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  2. Bebop

Beiträge von Bebop

  • Buddhistische Werte vs. AfD

    • Bebop
    • 4. Dezember 2025 um 13:15
    void:

    , ich hatte das eher als Feststellung gesehen.

    void:

    Viele Menschen haben ja wie du Angst, dass sich das was man in den letzten Jahren als normale Politik gemacht hat, ins Verderben führt, und sich Renten, Sozialstaat als nicht mehr finanzierbar heraus stellen

    Das ist weniger Angst, sondern das habe ich "eher als Feststellung gesehen."


    Das treffende Beispiel ist Polen, nicht Ungarn. Klare Kante gegen Russland und Migranten, deutlich weniger Gewaltstraftaten.

  • Buddhistische Werte vs. AfD

    • Bebop
    • 2. Dezember 2025 um 18:04

    Ich werde diese Beiträge gnadenlos sezieren. Es geht hier darum, eine bestimmte politische Meinung mittels Buddhismus zu stützen, nicht um einen tatsächlichen Abgleich dessen, was passiert ist.


    Zitat

    all das, was im Buddhismus grundlegend ist – wird von der AfD regelmäßig mit Füßen getreten.

    Das herausragende Ereignis bei dieser Gründungsveranstaltung war die Gewalt von Linken. 50 verletzte Polizisten, Blockaden von Rettungswegen etc. Regelmäßig wird also von Linksextremen buddhistische Ethik (oder Polizisten usw.) mit Füßen getreten. In der Rhetorik von KarmaHausmeister findet bereits eine Verschiebung der tatsächlichen Ereignisse dort statt.


    Zitat

    Wer in Not ist, wird zur Bedrohung erklärt.

    Zur Bedrohung erklärt werden Gewalttäter, nicht diejenigen, die von ihnen in Not gebracht werden.

    Zitat

    Die AfD lebt davon, Angst zu produzieren. Sie funktioniert nur, wenn Menschen sich bedroht fühlen

    Im Gegenteil will die AfD Angst vor Russland nehmen. Hingegen haben die regierenden Parteien während Corona massiv Angst geschürt, Frau Merkel ist auf die Panik nach Fukushima aufgesprungen usw. Es ist nicht zu erkennen, dass andere Parteien weniger mit Angst arbeiten, sie haben sogar perfide die Unwissenheit der Bevölkerung (etwa zu Viren, der Sicherheit von Atomkraftwerken usw.) ausgenutzt.


    Die AfD bekommt deshalb Zulauf, weil sie die tatsächlichen und nicht künstlich erzeugten Ängste der Bevölkerung am besten thematisiert. Das ist der Alltag z. B. von Menschen, die nachts durch Großstädte ziehen, insbesondere von Frauen, oder auch durch kleinere Städte, in denen sie sich nicht mehr heimisch fühlen.

    Zitat

    Ein Buddhist kann deshalb nie ein AFD-Sympathisant sein!

    Das liest sich bestenfalls wie ein kindisches Manifest für mich. Ein Buddhist kann alles sein, wenn er dafür gute Gründe findet. Mich kotzt eher an, dass man die Liberalen geschasst hat, die noch am ehesten für das stehen könnten, was man im Buddhismus einen mittleren Pfad nennen könnte. Aber auch das ist nur eine Meinung.


    Alle in diesem Kurz-Manifest genannten Argumente kann man auch den Grünen und anderen Parteien vorwerfen, Nicht-Loslassen von weitgehend abgelehnten Ideen (Heizungsgesetz), Angstmache (Impfpflicht), Abgrenzung (Russland, China), Spaltung (Migration).


    Interessant ist dabei, dass man die Linke kaum dafür gewinnen könnte, die Ukraine endlich mit Taurus auszustatten und Trump so unter Druck zu setzen, dass sie tatsächlich mit US-Hilfe ihre Gebiete zurückerobern kann. Ja, da regt sich gleich vehementer Widerspruch, aber diese Idee soll hier nur exemplarisch zeigen, wie vielfältig die Meinungen sind und auseinandergehen, und dass ja eigentlich hier die Rechten weniger faschistisch agieren mit ihrer Sympathie für Russland (verkehrte Welt?) als Grüne, Sozialisten, Konservative und manche Liberale. So komplex ist die Angelegenheit geworden. Da nun auch Merz enttäuscht (keine Festnahme Netanyahus z.B.), kann ich mir nur vorstellen, dass die AfD, nachdem alle anderen den Karren an die Wand gefahren haben (in ca. 5 Jahren ist unser Sozialstaat am Abnippeln, wenn nix passiert) vielen als letzte Hoffnung gilt. Das ist auch für mich eher tragisch, aber das Versagen der anderen zu offensichtlich, und ihre unfassbare Feigheit und Halbherzigkeit (zu Zeiten der Masseneinwanderung, in Bezug auf Corona und die Ukraine).

    Zitat

    Wenn eine Partei systematisch Gruppenwürde relativiert

    Das geschah kürzlich durch Sätze wie "Pandemie der Ungeimpften". In sozialen Medien findet man Zusammenschnitte all derer, die durch die etablierte Parteienlandschaft hinweg eine solche Ausgrenzung vornahmen und sich verschätzten, bis hin zu den hinzugezogenen Experten (Drosten, Statistiker usw.).


    Wie gesagt, all das nur meine kurz gefassten Ansichten, aber ich sehe mich da nicht als Zen-Praktizierender im Widerspruch. Meine Aufgabe ist in dieser Weltlage, mich zu fragen, wie ich bei all dem meine Geistesruhe bewahre und mich ggf. effektiv einbringen kann. Weniger, irgendwelche Leute ins Aus zu schreiben, die noch keine Chance hatten, wirklich zu zeigen, ob sie es können. Bei der italienischen PM hat man sich bereits getäuscht, Urban aus Ungarn hat immerhin den Mut, als einziger aufzustehen - Mut ist nicht die Sache unserer Politiker gewesen, und vielleicht auch eher bei den Samurai als den reinen Buddhisten zu finden.


    Void macht es mit seinen Gleichsetzungen nicht viel besser, unterstellt gleich Rechtsradikalität und dass die Einschränkung von Migration auch ein Vernachlässigen der Schwachen, Behinderten usw. bedeuten müsse. Dabei sind es die anderen Parteien, die unseren Sozialstaat in Gefahr gebracht haben.


