1. Übersicht
  2. Forum
  3. Lexikon
    1. Letzte Änderungen
  • Anmelden
  • Registrieren
  • Suche
Dieses Thema
  • Alles
  • Dieses Thema
  • Dieses Forum
  • Seiten
  • Forum
  • Lexikon
  • Termine
  • Erweiterte Suche
  1. Buddhaland Forum
  2. Buddhismus
  3. Anfängerbereich

Leerheit realisieren -> Erleuchtung

  • bibo
  • 8. Juli 2012 um 01:02
  • Zum letzten Beitrag
  • bibo
    Themenautor
    Punkte
    465
    Beiträge
    88
    Mitglied seit
    7. Juli 2012
    • 8. Juli 2012 um 01:02
    • #1

    Guten Abend,

    ich bin neu hier und mich interessiert unter anderem diese Frage: Wie "wirkt" die Einsicht in Leerheit, so dass man Erleuchtung erlangt und was ist Erleuchtung? Ist es ein andauerndes Glücksgefühl in der Art wie wir Glücksgefühle kennen? Ist es etwas völlig anderes? Wie kann ein Glücksgefühl von der Art, wie wir es kennen, anhalten - wie kann ich jetzt, wenn ich ein Glücksgefühl habe, sicher sein, dass es die Erleuchtung ist, die bis in alle Eweigkeit bestehen bleibt? Was ist Ewigkeit? Ewige Zeitdauer? Leerheit, wenn ich richtig verstanden habe, betrifft alle Phänomene, auch das Phänomen Zeit. Löst sich also mit der Einsicht der Leerheit der Gedanke der Dauer auf? Kommt dann nicht trotzdem der nächste Augenblick? Zu realisieren, dass nichts wesenhaft ist, warum ist das ein Tor zur Erleuchtung?

    Herzliche Grüße,
    Bibo

  • nibbuti
    Reaktionen
    2
    Punkte
    16.352
    Beiträge
    3.211
    Mitglied seit
    23. April 2011
    • 8. Juli 2012 um 16:34
    • #2
    bibo:

    Wie "wirkt" die Einsicht in Leerheit, so dass man Erleuchtung erlangt


    Hi & willkommen bibo

    die Einsicht der Leerheit wirkt durch Wahrnehmung eines stabilen Meditationsobjekts wie der Erde oder des Atems und später des Nichtbeachtens jeglicher Form

    der Geist durchläuft die Jhanas und wird mithilfe der Untersuchung "das ist da", "das ist nicht da" stabil, zuversichtlich und frei von unzuträglichen Zuständen

    oder er kehrt zum Meditationsobjekt zurück

    bibo:

    und was ist Erleuchtung?


    Erleuchtung ist die Abwesenheit von Gier, Hass und Verblendung

    bibo:

    Ist es ein andauerndes Glücksgefühl in der Art wie wir Glücksgefühle kennen? Ist es etwas völlig anderes?


    die Abwesenheit von Gier, Hass und Verblendung ist etwas völlig anderes, als was der Geist aus der Welt gewohnt ist

    bibo:

    Wie kann ein Glücksgefühl von der Art, wie wir es kennen, anhalten - wie kann ich jetzt, wenn ich ein Glücksgefühl habe, sicher sein, dass es die Erleuchtung ist, die bis in alle Eweigkeit bestehen bleibt?


    alles wird durch Nahrung als Ursache aufrechterhalten

    was denkst du ist die Nahrung für Gefühle?

    bibo:

    Was ist Ewigkeit? Ewige Zeitdauer?


    Ewigkeit ist ein weiteres Gefühl

    bibo:

    Leerheit, wenn ich richtig verstanden habe, betrifft alle Phänomene, auch das Phänomen Zeit. Löst sich also mit der Einsicht der Leerheit der Gedanke der Dauer auf? Kommt dann nicht trotzdem der nächste Augenblick? Zu realisieren, dass nichts wesenhaft ist, warum ist das ein Tor zur Erleuchtung?


    Leerheit heißt zunächst nur die Leerheit aller Phänomene von einem 'Ich', 'mein' und 'Selbst'-Kern, da jedes Ding eine Nahrung oder Ursache hat

    Gedanken lösen sich ständig auf und entstehen erneut, das nennt man nächster Augenblick

    das Wesenhafte ist mit Leid verbunden

    daher wird zu erkennen, dass nichts wert ist als 'wesenhaft' betrachtet zu werden (und das Erkannte auch umzusetzen), das Tor zur Erleuchtung genannt

    :)

    Trage nicht das Weltgetöse in die stille Einsamkeit
    Such den Wald, daß er Dich löse von der Krankheit unsrer Zeit.

