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Definition 'Erleuchtung'

  • Axel Benz
  • 7. Dezember 2012 um 20:35
  • Zum letzten Beitrag
1. offizieller Beitrag
  • Axel Benz
    Gast
    • 7. Dezember 2012 um 20:35
    • #1

    In Anlehnung an Ondas Definitions-thread: Was ist Erleuchtung?
    Meinetwegen ist 'Erleuchtung' nicht in Worte zu fassen, eine Erklärung, was es bedeutet, 'erleuchtet' zu sein, müsste aber möglich sein. Erstens glauben viele hier ja, ohne nicht auskommen zu können, zweitens ist ein Zustand, der sich so gar nicht in Worte fassen lässt, nicht besser als 'Grmpf'...

    Definitionsversuche bitte in der Sprache von Konrad Adenauer (für die Älteren unter euch...), der ja einem Bonmot zufolge bei seinen Bundestagsreden mit einem Vokabular von 800 Worten auskam. Ich würde ungern Begriffe wie 'transrational', 'transzendental' etc. hören...

    Bitte keinen Streit, bloß Definitionen.

  • Geronimo
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    • 7. Dezember 2012 um 21:00
    • #2
    Zitat


    Was ist Erleuchtung und wie wirken diese Faktoren, daß sie zur Erleuchtung führen? -

    Wenn ein Wanderer in unbekannter Gegend von der Dunkelheit überrascht wird, kann er seinen Weg nicht fortsetzen. Er weiß nicht, welche Gefahren schon der nächste Schritt birgt, ob er gegen ein Hindernis laufen oder sein Fuß keinen Halt mehr finden wird. Der Mangel an Information macht ihn praktisch bewegungsunfähig. In noch üblerer Lage befindet sich der unwissende Weltling, der im Nebel falscher Ansichten umherirrt, wobei ihm seine mißliche Lage völlig unbewußt ist.

    Geistige Finsternis herrscht seit jeher, der Weltling kennt gar nichts anderes und hält den Zusammenstoß mit der Umwelt für etwas ganz Normales. Solange er noch in keine Grube gefallen ist, existieren für ihn keine Gruben; folglich geht er unbekümmert drauf los, bis er in eine fällt und sich den Hals bricht. -

    Wenn nun aber der Morgen herauf dämmert und die Sonne mit ihren Strahlen die Dunkelheit mehr und mehr vertreibt, kann der Wanderer seinen Weg ohne Gefahr fortsetzen, denn nun erkennt er alle Hindernisse und kann sie mit Leichtigkeit umgehen oder überwinden. Ebenso: wenn die ersten Strahlen der Wahrheit den dichten Nebel der Unwissenheit zum ersten Mal durchdringen, dann blitzt Erleuchtung auf und enthüllt für einen Moment die wahre Natur aller Dinge. Wer aber erst im herauf dämmernden und immer strahlender werdenden Licht der Wahrheit seine elende Wirklichkeit und ihre Gefahren erkannt hat, vermag auch selbst den von Buddha gewiesenen einzig sicheren Weg zu entdecken, der heraus aus allem Leid hin zur Befreiung führt.


    Die Unwissenheit, mit welcher der Geist des Weltlings verblendet ist, entsteht vor allem durch die falsche Ansicht, die er bezüglich seiner Persönlichkeit hat (sakkāya-ditthi). Entsprechend der tief eingewurzelten Denkgewohnheit stellt sich der Weltling die Persönlichkeit oder das Selbst als eine beständige, bleibende Wesenheit vor.

    Zumindest glaubt er an einen festen beharrenden Kern innerhalb der Persönlichkeit, etwa an eine Seele, die ihm als Stützpunkt der erhofften zukünftigen Seligkeit erforderlich zu sein scheint. Gerade dieser Irrglaube an einen inneren Wesenskern aber versperrt ihm wie kein anderes Hindernis den Zugang zur Erkenntnis der Wahrheit. Solange er sich mit blinder Anhänglichkeit an diese Vorstellung klammert, lebt er in einer gespaltenen Wirklichkeit, in der Ich und Umwelt gegeneinander ankämpfen. Die ersehnte Seligkeit wird er auf diese Weise nie erreichen, er wird nur immer neue Enttäuschungen erleben und bei aller trügerischen Hoffnung auf die Zukunft in der konkreten, gegenwärtigen Wirklichkeit unbefriedigt und unglücklich bleiben. Weil er die wahre Natur des Selbst nicht kennt und immer wieder nach Illusionen greift, muß der Weltling zahllose Wiedergeburten mit all ihrem Leid im Gefolge durchmachen.


