brigittefoe und alle
das etikettieren führt mich zu einer grundsätzlichen frage: du benennst gedanken und die gedanken verschwinden. du benennst den schmerz und der schmerz verschwindet. benennst du freude, benennst du das gefühl von liebe? was passiert, wenn ich die achtsamkeit genauso auf die positiven inneren reaktionen anwende?
frust bei der sitzmeditation
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Ich halte nichts vom etikettieren.
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Ji'un Ken:
Ich halte nichts vom etikettieren.
auch recht,
jeder muß sich , bzw.
seinen eigenen Klang hören -
Linija:
brigittefoe und alle
das etikettieren führt mich zu einer grundsätzlichen frage: du benennst gedanken und die gedanken verschwinden. du benennst den schmerz und der schmerz verschwindet. benennst du freude, benennst du das gefühl von liebe? was passiert, wenn ich die achtsamkeit genauso auf die positiven inneren reaktionen anwende?Auch die positiven Gefühle und Reaktionen sind vergänglich genau so wie die negativen. Diese Vergänglichkeit zu erkennen ist ja der Sinn der Uebung.
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an positiven inneren Reaktionen zu haften, kann genauso zum Hindernis werden, wie das Haften an negativen. Das heißt aber nicht, dass man sie nicht mehr hat, wenn man nicht an ihnen haftet. Man wird ja kein Gemüse ohne jede Empfindung ^_^
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Jepp, die positiven sind wie der Wolf im Schaafspelz, die negativen das Schaaf im Wolfspelz. Gleichmut gegenüber beiden ist die Lösung.
Wichtig ist, sich überhaupt dessen bewusst zu werden, dass man abschweift. Einfach nur feststellen und sich darin erinnern: Ich hab mir vorgenommen den Atem zu betrachten, also kehre ich sanft zu ihm zurück. Darüber wütend zu werden und mit Gewalt Ruhe erzwingen wird nicht funktionieren. Das bloße geduldige Wiederholen dieses Prozesses, bei einer Regelmäßigkeit der Praxis (Sich mit Hingabe Bemühen, kleine Schritte machen ohne auf den Gipfel des Berges zu schielen) die nicht von Prokrastination geprägt wird ist alles was zählt. Der Rest kommt von alleine.
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BangoSkank:
Jepp, die positiven sind wie der Wolf im Schaafspelz, die negativen das Schaaf im Wolfspelz. Gleichmut gegenüber beiden ist die Lösung.
Wichtig ist, sich überhaupt dessen bewusst zu werden, dass man abschweift. Einfach nur feststellen und sich darin erinnern: Ich hab mir vorgenommen den Atem zu betrachten, also kehre ich sanft zu ihm zurück. Darüber wütend zu werden und mit Gewalt Ruhe erzwingen wird nicht funktionieren. Das bloße geduldige Wiederholen dieses Prozesses, bei einer Regelmäßigkeit der Praxis (Sich mit Hingabe Bemühen, kleine Schritte machen ohne auf den Gipfel des Berges zu schielen) die nicht von Prokrastination geprägt wird ist alles was zählt. Der Rest kommt von alleine.
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@Ji'un Ken warum hältst du nichts vom etikettieren? davon abgesehen glaube ich, dass sich meine frage auch unabhängig von der technik stellt, oder?
Simo das heißt auch, dass ich angst, schmerz weiterhin habe ohne - in analogie - sie loswerden zu wollen?
BangoSkank danke, mit "gleichmut gegenüber beiden" kann ich was anfangen. was meinst du mit von prokrastination geprägter praxis?
ich habe meine frage auch gestellt, weil mir hier eine diskrepanz zu sein scheint: die einen schreiben, die praxis der achtsamkeit auf die negativen wie auf die positiven gefühle anwenden. die anderen (thich nhat hanh) beschreiben, wie man mit hilfe von achtsamkeit freude bewusst nährt. ein widerspruch?
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Linija:
Simo das heißt auch, dass ich angst, schmerz weiterhin habe ohne - in analogie - sie loswerden zu wollen?
Ja genau. Du hast sie, ohne sie loswerden zu wollen. Das witzige ist, um sie loszuwerden, musst du sie komplett annehmen, was ein Loslassen darstellt. Etwas "loswerden" wollen heißt, es nicht haben wollen, Abneigung haben also. Damit bestätigst du aber auch sein Dasein. Wir müssen uns von beidem lösen, Anhaftung und Abneigung.
