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Wie soll es funktionieren

  • Myae
  • 11. September 2011 um 04:51
  • Zum letzten Beitrag
  • thigle
    Gast
    • 11. September 2011 um 11:58
    • #26
    Onda:

    Buddhistische Atembeobachtung hat nichts mit dem Pranayama des Yoga zu tun. Das, was du beschreibst, klingt sehr nach Manipulation. Es geht in keinem Fall um eine Beeinflussung des Atems, um eine aktive Einflussnahme. Es geht nur um Beobachtung!

    Nicht mal um Beobachtung, denn

    thigle:
    Zitat

    Atmet er lang ein, weiß er >Ich atme lang ein<; atmet er lang aus, weiß er <Ich atme lang aus>;
    atmet er kurz ein, weiß er >Ich atme kurz ein<; atmet er kurz aus, weiß er >Ich atme kurz aus<

    (Majjhima Nikaya 118,18)

    dies ist ein belassen wie es ist, kein unterdrücken, verändern, oder kontrollieren wollen. Darum heisst es: "Weiß er". In diesem Wissen ist nun aus dieser Praxis heraus kein 'mein'. Es ist ein Gewahrsein (des bedingten Enstehens selbst).

    Zitat

    Und er verweilt unabhängig, haftet an nichts in der Welt an. Auf jene Weise verweilt ein Bhikkhu, indem er den Körper als einen Körper betrachtet. Quelle

    Dazu der Kommentar auf palikanon.com

    Zitat

    Die letzten beiden Sätze beschreiben entweder die Übung des Edlen Schülers (vgl. z.B M28) oder den Erlebensmodus des Arahants. Es handelt sich nicht einfach nur um die in Meditationskursen geforderte “reine Achtsamkeit”, die beim Weltling bestenfalls “rein” im Sinne von “nicht-konzeptuell” sein kann; “bloße Vergegenwärtigung...” heißt ohne “Ich” oder “mein” – “mein” auch im Sinne von “mein” Meditationsobjekt, “meine” Achtsamkeit, “mein” Beobachterstandpunkt usw. Quelle

    Dieses Identisch-Sein, findet sich auch im Dzogchen oder Soto-Zen oder Amida-Buddhismus, oder...oder... so wieder.

  • Ryonin
    Gast
    • 11. September 2011 um 13:21
    • #27
    Myae:
    Zitat

    Außerdem: Alles was was bringt, bringt nix, alles was nichts bringt, bringt was. (Geht das jetzt schon als Koan durch? Is aber nur ganz stinknormale Lebenserfahrung)


    Ich mag solche Sprüche.Ich kann das auch ein wenig: Alles ist falsch und nichts ist wahr; Alles ist wahr und nichts ist falsch.Aber im Buddhismus gibt es doch ein Ziel.Ich möchte dahinkommen, dass mein Geist immer unanhängiger wird von den äußeren Umständen. Und insofern müssen doch die Methoden etwas bringen.Oder was verstehe ich da falsch? Und bitte keine Rätsel jetzt

