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  1. Buddhaland Forum
  2. peema

Beiträge von peema

  • Verstehen und Resümieren

    • peema
    • 16. Dezember 2011 um 09:09

    Hallo Bambus,

    auch ich kann Dich sehr gut verstehen und mich Deinen Worten nur anschließen. Ich merke oft ganz deutlich, dass ich mich in sichere Gedankengebäude zurückflüchte (und damit an Konzepten hängenbleibe), wenn ich eigentlich mit dem Herz -wie TheNoOneOne es gut beschreibt- in mir bislang unbekannte Gefilde gelangen könnte. Ich weiß aber auch genau, dass ich allein mit dem Verstand nicht wirklich weiterkommen werde...

    LG peema

  • Immer wieder Rückschläge

    • peema
    • 3. Dezember 2011 um 17:45
    Geronimo:

    Herz und Geist sind zwar nicht wirklich getrennt, aber sie haben durchaus ein unterschiedliches Tempo. Während der Geist meist nur einen Augenblick braucht um selbst die tiefgreifendsten Erkenntnisse nachzuvollziehen, so braucht das Herz um Längen mehr Zeit um selbst nur die unscheinbarsten Angewohnheiten zu überwinden.

    Das ist einfach wie das Leben funktioniert. Angewohnheiten, ob bewusst oder unbewusst, sind so tief in uns verankert, das es einfach Arbeit und viel Geduld braucht um an ihre Wurzel vorzudringen und sie dabei langsam schwächer und schwächer werden zu lassen, bis man irgendwann die Wurzel ganz entfernen kann. Abkürzungen gibt es da leider nicht.

    Zur Motivation sei jedoch gesagt, das mit jedem Mal wo du einem Impuls (oder Reiz) widerstehst und ihm nicht weiter nachgehst (und ihm damit Raum gibst), er ein wenig an Kraft verliert. Jedes Mal ein kleines, aber feines, Stückchen, bis er irgendwann überhaupt keine Macht mehr über dich hat.

    Ich vergleiche das gerne mit dem Vorgehen bei Dehnübungen. Im Kopf ist dir doch sofort klar wie es auszusehen hat um einen vollen Spagat richtig auszuführen. Du "weißt" welche Arbeit deine Muskeln und Sehnen verrichten müssen um die ganze Dehnung in Vollendung auszuführen. Und doch kannst du zu Beginn deine Beine vielleicht nicht mal im 90° Winkel öffnen.

    Das liegt einfach daran das deine Muskeln in diesem Moment nicht daran gewöhnt sind diese Art der Arbeit zu verrichten. Sie verharren sozusagen in ihren alten Angewohnheiten, zumindest bis du ihnen angewöhnst etwas neues zu tun. Und das geht auch da nur über minimalste (und dadurch mitunter durchaus frustrierende) Schritte. Du kannst ihnen immer nur so und so viel Neues auf einmal beibringen, sie nur so und so viel über ihre Angewohnheit hinaus dehnen, da es einfach nicht ihrem Naturell entspricht so schnell zu sein wie der Geist.

    Und so glaubt man manchmal in der Praxis überhaupt keine Fortschritte zu machen, da man gewisse Ergebnisse überhaupt erst nach Jahren wirklich bemerken kann.

    Alles anzeigen

    Guten Abend,

    ich habe dieses Thema einfach mal wieder "hervorgeholt", da ich nach einem eigentlich gemütlichen Adventscafe (mal wieder) gemerkt habe, dass eine meiner Angewohnheiten, manchmal einfach zu viel zu "plappern", heute mal wieder sehr schön in den Vordergrund getreten ist. Aber immerhin habe ich dies nicht erst zu Hause beim Reflektieren bemerkt, sondern auch schon immer wieder während der Gespräche und habe dann versucht (leider nicht durchgehend von Erfolg gekrönt) "auf die Bremse zu treten", die Situation als solches wahrzunehmen und den anderen Gästen wirklich zuzuhören. Jetzt merke ich gerade, wie hilfreich es für mich sein kann, durchaus auch einmal ältere Beiträge noch einmal im Zusammenhang zu lesen.

    LG peema

  • Anatta - Ichlosigkeit

    • peema
    • 3. Dezember 2011 um 09:25

    Samyutta Nikaya
    S.22.59. Die Merkmale des Nicht-Ich
    1. So habe ich gehört. Einst weilte der Erhabene bei Benares, zu Isipatana, im Wildpark.
    2. Dort nun wandte sich der Erhabene an die Gruppe der fünf Mönche: "Ihr Mönche!" - "Ja, o Herr", antworteten jene Mönche dem Erhabenen. Der Erhabene sprach also:
    3. "Die Körperlichkeit, ihr Mönche, ist Nicht-Ich. Denn wäre, ihr Mönche, diese Körperlichkeit das Ich, nicht würde da diese Körperlichkeit der Krankheit anheimfallen. Erlangen könnte man es dann bei der Körperlichkeit: 'So möge meine Körperlichkeit sein, so möge meine Körperlichkeit nicht sein!'
    4. Weil aber, ihr Mönche, die Körperlichkeit Nicht-Ich ist, deshalb fällt die Körperlichkeit der Krankheit anheim, und nicht erlangt man es bei der Körperlichkeit: 'So möge meine Körperlichkeit sein, so möge meine Körperlichkeit nicht sein!'
    5. Das Gefühl, ihr Mönche, ist Nicht-Ich. Denn wäre, ihr Mönche, dieses Gefühl das Ich, nicht würde da dieses Gefühl der Krankheit anheimfallen. Erlangen könnte man es dann beim Gefühl: 'So möge mein Gefühl sein, so möge mein Gefühl nicht sein!'
    6. Weil aber, ihr Mönche, das Gefühl Nich-Ich ist, deshalb fällt das Gefühl der Krankheit anheim, und nicht erlangt man es beim Gefühl: 'So möge mein Gefühl sein, so möge mein Gefühl nicht sein!'
    7. Die Wahrnehmung, ihr Mönche, ist Nicht-Ich. Denn wäre, ihr Mönche, diese Wahrnehmung das Ich, nicht würde da diese Wahrnehmung der Krankheit anheimfallen. Erlangen könnte man es dann bei der Wahrnehmung: 'So möge meine Wahrnehmung sein, so möge meine Wahrnehmung nicht sein!'
    8. Weil aber, ihr Mönche, die Wahrnehmung Nicht-Ich ist, deshalb fällt die Wahrnehmung der Krankheit anheim, und nicht erlangt man es bei der Wahrnehmung: 'So möge meine Wahrnehmung sein, so möge meine Wahrnehmung nicht sein!'
    9. Die Gestaltungen, ihr Mönche, sind Nicht-Ich. Denn wären, ihr Mönche, die Gestaltungen das Ich, nicht würden da diese Gestaltungen der Krankheit anheim fallen. Erlangen könnte man es dann bei den Gestaltungen: 'So mögen meine Gestaltungen sein, so mögen meine Gestaltungen nicht sein!'
    10. Weil aber, ihr Mönche, die Gestaltungen Nicht-Ich sind, deshalb fallen die Gestaltungen der Krankheit anheim, und nicht erlangt man es bei den Gestaltungen: 'So mögen meine Gestaltungen sein, so mögen meine Gestaltungen nicht sein!'
    11. Das Bewußtsein, ihr Mönche, ist Nicht-Ich. Denn wäre, ihr Mönche, das Bewußtsein das Ich, nicht würde da dieses Bewußtsein der Krankheit anheimfallen. Erlangen könnte man es dann beim Bewußtsein: 'So möge mein Bewußtsein sein, so möge mein Bewußtsein nicht sein!'

