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"Liebe" als zentraler Schlüssel im Buddhismus als Weg

  • Askan
  • 20. Januar 2012 um 22:56
  • Zum letzten Beitrag
1. offizieller Beitrag
  • Askan
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    • 20. Januar 2012 um 22:56
    • #1

    "Liebe" wird ja oft als zentraler Schlüssel im Buddhismus gesehen. Die Liebe stellt einen wichtigen Faktor dar, sich selbst zu finden und seine Umwelt so an zu nehmen, wie sie ist um dann sich mehr und mehr von ihr zu befreien.

    Ist es möglich, gänzlich ohne "Liebe" auszukommen?
    So dass wir als Mensch alles neutral und gefühlslos angehen?
    Sicher ist das ein sehr extrem harte Art voran zu kommen zu wollen.

    Die Frage stellt sich, ob es möglich ist?
    Liebe ist ja letztendlich auch ein Teil des Puzzels, das das Lebensrad am Laufen hält.

    Ich versuche manchmal den Weg der Gefühlslosigkeit zu gehen.
    Ich muss aber sagen, dass es so gar keine Früchte trägt.
    Es ist fast Quälerei, wie wenn man versucht sein eigenes Herz zu erstechen (bidlich gesprochen).

    Gefühlslosigkeit oder Wahrnehmung ohne Liebe (Unterdrückung der Gefühle) muss ich mit Stillstand gleichsetzen.
    Ich meine hierbei dass rationale Negieren jeglich aufkommender Emotionen und Gedanken.
    Es passiert nichts. Keine Einsicht. (Nur Quälerei)

    Wisst ihr mehr dazu?

    Der Zen-Buddhismus greift die Lehren des Buddha auf um sie dann wider zu verwerfen.
    Für einen Schüler ist der lehrreichste Meister er selbst.
    "Ich bin der Geist, dein Freund. Warum hälst du Ausschau nach jemand anderem?" ( Rumi, ein Sufi)

  • Lirum Larum
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    Buddh. Richtung
    Ich protestiere gegen den mangelnden Respekt vor den unterschiedlichen Traditionen.
    • 20. Januar 2012 um 23:40
    • #2

    Mein Weg wäre das auch nicht.

    Hat auch nichts mit Betrachten, Akzeptieren und Loslassen zu tun, wenn man Gefühle unterdrückt.
    Hat nichts mit letztendlichem Verstehen zu tun, und auch nichts mit Aufhebung.

    Deckel drauf und Maul halten ist einfach falsch.
    Toll, dass es nicht funktioniert! Da hast Du für immer einen wunderbar klaren Gradmesser: funktioniert es, oder funktioniert es nicht? :)

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • SpringMode5708
    Gast
    • 21. Januar 2012 um 00:31
    • #3

    Hallo Askan,

    Askan:

    "Liebe" wird ja oft als zentraler Schlüssel im Buddhismus gesehen. Die Liebe stellt einen wichtigen Faktor dar, sich selbst zu finden und seine Umwelt so an zu nehmen, wie sie ist um dann sich mehr und mehr von ihr zu befreien.


    Nein :) Liebe ist nicht gemeint. Liebe ist Anhaften. Es gibt etwas, das wird zwar allzugerne mit liebender Güte übersetzt, aber "Liebe" ist der falsche Begriff.

    -> Kultiviert werden soll Wohlwollen, das sich zu Mit-Gefühl und Mit-Freunde entwickelt und in Gleichmut mündet. (brahmavihāra)


    Askan:

    Ist es möglich, gänzlich ohne "Liebe" auszukommen? So dass wir als Mensch alles neutral und gefühlslos angehen? Sicher ist das ein sehr extrem harte Art voran zu kommen zu wollen. Die Frage stellt sich, ob es möglich ist? Ich versuche manchmal den Weg der Gefühlslosigkeit zu gehen. Ich muss aber sagen, dass es so gar keine Früchte trägt. Es ist fast Quälerei, wie wenn man versucht sein eigenes Herz zu erstechen (bidlich gesprochen). Gefühlslosigkeit oder Wahrnehmung ohne Liebe (Unterdrückung der Gefühle) muss ich mit Stillstand gleichsetzen. Ich meine hierbei dass rationale Negieren jeglich aufkommender Emotionen und Gedanken.
    Es passiert nichts. Keine Einsicht. (Nur Quälerei).