    Naja, man kann da erstmal ganz praktisch sehen. Ich hab gemerkt, wenn ich meditiere um zu ..., dann fliesst die Meditation nicht so, wie wenn ich einfach nur sitze. Wenn ich Tai Chi mache, dann wirkt das künstlich. Wenn die Bewegung Tai Chi macht, die Bewegung die Bewegung macht, dann fliesst sie. Das selbe bemerke ich auch, wenn ich Musik mache.
    Ein weiteres ist vielleicht, was du willst. Unabhängiger zu werden von den äußeren Umständen. Ist das sinnvoll? Ich bin nicht getrennt von ihnen. Ich bin die äußeren Umstände. Also lasse ich mich voll auf sie ein. Und je mehr ich mich auf sie einlasse, dessen angemessener kann ich reagieren. Zickig sein, ausrasten meint doch: Ich will die Umstände nicht so. Määähhhh. Es ist zu heiss. Es ist zu kalt. Sich drauf einzulassen meint zu schwitzen und zu frieren, ohne da große geschichten drum zu basteln. Gegebenfalls sich was anzuziehn oder auszuziehn, aber ansonsten die Sachen so seinzulassen wie sie sind. Nichteinmischung in innere Angelegenheiten. Dann zickt es mal kurz, und dann ist wieder gut.
    So zum Philosophischen Teil: Ein Ziel ist etwas,was Etwas bedingtes von hier nach da Bewegt oder aus etwas bedingten etwas anderes bedingtes macht. Nirvana ist für mich nix davon und kann daher kein Ziel sein. Es ist ne Bewegung nicht von hier nach da, sondern von hier nach hier. Nirvana ist nicht bedingt, als kann sie nicht durch Bedingungen erreicht werden. Und ein ziel wäre aber bedingt. Und zum Ziel braucht es Subjekt und Objekt. Beides wird im Buddhismus hinterfragt. Man sieht Subjekt und Objekt nicht als Dinge, sondern eher als einen Prozess. Außerdem wäre Nirvana höchstens ein Ziel, wenn ich es erreichten könnte, aber es ist nur da, wenn ich nicht da bin.
    Auch gibt es innerhalb des Buddhismus auch Ansätze die sagen, das Übung und Erleuchtung eine Einheit sind, also nicht das eine das Mittel für das andere.
    Dein Meditationsproblem: Ich oben schon darauf hingewiesen, wieviele unzähligen Meditationsarten es gibt (und dabei nur die buddh. berücksichtigt und sicher noch ein Haufen vergessen). Unter http://www.buddhaland.de/viewtopic.php?f=22&t=7225 gibt es auch noch irgendwelche links. Ich kann mir echt nicht vorstellen, das sich da nix findet.
    Aber nebenbei (naja, ist eher ein mechanismus) noch der Hinweis, das zwei große buddh. Schulen (und wir sprechen hier von Millionen Praktizierenden) ohne meditative Praktiken auskommen, ein Großteil der Amida-buddh. Schulen und die Nichirenschulen (Manche zählen sogar noch Zen dazu). Hier liegt dar Schwerpunkt auf Nichtmeditativen Praktiken. (Siehe auch http://www.buddhaland.de/viewtopic.php?f=22&t=7123&start=30 Naja, auf sich selbst verweisen, wenn das kein schlechter Stil ist) Auch spielt Meditation unter asiatischen Buddhisten eigentlich eher ne geringe Rolle (ich hab mal gelesen, das selbst von den Theravadamönchen viele nicht meditieren, von den Laien ganz abgesehn). Also selbst da kannst du es lockerer angehn.
    Und Gehmeditation ist nicht weniger richtige Meditation als Sitzmeditation. Für mich ist auch Tai Chi tiefe Meditation (ist allerdings nicht buddhistisch). Es muss nicht immer Sitzmeditation sein.
    Aber gegen Sitzmeditation ist freilich nix einzuwenden. Und wie ich oben schrieb, an Methoden gibt es keinen Mangel.
    Ach ja, es scheint die Sonne (zumindest hier). Also rausgehen und den Glückshormonespiegel erhöhen. :grinsen: dann ist man auch entspannter.

  • zenbo
    Gast
    • 11. September 2011 um 23:09
    • #28
    Myae:

    Zur Info: Mein theoretisches Wissen beschränkt sich auf die Lektüre einiger Bücher von Thich Nhat Hanh; und dem, was man im Internet so findet. Außerdem habe ich mir den Palikanon gekauft. Auf die Frage wie das in echt klappen soll;finde ich dort aber auch keine wirkliche Antwort.Ich kenne auch keine Buddhisten im RL und ich würde mich auch nicht jeder Gruppe anschließen.Oder besser gesagt: Ich bin da prinzipell skeptisch.

    du solltest erst mal lernen um was es geht.

    zum nutzen, das kommt darauf an ob du der typ dafür bist, mir geht es dank dem meditieren um stufen besser, andere sprechen überhaupt nicht darauf an.

    lg zenbo

  • Maybe Buddha
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    6. August 2011
    • 12. September 2011 um 13:36
    • #29
    zenbo:
    Myae:

    Zur Info: Mein theoretisches Wissen beschränkt sich auf die Lektüre einiger Bücher von Thich Nhat Hanh; und dem, was man im Internet so findet. Außerdem habe ich mir den Palikanon gekauft. Auf die Frage wie das in echt klappen soll;finde ich dort aber auch keine wirkliche Antwort.Ich kenne auch keine Buddhisten im RL und ich würde mich auch nicht jeder Gruppe anschließen.Oder besser gesagt: Ich bin da prinzipell skeptisch.

    du solltest erst mal lernen um was es geht.

    zum nutzen, das kommt darauf an ob du der typ dafür bist, mir geht es dank dem meditieren um stufen besser, andere sprechen überhaupt nicht darauf an.

    lg zenbo

    auch das vergeht...

