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Die Form und das Formlose

  • Advaita
  • 28. April 2012 um 10:20
  • Zum letzten Beitrag
  • Advaita
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    29. März 2012
    • 28. April 2012 um 10:20
    • #1

    Hallo!

    Ich beschäftige mich auf meinem Entwicklungsweg gerade damit, wie sehr man doch im förmlichen Denken (auch aus neurobiologoscher Sicht) verhaftet ist. Dieser Gedanke keimte aus der Veränderung meines Glaubens heraus. Seit ich mich mit dem Buddhismus beschäftige und diesen immer mehr in mein Leben gelassen habe, da meine innere Stimme, mein Herz, meine intuitive Weisheit oder wie auch immer man es nennen will, Ja zu all diesen Weisheiten und Lehren gesagt hat, muß ich meinen Glauben stark über"denken", der doch sehr christlich geprägt ist/war/ist... Ich habe festgestellt dass ich in meinem Denken über Gott, Jesus etc. sehr viele kindliche Färbungen habe und mir diesen Kräfte in einer Form vorgestellt habe, die sehr beeinflusst ist durch das Bild was in der Menschheit schon lange existiert. Der Buddhismus lehrt jedoch die Formlosigkeit und das Loslassen. Und hier steht mir mein Verstand im Weg. Wie sollte es auch anders sein? In meinen Meditation ließ ich z. B. das Jesusgebet einfließen, wobei man eben Jesus visualisiert und den Worten/ Bildern Leben einhaucht. Ich fühlte mich während dieser Meditation voller Liebe. Ich frage mich nun, ob ich Loslassen soll oder ob ich diesen Weg weiter gehe. Ich befinde mich zurzeit in einer Glaubenskrise. Kennt das jemand von Euch? Ich bin gerade dabei meinen christlich geprägten Glauben mit den buddhistischen Lehren zu vereinen. Für mich ist der Buddhismus -(k)eine Religion (eine Geisteswissenschaft)- für den Menschen, mit dessen Weisheiten er zur Erleuchtung, zur Erlösung gelangen kann. Eine Religion die zu allen Seiten offen ist und sich mit den Menschen entwickelt. Die Frage nach einem Schöpfer, nach Gott stellt sich nicht, da es im Buddhismus keine Bedeutung hat, was, so denke ich, nichts ausschließt. Es fällt mir schwer mir -NICHTS- vorzustellen, die reine Form des Seins. Wobei mir im gleichen Atemzug auffällt, dass es einen gewissen spirituellen Entwicklungsstand braucht um dies tun zu können. Dafür meditieren Menschen. Ich merke gerade, dass ich nicht so ganz in Worte fassen kann, was ich nicht vereint bekomme aber es spiegelt sehr schön, was in meinem Inneren vor sich geht.

    Ich hatte als Kind mal einen Traum und der handelte von der Ewigkeit, eindringlich angeregt durch Themen mit denen sich ein Kind erst später befassen sollte. Ich träumte von einem grenzenlosen Raum, jedoch mit dem Erscheinungsbild einer Wüstenlandschaft in der nichts weiter existierte als ich, mit dem Gefühl begleitet, ewig dort bleiben zu müssen. Das war vielleicht schaurig. Das spiegelt sehr schön, wie beschneidend, einengend manche Vor- stellungen sein können.

    Irgendwie sitze ich noch immer sehr in meinem Kopfkäfig und kann gelegentlich mal kleine Ausflüge machen doch für den großen Flug fehlt es mir noch an Mut. (?)

    Versteht Ihr die Frage hinter den Worten?

    Lieben Gruß,

    Advaita

    "Niemals wirst du dich der Welt recht erfreuen, ehe nicht die See selbst in deinen Adern fließt, dich der Himmel umhüllt und die Sterne dich krönen."