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Simo:Linija:
Simo das heißt auch, dass ich angst, schmerz weiterhin habe ohne - in analogie - sie loswerden zu wollen?
Ja genau. Du hast sie, ohne sie loswerden zu wollen. Das witzige ist, um sie loszuwerden, musst du sie komplett annehmen, was ein Loslassen darstellt. Etwas "loswerden" wollen heißt, es nicht haben wollen, Abneigung haben also. Damit bestätigst du aber auch sein Dasein. Wir müssen uns von beidem lösen, Anhaftung und Abneigung.
In der Umgangssprache, also ganz ohne Pathos und buddhistischen Begriffsfirlefanz würde man vielleicht sagen: "Lass es dir am A ... vorbeigehen." Da aber mit "dir" das bestätigt wird, was die eigentliche Ursache ist, hat man in der Sphäre des Buddhismus allerdei Begriffsspielereien erfunden, um das Bewußtsein davon abzulenken. Denn so lange du wahrnimmst "Das geht mir am A ... vorbei" klebt es tatsächlich an dir wie ein Kaugummi, in den du getreten bist. -
Linija:
ich habe meine frage auch gestellt, weil mir hier eine diskrepanz zu sein scheint: die einen schreiben, die praxis der achtsamkeit auf die negativen wie auf die positiven gefühle anwenden. die anderen (thich nhat hanh) beschreiben, wie man mit hilfe von achtsamkeit freude bewusst nährt. ein widerspruch?
Hallo,
die Wertung ob Gefühle positiv oder negativ sind machst Du selber. Der Buddha hat gelehrt alle Gefühle zu betrachten, um bei diesem Punkt zu bleiben, ohne Unterscheidung in gut oder schlecht. Es ist menschlich, dass wir gute Gefühle hegen und schlechte vermeiden wollen. Und selbstverständlich kann man buddhistische Mittel einsetzen um dieses Ziel zu verfolgen. Das Ziel ist dabei aber ein menschliches, nicht das Ziel des Buddhismus zu erwachen!
Wenn ein Autor zwei Bücher schreibt. Eines in dem Empfehlungen stehen (nur) negatives abzuschneiden und (damit) positives zu fördern und eines in dem steht man soll beides abschneiden - was meinst Du, welches wir besser verkauft?
Mach Dir keinen Stress. Meditiere wenn Du merkst dass es Dir gut tut. Folge den Silas wenn Du glaubst es ist hilfreich. Irgendwann wirst Du ganz allein sehen was angesagt ist. Buddha hat einen Weg gezeigt. Den musst Du freiwillig und mit Überzeugung gehen wenn Du Dich dem buddhistischen "Ziel", erwachen, nähern möchtest. Etwas zu machen nur weil xy es gesagt hat, Du es aber selber nicht als richtig empfindest, wird nicht funktionieren.
Just my 2 Cent
Bambus
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Alles sind probate Methoden. Benennen, nicht benennen, etikettieren, nicht etikettieren, unterscheiden von angenehm, nicht angenehm, neutral, nicht unterscheiden von angenehm, nicht angenehm, neutral usw., usf.
Es kommt halt darauf an wo Du gerade stehst im Leben und wo die vordergründigen "Baustellen" bei Dir liegen, wie Dein Charakter ist, ob Du eher der Sinnesgierige oder zornige Typ bist, ob Du eher diszipliniert bist oder nicht, wo im Moment Deine hauptsächlichen Nivaranas (Hemmungen) sind usw.
Auch das passende Meditationsobjekt für Dich ist individuell. Dies kannst Du aber nur mit einem erfahrenen Lehrer besprechen, was für DICH in Deiner Lebenssituation jetzt im Moment das passende ist. Dies ändert sich auch laufend.Eines für alle geht nicht. Das ist meiner Meinung nach der Grund warum viele irgendwann "stecken" bleiben, unbefriedigt sind und aufgeben.
Warum meditiert man denn? Hier ein kurzer Vortrag zum Thema: Meditation - aber wie?
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Sukha:
Eines für alle geht nicht. Das ist meiner Meinung nach der Grund warum viele irgendwann "stecken" bleiben, unbefriedigt sind und aufgeben.
