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Sinnesfreuden und Loslösung

  • Grund
  • 17. April 2012 um 13:56
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  • Grund
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    • 17. April 2012 um 13:56
    • #1

    Das Thema Sinnesfreuden ist ja offensichlicht eines, das die Leute bewegt, wie man an folgenden beispielhaften Threads sehen kann:

    Betreff: Fleisch und Alkohol loslassen

    Betreff: Ist Selbstbefriedigung schlecht für spirituelle Entwicklung?

    Betreff: Rauchen aufhören


    Wenn man eine Hierarchie der Loslösung erstellen wollte, wo man sinnvollerweise beginnt und wo man fertig ist, hätte ich folgenden Vorschlag:

    1. Nehmen von Drogen/trinken von Alkohol/Rauchen
    2. Ausüben von sexuellen Aktivitäten
    3. Suche nach Geschmack in Essen
    4. Suche nach Freude am Hören von Klängen oder/und Sehen von Formen
    5. Denken vergnüglicher, angenehmer oder ("spirituell") erbauender Gedanken (Vorstellungen).


    Ganz ruhig, ist keine Vorgehensempfehlung. Nur ein Vorschlag zur Erwägung, wenn man das Loslösen von Sinnesfreuden denn überhaupt als sinnvoll erachtet, weil man gute Erfahrungen damit gemacht hat. Wer das per se nicht will und deswegen auch von vornherein auf die Erfahrung pfeift, muss sich hier nicht ereifern um seine Freuden zu verteidigen 8)

  • Hanzze.
    Gast
    • 17. April 2012 um 14:13
    • #2

    Posten in Foren, hast du noch vergessen, vielleicht magst du das dazu nehmen als 5a (interaktiv sozusagen) *schmunzel*

  • Dorje Sema
    Gast
    • 17. April 2012 um 14:20
    • #3

    Man stelle sich dies "hier" in einem [vollkommen] gereinigten Spiegel vor :lol::?::idea:

    (Stairway to heaven/ Led Zeppelin - rückwärts) :shock::lol:

    añjalī अञ्जलि
    Dorje Sema

  • Hanzze.
    Gast
    • 17. April 2012 um 14:26
    • #4

    Die Sache ist, das dieser Stairway to Heaven bisweilen nur ein Paternosta ist. *schmunzel*

  • Dorje Sema
    Gast
    • 17. April 2012 um 14:39
    • #5
    Hanzze.:

    Die Sache ist, das dieser Stairway to Heaven bisweilen nur ein Paternosta ist. *schmunzel*

    Pratityasamutpada :idea:

    añjalī अञ्जलि
    Dorje Sema

  • Hanzze.
    Gast
    • 17. April 2012 um 14:44
    • #6

    Nein, in dem Fall waren Lehren abseits des achtfachen Pfades gemeint *schmunzel* und ja, das ist der Grund.

    Da gibt's:
    Triebe, die durch Sehen zu überwinden sind
    Triebe, die durch Kontrolle zu überwinden sind
    Triebe, die durch Gebrauch zu überwinden sind
    Triebe, die durch Erdulden zu überwinden sind
    Triebe, die durch Vermeiden zu überwinden sind
    Triebe, die durch Entfernen zu überwinden sind
    Triebe, die durch Entfalten zu überwinden sind

    und wenn man den Anleitungen im dafür notwenigen Rahmen folgen kann:

    Zitat


    "Ihr Bhikkhus, wenn bei einem Bhikkhu die Triebe,

    die durch Sehen überwunden werden sollten, durch Sehen überwunden worden sind,
    wenn die Triebe, die durch Kontrolle überwunden werden sollten, durch Kontrolle überwunden worden sind,
    wenn die Triebe, die durch Gebrauch überwunden werden sollten, durch Gebrauch überwunden worden sind,
    wenn die Triebe, die durch Erdulden überwunden werden sollten, durch Erdulden überwunden worden sind,
    wenn die Triebe, die durch Vermeiden überwunden werden sollten, durch Vermeiden überwunden worden sind,
    wenn die Triebe, die durch Entfernen überwunden werden sollten, durch Entfernen überwunden worden sind,
    wenn die Triebe, die durch Entfalten überwunden werden sollten, durch Entfalten überwunden worden sind -

    dann wird er ein Bhikkhu genannt, der gezügelt mit der Zügelung aller Triebe weilt. Er hat das Begehren abgeschnitten, die Fesseln [13] abgeworfen und mit der völligen Durchdringung des (Ich-)Dünkels hat er Dukkha ein Ende gemacht."

