Leiden ist nicht gleichzusetzen mit Gewalt.
Gewalt in Schrift und Wort
-
Jobrisha -
2. Juli 2012 um 21:36
-
-
Doris Rasevic-Benz:
Leiden ist nicht gleichzusetzen mit Gewalt.
Nein, aber Gewalt mit Leiden.
-
Simo:
Nein, aber Gewalt mit Leiden.
Sorry, Simo, das macht wenig Sinn. Wenn du A nicht mit B gleichsetzten (A=B) kannst, stimmt's auch umgekehrt (B=A) nicht. -
Axel Benz:Simo:
Nein, aber Gewalt mit Leiden.
Sorry, Simo, das macht wenig Sinn. Wenn du A nicht mit B gleichsetzten (A=B) kannst, stimmt's auch umgekehrt (B=A) nicht.Das war soooo klar, dass von Dir so ein Kommi kommen musste, Axel.
Ich meinte: Leiden führt nicht immer zu Gewalt, aber aus Gewalt resultiert immer Leiden.
-
Simo:
Das war soooo klar, dass von Dir so ein Kommi kommen musste, Axel.Ich meinte: Leiden führt nicht immer zu Gewalt, aber aus Gewalt resultiert immer Leiden.
Nun, der Satz macht jetzt Sinn. Ist doch gut, dass wir beide das geschafft haben... -
Zitat
Ich meinte: Leiden führt nicht immer zu Gewalt, aber aus Gewalt resultiert immer Leiden.
Nein!
Das Leid ist überwindbar. Das ist die Essenz der Lehre, lieber Simo.
Gewalt ist nicht die Ursache des Leidens. Es ist Ergebnis.Dazu die Lebenserfahrung von Garchen Rinpoche:
ZitatAlles anzeigenDer Herzensrat eines alten Vaters
Was ich mit Euch teile, sind nicht die Worte eines großen Gelehrten, sondern die Worte eines alten Vaters mit einer Menge Erfahrung.
Ich habe großes, äußerliches Leid erfahren, dadurch, dass ich zwanzig Jahre in einem Arbeitslager gefangen war. Man könnte dies "ein Problem" nennen. Wie auch immer, innerlich habe ich wirklich kein Leid erfahren. Darüber hinaus halte ich meine Zeit im Gefängnis sogar für eine sehr forteilhafte Zeit.
Als Junge, bevor ich festgenommen wurde, glaubte ich an den Dharma, aber mir fehlte die praktische Erfahrung, mein Glaube war ohne wirkliche Tiefe.
Im Gefängnis hatte ich die Möglichkeit um wirklich zu praktizieren, wobei ich äußerliches Leid mit auf den Pfad der geduldigen Nachsicht nahm.
Nicht ein einziges Mal hoffte ich aus dem Gefängnis frei zu kommen. Ich lebte von Tag zu Tag, frei von Hoffnungen und Ängsten, sendete Mitgefühl an die Wesen, vertraute auf Tara, betete heimlich zu ihr.
Nachdem ich so den Dharma anwendete und die Ergebnisse der Praxis sah, gewann ich Vertrauen in die Gültigkeit des Dharmas und mein Glaube wurde tief und unumkehrbar.
Dann dachte ich, dass es anderen nutzen würde, diese Erfahrungen zu teilen. Und wenn ich reise um zu lehren, teile ich nur meinen Herzensrat mit, der auf meinen eigenen Erfahrungen basiert.
Es ist wichtig, persönliche Erfahrungen zu sammeln, um den Dharma wirklich zu verstehen. Es ist wichtig zu fragen: Was ist wahres Glück? Ist es äußerlich oder innerlich?
Selbst wenn man sehr reich ist und alles hat, was man sich nur wünschen kann, sobald es Hass in der eigenen Familie gibt, erlebt man Hölle-ähnliche Leiden.
Wenn man arm ist, aber Liebe und Güte mit der Familie teilt, erlebt man ein reines Land.
Glück kann nur innerhalb des Geistes entstehen. Glück steht überhaupt nicht im Zusammenhang mit der Außenwelt.
Wenn der Geist gestört ist, findet man überall Leiden, sogar in einem positiven Umstand. Wenn der Geist in Frieden und mit Liebe gefüllt ist, findet man Glück sogar während man von einem scheinbar schwierigen, äußeren Umstand umgeben ist."Ausnahmslos jegliches Leid entsteht aus dem Wunsch nach eigenem Glück."
