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  1. Buddhaland Forum
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Anhaftung und Bindung

  • Mascha
  • 9. Mai 2012 um 14:12
  • Zum letzten Beitrag
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    • 9. Mai 2012 um 21:00
    • #51
    Zorița Câmpeanu:

    ... ich war nur neugierig :D .


    Kommt vor 8)

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    • 9. Mai 2012 um 21:16
    • #52
    Grund:
    Zorița Câmpeanu:


    es geht alleine darum ob der gaul der mohrrübe folgt.... :D
    .

    Nein 8)

    Wobei hier die Frage gestellt werden kann, welche Bedeutung "es geht alleine darum/um die Frage" hervorruft. Sowohl beim Sprechenden als auch beim Lesenden mag eine Vorstellung da sein, dass es einen Kontext/einen Zusammenhang gäbe in dem gesagt wird "es geht darum" also in der Art "Bei blablabla geht es darum, dass ..." aber es gibt keinen Zusammenhang blablabla.
    Deswegen ist ja jede Mohrrübe (Metapher) eine Ablenkung von "da ist kein Zusammenhang"
    Jemand der Mohrrüben fabriziert, und wenn auch nur für andere, konditioniert sich selbst notwendigerweise mit Vorstellungen von Zusammenhängen (weil ers nicht besser weiß), oder aber er ist ein zynischer Lügner (weil ers zwar besser weiß, aber Spaß daran hat, andere an der Nase rumzuführen). Wenn ers aber besser weiß, dann sieht er selbst gar keine verlockenden Mohrrüben (folgt also keinen) und macht anderen aber auch keine vor.

    8)

  • Zorița Câmpeanu
    Gast
    • 9. Mai 2012 um 21:33
    • #53
    Grund:

    Wobei hier die Frage gestellt werden kann, welche Bedeutung "es geht alleine darum/um die Frage" hervorruft. Sowohl beim Sprechenden als auch beim Lesenden mag eine Vorstellung da sein, dass es einen Kontext/einen Zusammenhang gäbe in dem gesagt wird "es geht darum" also in der Art "Bei blablabla geht es darum, dass ..." aber es gibt keinen Zusammenhang blablabla.
    Deswegen ist ja jede Mohrrübe (Metapher) eine Ablenkung von "da ist kein Zusammenhang"
    Jemand der Mohrrüben fabriziert, und wenn auch nur für andere, konditioniert sich selbst notwendigerweise mit Vorstellungen von Zusammenhängen (weil ers nicht besser weiß), oder aber er ist ein zynischer Lügner (weil ers zwar besser weiß, aber Spaß daran hat, andere an der Nase rumzuführen). Wenn ers aber besser weiß, dann sieht er selbst gar keine verlockenden Mohrrüben und macht anderen aber auch keine vor.


    ein fabrikat dem ich zustimme... alles blubber ..bla...bla...blubber....pffffffffff und wech is es
    so lange ich mir dessen bewust bin ist es für mich OK mit dem.... blubber ..bla...bla...blubber.... wenn nicht renn ich meinen eigenen oder fremden möhrrüben nach...gelegentlich kommt es vor :D
    .

  • Onyx9
    Gast
    • 9. Mai 2012 um 22:36
    • #54
    Doris Rasevic-Benz:

    Wenn zwei das gleiche tun, ist es noch lange nicht das selbe … :D

    Ist das Euer Hausfreund ? Dann pass auf, das der Dir nicht irgendwann das Haus abfackelt.

  • Onyx9
    Gast
    • 9. Mai 2012 um 22:42
    • #55

    Grund: "...oder aber er ist ein zynischer Lügner (weil ers zwar besser weiß, aber Spaß daran hat, andere an der Nase rumzuführen). Wenn ers aber besser weiß, dann sieht er selbst gar keine verlockenden Mohrrüben (folgt also keinen) und macht anderen aber auch keine vor "

    Scheint ein Wechselbad der Absichten und Gefühle bei Dir zu sein; da Du es mit Ethik nicht so hast, ist die schlimmere Variante zu befürchten.

  • xxx
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    • 9. Mai 2012 um 23:05
    • #56

    Liebe(r) Grund

    Ich sage nur Levitation, es gibt nichts wohin ich stürzen könnte

    Wer oder was soll Mohrrübe sein ? Wer oder was soll Gaul sein ?