    12. Weil aber, ihr Mönche, das Bewußtsein Nicht-Ich ist, deshalb fällt das Bewußtsein der Krankheit anheim, und nicht erlangt man es beim Bewußtsein: 'So möge mein Bewußtsein sein, so möge mein Bewußtsein nicht sein!'
    13. Was meint ihr, o Mönche, ist die Kölperlichkeit unvergänglich oder vergänglich?" - "Vergänglich, o Herr." - "Was aber vergänglich ist, ist das leidig oder freudig?" - "Leidig, o Herr." - "Was nun vergänglich, leidig, wandelbar ist, kann man dies mit Recht so ansehen: 'Dies ist mein, das bin ich, das ist mein Selbst'?" - "Gewiß nicht, o Herr."
    14.-17. "Sind Gefühl - Wahrnehmung - Gestaltungen - Bewußtsein unvergänglich oder vergänglich?" - "Vergänglich, o Herr." - "Was aber vergänglich ist, ist das leidig oder freudig?" - "Leidig, o Herr." - "Was nun vergänglich, leidig, wandelbar ist, kann man dies mit Recht so ansehen: 'Dies ist mein, das bin ich, das ist mein Selbst'?" - "Gewiß nicht, o Herr."
    18.-22. "Daher, o Mönche: was es irgend an Körperlichkeit gibt - an Gefühl - an Wahrnehmung - an Gestaltungen - an Bewußtsein gibt, sei es vergangen, künftig oder gegenwärtig, eigen oder fremd, grob oder fein, gewöhnlich oder edel, fern oder nahe - von jeder Körperlichkeit - jedem Gefühl - jeder Wahrnehmung - allen Gestaltungen - jedem Bewußtsein gilt: 'Dies ist nicht mein, das bin ich nicht, das ist nicht mein Selbst!' So hat man dies der Wirklichkeit gemäß mit rechter Weisheit zu betrachten.
    23. So erkennend, o Mönche, wendet sich der erfahrene, edle Jünger von der Körperlichkeit ab, er wendet sich ab vom Gefühl, er wendet sich ab von der Wahrnehmung, er wendet sich ab von den Gestaltungen, er wendet sich ab vom Bewußtsein. Abgewandt wird er entsüchtet. Durch die Entsüchtung wird er befreit. Im Befreiten ist die Erkenntnis: 'Befreit bin ich. Versiegt ist die Geburt, vollendet der Heilige Wandel, getan das Werk, nichts Weiteres nach diesem hier' - so erkennt er."
    24. Dies sprach der Erhabene. Beglückt freute sich die Gruppe der fünf Mönche über das Wort des Erhabenen. Während aber diese Erklärung gesprochen wurde, löste sich bei der Gruppe der fünf Mönche das Herz ohne Anhaften von den Trieben.

    Diese Lehrrede zeigt im Zusammenhang auch noch einmal das Wesen von Anatta auf. Z. 14-17 habe ich markiert; Anatta in diesem Sinne zu verstehen (aufgrund der Ausführungen) und wirklich zu durchdringen, sind für mich noch lange zwei Paar Schuhe....

    LG peema

  • Was kann icht weiter tun

    • peema
    • 25. November 2011 um 10:19

    Liebe anna,

    das von Dir beschriebene Gefühl kenne ich auch. Irgendwann habe ich dann aber den Rat erhalten, mal in Ruhe "rückwärts" zu schauen und zu sehen, was sich schon alles geändert hat (bis dahin hatte ich nämlich auch immer ungeduldig nach vorne geblickt und mich mit "Zielen" verglichen, die es zu erreichen galt). Durch diesen Rückblick habe ich gemerkt, was sich tatsächlich über viele Jahre in meinem Leben schon alles verändert hat. Gleichzeitig versuche ich, mich nicht mehr mit einem "Idealbild" zu vergleichen, sondern jeden Tag Schritt für Schritt meinen Weg zu gehen (immer schaffe ich dies allerdings auch noch nicht...).

    LG peema

  • Wieso an Wiedergeburt glauben ?

    • peema
    • 25. November 2011 um 10:08

    Für mich war bis jetzt die ganze Thematik der Wiedergeburt nicht das zentrale Thema meiner Beschäftigung mit dem Buddhismus. Mich hat am Buddhismus einfach überzeugt, dass er -bezogen auf meine Lebenssituation und meine Erfahrungen- die für mich einleuchtensten Erklärungen gibt. Durch die Verbindung von Alltag und "buddhistischer Theorie" merke ich über die Jahre immer mehr, das es genau das ist, was für mich stimmig ist und mich in meiner persönlichen Entwicklung immer weiter bringt.

    Allerdings hatte ich -Jahre zuvor- in meiner "kirchlichen Phase" den Gedanken der Auferstehung auch nie als mein zentrales Thema angesehen; auch im christlichen Kontext ging es mir immer um mein Leben hier und jetzt.

    LG peema

  • MN25 - Der Köder

    • peema
    • 21. November 2011 um 12:24

    Die bloße Achtsamkeit im Umgang mit den Sinnesvergnügen reicht noch nicht für eine wirkliche Befreiung aus ("dritte Art der Brahmanen und Mönche"). Die richtige Ansicht ist letztendlich entscheidend (viertes und letztes Beispiel). LG peema