Hi Sukhadas mag in der Kommentartradition oder der modernen "Vipassana"-Praxis so sein
ein großer Werkzeugkasten mit vielen Werkzeugen wird gebraucht wenn die zu bearbeitende Substanz noch nicht bekannt, oder bekannt aber hart & inflexibel ist
dennoch geht eines* für jemand mit wenig Staub in den Augen (mindestens 5 Silas) laut Buddha
aber ich bin nicht sicher, ob das Steckenbleiben (Haftenbleiben), Unbefriedigtsein und Aufgeben an einem Objekt festgemacht werden kann
Zitat*S.54.1. Ein Ding - 1. Ekadhamma Sutta
"Ein Ding, ihr Mönche, entfaltet und ausgebildet, verleiht große Frucht und großen Segen. Welches eine Ding? Bedachtsame Ein- und Ausatmung. Wie aber ist, ihr Mönche, bedachtsame Ein- und Ausatmung zu entfalten und auszubilden, daß sie große Frucht und großen Segen verleiht? Da begibt sich, ihr Mönche, der Mönch in den Wald oder unter einen großen Baum oder in eine leere Hütte, setzt sich mit gekreuzten Beinen nieder, den Körper gerade aufgerichtet, die Achtsamkeit vor sich aufgestellt und achtsam atmet er ein, achtsam atmet er aus. Atmet er tief ein, so weiß er: 'Ich atme tief ein', atmet er tief aus, so weiß er: 'Ich atme tief aus'; atmet er kurz ein, so weiß er: 'Ich atme kurz ein', atmet er kurz aus, so weiß er 'Ich atme kurz aus'. 'Den ganzen Körper empfindend, will ich einatmen, den ganzen Körper empfindend, will ich ausatmen', so übt er sich.“
Sukha:Warum meditiert man denn? Hier ein kurzer Vortrag zum Thema:
die Frage nach dem 'Warum' sollte gar nicht erst aufkommen(entweder man hat Dukkha erfahren (1. edle Wahrheit) und beschäftigt sich mit dem 'Wie' (2.-4.), oder man hat noch kein Dukkha erfahren, dann bringt es auch nichts einen zu überzeugen)
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Lieber nibutti,
da sollten wir mit den Füßen auf dem Teppich bleiben und realistisch sein.
Für manche, ich würde sagen für den Großteil der Hausleute ist es erst einmal o.k., wenn sie zur Ruhe kommen und damit die Lebensqualität heilsam für sich und andere steigern können.
Beim zur Ruhe kommen sind die meisten dann auch erst einmal in der Lage etwas genauer hinzuschauen und verstehen dann meist auch erst die Wichtigkeit der silas.Bei jemanden mit wenig Staub auf den Augen stellt sich die Frage nach dem Warum nicht. Denn dieser hat die Einsicht zur Notwendigkeit und rechte Erkenntnis.
Da ist die Frage; "wie am besten". Wie oben beschrieben, je nach Typ und Neigung.
nibbuti:ein großer Werkzeugkasten mit vielen Werkzeugen wird gebraucht wenn die zu bearbeitende Substanz noch nicht bekannt, oder bekannt aber hart & inflexibel ist
Ein großer Werkzeugkasten ist von Vorteil. deswegen schrieb ich ja
Sukha:was für DICH in Deiner Lebenssituation jetzt im Moment das passende ist. Dies ändert sich auch laufend.
... und dafür braucht man dann einige Werkzeuge im Koffer. Sie auch M. 10 Mahāsatipaṭṭhānasuttaṃ
Ist mir bekannt, dass Du es sehr gut kennst. Ich schreibe es für die, die es nicht wissenAuch während einer "Sitzung" kann man event. mehrere Werkzeuge benötigen. Aber das muss man erst lernen und es braucht Geduld.
Liebe Grüße
Sukha -
Sukha:
Da ist die Frage; "wie am besten". Wie oben beschrieben, je nach Typ und Neigung.
danke fürs Teilen deiner Erfahrung liebe Kualaaber das ist mehr wie Shopping in einem Supermarkt oder Katalog, wo verschiedene Produkte zu finden sind, je nach Typ und Neigung, als wie 'Loslassen'
das hat IMHO mit "auf dem Teppich bleiben" und realistisch sein nichts zu tun (dennoch danke für den Tipp
) sondern mit einer steifen Kommentartradition, und 'Wissenden' die unwissende Haushälter 'an der Stange halten' wie ein Pharmazeut der Medikamente verkaufen will und weniger an der Heilung interessiert ist
'Loslassen' ist für mich nicht wie Shopping in einem Supermarkt oder Katalog, sondern wie zB nach einer sehr langen Autofahrt endlich pinkeln zu können
Sukha:Für manche, ich würde sagen für den Großteil der Hausleute ist es erst einmal o.k., wenn sie zur Ruhe kommen und damit die Lebensqualität heilsam für sich und andere steigern können.