    Ich betrachte es mal nüchtern. Die Mohrrübe kann ein geschicktes Mittel sein um den Gaul in eine bestimmte Richtung zu locken, wenn der Gaul Mohrrüben mag.

    @ Doris:

    Ich verstehe Dich schon, du willst gar nicht frei sein. Es ist Dir wohler in Deinem selbstgebauten Nest. Das ist auch o.k. so.
    Ich bin niemandem böse, nie, würde nur Karma schaffen.

    Aber ich bleibe dabei sich an etwas an jemanden binden ist Anhaftung.

    @ Grund

    ich bin doch kein Orthodoxer :shock: , ich bin nicht mal richtiger Buddhist. :D Ich bin individuell auf meinem eigenen Fahrzeug unterwegs. Schliesslich bin ich Anarchist. Die drei Juwelen strahlen jedoch stark in mir. Ich nehme nicht mal zu ihnen Zuflucht, sie sind ja bereits da, ich habe gar keine andere Wahl. Die Sangha umfasst für mich die ganze Erde, belebt oder unbelebt.

    Gruss Bakram

  • Grund
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    • 10. Mai 2012 um 06:45
    • #57
    Bakram:

    Liebe(r) Grund

    Ich sage nur Levitation, es gibt nichts wohin ich stürzen könnte

    Wer oder was soll Mohrrübe sein ? Wer oder was soll Gaul sein ?

    Ich betrachte es mal nüchtern. Die Mohrrübe kann ein geschicktes Mittel sein um den Gaul in eine bestimmte Richtung zu locken, wenn der Gaul Mohrrüben mag.


    Wer will sich denn hier zum Äffchen machen?
    Versuchte Wortklugheiten ändern nix, zu spät. "Geschicktes Mittel" ist die Standard-Rechtfertigung mit der sich Unwissenheit selbst behauptet. Es gibt nichts wozu ein "Mittel" nötig wäre, wenn wir mal von "Bitte drei Brezel", wenn man Brezel vom Bäcker haben will, absehen 8)

    Bakram:


    @ Grund

    ich bin doch kein Orthodoxer :shock: , ich bin nicht mal richtiger Buddhist. :D Ich bin individuell auf meinem eigenen Fahrzeug unterwegs. Schliesslich bin ich Anarchist. Die drei Juwelen strahlen jedoch stark in mir. Ich nehme nicht mal zu ihnen Zuflucht, sie sind ja bereits da, ich habe gar keine andere Wahl. Die Sangha umfasst für mich die ganze Erde, belebt oder unbelebt.


    Rechtfertigung macht alles nur noch schlimmer. Alles nur Mohrrüben, Ausflüchte ... Selbst-Behauptung ... lass es, aber das gründlich und das "zu spät" hat sich erledigt 8)

    Und jetzt genug der Redensarten und Wortmalereien (bis zum nächsten Beitrag). Was immer du verstehst, es sind deine Vorstellungen ...

  • Mascha
    Gast
    • 10. Mai 2012 um 07:29
    • #58

    Morgen, ihr Lieben

    schon mal 1000 Dank für eure Beiträge und die spannende Diskussion (ok, die typischen Grund-Postings ... naja, was solls ;))

    Onyx9:


    Um was geht es denn ?

    Mal sehen. Lange hab ich gedacht, wie Bankram schrieb, man 'müsse' alles hinter sich lassen, um in buddhistischem Sinne zu leben.

    Heute denke ich nicht so viel darüber nach. Es ist mir zur Zeit wichtig, überhaupt Bindung(-sfähigkeit) zu erfahren, die zu der absolut essentiellen Grundausstattung des Menschen gehört.

    Es ist meiner Meinung nach wichtig, dieses Vertrauen voll zu entwickeln (sehr viele sind ja darin beschädigt worden) auch, um mit Vertrauen (nicht Blindheit) zu praktizieren.

    Eine Ansicht, wie du Bankram sie äusserst, kann unter Umständen den Weg, das Vertrauen in Bindung wieder zu finden, überspringen. Das wäre m.E. nicht richtig.

    Erst, seit ich Vertrauen mehr und wieder finde, kann ich mich auch von vielem lösen und muss eben nicht mehr 'festkrallen'.