--
Erinnerungen der Gütigkeit, des Mitgefühls und Deiner eigenen wahren Natur, von Seiner Eminenz Garchen Rinpoche.Übersetzungs copyright der deutschen Fassung © 2012 Daniela König.
Übersetzungs copyright der englischen Fassung © 2012 Ina Bieler. -
Axel Benz:Simo:
Das war soooo klar, dass von Dir so ein Kommi kommen musste, Axel.Ich meinte: Leiden führt nicht immer zu Gewalt, aber aus Gewalt resultiert immer Leiden.
Nun, der Satz macht jetzt Sinn. Ist doch gut, dass wir beide das geschafft haben... -
Doris Rasevic-Benz:Alles anzeigenZitat
Ich meinte: Leiden führt nicht immer zu Gewalt, aber aus Gewalt resultiert immer Leiden.
Nein!
Das Leid ist überwindbar. Das ist die Essenz der Lehre, lieber Simo.
Gewalt ist nicht die Ursache des Leidens. Es ist Ergebnis.Dazu die Lebenserfahrung von Garchen Rinpoche:
ZitatAlles anzeigenDer Herzensrat eines alten Vaters
Was ich mit Euch teile, sind nicht die Worte eines großen Gelehrten, sondern die Worte eines alten Vaters mit einer Menge Erfahrung.
Ich habe großes, äußerliches Leid erfahren, dadurch, dass ich zwanzig Jahre in einem Arbeitslager gefangen war. Man könnte dies "ein Problem" nennen. Wie auch immer, innerlich habe ich wirklich kein Leid erfahren. Darüber hinaus halte ich meine Zeit im Gefängnis sogar für eine sehr forteilhafte Zeit.
Als Junge, bevor ich festgenommen wurde, glaubte ich an den Dharma, aber mir fehlte die praktische Erfahrung, mein Glaube war ohne wirkliche Tiefe.
Im Gefängnis hatte ich die Möglichkeit um wirklich zu praktizieren, wobei ich äußerliches Leid mit auf den Pfad der geduldigen Nachsicht nahm.
Nicht ein einziges Mal hoffte ich aus dem Gefängnis frei zu kommen. Ich lebte von Tag zu Tag, frei von Hoffnungen und Ängsten, sendete Mitgefühl an die Wesen, vertraute auf Tara, betete heimlich zu ihr.
Nachdem ich so den Dharma anwendete und die Ergebnisse der Praxis sah, gewann ich Vertrauen in die Gültigkeit des Dharmas und mein Glaube wurde tief und unumkehrbar.
Dann dachte ich, dass es anderen nutzen würde, diese Erfahrungen zu teilen. Und wenn ich reise um zu lehren, teile ich nur meinen Herzensrat mit, der auf meinen eigenen Erfahrungen basiert.
Es ist wichtig, persönliche Erfahrungen zu sammeln, um den Dharma wirklich zu verstehen. Es ist wichtig zu fragen: Was ist wahres Glück? Ist es äußerlich oder innerlich?
Selbst wenn man sehr reich ist und alles hat, was man sich nur wünschen kann, sobald es Hass in der eigenen Familie gibt, erlebt man Hölle-ähnliche Leiden.
Wenn man arm ist, aber Liebe und Güte mit der Familie teilt, erlebt man ein reines Land.
Glück kann nur innerhalb des Geistes entstehen. Glück steht überhaupt nicht im Zusammenhang mit der Außenwelt.
Wenn der Geist gestört ist, findet man überall Leiden, sogar in einem positiven Umstand. Wenn der Geist in Frieden und mit Liebe gefüllt ist, findet man Glück sogar während man von einem scheinbar schwierigen, äußeren Umstand umgeben ist."Ausnahmslos jegliches Leid entsteht aus dem Wunsch nach eigenem Glück."
--
Erinnerungen der Gütigkeit, des Mitgefühls und Deiner eigenen wahren Natur, von Seiner Eminenz Garchen Rinpoche.Übersetzungs copyright der deutschen Fassung © 2012 Daniela König.
Übersetzungs copyright der englischen Fassung © 2012 Ina Bieler.Ich glaube die Ursache ist oft nicht mehr nachvollziehbar, was bleibt ist das Ergebnis: Gewalt, dieses ist erkennbar und darauf reagieren wir. Ich denke um das Leiden das aus der Gewalt resultiert zu verändern, müsste man die Ursache ( er)kennen.
Wenn ich jetzt nur von mir ausgehe, dann kann ich mein Leben sicherlich so gestalten, das mich die Gewalt der anderen nicht so tangiert. Ich kann Einsiedler werden.
Nonne...