  • bibo
    Themenautor
    Punkte
    465
    Beiträge
    88
    Mitglied seit
    7. Juli 2012
    • 8. Juli 2012 um 20:49
    • #3

    Ich danke Dir nibbuti für diese schöne Erklärung.

    Herzlichen Gruß,
    Bibo

  • bibo
    Themenautor
    Punkte
    465
    Beiträge
    88
    Mitglied seit
    7. Juli 2012
    • 9. Juli 2012 um 20:36
    • #4

    Was ist genau mit Wesenhaftigkeit/Substanzhaftigkeit gemeint? Ist es dieselbe geistige Sicht, die meint, es gäbe eine letzte, unteilbare Ursubstanz im Universum? Und warum und wodurch genau ist es uns verborgen, daß wir getäuscht sind in der Wahrnehmung dieser Wesenhaftigkeit in Bezug auf unser eigenes Ich?

    Herzliche Grüße,
    Bibo

  • bibo
    Themenautor
    Punkte
    465
    Beiträge
    88
    Mitglied seit
    7. Juli 2012
    • 9. Juli 2012 um 21:30
    • #5
    nibbuti:


    was denkst du ist die Nahrung für Gefühle?

    Naja, sie brauchen etwas, auf das sie bezogen sind - oder gibt es ganz und gar auf nichts bezogene Gefühle? Es braucht als Nahrung wenigstens einen Bezugspunkt, würde ich sagen. Damit sich ein Gefühl wiederholt einstellen kann muss sich dieser Bezugspunkt wohl ebenfalls wiederholt einstellen.

    Herzlich!
    Bibo

  • Onyx9
    Gast
    • 11. Juli 2012 um 02:00
    • #6
    bibo:

    Was ist genau mit Wesenhaftigkeit/Substanzhaftigkeit gemeint? Ist es dieselbe geistige Sicht, die meint, es gäbe eine letzte, unteilbare Ursubstanz im Universum? Und warum und wodurch genau ist es uns verborgen, daß wir getäuscht sind in der Wahrnehmung dieser Wesenhaftigkeit in Bezug auf unser eigenes Ich?

    Herzliche Grüße,
    Bibo

    Es sind die Sinne, die Sinnhaftigkeit, die Wahrnehmung über die Sinne, die Wesenhaftigkeit vortäuscht.
    Das Wahrnehmen, nein, das Verschmolzensein, also nicht mehr Wahrnehmen, sondern Sein der unteilbaren Ursubstanz, ist ohne Sinnlichkeit.
    Die Täuschung besteht im fortdauernden Wirken.

  • nibbuti
    Reaktionen
    2
    Punkte
    16.352
    Beiträge
    3.211
    Mitglied seit
    23. April 2011
    • 11. Juli 2012 um 10:56
    • #7
    bibo:

    Was ist genau mit Wesenhaftigkeit/Substanzhaftigkeit gemeint?


    Hi bibo

    es ist das Gefallenfinden, Habenwollen, Anhaften, 'Ich'-machen, 'mein'-machen, Abneigen und Nichthabenwollen mit Bezug auf (wie Onyx sagte) Gesehenes, Gehörtes, Gefühltes usw, das mit Wesen-haftigkeit/Substanz-haftigkeit gemeint ist

    bibo:

    gibt es ganz und gar auf nichts bezogene Gefühle?


    nein, jedes Gefühl und jede Empfindung ist auf Sinnkontakt bezogen, entsteht in Abhängigkeit von Sinnkontakt

    aber es gibt einige seltene Empfindungen die durch Aufhören von (ungesundem) Sinnkontakt entstehen und auf nichts bestimmtes bezogen sind

    zB Entzückung, Heiterkeit, Gelassenheit, Zuversicht, geistige Sammlung, Gleichmut: bei (richtig angewandter) Meditation

    :)

    Trage nicht das Weltgetöse in die stille Einsamkeit
    Such den Wald, daß er Dich löse von der Krankheit unsrer Zeit.

  • Onyx9
    Gast
    • 11. Juli 2012 um 14:22
    • #8

    Bodhi-Erleuchtungsgeist macht sich als Empfindung bemerkbar.
    Aber vielleicht könnte man eher Emanation dazu sagen.
    Diese Wörter sind aber oft mit anderen - grob-körperlich-sinnlichen - Assoziationen verknüpft;
    und diese Assoziationen beschreiben es nicht.

