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Definition 'Erleuchtung'

  • Axel Benz
  • 7. Dezember 2012 um 20:35
  • Zum letzten Beitrag
  • Zorița Câmpeanu
    Gast
    • 10. Dezember 2012 um 12:08
    • #26
    Onda:


    Wer definiert, macht sich angreifbar. Wer will schon die Hosen runterlassen?
    Das Schwadronieren mit Nebelkerzen ist viel vergnüglicher.

    Onda

    Onyx9:

    Man entblöst sich nicht vor jedem und schon gar nicht bückt man sich dann für jeden, Onda :D

    Ellviral:

    Genau deshalb, weil keiner aus der Gefahr hin sich schämen zu müßen ob der Großartigkeit der Antwortenden/Zitierenden(Die Zitierer sind hie die größten Leid Erzeuger), kommt es zu dem vermeidbarem Leiden der Suche nach Erleuchtung.

    lauter "man" aussagen.... man oh man..... :D
    formuliert es doch als ich botschaft, damit haben diese aussagen eine berechtigung, alles andere ist geschwätz!

    was ich mich schon eine ganze weile frage ist:
    woher entsteht der drang alles zu definieren?
    auf begrifflicher ebene lässt sich definieren...mit begriffen eben...
    was haben begriffe mit "Erleuchtung" zu tun....hm...ich könnte (muss ich aber nachgucken) eine begriffsbestimmung von "Erleuchtung" posten, aber was hat begriffsbestimmung mit "Erleuchtung" zu tun?

    persönlich bevorzuge ich den begriff "Erwachen" und der kann alles mögliche sein :D
    .

  • Onda
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    • 10. Dezember 2012 um 12:14
    • #27
    Zorița Câmpeanu:


    was ich mich schon eine ganze weile frage ist:
    woher entsteht der drang, alles zu definieren?

    Gute Definitionen sind die Basis für ein gutes Gespräch.
    Der Verzicht auf jegliches Definieren kann konsequenterweise nur im Schweigen enden.
    Was ist ein Gespräch: ein Austausch von Begriffen & Konzepten. Dieser Austausch gelingt nur, wenn die Gesprächspartner im Bilde sind über die Bedeutung der Begriffe.
    Einfaches Beispiel: ein Deutscher, der nur deutsch spricht kann sich mit einem Chinesen, der nur seine eigene Sprache beherrscht, nicht verbal austauschen.
    Das Bemühen um Defintionen ist das Bemühen um gelingende Gespräche, das Bemühen um Ordnung und Effizienz im Denken.

    Onda

    "Es gibt nichts Gutes, außer: man tut es." (Erich Kästner)
    "Dharma books and tapes are valuable, but the true dharma is revealed through our life and practice." (Thich Nhat Hanh)

  • Geronimo
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    • 10. Dezember 2012 um 12:19
    • #28

    Auch der Durst nach Wissen ist ein Durst. Es gibt den einen Weg, der immer wieder neue Fragen aufwirft, und es gibt den anderen, der alle Fragen beantwortet. Beide kann man nicht gleichzeitig gehen.

    Wichtig ist nicht, besser zu sein als alle anderen.
    Wichtig ist, besser zu sein als du gestern warst. (Dogen)

  • Onda
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    • 10. Dezember 2012 um 12:29
    • #29
    Geronimo:

    Auch der Durst nach Wissen ist ein Durst.

    Von diesem Durst war hier bislang noch nicht die Rede. Hier ging es um den Sinn des Definierens.
    Der Definierer ist um Verständnis bemüht. Daran ist doch nichts auszusetzen?
    Onda

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  • Zorița Câmpeanu
    Gast
    • 10. Dezember 2012 um 12:45
    • #30
    Onda:
    Zorița Câmpeanu:


    was ich mich schon eine ganze weile frage ist:
    woher entsteht der drang, alles zu definieren?

    Gute Definitionen sind die Basis für ein gutes Gespräch.
    Der Verzicht auf jegliches Definieren kann konsequenterweise nur im Schweigen enden.
    Was ist ein Gespräch: ein Austausch von Begriffen & Konzepten. Dieser Austausch gelingt nur, wenn die Gesprächspartner im Bilde sind über die Bedeutung der Begriffe.
    Einfaches Beispiel: ein Deutscher, der nur deutsch spricht kann sich mit einem Chinesen, der nur seine eigene Sprache beherrscht, nicht verbal austauschen.
    Das Bemühen um Defintionen ist das Bemühen um gelingende Gespräche, das Bemühen um Ordnung und Effizienz im Denken.