Beim zur Ruhe kommen sind die meisten dann auch erst einmal in der Lage etwas genauer hinzuschauen und verstehen dann meist auch erst die Wichtigkeit der silas.
richtig angewandtes Anapanasati (nicht 'Nasen-Achtsamkeit') ist eigentlich nur am Anfang Samatha und wird bedingungslos empfohlen:ZitatAnapanasati Sutta
15. „Ihr Bhikkhus, wenn die Achtsamkeit auf den Atem entfaltet und geübt wird, ist sie von großer Frucht und großem Nutzen. Wenn die Achtsamkeit auf den Atem entfaltet und geübt wird, vervollkommnet sie die vier Grundlagen der Achtsamkeit. Wenn die vier Grundlagen der Achtsamkeit entfaltet und geübt werden, vervollkommnen sie die sieben Erleuchtungsglieder. Wenn die sieben Erleuchtungsglieder entfaltet und geübt werden, vervollkommnen sie wahres Wissen und Befreiung.“
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nibbuti:
aber das ist mehr wie Shopping in einem Supermarkt oder Katalog,
Ich dachte eher an das erstmal überwinden mancher Nivaranas.
Z. B. ein sehr Sinnesgieriger wird in der Medi keine Ruhe finden bis er dies aufgelöst hat, z.B. mit Wiederlichkeitsbetrachtung, Leichenbetrachtung usw.Ein zorniger Mensch braucht z. B. erst mal ein bisken Metta.
(Ich sprech jetzt nicht von den gesülzten Suggestionen, die einen temporär glücklich machen)
Dann hat der eine eher ein Talent über die Jhanas Vipassana "zu machen". Der andere wird aus karmischen Gründen nicht weiter als bis zur angrenzenden Sammlung kommen. Auch kein Problem fürs "los lassen".
Das "los lassen können", sodass es auch in den Alltag hineinwirkt und dann letztendlich zur Dukkhafreiheit führt ist für die meisten ein langer und oftmals beschwerlicher Weg. Da kann man nichts erzwingen.
nibbuti:vervollkommnen sie die sieben Erleuchtungsglieder.
Vergiss nicht zu den Erleuchtungsgliedern gehört auch
ZitatAlles anzeigenGesetzesergründung (dhammavicaya-sambojjhaṅga)
Sie beinhaltet das Wissen um die Dinge, wie sie denn tatsächlich sind. Karmisch Heilsames, nicht Heilsames und Neutrales müssen unterschieden werden. Weiterhin beinhaltet sie die Erforschung der Charaktereigenschaften, die Wirklichkeitsergründung und die Einsicht in das Gesetz der Daseinserscheinungen. Es erfordert ein systematisches Herangehen an alles das Dasein Betreffende, um Erkenntnisse und Wissen über die logischen Gesetzmäßigkeiten zu erlangen. Als Ergebnis entsteht ein analytisches Wissen. Es wird aufgeteilt in vier analytische Wissensformen.
1. Das Analytische Wissen vom wahren Wesen (attha-patisambhidā).
attha: Sinn, Zweck, Ergebnis, Bedeutung, wahres Wesen
patisambhidā: Kenntnis der Bedeutung (von Wörtern)
Diese Erkenntnis beinhaltet das Wissen um das bedingte Entstehen, das Nibbāna, Wortbedeutungen, karmische Wirkungen und karmisch unabhängige Funktionen. Des Weiteren die Erkenntnis vom Leiden.2. Das Analytische Wissen vom Gesetz, den Gesetzmäßigkeiten (dhamma-patisambhidā).
dhamma: Bedingung, Gesetz, Gesetzmäßigkeit, Träger (tragen), Phänomen, Gegebenheit, Ding.