Ich kann mir eine Hütte in den Bergen bauen und mich von dem ernähren was ich anbaue. Ich bin dann nur für mich verantwortlich. Aber da Gewalt überall zu finden ist, kann es auch gut sein, das ein Flugzeug runterstützt auf meinen Berg und die wenig Überlebenden sich wegen der Nahrung in die Haare bekommen. Oder ein Wanderer kommt vorbei und klaut mir die angebaute Nahrung.
Ich kann also der Gewalt entgehen, wenn ich alleine bin, aber nicht wenn noch andere Menschen zusammen kommen.Die Natur weiß sich da zu helfen, sie dezimiert.
Die Menschen sterben aus Krankheit, Unfällen, Gewalttode, sie dezimieren sich ebenso.Irgendwo in dieser Rechnung liegt meiner Meinung nach die Lösung um Gewalt zu verhindern... Denn wenn es Gewalt gibt, müsse es auch das Gegenteil geben. Da die Gewalt auf dieser Welt zunimmt, muss ein zunehmender Gegenpol da sein... was denkt ihr, wo kann man den finden.
Zu denken es liegt nur an einem selbst - wenn ich mich gegen Gewalt entscheide, dann verändere ich die Welt, halte ich für zu naiv...Grüße von Jo
-
Ach Doris, du missverstehst mich. Natürlich ist Gewalt nicht die Ursache des Leides. Das ist die Unwissenheit. Aber dennoch führt Gewalt zu Leiden, ob bei mir selbst oder bei anderen. Das kannst du nicht leugnen. Dass das Leid überwindbar ist, weiß ich, liebe Doris. Das ist die Dritte der Edlen Wahrheiten. Gewalt ist eher ein Symptom der Unwissenheit, trotzdem führt sie zu Leid.
Wer in seinem Streben nach dem eigenen Glück
Gewalt anwendet und andere Wesen verletzt,
Die doch gleicherweise nach Glück suchen,
Der wird kein Glück finden in dieser noch in der nächsten Welt.Dhammapada, Vers 132
Ich denke um Gewalt zu verhindern, müssen die Menschen ihren Geist umwandeln.
-
Zitat
Wenn ich jetzt nur von mir ausgehe, dann kann ich mein Leben sicherlich so gestalten, das mich die Gewalt der anderen nicht so tangiert. Ich kann Einsiedler werden.
Nein, liebe Jobrisha. Das ist genau das, was der Buddha eben nicht meinte.
Du nimmst Dich überallhin mit. Es gibt keine gelingende Flucht, aber eine grundlegende Lösung. Und da ist es dann ganz egal, wo Du Dich aufhältst. -
Doris Rasevic-Benz:Zitat
Wenn ich jetzt nur von mir ausgehe, dann kann ich mein Leben sicherlich so gestalten, das mich die Gewalt der anderen nicht so tangiert. Ich kann Einsiedler werden.
Nein, liebe Jobrisha. Das ist genau das, was der Buddha eben nicht meinte.
Du nimmst Dich überallhin mit. Es gibt keine gelingende Flucht, aber eine grundlegende Lösung. Und da ist es dann ganz egal, wo Du Dich aufhältst.Genau, das Problem sind nicht die anderen. Das ist die eigene Haltung.
"Besser, als die ganze Welt mit Leder zu bedecken, um auf keinen Stein zu treten, ist es, Schuhe anzuziehen."
-
Doris Rasevic-Benz:Zitat
Wenn ich jetzt nur von mir ausgehe, dann kann ich mein Leben sicherlich so gestalten, das mich die Gewalt der anderen nicht so tangiert. Ich kann Einsiedler werden.
Nein, liebe Jobrisha. Das ist genau das, was der Buddha eben nicht meinte.
Du nimmst Dich überallhin mit. Es gibt keine gelingende Flucht, aber eine grundlegende Lösung. Und da ist es dann ganz egal, wo Du Dich aufhältst.Vielleicht verstehe ich dich falsch, ich denke nicht nur an die Lösung, mich selbst zur Gewaltfreiheit zu konditionieren, sondern Gewalt vollständig zu entgehen.
Welche Chance haben Menschen die Gewalt ablehnen? Ihnen begegnet doch trotzdem Gewalt in jeglicher Form.
-
Jobrisha:
...
Welche Chance haben Menschen die Gewalt ablehnen? Ihnen begegnet doch trotzdem Gewalt in jeglicher Form.
Die Wahrnehmung als das erkennen, was sie ist: ein Blick durch eine gefärbte Brille.Mir ist lange keine Gewalt mehr begegnet - da hatte ich wohl Glück.
