Das stimmt alles, aber nichts...
für die "absolute Wahrheit", und genau darum es geht hier, oder?
Wenn man schaut, wo der Begriff "Wahrheit" herkommt, dann bezeichnet er etwas, dem man vertrauen kann. Also einen wie ein Wegweiser in die richtige Richtung führt. Eine "Wahrheit" ist also so etwas ähnliches wie ein Mittel.
In einem anderen Thread wurde angeführt, dass es auch im Thervada ( in der Waldtradition) das Mantra "Buddho" gibt. In einem Mantra wird Sprache sehr anders verwendet als bei einem "sprechen über". Das Mantra ist ein Mittel um in ihm Vertrauen zu Buddha auszudrücken und als solches kann es ein Mittel hin zu Buddha sein - und als solches ist es ein Ausdruck des Buddhadharma.
Wenn man Mantra, Ritual oder den Körper als Sprache mieinbezieht um den Dharma zu transportieren, dann ist das sicher eine "tiefe" Ebene - aber ist es deswegen eine "letzendlicher Ebene"?
Eine andere Herangehnsweise ist, dass die zwei Wahrheiten einerseits die Welt aus verblendeten Sicht und andererseits aus der Sicht eines Erwachten beschreiben. Und weil die Lehhreden ja an verblendete Wesen gerichtet sind, verwenden sie eine normale Sprache. Während es aber dann wieder Situationen gibt, in denen sich die befreite Sicht mit ihrer ganz anderen Herangehnsweise ausdrückt. Eine letzendlicher Ebene wäre also alles in dem sich in unserer Welt die Sicht und das Wesen eines Buddha ausdrückt. Aber was zählt man da dazu?
Ich denke, dass die Unterscheidung zwischen relativer und letzendlicher Wahrheit strukturell nahe an der Unterscheidung zwischen Profanen und Heiligen ist.
Und da wird man wohl auch in vielen Thervada-Ländern buddhistisches "Heiliges" finden. Heilige Reliquien. Heilige Lehrer, heilige Orte. Als Buddha Shakyamuni starb wurden seine Reliquien zur Verehrung verteilt:
Nach dem Tode des Buddha wurden die Asche und Knochenreste an die Abgesandten verschiedener Stämme verteilt, und diese errichteten dafür auf ihrem Gebiet insgesamt zehn "Schreine" (Stupa: Kuppelmal). Auch König Ajatasattu von Magadha errichtete ein solches Kuppelmal, und zwar auf der Felsenburg bei seiner Hauptstadt Rājagaham. Diesem Kuppelmal erwies er sieben Jahre, sieben Monate und sieben Tage Verehrung, d.h. solange er noch lebte. Er wurde, so wie er seinen Vater ermordet hatte, von seinem Sohn ermordet.
Die meisten seiner Untertanen eiferten ihm nach und erwiesen dem Kuppelmal des Buddha ebenfalls ihre Verehrung, doch gab es auch einige tausend Ungläubiger, die vom Buddha nichts wissen wollten und über den Reliquienkult lachten. Unter ihnen war auch ein steinreicher Hausvater in Rājagaham. Eines Tages sah er, wie seine Frau, seine Tochter und Schwiegertochter, die alle Anhänger des Buddha waren, gläubigen Herzens mit Blumen, Duftstoffen und anderen Gaben zum Schrein ziehen wollten. Er aber äußerte verächtlich: "Was soll's, diese Knochen zu verehren?", und er wollte sie davon abhalten. Sie aber ließen sich nicht hindern und gingen zum Kuppelmal, diesmal und weiterhin. Diese drei Frauen erkrankten bald und wurden dann in der Götterwelt wiedergeboren, der Hausvater aber später als ein höllennahes Gespenst
Der Fehler des Reliquienverächter bestand wohl darin, dass er eben nicht anerkannte, dass die Knochen auch so ihre Sprache hatten. Eine "nicht rational" Sprache des Heiligen. Über den Reliquien türmten sich die Stupas und aus den Stupas wurden heilige Orte zu denen die Pilger zogen.
Vielleicht ist "Verträumt" ein guter Ausdruck. Die Frau die Tochter und die Schwiegertochter haben so eine fromme "träumetische" Haltung zu den Knochen während der Hausvater eine nüchterne, kritische Haltung hat.