    Du machst das absichtlich? Warum bloß? Über Emotionen gibt es nur eine einzige Wahrheit: sie sind. Werden sie abgelehnt/unterdrückt, werden sie nur stärker und haben keine Chance zu vergehen. Das tun sie nämlich sonst. Entstehen, Bestehen, Vergehen. Gedanken und Emotionen zu unterdrücken, bedeutet doch, ihnen viel Aufmerksamkeit zu schenken. Das ist ihre Nahrung, sie bleiben länger bestehen, als wenn man sie akzeptieren und loslassen würde.


    Askan:

    Liebe ist ja letztendlich auch ein Teil des Puzzels, das das Lebensrad am Laufen hält.


    Genau. Diese Art der Liebe ist Anhaftung, haben-wollen.


    Gruß, :)

  • Erdmaus
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    • 21. Januar 2012 um 00:47
    • #4
    Zitat

    Ist es möglich, gänzlich ohne "Liebe" auszukommen?
    So dass wir als Mensch alles neutral und gefühlslos angehen?

    Ich habe das mal versucht und ganz schnell wieder fallen gelassen. Das ist ein Weg in die Sackgasse. :)

    Ich erspare mir an dieser Stelle irgendwelche Plädoyers für die Liebe (die kommt von selber, wenn die Zeit gekommen ist) , aber lasst euch alle einmal ganz feste drücken :P

    Gruß
    maus

  • Nuna
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    • 21. Januar 2012 um 02:31
    • #5

    Ich weiß ja nicht, ob ihr schon mal davon gehört habt, aber es gab vor sehr langer Zeit mal ein Experiment.
    In dem wurden Neugeborene und Kleinkinder in 2 Gruppen aufeteilt.
    Die Einen hat man zum Füttern aus ihre Betten geholt, mit ihnen geredet, sie gestreichelt, mit ihnen gespielt sich halt um sie gekümmert.
    Die Anderen wurden nur zum Füttern raus geholt. Das wars. Man hat nicht mit ihnen gesprochen, geschweigedenn sie gestreichelt oder mit ihnen gespielt.
    Und jetzt ratet mal, welche Gruppe psychisch aufgefallen und viel, viel ehr gestorben ist.

    (Das ist eins der wenigen Dinge, die aus meiner Ausbildung hängen geblieben sind)

    Und darum denke ich, das es ohne eine gewisse Form und einem gewissen Maß an Liebe nicht geht.
    Der Mensch ist halt ein (sehr) soziales Wehsen.

  • Grund
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    • 21. Januar 2012 um 05:37
    • #6
    Zitat

    Der Weg, der zum Aufhören von Gefühl führt, ist eben dieser Edle Achtfache Pfad;

    http://palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m009z.html

    Das ruft manchmal Gedanken hervor wie "gefühllos und maschinen-ähnlich, so möcht ich nicht werden" 8)

  • accinca
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    • 21. Januar 2012 um 06:57
    • #7
    Nuna:

    Und darum denke ich, das es ohne eine gewisse Form und einem gewissen Maß an Liebe nicht geht. Der Mensch ist halt ein (sehr) soziales Wehsen.


    Für die Mensch macht das auch ein Teil ihrer Lebensqualität aus.
    Der Mensch ist ja vielfach verstrickt in seinen Emotionen und in seinen
    gesamten Denken und Vorstellungen lebt er in seiner exotisch kleinen Welt.
    Man sollte allerdings nicht glauben, das ein Befreiter, ein Buddha auch so einer wäre.

    "Wie, ihr Mönche, eine blaue, rote oder weiße Lotusblüte, im Wasser entstanden,
    im Wasser gewachsen, über das Wasser sich erhebend dasteht, unbefleckt vom Wasser:
    Ebenso, ihr Mönche, ist der Vollendete (zwar) in der Welt erwachsen; die Welt überwunden
    habend, weilt er unbefleckt von der Welt." (S. 22.94)

  • Lauscher
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    • 21. Januar 2012 um 07:40
    • #8
    Askan:

    Ist es möglich, gänzlich ohne "Liebe" auszukommen?
    So dass wir als Mensch alles neutral und gefühlslos angehen?


    Das was du mit „Liebe“ meinst, ist vielleicht, wenn man andere Begriffe verwendet, klarer:
    Interesse, Begeisterung, „Hinwendung zu etwas“.
    Ohne Begeisterung, ohne „Hinwendung zu etwas“ gibt es keine Motivation.
    Ohne Begeisterung ist es wie Wasser was nicht fließt. Es wird zu einer Pfütze und stirbt.