    Details im und aus: MN2

    Alles anzeigen

    Für den Laien/Haushälter empfiehlt sich vorerst die Vinaya für Laien auch wenn man nach und nach manche Dinge adoptieren kann. *schmunzel*

    Aber es sind nun mal alle Triebe zu überwinden. *schmunzel*

  • Grund
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    • 17. April 2012 um 16:37
    • #7

    Hallo Prediger Hanzze,

    Danke für den Wink mit dem Zaunpfahl ... stimmt die Reihenfolge muss umgestellt werden: Punkt 6 muss auf Platz 2.


    Darüberhinaus kann Rauchen nicht mit Drogen und Alkohol genannt werden, weil es nicht derart die Sinne trübt. Es ist wohl dem Anhaften an Geschmack des Essens gleichzusetzen, aber leichter zu überwinden, weil man nicht rauchen muss um zu überleben aber essen muss man.
    Nun muss man auch nicht sexuelle Aktivitäten ausüben um zu überleben, aber der Lustreiz ist wohl etwas größer als beim Rauchen.

    Hier also neue Reihenfolge:

    1. Nehmen von Drogen/trinken von Alkohol
    2. Denken vergnüglicher, angenehmer oder ("spirituell") erbauender Gedanken (Vorstellungen) (Hallo Hanzze ;) )
    3. Rauchen
    4. Ausüben von sexuellen Aktivitäten
    5. Suche nach Geschmack in Essen / Rauchen
    6. Suche nach Freude am Hören von Klängen oder/und Sehen von Formen

    8)

  • Hanzze.
    Gast
    • 17. April 2012 um 16:41
    • #8

    Naja, schau's dir nochmal an und dreh es vielleicht noch einmal anders *schmunzel* vor allem die Doppelnennungen können verwirren. Das Haften am sicheren Wohnzimmer hast du auch vergessen. Kannst es vielleicht Schutzsuche wo keine ist, nennen.

    Nehmen was nicht gegeben ist, töten wie auch lügen aus Lust hast du auch vergessen, aber irgendwie spielt das ja alles zusammen.

  • Grund
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    • 17. April 2012 um 16:45
    • #9
    Hanzze.:

    vor allem die Doppelnennungen können verwirren.

    Ups ... ja

    Hier also neue Reihenfolge:

    1. Nehmen von Drogen/trinken von Alkohol
    2. Denken vergnüglicher, angenehmer oder ("spirituell") erbauender Gedanken (Vorstellungen) (Hallo Hanzze ;) )
    3. Ausüben von sexuellen Aktivitäten
    4. Suche nach Geschmack in Essen / Rauchen
    5. Suche nach Freude am Hören von Klängen oder/und Sehen von Formen


    Hanzze.:


    Das Haften am sicheren Wohnzimmer hast du auch vergessen. Kannst es vielleicht Schutzsuche wo keine ist, nennen.


    Das kommt nur davon, dass du kein eigenes hast, dass du daran anhaftest. Scheinbar verschafft dir Internetpredigen keinen adäquaten Ersatz ?

    Aber du siehst, dein Laster kommt gleich nach der Drogenabhängigkeit 8)

  • Grund
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    • 17. April 2012 um 16:54
    • #10

    Hanzze's Wohnzimmer-Vorstellung müsste mal wohl auch unter Punkt 2 einordnen. Dann könnte es Gefallen am Gedanken des Nicht-Habens sein, so eine Art Überlegenheitsgefühl in spirituellem Kontext. 8)

    Wem gehört das Haus in dem du lebst Hanzze? Oder bist du obdachlos mit mobilem Internet?