    "Nur eines verkünde ich heute, wie immerdar: Leiden und seine Vernichtung."
    Buddha

  • christiane72
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    • 12. September 2011 um 15:06
    • #30

    Ich tue mich mit Meditation im Allgemeinen schwer. Aber in meiner Sangha gibts zum Glück geführte Medis. Das finde ich angenehmer.
    Ich finde aber dass es erstmal wichtiger ist den achtfachen Pfad und Dinge wie Leerheit zu verinnerlichen und in den Alltag zu integrieren. Mir hat das sehr viel gebracht.
    Besonders gut verstanden habe ich es im Buch von Thich Nhat Hanh: "Wie Sidhartha zum Buddha wurde". Auch wenn mir die anderen Bücher von TNH so gar nicht gefallen haben, bleibt dies mein absoluter Favorit.

  • Kusala
    Gast
    • 12. September 2011 um 15:42
    • #31
    christiane72:

    Ich finde aber dass es erstmal wichtiger ist den achtfachen Pfad und Dinge wie Leerheit zu verinnerlichen und in den Alltag zu integrieren. Mir hat das sehr viel gebracht.

    Und wie machst Du das ohne Medi (Achtpfad ....Samadhi)?
    Wie erkennst Du denn Leerheit, bzw. was verstehst Du unter Leerheit? Ist das dann Deine Erkenntnis (Achtpfad ....Panna) oder weil es Dir jemand gesagt hat?

    Liebe Grüße
    Kusala

  • Grund
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    18. Juni 2011
    • 12. September 2011 um 16:36
    • #32
    Kusala:
    christiane72:

    Ich finde aber dass es erstmal wichtiger ist den achtfachen Pfad und Dinge wie Leerheit zu verinnerlichen und in den Alltag zu integrieren. Mir hat das sehr viel gebracht.

    Und wie machst Du das ohne Medi (Achtpfad ....Samadhi)?
    Wie erkennst Du denn Leerheit, bzw. was verstehst Du unter Leerheit? Ist das dann Deine Erkenntnis (Achtpfad ....Panna) oder weil es Dir jemand gesagt hat?

    Das ist eine interessante Fragestellung. Das Wort "Leerheit" z.B. wird ja inflationär gebraucht, höchst erstaunlich, idR ohne weitere Erläuterung.
    Wir müssen also feststellen, dass bestimmte Worte unabhängig davon ob sie wahrnehmbares bezeichnen oder nicht, eine Wirkung entfalten, die eine ... ich wills mal so ausdrücken ... eine "Fangemeinde" entstehen lässt.
    Da muss also was dran sein an diesem Wort (oder auch anderen), das im Kontext der mit dem Wort einhergehenden Erzählungen - wie könnte es anders sein? - wohl ein Gefühl hervorruft, das eine Geneigtheit erzeugt, dieses Wort oft zu denken zur Stimulierung des entsprechenden Konzepts, um nicht zu sagen "daran anzuhaften".

    Auf der anderen Seite impliziert die Fragestellung, dass alles auf eigener Erfahrung beruhen muss, was als Begriff daherkommt, der als Erkenntnis behauptet wird (ob er tatsächlich eine Erkenntnis bezeichnet oder nur eine Phantasie sei dahingestellt), welche "heilsame" Wirkung entfalten kann. Und ich denke, dass dies nicht der Fall ist, sondern dass Konzepte, die von anderen durch Erzählung erzeugt wurden, bereits ausreichen um durch Vergegenwärtigung dieser Konzepte eine Wirkung zu erzielen, die die Anhaftung an (andere) Phänomene temporär reduziert ... i.d.R. um den Preis der Erzeugung von Anhaftung an eben dem hilfreichen Konzept.


    Grüße
    TM

  • Ryonin
    Gast
    • 12. September 2011 um 16:53
    • #33

    Der Pfad beginnt doch aber mit Rechter Sicht, also des klaren Sehens, der Verwirklichung, das da kein Ich, kein Atta, kein Atman ist. (Eine Entsprechung dazu im Shin-Buddhismus sehe ich im Shinjin). Daraus ergibt sich die Ethik, daraus ergibt sich Prajna (Weisheit), daraus ergibt sich Versenkung. Siehe dazu auch (um mal auch zu zeigen,das diese Sichtweise auch dem Theravada nicht fremd ist) http://www.wie.org/de/j3/masefield.asp und folgende.

  • christiane72
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    1. März 2009
    • 12. September 2011 um 17:10
    • #34

    Manches ist schwer in Worte zu fassen.
    Leerheit verstehe ich so, dass alle Dinge in sich unbeständig und in ständiger Veränderung sind. Ich vergegenwärtige mir dies in vielen Lebenssituationen. Nicht nur auf Zwischenmenschliches sondern auch auf Dinge wie Natur, Menschen, Gegenstände bezogen. Ich bin mir dieses "Zustandes" einfach bewußt.