Letztens habe ich einen Brief als gewalttätig empfunden. Der Absender schwört Stein und Bein, keine Gewalt angewendet zu haben.
Wie auch immer, und wessen Sichtweise da nun wohl auch stimmen mag - ich sehe in ihm keinen Gewalttäter sondern einen Leidenden. -
Zitat
Vielleicht verstehe ich dich falsch, ich denke nicht nur an die Lösung, mich selbst zur Gewaltfreiheit zu konditionieren, sondern Gewalt vollständig zu entgehen.
Welche Chance haben Menschen die Gewalt ablehnen? Ihnen begegnet doch trotzdem Gewalt in jeglicher Form.
Mit der Konditionierung haut das nicht hin. Und entgehen kannst Du dem nicht. Du kannst nicht fliehen.
Es gibt auch keine Gerechtigkeit nach dem Motto: "Wenn ich ganz lieb bin, dann bleibe ich verschont." Das mag man Dir so eingeprügelt haben, das magst Du so angenommen haben, aber es funktioniert nicht.
Ich sag das, weil ich mich auch immer auf diese Weise den Konflikten entziehen will. Es klappt nicht. Es macht nur ängstlich und es ist eine Verschwendung von Zeit und Energie. Die Dinge geschehen, Leid ist da. Fertig.Warum ich das bezweifle mit der Konditionierung? Dieses Denken ist Ergebnis einer Konditionierung. Und da diese Ich-bin-ganz-brav-Strategie lebensfremd ist und dazu führt, dass die eigenen Lebensimpulse und Bedürfnisse nicht offen erlebt und gelebt (und manchmal auch abgelegt) werden, bahnen sie sich auf andere Weise ihren Weg nach draussen. Nur erkennst Du das nicht als solches. Denn die natürliche Lebensenergie wegzudrücken geht nicht ohne sich und anderen zu schaden. Ich habe Jahrzehnte meines Lebens mit dieser Strategie verschwendet, es ist nur eine Vermeidungsstrategie – bringt nichts, beruht auf dieser falschen Prämisse s.o.. Das tat erst mal sehr weh, als ich erkennen musste, dass ich auf dem falschen Dampfer sitze, mein ganzes Selbstbild war ruiniert: Ich, das arme Opfer, die niemandem was Böses will und doch bitte in Ruhe gelassen werden soll … Und dann kam die große Angst. Ich musste Konflikte bestehen, aushalten womöglich sogar auslösen. Und dann könnte doch jemand auf mich böse sein, und wer weiß, was dann geschieht … Kopfkino pur. Es glaubt einem ja kaum einer, die meisten lachen nur und meinen "Stell Dich nicht so an!", aber es ist Todesangst, die da ausgelöst wird. Da ich aber da raus wollte, half nur eines: Rein in die Chose und schauen was passiert, sich aussetzen. Es funktioniert. Und es funktioniert immer besser, vor allem seit ich mit Hilfe meines Lehrers mein Kopfkino durchschauen lerne. Ich weiß nicht, ob ich das jemals ganz überwinden werde, mein Lehrer meint ja.
Ich nutze jedoch jede Gelegenheit zur Übung. Das heißt nicht, dass ich immer Konflikte suche, die kommen von ganz alleine. Aber ist einer da, dann probiere ich aus, wie ich damit für mich und alle Beteiligten gut umgehen kann. Mittlerweilen halte ich es sehr gut aus, wenn ich für "böse" gehalten werde, oft interessiert es mich gar nicht, ich überlebe das alles.
Denke bitte noch einmal darüber nach, wie Du den Begriff "Gewalt" verwendest. Denn so wie Du ihn verwendest, wäre ein Flötenkonzert von Mozart Gewalt, wenn Du es nicht gerne hörst. Und ein Blume würde Gewalt ausüben, wenn jemand allergisch auf sie reagiert.
Liebe Grüße
Doris - Knochensack -
Jobrisha:
mich selbst zur Gewaltfreiheit zu konditionieren,
aber die gewalt bleibt oder was passiert mit ihr?
für mich sind (um)konditionierungen nur ein (ein)tausch, dadurch wird der ursprüngliche zustand (gewalt in diesem fall) nicht aus der welt geschaft, ich wende statt das alte muster das neue an.Zitatsondern Gewalt vollständig zu entgehen.
auch das sehe ich etwas anders. ich kann niemendem (gewalt in dem fall) entgehen, ich kann sie durchschauen, ihre ursachen erkennen, die unsinnigkeit der ursache erkennen und damit wird sich gewalt in nichts auflösen.so sehe ich es, im groben...
einen schönen tag *blümchen*
. -
Doris Rasevic-Benz:
Denke bitte noch einmal darüber nach, wie Du den Begriff "Gewalt" verwendest. Denn so wie Du ihn verwendest, wäre ein Flötenkonzert von Mozart Gewalt, wenn Du es nicht gerne hörst. Und ein Blume würde Gewalt ausüben, wenn jemand allergisch auf sie reagiert.
