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  1. Buddhaland Forum
  2. sonnenschein

Beiträge von sonnenschein

  • Stromeintritt

    • sonnenschein
    • 28. November 2012 um 19:34
    accinca:


    Wobei man diesen Satz mit der "Welt" natürlich auch verschieden tief auffassen kann.
    Was die Wesen auch immer machen ist es doch der Versuch
    das sog. Ich und die sog. Welt (das Dasein) zu verbessern z.B. durch mehr Genuß.
    Das alleine ist aber nicht das Problem wenn es denn in der rechten
    Weise (die der Buddha lehrte) versucht würde und dem Leiden tatsächlich
    ein Ende gemacht werden könnte und würde.

    Alles anzeigen

    Wieso willst Du die Welt denn verbessern? Nimm sie doch einfach so an wie sie ist. Wenn Du etwas verändern willst, dann ändere Dich selbst.

  • Karma

    • sonnenschein
    • 28. November 2012 um 19:01
    Efeu:

    Ach sonnenschein, dabei dachte ich dich verstanden zu haben... ;)

    Seltsam -wenn ich mir so gewisse Beiträge durchlese, so bin ich erstaunt, dass manche Buddhisten der Rechthaberei zuneigen Was sagte Buddha dazu?

    Buddha erklärte einfach wie die Dinge sind. Wenn zwei Menschen erklären wie die Dinge sind und ein dritter sieht darin einen Widerspruch, dann kann dies auch aus der falschen Sichtweise heraus sein. Buddha gab unterschiedlichen Schülern unterschiedliche Erklärungen. einige bemerkten dies und fragten den Buddha ob das nicht ein Widerspruch sei. er aber erklärte, dass jeder nur das verstehen kann was seinem Karma entspriht. Wenn es Dein Karma ist Widersprüche zu sehen, dann solltest Du es auflösen...

  • Dharma-Modell 1: dukkha-dharma

    • sonnenschein
    • 28. November 2012 um 18:58
    Onda:

    Darum heißt es auch in den Leitlinien zum dukkha-dharma:

    "Der Praktizierende hat daher jegliche "Lust am Leben" zu überwinden. Lustorientierte Aktivitäten wie tanzen und musizieren sowie der Besuch von Theater-, Film- und sonstigen Unterhaltungsveranstaltungen oder gar die Ausübung von Geschlechtsverkehr sind im Interesse einer fortschreitenden Entsüchtung kontraproduktiv und zu unterlassen, denn sie fördern die Anhaftung an das Leben. Der Verlust von sinnlich ausgerichteter Lebenslust durch Entsagung geht jedoch einher mit einem Zugewinn an höherer Freude. Es ist die Freude an der Unabhängigkeit von sinnlichen Genüssen, es ist die Freiheit von ans Samsara-Rad kettenden Begierden.

    (...) Gerade in der Frage der Geburtenversiegung zeigt sich auch, dass der wahre Buddhismus der monastische ist. Der Buddhismus für Laienanhänger ist gleichsam ein "Buddhismus light" für Menschen, die karmisch noch nicht so weit sind, während der Mönch das Projekt der Geburtenversiegung auch schon vor Erreichung des nibbana durch Keuschheit realisieren kann."

    Onda

    Na wenn Du das so leben kannst, dann mach es doch einfach. Sonst landest Du noch in der Buddhistenhölle... :badgrin:

  • Dharma-Modell 1: dukkha-dharma

    • sonnenschein
    • 28. November 2012 um 18:56
    Geronimo:

    Im übrigen erscheinen mir viele deiner Ausführungen, Sonnenschein, auch, sagen wir mal, experimentell. Da passt nicht immer alles ganz zusammen.

    Tja das Leben bleibt ein experiment, aber viele leben einfach nur fertigware...

  • Anfängerfrage zur Reinkarnation

    • sonnenschein
    • 28. November 2012 um 14:25
    Sarah29:

    Es ist weder 'Angst noch Hoffnung, sondern das Gefühl des Widerspruchs! Wenn es kein inhärentes "Ich" gibt und Reinkarnation im Gegensatz zu anderen Glaubensgemeinschaften nicht als Seelenwanderung betrachtet wird, wie kann dann schlechtes Karma bewirken, dass eine Person "im nächsten Leben" Einflüsse deshalb zu erwarten hat (und so verstehe ich die Wiedergeburt als Tier aufgrund vom schlechtem Karma)? Das schlechtes Karma als Ursache und Folge neues Leben beeinflusst ist ja zweifelsfrei richtig. Wie wir unsere Umwelt gestalten, so wird die Umgebung von Leben sein, dass im selben Raum in einer unmittelbar nachfolgenden Zeit geboren wird. Aber dass "mein" Karma "mein" nachfolgendes Leben beeinflusst (und so liest man es in vielen Texten) steht im krassen Widerspruch zu keinem inhärenten "ich". Das verstehe ich nicht und insgeheim hatte ich die Hoffnung, dass es Traditionen gibt, die deshalb es rein metaphorisch verstehen....

    Nun vielleicht ist es einfacher für Dich das Thema Reinkarantion erstmal völlig auszuklammern. Du kannst Dir einfach vorstellen, dass es nur dieses Leben gibt. Wenn Du stirbst dann bist Du Tod. Fertig. Ende. Kein Karma mehr. Was passiert wenn Du Dir das vorstellst? Hast Du jetzt mehr Angst oder Hoffnung? Du merkst, es spiet eigentlich gar keine Rolle. Die Belehrungen von Karma und Reinkarnation können sehr schnell falsch verstanden werden und ein Hinderniss in der Entwicklung bedeuten. Für viele ist sie aber auch ein Zugang sich überhaupt für eine spirituelle Entwicklung zu interessieren. Oft stellen wir uns erst solche Fragen, wenn wir krank werden, alt oder wenn wir sterben. Das Leben ist aber immer nur jetzt! Erkenne einfach welche Ursachen jetzt dafür sorgen, dass Du in Deinem Leben leidest. Und Du wirst schnell darauf kommen, das egal wie Deine Lebenssituation ist es gibt immer etwas was nicht passt. Das ist das Leidvolle an allen Formen die entstehen und wieder vergehen. Egal ob Du Dein Ich nun als existent oder nicht existent betrachtest. Egal ob Du selbstbewusst oder weniger selbstbewusst bist. Ob Du den richtigen Partner, Arbeit, Wohnung usw hast. Immer bleibt eine unzufriedenheit mit dem was ist. Immer könnte irgendwetwas besser sein, irgendjemand freundlicher zu dir. Immer scheint das Karma nie ganz zu passen und man wird immer in eine neue leidvolle Situation hineingeboren. Es scheint zum verzweifeln aber Buddha erkannte, dass es einen Weg aus dem Leiden in DIESEN LEBEN gibt. Auch wenn viele Buddhisten dass eher glauben und die Hoffnung haben vielleicht im nächsten Leben eine bessere Wiedergeburt haben, da ihnen das Leben hier in einem der reichsten Staaten der Welt immer noch so unerträglich schwierig erscheint um Erleuchtung zu erlangen. Erkenne einfach Dein Karma und Deine Reinkarnation im hier und jetzt. Dann findest du alle Antworten in Dir selbst...