    Wie aber ist das Selbst oder die Persönlichkeit dann zu verstehen? - Nach der Buddhalehre erschöpft sich Dasein in fünf Seinsgruppen, welche sich in unablässigem Fluß befinden:

    Körperlichkeit, Gefühl, Wahrnehmung, geistiges Gestalten und Bewußtsein.

    Außer diesen Formationen oder Aggregaten (khandha) existiert nichts - oder besser gesagt, funktioniert nichts. Das Wort "existiert" kann schlecht auf Elemente angewandt werden, die sich in beständigem Wechsel befinden. Das Wort "funktionieren" paßt schon eher, denn wir beziehen uns hier auf einen Prozeß und nicht auf eine bleibende Entität. So lesen wir im Samyutta-Nikaya, daß die Bhikkhuni Vajira den Versucher Mara mit folgenden Worten abweist: "Hier ist nichts als eine Ansammlung von Aggregaten, ein Wesen gibt es hier nicht." - Buddha sagt einmal: "Nur leere Erscheinungen fließen dahin."

    Persönlichkeit ist daher nach den Lehrtexten nur eine konventionelle Bezeichnung für einen Prozeß sich schnell ablösender Erscheinungen.

    Die Daseinsphänomene entstehen und vergehen so schnell, daß nichts, auch kein Selbst, auch nur für zwei aufeinanderfolgende Augenblicke sich selbst gleich bleibt. Diese Tatsache kann mit dem unentwickelten Geist des Weltlings nicht gesehen werden. In ähnlicher Weise, wie ein träges Auge das Erscheinungsbild eines feurigen Kreises sieht, wenn eine Fackel herumgewirbelt wird, erscheint dem Weltling das Bild einer stabilen und dauerhaften Welt, weil ihm der ständige Wechsel von Werden und Vergehen verborgen bleibt.

    So sagen die Lehrtexte - aber der Buddha erwartet keine blinde Annahme der von ihm erklärten Wahrheit, keinen bloßen Glauben. Er ermuntert seine Zuhörer, selbst die Wahrheit zu erforschen: "Komm und sieh selbst die wahre Natur der Dinge!" Dies ist der Geist freier Nachforschung, zu dem die Lehre ermutigt, der auch belegt wird durch die bekannte Ermahnung der Kalamer zu Kesavaputta. "Wenn ihr Willen, Geduld und Energie habt, werdet ihr selbst sehen!" Hiermit scheint er anzudeuten: "Ihr werdet sehen und wissen, was ich sehe und weiß, und was andere Arahats (Heilige), die meinen Anweisungen gefolgt sind, sehen und wissen. Ihr werdet sehen, wie die Dinge wirklich sind." Und diese Anweisungen können gefunden werden in einer großen Zahl von Abhandlungen, von denen wohl die bekannteste das SATIPATTHANA-SUTTA (D.22) ist.

    Alles anzeigen

    http://www.palikanon.com/diverses/licht…cht_lehre06.htm

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    Wichtig ist, besser zu sein als du gestern warst. (Dogen)

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    • 7. Dezember 2012 um 21:01
    • #3

    "Erleuchtung" ist die tiefe Ein-Sicht in die Gesetzmäßigkeit des Wandels und der Allverwobenheit. Erleuchtung (=Erwachen) ist kein intellektueller Prozess, sondern Ein-Sicht auf einer Seinsebene jenseits der Konzepte (=transrational :) ). Der Erleuchtete sieht die Dinge, so wie sie sind, erkennt sie als vergänglich, bedingt und in die Ganzheit eingebunden.

    Erleuchtung ist die Erfahrung der absoluten Realität, des Unmanifesten, des Non-Dualen, von Nirvana.

    Erleuchtung ist die Einswerdung mit Gott (unio mystica).