    Eine gute Bindung braucht keinen Knoten :)

  • Onda
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    • 10. Mai 2012 um 07:56
    • #59
    Mascha:


    Eine gute Bindung braucht keinen Knoten :)

    Vielleicht passt auch das zum Thema:

    Zwei Dinge sollten Eltern ihren Kindern mit auf den Lebensweg geben: Wurzeln und Flügel.

    Onda

    "Es gibt nichts Gutes, außer: man tut es." (Erich Kästner)
    "Dharma books and tapes are valuable, but the true dharma is revealed through our life and practice." (Thich Nhat Hanh)

  • Onyx9
    Gast
    • 10. Mai 2012 um 08:03
    • #60

    Kann ja niemand wissen - diesen Deinen derzeitigen Background...;
    ick hab keine Ahnung, ob "man" Urvertrauen wieder aktivieren kann, ich meine: dauerhaft.
    Notwendig is es.

  • Onda
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    • 10. Mai 2012 um 08:11
    • #61
    Onyx9:

    Kann ja niemand wissen - diesen Deinen derzeitigen Background...;
    ick hab keine Ahnung, ob "man" Urvertrauen wieder aktivieren kann, ich meine: dauerhaft.
    Notwendig is es.

    Hallo Onyx,

    wenn du jemanden mit einem Posting direkt ansprechen möchtest, ist eine Anrede (oder ein Audruck wie @x) sehr hilfreich.
    Dann wissen alle Leser sofort, wer angesprochen werden soll.

    LG
    Onda

    "Es gibt nichts Gutes, außer: man tut es." (Erich Kästner)
    "Dharma books and tapes are valuable, but the true dharma is revealed through our life and practice." (Thich Nhat Hanh)

  • Mascha
    Gast
    • 10. Mai 2012 um 08:15
    • #62

    Hallo Onyx,

    das Thema interessiert mich insgesamt und die Diskussion liest sich auch spannend! Selbst wenn du 'nicht wissen konntest'.

  • peema
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    • 10. Mai 2012 um 08:51
    • #63
    Mascha:

    ...eines meiner größten Fragezeichen in den Jahren theoretischen Auseinandersetzung - wie geht das zusammen? Sich binden und dennoch nicht anhaften?


    Liebe Meike,

    diese Frage hat sich mir bei bestimmten Gelegenheiten auch immer mal wieder aufgetan. Gerade in Bezug auf meine Familie - hier insbesondere in Bezug auf meine Kinder- habe ich mich am Anfang, als ich mich mit dem Buddhismus beschäftigte, gefragt, wie hier ein "Nicht-Anhaften" funktionieren kann. Auch dem Buddha war dieser Zusammenhang sehr wohl bewußt, ansonsten hätte er seinen Sohn wohl nicht "Fessel"(Rahula) genannt...

    Ich habe im Laufe der Jahre bemerkt, dass durch die Beschäftigung mit der Lehre meine Liebe zu meinen Kindern nicht weniger geworden ist, sich aber doch geändert hat: Je mehr sich mir das Wissen um das "Nicht-ich" erschließt, kann ich -stückchenweise- die Welt immer mehr von einer Warte aus sehen, die nicht beurteilt, die erst einmal wahrnimmt. In Bezug auf meine Mitmenschen und gerade auch in Bezug auf meine Kinder bedeutet dies, dass ich sie immer mehr einfach "sein lassen" kann, mich weniger aufdränge (um meine Vorstellungen durchzusetzen). Insoweit würde ich schon sagen, dass ich hier immer weniger "anhafte", "gebunden" bin ich aber natürlich an meine Kinder schon deswegen, weil diese aufgrund ihres Alters noch von mir in vielerlei hinsicht (auch emotional) abhängig sind (wobei ich es als eine wichtige Aufgabe von mir ansehe, sie in eine äußere und aber gerade auch innere Unabhängigkeit zu begleiten). Außerdem werde ich als Mutter meine Kinder sicherlich in diesem Leben -bei allem Bestreben nach weniger Anhaftung- immer lieben. Für dieses "Gebundensein" habe ich mich bei meinem Wunsch nach Kindern damals entschieden (auch wenn ich da noch nichts von der Lehre Buddhas wußte); Buddha hat diesbezüglich ja auch immer wieder zwischen "Haushälter" und "Hauslosigkeit" unterschieden.

    LG peema

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  • Lirum Larum
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    Buddh. Richtung
    Ich protestiere gegen den mangelnden Respekt vor den unterschiedlichen Traditionen.
    • 10. Mai 2012 um 09:11
    • #64
    peema:

    (...)