  • Dharma-Modell 1: dukkha-dharma

    • sonnenschein
    • 28. November 2012 um 14:12
    Sukha:
    sonnenschein:

    Er gab nicht allen seiner Schüler den Ratschlag auf Sex zu verzichten.


    Den Laien nicht.
    Dem Orden aber schon.
    Und das war kein Ratschlag, sondern ein "must be".
    Ein Haufen Regeln beschäftigen sich nur mit diesem Thema und es war dem Buddha sehr wichtig, dass man selbst in Gedanken davon Abstand nimmt. Sinnesgier ist die größte aller Fesseln.

    sonnenschein:

    Nur denen die damit ein Problem hatten.

    Diejenigen bekamen/bekommen bestimmte (verschärfte) Meditationsanweisungen wie z.B. die "Ekelbetrachtungen" (asubha sānna)

    ()

    Nein das ist nicht richtig was Du schreibst. Es stimmt wenn Du schreibst, dass es für Mönche und Nonnen diese Regeln gibt. Aber Buddha sagte nicht, dass es eine Voraussetzung für Befreiung ist. Es ist auch Falsch wenn Du sagst, dass Sinnesgier die größte Fessel sei. Das mag vielleicht für Menschen die Probleme mit Sex haben zutreffen und für diejenigen ist es vielleicht Sinnvoll in ein Kloster zu gehen. Aber es viele Buddhisten die haben kein Problem mit Sex und die auch Befreiung erlangt haben. Sie nennt man Verwircklicher oder Yogis. Für viele ist eher Stolz oder Eifersucht das größte Problem. Für manch anderen mag Hass, Geiz oder Unwissenheit das größte Problem sein. Vielleicht ist für Dich die Begierde DEINE größte Fessel, aber Du solltest nicht von Dir auf andere schließen. Sicher haben wir als Menschen im Allgemeinen vor allem die Begierde als größtes Hindernis. Aber das bedeutet nicht, dass man keinen Sex haben darf, oder dass man mit den Sinnen nichts mehr erfahren darf. Ein rechtes Maß mag da sicher hilfreich sein, aber durch das Vermeiden einer Gier wird diese meist nicht aufgelöst sondern nur unterdrückt. Begiere ist per se nichts schlechtes das man bekämpfen muss. Es geht darum die Begierde bewusst wahrzunehmen und sich davon nicht beherrschen zu lassen. Das bedeutet aber nicht, dass man als ein erwachter Menschen nicht mehr das Essen oder Sex genießen darf. Man haftet einfach nicht mehr daran an und deswegen leidet man auch nicht mehr darunter wenn man es nicht mehr hat. Solange man darunter leidet, dass man keinen Sex hat und kein leckeres Essen ( was trotzdem gesund sein kann) ist die Begierde anscheinend noch sehr groß. Aber auf all das zu verzichten bedeutet noch lange nicht dass man bewusster wird. Auch Buddha hatte auf Essen, Sex und allerlei Sinneseindrücke verzichtet. Er hat als Asket gelebt und erst als er diese Askese aufgegeben hat wurde er Befreit. Das ist ein Irrtum der oft dazu führt, dass viele Menschen gar keinen Zugang zum Buddhismus finden, da sie vor allem den Dalai Lama und die Klöster und Mönche im Kopf haben und sie glauben auf alles verzichten zu müssen um richtiger Buddhist zu werden. Und viele Buddhisten scheinen dies auch noch zu glauben und wundern sich dann nach 30 Jahren Kloster und Meditation, dass sie keinen Schritt weiter gekommen sind.

  • Dharma-Modell 1: dukkha-dharma

    • sonnenschein
    • 28. November 2012 um 12:01
    Geronimo:

    Ich muss sagen, das ich nicht wirklich sehen kann, das es sich hier um 2 unterschiedliche Wege handeln soll. Ich sehe beide als zusammengehörig. Sie bedingen einander.

    Ohne Einsicht, Wissen und Erkenntnis ist keine Befreiung möglich. Und ohne das Gefühl das Glück möglicherweise doch anderen Spielregeln folgt als man immer gedacht hat, arbeitet man wohl nicht an (rechter) Einsicht und (befreiendem) Wissen.

    Ein Grundhindernis ist der begriff glück, bzw. glücklich. Durch die Vorstellung von Glück oder wie ich glücklich bin entsteht immer ein Konstrukt wie wir das Glück halten können und unter welchen Bedinungen es bleibt. Das Glück, dass von Formen, von Reglen, Gedanken oder Gefühlen abhängig ist führt immer wieder zum unglücklichsein wenn diese Bedinungen weg sind. Es fällt den meisten sehr schwer dies einzusehen, da ja praktisch die ganze westliche Zivilisation auf dieser Suche nach Glück aufgebaut ist. Du brauchst für die Befreiung kein neues wissen, eine neue erfahrung oder eine neue einsicht. Du kannst nur im hier und jetzt befreit sein. Befreiung ist nicht etwas das wir unserem Ich hinzufügen können. Es ist unser natürlicher Zustand der vor allem durch unser Denken, Wollen, unseren Wünschen und Abneigungen, unseren Emotionen und Wahrnehmungen verdeckt wird. Es gibt keine Regeln dafür wie Befreiung funktioniert. Es gibt nur Wege das aus dem Weg zu räumen was Dich davon abhält es zu erkennen. Ein Weg heißt Buddhismus.

  • Karma

    • sonnenschein
    • 27. November 2012 um 18:38
    malsehen:
    sonnenschein:

    Solange sich unser ego mit einem Ich identifiziert, solange erlebt es auch als Karma, dass diese Identifikation als gut oder schlecht bewertet...

    sonnenschein:

    Wie soll auch eine Identifkation mit etwas darauf kommen, dass es weder gut noch schlecht ist ? :)

    Zur Klärung mein semantisches Verständnis:

    Aussage A:
    Die Identifikation bewertet als gut oder schlecht. Das Ego erlebt dies als Karma, solange das Ego sich mit einem Ich identifiziert?
    (Schwierig ist hier das "dass" im letzten Satzteil, mit Doppel-S kann es nur diesen Sinn haben)
    Aussage B: Die Identifikation kann nicht auf etwas kommen. (Wobei offen bleibt, was "es" ist, das gut oder schlecht ist.)

    Ist hier nicht Aussage B die Negation von A?

