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  1. Buddhaland Forum
  2. BangoSkank

Beiträge von BangoSkank

  • frust bei der sitzmeditation

    • BangoSkank
    • 5. Juli 2012 um 14:18

    Jepp, die positiven sind wie der Wolf im Schaafspelz, die negativen das Schaaf im Wolfspelz. Gleichmut gegenüber beiden ist die Lösung.

    Wichtig ist, sich überhaupt dessen bewusst zu werden, dass man abschweift. Einfach nur feststellen und sich darin erinnern: Ich hab mir vorgenommen den Atem zu betrachten, also kehre ich sanft zu ihm zurück. Darüber wütend zu werden und mit Gewalt Ruhe erzwingen wird nicht funktionieren. Das bloße geduldige Wiederholen dieses Prozesses, bei einer Regelmäßigkeit der Praxis (Sich mit Hingabe Bemühen, kleine Schritte machen ohne auf den Gipfel des Berges zu schielen) die nicht von Prokrastination geprägt wird ist alles was zählt. Der Rest kommt von alleine.

  • Tibetischer Buddhismus ist Buddhismus

    • BangoSkank
    • 5. Juli 2012 um 13:15

    Ich denke mal wenn man sich vor Augen hält, dass die Theravadins Sidharta Gautama die höchste Wertschätzung erbringen und gerade dieser traf die Entscheidung kein Pratyekabuddha zu Buddha zu sein, nachdem er sah, dass es mal abgesehen von den Leuten die Bretter vorm Kopf hatten, es auch welche gab die nur Sand in den Augen hatten, würde sich die Frage erübrigen.

    Gut, sein Hauptanliegen bestand ja darin den Suchenden auf die Sprünge zu helfen, hat ihn aber trotzdem nicht daran gehindert auch die anderen so gut es geht zu belehren und damit sich ihr Leiden in Grenzen hält. Ein Buddha oder Bodhisattva kann vielleicht auf die Tür hinweisen, aber hindurchgehen muss jeder selbst.

    Achja und Mitgefühl ist doch ne Sache die nach der Erleuchtung sowieso in Erscheinung tritt. Für sich selbst wird kein Karma mehr erzeugt und spielt letztendlich keine Rolle mehr was getan wird. Aber das Wissen, dass sich das eigene Tun noch auf die Mitmenschen, die noch keine tiefe Einsichten hatten, weiterhin auswirken wird, wird ihn dazu animieren nicht hinterm Mond zu verweilen.

  • Tibetischer Buddhismus ist Buddhismus

    • BangoSkank
    • 5. Juli 2012 um 11:41

    Es gibt ja im Grunde genommen auf jeder Seite konserative und intollerante die-hard Dogmatiker, die der Meinung sind die Wahrheit für sich selbst gepachtet zu haben. Dass möglicherweise der Kern jeder Tradition auf das Gleiche verweist, dabei nur einen etwas anderen Aspekt betont und diesem ein bestimmtes Wortkleid überstülpt, werden diese Herrschaften vermutlich nie akzeptieren können. Vor allem werden solche Debatten ja besonders gerne von Leuten ausgetragen, die selbst in einer Sackgasse stecken und nicht mehr in der Lage sind spirituell zu wachsen oder es auch gar nicht ernsthaft wollen. Das Gleichnis mit den Blinden die nen Elefanten abtassten ist da doch recht nett.

    Letztendlich ist das was andere sagen für das eigene weiterkommen absolut irrelevant. Wichtig ist das es für einen selbst funktioniert und hilft. Einfach offenheit bewahren und sich nicht davor scheuen mal über den Tellerrand zu schauen.

  • satipatthana sutra: Achtsamkeit und Kontemplation

    • BangoSkank
    • 3. Juli 2012 um 20:01

    :oops: Huh, naja ihr wisst schon was ich meine :grinsen:

  • satipatthana sutra: Achtsamkeit und Kontemplation

    • BangoSkank
    • 3. Juli 2012 um 19:41

    Ja weißt du, ich hab zuerst überlegt zu sagen, dass mehr als nur einen Weg gibt der nach Rom führt. Deswegen sagte der Buddha an einer Stelle im Samyuttanikaya seine Lehre sei nur eine Hand voll. Er hob eine Hand voll Blätter auf und fragte seine Mönche was wohl mehr wäre, die Blätter in seiner Hand oder die Blätter in den Bäumen des ganzen Waldes. Da jedoch die Leute die sich von ihm belehren ließen teilweise so unterschiedlich waren fing er an sie so darzulegen, dass jeder damit etwas anfangen konnte.

    Die Ausprägungen sind so viele wie es Blätter in einem großen Wald gibt, aber die Grundprinzipien bleiben immer eine handvoll.

  • Über das Erlangen übernatürlicher Kräfte

    • BangoSkank
    • 3. Juli 2012 um 16:14

    Ich zitiere mal die Romanfigur Eddard Stark aus Game of thrones: ,,A madman sees what he sees." :lol:

    Hatte mal ne Zeit lang auch welche, könnte aber auch Einbildung gewesen sein... wer weiß. :doubt:

  • satipatthana sutra: Achtsamkeit und Kontemplation

    • BangoSkank
    • 3. Juli 2012 um 15:59
    Anicca:
    Grund:


    Deine vielleicht. Nichts gegen Achtsamkeit als solche, aber es geht auch anders. Damit ist nichts gegen das Sutta gesagt. Wem diese Sutta-Instruktionen helfen (bei was auch immer), der soll das ruhig so machen. 8)


    Lieber Grund , Welcher Weg ist denn für Dich der Bessere? :?:

    Ach, ich würd mich da nicht verwirren lassen. Zum Glück gibt es genauso viele Wege nach Rom wie es auch Menschen gibt. Was für den einen Funktioniert und hilfreich ist kann beim anderen eher zum Hinderniss werden.

  • Musik

    • BangoSkank
    • 2. Juli 2012 um 21:49

    So wie vieles im Leben hat wohl auch die Musik zwei Seiten. Negativ betrachtet kann sie für Zerstreung, Ablenkung und damit zur Demontage der Achtsamkeit beitragen, sofern diese z.B. schwach ausgeprägt ist. Andererseits ist Musik Energie und verschafft die Möglichkeit den Geist in eine für ihn vorteilhafte Stimmungslage zu bringen (Krafttraining: Metallica, Entspannung: Vivaldi usw.) Man kann sie sogar zur Übung nutzen, indem man sich entspannt hinsetzt und Beobachtet was im Körper vor sich geht wenn die verschieden Klänge und Melodien kommen und gehen.

    Geronimo hat da absolut Recht, eine Entsagung die auf bloße Unterdrückung beruht und in der kein Funken Einsicht vorhanden ist fürt zu nichts. Empfehlenswert ist es hin und wieder eine Art Reizfasten zu machen, quasi ein Mini Retreat indem auf sagen wir 2 Wochen Musik verzichten. Hinterher wird man jedes Lied intensiver wahrnehmen und neue Facetten erkennen.