    Auch der Begriff Leerheit ist irreführend; anatta bedeutet nicht Leerheit im deutschen Sinn,
    auch shunyata bedeutet nicht Leerheit im deutschen Sinn.
    Der japanische Bergriff z.B. für anatta/shunyata bedeutet: Himmel.
    Wenn der Deutsche an etwas leeres denkt, kommt ihm Verlust in den Sinn oder Nicht-Existenz.

  • nibbuti
    Reaktionen
    2
    Punkte
    16.352
    Beiträge
    3.211
    Mitglied seit
    23. April 2011
    • 11. Juli 2012 um 14:29
    • #9
    Onyx9:

    Wenn der Deutsche an etwas leeres denkt, kommt ihm Verlust in den Sinn oder Nicht-Existenz.


    Denkst du das war vor 2600 Jahren anders, liebe Onyx?

    Zitat


    Brahmanimantaṇika Sutta

    24. "'Guter Herr, wenn du behauptest, unmittelbar das erkannt zu haben, woran die Allhaftigkeit von Allem nicht Anteil hat, möge sich deine Behauptung nicht als nutzlos und leer erweisen!'"

    25. "'Bewußtsein, das nicht irgendetwas zuweist,
    Unendlich ist, Getrennt von Allem leuchtet::

    daran hat die Erdhaftigkeit des Erdelements nicht Anteil, daran hat die Wasserhaftigkeit des Wasserelements nicht Anteil, daran hat die Feuerhaftigkeit des Feuerelements nicht Anteil, daran hat die Windhaftigkeit des Windelements nicht Anteil, daran hat die Eigenart der Lebewesen nicht Anteil, daran hat die Eigenart der Himmelswesen nicht Anteil, daran hat die Eigenart von Pajāpati nicht Anteil, daran hat die Eigenart von Brahmā nicht Anteil, daran hat die Eigenart der Himmelswesen des Überströmenden Glanzes nicht Anteil, daran hat die Eigenart der Himmelswesen der Leuchtenden Herrlichkeit nicht Anteil, daran hat die Eigenart der Himmelswesen der Großen Erfolge nicht Anteil, daran hat die Eigenart des Überwinders nicht Anteil, daran hat die Allhaftigkeit von Allem nicht Anteil.'"


    :)

    Trage nicht das Weltgetöse in die stille Einsamkeit
    Such den Wald, daß er Dich löse von der Krankheit unsrer Zeit.

  • Takumi
    Gast
    • 11. Juli 2012 um 14:38
    • #10
    Onyx9:

    Der japanische Bergriff z.B. für anatta/shunyata bedeutet: Himmel.

    Unter den Blinden ist die Einäugige Königin - oder?

    Das Kanji für Himmel ist das 天 und bedeutet TEN wie in Tenno.
    Das Kanji für Leere im Sinne sunyata ist das hier 空 und beutet KU.

    Es setzt sich zusammen aus zwei Kanji - nämlich unten "Handwerk" und oben "Loch" und leitet sich daher davon ab, dass dort, wo der Handwerker ein Loch gelassen hat, da was fehlt oder man sogar den Himmel sehen kann.

  • Onyx9
    Gast
    • 11. Juli 2012 um 15:56
    • #11

    Ahhh ! Stimmt !
    Himmel, öffnen, Loch, vergeblich, leer

    Danke !

    Hochmut kommt vor dem Fall :grinsen:

  • Onyx9
    Gast
    • 11. Juli 2012 um 16:16
    • #12

    Da sagte der Eckhart immer: Abgeschiedenheit

    Leer ist Käse(loch) :D

    Und suññatā meint eher : Abwesenheit ( von Selbst/Dukkha )

    also alles andere als leer

  • Elliot
    Reaktionen
    170
    Punkte
    17.675
    Beiträge
    3.493
    Mitglied seit
    5. Oktober 2010
    • 11. Juli 2012 um 17:05
    • #13
    Zitat

    "Und was, Freund, ist die Herzensbefreiung durch Leerheit ( suññatā cetovimutti )? Da erwägt ein Bhikkhu, der in den Wald oder zum Fuße eines Baumes oder in eine leere Hütte gegangen ist: 'Dies ist leer von einem Selbst oder von etwas, das einem Selbst gehört'. Dies wird Herzensbefreiung durch Leerheit genannt." (http://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m043z.html)


    Viele Grüße
    Elliot

    Viele Grüße

    Elliot

  • bibo
    Themenautor
    Punkte
    465
    Beiträge
    88
    Mitglied seit
    7. Juli 2012
    • 11. Juli 2012 um 20:49
    • #14

    Herzlichen Dank, das sind alles sehr anregende Erklärungen! Jetzt denke ich ein wenig darüber nach und frage vielleicht weiter.