    Oder muss bei A das eine "s" vom "dass" weg, wird damit reflexiv und bezieht sich auf das Karma zurück, welches dann als (grammatikalisches) Subjekt die Identifkation bewertet?
    Oder bewertet bei A (ebenfalls im Falle eines reflexiven "das" möglich) die Identifikation das Karma? Aber laut B kann doch die Identifikation auf nichts kommen!

    Und was ist bei B "es"? Die Identifikation? Das Karma? Das "etwas"?

    Das Ego erlebt und identifiziert, die Identifikation kommt auf nichts, bewertet aber?

    Hab’ Geduld mit mir als älterem Menschen – das kannst Du bestimmt noch mal deutlicher machen. Bitte!

    Alles anzeigen

    Ein aufmerksamer Leser!
    Mein schlechtes schreibkarma lässt schonmal manche Worte und Buchstaben purzeln.

    Ich versuche es nochmal etwas deutlicher zu machen
    unklare Version 0.5 alpha

    Zitat

    Solange sich unser ego mit einem Ich identifiziert, solange erlebt es auch als Karma, dass diese Identifikation als gut oder schlecht bewertet...[

    Jetzt mit kleinen bugfixes 0.6 beta ,-)

    Das Ego benutzt Gedanken um ein "Ich" zu konstruieren und sich damit zu identfizieren. Gedanken sind Formen und damit Karma. Das Ego lebt also davon sich selbst oder etwas anderes als gut oder schlecht zu bewerten. Um dieses Karma aufzulösen müssen sich die Identifikationen mit einem Ich auflösen. Und somit löst sich auch das Karma auf. Bis nix mehr übrig ist was Wiedergeboren wird.

    jetzt zu B ( unklare Version 0.5 alpha)

    Zitat

    Wie soll auch eine Identifkation mit etwas darauf kommen, dass es weder gut noch schlecht ist ?

    mit kleinen bugfixes 0.6 beta ,-)

    Eine Ego Identifikation kann nur in den Dimensionen gut oder schlecht arbeiten. Es kennt sozusagen nur die duale Wirklichkeit. Da wir aber nicht unser Ego sind sondern eins haben, können wir erkennen das es nicht nur gut oder böse gibt. Wer erkennt dies? Es ist nicht das Ego sondern der Beobachter des Egos. Auch das Ego selbst ist weder gut noch schlecht. Es ist einfach Teil unserer Natur und unsere Aufgabe als Mensch ist einfach über das Ego hinauszugehen. Dieser Bewußtseinsprozess ist auch Teil einer Evolution. Wir müssen das Stadium des egos durchlaufen, damit wir darüber hinaus gehen können. Erst wenn wir über die GEdanken hinaus gegangen sind können wir erkennen, das wir nicht unsere Gedanken sind und auch nicht das ego, dass sich mit den gedanken identfiziert.

    Vielen Dank für das Feedback weitere bugfixes werden natürlich sofort eingepflegt damit auch ältere User sich zurechtfinden... ;)

  • Dharma-Modell 2: Dharma der Ein-Sicht

    • sonnenschein
    • 27. November 2012 um 15:46
    Geronimo:
    sonnenschein:


    Das ist der alte Weg, im theravada. Im Mahayana geht man den Weg über die Entwicklung von Mitgefühl und Weisheit.
    Im vajrayāna geht man den Weg über die höchste Sichtweise.

    Ich finde es nicht gut, wenn man Schulen so eindimensional darstellt.

    Hier eine Übersicht welche Wege es alle in den ältesten Überlieferungen gibt:

    http://www.buddhaland.de/viewtopic.php?f=1&t=10711

    Du siehst also, alles "Neue" ist ebenso bereits enthalten. Man muss nicht immer trennen wo es nicht wirklich etwas zu trennen gibt.

    Die Frage ist nicht welche Wege und wieviele es gibt, sondern welcher Weg für wen am schnellsten zum Ziel führt. Das ist wie bei den Betriebssystemen. Auch wenn viele Leute auf Windows und Apple schwören ist für mich Ubuntu einfach das richtige. Wer sich halt gerne an alte schwerfällige Konzepte festhält und immer den Segen von ganz Oben braucht, der fährt mit Windows und Apple sicher besser und zahlt dafür halt auch einen stolzen Preis. Wenn jemand dann support braucht dann kann man den auch teuer erkaufen und teure Schulungen mit Zertifikaten machen. Ich finde es schöner wenn die neuen Nutzer alles selber in der Hand haben und schnell unabhängig von anderen werden. Soviel zu Betriebsystemen, jeder vergleich zu spirituelle Wegen ist rein zufällig... :roll:

  • Dharma-Modell 2: Dharma der Ein-Sicht

    • sonnenschein
    • 27. November 2012 um 15:21
    Karnataka:

    Onda,

    nach kurzem Durchlesen hätte ich kein Problem, dein Dharma Modell zu unterschreiben.
    Ist es Zufall, dass der Begriff der Leerheit darin fehlt?

    Wenn ich den Dalai Lama richtig interpretiere, bildet die Erkenntnis der Leerheit jedoch das Zentrum seiner Belehrungen. Ja, ich würde diese Erkenntnis beinahe als die buddhistische Erleuchtung bezeichnen.

    Ich selbst habe ordentliche Probleme damit und bin mir derzeit nicht mal sicher, ob ich diese Erkenntnis überhaupt erlangen möchte. Trotz größtem Respekt für den DL und großem Interesse!

    Wir sehen den Wandel, wie du schreibst, und zwar Veränderungen in unserer Welt, die zunehmend rascher passieren. Betrachtet man die Annahme der Leerheit aber ganz simpel als Nullsummenspiel von Ursachen und Wirkungen, dann passt das gar nicht zu einer Welt, die sich schon in einer Generation komplett verändert, finde ich.
    Gibt es eine Erklärung für die Leerheit der Phänomene, die ich übersehe?

    Gerne akzeptiere ich Erfahrungen und freue mich, wenn sie authentisch mitgeteilt werden, d.h. wie diese Erfahrung passiert ist, was ihr vorangegangen ist, woher die Sicherheit kommt, warum dieses Erlebnis so berührt etc.
    (Bloß die Aussage: ich seh was, was du nicht siehst, hilft nicht weiter. Ganz böse könnte man hier nämlich das Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ unterstellen.)

    Auch interessiert mich der Zusammenhang von Erkenntnis der Leerheit und umfassendem Mitgefühl. Sicher muss diese befreiende Erkenntnis zum starken Bedürfnis führen, andere Menschen aus der Unwissenheit zu helfen. Dennoch frage ich mich, ob nicht eine gewisse öde Gleichgültigkeit in diesem Zusammenhang zu vermeiden ist. Dabei denke ich z.B. an Indien.