    @ Losang Lamo

    Dass das Musizieren nichts mit Meditation zu tun hat kann ich so aus eigener Erfahrung nicht bestätigen. Ich kann zwar kein Instrument spielen, hab aber mal versucht ein kleines Klavierstück einzustudieren. Immer und immer wieder hab ich die kleine Melodie wiederholt bis die Bewegungen und Klänge wie ein Meditationsobjekt gewirkt haben und meine Wahrnehmung absolut absorbiert haben (also ne interessante Samadhi Erfahrung). Ich war im Flow, ich spielte nicht sondern das Spielen geschah. Aber als nen richigen Ersatz würd ich´s auch nicht nutzen. :)


    Übrigens, gerade Entdeckt: http://www.youtube.com/watch?v=810Tt41zXDA

  • satipatthana sutra: Achtsamkeit und Kontemplation

    • BangoSkank
    • 2. Juli 2012 um 20:59

    Stimmt, die Achtsamkeit ist ne echt feine Sache. Gewissermaßen erlaubt sie einem sogar nen ziemlich netten Einblick ins Nibanna. Denn egal was sich Beobachten lässt, ob es draußen der Regen oder innen die Empfindungen, Gefühle und Gedanken sind. Kein Unterschied alles unpersönlich.

    Ich mache mir inzwischen nicht mehr die Mühe zu überlegen welche Art von Hinderniss, Emotion oder was auch immer aufkreuzt. Es gibt nen inneren Ruhepol der in jedem Moment erfahrbar ist, der sich von absolut gar nichts beschmutzen lässt.

    Die unangenehmen Gefühle sind wirklich ein Geschenk, da sie es einem ziemlich leicht machen sie zu durchschauen. Sieht man es, entspannt sich das Gemüt auf der Stelle und die Atmung wird immer feiner. Nur die positiven und neutralen Gefühle können manchmal etwas tricky sein, da sie sehr subtil sein können.

    Aber letztendlich ist alles gleichwertig, keine Probleme :grinsen:

  • Träume während der Meditation

    • BangoSkank
    • 26. Juni 2012 um 19:44

    Hallo Optimalist,

    wie lang laufen denn diese Filmchen während der Meditation? Lenken sie dich von deinem Meditationsobjekt so ab, dass du geistig abdriftest?

    Dies könnte auch ein unbewusstes Hindernis für dich darstellen. Versuch mal während deiner Beobachtung/Untersuchung deines Meditationsobjektes, gleichzeitig geistig gegenwärtig zu sein, d.h. dass dir klarbewusst ist in welcher Verfassung du dich in jedem Moment befindest. Fällt dir auf, dass sowas wieder passiert registrierst du es und kehrst wieder zurück.

  • Was ist Erleuchtung?

    • BangoSkank
    • 20. Juni 2012 um 04:56

    Ein sehr interessantes Essay darüber was ein Arahat (also ein Erleuchteter ist) -> http://www.interactivebuddha.com/arahats.shtml

    Hm, ob ich mir einen Buddhismus ohne Erleuchtung vorstellen kann? Wenn ich´s mir recht überlege schon. Es gibt ja doch Millionen von Buddhisten. Ich denke jedoch, das nur ein Bruchteil von denen Erleuchtung aktiv anstrebt. Der größte Teil hält es vermutlich

    a.) für einen Mythos bzw. nur zu Buddhas Lebzeiten möglich.
    b.) hat überhaubt keinen blaßen Schimmer was das ist (Verständlich man weiß zwar, dass das Leiden aufhört zu wirken. Aber wie es genau ist erfährt man wohl erst wenn man es selbst erlebt hat).
    c.) ist nicht oder noch nicht bereit den spirituellen Pfad zu gehen.
    d.) betreibt es als eine Art Hobby/Lifestyle/Wellness-Esoterik-Schmarn.
    e.) hält irrtümlicher Weise das streben nach Erleuchtung für eine üble Anhaftung (Ok, kann man ja verstehen! Es ist eine Anhaftung, jedoch verglichen zu allem anderen an dem man hängt doch etwas
    sehr positives. Erst wenn man kurz vor der Zielgeraden ist sollte man wohl auch diesen Wunsch loslassen.)
    f.) weiß nicht was zu tun ist oder wie man überhaubt den Dharma in sein Leben vernünftig integrieren könnte.
    g.) ist ein Zen-Anhänger (Halt ein ganz anderer Ansatz).
    h.) oder ist sowieso skeptisch und hat allgemein große Zweifel an der gesamten Lehre oder an Teilaspekten dieser.

    Gibt bestimmt noch andere Gründe.

    Aber das tolle an Buddhas Dharma ist ja, das man auch ohne vollständige Arahatschaft/Erleuchtung sein Leben in positve Bahnen lenken kann. Man muss an keinen Gott glauben und hoffen, dass dieser Erbarmen zeigt. Man nimmt sein Leben selbst in die Hand (soweit das karmatechnisch überhaubt möglich ist :?: ). Je näher man am Dharma lebt desto mehr erlebt man Gleichmut, Selbstlosigkeit, Frieden,..usw. Je weiter man davon Weg ist, desto persönlicher, egoistischer und dem entsprechend suptil bis hammerhart häßlig kann das Leben sein.

  • Was dachte Buddha über Kundalini ?

    • BangoSkank
    • 14. Juni 2012 um 00:16

    Manche dieser als "aufsteigen von Kundalini-Energie" bezeichneten Phänomene können sehr wohl aus einem buddhistischen Kontext erfolgen. Im zweiten Vipassana-Jhana (also in der Einsichtsmeditation) an einem Punkt der Entstehen und Vergehen genannt wird, soll so etwas üblich sein.
    Die von einigen schon erwähnten Erlebnisse zeigen Parallelen zu dem was Daniel Ingram in seinem Buch: Mastering the core teachings of Buddha beschreibt:

    ...

    "Diese Stufe erklärt, woher viele Übungen wie die tibetische innere Feuer- übung oder der feurige Yoga-Atem
    herrühren. Es kann auch die Quelle dessen sein, was die Lehren wie die über die Chakren und
    Energiekanäle inspirierte. Viele Beschreibungen des Erwachens der Kundalini sind Erzählungen von
    dieser Stufe.
    Die Realität wird direkt mit großer Klarheit und Freude, Verzückung, Gleichmut, Achtsamkeit,
    Konzentration und anderen positiven Qualitäten wahrgenommen. Die Praxis ist extrem tief und ausdauernd
    und es kann auch nach Stunden des Sitzens kein Schmerz da sein.

    ...