    Zu „neutral und gefühllos“:
    Sogar Gleichmut (Upekkhā) begreife ich nicht als ein Stillstand oder „nicht fließen“.
    Gleichmut ist „höher“ als „Liebe“, und doch in einem Zustande der lebendige Stille. Nicht unterdrückt oder Gefühllos, sondern ein „Offenheit die alles zulässt“ – aber auch diese Beschreibung ist der Erfahrung von Gleichmut nicht ganz gerecht.

    _()_

  • Lirum Larum
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    Buddh. Richtung
    Ich protestiere gegen den mangelnden Respekt vor den unterschiedlichen Traditionen.
    • 21. Januar 2012 um 08:12
    • #9
    Lauscher:

    ...
    Gleichmut ist „höher“ als „Liebe“, und doch in einem Zustande der lebendige Stille. Nicht unterdrückt oder Gefühllos, sondern ein „Offenheit die alles zulässt“ – aber auch diese Beschreibung ist der Erfahrung von Gleichmut nicht ganz gerecht.

    _()_


    Trotzdem, immerhin! Eine sehr schöne Formulierung, die es gut auf den Punkt bringt. :)
    Denn die Anhaftungs-Liebe ist ja auch so verkehrt, weil sie nicht alles zulässt. Ihr Blick ist verklärt, verstellt, verblendet...
    Alles zulassen, bedeutet wirklich gucken was ist.
    Da der Dharma mit allem verbunden ist ("... im Geschmack aller Dinge") hat man einen Zugang, wenn man diese Offenheit entwickelt. Dann funktioniert es auch. :)
    Und von dort aus, vom ehrlichen Betrachten aus, entsteht dann auch die Ernüchterung, die Distanz und letztendlich der Gleichmut.
    Gleichmut kann nicht Synonym für gefühllos sein, weil im buddhistischen Sinne Gleichmut mit Mitgefühl einher geht.

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • accinca
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    • 21. Januar 2012 um 08:36
    • #10
    Losang Lamo:
    Lauscher:

    ...
    Gleichmut ist „höher“ als „Liebe“, und doch in einem Zustande der lebendige Stille. Nicht unterdrückt oder Gefühllos, sondern ein „Offenheit die alles zulässt“ – aber auch diese Beschreibung ist der Erfahrung von Gleichmut nicht ganz gerecht.

    _()_


    Trotzdem, immerhin! Eine sehr schöne Formulierung, die es gut auf den Punkt bringt. :)
    Denn die Anhaftungs-Liebe ist ja auch so verkehrt, weil sie nicht alles zulässt. Ihr Blick ist verklärt, verstellt, verblendet...
    Alles zulassen, bedeutet wirklich gucken was ist.
    Da der Dharma mit allem verbunden ist ("... im Geschmack aller Dinge") hat man einen Zugang, wenn man diese Offenheit entwickelt. Dann funktioniert es auch. :)
    Und von dort aus, vom ehrlichen Betrachten aus, entsteht dann auch die Ernüchterung, die Distanz und letztendlich der Gleichmut.
    Gleichmut kann nicht Synonym für gefühllos sein, weil im buddhistischen Sinne Gleichmut mit Mitgefühl einher geht.

    Alles anzeigen

    Was immer der Gefühlsbetroffene und im und für Gefühl lebende Mensch so denkt.

  • monikamarie
    Gast
    • 21. Januar 2012 um 09:27
    • #11

    Guten Morgen Askan,
    ich weiß nicht, wie sich "Deine Liebe" anfühlt. Ich kann nur von "meiner Liebe" sprechen, die ich als solche betrachtete und mit der ich mich früher manchmal so unbeschreiblich glücklich und erfüllt fühlte, und von meinem heutigen Fühlen, dass seit einiger Zeit ununterbrochen vorhanden ist. Es ist heute neutral, hüpft nicht von einem Objekt (je nach Wohlverhalten oder Wunschvorstellung) zum anderen und qualitativ der "üblichen Liebe" weit überlegen, denn das Herz bleibt offen und voller Wohlwollen. Sie entsteht nach und nach durch das Durchschauen der eigenen leidverursachenden Konditionierungen und Tendenzen und deren Abbau. Dadurch wird immer klarer, dass mein Gegenüber zwar ein Katalysator, aber nicht Schuld an meinen Gefühlen ist. Nach und nach erforschte und erforsche ich weiter diesen Prozess, der schon jetzt zu einer freien und kaum noch verletzbaren Haltung führt, dafür aber zu einem zuvor nie dagewesenen Wohlwollen.
    _()_ Monika

  • GaliDa68
    Gast
    • 21. Januar 2012 um 09:39
    • #12

    Ach, accinca,
    warum hat sich der Buddha denn breitschlagen lassen nach seiner "Erleuchtung" (was ist das?) vierzig Jahre allen möglichen Leuten, darunter auch echt schwierigen Zeitgenossen, zu erklären, wie er das gemacht hat? Weil er ein Roboter war und die Götter den richtigen Knopf gedrückt haben? Glaubst Du die Leuten hätten so einem Kotzbrocken zugehört? Das soll ja schon mal vorkommen, aber einzig, mir fehlt der Glaube.