Diese Erkenntnis beinhaltet das Wissen über jede ein Ergebnis erzeugende Ursache, das gesprochene Wort, der Edle Achtfache Pfad, das karmisch Heilsame und das karmisch Unheilsame, des weiteren die Erkenntnis vom Entstehen des Leidens.3. Das Analytische Wissen von der Sprache (nirutti-patisambhidā).
nirutti: Ausdrucksweise, Aussprache, Dialekt
Dies bedeutet, dass man immer die richtige Wortwahl hat, um es wirklichkeitsgemäß "auf den Punkt" zu bringen, und dass die Ausdrucksweise präzise ist.4. Das Analytische Wissen von der Schlagfertigkeit (patibhana-patisambhidā).
patibhana: Redegewandtheit, Schlagfertigkeit
Auf alle Fragen, die einem gestellt werden, oder in Diskussionen hat man immer die richtige Antwort.Wie erlangt man die vier analytischen Wissen?
Im Aṅguttara-Nikāya VII. 37 lesen wir:
Im Besitze von sieben Eigenschaften, ihr Mönche, mag sich ein Mönch nach gar nicht langer Zeit die vier Analytischen Wissen zu eigen machen, sie selber erkennend und verwirklichend; und mit ihnen ausgestattet, hat er sich die vier Analytischen Wissen zu eigen gemacht, sie selber erkennend und verwirklichend. Welches sind diese sieben Eigenschaften? Da weiß, ihr Mönche, der Mönch der Wirklichkeit gemäß: 'Diese geistige Schlaffheit besteht in mir.' Ist sein Geist innerlich verkrampft, so weiß er der Wirklichkeit gemäß: 'Mein Geist ist innerlich verkrampft.' Ist sein Geist nach außen hin zerstreut, so weiß er: 'Mein Geist ist nach außen hin zerstreut.' Bewusst steigen die Gefühle in ihm auf, bewusst sind sie da, bewusst schwinden sie. Bewusst steigen die Wahrnehmungen in ihm auf, bewusst sind sie da, bewusst schwinden sie. Bewusst steigen die Gedanken in ihm auf, bewusst sind sie da, bewusst schwinden sie. Bei den zuträglichen und unzuträglichen, den gemeinen und edlen Dingen und den Gegensätzen von Gut und Böse, da hat er die Ursache wohl erfasst, wohl erwogen, wohl verstanden, in Weisheit wohl durchdrungen.
Um analytisches Wissen zu erlangen, ist ein hilfreiches, eigentlich das wichtigste! Instrument die "Durchschauung" (vipassanā). Man unterscheidet drei weltliche Durchschauungen:
1. Die Durchschauung des Erkannten (ñāta- vipassanā)
2. Die untersuchende Durchschauung (tirana- vipassanā)
3. Die überwindende Durchschauung (pahāna- vipassanā)Und vergiss bitte auch nicht, wir sind hier im Anfängerbereich.
Danke lieber nibbuti für Deine Hinweise
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Sukha:
Z. B. ein sehr Sinnesgieriger wird in der Medi keine Ruhe finden bis er dies aufgelöst hat, z.B. mit Wiederlichkeitsbetrachtung, Leichenbetrachtung usw.
Hi Sukhadas entspricht Erleuchtungsfaktoren 1-3, die durch Anapanasati erfüllt werden
Gier vergeht mit Entstehen der Ursachen für Achtsamkeit (sati), Zustandsuntersuchung (vicaya) und Energie (viriya)
zB stieg einst vor dem Einschlafen beim Üben von Anapanasati ein detailliertes Bild von der Zersetzung dieses Körpers vor meinem geistigen Auge auf, ohne dass da ein Gedanke 'Leichenbetrachtung' vorhanden war
oder zB wenn ich ununterbrochene Achtsamkeit bei der Arbeit anwende kommt Energie auf aber keine Gier, selbst wenn eine hübsche Frau vorbeiläuft
ZitatEin zorniger Mensch braucht z. B. erst mal ein bisken Metta.
das entspricht Erleuchtungsfaktoren 4-6, die ebenfalls durch Anapanasati erfüllt werden (der 7. entspricht beiden Neigungen)ZitatUm analytisches Wissen zu erlangen, ist ein hilfreiches, eigentlich das wichtigste! Instrument die "Durchschauung" (vipassanā) . Man unterscheidet drei weltliche Durchschauungen:
1. Die Durchschauung des Erkannten (ñāta- vipassanā)
2. Die untersuchende Durchschauung (tirana- vipassanā)
3. Die überwindende Durchschauung (pahāna- vipassanā)
kannst du eine Quelle hierfür nennen?Dank & Grüße
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Sukha:
Auch während einer "Sitzung" kann man event. mehrere Werkzeuge benötigen. Aber das muss man erst lernen und es braucht Geduld.
solagen der Sinn für Dringlichkeit (samvega) und edle Absicht (samma sankappa) nicht darunter leidet ist es ja auch OK
(ein Handwerker der nicht das Ziel vor Augen hat lässt sich gerne Zeit bis es zu spät ist und muss dann am nächsten Tag die weite Strecke wiederkommen) -
Linija:
@Ji'un Ken warum hältst du nichts vom etikettieren? davon abgesehen glaube ich, dass sich meine frage auch unabhängig von der technik stellt, oder?