    Den achtfachen Pfad versuche ich bestmöglich zu leben. Ich meditiere auch, nur nicht täglich. Bisher ist Meditation nicht "meins". Aber vielleicht ändert sich das ja noch. :)

  • wusheng
    Gast
    • 12. September 2011 um 17:12
    • #35
    TMingyur:


    Auf der anderen Seite impliziert die Fragestellung, dass alles auf eigener Erfahrung beruhen muss, was als Begriff daherkommt, der als Erkenntnis behauptet wird (ob er tatsächlich eine Erkenntnis bezeichnet oder nur eine Phantasie sei dahingestellt), welche "heilsame" Wirkung entfalten kann. Und ich denke, dass dies nicht der Fall ist, sondern dass Konzepte, die von anderen durch Erzählung erzeugt wurden, bereits ausreichen um durch Vergegenwärtigung dieser Konzepte eine Wirkung zu erzielen, die die Anhaftung an (andere) Phänomene temporär reduziert ... i.d.R. um den Preis der Erzeugung von Anhaftung an eben dem hilfreichen Konzept.
    TM

    @ TM:
    Sehr gelungen und gekonnt dargelegt. Ich gehe mit den oben zitierten Aussagen konform, suche aber nach der Abgrenzung zu "reiner Nachplapperei von heilsamen Konzepten". Oder ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich auch Nachgeplappertes in Erkenntnis wandelt?
    Gruß, Wusheng

    Einmal editiert, zuletzt von Anonymous (12. September 2011 um 19:15)

  • Kusala
    Gast
    • 12. September 2011 um 17:35
    • #36
    Ryonin:

    Der Pfad beginnt doch aber mit Rechter Sicht, also des klaren Sehens, der Verwirklichung, das da kein Ich, kein Atta, kein Atman ist. (

    Die rechte Einsicht besteht wohl bei den meisten darin, dass sie an sich und ihrem Leben etwas verändern müssen, wenn sie Einsichten erlangen, sprich zufriedener leben wollen. Die meisten kommen aus einem Leidensdruck heraus zum Buddhismus.

    Eine immer widerkehrende Frage und Antwort an/von Neulingen:
    Warum möchtest Du meditieren lernen?
    Ich möchte ruhiger werden.

    Dann fängt man an zu verstehen warum sila notwendig sind. Eben um Geistesruhe zu erlangen.
    Usw., usf.

    Ich wage mal frech zu behaupten, dass die meisten erst nach Jahren, wenn überhaupt wissen was die 4 edlen Wahrheiten wirklich bedeuten.
    Wir sehen es doch auch hier im Forum, was z.B. alles zum Thema dukkha fabuliert wird. Was für Unsicherheiten bezüglich angeblicher Leer-heit bestehen usw.
    Paticcasamuppada, für die meisten ein Brief mit 7 Siegeln.
    Nibbana, eine Intellektuelle nebulöse Ahnung.
    Verteidigung von Sinnesgier in jeglicher Form.
    Usw., usf.

    ()

  • crazy-dragon
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    • 12. September 2011 um 20:08
    • #37
    Myae:


    1. Könnte man in Auschwitz gelassen sein?
    2. Könnte man zufrieden und glücklich sein; wenn der Freund; mit dem man ein paar Jahre zusammen war gestorben ist?
    3. Könnte man auch nur zufrieden sein; wenn in einem normalen Alltag alles schiefläuft? Im Job kommt man mit den Arbeistkollegen nicht aus; und obwohl man eigentlich einen Haufen Freundinnen/Kumpels hat fühlt man sich völlig unverstanden und irgendwie total allein.

    Hi, Myae,

    1. Das ist reine Spekulation, weil es Auschwitz nicht mehr gibt. Und sozusagen- wenn schon- etwas für " Fortgeschrittene. " Man baut auch ein Haus vom Fundament her und das Dach am Schluß. Beginne also mit einfachen Problemen, dann kannst Du sie mit dem Buddhaweg unbedingt lösen.
    2. Das schaffen sogar Menschen, die keinem Glauben anhängen- die Zeit heilt viele Wunden. Und Praktizierende tun sich da nicht so schwer, weil sie die Dinge anders sehen.
    3. Das sind die kleinen Probleme, das ist relativ leicht. Das löst man wirklich viel besser und leichter, obwohl das durchaus Probleme sind, die uns wehtun.
    Fazit: Es funktioniert, aber man muß Schritt für Schritt vorangehen und nicht mit Auschwitz anfangen.