  • MN25 - Der Köder

    • peema
    • 21. November 2011 um 12:17

    MN25 – Der Köder
    Majjhima Nikàya 25

    Der Köder (Nivàpa Sutta)
    1. So habe ich gehört. Einmal hielt sich der Erhabene bei Sàvatthã im Jeta Hain, dem Park des Anàthapindika auf. Dort richtete er sich folgendermaßen an die Bhikkhus: „Ihr Bhikkhus.“ – „Ehrwürdiger Herr“, erwiderten sie. Der Erhabene sagte dieses:
    2. „Ihr Bhikkhus, ein Fallensteller legt nicht mit folgender Absicht Köder für ein Hirschrudel aus: ,Möge sich das Hirschrudel an diesem Köder erfreuen, den ich ausgelegt habe, und auf diese Weise langlebig und anmutig sein und lange Zeit überdauern.‘ Ein Fallensteller legt mit folgender Absicht Köder für ein Hirschrudel aus: ,Die Hirsche des Rudels werden unvorsichtig beim Äsen sein, indem sie genau zu dem Köder gehen, den ich ausgelegt habe; indem sie das tun, werden sie berauscht werden; wenn sie berauscht sind, werden sie in Nachlässigkeit abgleiten; wenn sie nachlässig sind, kann ich mit ihnen verfahren, wie es mir beliebt, aufgrund jenes Köders.‘“
    3. „Die Hirsche des ersten Rudels waren unvorsichtig beim Äsen, indem sie genau zu dem Köder gingen, den der Fallensteller ausgelegt hatte; indem sie das taten, wurden sie berauscht; als sie berauscht waren, glitten sie in Nachlässigkeit ab; als sie nachlässig waren, verfuhr der Fallensteller mit ihnen, wie es ihm beliebte, aufgrund jenes Köders. Auf jene Weise scheiterten die Hirsche des ersten Rudels, von der Macht und Kontrolle des Fallenstellers freizukommen.“
    4. „Die Hirsche des zweiten Rudels überlegten nun folgendermaßen: ,Die Hirsche jenes ersten Rudels scheiterten, von der Macht und Kontrolle des Fallenstellers freizukommen, indem sie so ohne Vorsicht handelten. Angenommen, wir halten uns gänzlich von jenem Köderfutter fern; um uns von diesem zu fürchtenden Vergnügen fernzuhalten, wollen wir in die Waldeinsamkeit hinausziehen und dort leben.‘ Und so gingen sie vor. Aber im letzten Monat der heißen Jahreszeit, als das Gras und Wasser aufgebraucht waren, magerten ihre Körper bis zur äußersten Auszehrung ab; damit verloren sie ihre Stärke und Energie; nachdem sie ihre Stärke und Energie verloren hatten, kehrten sie zu eben jenem Köder zurück, den der Fallensteller ausgelegt hatte. Sie waren unvorsichtig beim Äsen, indem sie genau zu ihm hingingen; indem sie so vorgingen, wurden sie berauscht; als sie berauscht waren, glitten sie in Nachlässigkeit ab; als sie nachlässig waren, verfuhr der Fallensteller mit ihnen, wie es ihm beliebte, aufgrund jenes Köders. Und auf jene Weise scheiterten auch die Hirsche des zweiten Rudels, von der Macht und Kontrolle des Fallenstellers freizukommen.“
    5. „Die Hirsche des dritten Rudels überlegten nun folgendermaßen: ,Die Hirsche jenes ersten Rudels scheiterten, von der Macht und Kontrolle des Fallenstellers freizukommen, indem sie so ohne Vorsicht handelten. Die Hirsche jenes zweiten Rudels scheiterten ebenfalls, von der Macht und Kontrolle des Fallenstellers freizukommen, indem sie überlegten, wie die Hirsche des ersten Rudels gescheitert waren, und indem sie so planten und handelten, mit der Vorsichtsmaßnahme, in die Waldeinsamkeit hinauszuziehen und dort zu leben. Angenommen, wir beziehen unser Versteck im Einzugsbereich des Köders des Fallenstellers. Wenn wir dies getan haben, werden wir nicht unvorsichtig beim Äsen sein, und nicht genau zu dem Köder gehen, den der Fallensteller ausgelegt hat; indem wir so vorgehen, werden wir nicht berauscht werden; wenn wir nicht berauscht sind, werden wir nicht in Nachlässigkeit abgleiten; wenn wir nicht nachlässig sind, wird der Fallensteller nicht mit uns verfahren, wie es ihm beliebt, aufgrund jenes Köders.‘ Und so gingen sie vor.“ „Aber dann erwogen der Fallensteller und sein Gefolge: ,Diese Hirsche dieser dritten Herde sind so schlau und gerissen wie Hexenmeister und Zauberer. Sie fressen den Köder, ohne daß wir wissen, wie sie kommen und gehen. Angenommen, wir lassen den ausgelegten Köder vollständig weiträumig mit Weidengattern einzäunen; dann könnten wir möglicherweise das Versteck des dritten Hirschrudels sehen, wohin sie sich zurückziehen.‘ Und so gingen sie vor, und sie sahen das Versteck des dritten Hirschrudels, wohin sie sich zurückzogen. Und auf jene Weise scheiterten auch die Hirsche des dritten Rudels, von der Macht und Kontrolle des Fallenstellers freizukommen.“
    6. „Die Hirsche des vierten Rudels überlegten nun folgendermaßen: ,Die Hirsche jenes ersten Rudels scheiterten, von der Macht und Kontrolle des Fallenstellers freizukommen, indem sie so ohne Vorsicht handelten. Die Hirsche jenes zweiten Rudels scheiterten ebenfalls, von der Macht und Kontrolle des Fallenstellers freizukommen, indem sie überlegten, wie die Hirsche des ersten Rudels gescheitert waren, und indem sie so planten und handelten, mit der Vorsichtsmaßnahme, in die Waldeinsamkeit hinauszuziehen und dort zu leben. Und die Hirsche jenes dritten Rudels scheiterten ebenfalls, von der Macht und Kontrolle des Fallenstellers freizukommen, indem sie überlegten, wie die Hirsche des ersten Rudels und auch die Hirsche des zweiten Rudels gescheitert waren, und indem sie so planten und handelten, mit der Vorsichtsmaßnahme, ihr Versteck im Einzugsbereich des Köders des Fallenstellers zu beziehen. Angenommen, wir beziehen unser Versteck dort, wo der Fallensteller und sein Gefolge nicht hingehen können. Wenn wir dies getan haben, werden wir nicht unvorsichtig beim Äsen sein, und nicht genau zu dem Köder gehen, den der Fallensteller ausgelegt hat; indem wir so vorgehen, werden wir nicht berauscht werden; wenn wir nicht berauscht sind, werden wir nicht in Nachlässigkeit abgleiten; wenn wir nicht nachlässig sind, wird der Fallensteller nicht mit uns verfahren, wie es ihm beliebt, aufgrund jenes Köders.‘ Und so gingen sie vor.“ „Aber dann erwogen der Fallensteller und sein Gefolge: ,Diese Hirsche dieser vierten Herde sind so schlau und gerissen wie Hexenmeister und Zauberer. Sie fressen den Köder, ohne daß wir wissen, wie sie kommen und gehen. Angenommen, wir lassen den ausgelegten Köder vollständig weiträumig mit Weidengattern einzäunen; dann könnten wir möglicherweise das Versteck des vierten Hirschrudels sehen, wohin sie sich zurückziehen.‘ Und so gingen sie vor, aber sie sahen nicht das Versteck des vierten Hirschrudels, wohin sie sich zurückzogen. Dann erwogen der Fallensteller und sein Gefolge: ,Wenn wir das vierte Hirschrudel verschrecken, werden sie verschreckt die anderen alarmieren, und somit werden die Hirschrudel alle diesen Köder, den wir ausgelegt haben, verlassen. Angenommen, wir behandeln das vierte Hirschrudel mit Nichtbeachtung. Und so gingen sie vor. Und auf jene Weise kamen die Hirsche des vierten Rudels von der Macht und Kontrolle des Fallenstellers frei.“
    7. „Ihr Bhikkhus, ich habe dieses Gleichnis gegeben, um eine Bedeutung zu vermitteln. Dies ist die Bedeutung: ,Köder‘ ist ein Ausdruck für die fünf Stränge sinnlichen Vergnügens. ,Fallensteller‘ ist ein Ausdruck für Màra, den Bösen 1). ,Das Gefolge des Fallenstellers‘ ist ein Ausdruck für Màras Gefolge. ,Hirschrudel‘ ist ein Ausdruck für Mönche und Brahmanen.“
    8. „Die Mönche und Brahmanen der ersten Art waren unvorsichtig beim Essen, indem sie genau zu dem Köder und den materiellen Dingen der Welt gingen, die Màra ausgelegt hatte; indem sie so vorgingen, wurden sie berauscht; als sie berauscht waren, glitten sie in Nachlässigkeit ab; als sie nachlässig waren, verfuhr Màra mit ihnen, wie es ihm beliebte, aufgrund jenes Köders und jener materiellen Dinge der Welt. Auf jene Weise scheiterten die Mönche und Brahmanen des ersten Art, von der Macht und Kontrolle Màras freizukommen. Jene Mönche und Brahmanen, sage ich, sind wie die Hirsche des ersten Rudels.“