    Onda

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    das leuchtet mir ein, nur der zusammenhang ist fraglich, für mich.
    da gibt es diese schönen beispiele mit "nur wer das wasser trinkt kann wissen ob es kalt ist...." "wie eine mango schmeckt.....usw.

    es geht mir sicher nicht um den verzicht jeglichen definierens, das wäre ja total weltfremd, worum es mir eher geht ist das gegenteil: auf teufel komm raus alles zu definieren
    und das ist letztendlich auch nicht der springende punkt, sondern der glauben und das verteidigen dieser definitionen.
    du wirst mir vieleicht recht geben das die meisten kontroversen discusionen, auch hier im forum, ihre wurzeln in eben dieser haltung haben, dient das nun der komunikation im sinne von austausch und nicht als grabenkrieg?
    ich sage nein, das ist aber auch nur meine meinung :)
    .

  • Onda
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    • 10. Dezember 2012 um 12:46
    • #31
    Zorița Câmpeanu:


    was haben begriffe mit "Erleuchtung" zu tun...

    Es gibt viele Dinge, die man nicht in Begriffe fassen kann.
    Das beginnt schon mit dem Geschmack einer Mango.
    Diesen Geschmack kann man letztlich nur sehr unzulänglich beschreiben.
    Man kann aber sagen: Den Geschmack einer Mango erlebt man beim Verzehr einer Mango.

    Erleuchtung kann man mit Begriffen ebenfalls nur unzulänglich umschreiben.
    Das bedeutet aber nicht, dass man sich dieser Erfahrung mit begriffen überhaupt nicht nähern kann.

    Natürlich hat man von einer erzählten Erleuchtung letztlich genausoviel wie vom Bericht einer Mangoverzehrung...
    Kann aber Appetit machen!

    Onda

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  • Onda
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    • 10. Dezember 2012 um 12:50
    • #32
    Zorița Câmpeanu:

    .... sondern der glauben und das verteidigen dieser definitionen.
    du wirst mir vieleicht recht geben das die meisten kontroversen discusionen, auch hier im forum, ihre wurzeln in eben dieser haltung haben, dient das nun der komunikation im sinne von austausch und nicht als grabenkrieg?
    ich sage nein, das ist aber auch nur meine meinung :)

    Ich glaube, dass viele Kontroversen hier im Forum nicht das Ergebnis einer überhitzten Definier-Aktivität sind, sondern eher der Ausdruck einer zu geringen Aktivität in diesem Bereich. Bzw. Ausdruck einer trotzigen Verweigerungshaltung ("Ich definier dir Dösbaddel doch nicht meine "Wiedergeburt"!)
    Sprich: Wir streiten uns oft über Dinge, von denen wir nicht so genau wisssen, was wir eigentlich unter ihnen genau verstehen sollen.

    Onda

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  • Zorița Câmpeanu
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    • 10. Dezember 2012 um 12:56
    • #33
    Onda:

    Wir streiten uns oft über Dinge, von denen wir nicht so genau wisssen, was wir eigentlich unter ihnen genau verstehen sollen.


    du meinst das durch das definieren ein gemeinschaftliches* verstehn geschaffen werden sollte?
    .
    edit:
    * einheitliches verstehen

    Einmal editiert, zuletzt von Anonymous (10. Dezember 2012 um 13:14)

  • Geronimo
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    • 10. Dezember 2012 um 13:01
    • #34
    Onda:
    Geronimo:

    Auch der Durst nach Wissen ist ein Durst.

    Von diesem Durst war hier bislang noch nicht die Rede. Hier ging es um den Sinn des Definierens.
    Der Definierer ist um Verständnis bemüht. Daran ist doch nichts auszusetzen?
    Onda

    Ich sehe das so wie Zorita.