    Bibo

  • bibo
    Themenautor
    Punkte
    465
    Beiträge
    88
    Mitglied seit
    7. Juli 2012
    • 12. Juli 2012 um 23:38
    • #15

    Könnte jemand bitte nochmal erklären, was "inhärente Existenz" oder "Wesenhaftigkeit" meint. Es wurde zwar bereits gut erklärt und ich habe vieles darüber gelesen, kann aber einfach noch nicht finden, was genau gemeint ist. Mein intelektuelles Verständnis ist so: ich nehme irgendetwas wahr und es erscheint mir sofort als "das da", was irgendwie nichts mit mir zu tun hat, da draußen vor sich hin existiert für sich, irgendetwas "anderes" ausserhalb von mir. Obwohl ich intelektuell relativ klar sehe, dass es so etwas nicht gibt, erscheint es mir gefühlsmäßig doch so. Der Tisch da z.B. scheint mir nicth abhängig von meiner Wahrnehmung und begrifflichen Prozessen, obwohl ich, wenn ich darüber nachdenke schon "weiß", dass er natürlich von meiner eigenen Wahrnehmung abhängt. Ich denke aber wohl eher, dass es so sein müsste - weniger sehe ich das direkt. Und wenn ich nun den Buddha richtig verstehe, gibt es neben der gedachten eine direkte, unmittelbare Einsicht in diese Wahrheit von der Bedingheit der Dinge. Hat jemand hier diese direkte Einsicht und kann davon berichten, wie das ist. Warum ist direktes Erkennen des Fehlens von Wesenhaftigkeit befreiend oder erleuchtend?

    Herzliche Grüße,
    Bibo

  • Dorje Sema
    Gast
    • 12. Juli 2012 um 23:57
    • #16
    Takumi:
    Onyx9:

    Der japanische Bergriff z.B. für anatta/shunyata bedeutet: Himmel.

    Unter den Blinden ist die Einäugige Königin - oder?

    Das Kanji für Himmel ist das 天 und bedeutet TEN wie in Tenno.
    Das Kanji für Leere im Sinne sunyata ist das hier 空 und beutet KU.

    Es setzt sich zusammen aus zwei Kanji - nämlich unten "Handwerk" und oben "Loch" und leitet sich daher davon ab, dass dort, wo der Handwerker ein Loch gelassen hat, da was fehlt oder man sogar den Himmel sehen kann.

    Hallo Takumi

    Zu gut umgs. deutsch :
    »Da hat der Zimmermann das Loch gelassen « :?:

    Lebe lange gesund & in Frieden

    _()_ Nomad

  • nibbuti
    Reaktionen
    2
    Punkte
    16.352
    Beiträge
    3.211
    Mitglied seit
    23. April 2011
    • 12. Juli 2012 um 23:59
    • #17
    bibo:

    Könnte jemand bitte nochmal erklären, was "inhärente Existenz" oder "Wesenhaftigkeit" meint. Warum ist direktes Erkennen des Fehlens von Wesenhaftigkeit befreiend oder erleuchtend?

    Zitat

    Cūḷasīhanāda Sutta - Der Löwenruf

    14. "Ihr Bhikkhus, wenn ein Tathāgata, ein Verwirklichter und vollständig Erleuchteter behauptet, die völlige Durchdringung aller Arten von Anhaftung zu lehren, beschreibt er die völlige Durchdringung aller Arten von Anhaftung vollständig: er beschreibt die völlige Durchdringung der Anhaftung an Sinnesvergnügen, der Anhaftung an Ansichten, der Anhaftung an Regeln und Ritualen und der Anhaftung an eine Lehre von einem Selbst."

    15. "Ihr Bhikkhus, bei solch einem Dhamma und solch einer Disziplin wird es offensichtlich, daß die Zuversicht in Bezug auf den Lehrer in die richtige Richtung geht, daß die Zuversicht in Bezug auf das Dhamma in die richtige Richtung geht, daß die Erfüllung der Übung der Sittlichkeit in die richtige Richtung geht, und daß die Zuneigung unter den Gefährten im Dhamma in die richtige Richtung geht. Warum ist das so? So ist es, wenn das Dhamma und die Disziplin wohl verkündet und wohl erklärt ist, befreiend, zum Frieden führend, erklärt von einem, der vollständig erleuchtet ist."