    Visionen, ungewöhnliche sensorische Fähigkeiten (wie z. B. nahe Gegenstände durch die
    geschlossenen Augenlider zu sehen), außer- körperliche Erfahrungen und besonders helles Licht neigen
    dazu im Meditierenden aufzukommen („Ich habe das Licht gesehen!“).

    ...

    Man ist unter Umständen in der Lage mit tiefer Klarheit, sogar wenn man schläft, zu meditieren
    und auch das Schlafbedürfnis selbst kann enorm reduziert sein. Wilde „Kundalini“-Phänomene sind
    normal an diesem Punkt, inbegriffen starkes körperliches Schütteln, Explosionen des Bewusstseins wie
    eine Feuerwerksvorstellung oder ein Tornado, Visionen und besonders Wirbel von starken feinen
    Vibrationen explodieren die Wirbelsäule herunter und/oder zwischen den Ohren. Diese Strudel können
    sehr laut sein. Diese Art der Erfahrung kann völlig unerwartet und sogar nicht auf dem Kissen, wie in
    luziden Träumen auftreten. Ihnen können verschiedene Arten von Staunen und Wundern, Aufregung,
    Seligkeit, außergewöhnliche Freude und manchmal Desorientierung folgen. Es ist nicht ungewöhnlich
    für diejenigen auf der Höhe der Verzückungen dieser Stufe einige dieser Geschehnisse mit denen eines
    hingezogenen Orgasmus ́ in Verbindung zu bringen.

    Keines dieser Dinge ist ein Problem. Es sei denn,
    ihre wahre Natur wird nicht verstanden oder es passiert, wenn man etwas tut, wie ein Auto auf einer
    Schnellstraße mit 75 Meilen pro Stunde zu fahren (Eine Geschichte für später einmal). Es sollte auch
    bemerkt werden, dass einige Leute ein starkes und klares Anwachsen solcher Erfahrungen erleben,
    während es sich für andere vollkommen plötzlich ohne Vorwarnung zeigt. Manchmal spontan und
    sogar ohne Meditationstraining, wie es mir im Alter von 15 Jahren passierte.
    Starke sinnliche oder sexuelle Gefühle und Träume sind normal auf dieser Stufe. Weiterhin,
    wenn ihr ungelöste Themen rund um die Sexualität habt (und die haben wir alle), werdet ihr
    wahrscheinlich mit Aspekten von ihnen auf dieser Stufe zusammenstoßen. Diese Stufe, ihr
    Nachleuchten und ihr beinahe rückzugartiger Crash, der folgen kann, scheint die Verlockung in allen
    Arten von hedonistischen Genüssen zu schwelgen zu erhöhen, besonders substanzielle und sexuelle.
    Wenn die Glückseligkeit schwindet, können wir uns sehr hungrig oder wollüstig fühlen. Wir können
    ein starkes Anhaften an Schokolade haben. Wenn wir Süchte haben, die wir noch am überwinden sind,
    könnte etwas besondere Wachsamkeit am Ende dieser Stufe hilfreich sein.
    Diese Stufe tendiert auch dazu, den Leuten mehr eine extrovertierte eifrige oder visionäre
    Qualität zu geben und sie haben normaler- weise alle Arten an Energie zu Verfügung, um sie in
    irgendwelche idealistischen oder großen Projekte und Pläne zu stecken. Das größte Extrem, was
    passieren kann, ist, dass diese Stufe einen mit dem starken Charisma eines radikalen religiösen Führers
    ausstatten kann."

  • Wieviel Zeit noch bis zur Erleuchtung ?

    • BangoSkank
    • 7. Juni 2012 um 15:28

    Nun, Erleuchtet bin ich nicht. Aber ich denke, dass es kein Mythos ist.
    Da gibt es ne Menge glaubwürdiger Indizien und unheimlich genaue Erklärungen zu.
    Bloß eben nicht wie sich Erleuchtung direkt anfühlt

    (Eine Beschreibung war so in etwa, dass man das Entstehen und Vergehen permanent in Echtzeit erlebt,
    also erfahren, kein rein intellektuelles Verstehen. Aber alle Erklärungen sind eher … )

    sondern der Weg wie man dorthin kommt. Ich denke es ist richtig, dass man nicht besessen etwas erzwingen kann.
    Ohne auf den Horizont zu schielen, sollte man im gegenwärtigen Moment den 8fachen Pfad praktizieren.
    Durch ethisches Verhalten lebt man ohne Gewissensunruhe mit seiner Umgebung in Harmonie,
    dies erlaubt dem Geist eine stabile Ruhe zu verwirklichen, in der eine starke Konzentration kultiviert werden kann,
    die dabei Hilft Hindernisse hinter sich zu lassen.

    Mit den Trainingsfeldern der Moralischen Übung und Konzentration ist dann eine Basis geschaffen die dazu verhilft
    den klaren Blick zu entwickeln, mit dem bei der Einsichtsmeditation die 3 Daseinsmerkmale
    (Vergänglichkeit, Leidhaftigkeit, Nicht-Selbst) aller auftretender Phänomene erlebt wird.
    Bei dieser Samatha-Vipassana Meditation werden ohne spezielles zutun, also durch reines Beobachten,
    nach und nach verschiedene Erkenntnisstufen durchlaufen. In diesem Verlauf kann es gut möglich sein,
    dass man ziemlich abgefahrene Zustände erfährt (Kundalini Geschichten und sowas in der Art).
    Nach dieser Phase, die in einem ungeheure Energien freisetzt, kommt allerdings etwas was einen in eine schwere Depression fallen lassen kann.
    Bekannt als die dunkle Nacht der Sinne und später der Seele. Das liegt wohl daran,
    dass durch permanentes untersuchen der Daseinsmerkmale man erkennt das alles woran man sich bisher festgehalten hat,
    alles was einem bisher im Leben Sicherheit gab eben nur aus Illusionen bestand. Es wird erkannt, dass alles unbefriedigend ist.
    Nach dieser sehr schmerzhaften Erfahrung (die unter Umständen wirklich gefährlich werden kann) fängt der Geist an nach etwas zu suchen was nicht unbeständig ist. Bis er anfängt, das zu sehen was schon immer da war -> Nibanna

    So wie ich das verstanden habe, wird nach dem ersten vollständigen Zyklus (der je nach nach System 16. Schritte hat) der erste Fruchtzustand erreicht. Das wäre der Stromeintritt. Durch eifriges praktizieren wird es nach und nach möglich sein weitere Fesseln zu lösen und irgendwann erreicht man die Arahatschaft.

    Soviel zur reinen Theorie. Buddha hat seine Schüler immer wieder dazu ermuntert weiterzustreben,
    sich zu bemühen. Jeder der sagt, dass es nichts zu tun gibt,
    benutzt nur faule Ausreden oder traut sich nicht es wirklich zu versuchen.
    Die Frage ist ob man es nun wirklich will.