Liebe Grüße
Doris - KnochensackIch glaube ich habe mich falsch ausgedrückt, oder du missverstehst mich.
Es geht mir nicht darum, was MIR an Gewalt persönlich begegnet, und es geht mir auch nicht darum, ob andere mir mit Gewalt begegnen.
Sondern einfach, das diese Welt voller Gewalt ist.
Gewalt ist Rücksichtslosigkeit.
Dabei spielt es keine Rolle wie diese aussieht.
Das fängt beim kleinen an und hört im Krieg auf.
Es kann auch ein Flötenkonzert sein, dessen Lautstärker das ganze Dorf betönen, auch das ist für mich Gewalt.
Es kann der Nachbar sein mit seinem Grill, oder ein Raucher vor dem Fenster.
Ich habe nur Beispiele genannt.
Ich bin sehr sensitiv, ich erlebe diese Welt vielleicht offener und offensichtlicher als andere, das kann schon sein.Gewalt ist für mich einfach alles. Das heißt aber nicht, das es kein Glück oder keine Schönheit gibt, alles kann sein, ob es mir gefällt oder nicht, spielt dabei keine Rolle.
Mir ging es vorallem darum, was man ein Einzelner tun, um dieser Gewalt (in jeglicher Form) zu entgehen, wenn er die Gewalt (in jeglicher Form) miterlebt?
Verstehst du was ich meine... vielleicht drücke ich mich ja falsch aus.
Grüße von Jo
-
Zorița Câmpeanu:Alles anzeigenJobrisha:
mich selbst zur Gewaltfreiheit zu konditionieren,
aber die gewalt bleibt oder was passiert mit ihr?
für mich sind (um)konditionierungen nur ein (ein)tausch, dadurch wird der ursprüngliche zustand (gewalt in diesem fall) nicht aus der welt geschaft, ich wende statt das alte muster das neue an.Zitatsondern Gewalt vollständig zu entgehen.
auch das sehe ich etwas anders. ich kann niemendem (gewalt in dem fall) entgehen, ich kann sie durchschauen, ihre ursachen erkennen, die unsinnigkeit der ursache erkennen und damit wird sich gewalt in nichts auflösen.so sehe ich es, im groben...
einen schönen tag *blümchen*
.Vielleicht ist Konditionierung auch das falsche Wort, keine Ahnung. Ich habe nur eines gelernt, wenn mich selbst etwas belastet, stört oder dergleichen, dann wende ich es nicht bei anderen an - wenn es mich also stört, das jemand vor meinem Fenster raucht, werde ich nicht vor den Fenstern anderer Rauchen, wenn ich rauchen würde.
Wenn ich mich verletzt fühle wenn mich jemand verbal angreift, dann greife ich verbal nicht an, weil es andere verletzten könnte.
In gewisser Hinsicht halte ich das für Konditionierung.Aber, vielleicht hast du Recht, wenn die Gewalt in einem ist, wohin geht sie dann wenn man sich konditioniert? Ich denke mal das in mir sehr wenig Gewaltbereitschaft ist, Gewalt macht sich bemerkbar, das weiß ich aus Beobachtungen, sowohl in Mimik als auch in Gestik. Sprache und Wort. Bis es dann zur Handgreiflichkeit kommt, ist schon vorher viel geschehen im eigenen Körper.
Es gibt natürlich auch Hilfsmittel um die eigene Gewalt umzulenken, Sandsack oder für Kinder diese Styropor Schläger. Aber die Frage ist dennoch berechtigt, wohin mit der Gewalt?
Dein letzter Satz ist für mich nicht anwendbar, ich kann die Gewalt die andere leben nicht auflösen, das funktioniert nicht. Meine eigene - sollte sie da sein - da gebe ich dir recht, sie kann ich durch reflektion und an mir arbeiten auflösen.
Aber mir geht es vor allem um die Gewalt die ich durch andere erlebe... wie kann ich die auflösen, oder verhindern, oder welche Mögllichkeiten gibt es um damit besser leben zu können?Das ist eine Frage die ich mir stelle.