    9. „Die Mönche und Brahmanen der zweiten Art überlegten nun folgendermaßen: ,Jene Mönche und Brahmanen der ersten Art scheiterten, von der Macht und Kontrolle Màras freizukommen, indem sie so ohne Vorsicht handelten. Angenommen, wir halten uns gänzlich von jener Köderspeise und jenen materiellen Dingen der Welt fern; um uns von diesem zu fürchtenden Vergnügen fernzuhalten, wollen wir in die Waldeinsamkeit hinausziehen und dort leben.‘ Und so gingen sie vor. Dort aßen sie Laub oder Hirse oder wilden Reis oder Rindenspäne oder Moos oder Reisspelzen oder Reisabfall oder Sesam-Mehl oder Gras oder Kuhdung; sie lebten von Wurzeln und Früchten des Waldes, sie ernährten sich von Fallobst. Aber im letzten Monat der heißen Jahreszeit, als das Gras und Wasser aufgebraucht waren, magerten ihre Körper bis zur äußersten Auszehrung ab; damit verloren sie ihre Stärke und Energie; nachdem sie ihre Stärke und Energie verloren hatten, verloren sie ihre Herzensbefreiung 2), sie kehrten zu eben jenem Köder zurück, den Màra ausgelegt hatte, zu jenen materiellen Dingen der Welt; sie waren unvorsichtig beim Essen, indem sie genau zu ihm hingingen; indem sie so vorgingen, wurden sie berauscht; als sie berauscht waren, glitten sie in Nachlässigkeit ab; als sie nachlässig waren, verfuhr der Màra mit ihnen, wie es ihm beliebte, aufgrund jenes Köders und jener materiellen Dinge der Welt. Auf jene Weise scheiterten jene Mönche und Brahmanen der zweiten Art, von der Macht und Kontrolle Màras freizukommen. Jene Mönche und Brahmanen, sage ich, sind wie die Hirsche des zweiten Rudels.“
    10. „Die Mönche und Brahmanen der dritten Art überlegten nun folgendermaßen: ,Jene Mönche und Brahmanen der ersten Art scheiterten, von der Macht und Kontrolle Màras freizukommen, indem sie so ohne Vorsicht handelten. Jene Mönche und Brahmanen der zweiten Art scheiterten ebenfalls, von der Macht und Kontrolle des Fallenstellers freizukommen, indem sie überlegten, wie die Mönche und Brahmanen der ersten Art gescheitert waren, und indem sie dann so planten und handelten, mit der Vorsichtsmaßnahme, in die Waldeinsamkeit hinausziehen und dort zu leben. Angenommen, wir errichten unseren Aufenthaltsort im Einzugsbereich jenes Köders, den Màra ausgelegt hat, und jener materiellen Dinge der Welt. Wenn wir dies getan haben, werden wir nicht unvorsichtig beim Essen sein, und nicht genau zu dem Köder gehen, den Màra ausgelegt hat, und zu den materiellen Dingen der Welt. Indem wir so vorgehen, werden wir nicht berauscht werden; wenn wir nicht berauscht sind, werden wir nicht in Nachlässigkeit abgleiten; wenn wir nicht nachlässig sind, wird Màra nicht mit uns verfahren, wie es ihm beliebt, aufgrund jenes Köders und jener materiellen Dinge der Welt.‘ Und so gingen sie vor.“ „Aber dann gingen sie dazu über, Ansichten zu vertreten, wie ,die Welt ist ewig‘ und ,die Welt ist nicht ewig‘ und ,die Welt ist endlich‘ und ,die Welt ist unendlich‘ und ,die Seele ist das gleiche wie der Körper‘ und ,die Seele ist eine Sache und der Körper eine andere‘ und ,ein Tathàgata existiert nach dem Tode‘ und ,ein Tathàgata existiert nach dem Tode nicht‘ und ,sowohl existiert ein Tathàgata nach dem Tode, als auch existiert er nicht‘ und ,weder existiert ein Tathàgata nach dem Tode, noch existiert er nicht. 3)‘ Auf jene Weise scheiterten die Mönche und Brahmanen der dritten Art, von der Macht und Kontrolle Màras freizukommen. Jene Mönche und Brahmanen, sage ich, sind wie die Hirsche des dritten Rudels.“
    11. „Die Mönche und Brahmanen der vierten Art überlegten nun folgendermaßen: ,Jene Mönche und Brahmanen der ersten Art scheiterten, von der Macht und Kontrolle Màras freizukommen, indem sie so ohne Vorsicht handelten. Jene Mönche und Brahmanen der zweiten Art scheiterten ebenfalls, von der Macht und Kontrolle Màras freizukommen, indem sie überlegten, wie die Mönche und Brahmanen der ersten Art gescheitert waren, und indem sie so planten und handelten, mit der Vorsichtsmaßnahme, in die Waldeinsamkeit hinauszuziehen und dort zu leben. Und die Mönche und Brahmanen der dritten Art scheiterten ebenfalls, von der Macht und Kontrolle des Fallenstellers freizukommen, indem sie überlegten, wie die Mönche und Brahmanen der ersten Art und auch die Mönche und Brahmanen der zweiten Art gescheitert waren, und indem sie so planten und handelten, mit der Vorsichtsmaßnahme, ihren Aufenthaltsort im Einzugsbereich jenes Köders, den Màra ausgelegt hat, zu errichten. Angenommen, wir errichten unseren Aufenthaltsort dort, wo Màra und sein Gefolge nicht hingehen können. Wenn wir dies getan haben, werden wir nicht unvorsichtig beim Essen sein, und nicht genau zu dem Köder gehen, den Màra ausgelegt hat, und zu den materiellen Dingen der Welt. Indem wir so vorgehen, werden wir nicht berauscht werden; wenn wir nicht berauscht sind, werden wir nicht in Nachlässigkeit abgleiten; wenn wir nicht nachlässig sind, wird Màra nicht mit uns verfahren, wie es ihm beliebt, aufgrund jenes Köders und jener materiellen Dinge der Welt.‘ Und so gingen sie vor. Auf jene Weise kamen die Mönche und Brahmanen der vierten Art von der Macht und Kontrolle Màras frei. Jene Mönche und Brahmanen, sage ich, sind wie die Hirsche des vierten Rudels.“
    12. „Und wo können Màra und sein Gefolge nicht hingehen? Da tritt ein Bhikkhu ganz abgeschieden von Sinnesvergnügen, abgeschieden von unheilsamen Geisteszuständen, in die erste Vertiefung ein, die von anfänglicher und anhaltender Hinwendung des Geistes begleitet ist, und verweilt darin, mit Verzückung und Glückseligkeit, die aus der Abgeschiedenheit entstanden sind. Man sagt, dieser Bhikkhu habe Màra geblendet, er sei für den Bösen unsichtbar geworden, indem er das Auge Màras seiner Gelegenheit beraubt hat 4).“
    13. „Wiederum tritt ein Bhikkhu mit der Stillung der anfänglichen und anhaltenden Hinwendung des Geistes (zum Meditationsobjekt) in die zweite Vertiefung ein, die innere Beruhigung und Einheit des Herzens ohne anfängliche und anhaltende Hinwendung des Geistes enthält, und verweilt darin, mit Verzückung und Glückseligkeit, die aus der Konzentration entstanden sind. Man sagt, dieser Bhikkhu habe Màra geblendet, er sei für den Bösen unsichtbar geworden, indem er das Auge Màras seiner Gelegenheit beraubt hat.“
    14. „Wiederum tritt ein Bhikkhu mit dem Verblassen der Verzückung, in Gleichmut verweilend, achtsam und wissensklar, voll körperlich erlebter Glückseligkeit, in die dritte Vertiefung ein, von der die Edlen sagen: ,Glückselig verweilt derjenige, der voll Gleichmut und Achtsamkeit ist‘, und verweilt darin. Man sagt, dieser Bhikkhu habe Màra geblendet, er sei für den Bösen unsichtbar geworden, indem er das Auge Màras seiner Gelegenheit beraubt hat.“
    15. „Wiederum, tritt ein Bhikkhu mit dem Überwinden von Glück und Schmerz und dem schon früheren Verschwinden von Freude und Trauer, in die vierte Vertiefung ein, die aufgrund von Gleichmut Weder-Schmerzhaftes-noch-Angenehmes und Reinheit der Achtsamkeit in sich hat, und verweilt darin. Man sagt, dieser Bhikkhu habe Màra geblendet, er sei für den Bösen unsichtbar geworden, indem er das Auge Màras seiner Gelegenheit beraubt hat.“
    16. „Wiederum, mit dem völligen Überwinden der Formwahrnehmung, mit dem Verschwinden der Wahrnehmung der Sinneseinwirkung, mit Nichtbeachtung der Vielheitswahrnehmung, indem sich der Bhikkhu vergegenwärtigt ,Raum ist unendlich‘, tritt er in das Gebiet der Raumunendlichkeit ein und verweilt darin. Man sagt, dieser Bhikkhu habe Màra geblendet, er sei für den Bösen unsichtbar geworden, indem er das Auge Màras seiner Gelegenheit beraubt hat.“
    17. „Wiederum, mit dem völligen Überwinden des Gebiets der Raumunendlichkeit, indem sich der Bhikkhu vergegenwärtigt ,Bewußtsein ist unendlich‘, tritt er in das Gebiet der Bewußtseinsunendlichkeit ein und verweilt darin. Man sagt, dieser Bhikkhu habe Màra geblendet, er sei für den Bösen unsichtbar geworden, indem er das Auge Màras seiner Gelegenheit beraubt hat.“
    18. „Wiederum, mit dem völligen Überwinden des Gebiets der Bewußtseinsunendlichkeit, indem sich der Bhikkhu vergegenwärtigt ,da ist nichts‘, tritt er in das Gebiet der Nichtsheit ein und verweilt darin. Man sagt, dieser Bhikkhu habe Màra geblendet, er sei für den Bösen unsichtbar geworden, indem er das Auge Màras seiner Gelegenheit beraubt hat.“
    19. „Wiederum, mit dem völligen Überwinden des Gebiets der Nichtsheit tritt der Bhikkhu in das Gebiet von Weder-Wahrnehmung-Noch-Nichtwahrnehmung ein und verweilt darin. Man sagt, dieser Bhikkhu habe Màra geblendet, er sei für den Bösen unsichtbar geworden, indem er das Auge Màras seiner Gelegenheit beraubt hat.“
    20. „Wiederum, mit dem völligen Überwinden des Gebiets von Weder-Wahrnehmung-Noch-Nichtwahrnehmung tritt der Bhikkhu in das Aufhören von Wahrnehmung und Gefühl ein und verweilt darin. Und seine Triebe sind vernichtet durch sein Sehen mit Weisheit. Man sagt, dieser Bhikkhu habe Màra geblendet, er sei für den Bösen unsichtbar geworden, indem er das Auge Màras seiner Gelegenheit beraubt hat, und er habe die Verstrickung in die Welt hinter sich gelassen 5).“ Das ist es, was der Erhabene sagte. Die Bhikkhus waren zufrieden und entzückt über die Worte des Erhabenen.