    Und wenn mukti den Buddhisten definiert, kann man nur feststellen, dass es offenbar keinen in der Politik gibt bzw. sich das ausschließt. Und so steht es ja auch im Ordenskodex, man treffe sich nicht mit Mächtigen (d. h. Machtgierigen) länger als irgend nötig.

  • Dankbarkeit

    • Bebop
    • 22. November 2025 um 02:02
    Anna Panna-Sati:

    Das Leben "bietet" keine angeborenen oder gar garantierten Rechte, auf die Anspruch erhoben werden könnte.

    Doch. Diese Rechte hat sich die Menschheit erarbeitet. Sie sind bei der Geburt vorhanden, je nach Lokalität unterscheiden sie sich. Der Ausdruck "das Leben an sich" trifft es hier nicht, denn Rechte sind eine Erfindung von Menschen, nicht von Tieren, und zu Tieren spricht Muho nicht. Leider habe ich den Eindruck, dass trotz offensichtlichen Philosophie-Studiums (wenn ich mich da recht erinnere) Muhos Begriffswelt recht schwammig ist, und das ist mir in den letzten Jahren so deutlich geworden, dass ich schließlich auch darauf hinweisen musste. Was er meint, müsste er ausserdem dann selbst klarmachen. Denn vom Zen oder Buddhismus redet er da ebenfalls nicht, dort gibt es nämlich das "Recht auf Erleuchtung". Der Dharma macht keinen Sinn mit seinen Vorstellungen der Besonderheit, als Mensch geboren zu sein, wenn dieses Menschsein nicht mit einem jedem zugänglichen Anspruch auf Erleuchtung einherginge.


    Die Tatsache, dass es nicht mal ein Recht geben mag, gesund auf die Welt zu kommen, wird auch nicht zur Dankbarkeit führen, nämlich dann nicht, wenn man besonders krank ist. Wird z.B. ein Kind geboren mit einer Lebenserwartung von ein paar Monaten und unvorstellbarem Leiden, dann hat dieses Kind garantiert keine Chance zur Dankbarkeit, zum einen wegen des Leidens, zum anderen, weil es noch nicht alt genug ist zu reflektieren. Auch zu diesem Kind spricht Muho nicht.

  • Dankbarkeit

    • Bebop
    • 21. November 2025 um 03:09
    void:

    Auch aus uns könne man Schnitzel machen die recht ähnlich wie Schweineschitzel schmecken dürften.

    Ein wirklich fantastischer Satz! :lol:


    Worum es mir geht, ist, dass wir in der Gegenwart bereits Rechte längst verankert sehen, im Zuge unserer Evolution, die wir nun "haben". Es mag z.B . dem Grizzly egal sein, aber er hat kein Recht, uns zu töten, wir aber eines, ggf. ihn zu töten. Sobald wir Gorillas aber unser Recht auf Leben zugestehen, kann ein Harambe nicht mehr einfach erschossen werden, nur weil er ein Menschenkind an der Hand hält. D.h. unsere Menschenwelt befindet sich auf einer anderen Ebene als der, die Muho hier wohl von seiner Vorstellung, alles, was man denkt, seien "nur Gedanken", abstrahiert.

  • Dankbarkeit

    • Bebop
    • 20. November 2025 um 19:07
    Anna Panna-Sati:

    Muho (Zen-Meister) äußerte sich mal so: "Du hast das Recht auf gar nichts!"

    Was aber nicht stimmt. Wir haben angeborene und unveraeusserliche Rechte (Menschenrechte), und weil ich dafür so dankbar war, habe ich während COVID z.B. Merkel angezeigt, als sie diese aussetzen wollte. D.h. weil man diese Rechte hat, soll man sie ggf. verteidigen, was noch wichtiger als die Dankbarkeit ist.

  • Sex, Luxus, Korruption: Skandal bei buddhistischen Mönchen | auslandsjournal

    • Bebop
    • 20. November 2025 um 02:10

    Der Observer ist die älteste Sonntagszeitung der Welt und gehörte mal zur Guardian. Das zeigt, wie wenig man heute noch etablierten Medien vertrauen kann. Kürzlich führte Greenwald seine Naivität gegenüber Chomsky auf seinem YT-Kanal vor. Es ist erschreckend, wie weit es mit dem (investigativen) Journalismus gekommen ist.

  • Ist Erleuchtung im Chan möglicherweise nur ein künstliches Konzept?

    • Bebop
    • 18. November 2025 um 07:11
    Tai:

    Die alten Chinesen hatten eine bildliche Beschreibung dafür. Sie nannten es "sich ins Gras fallen lassen". Aus Mitleid mit seinen Schülern lässt sich ein Zen-Meister ins Gras (Grasgestrüpp der Illusionen) fallen, indem er unterscheidendes Denken hervorbringt, um anderen Wesen den Weg zur Befreiung zu weisen. Die Befreiungslehre selbst liegt dann aber wieder nur genau hier, genau jetzt, in dem einzigen Geist, den du hast, im Augenblick vor dem Denken, der unmittelbar gegebenen Soheit, dem Unbedingten.

    Ich finde es interessant - und exemplarisch - wie Du über Texte versuchst, die von Dir als nur scheinbar bezeichneten Widersprüche zu versöhnen.


    Zunächst stimmst Du der Definition zu, ein Bodhisattva sei nur einer, der nicht in Selbst und Andere unterscheidet. Dann sprichst Du von "Mitleid mit den Schülern", was eine Unterscheidung voraussetzt. Diese Unterscheidung beendet also den Bodhisattva-Zustand des Meisters. Er handelt nun NICHT mehr als Bodhisattva, nach der von Dir selbst zitierten Stelle dieser Version des Diamantsutras. Würde er keine der falschen Vorstellungen hegen, könnte er auch kein Mitleid empfinden. Was auch immer er hier tut, das kann nicht "Handeln als Bodhisattva" sein, d. h. ich rede von etwas anderem, von jemandem, dem klar ist, dass da ein anderer ist, und der seine "Befreiung", also die Erfahrung des "Augenblicks vor dem Denken" oder des "einzigen Geistes", die er irgendwann einmal gemacht hat, nur noch als die Grundlage nimmt, auf die er den anderen hinweist, damit dieser auch diese Befreiung erleben möge.