    LG
    Onda

    "Es gibt nichts Gutes, außer: man tut es." (Erich Kästner)
    "Dharma books and tapes are valuable, but the true dharma is revealed through our life and practice." (Thich Nhat Hanh)

    Einmal editiert, zuletzt von Onda (7. Dezember 2012 um 21:18)

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    • 7. Dezember 2012 um 21:10
    • #4

    In der Terminologie von Nisargadatta Maharaj:

    Reines Gewahrsein
    Die Erfahrung des zeit- und raumlosen unmanifestierten Bewusstseins, des Reinen Seins, des Absoluten.
    [Im Ggs. zum personalen Bewusstein in der dualen (relativen) Sphäre von Zeit & Raum]

    "Es gibt nichts Gutes, außer: man tut es." (Erich Kästner)
    "Dharma books and tapes are valuable, but the true dharma is revealed through our life and practice." (Thich Nhat Hanh)

    2 Mal editiert, zuletzt von Onda (7. Dezember 2012 um 21:17)

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    • 7. Dezember 2012 um 21:15
    • #5

    "(…) Während mystischer Erfahrungen [verschmelzen] die Repräsentationen von Innen- und Außenwelt miteinander (…), weil es zu einer großräumigen Synchronisierung der EEG-Wellen im Gamma-Bereich kommt."

    Ott: Meditation für Skeptiker. S. 121

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    • 7. Dezember 2012 um 21:20
    • #6

    In der Sprache von Huang Po:

    Die "Erfahrung":
    des "Einen Geistes", der Substanz, der Geistsubstanz, der Quelle von allem, von "Buddha", der Nirvana-Natur, des Absoluten, der Buddha-Natur, des Reinen Geistes, der Quellsubstanz.

    "Der Weg ist das Aufhören des begrifflichen Denkens." (S. 55)

    Die Zen-Lehre des chinesischen Meisters Huang Po. O.W. Barth. 1960.

    "Es gibt nichts Gutes, außer: man tut es." (Erich Kästner)
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    2 Mal editiert, zuletzt von Onda (7. Dezember 2012 um 21:31)

  • Axel Benz
    Gast
    • 7. Dezember 2012 um 21:33
    • #7

    Onda, ich bitte dich...

    'Geistsubstanz...Nirvana-Natur...Reiner Geist...Quellsubstanz...zeit- und raumloses unmanifestiertes Bewusstseins'... etc. pp.

    Willst du mich verarschen? War das Ironie? Und du kritisierst, dass Andere statt Definitionen nur abgeschriebene Floskeln zitieren???

  • Onda
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    • 7. Dezember 2012 um 21:39
    • #8
    Axel Benz:

    Willst du mich verarschen? War das Ironie?


    Axel, ich will dich nicht verarschen. Das ist alles völlig ernst gemeint (Sollte das hier nicht eine reine Definitionssammlung sein?).
    Es liegt in der Natur der Sache, dass der Mensch ins Stammeln gerät, wenn er über das Unsagbare zu reden versucht.
    Das ist in der Tat kein Zeug für knallharte Materialisten. Bist du einer?

    Zitat

    Und du kritisierst, dass Andere statt Definitionen nur abgeschriebene Floskeln zitieren???

    Mir bleibt nichts anderes übrig. Als Nicht-Erleuchteter bleibt mir nur übrig, das nachzubeten, was andere zum Thema gesagt haben.
    Ich finde, da gibt es interessante Schnittmengen - auch zwischen den Religionen. Berührungspunkte zwischen Buddhismus, Christentum, Advaita Vedanta.

    "Es gibt nichts Gutes, außer: man tut es." (Erich Kästner)
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    2 Mal editiert, zuletzt von Onda (7. Dezember 2012 um 21:53)

  • Zorița Câmpeanu
    Gast
    • 7. Dezember 2012 um 22:05
    • #9

    lieber Axel,

    obwohl ich mir nur schlecht vorstellen kann das deine Frage nach einer Definition für "Erleuchtung" ernst gemeint ist, will ich versuchen sie zu beantworten.
    Dafür möchte ich gerne wissen welche form der Definition angemessen wäre, denn hier sind eine menge aufgezählt ;)
    .

  • Bailong
    Gast
    • 8. Dezember 2012 um 05:39
    • #10
    Onda:

    "Erleuchtung" ist die tiefe Ein-Sicht und liebevolle Annahme der Gesetzmäßigkeit des Wandels und der Allverwobenheit.


    LG
    Bailong

  • malsehen
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    17. Mai 2012
    • 8. Dezember 2012 um 08:24
    • #11

    Axel hatte mich gebeten, einiges an Postings zu löschen, weil sie von der Ursprungsfrage hinwegführten. Ich habe dem entsprochen.
    Bitte haltet Euch an seine Vorgaben in der Threaderöffnung, so weit es Euch irgend möglich ist.
    Dieser Thread ist dergestalt SELBSTMODERIERT, als dass es Axel als Urheber zusteht, die User zur Löschung seiner Auffassung nach unpassender Beiträge aufzufordern oder eine Löschung von den Mods durchführen zu lassen. Diese Option gibt es hier im Forum, und es steht jedem User frei, in diesem Verfahren dafür zu sorgen, dass Threads nicht thematisch aus dem Ruder laufen.