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  • Doris
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    • 10. Dezember 2012 um 13:15
    • #35

    Ich habe bisher die Erfahrung gemacht, dass viele Missverständnisse in Gesprächen daher rühren, dass zwar dieselben Begriffe verwendet werden, die Idee, die dahinter steckt, jedoch differiert. Die Menschen denken dann, dass sie von derselben Sache sprechen, aber sie tun es nicht. Ich kenne dieses Phänomen auch aus den Geisteswissenschaften. Dort wird jedoch ein Begriff, der verwendet wird, erst definiert und erklärt, auf welche Theorie, Philosophie usw. dieser bezogen wird. Wir müssen nur einen Begriff der Philosophie in Wikipedia eingeben, und schon können wir sehen, wie er sich im Laufe der Zeit entwickelt hat, wie sein Sinn sich verändert hat, wie ihn der eine Autor so und der andere anders verwendet hat.

    Dasselbe gilt für den Begriff "Erleuchtung". Guckt doch mal in Wikipedia nach
    http://de.wikipedia.org/wiki/Erleuchtung

    Upps! So viele Differenzierungen. Und das ist sicher noch lange nicht alles.
    Und nun gibt jede buddhistische Tradition, jede Linie, jeder Lehrer auch noch ein wenig andere Definitionen, versucht es mit seinen Worten zu erklären …

    Wenn wir eine einigermaßen erfolgreiche Kommunikation miteinander haben wollen, dann müssen wir berücksichtigen, dass unsere Worte oft identisch sind, die Erfahrungen, die Theorien, die individuellen Vorstellungen niemals kongruent sind und wohl auch nicht sein können. Daher ist es schon recht hilfreich, erst einmal gemeinsam herauszufinden, inwieweit sich die Vorstellungen zu Begriffen decken. Für mich bringt diese Vorgehensweise eine gewisse Offenheit mit sich - ich streite mich nie mit anderen Leuten, wenn ich diese Unterschiede berücksichtige, auch weil dann automatisch so was wie Respekt vor dem Andersein des Anderen entsteht.

    Ich selbst kann mit "Erleuchtung" nichts anfangen und habe nie nach so was gedürstet. Ich kenne lediglich Momente völligen Friedens und des Staunens über mich, die Wesen und die Welt. Das genügt mir.

    Und hier ein Zitat von Garchen Rinpoche:

    Zitat

    17. OKTOBER 2012

    Frage zum Geisteszustand eines Buddhas

    FRAGE UND ANTWORT MIT S.E. GARCHEN RINPOCHE WÄHREND DES AMIDEWA RETREATS 2012 IN SINGAPUR

    Frage: Wenn ich aufrichtig daran denke, anderen von Nutzen zu sein, und wenn dabei keine Selbstanhaftung im Geist ist, ist dieser Geisteszustand dann der Buddha?

    GR.: Dies ist der Geisteszustand eines Bodhisattvas.
    Sich nur um andere zu sorgen, ist Bodhicitta.
    Dieser Geist ist die Essenz aller Gottheiten.

    Wenn Du mit diesem Geisteszustand irgendeine beliebige Gottheit praktizierst, wirst Du sehr dicht an dieser Gottheit sein und [ihren] Segen erhalten.
    Was wir Segen nennen, ist tatsächlich nichts anderes als [reine] Liebe.

    Der Geist, der frei von Egoismus ist und sich nur um andere sorgt, ist der Geisteszustand eines Bodhisattvas.
    Diese grenzenlose Liebe ist „relatives Bodhicitta“[1].
    Ein Buddha hat nicht nur „relatives Bodhicitta“ vollendet, sondern auch „absolutes Bodhicitta“[2],
    d.h. ein Buddha-Geist hat vollständig erkannt, dass jegliche Dualität nur Einbildung ist und dass es tatsächlich kein „Selbst“ und „Andere“ gibt.

    Es gibt unterschiedliche Bodhisattva-Ebenen, die sogenannten zehn Stufen oder Bhumis, die ein Bodhisattva auf dem Pfad durchläuft.

    Der erleuchtete Geist ist jenseits aller Pfade. Dort gibt es kein weiteres Üben, es ist vollständiges Erwacht-Sein.