Sie zu ignorieren, halte ich für schwierig, weil ich bei all dem Mitgefühl auch für die Jenigen habe die Gewalt ausüben (egal welcher Form).Grüße von Jo
-
Jobrisha:Alles anzeigenDoris Rasevic-Benz:
Denke bitte noch einmal darüber nach, wie Du den Begriff "Gewalt" verwendest. Denn so wie Du ihn verwendest, wäre ein Flötenkonzert von Mozart Gewalt, wenn Du es nicht gerne hörst. Und ein Blume würde Gewalt ausüben, wenn jemand allergisch auf sie reagiert.
Liebe Grüße
Doris - KnochensackIch glaube ich habe mich falsch ausgedrückt, oder du missverstehst mich.
Es geht mir nicht darum, was MIR an Gewalt persönlich begegnet, und es geht mir auch nicht darum, ob andere mir mit Gewalt begegnen.
Sondern einfach, das diese Welt voller Gewalt ist.
Gewalt ist Rücksichtslosigkeit.
Dabei spielt es keine Rolle wie diese aussieht.
Das fängt beim kleinen an und hört im Krieg auf.
Es kann auch ein Flötenkonzert sein, dessen Lautstärker das ganze Dorf betönen, auch das ist für mich Gewalt.
Es kann der Nachbar sein mit seinem Grill, oder ein Raucher vor dem Fenster.
Ich habe nur Beispiele genannt.
Ich bin sehr sensitiv, ich erlebe diese Welt vielleicht offener und offensichtlicher als andere, das kann schon sein.Gewalt ist für mich einfach alles. Das heißt aber nicht, das es kein Glück oder keine Schönheit gibt, alles kann sein, ob es mir gefällt oder nicht, spielt dabei keine Rolle.
Mir ging es vorallem darum, was man ein Einzelner tun, um dieser Gewalt (in jeglicher Form) zu entgehen, wenn er die Gewalt (in jeglicher Form) miterlebt?
Verstehst du was ich meine... vielleicht drücke ich mich ja falsch aus.
Grüße von Jo
Hm, kommt mir nicht so vor, als ob Du falsch verstanden worden seist. (?)
Ob es nun Gewalt sei, die einem widerfährt, oder Gewalt, die man im Allgemeinen wahrnimmt, macht meiner Meinung nach nichts aus: es ist Wahrnehmung.
Und auch die Antworten von Simo, Doris und Zorita lese ich nicht anders, wenn ich es persönlich sehe oder Allgemein. -
Beispiel:
Fall 1: Im Hause kenne ich meine Nachbarn nicht. Der Nachbar über mir hört laute Musik, abends um 20.00 Uhr, wo doch mein Kind schlafen gehen soll. Ich fühle mich dadurch nicht nur belästigt, sondern sehe den Nachtschlaf meines Kindes bedroht.Fall 2: ich wohne in einem Haus, wo ich die Nachbarn und ihre Gewohnheiten auf Du und Du kenne. Der Nachbar über mir hört laute Musik. Das Treppenhaus stinkt schon nach "Egoman - Eau de Toilet für Männer"
ich weiß, gleich geht die Musik aus, die Wohnungstür rummst und mein Nachbar wird pfeifend die Treppe hinunter trampeln. Das macht er nämlich immer so, Freitagabends um 20.00 Uhr. Und dann ist er weg und es ist Ruhe. Mein Kind kann um 20.05 in Ruhe schlafen gehen.
Fall 1 und 2 sind identisch - aber das eine ist Gewalt, das andere einfach nur Leben.
-
Losang Lamo:
Beispiel:
Fall 1: Im Hause kenne ich meine Nachbarn nicht. Der Nachbar über mir hört laute Musik, abends um 20.00 Uhr, wo doch mein Kind schlafen gehen soll. Ich fühle mich dadurch nicht nur belästigt, sondern sehe den Nachtschlaf meines Kindes bedroht.Fall 2: ich wohne in einem Haus, wo ich die Nachbarn und ihre Gewohnheiten auf Du und Du kenne. Der Nachbar über mir hört laute Musik. Das Treppenhaus stinkt schon nach "Egoman - Eau de Toilet für Männer"
ich weiß, gleich geht die Musik aus, die Wohnungstür rummst und mein Nachbar wird pfeifend die Treppe hinunter trampeln. Das macht er nämlich immer so, Freitagabends um 20.00 Uhr. Und dann ist er weg und es ist Ruhe. Mein Kind kann um 20.05 in Ruhe schlafen gehen.