    Solange der Adept Befreiung im Sinne des Chan erfährt, als Erwachen, gibt es ja nichts zu tun. Darum meinte Dogen ja auch, Zazen sei Erwachen, weil es da auch nichts weiter zu tun gab, und die Welt schien in Ordnung. Um etwas zu tun, muss der Adept ein ganz gewöhnlicher Selbst und Anderer-Typ werden, d. h. er ist herausgefallen aus dem Erwachen, darum erzählt der Buddha des Palikanons danach auch so viel Unsinn (und auch der Buddha der Mahayana-Sutren). In meinem Verständnis wird er jedoch gerade dann erst zum Bodhisattva, wenn er den Buddha(Erwachten)-Thron verlässt, d. h. sich konkreten Alltagsproblemen (auch des anderen) stellt. Darum sind die bei Yongming genannten Beispiele (Straßenbau, Waisenversorgung etc.) nicht minder wichtig als dem anderen den spirituellen Weg zur Befreiung zu zeigen. Für diese Tätigkeiten ist es unabdingbar, dass man nicht nur so tut, als gäbe es den anderen, fühlende Wesen und eine Lebensspanne, sondern dass man davon zutiefst überzeugt ist und es ebenso "glaubt" wie das, was man als vor dem Denken entdeckt hat.

  • Sex, Luxus, Korruption: Skandal bei buddhistischen Mönchen | auslandsjournal

    • Bebop
    • 18. November 2025 um 05:47
    verrückter-narr:

    Das Ironische oder Skurrile an deinem Kommentar ist, dass der Shaolin Temple Europe und deren Hauptlehrer Shi Heng Yi in Otterberg gar nicht vom Shaolin-Kloster in China offiziell anerkannt wurde, was den Verantwortlichen in Otterberg jahrelang immer vorgeworfen wurde, insbesondere hier auch im Forum. Vielleicht ist dies dann doch ein Qualitätsmerkmal und kein Manko, nicht anerkannt zu sein.

    Nein. Denn man versucht ja in Otterberg seit Langem, durch die Hintertür sich an Shaolin anzuschliessen, hat Delegierte eingeladen, dieser SHY belegt den Fernkurs und zeigt sich mit dann dem gerade erworbenen 1. Schülergrad usw. Man kann also stattdessen sagen, dass sich das nichts gibt, man sollte verstehen, dass der Name Shaolin seit Dekaden in den Dreck gezogen wurde und wer sich damit schmückt eben wie ein Dreckspatz daherkommt. Ich will einzelnen Mönchen von dort nicht ihre aufrichtige Praxis absprechen, aber denen tut es im Grunde schon auch nicht mehr gut, dass sie sich von den Scharlatanen nicht trennen konnten. Da ich vor einiger Zeit dann auch mit jemandem, der sich dort sogar aufs Chan konzentrierte, Kontakt hatte, ist mir auch klar geworden, dass es selbst damit in dem Kloster nicht mehr weit her ist. Ein weiterer im Übrigen in den Fernkursen sehr aktiver Pole hat mir leere Versprechungen bzgl. eines Buches gemacht und dann einfach "geghostet". Ich hatte damals aber einen Plan B, weil ich mir das von Anfang an gedacht hatte - was zeigt, wie ich die Ausbildung dort einschätze, besonders in Bezug auf den Charakter. Das ist eine Kuh, die gemolken werden soll, nichts weiter.

  • Ist Erleuchtung im Chan möglicherweise nur ein künstliches Konzept?

    • Bebop
    • 17. November 2025 um 05:05
    Tai:
    Zitat

    Gute Männer oder gute Frauen, die den Geist der Anuttara-Samyak-Sambodhi erwecken, sollten so weilen und sie sollten ihren Geist so bezwingen.


    Diamant-Sutra, Kapitel 2

    Das Bezwingen des Geistes wird unmittelbar danach in Kapitel 3 ausgeführt und ist eben das bereits besprochene Nicht-Aufkommenlassen der vier Arten von Vorstellungen.

    Zitat

    Und warum? Subhuti, weil ein Bodhisattva, der die Vorstellung von einem Selbst, die Vorstellung von einer Person, die Vorstellung von einem fühlenden Wesen oder die Vorstellung von einer Lebensspanne hat, kein Bodhisattva ist.


    Diamant-Sutra, Kapitel 3

    Alles anzeigen

    Vielleicht kommen wir so der Sache tatsächlich näher. Der Buddha versteht hier den Bodhisattva nur dann als Bodhisattva, wenn er sich nicht eine Person oder ein fühlendes Wesen oder eine Lebensspanne vorstellt.


    Ich jedoch denke, der Bodhisattva der Bodhisattva-Gelübde und des Bodhisattva-Weges ist einer, der per Unterscheidungskraft eine ganz bewusste Vorstellung von einer Person, fühlenden Wesen und Lebensspannen hat. Anders kann er das Gelübde nicht in der Form erfüllen, wie sie die Beispiele bei Yongming darstellen. Der Bodhisattva, der im Diamantsutra beschrieben ist, entspricht dem, was später im Chan/Zen als totes Holz bezeichnet wurde. Denn seine Übung führt nicht zur Befreiung, die erst im Handeln mit einem bewussten Gegenüber sich manifestiert. Der von Dir bzw. dem Buddha beschriebene oder zitierte Bodhisattva ist dann bereits befreit, wenn er "in der Soheit weilt". Ich glaube nicht, dass dieser Bodhisattva dem Zen genügt. Torei Enji sagt sogar: "Da ich selbt keine Erlösung erfahren habe, rette ich zuerst andere." Und dann muss er wieder unterscheiden und sich an andere wenden, um "Schuld gegenüber den Buddhas und Meistern zu begleichen. Was bedeutet es, eine Schuld zu begleichen? Es bedeutet, (...) ein oder zwei Individuen mit spirituellen Knochen zu lehren, damit sie diese wahre Schule erben und in der Zukunft verbreiten können und die Sonne der Weisheit der Buddhas und Meister nicht erlöschen lassen."


    Der Zen-Bodhisattva soll tatsächlich erst andere befreien, und weil das eine endlose Aufgabe ist, ist seine eigene Befreiung auch dann nicht vollkommen, wenn er sich keine falschen Vorstellungen von selbst und anderen mehr macht.

  • Ist Erleuchtung im Chan möglicherweise nur ein künstliches Konzept?