    Auf der englischen Seite dharmaoverground.org werden diese Themen offen angesprochen.
    Wie lange es dauert hängt wohl von der Person ab und wie intensiv sie praktiziert. Retreats und eine gute Technik verkürzen die Zeit. Aber um sich bei dem Vorhaben nicht zu verrennen sollte man auf jeden Fall nen kompetenten Lehrer aufsuchen.

    Ahoi!

  • Formale Praxis

    • BangoSkank
    • 10. März 2012 um 22:47

    :grinsen: Hallo rosie,

    Ich habe schon ein sehr tiefes Sympathie-Gefühl für den Zen-Buddhismus, ich schätze die Reden von Shunryu Suzuki, Kodo Sawaki, Dogen Zenji und Huang Po sehr. Trotzdem betrachte ich mich nicht zu 100 % als Zenni. Bin eher einer der die Wahrheit in jeder Richtung auf seine Weise sieht und gerne etwas von allem nutzt.

    Ich beschreib´s mal so:

    -Im Zen seh ich die starke Betonung auf das hier und jetzt, die Aufgabe von Konzepten und Ritualen, nicht grübeln sondern bewusst tun.
    -Im Vairayana die verstärkte Kultivierung von Metta durch spezielle Methoden, Altruismus der das Zusammenleben verbessert.
    -Im Theravada schätze ich die ungeheure Schatzgrube an Lehrreden, genauen Pfad-Beschreibungen/Karten und ausführlichen Beschreibungen von Techniken. (Für Methoden-Freaks wie mich sehr hilfreich ^^)

    Auf eine gewisse Weise hat jede Richtung von allem mehr oder weniger und trotzdem sind für mich gewisse Schwerpunkte erkennbar. Deswegen kenn ich auch so einige an Vorurteilen die die Anhänger mancher Richtungen gegenbüber anderen haben, die ziemlich engstirnig sind.

    Im alltäglichen Leben achtsam und gegenwärtig sein, ist eine Sache die ich auch so weit umsetze wie es in meiner Fähigkeit liegt.
    Und trotzdem denk ich, dass es sich lohnt auf das Wissen der Theradava-Leute zurückzugreifen wenn es um genaue Details in der formellen Praxis geht. Bei den Zen-Leuten ist es soweit ich weiß eher eine Angelegenheit die hinter vorgehaltener Hand oder nur mit dem Lehrer erfolgt (hat unbestritten seine Gründe).
    Ich sehe meine Meditationsitzungen nicht als ritualisierte Flucht vor der Realität, sonderen im gegenteil, eine Hilfe die wie keine zweite meine Sicht auf die Realität gerade rückt.

    Ich weiß, die Sitz-Technik ist nicht das wichtigste. Konntest du den Lotussitz nach langer Übung einnehmen oder schon immer gekonnt? So ganz ohne Kissen, wie lange kannst du so sitzen, ohne das es wirklich sehr unangenehm wird? Würd ich gerne irgendwann können.

    Joa, Deluxe Music ist echt klasse, besser als der Müll der grad auf RTL läuft :grinsen:

  • Formale Praxis

    • BangoSkank
    • 10. März 2012 um 20:21

    Formuliert es und denkt darüber wie ihr wollt. Ich bestreite nicht, dass ich hin und wieder etwas unglücklich formuliere.

    @ crazy-dragon

    Vielen Dank für diesen am Thema vorbeiführenden Hinweis, der mich wirklich sehr weit bringt :roll:
    Hier geht es um formale Praxis, ich finde da spricht nichts dagegen auch mal ins Detail zu gehen. Oberflächliches Gelabbere kann man auch anderswo bekommen. Da wir hier in einem Forum im Internet sind und ich das Gegenüber nicht sehen kann (und auch seine Gedankent nicht lesen kann) mach ich´s wie es mir passt. "Schweigen" ;)

    Für den Geschmack eines anderen ist es vielleicht nicht "zuviel"

  • Formale Praxis

    • BangoSkank
    • 10. März 2012 um 17:53

    Hehe, man kann´s zwar kostenlos im Internet lesen. Aber ein richtiges Buch in der Hand zu halten ist trozdem angenehmer, vor allem wenn man es öfter aufschlägt so wie ich. Werd´s mir deswegen vielleicht auch nochmal als Buch kaufren :)

  • Formale Praxis

    • BangoSkank
    • 10. März 2012 um 17:44

    Es freut mich wirklich sehr, dass schon so viele mitgemacht haben! Es ist eine persönliche Angelegenheit die sehr individuell sein kann, deswegen versteh ich wenn man auf so etwas eher zögernd antwortet. Die Erfahrungen mit den Jhanas sind auch so ne Sache... niemals sollte man daran hängen, niemals stolz darauf sein (wozu denn auch, sofern man nur Buddhas Weg verfolgt geht es nur um Einsicht). Und Trotzdem ist es interessant andere Meinungen zu hören und von den Erfahrungen anderer Leute zu profitieren. Welchen Sinn hätte dieses Forum, wenn dies nicht wahr wäre?
    Eine Sache die mir des öfteren eher negativ aufgefallen ist, ist dass viele User scheinbar sich auf reine Theorie und abstrakte Gedankengänge versteifen, ohne sich ernsthaft mit iherer eigenen Praxis zu beschäftigen (nur meine begrenzte Sicht). Deswegen ist es doch eine feine Sache, sich an die eigene Nase zu fassen und ehrlich zu sich selbst zu sein.

    @ Maybe Buddha und andere die Buddhadasas Methode interessiert

    Das Buch heißt: Anapanasati Die sanfte Heilung der spirituellen Krankheit

    Ich selbst habe den 2. Schritt mit dem 1. getauscht, find ich so logischer und bequemer. Manche behaupten das wäre eine Methode die nur für ordinierte Mönche geeignet wäre, seh ich persönlich nicht so. Man sollte nur nicht erwarten innerhalbt von sehr kurzer Zeit damit klar zu kommen. Das allerwichtigste ist und bleibt Geduld und Disziplin.

    Hier nochmal der Link: http://buddhadasa.de/downloads/Anapanasati.pdf

    Natürlich gibt es noch haufenweise anderer Methoden, bei denen es sich lohnt ein Auge drauf zu werfen. Die Techniken die Odysseus und Basti genannt haben, haben meine Neugier geweckt, die werd ich mir auch nochmal genauer ansehen.

    @ Odysseus

    Mit den letzten beiden Antworten hast du ein Paar wirklich wunderbare Dinge genannt, die ich so oder so ähnlich auch erfahren habe, nur nicht Worte fassen konnte. Ihr habt Recht, ohne Metta oder Sila ist doch die ganze Unternehmung für den Arsch.


    Wäre super wenn sich noch weitere Praktizierende beteiligen würden!