  • Zufluchtnahme und der Laie im Alltag

    • peema
    • 16. November 2011 um 08:22

    Vielen Dank Monika für Deine ausführliche Antwort an Jan - ich habe genau diese Worte gerade auch dringend gebraucht! LG peema

  • Eure buddhistischen Erkenntnisse...

    • peema
    • 11. November 2011 um 19:16

    Ganz aktuell habe ich erkannt, dass etwas, was ich bislang nur theoretisch "erfasst" habe (Krankheit), nun, da es mich in den letzten Wochen plötzlich, einschneidend und langfristig getroffen hat, eine ganz andere, unmittelbarere Erfahrung ist. Dabei ist der bisherige "theoretische" Gedanke - Krankheit ist leidvoll- plötzlich so in dieser "einspurigen Sichtweise" für mich nicht mehr ganz stimmig. Ich erfahre Krankheit auch als Prozess und als Katalysator, der mich viel direkter als bisher zu Erkenntnissen über mich, das abhängige Bestehen der Dinge, das Los-lassen usw. führt. Mit anderen Worten: Ich erkenne gerade, dass eine "erlebte" Wahrheit eine ganz eigene Qualität hat.

    Liebe Grüße

    peema (die jetzt wohl wieder häufiger mitschreibt)

  • D22. Mahāsatipatthāna Sutta, Die Grundlagen der Achtsamkeit

    • peema
    • 19. September 2011 um 08:58

    Achtsamkeit üben, indem ich mich auf bestimmte Aspekte des in dieser Sutta vorgestellten Übungsweges konzentriere (im Alltag, aber auch z.B. im letzten Urlaub sehr intensiv) ist etwas, was für mich eine sehr große Bedeutung hat. Um was es mir hier geht, ist die Aussage in dem hier wiedergegebenen Text:
    "Wahrlich, ihr Mönche, wer auch immer diese vier Grundlagen der Achtsamkeit derart für sieben Jahre übt, bei dem ist eines von zwei Ergebnissen zu erwarten: entweder die (höchste) Erkenntnis bei Lebzeiten oder, wenn noch ein Haftensrest da ist, die Nichtwiederkehr."