    • Bebop
    • 16. November 2025 um 18:16
    Tai:

    Die Mahayana-Lehre erklärt nicht das Erretten aller Fühlenden Wesen als vorrangiges Ziel, weil ihre Anhänger so gute Menschen sind, sondern weil gemäß dieser Lehre gar nicht zwischen "ich" und "anderen" unterschieden wird.

    In Ordnung. Daraus folgt, dass die anderen als gerettet gelten, wenn der Adept selbst keine Unterscheidung in selbst und andere mehr vornimmt. Dieses Erretten ist aber gerade Theravada - ich rette mich selbst. Denn es ist ja leicht überprüfbar, dass der andere nicht die gleiche Erkenntnis hat, nur weil ich sie hatte. Wie könnte er erretet sein, wie die gleiche Befreiung erfahren haben und spüren wie ich?


    Diese Logik entspricht m.E. der Vorstellung der Dogen-Schule, man könne im Zazen nicht die Gebote brechen. Mit anderen Worten, indem man nichts weiter tut, als sich ums eigene Heil zu kümmern, würde die Welt "besser".


    Das steht so aber nicht im Diamant-Sutra, wenn man genau hinschaut. Die Logik ist hier Folgende: 1) Alle werden von allen Leiden befreit. 2) Da der Bodhisattva sich aber nicht getrennt von ihnen sieht, hat er nicht wirklich andere befreit. Der Bodhisattva soll also zwar tatsächlich fühlende Wesen befreien, ohne sie jedoch als solche oder von sich getrennt anzusehen. Das bedeutet, dass nur er oder ein anderer Bodhisattva diese Befreiung mitbekommt. Alle anderen, die sich als getrennt ansehen, können ja kein Bodhisattva sein und folglich auch nicht befreit.


    Dies ist kein "scheinbarer" Widerspruch, sondern es funktioniert nur im Sinngebäude und der Rhetorik und Metaphernwelt einer Religion. Oberstes Gebot ist hier, dass der Adept/Bodhisattva die rechte (Ein-)Sicht hat, nämlich des Nicht-Getrenntseins von anderen. Nur so kann er nämlich den Widerspruch aushalten, dass andere gar nicht gerettet werden, wenn er diese Einsicht hat. Er muss sich dies einbilden. Er muss sich so seine Machtlosigkeit in Bezug auf andere schönreden.


    Diese Rhetorik ist auch die Grundlage für die Ausflüchte von Zen-Adepten im Krieg: Da es keine Trennung zwischen mir und anderen gibt, ist da auch keiner, der getötet (a.k.a. gerettet) werden könnte.


    Ich bezweifle nicht, dass man auf diese Art reuelos töten kann (und dies somit auch eine diesbzgl. taugliche Trainingsmethode ist) bzw. reuelos sich mit Nichtstun begnügt. Aber das ist noch nicht der entscheidende Schritt zum Zen. Selbst Huineng hat sich noch so "selbstbezogen" zu den Bodhisattva-Gelübden geäußert, deren genaue Entstehung m.E. gar nicht datiert werden kann. Und in Bodhidharmas "Zwei Eingängen" sind die Erklärungen des Praxisteils auch selbst-bezogen: Leiden klaglos als Folge vergangener Taten akzeptieren, die Umstände annehmen, nichts begehren, im Einklang mit dem Dharma leben.


    Allerdings wird schon in der Gemeinde um Bodhidharma herum das dana betont als wesentliches paramita (Tugend). Heute sah ich einen Clip, wo ein Bettler von einem thailändischen Mönch etwas aus dessen Essenstopf beim morgendlichen Bettelgang haben will. Der Mönch schlägt zunächst den Bettler, der danach den Mönch zu Boden haut. Ein Beistehender geht dann auf den Bettler los. Dieser Theravada-Mönch war also so wenig bereit, zu teilen und dana zu praktizieren, dass er sogar zur Gewalt griff.


    Die Tugend der Gebefreudigkeit wurde als eine (der ansonsten wieder im Wesentlichen selbstbezogenen) auch von Shantideva aufgegriffen - natürlich auf dem Hintergrund, dass der Adept von Materiellem loslassen sollen kann. Doch immerhin.


    Im Falle Yongming Yanshous (904-976) darf ich aus einem meiner Bücher ("Gutes Tun") zitieren: "Auffällig ist die große Bandbreite – auch ritueller – buddhistischer Praxis, die Yanshou in einem weiteren Werk, dem Wanshan tonggui ji („Myriaden verdienstvoller Taten“) unterstützt, aus dem wir im Folgenden übersetzen. Sie verbindet Sitzmeditation, Rezitieren, das „Anhalten und Sehen“ (zhiguan) des Tiantai und das Anrufen des Namens Buddhas (nianfo) mit klassischen Übungen des achtfachen Pfades und der parâmita, aber auch mit sozialpolitischem Engagement wie der Einrichtung sanitärer Anlagen, Tempel-, Brücken- und Straßenbau, der Obdachgewährung für Waise und durch Einberufung zum Militärdienst Bedrohte, oder dem Freikauf von Gefangenen, die zum Tode verurteilt wurden. Die Formen des Almosengebens reichen sogar bis zur Selbstverbrennung! Yanshou kann damit als Advokat eines synkretistischen „Chan der Bodhisattva-Kultivierung“ (pusa xing chan) gelten. Sein Credo: „Erst mit Nicht-Geist (wuxin) und schmückenden Übungen (zhuangyan) als Paar wird die Essenz der Buddhaschaft (foti) vollkommen.“ Der nicht-anhaftende Geist verwirklicht Buddhaschaft also erst im konkreten Handeln (auch wenn dieses sich oft auf überkommene und rituelle Tätigkeiten beschränkt). Eine bloße Unabhängigkeit oder Transzendenz von Schriften (biexiu, biechuan), wie in der Linji-Schule, wird jedoch als fehlgeleitet angesehen."


    Spätestens hier ist klar, dass ein "selbst"bezogenes Verständnis der Gelübde nicht mehr ausreicht.


    Damit aber das Problem noch nicht gelöst, was mein Gesprächspartner denn unter Praxis eigentlich versteht - denn hier im Forum ist es unter Zennies in erster Linie Zazen, womit wir wieder in der obigen alten Interpretation und Rhetorikfalle feststecken.