    Lieber Gruß,
    _()_ c.d.

    Tag für Tag ein guter Tag

  • Elliot
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    • 12. September 2011 um 21:31
    • #38
    Myae:

    Ne zeitlang habe ich nur Worte mit dem Atem verbunden.Dann habe ich (yogamässig) allerdings auch noch Veränderungen mit dem Willen herbeigeführt.Tiefere Atmung. Längere Ausatmung als Einatmung. Ne zeitlang hat mich das richtig "geflahst" voll die Zustände geschoben. kann ich gar nicht bechreiben.Aber irgendwann gingen halt die Probleme los.

    Kein Wunder.

    Zitat

    "Ich dachte: 'Angenommen, ich praktiziere die Meditation des Atemanhaltens noch weiter.' Also hörte ich mit dem Ein- und Ausatmen durch Mund, Nase und Ohren auf. Während ich das tat, gab es ein heftiges Brennen in meinem Körper. So als ob zwei starke Männer einen schwächeren Mann packten und ihn über einer Grube voll heißer Kohlen rösteten, so gab ein heftiges Brennen in meinem Körper, während ich mit dem Ein- und Ausatmen durch Mund, Nase und Ohren aufhörte. Aber obwohl unerschöpfliche Energie in mir hervorgebracht wurde und unablässige Achtsamkeit in mir verankert war, war mein Körper überreizt und unruhig, weil ich von dem schmerzhaften Bemühen erschöpft war."

    "Als Devas mich da sahen, sagten einige: 'Der Mönch Gotama ist tot.' Andere Devas sagten: 'Der Mönch Gotama ist nicht tot, er liegt im Sterben.' Und andere Devas sagten: 'Der Mönch Gotama ist weder tot, noch liegt er im Sterben; er ist ein Arahant, denn Arahants leben auf solche Weise.'" (http://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m085z.html)

    Myae:

    Esoteriker würden jetzt wahrscheinlich spekulieren; dass ich irgendwelche Zustände nicht verarbeiten konnte - der Arzt (ja ich war deshalb sogar beim Arzt) dagegen meinte nur von solchen Dingen soll man die Finger lassen; das vegetative Nervensystem arbeitet am besten, wenn es das unbeobachtet tut.Dann wollte ich wieder zurück zur normalen Methode (Atemzüge zählen) aber das ging dann nicht mehr.Der 2/6 Rythmus hat sich dann wieder eingeschlichen.Und da habe ich sofort aufgehört.Ich bin froh, dass es jetzt wieder normal läuft.Nicht noch einmal.Echt nicht!

    Wie bist Du denn überhaupt auf sowas gekommen? Hat Dir das jemand beigebracht?

    Myae:

    Das wird nie etwas.Vielleciht hat Buddha einen Fehler gemacht, als er von sich selbst auf alle anderen Menschen geschlossen hat? Vielleicht kann das eben nicht jeder?

    Naja:

    Zitat

    "In gleicher Weise, Prinz, gibt es diese fünf Kampfesglieder. Welche fünf?

    • Da hat ein Bhikkhu Vertrauen, er setzt sein Vertrauen folgendermaßen in die Erleuchtung des Tathāgata: 'Jener Erhabene ist ein Verwirklichter, ein vollständig Erleuchteter, vollkommen im wahren Wissen und erhaben im Verhalten, vollendet, Kenner der Welten, unvergleichlicher Meister bezähmbarer Menschen, Lehrer himmlischer und menschlicher Wesen, ein Erwachter, ein Erhabener.'"
    • "Darüber hinaus ist er frei von Krankheit und Gebrechen und besitzt eine gute Verdauung, die weder zu kühl, noch zu warm ist, sondern mittel, und die ihn in die Lage versetzt, die Anspannung des Bemühens zu ertragen."
    • "Darüber hinaus ist er ehrlich und aufrichtig, und er präsentiert sich dem Lehrer und seinen Gefährten im heiligen Leben so, wie er tatsächlich ist."
    • "Darüber hinaus ist er energetisch beim Überwinden unheilsamer Geisteszustände und beim Übernehmen heilsamer Geisteszustände, er ist gefestigt, er entfaltet sein Bemühen mit Festigkeit und Beharrlichkeit im Entwickeln heilsamer Geisteszustände."
    • "Darüber hinaus ist er weise, er besitzt Weisheit in Bezug auf Entstehen und Vergehen, die edel und durchdringend ist und zur völligen Vernichtung von Dukkha führt. Dies sind die fünf Kampfesglieder."