  • Hanzze.
    Gast
    • 17. April 2012 um 17:26
    • #11

    Ohne Wohnzimmer, gehen die anderen Dinge gar nicht mehr so leicht auf. *schmunzel* Ist sozusagen multilösend mit einem Schlag. Für starkes anhaften empfiehlt man den Überlieferungen nach auch dhutanga-praxis

    Für die gibt es aber auch immer wieder verschiedenen Motivationen:

    Zitat

    For the practice of dhutaṅgas, there do exist several kinds of motivations. A few can adopt one of them out of a bad purpose, in the aim of stirring up admiration around themselves, whereas others adopt one of these practices out of a genuine purpose, in order to cure themselves from kilesās, with the same state of mind into which one takes a medicine. Here are the five kinds of motivation that we can distinguish among those who adopt one or more dhutaṅgas:

    1) Out of complete ignorance, without even knowing their advantages: after having merely heard the practitioners of the dhutaṅgas are of good renown, for being able to say " me, I practice the dhutaṅgas", etc.

    2) For benefitting with the advantages feeding up greed, such as: for receiving a lot of gifts, for being well considered by others, for causing a great veneration to arise from others, for attracting disciples to oneself, etc.

    3) Out of madness, out of complete ignorance, without being in quest for anything whatsoever.

    4) Because Buddha and ariyās praise such practices.

    5) For benefitting with healthy advantages, such as: the capacity to be contented with very little, weakness inherent to greed, easiness to obtain what is needed, tranquillity, detachment, etc.

    Buddha disapproved the first three motivations, he only approved the last two. An individual may then adopt one or several dhutaṅgas only if he is motivated according to the fourth or fifth among these five kinds of motivations. However, a dhutaṅga is of much higher benefit if it is adopted according to the fifth motivation instead of the fourth.

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  • Grund
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    • 17. April 2012 um 17:43
    • #12
    Hanzze.:

    Für starkes anhaften empfiehlt man den Überlieferungen nach auch dhutanga-praxis


    "Man" und "Überlieferungen" ... na da kann man ja gleich Vajrayana praktizieren 8)

  • Hanzze.
    Gast
    • 17. April 2012 um 17:44
    • #13

    Nein, da ist schon ein Unterschied, diese Praktiken schaden weder dir noch anderen. *schmunzel*

  • Grund
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    • 17. April 2012 um 17:45
    • #14
    Hanzze.:

    Nein, da ist schon ein Unterschied, diese Praktiken schaden weder dir noch anderen. *schmunzel*


    Und du meinst Vajrayana schadet jemandem?

  • Hanzze.
    Gast
    • 17. April 2012 um 17:48
    • #15

    Nein, ist ja keiner da. *schmunzel*

  • Grund
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    • 17. April 2012 um 17:50
    • #16

    Siehste, deswegen braucht auch keiner dein komisches Worthülsen-dhamma 8)

  • Hanzze.
    Gast
    • 17. April 2012 um 17:55
    • #17

    Na dann komm wieder zum Kern oder soll ich Grund sagen. *schmunzel* Was ist den nun die Essenz deiner fabelhaften Arbeit hier.

  • Grund
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    • 17. April 2012 um 18:04
    • #18
    Hanzze.:

    Na dann komm wieder zum Kern oder soll ich Grund sagen. *schmunzel* Was ist den nun die Essenz deiner fabelhaften Arbeit hier.


    Du weißt die Antwort. Du bist nur zu abgelenkt 8)

  • Dorje Sema
    Gast
    • 17. April 2012 um 19:24
    • #19

    Wer ist dieses Du; worin besteht dieses ›Du‹ ohne ›Ich‹ ?
    Identifizierendes Gemeinsamkeitsgefüge bezeichnet man alsdann bekanntlich als ein ›wir‹.
    Der Dharma nach den Theorien der drei Arten von Leiden bzw. ausgeblendet, des Netzwerkes ›übereinstimmender Borg‹ .

    „Scotty; beam me up“

    Euch ein langes Leben in Frieden und Freiheit

    añjalī अञ्जलि
    Dorje Sema

  • Grund
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    • 18. April 2012 um 06:13
    • #20
    Dorje Sema:

    Wer ist dieses Du; worin besteht dieses ›Du‹ ohne ›Ich‹ ?


    Das musst du schon selber rausfinden. 8)

  • Nitsuke
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    • 16. Mai 2012 um 12:19
    • #21

    Hallo Grund,

    hm, meinst Du, eine Reihenfolge macht prinzipiell Sinn? Es gibt Fälle, wo das strikte Einhalten des Alkohol- oder Fleischabstinenz den Nachfolger der Lehre zu einem arrogenten Sonderling hat werden lassen (vor allem jenen Gegenüber, die in seinen Augen nicht so konsequent sind, wie sie selbst). Folge: Egoverstärkung.
    Ich denke, es genügt, ordentlich Rechte Ansicht im Zuge des Achtpfads zu entwickeln. Wenn wirklich Achtsamkeit und Hingabe entsteht, erledigen sich die Sinnesfreuden irgendwann nach und nach. Je strenger das Muster, das man sich selbst vorgibt umso mehr Gefahr besteht, dass die persönliche "Stimmigkeit" verloren geht...