    Alles anzeigen

    Um Leerheit wirklich zu erkennen gibt es mehrere Wege im Buddhismus. Durch das Verständnis von Ursache und Wirkung, also Karma wird einem die Vergänglichkeiten aller Formen bewusst. Das ist der alte Weg, im theravada. Im Mahayana geht man den Weg über die Entwicklung von Mitgefühl und Weisheit.
    Im vajrayāna geht man den Weg über die höchste Sichtweise. Im Kern führen alle Wege zum Erkennen der Leerheit. Wenn diese Erkenntnis tief genug ist führt dies zum Stromeintritt, zur Befreiung. Das ist noch keine Erleuchtung, aber diese Einsicht führt zur Erleuchtung und ab diesem Punkt gibt es keinen Zweifel mehr über das Dharma. Der Begriff der Leerheit erscheint vielen aus dem Westen zunächst als das Fehlen von etwas, einem nichts das eher negativ assoziert ist. Eine klarere Beschreibung bzw. Fingerzeig ist das sein, das jetzt, der Raum. Auch dies sind Begriffe, aber sie deuten auf etwas hin das hier und jetzt zu finden ist. Wir können diese Leerheit nicht durch das Denken erkennen, aber die Gedanken können auf sie hinweisen. Es geht im Kern über die Gedanken hinauszugehen und nicht einfach nicht mehr zu denken. Erkennen wir die Gedanken als Formen die entstehen und vergehen so können wir auch den Beobachter dahinter erkennen. Der Beobachter ist die Leerheit. Aber der Beobachter kann sich selbst nicht erkennen, sondern ist wie ein Spiegel der durch die Spiegelbilder erst als Spiegel sichtbar wird.
    Die Einsicht in die Leerheit alleine kann zu einem Nihilismus führen. Zu dem Glauben alles sei nicht real. Deswegen ist Mitgefühl wichtig, nicht Mitleid. Wir fühlen sozusagen die Formen ohne dabei zu leiden. Mitgefühl können wir nur durch Weisheit entwickeln. Denn ohne Weisheit bleiben wir an dem Wissen und den Erfahrungen hängen. Die Weisheit findet sich in der Stille. Die Stille ist immer da , auch wenn sie von Lärm überdeckt wird. Die Formen sind dem Karma, der Vergänglichkeit unterworfen. Das Formlose ist aber immer da.
    In Indien hat sich der Hinuduismus so verfestigt, dass Karma als Schicksal gesehen wird. Das führt dazu dass viele sich passiv ihrem "Karma" hingeben. Es fehlt an Mitgefühl und Weisheit um sich aus diesem Karma zu befreien. Indien ist ein schönes Beispiel dafür wie ein Anhaften an der Leerheit zu Leiden führen kann. Leerheit ist Form, Form ist Leerheit. Leerheit und Form sind untrennbar.

  • Dharma-Modell 1: dukkha-dharma

    • sonnenschein
    • 27. November 2012 um 14:04
    Geronimo:
    sonnenschein:

    Ich glaube Du verstehst Du etwas grundsätzlich falsch. Das Leben von Buddha war 35 voller Leid. Erst dann konnte er es genießen. Auch wen Du Dein ganzes Leben enthaltsam lebst bedeutet das nicht, dass Du nicht leidest. Oder umgekehrt auch wenn Du Dein ganzes Leben nicht enthaltsam lebst kannst Du frei von Leid sein. Die dritte Fessel hatte Buddha überwunden, als er nicht mehr an Regeln und Ritualen festgehalten hat. Nicht ein enthaltsames Leben hat ihn zu dieser Erkenntnis gebracht sondern erst als der das asketische Leben aufgegeben hatte war er Befreit. Die Regeln für Mönche sind dazu da sich von anderen Regeln der Gesellschaft zu befreien. Sie sind nicht das Ziel sondern der Weg um die inneren fesseln zu überwinden. Solange ein Buddhist glaubt er braucht diese Regeln, wird er immer wieder in ein Leben wiedergeboren wo diese Reglen herrschen. Bis er sie überwindet. Innerlich nicht äußerlich. Erst wenn Du sie innerlich überwindest hast Du die Freiheit sie auch äußerlich anzunehmen um anderen ein Vorbild zu sein oder Dich äußerlich davon zu lösen um für andere Menschen in einer anderen Form nützlich zu sein.

    Sagst du hier, das der Buddha nach seiner Befreiung noch Gefallen am Begehren hatte oder sogar Interesse am Sex? Und halte die Antwort einmal konkret und einfach, bitte :) Was ich verstehe und nicht verstehe wirst du hier nicht beurteilen können.

    Du liest sachen heraus die ich nicht geschrieben habe. Mit Genießen meine ich in diesem Sinne nicht das leidvolle Begehren sondern dass Buddha ganz normal etwas essen konnte ohne sich wie seine asketischen kollegen als sünder zu fühlen. Er hatte sicherlich kein Interesse an Sex im Sinne dass er Begierde hatte. Aber er hat auch nicht gesagt, dass man keinen Sex haben darf um zur Erleuchtung zu kommen. Das ist ein großer Unterschied. Er gab nicht allen seiner Schüler den Ratschlag auf Sex zu verzichten. Nur denen die damit ein Problem hatten. Buddha hatte weder vor noch nach seiner erleuchtung ein Problem mit Sex.
    Was Du verstehst und was nicht kannst Du selber z.B. daran überprüfen ob Du ein Problem mit Sex hast.

  • Dharma-Modell 1: dukkha-dharma

    • sonnenschein
    • 27. November 2012 um 11:40
    Geronimo:

    Das Siddhartha seine ersten 35 Jahre in vollen Zügen genoss ist ja okay. Aber das er nach seiner Befreiung ein höchst enthaltsames Leben geführt hat sollte unzweifelhaft sein.

    Ich glaube Du verstehst Du etwas grundsätzlich falsch. Das Leben von Buddha war 35 voller Leid. Erst dann konnte er es genießen. Auch wen Du Dein ganzes Leben enthaltsam lebst bedeutet das nicht, dass Du nicht leidest. Oder umgekehrt auch wenn Du Dein ganzes Leben nicht enthaltsam lebst kannst Du frei von Leid sein. Die dritte Fessel hatte Buddha überwunden, als er nicht mehr an Regeln und Ritualen festgehalten hat. Nicht ein enthaltsames Leben hat ihn zu dieser Erkenntnis gebracht sondern erst als der das asketische Leben aufgegeben hatte war er Befreit. Die Regeln für Mönche sind dazu da sich von anderen Regeln der Gesellschaft zu befreien. Sie sind nicht das Ziel sondern der Weg um die inneren fesseln zu überwinden. Solange ein Buddhist glaubt er braucht diese Regeln, wird er immer wieder in ein Leben wiedergeboren wo diese Reglen herrschen. Bis er sie überwindet. Innerlich nicht äußerlich. Erst wenn Du sie innerlich überwindest hast Du die Freiheit sie auch äußerlich anzunehmen um anderen ein Vorbild zu sein oder Dich äußerlich davon zu lösen um für andere Menschen in einer anderen Form nützlich zu sein.