  • Formale Praxis

    • BangoSkank
    • 7. März 2012 um 03:11

    Schönen Abend (bzw. Nacht ;) ),

    so aus reiner Neugier wollt ich mal Fragen wie denn eure formale Meditationspraxis aussieht. Verfolgt ihr eine bestimmte Technik? Ich halte (jetzt mal abgesehen von der alltäglichen Praxis) die Meditation an sich für einen verdammt wichtigen Faktor.
    Wer Lust und Laune hat, kann zum gegenseitigen Austausch und lernen von einander seine Sicht und Praktiken kund tun. Aber bitte ohne: ,,Man sollte es NUR so machen wie ich oder mein Meister es lehrt“. Auf sowas wie: ,, Meditation darf nicht mit einem Ziel verfolgt werden“ oder wie von Zen-Leuten üblich „es gibt nichts zu erreichen“ (ich kann diese Sichtweise absolut verstehen, aber darum geht’s in diesem Thread nicht) kann ich auch gut und gerne verzichten, ebenso wie Pali-Kanon Fetischisten. Um dem ganzen vielleicht einen überschaubaren Rahmen zu geben werd ich ein Paar Fragen in nummerierter Reihenfolge stellen und auch selbst meinerseits beantworten. Nochmal, bitte lasst allen Egoismus und herabblickende Belehrungen beiseite. Es geht hier nur um ehrliche Erfahrungen.

    Sorry, ist vielleicht bisschen umfangreich, aber jeder der etwas beitragen will kann sich natürlich Zeit lassen und sich überlegen was er sagen kann. Versucht wirklich mal auf eure eigenen Erfahrungen zurückzugreifen.


    1. Bestimmte, feste Uhrzeit oder so wie´s passt?

    2. Wie oft am Tag?

    3. Länge: So nach Lust und Laune oder bestimmte Zeitvorgaben oder gar beides?

    4. Auf Stuhl oder unten aufm Kissen? Gehen, Liegen, Stehen? Wenn Kissen, welche Art von Sitztechnik? Wie sehen die Erfahrungen mit all dem aus.
    Falls Lotussitz, schon immer gekonnt oder nach Training und wenn ja wie lange hat´s gedauert?

    5. Habt ihr immer auf die gleiche Weise praktiziert oder irgendwann eine für euch besser funktionierende Technik gefunden? Habt ihr euer Wissen durch
    Bücher, Lehrer oder aus eigener Erfahrung entwickelt?

    6. Immer nur eine Technik oder mehrere je nach Situation?

    7. Welches Meditationsobjekt? (Atem, Metta, Gefühle, Körper, Gedanken usw.. oder mehrere)

    8. Unterscheidet ihr streng zwischen Samatha und Vipassana (Also Konzentrations und Einsichts-Methoden)? Nutzt ihr beide je nach Situation, nur eins von
    beidem, oder beides in zusammen/auf einander folgend?

    9. Versucht ihr möglichst immer in derselben Position zu bleiben, ohne sich zu bewegen auch wenn es juckt? Oder tut ihr doch etwas dagegen?

    10. Wie geht ihr mit Störungen von außen um? Respektiert eure Familie eure Auszeit?

    11. Wie lange praktiziert ihr schon? Falls es Unterbrechungen gab, wie lange dauerten sie und wenn ja, aus welchem Grund traten sie ein?

    12. Habt ihr Retreat-Erfahrungen? Und wenn ja, wie sehen die aus? (Wie lange, wie sah die Situation danach aus?)

    13. Ein Thema das vielleicht einen eigenen Thread erfordert: Habt ihr die dunkle Nacht erlebt (auch als spirituelle Krise bekannt)? Wie seid ihr damit
    umgegangen? Welche Auswirkungen hat es auf euer Leben, eure Umwelt und eure Praxis gehabt? Wenn ja, wie seid ihr da wieder rausgekommen?

    14. Gibt es irgendwas konkretes das eure formelle Praxis extrem stört? Eure Konzentration und Achtsamkeit irgendwie in ernsthafte Bedrängnis bringt?

    15. Habt ihr schon bestimmte Jhanas erreicht? Wenn ja, nach welcher Zeit mit welcher Technik? Ist jemals irgendwas Ungewöhnliches eingetreten?

    16. Gibt es oder gab es konkrete Effekte die ihr lang- oder kurzfristig in eurem Alltagsleben zu spüren bekommen habt?

    17. Irgendwelche Rituale, die euch helfen?


    Also, ich fang mal selbst an:


    1.Vor ca. einem Jahr hab ich immer streng nach bestimmten Uhrzeiten versucht zu meditieren. Es hatte schon so seine Vorteile, da der Körper zunehmend daran gewöhnt war, jedoch auch Nachteile, da nicht es nicht immer möglich war diese Zeiten wirklich einzuhalten. Inzwischen gehe ich damit eher entspannt aber auch bestimmt um (Der Faulheit also in den Hintern tretend). Flexibel und diszipliniert zu bleiben ist meiner Erfahrung nach doch schon wichtig und hilfreich.

    2.Vor einem Jahr sah es bei mir so aus, dass ich 2/3 mal am Tag versucht habt dran zu bleiben (also Morgens, Nachmittags/am frühen Abend und vor dem Schlafengehen).
    Jetzt versuch ich möglichst bei zwei Mal zu bleiben, aber wenigstens einmal. Wirklich wichtig ist es, meiner Meinung nach, wenigstens einmal am Tag auch wenn’s kurz ist.

    3.In meiner Anfangszeit hab ich versucht das Ganze auf 10 Minuten auszudehnen, anschließend langsam auf 20. Das war schon Recht effektvoll, also ich konnte nach relativ kurzer Zeit (2/4 Wochen bei a 2/3 mal am Tag) deutliche Auswirkungen auf mein Alltagsleben erspüren. Jetzt versuche ich das ganze möglichst bei einmal am Tag mit min. 30 Minuten zu halten, daneben noch kürzere Zeiträume in denen ich mich sammle.

    4.In meiner Kindheit konnte ich den Lotussitz ohne Probleme einnehmen. Leider hab ich das während der Pubertät nicht mehr versucht. Inzwischen ist es alles andere als leicht auf dem Kissen Platz zu nehmen. Wenn auf dem Kissen, dann geht bei mir nur der burmesische Sitz. Diesen kann ich sofern ich unter dem Kissen noch ein zusammen gefaltetes Wolllacken hab ca. 15 Minuten halten bis mir min. ein Bein einschläft. Seltsamer weise kann ich nur mit dem linken Bein oben, den halben Lotussitz für ca. 20 Minuten halten. Mit dem rechten geht es eher schlecht als Recht und wenn nach Dehnung auch nicht lange. So ein Sitz mit gekreuzten Beinen hat den Vorteil, dass der Körper nicht so weit auseinander gezogen ist und man ihn deswegen bequemer Beobachten kann. Wenn 30 Minuten und mehr auf dem Radar, bleib ich lieber auf dem Stuhl ohne mich anzulehnen. So kann ich, sofern genug Sammlung vorhanden ist etwas mehr als eine Stunde sitzen. Im Stehen ist wahrscheinlich hilfreich wenn man eher müde ist, ähnlich wie gehen. Hab aber mit beidem eher mäßige Erfahrungen gemacht.