    Es wird in dieser Sutta eben nicht davon gesprochen, dass dieselben Ergebnisse zu erzielen sind, wenn man sich z.B. nur auf zwei der vier Grundlagen der Achtsamkeit beschränkt (und sich dabei dort evtl. auch wieder nur auf einige Aspekte beschränkt). In meinem jetzigen "häuslichen" Leben werde ich eine so umfassende Übung, wie hier beschrieben, nicht praktizieren können. Was bedeutet dies in der Folge? Sind die in der Sutta beschriebenen zwei Ergebnisse dann auch zu erlangen?

    "Wie blau-behalster Pfau, sich in die Lüfte hebend,
    Niemals erreichen kann des Schwanes Schnelligkeit,
    So kann ein Hausner nicht dem Mönch es gleich tun,
    Dem Muni, der in Waldestiefen einsam sinnt."

    Sutta Nipata 221,
    http://www.palikanon.com/khuddaka/sn/sn_i12_221.html


    Liebe Grüße peema

  • D22. Mahāsatipatthāna Sutta, Die Grundlagen der Achtsamkeit

    • peema
    • 17. September 2011 um 09:15

    Zunächst einmal vielen Dank für diesen Text. Ich merke beim Lesen dieser Sutta jedes Mal, dass ich die darin enthaltenenen Grundwahrheiten/-darlegungen immer tiefer verstehen kann (und dass es sich deshalb "lohnt", vermeintlich schon bekannte Texte immer wieder zu lesen).

    Beim Lesen dieser Textstelle bemerke ich allerdings immer wieder (auch heute), wie mich die Gesamtheit der Übungsanweisungen "erschlägt". Wer sollte als Laie (eingebunden in die täglichen Verpflichtungen) tatsächlich dahin kommen, diese vier Grundlagen der Achtsamkeit sieben Jahre oder aber auch nur einen halben Monat "derart zu üben"? Tatsächlich ist diese Lehrrede ja auch ausschließlich an die Mönche (und nicht an die Bevölkerung -hier das Kuru-Volk- ) gehalten worden. Was bedeutet diese Sutta deshalb konkret für uns (als "Haushälter")?

    Liebe Grüße peema

  • Rechtes Denken

    • peema
    • 4. September 2011 um 09:28

    Guten Morgen,
    erst einmal möchte ich mich für alle Beiträge, die sich auf meine Eingangsfrage bezogen, bedanken (natürlich auch für die von TMinyur: Ich kann hierzu noch nicht viel schreiben; tatsächlich gehören ja Achtsamkeit und Meditation zum achtfachen Pfad, nicht jedoch explizit Metta und Mitgefühl. Meditation auf Beides gehört ja aber –wie Dorje Sema unter Verweis auf Majjhima Nikāya 62 schrieb- zur Praxis ).

    Was ich gerne verstehen/wissen würde:
    1. Was genau ist dann Rechtes Denken (auch: rechte Gesinnung, rechte Absicht, rechter Entschluss: Samma Sankappa)?
    2. Wie ist dies zu entwickeln (nach meiner Erfahrung –so wie es auch Monika geschrieben hat- ist ein wichtiger „Pfeiler“ die Achtsamkeitspraxis). Wie seht/erlebt Ihr dies? Was gehört noch dazu?

    Liebe Grüße

    peema

  • Rechtes Denken

    • peema
    • 3. September 2011 um 13:01

    Die Grundlage für rechtes Reden und rechtes Handeln ist rechtes Denken. Doch was genau ist rechtes Denken und wie übt man es ein? Thich Nhat Hanh hat formuliert:"Rechtes Denken ist das Denken, dass durch Mitgefühl und Verstehen zustande kommt. Denken, das Mitgefühl und Verstehen nicht beinhaltet, ist kein Rechtes Denken, so die Buddhistische Lehre". Mitgefühl und Verstehen aber wird entwickelt u.a. durch rechte Achtsamkeit und Medition.

    Ich persönlich merke - je mehr ich gerade im Alltag versuche achtsam zu sein- das der Dreh- und Angelpunkt bei mir das oftmals "falsche" Denken ist. Leider bemerke ich dies häufig erst hinterher -nachdem ich entweder mal wieder in einem längeren Gedankenkarussel gefangen war oder ich sogar aufgrund dieses Denkens Dinge gesagt/gemacht habe, die dem "rechten Reden"/"rechten Handeln" widersprechen.

    Reicht es hinsichtlich des "rechten Denkens" aus, Achtsamkeit/Meditation/Mitgefühl immer weiter zu kultivieren und das "rechte Denken" stellt sich dann sozusagen von selbst ein (z.B. weil man seine eigenen Gedanken immer genauer und früher registriert?).

    Über einen Austausch freut sich und ein sonniges Wochenende wünscht

    peema

  • Immer wieder Rückschläge

    • peema
    • 31. August 2011 um 10:46
    Matthias65:

    Vielen Dank @ Alle für die mutmachenden und zum Teil kritischen Bemerkungen !!!

    Ich bin (auch selbstkritisch) mit vielem einverstanden was ihr geschrieben habt.

    Mit einer Ausnahme und zwar zum Thema "Idealismus". Ich denke schon, dass viel Idealismus dazu gehört, in einer konsumorientierten und materiellen Gesellschaft gewissermaßen gegen den Strom zu schwimmen und zu versuchen, "buddhistische Ideale" eben auch praktisch umzusetzen. Wie kann ich mein Herz erweitern, ohne dass ich Träume habe ?

    P.S. Christiane, Du glaubst gar nicht wie temperamentvoll Schildkröten sein können !!!!!!!!!!!!!! :)

    Hallo Matthias,

    genauso wie in schon so manchen Beiträgen hier angesprochen habe ich die Erfahrung gemacht, dass Achtsamkeit das beste Mittel ist, "Rückschläge" zum einen überhaupt zu registrieren und zum anderen durch das Registrieren gaaanz langsam Veränderungen zuzulassen (meist durch Loslassen). Hierdurch kann eine Art der Freude (piti) entstehen, die zwar auch nur temporär ist (dessen versuche ich mir dann ebenfalls bewußt zu werden), die mir aber hilft, weiter voranzugehen. Insofern stimme ich Dir zu, dass es (zumindest am Anfang) einer positiven Motivation braucht, um den für sich erkannten Weg gehen zu können; doch nach meinem Erleben kommt diese Kraft eben z.B. aus der Achtsamkeit/Meditation/Änderung bestimmter Gewohnheiten und nicht aus der Abgrenzung zur "Welt da draußen". Liebe Grüße peema

  • Achtsamkeit im Gespräch

    • peema
    • 8. August 2011 um 14:45

    Vielen Dank für Eure Antworten. Aufgrund eines gestrigen Vorfalls, bei dem ich dies: "Reden ist Silber, Schweigen ist Gold" wider besseren Wissens ganz außer acht gelassen habe und hiermit: "Da macht es sich gut, erst die Spannung loszulassen, bevor es zur Aufmerksamkeit zurück geht. Sonst wird die Spannung mit genommen" bestimmt besser gefahren wäre, ist das Thema "Gespräche mit anderen" heute sehr aktuell für mich. Eure Beiträge sind da sehr hilfreich für mich!