    Zur Erinnerung noch einmal Axels Eingangsfrage:

    Axel Benz:

    In Anlehnung an Ondas Definitions-thread: Was ist Erleuchtung?
    Meinetwegen ist 'Erleuchtung' nicht in Worte zu fassen, eine Erklärung, was es bedeutet, 'erleuchtet' zu sein, müsste aber möglich sein. Erstens glauben viele hier ja, ohne nicht auskommen zu können, zweitens ist ein Zustand, der sich so gar nicht in Worte fassen lässt, nicht besser als 'Grmpf'...

    Definitionsversuche bitte in der Sprache von Konrad Adenauer (für die Älteren unter euch...), der ja einem Bonmot zufolge bei seinen Bundestagsreden mit einem Vokabular von 800 Worten auskam. Ich würde ungern Begriffe wie 'transrational', 'transzendental' etc. hören...

    Bitte keinen Streit, bloß Definitionen.


    Hochachtungsvoll
    Mal Sehen

  • Axel Benz
    Gast
    • 9. Dezember 2012 um 20:07
    • #12

    Ja, diese Fülle an Antworten habe ich fast erwartet - so man gezwungen ist, sich auf ein Vokabular zu beschränken, das auch Bäcker nebenan oder Onkel Herbert verstanden wird...

  • Onda
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    • 9. Dezember 2012 um 20:13
    • #13

    Erleuchtung für Bäcker:

    Erleuchtung ist, wenn das Plätzchen auf dem Backblech sich nicht mehr so einsam fühlt und blitzartig (satori) begreift, dass es wie alle andere Plätzchen aus einem Teig (der Eine Geist) gebacken wurde.

    Onda

    (Definitionen am besten zielgruppenspezifisch!)

    "Es gibt nichts Gutes, außer: man tut es." (Erich Kästner)
    "Dharma books and tapes are valuable, but the true dharma is revealed through our life and practice." (Thich Nhat Hanh)

    4 Mal editiert, zuletzt von Onda (9. Dezember 2012 um 20:31)

  • Matthias65
    Gast
    • 9. Dezember 2012 um 20:14
    • #14

    Lieber Axel,

    Erleuchtung bedeutet für mich (ich gehe jetzt nicht auf die begrifflichen Feinheiten der verschiedenen buddhistischen Traditionen ein):

    Freiheit von jeglicher Art von Leiden.

    LG
    Matthias

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    • 9. Dezember 2012 um 20:29
    • #15

    Erleuchtung für Pilze:

    "Mir fällt es wie Schuppen von den Augen!", sagte der Pilz. "Ich bin kein separater, dauerhafter Pilz - ich bin das Myzel! Kein Kommen, Kein gehen. Da ist nur Myzel!"

    Onda

    "Es gibt nichts Gutes, außer: man tut es." (Erich Kästner)
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  • Onda
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    • 9. Dezember 2012 um 20:34
    • #16

    Erleuchtung für Seemänner:

    Sagte die Welle: "Oh, da ist ja nur Wasser! Nur Wasser!"

    Diceva la onda: "Ma, c'è solo acqua! Solo acqua!"

    Onda

    "Es gibt nichts Gutes, außer: man tut es." (Erich Kästner)
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  • Noreply
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    • 9. Dezember 2012 um 21:39
    • #17