    "Centuries Of Meditation" von Thomas Trahernes

  • Hanzze.
    Gast
    • 28. April 2012 um 11:05
    • #2

    Buddha riet seinen zukünftigen Schülern sich von anderen Doktrinen zuerst vollkommen zu lösen. Halbe Sachen sind für alle beteiligten unangenehm. Etwas mitzunehmen macht es nur schwer. Das ist etwa so, wie wenn du eine neue Beziehung eingehst und die alte noch im Herzen trägst. Die neue Beziehung wird immer darunter leiden.

    Eine Pause ist sehr wichtig und sehr gut. Danach ist Offenheit und man kann in jede Richtung gehen ohne das alte mit sich zu schleppen. Loslassen hat immer etwas mit überwinden der Gier zu tun. Nicht mit Ablehnung oder Aversion, einfach loslassen. Die alte Beziehung war gut und wichtig ohne die wärst du nicht hier.

  • Onyx9
    Gast
    • 28. April 2012 um 21:28
    • #3

    Meditation besteht nicht darin, sich Nichts vorzustellen.
    Christus ablegen musst Du auch nicht.

  • Advaita
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    29. März 2012
    • 28. April 2012 um 21:57
    • #4

    Ich muß meine Gedankengänge wohl noch etwas mehr vertiefen, doch ich glaube dass es hilfreich ist, sich erstmal etwas frei zu machen um besser sehen zu können. Die Vorstellung des Nichts, war bezogen darauf die Formen mit ihren Grenzen im Denken aufzulösen. Was steht hinter dem Bild was ich in meinem Kopf von Gott/ Jesus etc. habe? Das war aber schon eine gedankliche Verschlingung, die sehr missverständlich war.

    "Niemals wirst du dich der Welt recht erfreuen, ehe nicht die See selbst in deinen Adern fließt, dich der Himmel umhüllt und die Sterne dich krönen."

    "Centuries Of Meditation" von Thomas Trahernes

  • Hanzze.
    Gast
    • 29. April 2012 um 04:14
    • #5
    Zitat

    Eine Felsbrocken Tragen

    "Loslassen" bedeutet eigentlich das: Es ist als würden wir einen schweren Felsbrocken tragen. Wie wir ihn so tragen, fühlen wir uns zwar ziemlich niedergedrückt, aber wir wissen nicht was wir sonst damit tun sollten, deshalb tragen wir ihn weiter. Sobald uns jemand sagt, dass wir ihn wegschmeißen sollten, denken wir: "Was? Wenn ich ihn wegschmeiße, bleibt mir ja nichts mehr." So tragen wir ihn weiter. Wir sind nicht gewillt, ihn weg zuschmeißen.
    Selbst wenn uns jemand sagt: "Na komm schon. Es würde dir in dieser weise helfen und du wurdest in so einer Weise einen Nutzen daraus ziehen", würden wir ihn immer noch nicht wegschmeißen, da wir Angst haben ohne irgend etwas zurückzubleiben. So tragen wir ihn weiter, bis wir wirklich so schwach und müde sind ihn nicht mehr schleppen zu können. Das ist dann der Punkt, an dem wir loslassen.
    Nur wenn wir loslassen, verstehen wir loslassen. Wir fühlen uns leicht. Und wir können wirklich nachfühlen, wie schwer es ist einen Felsbrocken zu tragen. Aber als wir ihn getragen hatten, haben wir nicht verstanden wie klug loslassen sein könnte.

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    • 29. April 2012 um 07:08
    • #6
    Advaita:

    Ich befinde mich zurzeit in einer Glaubenskrise. Kennt das jemand von Euch?


    Keine Ahnung. vielleicht gab es das mal. Ich kann mich nicht erinnern. 8)

    Advaita:


    Es fällt mir schwer mir -NICHTS- vorzustellen, die reine Form des Seins. Wobei mir im gleichen Atemzug auffällt, dass es einen gewissen spirituellen Entwicklungsstand braucht um dies tun zu können. Dafür meditieren Menschen. Ich merke gerade, dass ich nicht so ganz in Worte fassen kann, was ich nicht vereint bekomme aber es spiegelt sehr schön, was in meinem Inneren vor sich geht.