    Ich habe im Laufe der Jahre bemerkt, dass durch die Beschäftigung mit der Lehre meine Liebe zu meinen Kindern nicht weniger geworden ist, sich aber doch geändert hat: Je mehr sich mir das Wissen um das "Nicht-ich" erschließt, kann ich -stückchenweise- die Welt immer mehr von einer Warte aus sehen, die nicht beurteilt, die erst einmal wahrnimmt. In Bezug auf meine Mitmenschen und gerade auch in Bezug auf meine Kinder bedeutet dies, dass ich sie immer mehr einfach "sein lassen" kann, mich weniger aufdränge (um meine Vorstellungen durchzusetzen). Insoweit würde ich schon sagen, dass ich hier immer weniger "anhafte", "gebunden" bin ich aber natürlich an meine Kinder schon deswegen, weil diese aufgrund ihres Alters noch von mir in vielerlei hinsicht (auch emotional) abhängig sind (wobei ich es als eine wichtige Aufgabe von mir ansehe, sie in eine äußere und aber gerade auch innere Unabhängigkeit zu begleiten). Außerdem werde ich als Mutter meine Kinder sicherlich in diesem Leben -bei allem Bestreben nach weniger Anhaftung- immer lieben. Für dieses "Gebundensein" habe ich mich bei meinem Wunsch nach Kindern damals entschieden (auch wenn ich da noch nichts von der Lehre Buddhas wußte); Buddha hat diesbezüglich ja auch immer wieder zwischen "Haushälter" und "Hauslosigkeit" unterschieden.

    LG peema


    Liebe peema,

    sowas mach ich ganz selten, aber hier in diesem Zusammenhang danke ich Dir explizit und sehr für diesen schönen, hilfreichen Beitrag.
    Du fasst es hier zusammen, wie es für eine buddhistische Mutter eben ist: Bindung und Anhaften sind nicht identisch, wie Bakram in meinen Augen irrtümlich meinte.
    Die Bindung besteht, man trägt die Verantwortung und macht das alles nicht zu seinem persönlichen Spaß. Und da ist dann eben die Preisfrage, was man im Inneren daraus macht.
    Wenn man die Anhaftung löst, was für mich Lassen und Zulassen bedeutet, führt das zu Gleichmut und wachsendem Mitgefühl. Die an mich gebundenen Menschen profitieren stark davon.

    LG, LL

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • Doris
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    • 10. Mai 2012 um 09:27
    • #65

    Wie soll ein Leben ohne Bindung möglich sein?
    Selbst wenn ich alleine in einem Garten lebe und alles selbst anbaue, bin ich gebunden: an die Erde und ihre Tiere, an die Luft, die Sonne … ich bin durch meine Existenz gebunden, an alle Wesen, die vor mir lebten, mit mir leben. Das ist ein untrennbare Bindung. Warum so tun, als ob das etwas wäre, das aufzugeben wäre, wenn es das nicht ist?
    Angst vor Bindung ist oft Angst vor Trennung. Es kann Angst davor sein, was falsch zu machen, Angst davor, dass derjenige, an dem man sich gebunden fühlt, die Wahrheit über einen selbst sehen kann … da gibt es mit Sicherheit noch mehr.
    Für mich stellt es ein großes Stück Freiheit dar, meine Bindungen anzunehmen – sie sind nichts anderes als Ein- und Ausatmen, Essen und Trinken – eine unverzichtbare Bedingung für das Leben. Sogar die Atome haben sich gebunden. Wie könnte man das überwinden! :D

    Wie kann geglaubt werden, wenn ich meine Familie und Freunde hinter mir lasse und ins Kloster gehe, dass ich dann frei von Bindung sein könnte? Wie könnte im Kloster Freiheit herrschen? Nur mal die Regeln und den Tagesablauf ansehen … Und einfach Kommen und Gehen ist auch nicht drin, man verpflichtet sich. Ein Abt hat das Sagen.

    Vertrauen in Bindung ist nach meiner Erfahrung Vertrauen in sich selbst. Bindungen werden eingegangen und aufgelöst, sie sind vergänglich. Wie alles. Wir sind so gebaut, dass wir das überleben.