    Woran erkenne ich Erleuchtung?
    Meine Oma lag im Sterben. Meine Tante rief mich an, um 21 Uhr ob ich nicht eine Wache bei ihr übernehmen kann. Ich war also um 22.30 bei meiner Oma. Was tut man bei einem Sterbenden? Der nicht mehr wirklich reagieren kann . Wir redeten und sie mußte mir mal ohne Unterbrechung zuhören. Ich streichelte sie und sie konnte nichts dagegen tun. Ich befeuchtete ihre Lippen, ich sang ihr was vor. Dann wurde ich so still wie sie und meditierte. Ich erkannte klar das das Leiden war, diese Art zu sterben, war reines körperliches Leiden. Von keinem Wollen gesteuert, kein Dukkha. Nagut, um 2.00Uhr bin ich nach Hause. Um 9.00 Uhr am Morgen war sie gestorben, das erfuhr ich von der Krankenschwester die im selben Zimmer die Hand von einer Sterbenden hielt. Als ich diese Frau sah die nicht meine Oma war sagte ich: Mein Gott seit ihr euch ähnlich.
    Nach etwa zwei Wochen fiel mir auf das irgend etwas ganz anders ist. Ich bemerkte das ich nicht mehr so reagierte wie früher. Was hatte sich geändert? Dann erkannte ich es, Ich hatte keine Angst mehr. Seit zwei Wochen hatte ich keine Angst mehr und habe es nicht bemerkt, diesen in sich Ruhende Zustand. Ein wichtiges Ereignis hatte ich bei meiner Oma: Das Erleben/Erkennen/Erfahren: Dies ist DAS Leiden aller Menschen, das aufbäumen des Körpers gegen alle Vernunft/Denken zu leben um jeden Preis. Die Auflösung des erdachten Du, Die Auflösung allen trennenden Denkens, da gibt es keinen Begriff für.
    Ich hatte die Erleuchtung nichtmal wirklich bewusst erlebt, ich weiss heute das das auch nicht geht. Erleuchtung erkennen wir immer erst im Nachhinein und dann sollte man die zehn Ochsenbilder genau kennen um nicht wieder im ersten hängen zu bleiben. Ich habe seit diesem ?!?!?! keine Angst mehr die Macht über mich erlangen kann, ich kann sie fast sofort abschneiden und so meine Mitte erhalten.

    So habe ich eine meiner Erleuchtungen erlebt. Ich bin dafür das die ohne Scheu erzählen wie sie ihre Erleuchtung erlebt haben. Angegriffen wird man sowieso, ob als Erleuchteter oder Idiot. Wo ist da überhaupt der Unterschied. Ein Buchtitel: Die Kunst ein perfekter Idiot zu werden. Ein wichtiges Buch über "Erleuchtung".
    liebe Grüsse
    Helmut

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    • 9. Dezember 2012 um 22:40
    • #18


    Im Gegensatz zu Ellviral erlebte ich die "Erleuchtung" beim Sterben völlig anders.
    Meine Mutter sagte plötzlich ganz klar:
    "Papa, Lotti " ich komme mit !

    ... also ihr Vater und ihre Schwester, die schon lange verstorben waren !

    Die ganze Zeit am Krankenbett, versuchte ich ihr klarzumachen, daß
    ich sie mit nach Hause nehme.
    Dabei meinte sie ein ganz anderes !

    Mir ging eine Lampe auf !

    nichts desto trotz, um es mit Adenauer zu sagen:

    Erleuchtung kann sehr vielfältig sein und entspringt Deinem eigenen Geist und Wollen.

    LG

    Es ist eine wahre Schmach und Schande, daß wir Christen wie blinde Hühner umhergehen und nicht erkennen, was in uns ist und davon gar nichts wissen.
    Johannes Tauler

  • Onda
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    • 10. Dezember 2012 um 08:23
    • #19

    Axel, hier wird nicht viel passieren. Das ist wie mit dem Definitionsthread zum Thema "Wiedergeburt".
    Wer definiert, macht sich angreifbar. Wer will schon die Hosen runterlassen?
    Das Schwadronieren mit Nebelkerzen ist viel vergnüglicher.

    Onda

    Außerdem möchte man auch ein weiteres Risiko vermeiden

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  • Elliot
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    • 10. Dezember 2012 um 09:15
    • #20
    Axel Benz:

    In Anlehnung an Ondas Definitions-thread: Was ist Erleuchtung?

    Zitat

    „Und durch eigene Verwirklichung mit höherer Geisteskraft, tritt man hier und jetzt in die Herzensbefreiung, die Befreiung durch Weisheit, die mit der Vernichtung der Triebe triebfrei ist, ein und verweilt darin.“ (MN 119)


    Viele Grüße
    Elliot

    Viele Grüße

    Elliot

  • Onyx9
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    • 10. Dezember 2012 um 09:21
    • #21

    Man entblöst sich nicht vor jedem und schon gar nicht bückt man sich dann für jeden, Onda :D

  • Geronimo
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    • 10. Dezember 2012 um 09:50
    • #22
    Onyx9:

    Man entblöst sich nicht vor jedem und schon gar nicht bückt man sich dann für jeden, Onda :D

    Auch ein wahrer Bodhisattva nicht? ;)

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    Wichtig ist, besser zu sein als du gestern warst. (Dogen)

  • void
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    Zen
    • 10. Dezember 2012 um 10:37
    • Offizieller Beitrag
    • #23
    Axel Benz:

    In Anlehnung an Ondas Definitions-thread: Was ist Erleuchtung?
    Meinetwegen ist 'Erleuchtung' nicht in Worte zu fassen, eine Erklärung, was es bedeutet, 'erleuchtet' zu sein, müsste aber möglich sein. Erstens glauben viele hier ja, ohne nicht auskommen zu können, zweitens ist ein Zustand, der sich so gar nicht in Worte fassen lässt, nicht besser als 'Grmpf'...