    16. "Was haben nun diese vier Arten der Anhaftung als Quelle, was als Ursprung, woraus werden sie geboren, woraus entstehen sie? Diese vier Arten der Anhaftung haben Begehren als Quelle, Begehren als Ursprung, sie werden aus Begehren geboren, sie entstehen aus Begehren. Was hat Begehren als Quelle, was als Ursprung, woraus wird es geboren, woraus entsteht es? Begehren hat Gefühl als Quelle, Gefühl als Ursprung, es wird aus Gefühl geboren, es entsteht aus Gefühl. Was hat Gefühl als Quelle, was als Ursprung, woraus wird es geboren, woraus entsteht es? Gefühl hat Kontakt als Quelle, Kontakt als Ursprung, es wird aus Kontakt geboren, es entsteht aus Kontakt. Was hat Kontakt als Quelle, was als Ursprung, woraus wird er geboren, woraus entsteht er? Kontakt hat die sechsfache Sinnesgrundlage als Quelle, die sechsfache Sinnesgrundlage als Ursprung, er wird aus der sechsfachen Sinnesgrundlage geboren, er entsteht aus der sechsfachen Sinnesgrundlage. Was hat die sechsfache Sinnesgrundlage als Quelle, was als Ursprung, woraus wird sie geboren, woraus entsteht sie? Die sechsfache Sinnesgrundlage hat Name-und-Form als Quelle, Name-und-Form als Ursprung, sie wird aus Name-und-Form geboren, sie entsteht aus Name-und-Form. Was hat Name-und-Form als Quelle, was als Ursprung, woraus wird es geboren, woraus entsteht es? Name-und-Form hat Bewußtsein als Quelle, Bewußtsein als Ursprung, es wird aus Bewußtsein geboren, es entsteht aus Bewußtsein. Was hat Bewußtsein als Quelle, was als Ursprung, woraus wird es geboren, woraus entsteht es? Bewußtsein hat Gestaltungen als Quelle, Gestaltungen als Ursprung, es wird aus Gestaltungen geboren, es entsteht aus Gestaltungen. Was haben Gestaltungen als Quelle, was als Ursprung, woraus werden sie geboren, woraus entstehen sie? Gestaltungen haben Unwissenheit als Quelle, Unwissenheit als Ursprung, sie werden aus Unwissenheit geboren, sie entstehen aus Unwissenheit."

    17. "Ihr Bhikkhus, wenn Unwissenheit überwunden wird und wahres Wissen in einem Bhikkhu entsteht, dann haftet er mit dem Verschwinden der Unwissenheit und dem Entstehen von wahrem Wissen nicht mehr an Sinnesvergnügen an, er haftet nicht mehr an Ansichten an, er haftet nicht mehr an Regeln und Ritualen an, er haftet nicht mehr an einer Lehre von einem Selbst an. Wenn er nicht anhaftet, ist er nicht aufgeregt. Wenn er nicht aufgeregt ist, erlangt er persönlich Nibbāna. Er versteht: 'Geburt ist zu Ende gebracht, das heilige Leben ist gelebt, es ist getan, was getan werden mußte, darüber hinaus gibt es nichts mehr.'"

    Trage nicht das Weltgetöse in die stille Einsamkeit
    Such den Wald, daß er Dich löse von der Krankheit unsrer Zeit.

  • bibo
    Themenautor
    Punkte
    465
    Beiträge
    88
    Mitglied seit
    7. Juli 2012
    • 13. Juli 2012 um 00:13
    • #18
    nibbuti:
    bibo:

    Könnte jemand bitte nochmal erklären, was "inhärente Existenz" oder "Wesenhaftigkeit" meint. Warum ist direktes Erkennen des Fehlens von Wesenhaftigkeit befreiend oder erleuchtend?

    Zitat

    Cūḷasīhanāda Sutta - Der Löwenruf

    14. "Ihr Bhikkhus, wenn ein Tathāgata, ein Verwirklichter und vollständig Erleuchteter behauptet, die völlige Durchdringung aller Arten von Anhaftung zu lehren, beschreibt er die völlige Durchdringung aller Arten von Anhaftung vollständig: er beschreibt die völlige Durchdringung der Anhaftung an Sinnesvergnügen, der Anhaftung an Ansichten, der Anhaftung an Regeln und Ritualen und der Anhaftung an eine Lehre von einem Selbst."

    15. "Ihr Bhikkhus, bei solch einem Dhamma und solch einer Disziplin wird es offensichtlich, daß die Zuversicht in Bezug auf den Lehrer in die richtige Richtung geht, daß die Zuversicht in Bezug auf das Dhamma in die richtige Richtung geht, daß die Erfüllung der Übung der Sittlichkeit in die richtige Richtung geht, und daß die Zuneigung unter den Gefährten im Dhamma in die richtige Richtung geht. Warum ist das so? So ist es, wenn das Dhamma und die Disziplin wohl verkündet und wohl erklärt ist, befreiend, zum Frieden führend, erklärt von einem, der vollständig erleuchtet ist."