Fall 1 und 2 sind identisch - aber das eine ist Gewalt, das andere einfach nur Leben.
Ich sehe es so: Gewalt ist Leben.
Fall 1 und Fall 2 sind identisch. Bei Fall 1 fühlst du.
Bei Fall 2 bist du vielleicht rationaler
Aber an der Rücksichtslosigkeit (Gewalt) deines Nachbarn ändert es nichts.Wenn dein Kind nun nicht um 20:05 müde ist und schlafen geht, sondern um 19 Uhr was dann?
Deine eigene Bereitschaft den Nachbarn als gegeben anzusehen, macht doch die Rücksichtslosigkeit des Nachbarn nicht weniger Problematisch - für dich vielleicht ja, aber....
Für ihn bleibt alles beim Alten.Es ging mir in dem Text nicht um MICH, sondern allgemein um das Thema Gewalt.
MICH/ICH sind Beispiele, da findet sich leicht genug um den Problemen zu entgehen (siehe Text: Einsiedler). Ich kann mich aus der Gewalt herausziehen, mich in buddhistischer Nächstenliebe / Mitgefühl üben. Das macht aber die Gewalt um mich herum nicht weniger.
Wenn die Welt aus 200 Menschen bestünde und 100 würden Buddhisten sein, könne dennoch Gewalt enstehen, durch die restlichen 100. Diese Welt wäre in Null komma Nichts ausgelöscht.
Mir ging es in der Frage darum: gibt es eine Möglichkeit die Gewalt in der Welt zu verändern, ausserhalb der eigenen Wahrnehmung?
Oder denkt ihr, das wenn jeder seine eigene Gewalt auflöst (ich bin der Meinung Gewalt steckt in uns allen), die Welt dann irgendwann Gewaltfrei wird.Ich kanns nicht besser erklären, mir fehlen da einfach die Worte...
Liebe Grüße von Jo
-
Jobrisha:
...
Aber die Frage ist dennoch berechtigt, wohin mit der Gewalt?Wohin soll sie denn, die Gewalt? Das hat bisher noch niemand geschafft - weder Buddha, noch Jesus, noch Ghandi ...
und selbst der Dalai Lama konnte ihr nur entgehen, indem er sein Land verließ. Die Mönche und Nonnen, die dem Terror ausgeliefert waren, konnten nur die Mittel anwenden, die der Buddha gelehrt hat, und sich innerlich davon distanzieren, ertragen mussten sie es dennoch oder fliehen.ZitatAber mir geht es vor allem um die Gewalt die ich durch andere erlebe... wie kann ich die auflösen, oder verhindern, oder welche Mögllichkeiten gibt es um damit besser leben zu können?
Aus meiner Sicht: durch das Begreifen und Akzeptieren, dass Leben Leiden ist, dass Gewalt also offensichtlich auch ein Teil von Samsara ist. Samsara ist nicht veränderbar, soll wohl auch nicht verändert werden, sonst hätte der Buddha da sicher ein paar Mittel empfohlen. Dies wird hier kein Paradies, auch wenn wir uns das alle mehr oder weniger schon gewünscht haben oder immer noch wünschen - egal welcher Religion wir angehören oder welche politischen Ideale wir anstreben.
Wo willst Du also hin?
Wo erlebst Du die Gewalt?
Im Fernsehen?Das Problem ist doch nicht, dass es auf der ganzen Welt Gewalt gibt, falls Du das meinst? Das Problem ist, dass wir überschüttet werden mit allen möglichen bedrohlichen Nachrichten, wenn wir das zulassen.
Monika
-
Phu. Dem meisten, was du hier beschreibst, kann man nicht 'entgehen'. Verändern kann man nur die eigene Haltung dazu, was so passiert.
Da du wieder auf 'in Sprache und Wort' zurückkommst... wenn du dich evtl. hier im Forum angegriffen fühlst, kannst du das ansprechen oder mit dir selber abmachen (das kann ja manchmal ein ziemliches Ringen sein ;)). Was du nicht erreichen kannst, ist dass andere sich so verhalten, wie du es für gut erachtest.
Das ist hier so eine Art Gruppendynamik und sehr, sehr lehrreich.
Zum Lernen braucht es eine Gruppe, wie ich finde und so ein bisschen kann man das hier haben, wenn man sich traut - und du traust dich ja!(PS: es geht gar nicht um dich, sondern nur so gaaaaanz allgemein um Gewalt? Nee, Jo, das glaubste doch selber nicht, oder?