    ---
    [1] Das relative Bodhicitta wird auch als das konventionelle Bodhicitta bezeichnet.
    Es bezieht sich darauf, dass wir jetzt in diesem und in all unseren späteren Leben für das Wohl der Wesen wirken wollen, dass wir die Wesen von den acht Arten von Furcht und allen anderen Leiden befreien wollen.
    Es ist der Wunsch, alles dafür zu tun, die Wesen von allen Leiden der acht Arten von Furcht zu befreien.
    Weiße Tara Belehrungen von S.E. Garchen Rinpoche München, September 2000, Seite 10,
    Übersetzung Markus Lodermeier, Transkript: Sherab Drölma. Im Auftrag des Garchen Dharma Institut e.V..

    [2] Die zweite Art des Bodhicitta ist das absolute Bodhicitta. Es geht dabei um die Leerheit [...], um den sogenannten Dharmakaya, es geht um die höchste Buddhanatur, um den Zustand eines Buddhas.
    Weiße Tara Belehrungen von S.E. Garchen Rinpoche München, September 2000, Seite 10,
    Übersetzung Markus Lodermeier, Transkript: Sherab Drölma. Im Auftrag des Garchen Dharma Institut e.V..

    --
    Erinnerungen der Güte, des Mitgefühls und Deiner eigenen wahren Natur, von Seiner Eminenz Garchen Rinpoche.

    Übersetzungs copyright der deutschen Fassung © 2012 Daniela König. Redigiert von Ulli Kupzog.
    Übersetzungs copyright der englischen Fassung © 2012 Ina Bieler.
    Die Zitate können an Freunde weitergeleitet werden - bitte mit dem dazugehörenden copyright.
    Alle anderen Rechte sind vorbehalten.

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    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Geronimo
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    • 10. Dezember 2012 um 13:52
    • #36

    Oh wie sehr ich doch manchmal Mahayana mag <3

    Wichtig ist nicht, besser zu sein als alle anderen.
    Wichtig ist, besser zu sein als du gestern warst. (Dogen)

  • Noreply
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    • 10. Dezember 2012 um 14:22
    • #37
    Geronimo:

    Auch der Durst nach Wissen ist ein Durst. Es gibt den einen Weg, der immer wieder neue Fragen aufwirft, und es gibt den anderen, der alle Fragen beantwortet. Beide kann man nicht gleichzeitig gehen.

    Selbst Du gehst immer beide Wege denn diese Beiden sind der eine Weg.
    Oder was wolltest Du definieren?

  • Onda
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    • 10. Dezember 2012 um 15:15
    • #38
    Zorița Câmpeanu:
    Onda:

    Wir streiten uns oft über Dinge, von denen wir nicht so genau wisssen, was wir eigentlich unter ihnen genau verstehen sollen.


    du meinst das durch das definieren ein gemeinschaftliches/einheitliches* Verstehn geschaffen werden sollte?

    Das wäre vielleicht ein bißchen zu hoch gegriffen. Zumindest steigt die Chance, dass man versteht, was der andere einem eigentlich sagen will...

    Onda

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  • Zorița Câmpeanu
    Gast
    • 10. Dezember 2012 um 16:07
    • #39
    Onda:
    Zorița Câmpeanu:


    du meinst das durch das definieren ein gemeinschaftliches/einheitliches* Verstehn geschaffen werden sollte?


    Das wäre vielleicht ein bißchen zu hoch gegriffen. Zumindest steigt die Chance, dass man versteht, was der andere einem eigentlich sagen will...
    Onda


    ich frage mich: ist einheitliches verstehen/uniformisierung überhaupt möglich ? und wäre es so, ist das der sinn der manifestation, oder eher ein zeichen der indoktrination?
    damit meine ich nicht das der Begriff "Apfel" der sowohl für dich als auch für mich das gleiche representiert frei interpretiert werden soll, aber wenn es um den geschack/verständnis geht, befürchte ich das eine vereinheitlichung nicht möglich ist.

    "verstehen was der andere einem so sagen will "hängt meines erachtens von der bereitschaft des zuhörens ab, ein zuhören das in dem moment nicht durch die eigenen erfahrungen/"vor-urteile", eingefärbt ist.

    so mein verständniss.
    .

  • Onda
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    • 10. Dezember 2012 um 16:17
    • #40
    Zorița Câmpeanu:


    "verstehen was der andere einem so sagen will "hängt meines erachtens von der bereitschaft des zuhörens ab, ein zuhören das in dem moment nicht durch die eigenen erfahrungen/"vor-urteile", eingefärbt ist.