  • Lanooo1
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    • 24. Mai 2012 um 08:20
    • #22

    Ja, aber wenn der Dalai Lama lehrt, es gibt kein Ich, wer haftet denn dann an den Sinnesfreuden? Macht plötzlich KEINEN Sinn mehr die so entstellte Lehre des Erhabenen. :D

  • Lanooo1
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    17. Mai 2012
    • 24. Mai 2012 um 11:12
    • #23
    Grund:

    Das Thema Sinnesfreuden ist ja offensichlicht eines, das die Leute bewegt, wie man an folgenden beispielhaften Threads sehen kann:

    Betreff: Fleisch und Alkohol loslassen

    Betreff: Ist Selbstbefriedigung schlecht für spirituelle Entwicklung?

    Betreff: Rauchen aufhören


    Wenn man eine Hierarchie der Loslösung erstellen wollte, wo man sinnvollerweise beginnt und wo man fertig ist, hätte ich folgenden Vorschlag:

    1. Nehmen von Drogen/trinken von Alkohol/Rauchen
    2. Ausüben von sexuellen Aktivitäten
    3. Suche nach Geschmack in Essen
    4. Suche nach Freude am Hören von Klängen oder/und Sehen von Formen
    5. Denken vergnüglicher, angenehmer oder ("spirituell") erbauender Gedanken (Vorstellungen).


    Ganz ruhig, ist keine Vorgehensempfehlung. Nur ein Vorschlag zur Erwägung, wenn man das Loslösen von Sinnesfreuden denn überhaupt als sinnvoll erachtet, weil man gute Erfahrungen damit gemacht hat. Wer das per se nicht will und deswegen auch von vornherein auf die Erfahrung pfeift, muss sich hier nicht ereifern um seine Freuden zu verteidigen 8)

    Alles anzeigen

    Was bitte meinst Du denn mit Loslösung? Du glaubst doch garnicht dass es ein Selbst gibt. WAS löst sich denn da? Die vergänglichen Beilegungen sankhara etc voneinander? Macht doch keinen Sinn. Ihr habt das Selbst aus der Lehre des Erhabenen entfernt, und nun dreht ihr euch im Kreis. :D

  • Simo
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    • 24. Mai 2012 um 12:14
    • #24

    Verzeih Lanoo, aber ich glaube du drehst dich im Kreis, hast dich in einer Sackgasse verirrt. Wir haben das Selbst nicht aus Buddhas Lehre entfernt, sondern er selbst hat es durch seine Lehre von anatta (anatman :arrow: Nichtselbst) verneint. Er meinte damit nicht eine vorübergehende Identität und Individualität die auf Konventionen und vergänglichen Ursachen (Skandhas)beruht, er verneinte ein Selbst, einen Atman, eine Seele im Sinne eines unvergänglichen Wesenskernes, der unabhängig von all diesen Dingen existiert.

    guckst du hier:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Anatta

    Kein "Ich" - keine Probleme.

  • Matthias65
    Gast
    • 24. Mai 2012 um 12:29
    • #25
    Lanooo1:

    Ja, aber wenn der Dalai Lama lehrt, es gibt kein Ich, wer haftet denn dann an den Sinnesfreuden? Macht plötzlich KEINEN Sinn mehr die so entstellte Lehre des Erhabenen. :D

    Der Dalai Lama lehrt, dass es kein konstantes Ich gibt. "Als ich noch Kind war" ist ein anderes ich wie "als ich ein junger Mann war" u.s.w.

    Ein Glas Wein kann "ich" (d.h. meine aktuelle "Körper-Geist Kombination") aber trotzdem genießen. Das ist kein Widerspruch :)
    Man sollte nur nicht in Sinnesfreuden schwelgen und es übertreiben mit dem Genuß u.a., das sagt einem eigentlich schon der gesunde Menschenverstand.

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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