    Ich habe dieser Person gerade eines der Merkmale eines Erwachten geschildert: Unterscheidungskraft. Das von Dir zitierte alte Verständnis der Bodhisattva-Gelübde lässt diese vermissen, denn der Bodhisattva erkennt nicht, dass nicht nur das eine stimmt (das Nicht-Getrenntsein), sondern auch das andere (das Getrenntsein) und vergisst dann gegebenfalls, z. B. "Gefangene zu befreien" (was voraussetzt, dass man ihr Gefangensein von der eigenen Befreiung signifikant unterscheiden kann) usw.


    Dazu kommt, dass die dann folgende Verdichtung von Zen-Erwachen und Übertragung in Koan immer wieder verdeutlicht, dass sich hier konkret ein Lehrer um das Erwachen eines Schülers kümmerte, also dessen Zustand als von ihm verschieden und veränderbar wahrnahm und aktiv eingriff. Natürlich war das schon bei Bodhidharma so, wenn man den Legenden glaubt. Dann hatte eine/r seiner Getreuen die Haut, ein anderer das Mark (wieder: Unterscheidungskraft, nicht Gleichmacherei). Und auch der Buddha mag im Diamant-Sutra dies gesagt haben, anderswo sagte er das: Der da hat meine Lehre am besten verstanden, der andere war besonders weise, wieder einer hatte transzendente Kräfte usw. (d.h., sie sind eben nicht alle gleich).


    Es dauerte also, bis das Mahayana über Zen sich weitgehend von der theravadischen Selbstbezogenheit befreit hatte. Für mich ist ein solches Verständnis wie oben nicht mehr haltbar, die Gelübde weisen stattdessen über die Erkenntnis des Adepten stets auf konkretes Handeln in Richtung des anderen hinaus, eines Anderen, der in diesem Handeln immer auch NICHT ich bin/ist.

  • Ist Erleuchtung im Chan möglicherweise nur ein künstliches Konzept?

    • Bebop
    • 14. November 2025 um 08:42
    Samadhi1876:

    Und dazu gehört auch einmal tief genug erwacht zu sein

    Nicht laut Torei Enji (Rinzai, Hakuin-Nachfolger): "Es geht nicht darum, dass du selbst die Buddhaschaft erlangst und dann die Lebewesen befreist; um die Lebewesen zu befreien, musst du selbst danach streben, ein Buddha zu werden. Und du befreist die Lebewesen nicht, um selbst die Buddhaschaft zu erlangen, sondern um der Lebewesen willen praktizierst du den Weg der Buddhas überall."


    Ich verstehe das so: Der Weg (Befreiung anderer Lebewesen, Streben nach Buddhaschaft, d. h. Erwachen) ist das Ziel, zum Wohle aller. Nicht das Erwachen selbst ist die Voraussetzung, sondern allein das Streben danach. Mit dem Bemühen um "Befreiung der Lebewesen" ist man also auf dem Weg zum Erwachen. Das würde bereits genügen, denn man will gar kein Buddha werden.


    Wie gesagt, es geht mir jetzt gerade nicht darum, ob Erwachen einen Unterschied machen dürfte (diese Frage habe ich schon bejaht), sondern darum, ob man es für den Bodhisattva-Weg als chronologische Voraussetzung benötigt.


    "In der Nirvana-Schrift heißt es: „Inspiration und Vollendung sind letztlich nicht verschieden. Von diesen beiden Geisteshaltungen ist die erste schwieriger: 'Da ich selbst keine Erlösung erlangt habe, rette ich zuerst andere.' Deshalb ehre ich die anfängliche Inspiration.“ Die Schüler sollten also zuerst den Egoismus aufgeben und nicht auf ihren eigenen Vorteil bedacht sein." (Shumon mujintoron)

  • Ist Erleuchtung im Chan möglicherweise nur ein künstliches Konzept?

    • Bebop
    • 14. November 2025 um 06:31
    Bebop:

    nicht aber "den Bodhisattva töten".

    Das kommt später ...


    Torei Enji: "Danach verwüsten wir den Wald der Weisheit, treten die Stätte der Erleuchtung um, zerstören das Transzendente und schneiden den Puls der Buddhas und Patriarchen ab."

  • Ist Erleuchtung im Chan möglicherweise nur ein künstliches Konzept?

    • Bebop
    • 14. November 2025 um 04:46
    Anna Panna-Sati:

    Wer (noch) nicht erwacht ist, kann ja gar nicht auf Nirvana "verzichten", da er es noch nicht verwirklicht hat

    Ich habe keine Absicht, mit meinen Beitrag zu provozieren.


    Der Buddha erlangte im Palikanon Nirwana (Paranirwana) mit dem Tod, d. h. vollständiges Erlöschen. Er verzichtete sozusagen darauf, aufs Nirwana zu verzichten, indem er eben das vollständige Nirwana verwirklichte. Der Bohisattva jedoch verzichtet auf dieses VOLLSTÄNDIGE Nirwana.


    Beim Bodhisattva ist dann die Frage, ob er für seinen Weg auch nur die unvollständige Variante überhaupt verwirklichen muss. Für mich ist offensichtlich, dass das Bodhisattva-Ideal selbst im Zen das höchste Ideal ist, also ein höheres als das vom "Buddha" verwirklichte. Du bist offenbar der Ansicht, dass der Bodhisattva bereits ein (Teil-)Nirwana verwirklicht haben muss, um den Bodhisattva-Weg zu gehen. Doch dieser Weg ist so beschrieben, dass dies tatsächlich nicht nötig scheint. Ich rede hier nicht von der immanenten Definition der Religion, die ja behaupten kann, was sie will, sondern davon, dass man z.B. "grenzenloses Mitgefühl" (oder eine Annäherung daran) auch bei Nicht-Buddhisten finden kann.


    Das Mahayana-Ideal aus dem 1. Jh. stimmt NICHT mit dem des Zen (6. Jh. ff.) überein, denn im Mahayana will der Bodhisattva letztlich ein Buddha werden, im Zen ist die Erkenntnis, dass er bereits Buddha ist, so dass man schlecht umhin kann, den Bodhisattva als den wahren Buddha anzusehen. Es gibt kein höheres Ideal als den Bodhisattva, weshalb es auch die verbreitete Wendung "den Buddha töten" (d. h. sich von ihm als Vorstellung lösen) gibt, nicht aber "den Bodhisattva töten".

  • Ist Erleuchtung im Chan möglicherweise nur ein künstliches Konzept?

    • Bebop
    • 12. November 2025 um 15:20

    Die Frage kommt immer mal wieder auf: Was soll Erleuchtung/Erwachen/satori sein, gibt es das überhaupt und wurde es vielleicht im Laufe der Chan-Geschichte nur erfunden, um irgendwelche Machtpositionen zu zementieren?