    16. "Was haben nun diese vier Arten der Anhaftung als Quelle, was als Ursprung, woraus werden sie geboren, woraus entstehen sie? Diese vier Arten der Anhaftung haben Begehren als Quelle, Begehren als Ursprung, sie werden aus Begehren geboren, sie entstehen aus Begehren. Was hat Begehren als Quelle, was als Ursprung, woraus wird es geboren, woraus entsteht es? Begehren hat Gefühl als Quelle, Gefühl als Ursprung, es wird aus Gefühl geboren, es entsteht aus Gefühl. Was hat Gefühl als Quelle, was als Ursprung, woraus wird es geboren, woraus entsteht es? Gefühl hat Kontakt als Quelle, Kontakt als Ursprung, es wird aus Kontakt geboren, es entsteht aus Kontakt. Was hat Kontakt als Quelle, was als Ursprung, woraus wird er geboren, woraus entsteht er? Kontakt hat die sechsfache Sinnesgrundlage als Quelle, die sechsfache Sinnesgrundlage als Ursprung, er wird aus der sechsfachen Sinnesgrundlage geboren, er entsteht aus der sechsfachen Sinnesgrundlage. Was hat die sechsfache Sinnesgrundlage als Quelle, was als Ursprung, woraus wird sie geboren, woraus entsteht sie? Die sechsfache Sinnesgrundlage hat Name-und-Form als Quelle, Name-und-Form als Ursprung, sie wird aus Name-und-Form geboren, sie entsteht aus Name-und-Form. Was hat Name-und-Form als Quelle, was als Ursprung, woraus wird es geboren, woraus entsteht es? Name-und-Form hat Bewußtsein als Quelle, Bewußtsein als Ursprung, es wird aus Bewußtsein geboren, es entsteht aus Bewußtsein. Was hat Bewußtsein als Quelle, was als Ursprung, woraus wird es geboren, woraus entsteht es? Bewußtsein hat Gestaltungen als Quelle, Gestaltungen als Ursprung, es wird aus Gestaltungen geboren, es entsteht aus Gestaltungen. Was haben Gestaltungen als Quelle, was als Ursprung, woraus werden sie geboren, woraus entstehen sie? Gestaltungen haben Unwissenheit als Quelle, Unwissenheit als Ursprung, sie werden aus Unwissenheit geboren, sie entstehen aus Unwissenheit."

    17. "Ihr Bhikkhus, wenn Unwissenheit überwunden wird und wahres Wissen in einem Bhikkhu entsteht, dann haftet er mit dem Verschwinden der Unwissenheit und dem Entstehen von wahrem Wissen nicht mehr an Sinnesvergnügen an, er haftet nicht mehr an Ansichten an, er haftet nicht mehr an Regeln und Ritualen an, er haftet nicht mehr an einer Lehre von einem Selbst an. Wenn er nicht anhaftet, ist er nicht aufgeregt. Wenn er nicht aufgeregt ist, erlangt er persönlich Nibbāna. Er versteht: 'Geburt ist zu Ende gebracht, das heilige Leben ist gelebt, es ist getan, was getan werden mußte, darüber hinaus gibt es nichts mehr.'"

    Alles anzeigen

    Dankeschön! Was davon "realisierst" Du, wenn ich fragen darf - magst Du in Deinen eigenen Worten davon sprechen?

  • nibbuti
    Reaktionen
    2
    Punkte
    16.352
    Beiträge
    3.211
    Mitglied seit
    23. April 2011
    • 13. Juli 2012 um 02:23
    • #19
    bibo:

    Dankeschön!


    bitte :)

    Zitat

    Was davon "realisierst" Du, wenn ich fragen darf - magst Du in Deinen eigenen Worten davon sprechen?


    besser ist zu fragen: welche der vier Anhaftungen oder zehn Fesseln sind noch vorhanden, und welche nicht mehr?

    das sollte jeder bei sich schauen, zumindest wird es hier nicht gern gesehen wenn das einer öffentlich auf die Probe stellt

    :)

    Trage nicht das Weltgetöse in die stille Einsamkeit
    Such den Wald, daß er Dich löse von der Krankheit unsrer Zeit.