    Eine Vorstellung die problematisch ist ist die, dass du etwas auf eine bestimmte Art machen musst, weil es irgendwo steht und/oder irgend ein anderer es sagt und/oder weil du mal gedacht hast, dass es vernünftig und richtig sei. Aber du kannst Vorstellungen habe soviele du willst. Solange dein Gehirn lebt, wird es wohl auch Vorstellungen produzieren, ganz ungefragt. Du musst dich aber nicht mitreissen lassen von den Vorstellungen, geh auf Distanz und glaub nicht alles was du denkst. 8)

  • Anicca
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    • 29. April 2012 um 12:47
    • #7

    Es fällt mir schwer mir -NICHTS- vorzustellen, die reine Form des Seins.

    Du musst dir nicht " Nichts" vorstellen ,sei einfach frei von " Ich und mein " das ist Leerheit. Das ist doch die Essenz der ganzen Buddha - Lehre.

  • Hanzze.
    Gast
    • 29. April 2012 um 13:47
    • #8

    Der eine kann sich nicht erinnern (war klar) und der andere möchte sich "nicht-ich" und die Essenz vorstellen.

  • Advaita
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    • 29. April 2012 um 16:16
    • #9

    Ich versuche meinen Gedankengang mal anders zu formulieren. Es fällt mir schwer mir die Quelle allen Seins vorzustellen ohne es in eine Form packen zu wollen. Versteht Ihr was ich meine? Wenn man über eine so lange Zeit seinen Glauben bebildert, fällt es schwer davon abzulassen. Ich denke dass das sicherlich eine Frage der spirituellen Reife ist und ich glaube dass dieser Punkt ebenso sehr wichtig ist, um den wahren Glauben heraus zu feilen. Natürlich durch die neurobiologischen Gegebenheiten, funktionieren wir eben so. Die Aussagen: "Nicht alles glauben was man denkt.", und auch "...sei einfach frei von " Ich und mein " das ist Leerheit. Das ist doch die Essenz der ganzen Buddha - Lehre.", werde ich nochmal vertiefen, da da wirklich viel Wahrheit drin steckt. Scheinbar blicke ich immer noch zu sehr aus den Augen des ICHS auf die Dinge. Es ist wahrlich eine Herausforderung das Ego zu "bezwingen". Auch die Beiträge von Dir Hanzze, treffen sehr den Kern und sprechen mich tief im Inneren an.

    "Niemals wirst du dich der Welt recht erfreuen, ehe nicht die See selbst in deinen Adern fließt, dich der Himmel umhüllt und die Sterne dich krönen."

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    • 29. April 2012 um 16:19
    • #10
    Advaita:

    Ich versuche meinen Gedankengang mal anders zu formulieren. Es fällt mir schwer mir die Quelle allen Seins vorzustellen ohne es in eine Form packen zu wollen. Versteht Ihr was ich meine?


    Nein 8)

    Advaita:


    Wenn man über eine so lange Zeit seinen Glauben bebildert, ...


    Sieh es mal so: Ohne Glauben kann es keine Glaubenskrise geben 8)

  • Hanzze.
    Gast
    • 29. April 2012 um 16:39
    • #11

    Sila, Samadhi, Panna (als Laie auch noch Dana) mehr ist nicht. Das ist der achtfache Pfad den man mit Geduld geht und vom Groben ins feine. Leute die sich das "Ego" raus peitschen wollen oder sich 1001 philosophische Erklärung erbasteln kommen nicht weiter, sie fühlen sich nur für eine Weile geschützt.

    Zitat

    The non-doing of any evil,
    the performance of what's skillful,
    the cleansing of one's own mind:
    this is the teaching
    of the Awakened.

    Wenn du mit deiner Tugend dann an die Grenzen deiner Lebensweise stößt, ändere sie. Passe dein Leben deiner inneren Güte an und hab keine Scheu dort und da nicht mehr mitzumachen oder andere Wege zu gehen.

    Wenn immer du dir die Zeit schaffst, ermögliche dir ein Retreat. Schau das du die Praxis zu einem Kreis machst und versuche dich den ganzen Tag über zu beobachten, was immer du machst, was immer du fühlst, was immer du denkst. Da ist auch nichts wichtiger als Achtsamkeit. Das Leben einfach langsamer werden lassen, Schritt für Schritt. Stress dich nicht, das heißt aber auch nicht faul zu sein.