  • Dharma-Modell 1: dukkha-dharma

    • sonnenschein
    • 27. November 2012 um 10:58
    Geronimo:
    sonnenschein:

    Buddha hatte viele Frauen und hätte er nur asketisch gelebt hätte er sein Ziel vieleicht nie erreicht. Buddha hatte kein "Leben light" vorgelebt.

    Woher hast du das denn? Und beziehst du das auf sein ganzes Leben oder nur auf seine Anfangsjahre, als er noch nicht Buddha genannt wurde?

    Also wenn ich dir das jetzt ernsthaft belegen soll, dann Frage ich mich schon ob Du Dich überhaupt schon einmal mit der Lebensgeschichte von Buddha auseinandergesetzt hast. Dazu gibt es genügend Quellen, suche einfach selber und kannst mir ja ne Quelle zeigen wo das Gegenteil drin steht.

  • Anfängerfrage zur Reinkarnation

    • sonnenschein
    • 27. November 2012 um 10:36
    Sarah29:

    Gibt es denn bestimmte Traditionen im Buddhismus, die Wiedergeburt rein metaphorisch verstehen? Oder kann man das nicht nach Traditionen einteilen (noch nicht einmal grob), da innerhalb der Traditionen viele unterschiedliche Interpretationen bestehen?

    Das Dharma, die Lehrreden Buddhas bedeutet übersetzt: "Wie die Dinge sind" .
    Somit ist jeder der danach lebt wie die Dinge sind sozusagen ein Buddhist. Karma erklärt vor allem das entstehen und vergehen der "dinge". Budha's zentrale erkenntnis war aber nicht nur, genau zu wissen wie alle Dinge sind, d.H. das alle Dinge der Welt Formen sind die entstehen und vergehen. Sondern dass es etwas gibt was nicht dieser vergänglichkeit unterworfen ist. Dies nennt man die Buddhanatur. Für viele seiner Schüler war dies schwer verständlich und deswegen hat er Belehrungen über Karma vor allem denen gegeben, die die Welt als sehr fest und stabil angesehen haben. Die Vorstellung von Wiedergeburt und Karma spricht natürlich Grundängste in uns an, die mit dem Gedanken an den Tod verbunden sind. Der Tod ist ja für unseren Verstand nicht begreifbar und das Konzept der Wiedergeburt hilft erstmal sich nicht in dem Thema zu verlieren und ständig darüber zu grübeln was denn der Tod nun ist.
    Du kannst Dich einfach selber mal Fragen, was Dich an dem Thema Reinkarnation am meisten beschäftigt. Macht dir dieser Gedanke eher Angst oder sogar Hoffnung? Wenn ja dann solltest Du Dich weiter mit beschäftigen. Denn es geht gerade darum weder Hoffnung noch Furcht vor der Zukunft zu haben, denn das sind zentrale Anhaftungen des Geistes. Es geht darum die Buddhanatur im hier und jetzt zu erkennen und wenn man sie nicht im hier und jetzt erkennt, dann wird man solange wiedergeboren, bis man sie erkennt...

  • Anfängerfrage zur Reinkarnation

    • sonnenschein
    • 27. November 2012 um 10:26
    Wu°:

    Mir geht es nur darum zu sagen, daß Karma eben nix wissenschaftliches ist, sondern ein religiöses Dogma, das man eben annehmen kann oder nicht. Aus wissenschaftlicher Sicht und aus Lebenserfahrung sprechen viele dinge eben auch dagegen.
    Und meist ist das Leben viel komplexer, als das es in Gesetze zu fassen ist. Ich finde ja schon die Begriffe gut und schlecht sehr fragwürdig. Ich finde es einfacher, den Begriffen nicht so eine Gewalt über mich zu geben, einfach so zu handeln, wie es die Situation erfordert, ohne auf fiktive Vor- und Nachteil zu sehn.
    Zu Wiedergeburt: Ich denk nicht, das sich da irgend etwas individueller fortsetzt. Körper und Geist zerfallen im Tod. Aber das Sein geht weiter. Freilich kann man da sagen, daß das Sein sich wiederverkörpert, aber es gibt dann eben nicht das Sein von mir und dir, sondern nur Sein. Genausogut könnte man sagen, daß das Sein ungeboren ist und nie sterben wird. Oder eben nur die Erscheinungsform, die Wirkform der Leere.

    Karma wird oft als religiöses Dogma ausgelegt. ebenso wie wissenschaftler glauben Naturgesetze dogmatisch auslegen zu können. Dabei gibt es kein einziges Naturgesetz, das immer und Überall gilt. Genauso ist es mit Karma. Auch Karma wirkt nicht immer und überall. Deswegen ist es hilfreicher Karma als das entstehen und vergehen von Formen zu betrachten. Wenn wir überall Karma sehen, dann sind wir das was frei von karma ist.

  • Dharma-Modell 1: dukkha-dharma

    • sonnenschein
    • 27. November 2012 um 10:21
    Onda:

    Gerade in der Frage der Geburtenversiegung zeigt sich auch, dass der wahre Buddhismus der monastische ist. Der Buddhismus für Laienanhänger ist gleichsam ein "Buddhismus light" für Menschen, die karmisch noch nicht so weit sind, während der Mönch das Projekt der Geburtenversiegung auch schon vor Erreichung des nibbana durch Keuschheit realisieren kann. [/color]

    Wieviel Prozent Sex ist denn in Deinem Buddhismus erlaubt? Strenge Rohkost Diät oder doch mal ab und zu sündigen? Probierst Du nur die "Du darfst" Buddhawurst?
    Wie weit bist Du denn "karmisch" ? Diabetes mit Insulinspritze oder ewig gesund?
    Das was Du als wahren Buddhismus bezeichnest, ist einfach ein Konzept. Buddha hatte viele Frauen und hätte er nur asketisch gelebt hätte er sein Ziel vieleicht nie erreicht. Buddha hatte kein "Leben light" vorgelebt. Er ist von einem extrem ins andere um die Grenzen zu erkennen, Solange jemand ein Ziel hat, ist er noch nicht am Ziel. Solange es Menschen gibt, die als Ziel die Geburtenversiegung haben, haben diese Menschen es noch nicht erreicht. Andere predigen nicht von Zielen sondern Leben es im jetzt und verweisen nicht auf ein zukünftiges Leben.