    Liebe Grüße
    Knochensack

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    • 21. Januar 2012 um 10:18
    • #13
    GaliDa68:

    warum hat sich der Buddha denn breitschlagen lassen nach seiner "Erleuchtung" (was ist das?) vierzig Jahre allen möglichen Leuten, darunter auch echt schwierigen Zeitgenossen, zu erklären, wie er das gemacht hat?


    Er hat es ja nicht erklärt. Er hat geredet weil die Leute ihn reden hören wollten. Viel wichtiger ist doch was er vorher nicht gesagt hat. 8)

  • GaliDa68
    Gast
    • 21. Januar 2012 um 10:24
    • #14
    TMingyur:
    GaliDa68:

    warum hat sich der Buddha denn breitschlagen lassen nach seiner "Erleuchtung" (was ist das?) vierzig Jahre allen möglichen Leuten, darunter auch echt schwierigen Zeitgenossen, zu erklären, wie er das gemacht hat?


    Er hat es ja nicht erklärt. Er hat geredet weil die Leute ihn reden hören wollten. Viel wichtiger ist doch was er vorher nicht gesagt hat. 8)

    Das war aber sehr nett von ihm. Oder war er nur ein Clown, der sich so sein Brot verdiente, indem er tat, was man von ihm wollte? 8)
    Was denkst Du denn, hat er vorher nicht gesagt?

  • Grund
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    • 21. Januar 2012 um 10:31
    • #15
    Zitat

    8.
    „Ebenso, Prinz, Worte, die der Tathàgata als unwahr, falsch und nicht nützlich erkennt, und die auch anderen unwillkommen und unangenehm sind: solche Worte äußert der Tathàgata nicht.

    Worte, die der Tathàgata als wahr und richtig, aber nicht nützlich erkennt, und die auch anderen unwillkommen und unangenehm sind: solche Worte äußert der Tathàgata nicht.

    Worte, die der Tathàgata als wahr, richtig und nützlich erkennt, aber die anderen unwillkommen und unangenehm sind: für den Gebrauch solcher Worte kennt der Tathàgata den richtigen Zeitpunkt.

    Worte, die der Tathàgata als unwahr und falsch erkennt, aber die anderen willkommen und angenehm sind: solche Worte äußert der Tathàgata nicht.

    Worte, die der Tathàgata als wahr und richtig, aber nicht nützlich erkennt, und die anderen willkommen und angenehm sind: solche Worte äußert der Tathàgata nicht.

    Worte, die der Tathàgata als wahr, richtig, und nützlich erkennt, und die anderen willkommen und angenehm sind: für den Gebrauch solcher Worte kennt der Tathàgata den richtigen Zeitpunkt.

    Warum ist das so? Weil der Tathàgata Mitgefühl für die Wesen hat.“

    http://palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m058z.html

    Alles anzeigen

    "Nützlich" ist natürlich relativ und hat auch etwas mit "Zumutbarkeit" zu tun. Was hier als "Mitgefühl" bezeichnet wird, kann man auch als "Wissen um Zumutbarkeit für die Hörer und Wissen um die Kapazität der Hörer" ansehen. 8)

    Einmal editiert, zuletzt von Grund (21. Januar 2012 um 10:34)

  • GaliDa68
    Gast
    • 21. Januar 2012 um 10:33
    • #16

    8)

  • Erdmaus
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    • 21. Januar 2012 um 11:43
    • #17
    GaliDa68:

    Ach, accinca,
    warum hat sich der Buddha denn breitschlagen lassen nach seiner "Erleuchtung" (was ist das?) vierzig Jahre allen möglichen Leuten, darunter auch echt schwierigen Zeitgenossen, zu erklären, wie er das gemacht hat? Weil er ein Roboter war und die Götter den richtigen Knopf gedrückt haben? Glaubst Du die Leuten hätten so einem Kotzbrocken zugehört? Das soll ja schon mal vorkommen, aber einzig, mir fehlt der Glaube.