Simo das heißt auch, dass ich angst, schmerz weiterhin habe ohne - in analogie - sie loswerden zu wollen?
BangoSkank danke, mit "gleichmut gegenüber beiden" kann ich was anfangen. was meinst du mit von prokrastination geprägter praxis?
ich habe meine frage auch gestellt, weil mir hier eine diskrepanz zu sein scheint: die einen schreiben, die praxis der achtsamkeit auf die negativen wie auf die positiven gefühle anwenden. die anderen (thich nhat hanh) beschreiben, wie man mit hilfe von achtsamkeit freude bewusst nährt. ein widerspruch?
Hallo Linija,
Prokrastination ist ein anderes Wort für chronische Aufschieberitis
Gerade da du ja vom Frust beim Sitzen sprichst, enstehen sehr negative Gefühle. Du bist der Meinung etwas falsch zu machen und die gewünschten Ergebnisse wollen sich nicht einstellen. Aber gerade da musst du weitermachen. Es gibt Leute die sich zu einem Marathon anmelden und denken es wäre kein Problem die ganze Strecke durchzulaufen, obwohl sie vielleicht drei mal die Woche jeweils ne halbe Stunde laufen. Sie überschätzen sich maßlos. Bevor man 42,195 km laufen kann ohne hinterher im Krankenhaus zu landen, muss man vorher ca. 30 schaffen können, davor ca. 20, davor 15, 10, 7, 5, einmal um den Block. Und das muss sich selbstverständlicherweise über einen großen Zeitraum entwickeln damit sich dein Kreislauf und dein Laufaparat daran gewöhnen kann. Wichtig ist es am Ball zu bleiben. Deine Einstellung gegenüber der Meditation ist sehr wichtig. Halte dir nochmal vor Augen was dich zum Praktizieren inspiriert hat. Wenn es da nichts ernsthaftes gäben sollte, fang an nach etwas zu suchen, das dich weiter motiviert.
In deinem Schlußsatz sind beide Annahmen richtig. Durch deine Achtsamkeit kannst du jede Art von Gefühl identifizieren. Wichtig sind jedoch nicht die Gefühle selbst, es spielt keine Rolle ob sie ein positives oder negatives Vorzeichen haben, wichtig ist deine Beziehung zu eben diesen. Betrachte sie nicht als einen Teil von dir, sondern als Gäste die kommen und gehen. Sobald du es gelernt hast auch die häßligen Gäste reinzulassen ohne dabei verzweifelt zu versuchen die Tür zu zuhalten und du auch gelernt hast dich an den schönen Gästen nicht mehr festzuhalten und traurig zu sein sobald sie fort sind, wirst du dich auf der Stelle entspannen und es wird eine Freude entstehen die nicht bedingt ist, d.h. sie braucht keine äußeren Gründe. Halte einfach immer die Tür offen und begrüße jeden Gast
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nibbuti:
das entspricht Erleuchtungsfaktoren 1-3, die durch Anapanasati erfüllt werden
Gier vergeht mit Entstehen der Ursachen für Achtsamkeit (sati), Zustandsuntersuchung (vicaya) und Energie (viriya)
zB stieg einst vor dem Einschlafen beim Üben von Anapanasati ein detailliertes Bild von der Zersetzung dieses Körpers vor meinem geistigen Auge auf, ohne dass da ein Gedanke 'Leichenbetrachtung' vorhanden war
oder zB wenn ich ununterbrochene Achtsamkeit bei der Arbeit anwende kommt Energie auf aber keine Gier, selbst wenn eine hübsche Frau vorbeiläuft
Alles richtig was Du da schreibst. Dein Objekt ist der Atem und das scheint auch perfekt für Dich zu sein.
Leichenbetrachtung sollte auch nicht jeder praktizieren. Das ist eher so wie "Ein grober Klotz braucht einen groben Keil"nibbuti:meines Wissens ist Vipassana eine Frucht aus dem achtfachen Weg, nicht der Weg selber;
Mit Vipassana ist in diesem Fall die Klarblicksmeditation gemeint.