    Steven Heine hat in Bezug auf Dogen analysiert, welche Rolle das Zusammenwirken mit den Mächtigen, um nicht zu sagen das Anbiedern, bei der Errichtung von (Haupt-)Tempeln spielen kann. Die Sotoshu legt Wert darauf, dass es eine schriftliche Bestätigung von Dogens Erwachen aus China gibt. Brad Warner hat sein Erwachen geschildert, Muho - in der gleichen Tradition - legt Wert darauf, dass es das nicht gäbe. Es gibt jedoch auch Zen-Lehrer, die einen zum Erwachen bringen wollen, selbst wenn sie gleichzeitig vor falschen Vorstellungen darüber warnen, besonders in der Rinzai-Tradition.


    Ich habe das Thema hier eingestellt, weil es im Palikanon ja offensichtlich ist, dass der Buddha erwachen musste, um als solcher zu gelten. Die Frage, ob im Chan/Zen, das sich von vielen herkömmlichen Lehren des alten Buddhismus zu verabschieden bereit ist, eines Erwachens bedarf, kann natürlich mit Hinweis auf Bodhidharma, Shenhui, die entsprechenden Koan, leicht bejaht werden.


    Jemand brachte jedoch den Gedanken auf, dass die Bodhisattva-Praxis als Ideal zeige, dass es dem Zen-Übenden nicht um den Eingang ins Nirwana ginge, sondern (meine Worte:) um fortlaufendes "Gutes Tun". Ein entsprechendes Gelübde besteht auch. Gleichzeitig wird eine Einheit von Nirwana und Samsara behauptet, so dass sich der Bodhisattva offenbar im Nirwana wähnen kann, ohne - wie der "klassische" Buddha - überhaupt dafür sterben zu müssen. Zudem gilt der Laie Vimalakirti z.B. als erleuchteter Laie, d. h. der Bodhisattva ist hier ein bereits Erwachter. Doch muss er erwacht sein, bevor er den Bodhisattva-Weg geht? Wenn dieser vornehmlich aus diesem "Gutes Tun" besteht, doch wohl nicht.


    Wozu bedarf es also des Erwachens als Unterscheidungsmerkmal, wenn man nicht - um es zuzuspitzen - im Zen Karriere machen will als Dharma-Nachfolger etc.?


    Ich hatte dazu mit jemandem Austauch und es fielen ein paar Namen. Meine Ansicht ist die, dass weder der Buddha des Palikanons noch moderne Vertreter wie Brad Warner überhaupt erwacht sind/waren. Im ersten Fall scheint das besonders ketzerisch zu sein, doch ich lese das oben Eingeführte so, dass ein Kennzeichen des Erwachens der Verzichts aufs endgültige Nirwana ist, für dessen Erreiche der "klassische" Buddha ja gerade hoch angesehen wird. Ich denke also, dass Zen im Grunde ein höheres Ideal mit dem Bodhisattva geschaffen hat (ähnlich dem Altruismus Jesu im Neuen Testament vs. mosaischer Ethik).


    Für das Erwachen gibt es m. E. jedoch Unterscheidungsmerkmale, die dann auch klarmachen, weshalb es von Bedeutung sein kann. Im Falle von Buddha und Brad Warner schrieb ich, dass sie weiter im Samsara waren (also Nirwana im Samsara nicht verwirklichten), was sich an ihrer offensichtlichen Unfreiheit von Lehr-Dogmen zeigte, die sie entweder sogar selbst aufstellten (Buddha) oder aber von anderen übernahmen (Dogen). Ein wesentliches Kriterium von Erwachen ist jedoch Befreiung. Es ist also denkbar, Gutes zu tun ohne Befreiung, es ist aber m.E. nicht denkbar, erwacht zu sein ohne deutlich sichtbare Befreiung.


    Vielleicht können nun diejenigen, die in Sanghas praktizieren, beschreiben, wie dort auf Erwachen hingearbeitet wird oder ob es dort eine Rolle spielt und wie es vom Lehrer festgestellt wird. Mein Fazit war: Es wird für einen selbst und die anderen einen entscheidenden qualitativen Unterschied machen, ob man den Weg erwacht geht oder nicht erwacht. In den Werken u.a. des Zen-praktizierenden Hirnforschers James H. Austin, die ich hier schon erwähnte, ist außerdem eine Hirnveränderung bei bestimmten Erlebnissen nachweisbar, die z.B. zu mehr Altruismus führen kann. Allerdings: Ich glaube nicht, dass man Zen benötigt, um solche, wie ich es lieber nenne, "Schlüsselerlebnisse" zu haben und entsprechend in der Folge zu handeln. Für mich ist Erleuchtung also keine Erfindung, sondern der Ausdruck für das, was von Anfang an (Bodhidharma) den Ausschlag gab, ob jemand "das Mark erlangt" hatte (auch wenn die Formulierung später entstanden sein mag).

  • Nirvana in den buddhistischen Traditionen

    • Bebop
    • 8. November 2025 um 16:01

    Die mögen sich recht einig sein über die Existenz eines Shakyamuni, aber sie können wissenschaftlich korrekt nichts von dem ihm Zugeschriebenen, was im Palikanon von Bedeutung ist, verifizieren. Da war also Ausgangs"material", um das sich Legenden strickten, sie haben da nur eine Sangha als Indiz. Das geht ganz einfach. Mich - als Ausgangsmaterial - fragte mal jemand aus der Buchbranche, ob ich in Thailand Buddhismus studiere und praktiziere. Ich hätte das nur vor 15 Jahren bejahen müssen und an dieser Legende stricken, es wäre wahrscheinlich bis heute nicht wirklich aufgeflogen (wenn ich nicht meine üblichen Ansichten vertreten hätte). Wahrscheinlich hätte ich so gar Spenden einwerben können.

  • Nirvana in den buddhistischen Traditionen

    • Bebop
    • 8. November 2025 um 12:02

    David Drewes: The Ideo of the Historical Buddha


    Die Beweislage für einen historischen Buddha ist dünn. Für mich handelt es sich also um eine Debatte nicht um eine Person, sondern um Ideen. Es ist völlig abwegig, davon auszugehen, dass irgendein so wie im Palikanon beschriebener "Verwirklichter" je existiert hat. Er ist ein Ideal vergangener Zeiten. Jeder Weg, der versucht, ihm als idealisierte Person gleichzukommen, ist irrsinnig. Sinn macht allein, sich mit diesen und anderen spirituellen Ideen zu beschäftigen.