  • crazy-dragon
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    • 29. April 2012 um 19:40
    • #12
    Advaita:


    Es fällt mir schwer mir die Quelle allen Seins vorzustellen ohne es in eine Form packen zu wollen.

    Warum musst Du Dir das vorstellen? Ohne Vorstellung entfällt auch die Verpackerei... :P Tu in dieser Zeit etwas Vernünftigeres wie meditieren z.B.
    _()_ c.d.

    Tag für Tag ein guter Tag

  • Advaita
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    • 29. April 2012 um 21:22
    • #13

    Mir fällt mit dem Beitrag von Dir, crazy-dragon, auf, wie widersinnig dieses Bestreben ist. Und bei genauerem Hinsehen wären wir wieder bei der Anhaftung. Der Verstand versucht etwas zu ergründen, was er nicht ergründen kann. Die unbewusste Suche nach etwas, woran man sich festhalten kann.

    "Niemals wirst du dich der Welt recht erfreuen, ehe nicht die See selbst in deinen Adern fließt, dich der Himmel umhüllt und die Sterne dich krönen."

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  • crazy-dragon
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    • 30. April 2012 um 14:03
    • #14
    Advaita:

    Mir fällt mit dem Beitrag von Dir, crazy-dragon, auf, wie widersinnig dieses Bestreben ist.

    Erkennen ist schon mal gut- jetzt brauchst Du es nur noch umzusetzen- das allerdings macht uns unser Affengeist ziemlich schwer... 8) Wenn Du aber auf die Gedanken nicht mehr eingehst und sie ziehen lässt- weil Du ihre Unbeständigkeit, ihre Flüchtigkeit erkannst hast- löst sich das Knäuel auf.

    _()_ c.d.

    Tag für Tag ein guter Tag

  • karmahain
    Gast
    • 2. Mai 2012 um 20:45
    • #15

    Der Buddhismus steht nicht mit den mystischen Lehren des Christentum im Wiederspruch. Sicherlich aber mit dem dogmatischen Christentum. Ein Buchtipp:

    Der westliche und der östliche Weg. Über christliche und buddhistische Mystik.

    von

    Daisetz Teitaro Suzuki

    Außerdem

    Eine Neue Erde

    von

    Eckhart Tolle

    beide zeigen auf das Formlose das nicht nur im Buddhismus gelehrt wird. Wir finden es auch im Taoismus und bei den christlichen mystiker.

    Das Formlose ist mit dem Verstand und dem Denken nicht zu erfassen. Denn GEdanken sind immer Formen. Auch Emotionen bringen uns dem nicht näher. Klassische Zugänge sind die Stille.

    Die Stille ist wahrnehmbar aber hat keine Form. Die Stille ist immer im Hintergrund da. So wie das Jetzt. Auch wenn sie von äußerem und innerem Lärm überdeckt wird. Die Stille im Alltag möglichst oft wahrzunehmen ist sicher eine wirksame Meditation die man immer und überall machen kann. selbst und gerade wenn es laut zugeht.

    hier ein Ausschnitt aus dem Hörbuch Stille spricht von Eckhart Tolle:

    http://www.youtube.com/watch?v=XxnlDbL2wKM

  • Advaita
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    • 3. Mai 2012 um 11:44
    • #16

    @ crazy-dragon: Der Begriff "Affengeist" ist wirklich sehr treffend. Ich übe. :)

    @ karmahain: Vielen Dank, für die Buchempfehlungen. Eckhart Tolles Worte sind mir sehr zugänglich, speziell die Ausführungen zum Thema "Die Entstehung des Ichs" und noch so einiges andere. :)

    Herzliche Grüße,

    Advaita

    "Niemals wirst du dich der Welt recht erfreuen, ehe nicht die See selbst in deinen Adern fließt, dich der Himmel umhüllt und die Sterne dich krönen."

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Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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