    5.Ich selbst hatte noch nie einen richtigen Lehrer, aber viele Bücher von verschiedenen Meistern und allgemein das Internet waren da für mich recht hilfreich. Seit meiner Anfangszeit hab ich eher das was allgemein als ``Achtsamkeits-Meditation“ bezeichnet wird praktiziert. Inzwischen versuche ich mich speziell auf die 16. Schritte wie sie von Ajahn Buddhadasa in seiner Anapanasati Form gelehrt wird zu konzentrieren. Daneben haben noch Ajahn Cha, Mahasi Sayadaw und ein Paar andere Meister verschieden Meditations-Techniken mithilfe der Angaben im Pali-Kanon entwickelt, die Recht interessant sind. Hat jemand vielleicht schon konkret Erfahrungen mit der Bennenungsmethode gemacht? Würd mich sehr interessieren.

    6.Ich hab mal gelesen, dass es sehr hilfreich wäre wenn man speziell Konzentrationsmethoden bei einem starken Anflug von ungesunder Gier nutzen würde, Einsichtsmethoden, helfen dann wenn einen eine falsche Anschauungen oder extrem negative Gefühle/Gedanken überkommen. In der Technik die ich seit kurzem verfolge wird zunächst Konzentration kultiviert um dann später darauf Einsicht zu üben.

    7.Wie gesagt, versuch ich mich grad an einer speziellen. Allerdings denk ich, würde mir eine bestimmte Form von Metta-Meditation bestimmt nicht schaden, da ich dazu neige mein Herz vor anderen zu verschließen sobald ich müde oder genervt bin. Mein Lieblingsobjekt ist der Atem, von dem ich anschließend auf Körper, Gefühl, Geist und Dhamma gehe.

    8.Manche Lehrer schwören darauf auf alle höheren Konzentrationspraktiken zu verzichten und sozusagen ´´trocken“ mit der Einsichtspraxis zu beginnen. Ich selbst verfolge und halte die Praxis mit der Methode von Konzentrations-Kultivierung und anschließender Einsichtspraxis für sehr hilfreich. Da ansonsten die Gedanken dazu neigen verstärkt dazwischen zu funken.

    9.Ich selbst hab da am meisten das störende Gefühl im Bewusstsein zu viel Spucke im Mund zu haben, deswegen versuche ich achtsam runter zu schlucken. Mich kratzen tu ich meist nur wenn es wirklich zu penetrant wird. Ansonsten versuche ich nur achtsam den Rücken wider gerade zu richten wenn ich merke irgendwie unnatürlich zusammen zu sinken.

    10.Was dies angeht hab ich zum Glück eine tolerante Umgebung, die darauf Rücksicht nimmt sofern ich sie zuvor warne. Wenn´s einer vergisst ignoriere ich deren Gerede sofern es nicht wirklich wichtig ist. Dann merken sie sowieso, dass es keinen Sinn macht dazwischen zu funken.

    11.Bei mir läuft das ganzen auf ca. 2 Jahre hinaus. Nach der Anfangszeit von ca. 4 Monaten hab ich für ungefähr ein Jahr aufgehört. Damals hat ich von Buddhas Lehre an sich nicht viel Ahnung. Hatte jedoch Interesse speziell an der Meditation und hab gemerkt, dass es Auswirkungen auf mein Leben hat. Nach dem ich eine schwierige Phase überstanden hatte, verflog das Interesse zunehmend. Nach einem Jahr jedoch merkte ich das sich mein Leben zunehmend in eine Richtung geneigt hat, die meiner Intuition nicht gefiel. Deswegen fing ich wieder an und intensiver als je zuvor. Ich wollte dem Leid entgegentreten.

    12.An einem Retreat hab ich bisher noch nie teilgenohmen, obwohl ich inzwischen Interesse hätte. Ich versuche lediglich an jedem Voll- oder Neu-Mond einen meditativen Tag zu vollbringen der komplett frei von geistiger Zerstreuung und Ablenkung ist.

    13.Ich selbst hab dies noch nie erlebt. Vermutlich noch nicht viel Erfahrung und noch keine wirklich intensive Einsichtspraxis auf die drei Daseinsmerkmale gehabt. Trotzdem hören sich alle Berichte die unabhängig voneinander sind sehr bedenkenswert an. Falls jemand genauere Erfahrungen hat, wär ich vermutlich nicht der einzige der dankbar für persönliche Erfahrungen wäre.

    14.Was das angeht, hab ich festgestellt, dass ein ausufernder Konsum von egal was den Geist dazu bringt in alte abgelenkte Muster zu verfallen. Ein ungesunder Verzicht erzeugt genau das gleiche. Meiner Erfahrung nach ist der mittlere Weg wirklich genau das richtige. Weder zu viel noch zu wenig.

    15.Ins erste Samatha-Jhana komme ich zurzeit nach einer ca. einer halben Stunde. Früher war meiner Konzentration wesentlich stabiler und es ging früher. Damals hatte ich auch vermehrt die Erfahrung gemacht meine Träume bewusster zu Erfahren, Déjavús hatte ich damals auch öfter als sonst. Trotzdem erlebe ich manchmal Bewusstseinszustände die recht außergewöhnlich sind. Zum Beispiel das Gefühl irgendwie langsam auf dem Rücken zu liegen und so die Wand bis zur Decke hoch zu fahren. Hatte ich nur einmal, war aber wirklich sehr seltsam, musste die Augen leicht öffnen um wirklich sicher zu gehen nicht auf dem Rücken zu liegen. Ich weiß, sowas ist wirklich nicht Ziel der Sache, aber trotzdem recht interessant. Mit Vipassana-Jhanas bin ich ehrlich gesagt noch unerfahren, wär interessant von jemand mit Erfahrung mehr zu hören.

    16.Kurzfristige Erfahrungen waren bisher immer solche, die mich recht entspannt haben, die die Blickrichtung mehr ins objektive gelenkt haben (also weniger das Gefühl zu haben der Hauptschauspieler im Drama zu sein, sondern eher ein Zuschauer der im Publikum sitzt). Mehr eine Einstellung die auf Selbstlosigkeit basiert und die, die Sinnlosigkeit von Sorgen und einem Gefühl einer festen Persönlichkeit feststellt. Dies hält allerdings nicht lange an, es sei denn die nächste Meditation dehnt diese Sichtweise aus und es erfolgt keine allzu ausufernde Ablenkung. Langfristige Erfahrungen zeichneten sich dadurch aus, dass ich allgemein entspannter mit meinem Leben umgehen, vieles nicht mehr so ernst nehme. Mehr verständnisvoll auf meine Mitmenschen eingehe, ohne vor mich hin zu fluchen. Besserer Schlaf, mehr Energie. Speziell muss ich sagen, dass ich ein ambitionierter Läufer bin, der irgendwann geradezu schlagartig die Erfahrung gemacht hat mehr leisten zu können. Schwer zu sagen wieso dieses Gefühl so plötzlich kam, es war aufjedenfall überwältigend. Dazu muss ich sagen, dass solche Zustände eben auch nicht von Dauer sind (Unbeständigkeit, ne ;)) Jedoch kann das durchaus mit dem Ausbleiben von meiner Praxis in Verbindung gebracht werden.