)
-
monikamarie:
Wo willst Du also hin?
Wo erlebst Du die Gewalt?
Im Fernsehen?Das Problem ist doch nicht, dass es auf der ganzen Welt Gewalt gibt, falls Du das meinst? Das Problem ist, dass wir überschüttet werden mit allen möglichen bedrohlichen Nachrichten, wenn wir das zulassen.
Monika
^
Aus dem Grund lese ich keine Zeitungen, schaue keinen Fernsehen. Ich erlebe die Gewalt im Umfeld, ganz normale Bürger, im Umgang miteinander. Es geht gar nicht bis zur Drohung, oder bis zur Körperlichen Misshandlung. Soweit erlebe ich das gar nicht, da müsste ich mich wohl in andere Soziale Schichten begeben. Das meine ich auch gar nicht. Ich meine Rücksichtslosigkeit. Auf dem Dort ist vieles Normal, da wird von Haus zu Haus gebrüllt, in einer 30ger Zone wird mit 60 hoch und runter gebrettert. Man unterhält sich auf der Straße bis Nachts um 3 über Fußball, und es kümmert niemanden ob andere Schlafen wollen. Es gibt auch niemanden der das unterbinden will.
Ich rede von Rücksichtslosigkeit im Umgang mit einander.
Es spielt auch keine Rolle ob mich das stört. Ich würde das nicht machen, weil es andere stören könnte...
Ist das Bewusstsein, so abgestumpft das der Mensch gar nicht erst auf die Idee kommt, zu denken es könnte andere stören? -
Mascha:
Phu. Dem meisten, was du hier beschreibst, kann man nicht 'entgehen'. Verändern kann man nur die eigene Haltung dazu, was so passiert.
Da du wieder auf 'in Sprache und Wort' zurückkommst... wenn du dich evtl. hier im Forum angegriffen fühlst, kannst du das ansprechen oder mit dir selber abmachen (das kann ja manchmal ein ziemliches Ringen sein ;)). Was du nicht erreichen kannst, ist dass andere sich so verhalten, wie du es für gut erachtest.
Das ist hier so eine Art Gruppendynamik und sehr, sehr lehrreich.
Zum Lernen braucht es eine Gruppe, wie ich finde und so ein bisschen kann man das hier haben, wenn man sich traut - und du traust dich ja!(PS: es geht gar nicht um dich, sondern nur so gaaaaanz allgemein um Gewalt? Nee, Jo, das glaubste doch selber nicht, oder?
)
Doch Mascha das meine ich wirklich (natürlich nicht immer, aber in dem Kontext hier schon) so. Siehe einen Text über diesem.
Ich meine Wirklich Gewalt allgemein und alles andere waren Beispiele.
Liebe Grüße von Jo
-
Hallo Jo,
ich nehme an, ich drücke mich auch nicht richtig aus.
aber wir kommen der Sache näher:
Jobrisha:...
Fall 1 und Fall 2 sind identisch. Bei Fall 1 fühlst du.
Bei Fall 2 bist du vielleicht rationaler
Aber an der Rücksichtslosigkeit (Gewalt) deines Nachbarn ändert es nichts.Wenn dein Kind nun nicht um 20:05 müde ist und schlafen geht, sondern um 19 Uhr was dann?
Deine eigene Bereitschaft den Nachbarn als gegeben anzusehen, macht doch die Rücksichtslosigkeit des Nachbarn nicht weniger Problematisch - für dich vielleicht ja, aber....
Für ihn bleibt alles beim Alten. ...
Nein, der Nachbar ist nicht rücksichtslos. Er lebt. Wenn ich ihm die 10 Minuten laute Musik und das Pfeifen im Treppenhaus verbieten wollte, dann wäre ich rücksichtslos.
Wenn mein Kind schon um 19 Uhr schlafen müsste, dann würde ich mit diesem Nachbarn sprechen und ihm das erklären. Das wäre in Fall 2 überhaupt kein Problem, weil wir uns auf Du und Du kennen. Tässchen Kaffee, Pläuschchen, Schilderung der Sachlage, Gemeinsames Überlegen, was wir da machen können.
Auch bin ich in Fall 2 nicht rationaler sondern emotionaler: ich mag meinen Nachbarn und freue mich, dass er gut drauf ist und ich lächle über sein Lampenfieber vor dem Freitagabend und vor allem über dieses stinkende Männerparfum.Aber ich hab gut Reden - keins meiner Kinder ist jemals um 19 Uhr ins Bett gegangen. Alles Nachteulen.
-