    "Prinz, wenn ein Bhikkhu, der diese fünf Kampfesglieder besitzt, auf einen Tathāgata trifft, um von ihm geschult zu werden, dann könnte er sieben Jahre verweilen, bis er hier und jetzt durch eigene Verwirklichung mit höherer Geisteskraft in das höchste Ziel des heiligen Lebens eintritt, für das Männer aus guter Familie zu Recht von zu Hause fort in die Hauslosigkeit ziehen. (http://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m085z.html)

    Viele Grüße
    Elliot

    Viele Grüße

    Elliot

  • Myae
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    11. September 2011
    • 13. September 2011 um 01:01
    • #39
    Zitat

    Tut Dir Wut, Ärger usw. gut? Nicht? Ist ja ein Ding. Warum tust Du es dann?


    Weil ich keine andere Wahl habe.Gefühle kommen eben.Da kann man nicht viel dagegen tun.Das ist ja genau das; warum ich oft glaube das das ganze System nicht funktioniert.Wenn was Schlimmes passiert, ist man traurig, wenn was Lustiges passiert muss man lachen, wenn man angegriffen wird , ärgert man sich.Da kann man nicht viel gegen tun.Ich weiß Meditation soll das ändern.War bei mir bis jetzt nicht so.

    Zitat

    Nächste Frage: Findest Du es gut, Dass ICH (Kusala) Dich per Knopfdruck wie ein Biorobotor in Stimmungslagen versetzen kann? Ganz wie es mir beliebt?


    Natürlich nicht.Aber das geht allen mir bekannten Menschen so.Ich könnte hier auch auf Knopfdruck das ganze Forum gegen mich aufbringen.Mach' ich natürlich nicht.

    Zitat

    Atmet er lang ein, weiß er >Ich atme lang ein<; atmet er lang aus, weiß er <Ich atme lang aus>;
    atmet er kurz ein, weiß er >Ich atme kurz ein<; atmet er kurz aus, weiß er >Ich atme kurz aus<


    Dabei hätte ich es wohl belassen sollen.Aber passiert ist passiert.

    Zitat

    Aber nebenbei (naja, ist eher ein mechanismus) noch der Hinweis, das zwei große buddh. Schulen (und wir sprechen hier von Millionen Praktizierenden) ohne meditative Praktiken auskommen, ein Großteil der Amida-buddh. Schulen und die Nichirenschulen (


    Ich dachte Meditation ist das Wichtigste von Allem.

    Zitat

    zum nutzen, das kommt darauf an ob du der typ dafür bist, mir geht es dank dem meditieren um stufen besser, andere sprechen überhaupt nicht darauf an.


    Wie ich' s vermutet habe.Nicht jeder hat das Talent dafür. :( Und was machen die Pechvögel; die nicht drauf' reagieren? Oder bei denen es (wie bei mir) totat schiefgeht?

    Zitat

    Leerheit verstehe ich so, dass alle Dinge in sich unbeständig und in ständiger Veränderung sind.


    Sorry kling jetzt vielleicht blöd:, aber so ist es für mich: Das ist mir schon lange klar.Leider! Klick mal mein Profil an. Da steht unzufrieden mit der Welt. Und los ging das; als mir genau das aufgefalllen ist (ist schon eine ganze Weile her) was du dir extra auch noch ständig kla rmachst.Alles ist unbeständig und in ständiger Veränderung.ich schaue meine Katze an, und weiß die macht's nicht mehr lange.Warum soll ich mich da freuen? Ich schaue meinen Freund an und weiß: Das geht auch vorbei.Und so geht das bei mir den halben Tag! Ich bin froh, wenn ich mal' nicht dran' denke.Richtig froh sogar.Denn was ist daran gut?

    Zitat

    Ich wage mal frech zu behaupten, dass die meisten erst nach Jahren, wenn überhaupt wissen was die 4 edlen Wahrheiten wirklich bedeuten.


    Also die Erste habe ich ganz sicher verstanden.Alles ist Mist!Und was mal nicht Mist ist geht vorbei. Das hab ich shon so empfunden, bevor ich die Vier Wahrheiten gelesen habe.

    Zitat

    Die rechte Einsicht besteht wohl bei den meisten darin, dass sie an sich und ihrem Leben etwas verändern müssen, wenn sie Einsichten erlangen, sprich zufriedener leben wollen. Die meisten kommen aus einem Leidensdruck heraus zum Buddhismus.


    Das spricht einen natürlich an, wenn man alles Mist findet; eine Lehre die ausdrücklich auf dieser Erkenntnis aufbaut.