    Liebe Grüße
    Knochensack

    völlig richtig. Der Buddha war selbstverständlich ein Mensch, der Mitgefühl für seine Mitmenschen hatte. Er hatte den Willen ihnen zu helfen und er tat dies sicherlich nicht, weil er ein Roboter war. Sonst hätte man ihm ja auch sagen können "Hallo Buddha könntest du bitte 40 Jahre lang auf einem Bein hüpfen" und er hätte es getan.

    Der Buddha war im innersten ein Mensch. Das ist völlig klar und geht aus dem was er tat hervor. Eine Religion gründet man nicht rein zufällig und man latscht auch keinen Subkontinent rein zufällig ab und brabbelt keine zehntausend Leute voll. Dazu ist etwas mehr nötig als Emotionslosigkeit und ein geistiges Equilibrium :)

    lg
    maus

    Einmal editiert, zuletzt von Erdmaus (21. Januar 2012 um 11:44)

  • accinca
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    • 21. Januar 2012 um 11:43
    • #18
    GaliDa68:

    Ach, accinca,
    warum hat sich der Buddha denn breitschlagen lassen nach seiner "Erleuchtung" (was ist das?) vierzig Jahre allen möglichen Leuten, darunter auch echt schwierigen Zeitgenossen, zu erklären, wie er das gemacht hat? Weil er ein Roboter war und die Götter den richtigen Knopf gedrückt haben? Glaubst Du die Leuten hätten so einem Kotzbrocken zugehört? Das soll ja schon mal vorkommen, aber einzig, mir fehlt der Glaube.


    Die Antwort des Buddhas auf diese Frage war: "Von Mitleid bewogen."
    Nun ist das bei einem Buddha natürlich eine angepasste weltliche Formulierung
    die jetzt nichts damit zu tun hat, das er ein Leid empfunden hätte, welches
    durch entsprechende Taten zu lindern für ihn nötig gewesen wäre.
    Der Buddha war also kein Gefühlsbetroffener und im und für Gefühl lebende
    Mensch. Im Gegenteil hatte er ja gerade gelehrt Freiheit von der Gefühlsbetroffenheit
    und Gefühlsabhängigkeit zu suchen. Weswegen er z.B. auch lehrte sich vom
    Tode anderer nicht betroffen werden zu lassen noch vom eigenen unweigerlichen
    Tod des Körpers usw. Wie könnte auch jemand betroffen sein von Gefühl wenn
    er jegliches Anhangen und Anhaften überwunden hat?

  • GaliDa68
    Gast
    • 21. Januar 2012 um 11:46
    • #19

    Danke, accinca. So kann ich das unterschreiben. Kein Anhaften.

  • Erdmaus
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    • 21. Januar 2012 um 11:50
    • #20
    accinca:
    GaliDa68:

    Ach, accinca,
    warum hat sich der Buddha denn breitschlagen lassen nach seiner "Erleuchtung" (was ist das?) vierzig Jahre allen möglichen Leuten, darunter auch echt schwierigen Zeitgenossen, zu erklären, wie er das gemacht hat? Weil er ein Roboter war und die Götter den richtigen Knopf gedrückt haben? Glaubst Du die Leuten hätten so einem Kotzbrocken zugehört? Das soll ja schon mal vorkommen, aber einzig, mir fehlt der Glaube.


    Die Antwort des Buddhas auf diese Frage war: "Von Mitleid bewogen."
    Nun ist das bei einem Buddha natürlich eine angepasste weltliche Formulierung
    die jetzt nichts damit zu tun hat, das er ein Leid empfunden hätte, welches
    durch entsprechende Taten zu lindern für ihn nötig gewesen wäre.
    Der Buddha war also kein Gefühlsbetroffener und im und für Gefühl lebende
    Mensch. Im Gegenteil hatte er ja gerade gelehrt Freiheit von der Gefühlsbetroffenheit
    und Gefühlsabhängigkeit zu suchen. Weswegen er z.B. auch lehrte sich vom
    Tode anderer nicht betroffen werden zu lassen noch vom eigenen unweigerlichen
    Tod des Körpers usw. Wie könnte auch jemand betroffen sein von Gefühl wenn
    er jegliches Anhangen und Anhaften überwunden hat?