    Mit hoher Wahrscheinlichkeit sind spätere Ideen aufgrund der Evolution von höherem Nutzen, gibt es einen Fortschritt auch in der Entwicklung "des Buddhismus". Dieser Fortschritt kann jedoch auch irgendwann erlahmen, und für mich stellt sich die Frage, wann - oder auch, ob nicht ggf. einzelne spätere Entwicklungen tatsächlich einen Rückschritt gegenüber den älteren Ideen darstellen, trotz eines im Allgemeinen anderen Trends. Historisch gab es das in unterschiedlichen Bereichen immer wieder, z. B. Zeiten und Regionen, in denen Homosexualität akzeptiert war, ehe sie Jahrhunderte später bestraft wurde, um dann wieder entkriminalisiert zu werden.


    Es ist verwegen, zu verkünden, nur der spätere Buddhismus gäbe alles richtig wieder - denn das ist m.E. gar nicht die Frage, sondern, ob es heute was taugt. Da scheint mir die Aufgabe erst mal zu sein, sich in den anderen - etwa den Theravadin - hineinzuversetzen, mit dem Bewusstsein, dass dieser natürlich auch meint, es richtig zu sehen. So kann man alles inhaltlich auf den Prüfstand stellen, auch das Lotus-Sutra etc.

  • Nichts erreichen vs. Disziplin und Ziele

    • Bebop
    • 8. November 2025 um 07:29

    Es geht nicht zusammen. Dieser SHY ist ein Mensch mit krimineller Energie, der Unsinn redet, wenn es ihm Zulauf bringt. Er bedient sich rhetorischer Versatzstücke anderer, die er für sich nie richtig geklärt hat. Einen klaren Geist hat der nicht. Dieses religiöse Gesülze gibt es auch im Zen, mit dem man Widersprüche "schlau" wegreden will. Wer sich dauernd diszipliniert, z. B. in Sesshin, der verfolgt ein Ziel, für alle sichtbar. Da er aber irgendwann mal in Zen-Büchern gelesen oder von einem Lehrer gehört hat, es ginge um nichts oder solle ziellos sein, sitzt er in der Falle. Dieses Perpetuum mobile wird dann als der eigentliche Sinn dargestellt (Koan), aber diesen Zusammenhang hat SHY wahrscheinlich nicht mal kapiert, was aber keinen Unterschied macht. Denn:


    Wer die Disziplin hinter sich gelassen hat, kann spielen wie Ryokan. Ich habe das zuletzt bevorzugt als "Kür" bezeichnet. Die meisten Zen-Lehrer lehren jedoch die "Pflicht". Sitzen, sitzen, sitzen. Oder bei SHY (auch wenn er selbst meist abwesend sein soll): tief stehen, bis die Beine zittern, etc.

  • Die Deutsche Buddhistischen Union und der Geist der Intransparenz

    • Bebop
    • 19. Oktober 2025 um 11:44
    Hingabe:

    bin sehr misstrauisch wenn Andere jemanden Anderen schlecht machen oder deren Projekte.

    Gerade korrigiere ich ein Buch von Tangen Harada Roshi. Da kommt der Klassiker der vereinfachten Zen-Ethik vor: Tue Gutes, vermeide Böses. Genauer meint der Lehrer, man müsse gut und böse überwinden, dann geschähe das Gute.


    Und genau das ist nicht der Fall. Ich habe mich immer gefragt, wie tief im wahrsten Sinne des Wortes gerade Zennies eigentlich meditieren/sitzen, um zu solch kruden Schlüssen zu kommen. Tatsächlich offenbart sich doch der Mensch als ständiges Potential von gut und böse, das ist gerade seine Natur. Es geht also ums Kanalisieren, aber eben nicht nur ums Kanalisieren ins vermeintlich "Gute". Dann gäbe es keine Kritiker, keine Satiriker, keine Komiker usw. Das können wir schon gut gebrauchen, und Leute, die ganz gezielt die "Drecksarbeit" machen, also für uns die Tiere schlachten oder Grenzen und Freiheit sichern.


    Beim "Schlechtmachen" ist doch die zentrale Übung, auch davon lassen und mit den Kritisierten ggf. auch wieder einen trinken gehen zu können, um es salopp zu sagen. Also nicht daran zu haften.


    Aber der Tangen Harada meinte ja auch schon von seiner Jugend an, er müsse ein guter Mensch werden und sich in den Dienst für andere stellen. Dass das alles von der ganz individuellen Definition abhängt, zeigte sich daran, dass er schlafende Menschen mit dem Kyosaku schlug, aber einer schlafenden Katze sein Sitzkissen überließ. Es gab ja Schüler, die bei seinen Reden Tränen geweint haben sollen, aber ich hätte ihm den Kyosaku weggenommen und die Katze geschlagen, damit er versteht ...


    Und genau darum ringen wir, unsere subjektiven Erkenntnisse und Handelsweisen gegeneinander abzuwägen. Würde man in der DBU aufräumen und die Spreu (falsche Lehrer) vom Weizen trennen, bliebe weniger übrig als von der katholischen Kirche, wenn man deren Übergriffige aussortierte.

  • was ist die vorherrschende Meinung zum Thema Wiedergeburt.

    • Bebop
    • 16. Oktober 2025 um 11:17
    Zitat

    "Wenn ich (in der Sterbestunde) noch an der Welt hänge, werde ich wiedergeboren, sonst nicht."

    Toll, wenn es so einfach ist, ist die Wiedergeburt gebongt und der Spaß kann weitergehen!


    Ach, jetzt verstehe ich den Dalai Lama ...

  • Die Deutsche Buddhistischen Union und der Geist der Intransparenz

    • Bebop
    • 15. Oktober 2025 um 05:25

    Danke, Hendrik.