    Ja, Zuhören ist eine Kunst. Allerdings ist Wahrnehmung (und dazu zählt Zuhören) immer eingefärbt durch den jeweiligen Erfahrungshintergrund. Wahrnehmung ist immer auch Einordnung in vorhandene Denk-Muster. Daher ist es auch - besonders bei komplexen Themen - selten zu erwarten, dass Botschaften 1 zu 1 beim Empfänger ankommen.

    Das Definieren bleibt ein wichtiges Instrument der Verständigung. Wir können nicht erwarten, dass unser Gesprächsparter seine Begriffe mit den gleichen Bedeutungen versieht wie wir. Darum sollten wir nachhaken: "Was meinst du, wenn du x sagst?" Gerade bei abstrakten Begriffen wie Freiheit, Gerechtigkeit, Glück, Gleichmut etc.

    LG
    Onda

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  • Zorița Câmpeanu
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    • 10. Dezember 2012 um 16:28
    • #41
    Onda:

    Das Definieren bleibt ein wichtiges Instrument der Verständigung.


    dem stimme ich uneingeschrenkt zu :)

    Onda:

    Darum sollten wir nachhaken...


    mit "wir sollten" hab ich schon wieder meine proleme.... :D

    Onda:

    "Was meinst du, wenn du x sagst?"


    was meinst du wenn du "wir....." sagst?
    .

  • Onda
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    • 10. Dezember 2012 um 16:40
    • #42
    Zorița Câmpeanu:
    Onda:

    Darum sollten wir nachhaken...


    mit "wir sollten" hab ich schon wieder meine proleme.... :D

    Ein guter Zuhörer zu sein bedeutet auch, nicht reflexartig auf bestimmte Reizwörter zu reagieren bzw. genau hinzuschauen, wo man selbst Aversionen gegen bestimmte Formulierungen aufgebaut hat. Bsp. gegen die Formulierung "Wir sollten". Ich habe kein Problem mit dem "sollen". Wenn ich abnehmen will, sollte ich weniger essen. :D
    Ich habe auch kein Problem mit dem "wir". Wir sollten uns jedenfalls nicht die Köpfe einhauen...

    Onda

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  • Zorița Câmpeanu
    Gast
    • 10. Dezember 2012 um 17:02
    • #43
    Onda:

    Ein guter Zuhörer zu sein bedeutet auch, nicht reflexartig auf bestimmte Reizwörter zu reagieren bzw. genau hinzuschauen, wo man selbst Aversionen gegen bestimmte Formulierungen aufgebaut hat. Bsp. gegen die Formulierung "Wir sollten".


    du kannst es eben nicht lassen :D

    Zitat

    Ich habe kein Problem mit dem "sollen". Wenn ich abnehmen will, sollte ich weniger essen. :D


    brilliante idee ....bei mir ist da schon ein muss von nöten....

    Zitat

    Wir sollten uns jedenfalls nicht die Köpfe einhauen...


    du meinst, du und ich? :D

    nach diesen XXXL OT`s gebe ich den thread fürs eingangsthema frei :D
    .

  • Onda
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    • 10. Dezember 2012 um 17:29
    • #44
    Zorița Câmpeanu:
    Zitat

    Wir sollten uns jedenfalls nicht die Köpfe einhauen...


    du meinst, du und ich? :D

    Du und ich - und die ganze Menschheit.
    Onda

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  • Simo
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    • 10. Dezember 2012 um 19:28
    • #45

    Aus dem Glossar des "Tibetan H'Book":

    Erleuchtung བྱང་ཆུབ་ byang chub skt. bodhi

    Im buddhistischen Kontext, bezieht sich "Erleuchtung" auf das Erwachen eines Individuums zu der wahren Natur des Geistes, bodhi (Erwachen) in Sanskrit. Das tibetische Äquivalent byang-chub (gespr. Chang Chub) hat den Sinn von Reinigung (byang) von Verschleierungen und von der Vervollkommnung (chub) von Allwissenheit. Der Prozess der "Erleuchtung" geht also vonstatten in der Verbindung des Beseitigens der aufwühlenden Emotionen, welche die Wahrnehmung der wahren Realität verdunkeln. Ein voll Erleuchteter ist ein Bodhisattva oder Buddha, der vollständig frei ist von allen Hindernissen zu wahrem Wissen und zum Zustand der Befreiung und der daher allwissend ist in Bezug auf das Kennen der Realität.