    17.Vor der Meditation sieht´s bei mir so aus, dass ich sozusagen alles ausmache. Mein Kissen auf dem Boden oder auf dem Stuhl zurecht rücke, mir selbst die Absicht der folgenden Meditation nochmal eingestehe, den Wecker auf meinem Handy einstelle. Danach hat sich bei mir die Angewohnheit breit gemacht, mich zu verbeugen. Wenn etwas ansteht, das Konzentration erfordert mach ich ein Paar aufweckende Atemübungen in Kombination mit Armbewegungen die Shaolin-mäßig aussehen. Wenn ich unten auf dem Kissen saß, versuch ich meist die Beine etwas zu massieren und zu dehnen.

  • Buddhistischer Realitätsverlust in Tibet‏‏

    • BangoSkank
    • 14. Februar 2012 um 13:21

    Hm, ich denke es kommt drauf an aus welchem Blickwinkel man dies betrachtet. Ich würde nicht soweit gehen und hier von Ignoranz und Realitätsverlust seitens der Lamas reden. Wenn das kleine Tibet damals versucht hätte mit Gewalt gegen die Invasoren vorzugehen, wäre ihre Kultur vermutlich Heute ausgestorben. Klar, sie werden jetzt unterdrückt, aber wer sagt denn, das sie ein elendes Dasein fristen? Meiner beschränkten Meinung nach, fristet der Durchschnitts-Europäer/-Amerikaner ein elendes Dasein ohne es zu merken. Materiell geht´s den meisten gut, aber spirituell sind viele totkrank.

    Damals waren wie du sagst, 20 % der Bevölkerung Tibets Mönche. Sowas ist in einem Land nur dann möglich wenn die Religion/Dhamma-Lehre sehr tief im kollektiven Bewusstsein verwurzelt ist. Das heißt, wie kann man von einem ernsthaften Buddhisten erwarten, dass er zur Waffe greift und versucht Feuer mit noch mehr Feuer zu löschen??

    Es ist eine sehr problematische Situation, in der Tat. Trotzdem denke Ich, dass Tibet langfristig gesehen den richtigen Weg gegangen ist (kann ich natürlich nicht wirklich wissen). China hat sich in den letzten 20 Jahren relativ stark geöffnet. Wunder darf man nicht erwarten, es ist ein sehr langsamer Prozess. Jedoch wird und findet jetzt schon ein Umdenken in sehr vielen Bereichen statt. Der gewaltige Wirtschaftsboom auf kosten der Umwelt wird, wenn sich nichts ändert zu einer Katastrophe führen, das sind sich die Führer bewusst. Was ich damit sagen will, möglicherweise wird es 100 < Jahre noch dauern bis sich China auch was die Religionen angeht tolleranter verhält. Jedoch wird dies in Zukunft unausweichlich sein.

    (Ich kann´s nicht wissen, nur vermuten. Ich weiß)

  • Falsches Verständnis vom Leiden

    • BangoSkank
    • 9. Februar 2012 um 16:06

    @ rosie

    Gut, das was ich geschrieben hab, könnte man so auslegen. Gemeint war aber etwas anderes. Nehmen wir das nächste Beispiel:

    Möglicherweise sind Du und ich Buddhisten, wir sollten uns aber trotzdem nicht als solche betrachten. Wenn wir es doch täten, würden wir jedes mal Dukha erleben wenn wir uns nicht wie welche benehmen. Schlechtes Gewissen, weißt du, nobody is perfect :lol:

  • Falsches Verständnis vom Leiden

    • BangoSkank
    • 8. Februar 2012 um 18:03

    @ accinca

    Sehr gute Ergänzung. Hab solche Banalitäten ganz vergessen. Das wollte ich damit ausdrücken, denn wenn jemand vom Leiden spricht hat er ein ganz bestimmtes Bild davon. Dabei kann sich Dukha auf ganz vielen Ebenen äußern.

    @ Petra

    Das Stimmt, edle Freunde sind sehr wertvoll und hilfreich. Wenn jedoch noch keine zufinden sind, sollte man allein wie das Nashorn seinen Weg gehen :)

  • Falsches Verständnis vom Leiden

    • BangoSkank
    • 8. Februar 2012 um 15:19

    Ein Paar andere Posts und meine eigene Erfahrung haben mich dazu inspiriert ein Paar falsche Annahmen vom Leiden und somit vom ganzen Buddhismus geradezurücken.
    Ein Punkt auf meinem Weg zum Buddha-Dhamma, der mich zu Beginn immer wieder zum Zweifeln gebracht hat,
    war eben dieser Gedanke, dass die Denkweise „Leben bedeutet leiden“ doch irgendwie nicht ganz wahr sein kann.
    Das Ganze hat doch (obwohl immer wieder das Gegenteil behauptet wird) etwas sehr pessimistisches und nihilistisches an sich.
    Nach einer intensiven Zeit bestehend aus Praxis (Meditation und Achtsamkeit im Alltag) und
    dem Dhamma-Studium (Lesen und reflektieren von Belehrungen verschiedener Meister) ging das rein intellektuelle Verständnis in ein ganzheitliches Verstehen auf der Basis von Erfahrungswerten und dem Erkennen und Durchschauen der Alltags-Phänomene.
    Dass Menschen die auf einer westlich geprägten Denkweise aufgewachsen sind, mit dem oben genannten Gedankengut nicht viel anfangen können, fängt schon einmal damit an, dass das Wort Leid in diesem Zusammenhang eine Unzureichende Bezeichnung ist.


    Stattdessen appelliere ich an jeden der Buddha-Dhamma ernsthaft verstehen und in seinem Leben anwenden möchte, das Pali Wort Dukha zu benutzen.

    Was ist Dukha?
    Für Dukha gibt es kein einziges deutsches Wort, das nur annähernd als Synonym verwendet werden könnte. In seiner ganzen Bandbreite bedeutet es unter anderem:

    - Unzufriedenheit
    - Sorgen
    - Ängste/Verlustängste/Versagens ängste
    - Schuldgefühle/ Schlechtes Gewissen
    - Trauer
    - Unbefriedigt sein
    - Unlust/Trägheit
    - Abhängigkeit
    - Verachtung
    - Das Festhalten an der eigenen Meinung
    - Usw.