  • Dharma-Modell 1: dukkha-dharma

    • sonnenschein
    • 26. November 2012 um 20:15

    Ach plötzlich wollt ihr es wieder wieder spitz, eckig, hart ... na gut
    Das Dharma also als werkzeug zum "selbst" Mord, eine sterbehilfe für Egos, die "ihr Leben" nicht mehr ertragen..
    Dann verteile ich gerne die Dharma Todesspritze.. :evil:
    Das Leben ist voller Leid. Wo man hinschaut frustierte leute die glauben sie können mit Belehrungen und meditieren dem Tod entfliehen.
    Sie suchen vergeblich in zukünftigem Leben, einer besseren Praxis die Erlösung und doch werden sie nie zu sich selbst finden.
    Da hilft kein beten, keine Matras und kein Buddhaland. Alles nur ein Spiel der Götter um uns in Wahnsin zu treiben damit wir den Verstand verlieren, das es nichts zu finden gibt. Keine Befreiung, keine Erleuchtung. Einfach nichts. So traurig siehts aus in der Welt.... :badgrin:
    Da kann man froh sein wenn das Spiel ein baldiges Ende hat...

  • Dharma-Modell 1: dukkha-dharma

    • sonnenschein
    • 26. November 2012 um 18:57
    Onda:

    Dukkha-Dharma

    Leben ist Leiden - so lautet die zentrale Erkenntnis des Buddha. Mit dem Praxisweg des Achtfachen Pfades hat der Erwachte uns einen Ausweg aus diesem existentiellen Dilemma gezeigt. Als Ursache des Leidens hat er Gier, Hass und Verblendung identifiziert. Gemeint ist das Anhaften an Phänomenen, die wir entweder haben wollen oder loswerden wollen und das alles im Irrglauben, unser nach Befriedigung gierende Ich sei ein dauerhaftes, autonomes Selbst. Die Praxis der Meditation hilft uns, tiefe Einsicht in die Beschaffenheit des Daseins zu gewinnen, das durch Vergänglichkeit, Unzulänglichkeit und Selbst-Losigkeit gekennzeichnet ist.

    Die Praxis des Achtfachen Pfades hilft uns, diese Impulse der Gier auszurotten, im Wissen, dass Leiden vor allem frustrierte Gier ist. Solange diese Begierde nicht überwunden ist, dreht sich das Rad des Samsara unablässig weiter. Handlungen, die ihren Ursprung in ichzentrierter Begierde haben, erzeugen Karma. Solange es Karma gibt, wird es auch immer wieder zu einer neuen Geburt kommen. Erst mit dem Ende von Karma und dem restlosen Erlöschen der Begierde im Realisieren von nibbana ist der Prozess ständig neuer Geburten beendet. Dies ist das höchste Ziel des Buddha-Schülers: künftigen Geburten jedwede Grundlage zu entziehen. Denn die restlose Auslöschung von dukkha (dem Leiden) gelingt nur durch die restlose Auslöschung des Lebens.

    Der Praktizierende hat daher jegliche "Lust am Leben" zu überwinden. Lustorientierte Aktivitäten wie tanzen und musizieren sowie der Besuch von Theater-, Film- und sonstigen Unterhaltungsveranstaltungen oder gar die Ausübung von Geschlechtsverkehr sind im Interesse einer fortschreitenden Entsüchtung kontraproduktiv und zu unterlassen, denn sie fördern die Anhaftung an das Leben. Der Verlust von sinnlich ausgerichteter Lebenslust durch Entsagung geht jedoch einher mit einem Zugewinn an höherer Freude. Es ist die Freude an der Unabhängigkeit von sinnlichen Genüssen, es ist die Freiheit von ans Samsara-Rad kettenden Begierden.

    Hilfreich bei der Überwindung der Daseinslust ist die regelmäßige Betrachtung des unausweichlichen Todes. Indem der Praktizierende sich die Endlichkeit des Daseins immer wieder vor Augen führt, kann er die Anhaftung ans Leben überwinden und dem Fernziel der endgültigen Geburtenversiegung durch Realisierung des nibbana näher kommen.
    Leben ist Leiden - nur in der völligen Überwindung des Lebens durch völlige Auslöschung des Karmas ist dem Leiden beizukommen.

    Das ist eine Grundlegend falsche Aussage.
    Die Übersetzung ist nicht :

    Leben ist Leiden

    sondern

    Es gibt Leid.

    Wenn alles im Leben leiden wäre, dann hätte Buddha sich nicht aus dem Leid befreien können und gleichzeitig weiterleben.

    Dies ist sicher einer der zentralen Mißverständnisse im Buddhismus, der durch falsche westliche Übersetzung sich immer weiter verbreitet.

    Dazu möchte ich eine differenzierte Erklärung geben.
    Formen sind dem Kreislauf von Geburt und Tod unterworfen. Dies erfahren Menschen gewöhnlich als Leidvoll.
    Wenn es nicht außer Formen IM Leben gäbe, denn wäre tatsächlich alles Leidvoll. Man könnte auch sagen alle "Dinge" oder alle "Formen" sind Leid.
    Buddha erkannte aber, dass es nicht nur "Dinge" und "Formen" gibt sondern auch eine Leerheit, einen Raum der Untrennbar mit allem verbunden ist.
    Wenn wir uns dieser Leerheit bewusst werden und uns somit nicht mehr auschließlich mit den Formen identfizieren, dann hört auch das Leid auf.
    Wir können dann weiter die geburt und den Tod von Formen annehmen ohne darunter zu leiden.
    Das Mißverständis im Westen kommt durch die Vorstellung, dass der Tod das Gegenteil vom Leben sei. Der Tod ist aber der Gegensatz zur Geburt. Zum Leben gibt es kein Gegenteil. Auch wenn wissenschaftler versuchen dies durch konzepte darzustellen ist diese sichtweise falsch. Wenn das Leben einen anfang hätte, so müßte es auch ein ende haben. Was wir mir "Leben" im Alltag meinen ist oft mit "mein Leben" oder ein menschliches Leben gemeint. Der Mensch ist aber nur eine mögliche Lebensform, so wie alle uns wissenschaftlich bekannten Lebewesen bzw Lebensformen. Das ist ein sprachliches Problem das immer wieder zu Verwirrung führt und deswegen wird der Buddhismus oft als Lebensfeindlich oder verneinend betrachtet.
    Die "Lust am Leben" zu überwinden bedeutet sich vor allem nicht in den Formen des Lebens zu verlieren, sondern auch die tiefe des Lebens, die formlose Dimension des Lebens zu erfahren. Eben durch Meditation. Dann erst ist die Anhaftung an den Formen überwindbar, da wir uns nicht mehr ausschließlich mit den Dingen identifizieren. Alle Formen sind auch dem Karma unterworfen. Sich vom Karma zu befreien bedeutet sich von der Identfikation mit formen zu befreien und dies ist sehr wohl in einem Menschenleben möglich wie Buddha selbst gezeigt hat. Dabei gibt es natürlich verschiedene Grade der desidentifkation. In der ersten Stufe wird dies ja mit Stromeintritt bezeichnet, was ja bedeutet, dass man die Grundlegende Natur der Dinge erkannt hat und somit auf dem Weg der vollständigen Befreiung ist und nicht mehr auf eine Ebene der sehr starken Identifikationen wie Hass, Geiz, und Unwissenheit zuückfällt, sondern nur noch an Begierde, Eifersucht und Stolz anhaftet.