    Kein "Ich" - keine Probleme.

  • Simo
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    • 10. Dezember 2012 um 21:05
    • #46

    Edit:

    Übersetzungsfehler meinerseits. Wo im Text "Verbindung" steht, muss eigentlich "im Zusammenhang mit" stehen. Sorry!

    Kein "Ich" - keine Probleme.

  • Karnataka
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    • 10. Dezember 2012 um 23:56
    • #47
    Ellviral:

    Woran erkenne ich Erleuchtung?
    Meine Oma lag im Sterben. Meine Tante rief mich an, um 21 Uhr ob ich nicht eine Wache bei ihr übernehmen kann. Ich war also um 22.30 bei meiner Oma. Was tut man bei einem Sterbenden? Der nicht mehr wirklich reagieren kann . Wir redeten und sie mußte mir mal ohne Unterbrechung zuhören. Ich streichelte sie und sie konnte nichts dagegen tun. Ich befeuchtete ihre Lippen, ich sang ihr was vor. Dann wurde ich so still wie sie und meditierte. Ich erkannte klar das das Leiden war, diese Art zu sterben, war reines körperliches Leiden. Von keinem Wollen gesteuert, kein Dukkha. Nagut, um 2.00Uhr bin ich nach Hause. Um 9.00 Uhr am Morgen war sie gestorben, das erfuhr ich von der Krankenschwester die im selben Zimmer die Hand von einer Sterbenden hielt. Als ich diese Frau sah die nicht meine Oma war sagte ich: Mein Gott seit ihr euch ähnlich.
    Nach etwa zwei Wochen fiel mir auf das irgend etwas ganz anders ist. Ich bemerkte das ich nicht mehr so reagierte wie früher. Was hatte sich geändert? Dann erkannte ich es, Ich hatte keine Angst mehr. Seit zwei Wochen hatte ich keine Angst mehr und habe es nicht bemerkt, diesen in sich Ruhende Zustand. Ein wichtiges Ereignis hatte ich bei meiner Oma: Das Erleben/Erkennen/Erfahren: Dies ist DAS Leiden aller Menschen, das aufbäumen des Körpers gegen alle Vernunft/Denken zu leben um jeden Preis. Die Auflösung des erdachten Du, Die Auflösung allen trennenden Denkens, da gibt es keinen Begriff für.
    Ich hatte die Erleuchtung nichtmal wirklich bewusst erlebt, ich weiss heute das das auch nicht geht. Erleuchtung erkennen wir immer erst im Nachhinein und dann sollte man die zehn Ochsenbilder genau kennen um nicht wieder im ersten hängen zu bleiben. Ich habe seit diesem ?!?!?! keine Angst mehr die Macht über mich erlangen kann, ich kann sie fast sofort abschneiden und so meine Mitte erhalten.

    So habe ich eine meiner Erleuchtungen erlebt. Ich bin dafür das die ohne Scheu erzählen wie sie ihre Erleuchtung erlebt haben. Angegriffen wird man sowieso, ob als Erleuchteter oder Idiot. Wo ist da überhaupt der Unterschied. Ein Buchtitel: Die Kunst ein perfekter Idiot zu werden. Ein wichtiges Buch über "Erleuchtung".
    liebe Grüsse
    Helmut

    Danke für deinen Beitrag, Helmut, mit dem ich ausgesprochen viel anfangen kann, weil er sehr authentisch ist.

    Du sprichst nicht von vollkommenen Erwachen oder absolutem Wissen und deine Erfahrung kam auch nicht mit einem buddhistischen Mascherl daher, doch kannst du sie in deinen Glauben (und die buddhistische Ethik) einordnen. Auch ist die Erfahrung bleibend, verschwindet nicht wie ein Drogenrausch, und hatte eine befreiende Wirkung.

    Für mich sind das überzeugende äußere Faktoren. Dass inhaltlich die Erfahrung Tod eine wichtige Rolle spielt, überrascht mich nicht.