    Zitat

    Darüber hinaus ist er energetisch beim Überwinden unheilsamer Geisteszustände und beim Übernehmen heilsamer Geisteszustände, er ist gefestigt, er entfaltet sein Bemühen mit Festigkeit und Beharrlichkeit im Entwickeln heilsamer Geisteszustände."


    Das klingt ja schön; aber wie wird macht man das so? Geht das überhaupt? Um ein wirkliches Beispiel zu nehmen: Wenn meine Katze dieses oder nächstes Jahr sterben wird; dann werde ich voll traurig sein.Und ich werde auch absolut nichts dagegen tun können, das ich traurig bin.

    Zitat

    Wie bist Du denn überhaupt auf sowas gekommen? Hat Dir das jemand beigebracht?


    Aus' m Buch.Und am Anfang war das auch voll stark.Ich konnte mich wirklich auf Kommando glücklich machen.Jedenfalls zu Hause.Miese Lauen? Seiza - und dann mit dieser rythmischen Atmung losgelegt.Und das war' s ja nicht.Es wurden noch Visualisationen und Worte mit dem Atem verbunden.Ist ein Buch über Magie gewesen.Aber jetzt keine übliche Zauberei.Hab' das nur aus einem Buch nachgemacht; was ich bei'nem Kunpel gesehen habe.Der saelbst hat's nie probiert. Egal.Jedenfalls war das echt krass.Als ob Gott persönlich in einen reinkriecht. Voll die Oberdroge.Das war ein ja ein Buch über Psychomagie; also keine Zauberei( an soetwas glaube ich nicht) sondern Techniken um sich selbst zu stärken und zu verändern.Und weil es eben so hammer reingehauen hat, habe ich den Zen -Meditation seingelassen (weil da ist ja nicht viel passiert) und hab' darauf gewechselt.Ich habe das manchmal stundenlang gemacht.Mit kurzer Gymnastik für die Beine zwischendurch. Und so nach zwei Monaten konnte ich aufeinmal kaum noch normal atmen. Und dann war's eben nicht mehr schön.

    Zitat

    be einfach das ruhige Sitzen. Beginne mit 3 oder 5 Minuten und arbeite dich langsam hoch. Bloß sitzen, nichts tun, nur sitzen ... also mit Kissen und in einer passenden Medi-Haltung.


    Also sitzen kann ich lang ; da habe ich (wegen der sache obendrüber) richtig viel Übung.Aber was soll ich da machen? Ich hab' mich ein wenig im Netz um gesehen.gedankliche Sutra Rezitation (also nur in gedanken) wäre glaube ich was für mich. Aber bringt das was? Wird man dadurch gelassener und ruhiger?

  • Onda
    Gast
    • 13. September 2011 um 07:13
    • #40
    Myae:

    Also die Erste habe ich ganz sicher verstanden.Alles ist Mist!Und was mal nicht Mist ist geht vorbei. Das hab ich shon so empfunden, bevor ich die Vier Wahrheiten gelesen habe.


    "Alles ist Mist" - das hat der Buddha nie gesagt. Auch nicht im übertragenen Sinn. Ob du das wirklich verstanden hast...

    Zitat

    Aus' m Buch.Und am Anfang war das auch voll stark.Ich konnte mich wirklich auf Kommando glücklich machen.

    Und bist du jetzt wieder auf der Suche nach einem Knopf für angenehme Gefühle? Mit dieser Einstellung wird der Buddhismus dir nichts bringen. (Auch mit einer anderen Einstellung wird er dir nichts bringen.)

    LG
    Onda

  • Myae
    Themenautor
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    Mitglied seit
    11. September 2011
    • 13. September 2011 um 07:23
    • #41

    "

    Zitat

    Alles ist Mist" - das hat der Buddha nie gesagt. Auch nicht im übertragenen Sinn. Ob du das wirklich verstanden hast...


    Zuerst: Gut, ich werde in Zukunft versuchen weniger locker zu formulieren.Ich bin das zwar so gewöhnt.Aber ich gebe mir ab jetzt mehr Mühe; bei meinen Sätzen. Buddha sagte: Das Leben ist leid. Was anders bedeutet das als "Alles ist Mist"?

    Zitat

    Und bist du jetzt wieder auf der Suche nach einem Knopf für angenehme Gefühle?

    Aber der Buddha sagt es doch irgendwo im Palikanon (die Textstelle finde ich jetzte nicht) doch auch: Das er im Unterschied zu einem König absolut nichts braucht um zufrieden (also glücklich) zu sein.Ganz allein in einem Raum; oder so.