Die Betrachtung einer (oder mehrerer) Objekte die dann zum aufsteigen den Klarblickes führen (können). Dazu ist mindestens die angrenzende Sammlung oder wer es kann umso besser aus den jhanas heraus vonnöten. Dahin ist der schnellste Weg (aus meiner Erfahrung Anapanasati)Muss aber nicht sein.
Siehe dazu aus dem Buddhistischen Wörterbuch samatha - vipassanā
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Sukha:
Das ist eher so wie "Ein grober Klotz braucht einen groben Keil"
sanfte Wassertropfen können einen großen Stein durchbohrenSukha:Mit Vipassana ist in diesem Fall die Klarblicksmeditation gemeint. Siehe dazu aus dem Buddhistischen Wörterbuch
ZitatAlles anzeigen2. »Was aber ist die Kraft des Hellblicks? (vipassana-bala)
Als solche gilt die Betrachtungder Vergänglichkeit (aniccā-nupassanā),
des Elends (dukkhā-nupassanā),
der Unpersönlichkeit (anattā-nupassanā),
der Abwendung (nibbidā-nupassanā),
der Loslösung (virāgā-nupassanā),
der Erlöschung (nirodhā-nupassanā),
des Fahrenlassens (patinissaggā-nupassanā), mit Hinsicht auf Körperlichkeit, Gefühl, Wahrnehmung, Geistesformationen und Bewußtsein A.IX.36
wo siehst du hier 'Klarblicksmeditation' liebe Sukha?ein Pferd von hinten aufgesattelt rennt einem weg bevor man drauf sitzt
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Erst "drängst" Du auf Eile
nibbuti:(ein Handwerker der nicht das Ziel vor Augen hat lässt sich gerne Zeit bis es zu spät ist und muss dann am nächsten Tag die weite Strecke wiederkommen)
und dann
nibbuti:
sanfte Wassertropfen können einen großen Stein durchbohrenNu aber wieder ernst
nibbuti:ein Pferd von hinten aufgesattelt rennt einem weg bevor man drauf sitzt
Im Satipaṭṭhāna Sutta ist dies eigenlich alles recht gut beschrieben
Kennst Du dieses Buch?
Der direkte Weg - Satipatthana
von Bhikkhu Anâlayo
Sehr empfehlenswert.Es fällt mir ehrlich gesagt nämlich etwas schwer das Ganze hier in einem Forums-Gespräch aufzudröseln.
Der ehrwürdige Bhikkhu Anâlayo hat da eine ganze Doktorarbeit draus gemachtAußerdem ist mir im Moment zu warm.
Also sieh es nicht als Unhöflichkeit an, wenn ich jetzt an dieser Stelle pausiere mit dem Thema.Mittagspause
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Linija:
ich stelle diese frage im anfängerbereich, auch wenn ich schon seit einiger zeit meditiere, d.h. seit ein paar monaten täglich sitzmeditation, seit 2-3 jahren beschäftigung mit der achtsamkeits-thematik. eben die sitzmeditation macht mir problem. genauer: die ablenkung durch gedanken.
mein meditationsobjekt ist der atem. die ablenkung vom atem ist so massiv, dass ich manchmal ziemlich an mir zweifele. es ist weit mehr ablenkung als atembeobachtung. manchmal denke ich, ich könnte mich genauso gut hinsetzen und grübeln oder nachdenken. die konzentration auf den atem kann ich meist nur für wenige oder auch nur für einen atemzug aufrecht erhalten.
was mache ich falsch? nach so langer zeit müsste es doch besser werden? bin ich nicht doch einfach unfähig zu meditieren, auch wenn ich immer wieder gelesen habe, dass es das nicht gibt?
ich habe verschiedene methoden mit wenig erfolg ausprobiert: zählen, den atem mit worten begleiten ("ein - aus") oder sich inhalt und intensität der gedanken kurz bewusst machen bevor man zum atem zurückkehrt. auch meinen frust, der immer wieder aufkommt, probiere ich nur als mentales ereignis wahrzunehmen. ich probiere, vom leistungsgedanken abstand zu nehmen, aber meine fragen stellen sich doch immer wieder.
danke im voraus für eure beiträge
das ist manchmal halt so. Probier es mal mit einer anderen Zeit. Den bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang ist man mental am besten geeignet zu meditieren.
LG sun
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