    Liebe Grüße
    Doris – Knochensack

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Mascha
    Gast
    • 10. Mai 2012 um 11:19
    • #66
    peema:

    [ In Bezug auf meine Mitmenschen und gerade auch in Bezug auf meine Kinder bedeutet dies, dass ich sie immer mehr einfach "sein lassen" kann, mich weniger aufdränge (um meine Vorstellungen durchzusetzen).

    Dankeschön, so sehe ich es auch.

    Zitat

    Selbst wenn ich alleine in einem Garten lebe und alles selbst anbaue, bin ich gebunden: an die Erde und ihre Tiere, an die Luft, die Sonne … ich bin durch meine Existenz gebunden, an alle Wesen, die vor mir lebten, mit mir leben. Das ist ein untrennbare Bindung.

    Zitat

    Vertrauen in Bindung ist nach meiner Erfahrung Vertrauen in sich selbst.

    Schön gesagt, Doris.

    Zitat

    Wenn man die Anhaftung löst, was für mich Lassen und Zulassen bedeutet, führt das zu Gleichmut und wachsendem Mitgefühl. Die an mich gebundenen Menschen profitieren stark davon.

    Jaaa, danke auch dir, Losang.


    *blümchenrüberschiebe*

  • xxx
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    • 10. Mai 2012 um 12:57
    • #67

    Um einiges klarzustellen:

    Zitat

    Sich binden und dennoch nicht anhaften?

    Die Eingangsfrage bezieht sich auf sich binden . Als ein aktiver (bewusster oder unbewusster) Vorghang des Ich. Es stellt nicht die Frage nach gebunden sein, Teil sein mit Erde Umwelt etc.

    sich binden heisst für mich sich anbinden, sich fesseln. Das assoziert der Buddhist in mir doch gleich mit den zehn ans Dasein kettende Fesseln:

    Zitat

    Samyojana:

    'Fesseln'. Es gibt 10 die Wesen ans Dasein kettende Fesseln, nämlich:

    Persönlichkeitsglaube (sakkāya-ditthi, siehe ditthi),
    Zweifelsucht (siehe vicikicchā),
    Hängen an Regeln und Riten (sīlabbata-parāmāsa; upādāna, 3),
    Sinnliches Begehren (siehe kāma-rāga),
    Groll (vyāpāda),
    Begehren nach Feinkörperlichkeit (rūpa-rāga),
    Begehren nach dem Unkörperlichen (arūpa-rāga),
    Dünkel (siehe māna),
    Aufgeregtheit (siehe uddhacca),
    Unwissenheit (siehe avijjā).
    aus http://www.palikanon.com/wtb/samyojana.html

    Alles anzeigen

    Zum zweiten Thema: Anhaften.

    Im buddhistischen Sinn bezeichnet man damit anhaften an die 5 Daseinsgruppen:

    Diese fünf Daseinsgruppen (khandha) sind:
    -Körperlichkeit
    -Gefühl
    -Wahrnehmung
    -Geistformationen (d.i. Gemüts- und Willensregungen, Denkprozesse, sowie alle nicht zu den anderen Gruppen gehörenden Vorgänge).
    -Bewußtsein.

    Also sich binden an eine Person z. B. und dies hast du, liebe Meike, ja wohl damit auch gemeint, ist per se keine Anhaftung. Erst wenn Gefühle ins Spiel kommen, wenn du durch ein anbinden an jemand an etwas ein Gefühl (z.B. die Vorstellung Geborgenheit, Liebe, geliebt werden etc) verbindest, diese Gefühl damit gar suchst, es ausleben willst, dann haftest du eben an.

    Man kann auch eine gute Mutter/Vater sein ohne anzuhaften. Man kann auch ein Freund, Partner sein ohne anzuhaften.
    Am besten wenn es gelingt die Brahmaviharas auszubilden, die vier unermesslichen Geisteshaltungen:

    Zitat

    „Die vier unermesslichen Geisteshaltungen“ lauten:

    1. Liebe, Liebende Güte (mettā)
    2.Mitgefühl (karunā)
    3.Mitfreude (muditā)
    4.Gleichmut (upekkhā)

    metta

    Die vier Brahmaviharas stehen in enger Beziehung zueinander. Letztlich beschreiben die „Vier Grenzenlosen“ allesamt verschiedene Facetten einer auf metta basierenden Verbundenheit mit allen Wesen. Metta ist eine freundschaftliche Form der Liebe, die nicht in Begierde (Anhaftung) wurzelt, sondern vom Interesse am Glück aller motiviert ist. Eine wohlwollende Anerkennung und Wertschätzung der eigenen Person ist die Voraussetzung für diese Form der Liebesfähigkeit. Falls diese nicht vorhanden sein sollte, kann sie erlernt werden. Viele buddhistische Autoren vermeiden es, metta mit 'Liebe' zu übersetzen und bevorzugen stattdessen Begriffe wie „Liebende Güte“, „Freundlichkeit“ oder "Wohlwollen". Der Begriff 'Liebe' ist für sie zu stark verbunden mit besitzergreifenden und gierverhafteten Formen der leidenschaftlichen Zuneigung. Metta als Geisteshaltung wird im Buddhismus in verschiedenen Meditationsformen (Metta-Meditation) systematisch kultiviert.

    karuna

    Karuna ist Mitgefühl, Empathie, die Fähigkeit zu tiefer Anteilnahme und Einfühlung in andere Wesen. Früher wurde karuna oft mit „Mitleid“ übersetzt und auch im Englischen wird heute hier noch der Begriff 'compassion' verwendet. Der Begriff 'Mitleid' ist jedoch insofern missverständlich, als karuna zum einen kein aktives Mit-Leiden erfordert und 'Mitleid' zudem immer auch ein Element der Herablassung der Distanzierung vom bemitleideten Objekt beinhaltet. Diese Trennung von Subjekt und Objekt widerspricht dem nicht-dualistischen Geist der buddhistischen anatta-Lehre und der Geisteshaltung von upeksha.

    mudita

    Während bei karuna vor allem die Wahrnehmungsfähigkeit für das Leiden anderer Wesen gefragt ist, geht es bei mudita um die Anteilnahme an der Freude anderer Wesen. mudita ist Mit-Freude, die Gabe, freudvolle (=leidfreie) Momente mit anderen teilen zu können.

    upekkha

    Dieser Begriff hat vielfältige Bedeutungsebenen: Gleichmut, Gelassenheit, Loslassen, Nicht-Anhaften, Nicht-Unterscheiden. In der Bedeutung von Gleichmut bezieht er sich auf eine Form von Gelassenheit in Beziehungen, die als Korrektiv zu den besitzergreifenden und anhaftenden Tendenzen der Zuneigung wirkt. Dieser Gleichmut ist nicht zu verwechseln mit Gleichgültigkeit (Indifferenz). Auf einer weiteren Bedeutungsebene bezieht sich upeksha auf die Einsicht in die grundsätzliche Gleichwertigkeit der Liebesobjekte und die grundsätzliche Gleichheit zwischen Subjekt und Objekt im Rahmen von metta. aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Brahmavihara

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    Buddhismus, buddhist sein fordert von uns nur drei Dinge ein:

    Grosszügigkeit anderen gegenüber Dana:
    - leider zu oft nur materialistisch verwendet (Bettelmönche), beinhaltet für mich alle Arten des Gebens insbesondere auch vergeben, abgeben, teilen etc.

    Einhalten der 5 Sila:

    1.pāṇâtipātā veramaṇī sikkhāpadaṃ samādiyāmi
    Ich gelobe, mich darin zu üben, kein Lebewesen zu töten.
    2.adinnādānā veramani sikkhāpadaṃ samādiyāmi
    Ich gelobe, mich darin zu üben, nichts zu nehmen, was mir nicht gegeben wird.
    3.kāmesu micchācāra veramani sikkhāpadaṃ samādiyāmi
    Ich gelobe, mich darin zu üben, keine ausschweifenden sinnlichen Handlungen auszuüben.
    4.musāvādā veramani sikkhāpadaṃ samādiyāmi
    Ich gelobe, mich darin zu üben, nicht zu lügen und wohlwollend zu sprechen.
    5.surā meraya majja pamādatthānā veramani sikkhāpadaṃ samādiyāmi
    Ich gelobe, mich darin zu üben, keine Substanzen zu konsumieren, die den Geist verwirren und das Bewusstsein trüben.

    Und kontinuierliche Geistesschulung (bhavana).

    Es ist nichts verboten und es gibt keine Strafe uind keine Belohnungen !