    Alles anzeigen

    Der Buddha hat aber extrem aufwändig und sehr genau bestimmte Ziele angestrebt. Selbstverständlich hatte er das Wohl der Menschen im Sinn und von diesem Gedanken war er (sein Handeln) abhängig. Sonst hätte er nur willkührliche Zuckungen ausgeführt, weil jede Bewegung in jede Himmelsrichtung gleich neutral gewesen wäre. Er hätte auch einfach erstarren können und tot umfallen können.

    Wir sollten uns nichts vormachen. Der Buddha war ein Mensch wir jeder andere auch. Er hatte Mitgefühl, einen Willen und er hatte Ziele. Das geht klar aus dem hervor was er getan hat. ;)

  • accinca
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    • 21. Januar 2012 um 12:15
    • #21
    Erdmaus:

    Wir sollten uns nichts vormachen. Der Buddha war ein Mensch wir jeder andere auch. Er hatte Mitgefühl, einen Willen und er hatte Ziele. Das geht klar aus dem hervor was er getan hat. ;)


    "Wie jeder andere auch" würde ich eben ganz und gar nicht sagen.
    Aber das er Mitleid hatte, hat er ja selber gesagt und natürlich hatte
    er Ziele. Allerdings hat ein Arahat (Heiliger) keine Ziele mehr für sich
    (getan ist was zu tun war) weil er sich von Gefühlen abgelöst hatte.
    Und natürlich nur von Gefühlen sondern auch alles andere was damit
    zusammen hängt. (bedingte Entstehung).

  • Erdmaus
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    • 21. Januar 2012 um 12:20
    • #22
    accinca:
    Erdmaus:

    Wir sollten uns nichts vormachen. Der Buddha war ein Mensch wir jeder andere auch. Er hatte Mitgefühl, einen Willen und er hatte Ziele. Das geht klar aus dem hervor was er getan hat. ;)


    "Wie jeder andere auch" würde ich eben ganz und gar nicht sagen.
    Aber das er Mitleid hatte, hat er ja selber gesagt und natürlich hatte
    er Ziele. Allerdings hat ein Arahat (Heiliger) keine Ziele mehr für sich
    (getan ist was zu tun war) weil er sich von Gefühlen abgelöst hatte.
    Und natürlich nur von Gefühlen sondern auch alles andere was damit
    zusammen hängt. (bedingte Entstehung).

    Alles anzeigen

    Da hast du natürlich Recht. Der Buddha war sicherlich ein außergewöhnlicher Mensch. Aber er war eben auch ein Mensch, der zu menschlichen Regungen fähig war. Dazu gehört eben auch das Mitgefühl für Andere.

    Von anderen Menschen loszulassen bedeutet ja nicht sie auch fallen zu lassen. Ich denke Letzteres hat Buddha nicht getan. Er war ein warmherziger Mensch und das haben die Leute um ihn herum auch gefühlt. Schade das wir ihm nicht mehr begegnen können.

    lg
    maus

  • monikamarie
    Gast
    • 21. Januar 2012 um 17:00
    • #23
    Petra:


    Die Nicht-anhaftende Liebe ist unser innerer Normalzustand, wenn die Kleshas, Verunreinigungen und Anhaftungen
    aufgelöst sind, habe ich von buddhistischen Lehrenden gehört.

    Liebe Grüße,
    Petra

    Liebe Petra,
    ich behaupte, sie ist schon vorher erleb- und fühlbar. Kennst Du sie?
    _()_ Monika

  • Lirum Larum
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    Buddh. Richtung
    Ich protestiere gegen den mangelnden Respekt vor den unterschiedlichen Traditionen.
    • 21. Januar 2012 um 23:19
    • #24

    Ich hätte dazu eigentlich noch viel zu sagen... Aber stell sich mal einer auf dem Marktplatz vor die skeptische und geringschätzige Menge und sprich über die Liebe und deren Nutzen... :(
    Nö :P

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • Onyx9
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    • 21. Januar 2012 um 23:49
    • #25

    Ein Buddha ist nach der buddhistischen Lehre ein Wesen, welches aus eigener Kraft – also nicht dank fremder Belehrung und Anleitung – die Reinheit und Vollkommenheit seines Geistes erreicht und somit eine grenzenlose Entfaltung aller „seiner“ Potenziale erlangt hat: vollkommene Weisheit (Prajna), unendliches Mitgefühl (Karuna) mit allem Lebendigen und dadurch (worauf besonders die chinesische und japanische Ikonografie deutlich hinweist) vollständige Heiterkeit.

    aus "Bodhi"- wikipedia

    Die Liebe und Liebesfähigkeit ist für mich ein menschlicher/begrenzter Ausdruck jener Qualität und Quelle : Karuna.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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