertünchen, also Spiritueller Materialismus, ist auch nichts anderes als Wellness-Buddhismus. Ein bisschen Wellness-Buddhismus pflegt jeder, denke ich. Diese Gefahr ist also nichts Neues, nichts Westliches, nicht nur der Verkauf von Statuen im Baumarkt und Wochenendangebote im Luxusresort, nichts was nur die ominösen Anderen betrifft: "Aber ich, nein iiiiich bin doch soooo ein toller Buddhist! Und was ich schon alles gelesen habe! Und wie toll ich stundenlang meditieren kann! So spirituell und ernsthaft! So derart bemüht und erhaben über diese schnöde Welt der Dharma-Konsumenten! Gaaar nicht mit denen vergleichbar, den Managern, den Trainern, den Tussis mit den Vollholzmöbeln …!" :grinsen:

    Im übrigen bin ich sehr für Wellness.

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Lucky Luke
    Gast
    • 29. Juni 2016 um 10:50
    • #371
    bel:

    Wie du jetzt auf "Leerheit" kommst, und was das mit "Wiedergeburt (wovon?)" zu tun hat, bleibt auch bei Dir wieder einfach nur so dahingesagt.

    Lass mich doch auch mal was "nur so dahinsagen", da bin ich doch in bester Gesellschaft :lol:

  • bel
    Gast
    • 29. Juni 2016 um 10:51
    • #372

    Hätte ich vllt definieren sollen: "Wellness/Manager-Buddhismus" ist das, was einem völlig normalen "weltlichen" Bedürfnis höhere religiösen Weihen geben soll.

  • bel
    Gast
    • 29. Juni 2016 um 10:53
    • #373
    Sherab Yönten:
    bel:

    Wie du jetzt auf "Leerheit" kommst, und was das mit "Wiedergeburt (wovon?)" zu tun hat, bleibt auch bei Dir wieder einfach nur so dahingesagt.


    Lass mich doch auch mal was "nur so dahinsagen", da bin ich doch in bester Gesellschaft :lol:


    Klar, Hauptsache man muß inhaltlich nicht Stellung nehmen.

  • xxx
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    • 29. Juni 2016 um 11:04
    • #374
    void:

    Auf dem Weg zum Wellness-Buddhismus?

    .......Er fürchtet, dass ein solcher Buddhismus nichts dazu beiträgt, den heute immer deutlicheren, kulturellen, gesellschaftlichen, ökologischen Zerstörungsaspekten der westlichen Zivilisation eine heilsame Wendung und Orientierung zu geben, sondern im Gegenteil dazu verhilft, den herrschenden "Verblendungszusammenhang" (Adorno) weiter zu stabilisieren, ja sogar zu vertiefen........

    Die Illusion man könne "die Welt" mit Hilfe einer geeigneten Religion oder sonstigen Hilfsmittel(upaya) in (s)eine gewünschte Richtung lenken habe ich mittlerweile überwunden. Ich halte mich lieber an "Panta rhei" oder "Wu Wei".

    In diesem Sinne soll säkularer Buddhismus einfach gelebt werden ohne sich viel Gedanken über andere zu machen. Einfach nur tun, was zu tun ist. :D

    Einmal editiert, zuletzt von xxx (29. Juni 2016 um 11:06)

  • Doris
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    • 29. Juni 2016 um 11:06
    • #375
    bel:

    Hätte ich vllt definieren sollen: "Wellness/Manager-Buddhismus" ist das, was einem völlig normalen "weltlichen" Bedürfnis höhere religiösen Weihen geben soll.

    Beziehst Du Dich auf mich?
    Ich habe Dich schon verstanden, denke ich.
    Nur fällt es mir schwer, das auf eine bestimmte Gruppe zu beschränken, die Genannten sind halt nur sehr plakativ. Aber im Grunde betrifft es jeden einzelnen in irgendeiner Weise. Es sind auch stets normale "weltliche" Bedürfnisse, die da höhere Weihen erhalten sollen.
    Ein bisschen habe ich den Verdacht, dass die Manager im Wochenendseminar und die Wellness-Gurus ein wenig den Status des Sündenbocks erhalten haben. Zum einen lenken sie von den eigenen Wellness-Bedürfnissen ab, zum andern kann man damit jedes Nachdenken über eine moderne Adaption der buddhistischen Lehren leicht diffamieren.

    Im übrigen bin ich sehr für Wellness. :D

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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