Philipp, ich möchte dir nichts unterstellen, aber ich sehe bei deinen Beiträgen eine Dynamik, die ich problematisch finde. Psychische Erkrankungen und insbesondere Psychosen müssen nicht dauerhaft vorhanden sein. Ein Mensch kann zwischen völlig unauffälligen Phasen und deutlich veränderten Wahrnehmungs- oder Denkweisen wechseln. Deshalb bedeutet „Du wirkst gerade rational“ auch nicht automatisch, dass eine psychische Problematik ausgeschlossen ist.
Was mich bei dir eher nachdenklich macht, ist deine sehr grundlegende Ablehnung psychiatrischer Erklärungen. Wenn praktisch jede psychiatrische Einordnung von vornherein als falsch, unwissenschaftlich oder Ausdruck eines fehlerhaften Systems betrachtet wird, wird es schwierig, die eigene Position noch ernsthaft überprüfen zu lassen.
Auch bei KI sehe ich eine Gefahr: Eine KI kann aus den unterschiedlichsten philosophischen, buddhistischen, daoistischen oder naturwissenschaftlichen Gedanken eine sehr überzeugend klingende Argumentation zusammenbauen. Dass sich etwas logisch anhört, bedeutet aber noch lange nicht, dass die zugrunde liegenden Annahmen stimmen. Man kann sich damit ungewollt ein geschlossenes Weltbild bauen, in dem letztlich jede Gegenargumentation wieder passend erklärt werden kann.
Genau deshalb halte ich es für wichtig, zwei Dinge gleichzeitig zuzulassen: Du darfst die Psychiatrie massiv kritisieren, und trotzdem kann eine psychische Erkrankung oder Psychose real sein. Das eine schließt das andere nicht aus.
Mir geht es nicht darum, dir deine Erfahrungen abzusprechen. Im Gegenteil: Ich finde, man sollte sie ernst nehmen. Aber gerade dann sollte man auch offen dafür bleiben, dass die eigene Interpretation dieser Erfahrungen möglicherweise nicht vollständig richtig ist.