    Aber auch Dinge (die auf dem ersten Blick als schön gelten können) wie Sehnsucht und verschiedene Arten des Begehrens (hierbei sind vielmehr die destruktiven gemeint). Im Grunde genommen alle Emotionen die auf Gier, Hass und Verblendung basieren.


    Jetzt entgegnet aber jemand mit der Argumentation, dass nicht alles im Leben Dukha ist.

    Hier hilft nur reines Verstehen und Reflektieren! Man muss die Frage stellen:
    Welchen Wert hat es etwas zu Haben, etwas zu Bekommen oder etwas zu Sein?

    Ist es Wert ein Glückspilz zu sein? Nein, weil wenn du an dieser Vorstellung anhaftest wirst du immer Dukha erleben sobald dich das Glück verlässt.

    Ist es Wert viel Geld zu haben? Nein, weil dann wirst du das Dukha eines Millionäres erleben (Misstrauen gegenüber anderen Menschen. Wenn das Geld Wegist -> alles im Eimer).

    Ist es Wert ein Mann oder eine Frau zu sein? Nein, denn dann würde man mit allen Problemen kämpfen, die damit zusammenhängen in seinem Kopf ein bestimmtes Soll-Bild von sich zu haben.

    Ist es Wert ein Buddhist zu sein? Nein, denn immer wenn du dich nicht wie ein Buddhist verhältst, wirst du Schuldgefühle empfinden und irgendwann alles hinschmeißen


    Nicht falsch verstehen! Ich Behaupte hier nicht, dass man wirklich auf alles verzichten sollte (Gilt hier natürlich für Laienanhänger).
    Was ich damit sagen möchte: Man sollte lernen ein Ich oder Mein- Gefühl so selten wie möglich aufkommen zu lassen.
    Dieses Ich/Mein-Gefühl ist die Wurzel für Anhaftungen aller Art. Anhaftungen wiederum führen zu Gier, Hass und Verblendung. Diese steigen in das schwer erkennbare Dukha-Gefängnis.


    Derjenige der es versucht Buddha-Dhamma aus der Ich-Perspektive zu verstehen, wird mit Sicherheit scheitern (Es sei denn er Vertraut ihm mit der Kraft seines Glaubens).

    Man muss hierbei differenzieren:
    Es gibt das unwissende Ich, welches buchstäblich im Dunkeln sitzt. Es gilt dieses durch genug Praxis und Theorie (Meditation/Achtsamkeit und Studium) zu einem wissenden Ich zu erziehen. Das wissende Ich sitzt zwar auch noch im Dunkeln, aber immerhin weiß es schon ungefähr wo der Lichtschalter ist. Manchmal trifft es ihn, manchmal nicht. Je öfter es ihn trifft desto öfter wird sich der gemeinhin als unmögliches Ideal empfundene Zustand der Selbstlosigkeit, totlosigkeit (Dies ist mein Verständnis vom Ausbruch aus dem Kreislauf von Geburt und Tod) oder auch einfach nur Innere Freiheit.
    Erleuchtung oder nibbana wird falsch verstanden! Das ist kein esoterisches „ Schweben in anderen Dimensionen“ welches nichts mehr mit dem weltlichen Leben zu tun hat (Siehe Form ist Leerheit und Leerheit ist Form usw.)

    Man muss jedoch auch hier unterscheiden. Es gibt 2 Arten von Erleuchtung!
    Die eine Form ist etwas Dauerhaftes. Es ist das, was jeder Buddha, Arahat und Bodhisattva erreicht hat. Die andere Form ist kurzfristig. Auf die eine oder andere Weise hat sie schon jeder erlebt (Vor allem der Zustand von Klarheit und heiterer Zuversicht nach der Meditation). Es ist so gesehen eine Kostprobe für das was das wahre nibbana ist.

    Hier geht es nicht darum ein hirnloser Zombie zu werden! Hier geht es darum aus der Selbstlosigkeit zu handeln, denn wo kein egoistisches Ich/Mein-Gefühl herrscht, existiert ungezwungene Anteilnahme und Hilfsbereitschaft.

    > Liebende Güte, Mitgefühl, Mitfreude, Gleichmut und Großzügigkeit.

    Ich verweise darauf das so etwas wie ein Ich manchmal trotzdem notwendig ist um mit der Umwelt in Kontakt treten und Kommunizieren zu können. Es gilt jedoch zu erkennen, dass es sich hierbei um eine konventionelle und keine absolute Wahrheit handelt. Man muss lernen damit auf eine weise Art umzugehen. Also als wissendes Ich welches die Gesetze der Natur versteht, versucht Verständnis für seine Umwelt zu entwickeln und so oft es geht den Lichtschalter zu betätigen.


    Beobachtet ununterbrochen das Aufsteigen der Geschäftigkeit des Geistes und kultiviert seine Abwesenheit. Diese Abwesenheit ist sunnata, Leerheit, lernt diese heilende Leerheit zu lieben und ihr werdet selbstlos handeln. Ihr werdet das Buddha-Dhamma atmen und euch und eure Umwelt transformieren.


    Wenn man für Buddhas Lehren ein falsches Verständnis entwickelt, wird einem das Anwenden schwerer fallen als einen großen Felsbrocken einen Berg hochrollen zu lassen.
    Wenn man sie richtig verstanden hat, wird einem das Anwenden leichter fallen als einen großen Felsbrocken einen Berg runter rollen zu lassen.


    Im Buddhismus geht es nicht darum etwas zu glauben, es geht darum etwas zu verstehen


    Sorry, ursprünglich hatte ich nicht vor so viel zu schreiben :)  Mein anliegen liegt nur darin meinen Freunden in Geburt, Leben und Tod eine Hilfestellung zum Verstehen und anwenden der inneren Freiheit zu leisten. Sie ist das erstrebenswerteste wozu ein Mensch fähig sein kann.


    Dafür reicht mein Geschreibsel natürlich kein bisschen aus, man muss dem illusorischen des Anhaftens und der Vergänglichkeit ebenfalls möglichst viel Kontemplation zuwenden.
    Ich empfehle jedem Ajahn Buddhadasas Bücher zu lesen, allen voran: Das Kernholz des Boddhibaums. Durch sie habe Ich vermeintlich verstandenes erst richtig verstanden. Kann man kostenlos auf dieser Seite lesen und runterladen:

    http://buddhadasa.de/bb-texte-buecher.htm


    Keiner von uns sollte so töricht sein und seine Wirklichkeit mit der Wahrheit verwechseln. Je näher du an der Wahrheit bist, desto weniger werden dich Zweifel plagen und du und deine Mitmenschen werden erleben zu was ein weises Herz im Stande ist.


    Die Frucht einer Lehre gilt als Zeugnis ihrer Wahrheitskraft

Ausgabe №. 137: „Sorgen entsorgen?"

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