    LG peema

  • Achtsamkeit im Gespräch

    • peema
    • 8. August 2011 um 09:56

    Guten Morgen,

    ein Thema, das in meinem Alltag immer wieder von Bedeutung ist und mit dem ich mich immer wieder beschäftige ist die Thematik: Wie bleibe ich während eines Gesprächs - gerade in größerer Runde, in der Argumente und Themen rasch aufeinander folgen- achtsam (und lasse mich nicht dazu verleiten, Dinge zu äußern, die ich eigentlich nicht bzw. so nicht sagen möchte). Achtsamkeit bei körperlichen Tätigkeiten zu üben, fällt (zumindest mir) wesentlich leichter, da ich dann meine Gedanken registrieren kann. Aber an einem lebhaften Gespräch kann ich nicht wirklich achtsam teilnehmen: Für mich persönlich gibt es da nur die Möglichkeiten, entweder relativ schweigend als Beobachterin teilzunehmen - oder aber so überlegt und mit Pausen zu antworten, dass meine Äußerungen bei den anderen Gesprächsteilnehmer zeitlich verzögert ankommen. Was sind hier Eure Erfahrungen? LG peema

  • Der Diskriminierende Geist

    • peema
    • 11. Juli 2011 um 10:07

    Ja, Monika, es stimmt: Wenn ich wirklich die Zeit habe, in "einem Stück" eine Arbeit zu erledigen, wenn ich also z.B. eine Stunde wirklich Zeit habe, ein Schriftstück anzufertigen und ich dabei nicht von Telefonaten etc. gestört werde, dann kann ich mich wirklich ganz auf eine Sache konzentrieren, bin ganz mit meinem Tun verbunden, verspüre mehr Energie als vorher (obwohl ich dieses konzentrierte Ein-Sein mit meinem Tun als etwas anderes erlebe als das Leersein, dass sich in der Meditation einstellt - in der Meditation kann ich erkennen: "Dies ist ein Gedanke" und ihn dann ziehen lassen. Beim konzentrierten Arbeiten habe ich diese innere Distanz nicht; ich habe dann eher das Gefühl, das Denken "zu sein").

    Mein "Rätsel" entsteht vor allem dann, wenn ich -von außen bedingt- leider nicht die Zeit habe, in Ruhe nachzudenken, sondern unter Zeitdruck sehr schnell sehr verschiedene Dinge hintereinander "wegarbeiten" muss - dann gerät der "Affe" leider immer mal wieder außer Rand und Band...

    LG peema

  • Der Diskriminierende Geist

    • peema
    • 11. Juli 2011 um 09:33

    "Gefühle sind bloß Gefühle, Gedanken sind bloß Gedanken" - hier am Computer im "Buddhaland", in stillen Meditationszeiten und bei einfachen, alltäglichen Verrichtungen (Geschirrspülen, im Garten arbeiten etc.) komme ich auch stückchenweise immer mehr dahinter.... Aber eingebunden in meinem Beruf, den ich ohne ständiges (Nach-)denken nicht ausüben könnte, ist es mir immer wieder ein Rätsel, wie ich -gerade wenn ich verschiedene Dinge termingebunden zu erledigen habe- den "Affen" ignorieren lernen kann.

    Liebe Grüße peema

  • Kreation und Gewohnheit

    • peema
    • 10. Juli 2011 um 20:34

    Und nicht selten hat man sich lange danach gesehnt, "dass von außen wenig kommt"; man hat sich darum bemüht und es ist vielleicht gelungen, sich aus der äußeren Geschäftigkeit sehr weit zurückzuziehen. Man ist eigentlich genau da, wo man sein möchte, um achtsam und gesammelt seinen Weg (weiter) gehen zu können. Und dann "tuts im Innern mächtig weben" - und man streckt seine Fühler wieder weit nach außen, ist nach kurzer Zeit wieder genau am (geschäftigen) Ausgangspunkt angekommen - und der Kreislauf beginnt von vorne. Doch vielleicht scheint dies auch nur so? Mir kommt es so vor, als würde ich das "Fühler ausstrecken" jedes Mal eher bemerken; als würde ich nicht jedes Mal ganz so weit zurückfallen wie zuvor. So kann der Kreislauf vielleicht auch zu einer Spirale werden, bei der sich zwar die gewohnheitsmäßigen Abläufe wiederholen - jedoch jedesmal auf einer anderen Ebene (bis sie dann hoffentlich einmal ganz losgelassen werden können).

  • Der große "4 unermesslichen ???" Beschreibungswettkrampf

    • peema
    • 19. Juni 2011 um 18:10
    monikamarie:
    sumedhâ:


    ...
    ent-wickeln hat nichts mit wachstum zu tun, es ist alles da und das nicht nur in einem "keim" der erst zum wachstum angeregt und dann gepflegt werden muss, es muss nur ent-wickelt , freigelegt werden

    unter entwickeln hab ich bis jetzt eher etwas verstanden: etwas das von da, nach dort einen fortschritt macht, wir entwickeln eine idee, ein produkt, der embrio entwickelt sich zum fötus u.s.w.
    wir machen anscheinend aus "nichts" etwas!!! im buddhistischen sinne entwickeln wir die "verblendung" damit wir dann haben was zu ent-wickeln...
    ...

    Ja, sumedha, so verstehe ich das auch - ent-wickelt wie ein Negativ im Fixierbad :lol: . Es ist schon alles da. Der Embrio trägt ja schon den Bauplan in sich. Genauso wie wir erst alles aufbauen, um es dann wieder abzureißen. Deshalb die Aussage von Buddha: "Architekt bau Dein Haus nicht wieder auf!" Mit anderen Worten, er hat vorher was aufgebaut, sein Leben nämlich samt Verblendung bis zum Wachwerden, und dann baute er diese Verblendung wieder ab bzw. sie fiel von ihm ab.
    So jedenfalls meine Sicht bis heute. Mal sehn, wann die sich ändert und weiter-ent-wickelt?
    _()_ Monika

    Alles anzeigen


    So wie Ihr erfasse ich es (heute abend) auch. Wir "sehen" und "fühlen" zwar schon heute z.B. Metta-wenn auch noch sehr verzerrt und jeder aufgrund seinem "persönlichen Grad an Verblendung" anders. Mit Hilfe u.a. des 8-fachen Pfades haben wir die Möglichkeit, Metta immer weiter aus seiner von geschaffenen "Verwicklung" zu befreien. Liebe Grüße peema

  • Der große "4 unermesslichen ???" Beschreibungswettkrampf

    • peema
    • 19. Juni 2011 um 09:09

    Hallo Hanzze,

    kann man metta, karuna, mudita und upekkha wirklich beschreiben, solange (wie z.B. auch bei mir) noch Anhaftung und Gier vorhanden sind? "Versteht" und "erlebt" man diese Begriffe/Zustände dann nicht immer noch wie durch eine Zerrbrille?