  • Anfängerfrage zur Reinkarnation

    • sonnenschein
    • 26. November 2012 um 18:39
    Wu°:
    sonnenschein:

    Es ist dabei einfacher zunächst Karma als Ursache und Wirkung zu betrachten, wie wir sie aus den Naturwissenschaften kennen.

    Na, wie sehen denn "die Wissenschaften" das mit Ursache und Wirkung? Spricht man da nicht eher von Wahrscheinlichkeiten (z.B. bei der Unschärferelation Heisenbergs)?
    Ansonsten kurz Wikipedia zum thema kausalität:

    Zitat

    Nach Ernst Mach gibt es in der Natur weder reale Ursachen noch Kausalitätsverhältnisse, sondern nur funktionale Beziehungen. Im Konditionalismus werden die Ursachen durch Bedingungen ersetzt. Bereits John Stuart Mill betrachtete als Ursache eines Dinges die volle Summe seiner Bedingungen. Max Verworn steigerte diese Auffassung ins Absolute: der Begriff der Ursache sei ein Überbleibsel vorwissenschaftlicher Vorstellungen; jedes Geschehen sei nicht verursacht, sondern lediglich durch die Gesamtheit unendlich vieler, gleichwertiger Bedingungen bedingt.

    Und letztens wurde schon mal Wittgenstein zitiert: „Der Glaube an den Kausalnexus ist der Aberglaube!“

    Also so naturwissenschaftlich eindeutig scheint mir Ursache-Wirkung da doch nicht zu sein.

    Und ob es Sinn macht Vorstellungen aus der Physik auf Ethik zu übertragen, ist eine andere Frage.

    Hinter der Idee des karmas steckt für mich der Wunsch nach einer gerechten Welt. Aber auch das scheint mir nur eine Fiktion zu sein. Weil es da Vergleichbarkeiten bräuchte. Die gibt es aber nicht.

    „Das menschliche Vorstellungsgebilde der Welt ist ein ungeheures Gewebe von Fiktionen voll logischer Widersprüche, d. h. von wissenschaftlichen Erdichtungen zu praktischen Zwecken bzw. von inadäquaten, subjektiven, bildlichen Vorstellungsweisen, deren Zusammentreffen mit der Wirklichkeit von vornherein ausgeschlossen ist.“
    Hans Vaihinger

    Alles anzeigen

    Natürlich gilt Ursache und Wirkung nur auf einer Wahrscheinlichkeitsebene. Doch für unseren Alltag genügt die Praxis mit Karma zu arbeiten erstmal. Die Quantenphysik zeigt ja eben die Grenzen der Naturwissenschaft und der Kausalität. Doch um dies zu verstehen ist der erste Schritt in der Praxis erstmal sich mit dem Basiswissen außeinanderzusetzen. Karma wirkt auf der ebene der Formen. Auf der Ebene der Leerheit hat hat sie keine Wirkung. Und doch sind beide untrennbar, aber eben genau dies lääst sich nicht auf der ebene der Kauslaität, also durch das Denken verstehen. Für Anfänger ist es glaube ich wichtig sich schritt für schritt auf der ebene zu bewegen, die vertraut ist. Das Vertrauen zur Leerheit ist ja eben nur durch die Praxis möglich, lässt sich also letzendlich nicht durch Worte alleine erfassen. Über die Kauslaität hinauszugehen und damit über die Worte und Gedanken ist ja eben der Weg den Buddha beschrieben hat.

  • Dharma-Modell 2: Dharma der Ein-Sicht

    • sonnenschein
    • 26. November 2012 um 17:33
    accinca:
    sonnenschein:

    Form und Leerheit ist untrennbar.


    Ja, und um so mehr Formen um so mehr Leerheit - und je ewiger die
    Form um so ewiger die Leerheit. :roll:

    Da kann ich Dir leider nicht Recht geben. Es gibt kein "mehr" von Leerheit. Leerheit hat keine Eigenschaften, sie kann nicht mehr oder weniger sein. sie ist einfach. man könnte statt leerheit auch unendlichkeit sagen, aber das fällt uns sicher noch schwerer vorzustellen....

  • Dharma-Modell 2: Dharma der Ein-Sicht

    • sonnenschein
    • 26. November 2012 um 17:19
    Onda:

    Dharma der Einsicht

    Alles ist im Fluss.
    Alle Phänomene unterliegen ständigem Wandel (= anicca).
    Alle Phänomene sind eingebettet in ein komplexes Netz von Bedingtheiten (Bedingtes Entstehen).

    In dieser Welt des ständigen Wandels und der Allverwobenheit ("Dies ist, weil jenes ist") gibt es keinen Raum für einen festen Wesenskern, gibt es kein dauerhaftes autonomes Selbst (= anatta).

    Der Mensch "leidet" (dukkha), weil er sich dem Wandel entgegenstemmt und er der Illusion verhaftet ist, er sei ein autonomes Ich. Er leidet, weil er von einer Welt Dauer verlangt, die nur Veränderung bieten kann und weil er sich als isoliertes, von anderen Dingen getrenntes Wesen erlebt.

    Durch "Erwachen" kann dieses Leiden an seiner Wurzel zum Verlöschen gebracht werden. "Erwachen" ist die tiefe Ein-Sicht in die Gesetzmäßigkeit des Wandels und der Allverwobenheit. Erwachen ist kein intellektueller Prozess, sondern transrationale Ein-Sicht auf einer Seinsebene jenseits aller Konzepte.

    Der Buddha hat eine Methode entwickelt, die zu dieser Art Ein-Sicht und damit zur Leidbefreiung, zum Erwachen, führen kann: den Achtfachen Pfad. Dieser verbindet Reflektion und Anleitung zu sittlichem Verhalten mit Unterweisung in meditativem Training.


    ------------------

    Weitere Dharma-Modelle mögen folgen...

    Alles anzeigen


    Sehr anschauliche Beschreibung. Im Kern bedeutet es zu erkennen, dass alle Formen geburt und Tod unterworfen sind. Dies bringt uns auf den Begriff der Leerheit. In vielen Traditionen wir die Leerheit auch als Raum, Buddhanatur, Stille oder jetzt beschrieben. Form ist Leerheit. Leerheit ist Form. Form und Leerheit ist untrennbar. Umso deutlicher die ergänglichkeit der Formen erkennen umso deutlicher erkennen wir unsere Formlose essenz, unsere Buddhanatur.