    Auf Deinen konkreten Fall bezogen:

    Es ist nicht verboten sich zu binden, anzuhaften, etc. Wer es nicht lassen kann ist halt noch nicht so weit. Der achtfache Pfad ist lang und man hat unendliche Zeitalter zur Verfügung für bhavana.
    Deshalb dont panic, stay cool, nur kein Stress !

    Gruss Bakram

  • Doris
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    • 10. Mai 2012 um 13:13
    • #68

    Lieber Bakram,

    Du widersprichst Dich:

    Zitat

    lso sich binden an eine Person … ist per se keine Anhaftung.

    Zitat

    Es ist nicht verboten sich zu binden, anzuhaften, etc. Wer es nicht lassen kann ist halt noch nicht so weit.

    So weit für was?

    Ich kann auch nicht erkennen, warum Du einen Unterschied machst zwischen den ans "Dasein kettende Fesseln" und dem Anhaften an Daseinsgruppen, das erschließt sich mir überhaupt nicht.
    Gemäß Deiner Logik könnte ich an dem einen noch gekettet sein und an dem anderen nicht mehr anhaften und umgekehrt.

    ich meine, wenn ich mich an einen Menschen binde, dann binde ich mich deshalb noch lange nicht an einen z.B. Persönlichkeitsglaube oder hänge an Regeln und Riten, grolle oder bin dünkelhaft, muss auch weder aufgeregt sein noch unwissend oder gar dem sinnlichen Begehren erliegen.

    (Sag bloß – ich bin halt noch nicht soweit :D )

    Liebe Grüße
    Doris – Knochensack

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

    Einmal editiert, zuletzt von Doris (10. Mai 2012 um 13:35)

  • bel
    Gast
    • 10. Mai 2012 um 13:26
    • #69

    Die Frage zielt auf das wohl größte Mißverständnis im Dharma, und zwar deshalb, weil sie auf die fundamentalste Komponente unseres Seins zielt.
    Anatta bedeutet zwingend: nur aus Beziehungen - also aus Verbindungen bestehend, und nicht aus "Eigenem". Wir haften auch nicht an Beziehungen an, sondern höchstems an dem, von dem wir meinen, wie diese Beziehungen für uns selbst seien sollten - und nicht zulassen, was sie sind, oder sein könnten. Das Leiden - klassische Definition - besteht dann darin, daß wir verlangen, was prinzipiell nicht zu erlangen ist - Beziehungen, in denen sich alles nur um uns selbst dreht, und die darin dann auch noch statisch sein sollen - nur eine Variante von sassata-ditthi (Ewigkeitsglaube). In unserem Sprachgebrauch nennen wir das aber gerade Beziehungsunfähigkeit.
    Ein besonders extremer Ausdruck von Beziehungsunfähigkeit, mithin des Mißverstehns von anatta, ist der Glaube, man könnte sich aus Beziehungen durch Abkehr herauslösen - das ist nix weiter als uccheda-ditthi (Vernichtungsglaube).

    _()_

  • bel
    Gast
    • 10. Mai 2012 um 13:31
    • #70
    Bakram:

    Die Eingangsfrage bezieht sich auf sich binden . Als ein aktiver (bewusster oder unbewusster) Vorghang des Ich. Es stellt nicht die Frage nach gebunden sein, Teil sein mit Erde Umwelt etc.
    sich binden heisst für mich sich anbinden, sich fesseln.


    Könnte sein, nämlich "binden an sich selbst", an seine Vorstellungen von Verbundensein (nicht an Gebundensein).
    Sich binden kann aber auch heißen, sich seiner Verantwortung im Verbundensein bewußt zu werden und danach zu handeln.

    _()_

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    • 10. Mai 2012 um 13:50
    • #71

    Bel hat es wunderbar klar und deutlich ausgedrückt. Ich habe nichts mehr hinzufügen.

    @ bel : Ok. sich (vorläufig) binden auch im Sinne von "ich gelobe mich daran zu halten..." .Irgendwann macht man es aber automatisch ( z.B nach ablegen der 3. Fessel).

    Gruss Bakram

  • Lirum Larum
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    Ich protestiere gegen den mangelnden Respekt vor den unterschiedlichen Traditionen.
    • 10. Mai 2012 um 14:37
    • #72

    Na, Bakram, nun, indem Du bel so vehement zustimmst, hast Du Deinem eigenen Posting von Seite 1 aber vehement widersprochen, meine ich. :)


    Bakram:
    Zitat

    wie geht das zusammen? Sich binden und dennoch nicht anhaften?