    Bei dieser Gelegenheit vielen Dank für Deine vielen Beiträge und Denkanstöße in diesem Forum! :D

    Liebe Grüße peema

  • Ehrenamt und Buddhimus

    • peema
    • 19. Juni 2011 um 08:54

    Danke Monika für Deine Antwort. Interessanterweise habe ich im Strang: Der große „4 unermeßlichen ???“ Beschreibungswettkrampf folgenden Beitrag von Onda (17.06.2011) gefunden: " Ānanda, ein Bhikkhu zeichnet sich nicht aus, indem er Geselligkeit liebt, indem er sich mit Geselligkeit vergnügt, indem er sich der Vorliebe für Geselligkeit hingibt, indem er Gesellschaft liebt, indem er sich mit Gesellschaft vergnügt, indem er sich über Gesellschaft freut. In der Tat, Ānanda, es ist nicht möglich, daß ein Bhikkhu, der Geselligkeit liebt, der sich mit Geselligkeit vergnügt, der sich der Vorliebe für Geselligkeit hingibt, der Gesellschaft liebt, der sich mit Gesellschaft vergnügt, der sich über Gesellschaft freut, jemals nach Belieben, ohne Problem oder Schwierigkeit, die Glückseligkeit der Entsagung, die Glückseligkeit der Abgeschiedenheit, die Glückseligkeit des Friedens, die Glückseligkeit der Erleuchtung erlangen wird. Es kann aber erwartet werden, daß ein Bhikkhu, wenn er allein, von der Gesellschaft zurückgezogen lebt, nach Belieben, ohne Problem oder Schwierigkeit, die Glückseligkeit der Entsagung, die Glückseligkeit der Abgeschiedenheit, die Glückseligkeit des Friedens, die Glückseligkeit der Erleuchtung erlangen wird [1]."

    Die Beschäftigung mit Politik führt immer dazu, dass man in häufiger Gesellschaft mit sehr vielen Menschen ist und sich darin -auch wenn es so anfangs nicht beabsichtigt war- darin "verzetteln" kann. Es gehört schon sehr viel innere Gelassenheit dazu, aktiv in diesem Bereich mitzuwirken, ohne sich innerlich in irgendeiner Form zu binden. Ich werde hier die nächsten Tage noch sehr viel überlegen/meditieren.....

    Einen schönen Sonntag wünscht peema

  • Ehrenamt und Buddhimus

    • peema
    • 18. Juni 2011 um 18:18
    Losang Lamo:
    void:

    ...

    Um Ehre und Amt geht es nicht im geringsten sondern um den Dienst am anderen.


    Besonders, weil man sowieso nicht dafür "geehrt" wird in unserer Gesellschaft. Man macht es einfach, weil es jemand machen muss - und dann kann man sich freuen, dass es jemand gemacht hat. :lol:
    Die Fähigkeit, einem das zu danken, haben nach meiner Erfahrung nur ganz wenige, liebevolle, herzensentwickelte Menschen. Davon laufen nicht so viele herum. 8)
    Ehrenamtliche Tätigkeit ist also nichts für Wichtigtuer und Dankbarkeitserwarter. So gesehen - voll buddhistisch. :)

    Hallo alle zusammen,

    aus gegebenen Anlaß greife ich dieses Thema einmal wieder auf: in unserer kleinen Gemeinde bin ich punktuell immer mal wieder kommunalpolitisch "in Erscheinung getreten". Bislang habe ich mich allerdings noch nicht kontinuierlich (partei)politisch gebunden - ich kann mich nach Bedarf also immer wieder zurückziehen. Dieses Zurückziehen fand ich bisher auch für mich immer sehr wichtig, da ich gerade in Zeiten großen Engagements merkte, dass ich Abstand brauche, da ich ansonsten von den verschiedenen Eindrücken, Meinungen etc. gleichsam "mitgerissen" werde und mich von einer gelassenen Grundhaltung noch weiter entferne. Nun bin ich von sehr engagierten Menschen hier im Ort angesprochen worden, welche meinten, dass ich aufgrund bestimmter (beruflich erlangter) Kenntnisse gerade für die Menschen hier vor Ort viel tun könne und dass es sehr schade sei, wenn ich mich immer nur kurz an gerade aktuellen Diskussionen beteilige. Nun bin ich dabei, alles neu zu überdenken: Kommunalpolitisch tätig würde ich aus der Motivation werden, etwas für die Menschen in meinem Umfeld zu tun - und damit nicht aus Gründen, mich selbst als "wichtig" oder "Dankbarkeit erwartend" zu sehen. Insoweit sehe ich hier auch keinen Widerspruch zwischen "Ehrenamt" und "Buddhismus". Allerdings sehe ich für mich die Gefahr, nicht den nötigen inneren Abstand zu einer derartigen Tätigkeit zu haben (es gibt in diesem Bereich doch immer sehr viele -nicht sachorierentierte- zwischenmenschliche "Scharmützel"). Gibt es in diesem Forum vielleicht jemanden, der politisch aktiv ist und diese Tätigkeit mit seinem buddhistischen Weg (gerade was die Frage der "Gelassenheit" angeht) in Übereinstimmung bringen kann? Oder hat jemand entsprechend negative Erfahrungen gemacht? Über Antworten freue ich mich! Liebe Grüße peema

  • Nibbana und der Pfad

    • peema
    • 9. Juni 2011 um 08:31

    Danke für den Text! Ich benötige immer wieder ein "back to the roots", um das Wesentliche nicht aus den Augen zu verlieren und mein Alltagsleben immer wieder neu zu überdenken und auszurichten. Einen wunderschönen Tag wünscht peema

  • Wie man sich freundlich verhält, wenn man sich nicht freun..

    • peema
    • 24. Mai 2011 um 09:03

    Ich versuche in Situationen, in denen ich entweder generell "miesepetrig" gestimmt bin oder in denen ich in Bezug auf andere Menschen nicht ganz so freundliche Gefühle habe, mich -und sei es nur für ein ganz paar Minuten- zurückzuziehen und zu spüren, was genau ich fühle und wie diese Gefühle entstanden sind. Meistens hilft mir dies schon, meine Gefühle mit Abstand wahrzunehmen - ich kann dann meinen Mitmenschen gelassener gegenübertreten; entweder durch nicht reagieren (also z.B. "Klappe halten") oder durch bewussteres Reden/Handeln. Da ich generell (leider) nicht sehr schweigsam bin, dürfte es von meiner Umwelt auch nicht als negativ gewertet werden, wenn ich mal etwas ruhiger nach außen auftrete....

    Ich arbeite aber vor allem auch noch daran, das Auftreten "unfreundlicher" Gefühle noch rechtzeitiger zu bemerken, damit diese sich nicht so "auftürmen" können. Dies bedeutet aber, den Alltag achtsam zu leben - für mich in vielen Situationen immer wieder eine Herausforderung!

    LG peema

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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