  • Anfängerfrage zur Reinkarnation

    • sonnenschein
    • 26. November 2012 um 17:13
    Sarah29:

    Hallo,

    also ich habe zwei Anfängerbücher zu Buddhismus gelesen und das Thema Wiedergeburt/Reinkarnation verwirrt mich total. Ich habe es erst so verstanden, dass im Buddhismus Wiedergeburt nicht als Seelenwanderung verstanden wird. Somit konnte ich es für mich persönlich gut nachvollziehen und habe den Begriff selber sogar erst metaphorisch aufgefasst. Doch dann las ich vom Einmal-Wiederkehrer, der nur noch einmal wiedergeboren werden müsse zur Erleuchtung. Und las, dass sich schlechtes Karma direkt auf spätere Leben einwirken würde. Doch diese beiden Informationen widersprechen doch total der Auffassung, dass Wiedergeburt nicht als Seelenwanderung zu verstehen ist, oder? Ich dachte, die Vorstellung, dass schlechtes Karma die Wiedergeburt als Tier bedeuten würde, wäre ein Klischee und jetzt lese ich, dass dies offenbar tatsächlich von vielen Buddhisten angenommen wird? Bitte klärt mich auf. War meine Annahme, Reinkarnation metaphorisch zu sehen und die Vorstellung, dass schlechtes Karma die direkte Wiedergeburt z.B. als Otter oder Schlange bedeutet, eher eine Fabel ist, etwa falsch?

    Sarah

    Beide Begriffe, sowohl Karma und auch Reinkarnation sind nicht alleine durch kritisches Denken zu verstehen. Es ist wichtig sich zunächst kritisch damit auseinanderzusetzen. Es ist dabei einfacher zunächst Karma als Ursache und Wirkung zu betrachten, wie wir sie aus den Naturwissenschaften kennen. Hat man Karma richtig verstanden, dann ist der nächste Schritt zu erkennen, dass wir nicht alles Kausal erklären können. Das bedeutet nicht, dass wir einfach etwas glauben sollen. Sondern es ist eine Art Vertrauen, dass es eine Möglichkeit gibt sich aus dem Karma und damit aus dem Kreislauf der Wiedergeburten zu befreien. Dies kann man vor allem in der Meditation lernen, indem man seine Gedanken und Emotionen beobachtet. Die Gedanken kommen aus dem nichts und verschwinden wieder in nichts. Umso klarer wir Gedanken beobachten können umso deutlicher wird "Der Beobachter" der die ganze Zeit da ist. Befreiung von Karma bedeutet also zunächst auf der Ebene der Gedanken sich vom zwanghaften negativen Denken zu befreien. Dann wird auch langsam das Konzept von Reincarnation deutlicher. Wenn wir unser Leben lang negative GEdanken haben dann reincarnieren sich sozusagen die negativen Gedanken jeden augenblick neu und wir Leiden. Es ist aber auch okay das Thema Reincarnation zunächst mal auszuklammern und sich ertmal mit karma auseinanderzusetzen. Buddhismus hilft einem auch in einem Leben ... ,-)

  • Karma

    • sonnenschein
    • 26. November 2012 um 16:55
    Efeu:
    sonnenschein:


    Solange sich unser ego mit einem Ich identifiziert, solange erlebt es auch als Karma, dass diese Identifikation als gut oder schlecht bewertet...


    Das ist eine kluge Antwort! Ich wäre nicht darauf gekommen. :)

    Wie soll auch eine Identifkation mit etwas darauf kommen, dass es weder gut noch schlecht ist ? :)

  • Wie gehe ich mit negativen Emotionen (wie zB Hass) um?

    • sonnenschein
    • 25. November 2012 um 15:50
    Axel Benz:
    sonnenschein:

    Solange ich versuche bewusst zu bleiben und nicht auf die unbewusstheit der anderen eingehe, zwinge ich die anderen zur Veränderung. Im Falle der Arbeit kann das auch zur Kündigung führen, aber man hat es dann sicher leichter etwa neues zu finden, als der Chef jemanden findet, der das solange mit ihm aushält.


    Bei allem Respekt: Ich halte das für groben, unverantwortlichen Unfug (zumindest in dieser Verallgemeinerung), den ich aber - um es gleich anzukündigen - mit dir hier nicht weiter diskutieren will.

    Du musst es ja auch nicht mit mir diskutieren. Wenn Du mir Deine Sichtweise nicht in Worten darlegen kannst dann zeigst Du eben keine Verantwortung für Deine Worte. Das Leben gibt einem immer die Antworten wenn man sie nicht selber in sich findet.

  • Wie gehe ich mit negativen Emotionen (wie zB Hass) um?

    • sonnenschein
    • 25. November 2012 um 15:40
    Axel Benz:
    liana90:

    Sie verbreitet immer wieder schlimme Lügen über mich und schikaniert mich bei jeder Gelegenheit. Wie sie mit mir umgeht ist furchtbar.


    Wegen dieser Aussage habe ich meine Frage weiter oben gestellt. Stellt euch vor, sowas passiert z.B. am Arbeitsplatz, wo man so jemandem nicht aus dem Weg gehen kann. Das reine Fokussieren auf die Arbeit mit den eigenen Emotionen, wie er hier größtenteils vorgeschlagen wird, hielte ich in so einem Falle für 'suboptimal' (auch wenn es sicherlich nicht vernachlässigt werden sollte).

    Jeder kennt solche Situationen.Ob in der Familie, auf der Arbeit, unter "Freunden" oder beim Partner. Solange ich versuche bewusst zu bleiben und nicht auf die unbewusstheit der anderen eingehe, zwinge ich die anderen zur Veränderung. Im Falle der Arbeit kann das auch zur Kündigung führen, aber man hat es dann sicher leichter etwa neues zu finden, als der Chef jemanden findet, der das solange mit ihm aushält. Das nennt man dann auch Fachkräftemangel...
    Solange ich voll um hier und jetzt bin und annehme was ist, habe ich vertrauen in die Buddhanatur und somit in das Leben. Unbewusste Menschen halten es nicht lange aus wenn sie bewussten Menschen begegnen. Wenn der unbewusstere Mensch der Chef, Der Partner, Die Schwiegereltern oder sonst jemand ist und man einfach bewusst bei dem bleibt was ist, kann es schon mal passieren, dass man gekündigt, geschieden oder Hausverbot bekommt. Wenn Du glaubst Du bist erleuchtet, dann verbringe ein Wochendende bei Deinen Eltern....

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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