  • bibo
    Themenautor
    Punkte
    465
    Beiträge
    88
    Mitglied seit
    7. Juli 2012
    • 18. Juli 2012 um 21:39
    • #20
    nibbuti:
    bibo:

    Dankeschön!


    bitte :)

    Zitat

    Was davon "realisierst" Du, wenn ich fragen darf - magst Du in Deinen eigenen Worten davon sprechen?


    besser ist zu fragen: welche der vier Anhaftungen oder zehn Fesseln sind noch vorhanden, und welche nicht mehr?

    das sollte jeder bei sich schauen, zumindest wird es hier nicht gern gesehen wenn das einer öffentlich auf die Probe stellt

    :)

    Alles anzeigen

    Warum, nibbuti, wird es hier nicht gern gesehen, wenn jemand persönlich nach seinen "Realisationen" gefragt wird? Als Anfänger und an den buddhistischen Lehren interessierter Mensch möchte ich die Menschen hier und mich selber besser verstehen. Die Motivation, warum ich Dich so fragte, war der Wunsch nach einer direkten, authentischen Antwort. Warum legte ich Wert auf Deine persönliche Antwort, warum konnte ich Dein Zitat Buddhas nicht als authentisch von Dir kommend auffassen? Es ist derselbe Grund, aus dem ich Buddha selbst gefragt hätte. Warum hätte ich Buddha selbst persönlich gefragt? Weil ich einerseits fasziniert bin von Buddha, andererseits aber auch Zweifel und Unsicherheit habe. Sonst hätte ich mich nicht entschieden in so ein Forum zu gehen. Buddha, soweit ich ihn verstanden habe, hat immer betont, wie wichtig das eigene Nachdenken und Hinterfragen ist. Und dazu gehört für mich eben auch ihn selbst und seine Anhänger immer wieder zu be- und hinterfragen. Das eine bestimmte Art von Fragen unerwünsch sei, ist für mich eine neue Facette und für diese bin ich auch dankbar, aber sie irritiert mich auch gehörig. Sollte ich also noch mehr aufpassen auf die Wahl meiner Worte, auf meine sprachlichen Handlungen, als ich es bislang tue, so frage ich mich. Ist vielleicht ein Fehler darin, schaffe ich vielleicht Zwietracht in dieser Gemeinschaft hier oder auch nur zwischen uns indem ich so frage, wie ich es getan habe`? Und wenn ja, dann wüsste ich gerne warum.

    Herzliche Grüße,
    Bibo

  • bibo
    Themenautor
    Punkte
    465
    Beiträge
    88
    Mitglied seit
    7. Juli 2012
    • 1. August 2012 um 23:14
    • #21

    Könnte man es so sagen: Leerheit ist einfach ein gedankliches Konzept für den zwanghaft denkenden Ich-Verstand, um ihn mit seinen eigenen Mitteln ruhig zu stellen. Denn wenn dieser Ich-Verstand oder Ich-Gedanke sich konsequent mit dem Gedanken der Leerheit beschäftigt kommt er automatisch zum Stillstand, da er sich selbst ja ebenfalls als leer als auch die Leerheit als leer denken muss. Es ist wie eine Rückkoppelungsschleife: Richte ich mich, meine eigene Leerheit hinterdenkend auf mich selbst, auf mein Zentrum, aus dem ich zu kommen scheine, in dem ich zu wohnen scheine, so dreht mein Verstand hohl, weil es für ihn da nichts zu Greifen gibt und zweitens wird es immer stiller, weil ich mich ganz einfach selber in meiner Bedingtheit auflöse - Ich und Leerheit kreisen erst umeinander und fallen schließlich zusammen. So fällt das Ich in ein tiefes Loch, verzweifelnd um sich greifend, während sein eigener Gedanke der Leerheit ihn immer mehr von innen aushöhlt. Der einmal gefasste Gedanke der Leerheit hat mich endgültig infiziert. Leerheit ist die Atombombe für den Verstand! Direktes Realisieren von Leerheit ist, wenn der Verstand kapituliert hat gegenüber der Frage seiner eigenen Ur-Natur. Und was dann übrig ist ist leeres Bewusstsein, Erleuchtung, durchleuchtendes Sehen von allgegenwärtiger Leerheit oder - wie ich eben bei Tich Nath Han las - "Seinsverbundenheit". Der Verstand lebt weiter, aber von nun an als Werkzeug für die für ihn geeigneten Aufgaben und nicht als Ich-Wesen, das glaubt, das es eine eigene Existenz hätte. Welt und Ich fallen zusammen, beide lösen sich ineinander auf, vollständig ineinander verknäult ohne jeden Abstand.

    Ist das ein in etwa richtiges Verständnis darüber, wie Leerheit "wirkt"?