  • Noreply
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    24. Juni 2011
    • 11. Dezember 2012 um 10:30
    • #48
    Karnataka:


    Danke für deinen Beitrag, Helmut, mit dem ich ausgesprochen viel anfangen kann, weil er sehr authentisch ist.
    Du sprichst nicht von vollkommenen Erwachen oder absolutem Wissen und deine Erfahrung kam auch nicht mit einem buddhistischen Mascherl daher, doch kannst du sie in deinen Glauben (und die buddhistische Ethik) einordnen. Auch ist die Erfahrung bleibend, verschwindet nicht wie ein Drogenrausch, und hatte eine befreiende Wirkung.
    Für mich sind das überzeugende äußere Faktoren. Dass inhaltlich die Erfahrung Tod eine wichtige Rolle spielt, überrascht mich nicht.


    Natürlich hatte ich auch die Eitelkeit von vollkommenen Erwachen zu reden, doch das brachte mich schnell wieder auf den Boden.
    Meine Erfahrung ist von Buddhismus vollkommen durchdrungen.

    Es braucht so einiges an "Drogenmißbrauch" um nicht mehr in die Trauer zu gehen das es "schon wieder kein Satori"war.

    In der Nähe von Sterbenden zu sein macht so unendlich hilflos, in dieser Situation sind es die ganz kleinen Taten die hilfreich sind, da kann ich nicht mehr aufgeblasen und pompös sein, da bin ich fast ganz nur Mensch, da ist kein Raum in der Befreiung erkennbar ist, dann wäre es Egoismus, nicht Achtsam in dem Raum zwischen Sterbenden und mir sein.
    Wenn Du Buddhas Lehre die vier edlen Wahrheiten anerkennt hast.
    Du befreist Dich wie sich der Sterbende befreit. Ohne das Wissen Buddhas ist das Gefühl ganz beim Sterbenden und Du bist froh das ER es bald überstanden hat, Du vergißt/Verblendest das auch Du sterben wirst. Da wird die Anweisung Buddha: "Nimm zuerst Zuflucht zu Dir."(die er in seinem Sterben gegeben hat), erst wichtig. Du muß Zuflucht zu Dir nehmen das Du genau so bist wie dieser sterbende Mensch.

    Der "Augenblick " der Befreiung ist vollkommen frei von irgendwelchen Ideen, Vorstellungen, Regeln und Normen. Es ist das ganz einig sein mit meiner Welt so wie sie ist.

    Ist er vorbei wirkt er sich aus, meist unbemerkt. Wenn bemerkt bringt er den "Drogenrausch", der so manchen komischen Heiligen geschaffen hat. Das ist Wiedergeburt in der Götterwelt. "ICH BIN BEFREIT!!!"
    Wer mir nicht huldigt ist kein Wesen mit dem ich auch nur zusammen sein will. (Mißbrauch in Buddhistischen Gruppen zeigt einige andere Auswirkungen)
    Tote sind Skulpturen eines gelebten Lebens.
    Sterbende sind im heftigen Liebeskummer, weil das Leben sie verlassen WILL.

  • dhammacakkhu
    Gast
    • 9. Januar 2013 um 09:16
    • #49

    Definition:
    Im höchsten Sinne: Sehen, dass Ich und Welt sich nicht unterscheiden. Nur die eigene Unklarheit (Nichtwissen) vernebelt diese Wahrheit. Und der Clou: Dann bin ich nicht auch noch die Welt, sondern "da ist kein Ich!"

  • MartinS1978
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    30. Dezember 2012
    • 9. Januar 2013 um 15:18
    • #50

    Erleuchtung kann man nicht in Worte fassen, weil es sich jenseits der alltäglichen Begriffe liegt. Ob sie nun eher in evolutionär kommt - wie im Höhlengleichnis - oder als Blitz. Kann ich (noch?) nicht wissen. Es ist nun mal so, dass man über das, worüber man nicht reden kann, schweigen muss.

    Um es Trozdem zu versuchen:
    Erleuchtung ist die eine Schau in die metaphysische Ebene, in der kein Materie/Geist-Dualismus existiert und alles eins ist.

    "Die Lösung des Problems, das Du im Leben siehst, ist eine Art zu leben, die das Problemhafte zum Verschwinden bringt."
    Ludwig Wittgenstein, Vermischte Bemerkungen, 1937

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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