    Das geht nicht zusammen.

    Sich binden und Anhaften ist das Gleiche !

    Wer dies (noch) nicht akzeptieren kann muss entweder weiter üben, sich weiter etwas vormachen oder die Religion wechseln.

    Gruss Bakram

    bel:

    Die Frage zielt auf das wohl größte Mißverständnis im Dharma, und zwar deshalb, weil sie auf die fundamentalste Komponente unseres Seins zielt.
    Anatta bedeutet zwingend: nur aus Beziehungen - also aus Verbindungen bestehend, und nicht aus "Eigenem". Wir haften auch nicht an Beziehungen an, sondern höchstems an dem, von dem wir meinen, wie diese Beziehungen für uns selbst seien sollten - und nicht zulassen, was sie sind, oder sein könnten. (...)

    _()_


    Demnach bedeutet "Anhaften" anders übersetzt "Egoismus" und ist in keiner Weise das Gleiche wie Bindung.

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • bel
    Gast
    • 10. Mai 2012 um 14:49
    • #73
    Losang Lamo:
    bel:

    Die Frage zielt auf das wohl größte Mißverständnis im Dharma, und zwar deshalb, weil sie auf die fundamentalste Komponente unseres Seins zielt.
    Anatta bedeutet zwingend: nur aus Beziehungen - also aus Verbindungen bestehend, und nicht aus "Eigenem". Wir haften auch nicht an Beziehungen an, sondern höchstems an dem, von dem wir meinen, wie diese Beziehungen für uns selbst seien sollten - und nicht zulassen, was sie sind, oder sein könnten. (...)


    Demnach bedeutet "Anhaften" anders übersetzt "Egoismus" und ist in keiner Weise das Gleiche wie Bindung.


    Ganz grob - Ja. Aber das ist nur eine Form, die zugleich ihr scheinbares Gegenteil gebiert - also auch z.B. das sog. Helfersyndrom - falsches Bodhisattva-Verständnis. Gehört ganz normal zum Katalog religöser Hybris.

    _()_

  • Zorița Câmpeanu
    Gast
    • 10. Mai 2012 um 14:57
    • #74
    Bakram:

    Die Eingangsfrage bezieht sich auf sich binden


    ohne binden, kein ent-binden....
    steine auf dem weg kann ich mit geschick( Aufmerksamkeit), unterwegs zur entbindung wegräumen...oder der blitz schlägt ein ( Klarheit, Licht) und die entbindung findet stadt....

    der gedanke gefällt mir :D
    .

  • xxx
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    • 10. Mai 2012 um 15:22
    • #75

    Liebe LL

    Eure Schwäche ist, dass ihr zu wenig Klarsicht habt, zuwenig Konzentration, zu wenig differenziert und aufmerksam betrachtet ! :)

    Ich habe geschrieben: sich Binden ist Anhaftung. Bitte beachte auch das Wort sich, da es ein Ego beinhaltet ! Da darfst 'sich' nicht einfach überlesen.

    Ich habe nicht geschrieben: Bindung ist Anhaftung, das hast Du irrtümlich hersausgelesen oder hineininterpretiert weil Du 'sich' nicht beachtest.

    @ Doris:
    Gute Frage !
    Was unterscheidet die 10 ans Dasein kettende Fesseln vom Anhaften an die 5 Daseinsformen ?
    Intellektuell muss ich da erst noch dahinter kommen, intuitiv kommt mir beim Wort binden eben Fessel in den Sinn und beim Wort Anhaften die fünf Daseinsformen.
    Interessanterweise sagst Du nun diese seien das selbe, Du würdest keinen Unterschied sehen.
    Das sag ich ja auch: Sich binden und anhaften ist dasselbe :D

    Allerdings:

    Zitat

    wenn ich mich an einen Menschen binde, dann binde ich mich deshalb noch lange nicht an einen z.B. Persönlichkeitsglaube


    Auch Du überliest das Wort 'mich'. Somit serkenne ich, dass Du unbewusst noch tief im Persönlichkeitsglauben feststeckst. Du bist in deiner Wahrnehmung gefesselt und somit auch ans Dasein :D
    Gruss Bakramw

    Gruss Bakram

    Einmal editiert, zuletzt von xxx (10. Mai 2012 um 15:29)

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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