  • nibbuti
    Reaktionen
    2
    Punkte
    16.352
    Beiträge
    3.211
    Mitglied seit
    23. April 2011
    • 2. August 2012 um 01:18
    • #22
    bibo:

    Ist das ein in etwa richtiges Verständnis darüber, wie Leerheit "wirkt"?


    Hi bibo

    das Gesagte ist ein intellektuelles Verständnis

    Mutmaßungen darüber bringen einen aber nicht näher zum echten Eintauchen in die Leerheit

    zwei Beispiele des Erhabenen:

    Kürzere Lehrrede über die Leerheit
    Längere Lehrrede über die Leerheit

    ein frei verfügbares Buch von Buddhadasa Bhikkhu als PDF-Datei:

    Kernholz des Bodhibaums - Sunnata verstehen und leben

    :)

    Trage nicht das Weltgetöse in die stille Einsamkeit
    Such den Wald, daß er Dich löse von der Krankheit unsrer Zeit.

  • nibbuti
    Reaktionen
    2
    Punkte
    16.352
    Beiträge
    3.211
    Mitglied seit
    23. April 2011
    • 2. August 2012 um 01:40
    • #23
    bibo:

    Warum, nibbuti, wird es hier nicht gern gesehen, wenn jemand persönlich nach seinen "Realisationen" gefragt wird?


    weil der praktische Nutzen und die Grenze zwischen Aufrichtigkeit und Prahlerei nicht immer klar ist

    woher willst du zB wissen, dass einer die Wahrheit sagt über die eigenen Fertigkeiten und es nicht ausschmückt?

    und selbst wenn du es wissen solltest, wie hilft das deiner Praxis persönlich weiter? usw.

    :)

    Trage nicht das Weltgetöse in die stille Einsamkeit
    Such den Wald, daß er Dich löse von der Krankheit unsrer Zeit.

  • Grund
    Punkte
    32.810
    Beiträge
    6.483
    Mitglied seit
    18. Juni 2011
    • 2. August 2012 um 06:51
    • #24
    bibo:

    Warum ist direktes Erkennen des Fehlens von Wesenhaftigkeit befreiend oder erleuchtend?


    Kein Ahnung. Ich vermute, dass man sich erst antrainiert/konditioniert "Wesenhaftigkeit" zu sehen bis man es glaubt - z.B. wenn man buddhistische Literatur liest oder buddhistischen Lehrern zu hört, die einem erzählen, dass man das sehen würde und man das glaubt und man das dann immer wieder gedanklich rezitiert, dass man das sieht, weil es da so geschrieben steht oder der soundso das behauptet - und wenn man das dann wieder sein lässt, weil man den Glauben an die Literatur oder den Lehrer soundso verloren hat oder man merkt, dass man sich das hat nur einreden lassen von der Literatur oder dem Lehrer, dann ist man von dieser Vorstellung wieder befreit. 8)

  • nibbuti
    Reaktionen
    2
    Punkte
    16.352
    Beiträge
    3.211
    Mitglied seit
    23. April 2011
    • 2. August 2012 um 11:26
    • #25
    Grund:

    Kein Ahnung. Ich vermute, dass man sich erst antrainiert/konditioniert "Wesenhaftigkeit" zu sehen bis man es glaubt - z.B. wenn man buddhistische Literatur liest oder buddhistischen Lehrern zu hört, die einem erzählen, dass man das sehen würde und man das glaubt und man das dann immer wieder gedanklich rezitiert, dass man das sieht, weil es da so geschrieben steht oder der soundso das behauptet - und wenn man das dann wieder sein lässt, weil man den Glauben an die Literatur oder den Lehrer soundso verloren hat oder man merkt, dass man sich das hat nur einreden lassen von der Literatur oder dem Lehrer, dann ist man von dieser Vorstellung wieder befreit. 8)


    nicht jedes Werkzeug ist nützlich in jeder Situation

    aber wenn man es einfach wegwirft, wird ein Gerät auch nicht heile

    genau so ist nicht jeder Lehrer, jede Literatur hilfreich bei jedem

    aber durch Vermutung & enttäuschte Gefühle über Lehrer/Literatur wird der Geist auch nicht befreit

    besser etwas direkt prüfen auf die spezifischen Eigenschaften

    :)

    Trage nicht das Weltgetöse in die stille Einsamkeit
    Such den Wald, daß er Dich löse von der Krankheit unsrer Zeit.

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

  1. Impressum
  2. Datenschutzerklärung
  3. Nutzungsbedingungen
Netzwerk Buddhismus
Community-Software: WoltLab Suite™ 6.2.5
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App bei Google Play
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App im App Store
Download