    Definitionsversuche bitte in der Sprache von Konrad Adenauer (für die Älteren unter euch...), der ja einem Bonmot zufolge bei seinen Bundestagsreden mit einem Vokabular von 800 Worten auskam. Ich würde ungern Begriffe wie 'transrational', 'transzendental' etc. hören...

    Bitte keinen Streit, bloß Definitionen.

    "Befreiung" sehe ich als Befreiung von Gier, Hass und Ignoranz und damit als Befreiung vom Leiden.

    Den Begriff der "Erleuchtung" halte ich dagegen für sehr irreführend . "Erleuchtung" ist ja die Lehnübersetzung der lateinischen "llumination". Damit wurde ein Zustand der tiefen Einsicht in das Wesen der Welt beschrieben. Ein Aha-Erlebnis, wo einem auf einmal alles klar wird. So wie es Archimedes "bei seinem Heureka" oder Wickies" mit seinem "ich hab´s" ging:

    Natürlich gibt es da Parallelen zum buddhitischen Begriff der Befreiung: In Platons Höhlengleichnis gelangt der Mensch von der Betrachtung blosser irreführender Schattenbilder hin zur "realen" lichtdurchfluteten Welt ausserhalb der Höhle. Genauso ist die buddhitische Befreiung eine Befreiung von Verblendung und eine Hinwendung zur Realität. Deswegen haben Übersetzer nicht gezögert, anstelle des Wortes Befreiung das Wort "Erleuchtung" zu setzten. Für Platon (und seinem Anhang von christlichen Scholastikern) war der Schritt ins Licht ein Schritt Erkentnis hin zu der Welt der absoluten Wahrheiten. Eine Schritt weg von der Sinneswelt hinein ins Philosophenparadies des reinen Denkens. Da wo die hohlen Gedankenblasen wohnen und die Begriffe ihrer eigenen Bezug zur Realität transzendieren. Wenn man Buddha in so einem
    Wolkenkuckucksheim ansiedelt macht man ihn zum Pappkammeraden.

    Die Attraktivität des Wortes "Erleuchtung" kam sicher auch daher, das unter den frühen Buddhisten viele sehr humanistisch geprägte Leute waren, die den Buddhismus im Gegensatz zu Christentum als venünftige und aufklärische Geisteshaltung schätzten. Aufklärer-Zirkeln wie den "Illuminaten", ging es ja ebenfalls darum, anstelle der selbstverschuldete Unmündigkeit die Klarheit der Vernunft zu setzten. Im Begriff der "Erleuchtung" gelang ihnen ein Brückenschlag zwischen diesen westlichen Ideen und dem Buddhismus.

    Einmal editiert, zuletzt von void (10. Dezember 2012 um 10:44)

    • Nächster offizieller Beitrag
  • bel
    Gast
    • 10. Dezember 2012 um 10:41
    • #24
    Zitat

    Wenn die Buddhas allesamt wahrhaft Buddhas sind, haben sie nicht das Bewusstsein, Buddhas zu sein. Dennoch sind sie bezeugte Buddhas, die fortfahren, Buddha zu bezeugen.

    Genjokoan

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    • 10. Dezember 2012 um 11:25
    • #25
    Onda:

    Axel, hier wird nicht viel passieren. Das ist wie mit dem Definitionsthread zum Thema "Wiedergeburt".
    Wer definiert, macht sich angreifbar. Wer will schon die Hosen runterlassen?
    Das Schwadronieren mit Nebelkerzen ist viel vergnüglicher.

    Onda

    Außerdem möchte man auch ein weiteres Risiko vermeiden

    Genau deshalb, weil keiner aus der Gefahr hin sich schämen zu müßen ob der Großartigkeit der Antwortenden/Zitierenden(Die Zitierer sind hie die größten Leid Erzeuger), kommt es zu dem vermeidbarem Leiden der Suche nach Erleuchtung.
    Ich suche sie nicht mehr sie wird wieder da sein wenn es Zeit ist befreiter zu werden.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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