    Ich selbst hatte mal guten Kontakt zu einem Ratsmitglied, der mir dann sogar einen kleinen Stand auf der Buchmesse besorgte. Damals fragte ich mich schon, wie leicht es wohl auch andere hatten, Gelder etwas "großzügig" auszugeben. Über ihn erfuhr ich, wie dort bekannte sexuelle Übergriffe (aus Gemeinschaften vermeldet) untern Teppich gekehrt worden sein sollen. Das änderte sich nicht zuletzt mit Genpos Verurteilung, wobei mir da wiederum das üble Nachtreten auffiel, zumal es hier ja ausgerechnet gar nicht um typische Übergriffe von Lehrer/innen auf Schüler//innen ging Mit anderen Worten, man fand lange Zeit kein gesundes Maß, mit diesem Problem umzugehen.


    Eine Ursache liegt darin, dass zahlreiche Gemeinschaften im Grunde von Betrügern, Lügnern, Hochstaplern geleitet werden. Im Zen laufen mehr selbst ernannte Meister rum als "echte" (und die landen auch noch zuweilen vor dem Kadi ...) Im tibetischen Buddhismus wird seit jeher Sex in die Hierarchie integriert. Der Theravada macht keine Fortschritte, das Auslandsjournal betitelte kürzlich dessen Skandale als "Glaubenskrise in Thailand". In einer zunehmend aufgeklärten Gesellschaft wird der ganze Inhaerente (inhaltliche) und strukturelle Mist eben deutlicher. So etwas kann sich nur schützen durch Abschottung und Beseitigen von "Beweisen".

  • was ist die vorherrschende Meinung zum Thema Wiedergeburt.

    • Bebop
    • 15. Oktober 2025 um 04:59
    Bosluk:

    Und natürlich setzt sich das Dasein von Wesen durch Begehren fort.

    Das ist doch eine Binsenweisheit, ohne Verlangen keine Fortpflanzung, kein "Dasein". Dies jedoch primär mit "Leiden" zu verknüpfen statt auch zu erkennen, dass trotz der Vergänglichkeit ebenso Freude darin ist, heißt, auf einem Auge blind zu sein.


    Der Shakyamuni selbst entstand infolge von Verlangen. Da kann er sich drehen und wenden, wie er will. Die Ordensregeln schuf er aus Verlangen.

  • was ist die vorherrschende Meinung zum Thema Wiedergeburt.

    • Bebop
    • 15. Oktober 2025 um 04:53
    Mahasi:

    Das wirklich Trennende zwischen Buddha und uns ist ja nicht, dass er Inder war, vor 2500 Jahren gelebt hat - oder gar nicht -, sondern dass er erleuchtet war und wir nicht. Abe

    Das ist reiner Glaube von dir. Ich denke, dass ich mehr Durchblick habe als der Shakyamuni, wie im Übrigen sehr viele Menschen schon allein aufgrund unserer fortgeschrittenen Erkenntnisse.


    Ich bin auch nicht von Buddha getrennt, da wir beide zugleich Erwachte wie Irrende sind.

  • was ist die vorherrschende Meinung zum Thema Wiedergeburt.

    • Bebop
    • 14. Oktober 2025 um 14:21
    Mahasi:

    Die 2. Wahrheit beginnt mit: "Es ist das Verlangen, das zu künftigen Leben führt... / Es ist dieser Durst, der Wiederdasein säende...". Man kann die edlen Wahrheiten nicht von der Wiedergeburt trennen. Wie kannst du hier nach Prüfbarkeit und Fabelmärchen ernsthaft trennen?

    Da keine Wiedergeburten nachweisbar und für mich unplausibel sind, bedeutet dies im Umkehrschluss, dass dieser Shakyamuni "Verlangen" völlig falsch eingestuft hätte.

  • Frage zu den 4 edlen Wahrheiten

    • Bebop
    • 10. Oktober 2025 um 05:19
    Alboretti:

    Sie sind physisch da und können nicht einfach wegignoriert werden, oder mit Hilfe von Meditation und Beachtung des Achtfachen Pfades gelindert werden?!

    Sie können gelindert werden, das ist alles. Ab einem bestimmten Grad helfen nur Schmerzmittel. Ich mache seit gut 40 Jahren Zen und bin seit über 30 Jahren Schmerzpatient.

    Alles, was hierauf in der Regel geantwortet wird, versucht, "den Text zu retten", also das naheliegende Verständnis eines Heilversprechens im Palikanon. Dies ist die eigentliche Illusion.

    Kein Meditierender kann alle Schmerzen ausblenden. Setze ihn auf einen Zahnarztstuhl und bohre ihm in einer Wurzel rum, dann wollen wir mal sehen. Dieser Hinweis auf "es soll Meditierende geben" entbehrt wissenschaftlicher Absicherung. Wir kennen ihre Krankenakte nicht, aber z.B. ein Schmerzgedächtnis, das eben kein rein gedanklichen ist. Wenn Du Dir Illusionen machst über das geistige Ausschalten, statt die Schmerzen effektiver zu beseitigen, droht ggf. chronischer Schmerz. Also Vorsicht.

    Mein Rat ist: Sieh Zen oder Buddhismus als Geistestraining an, geh mit Schmerzen zu Experten/Ärzten und glaub Religiösen nicht.

  • Zenfluencer oder moderne Zen-Meister und „Sendungsbewusstsein“ von heute

    • Bebop
    • 30. September 2025 um 18:18

    Tja, für mich ist der Kevin eben so ein Schwafler von dem Typ, der in der Oberstufe immer was von sich gab, um sich die Hoechstpunktzahl im Muendlichen zu holen. Ich habe einen Livestream gesehen, wo er eine fünfstellige Summe für seine Spender aufrief, um ein neues Buch zu schreiben. Das ist schon dreist, vor allem, weil er meistens aus seinem Zimmer berichtet. Die Youtuber, für die ich was übrig habe, marschieren mit Migranten durch den Darian Gap usf.

    verrückter-narr:

    wohingegen man die Vergehen der Reichen und Mächtigen in der Gesellschaft fleissig ignoriert

    Bei mir brauchst du dir da keine Sorgen machen. Ich habe früher mal einen sehr ausgefuchsten Kampf gegen die Zigarettenindustrie geführt und gerade erst einigen Feiglingen erläutert, wieso man die Maschine eines gewissen PM, für den es einen Haftbefehl gibt, aus dem eigenen Luftraum legal runterholen sollte. Die Reichen und Mächtigen im Buddhismus heißen oder hießen aber Thich Nath Hanh, Dalai Lama, Richard Baker, Eido Shimano etc. Den Reichtum zum Thema machen ist eins, die Inhalte und missratenen Metaphern ein anderes. Letztlich geht mir das Letztere mehr auf den Senkel.

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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