    Zitat

    Mit dieser Einstellung wird der Buddhismus dir nichts bringen.


    Aber der Buddha selbst führt es doch so an.Er kann ganz alleine glücklich sein.Ohne irgendetwas Anderes.Sogar in Isolationshaft könnte er das nach seiner Aussage an dieser Stelle.Das hat mich schwer beindruckt.Muss ich die jetzte suchen?Oder weiß jemand welche Stelle ich meine?Ich hab' keine Ahnung mehr wo die genau war.

    Zitat

    (Auch mit einer anderen Einstellung wird er dir nichts bringen.)


    Welche meinst du?

  • Kusala
    Gast
    • 13. September 2011 um 07:51
    • #42
    Myae:


    Aber der Buddha selbst führt es doch so an.Er kann ganz alleine glücklich sein.Ohne irgendetwas Anderes.


    Das kann jeder, sofern er dies möchte.

    Aber dazu braucht es erst Fleiß und Disziplin.

    Fang einfach mal bei den Silas an und versuch es mit Dana.
    Du wirst merken, dann kehrt schon sehr viel Zufriedenheit und Ruhe ein.

    Aber wie Dir schon manche hier sagten ... Du musst es selber machen und es geht nicht von heute auf morgen.
    Darüber quatschen bringt nicht viel. Mach es oder lass es. Von außen kommt nichts, was Dich auf Dauer glücklich machen kann.

    Silas
    Kein Lebewesen töten oder verletzen.
    Nichts nehmen was nicht (freiwillig) gegeben wird.
    Keine unheilsamen sexuellen Beziehungen pflegen.
    Nicht lügen oder unheilsam reden und kein unnutzes Geschwätz führen.
    Sich nicht durch berauschende Mittel, die Unachtsamkeit verursachen das Bewusstsein trüben

    Dana.
    Ab-geben ohne Forderungen zu stellen, ohne daran anzuhaften.

    Und wenn Du dazu! Fragen hast, dann stelle sie hier.

    Erst brauchst Du ein stabiles Fundament.
    Auch das wurde schon erwähnt, dass man einen Hausbau nicht am Dach beginnen kann.

    Liebe Grüße
    Kusala

  • Myae
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    11. September 2011
    • 13. September 2011 um 08:05
    • #43

    Das sind moralische Richtlinien; ich bin immer noch auf der Suche nch einer passenden Meditationsform. Wie ist das nun mit den Suttras?

    Zu den Silas: Der Versuch zählt? Der ehrliche Wille?

    Punkt 3 Was ist unheilsam? Müsste ich jetzt heiraten?
    Punkt 5 Sehr schwer
    Punkt 4. Scheint mir unmöglich. Ich hab doch schon gelogen, wenn ich meinem Chef einen Guten Tag wünsche.Tun muss ich es aber.

  • GaliDa68
    Gast
    • 13. September 2011 um 08:34
    • #44

    Hallo Myae,

    guck doch mal genau hin.
    Da alles sich ändert, hören auch mal die schlechten Situationen auf. Du hockst also nicht immer im selben Mist, sondern das geht auch mal vorüber.
    Außerdem ist das DIE Chance: Da die Dinge nicht verweilen, sind sie veränderbar. Folglich kannst auch Du Dich verändern, Dein Denken, Deine Einstellung, Deine Handlungen.
    Die Vergänglichkeit bedeutet Freiheit.

    Dass die Dinge sich ändern, ist einfach so. Du kannst es nicht ändern. Du kannst aber damit leben, es akzeptieren, damit was anfangen. Das ist wohl eine zentrale Botschaft des Buddha: Wir leiden, weil sich alles stets verändert und nichts von Dauer ist. Die Welt, das Leben, sind nicht statisch. So ist das eben. aber der Buddha hat nicht gesagt, dass alles im Leben Mist sei. Das ist Deine Sichtweise.

    Würde sich nichts ändern, gäbe es nichts, auch Dich gäbe es nicht und nicht Deine Katze. Du könntest ihre Sterblichkeit aber so betrachten: "Wir haben uns als gute Freunde durchs Leben begleitet." Mit Verlusten müssen wir lernen umzugehen. Wir können daran nichts ändern außer unserer Sichtweise. Und den Schmerz müssen wir akzeptieren. Er wird auch nicht mehr so heftig und lange dauern, wenn wir uns nicht mehr gegen die Veränderlichkeit stemmen. Darf ich raten? Du bist noch sehr jung. Vielleicht hast Du noch nicht so viel Verluste erlebt oder schon sehr früh einen großen Verlust erlitten. Und mir scheint, Du ängstigst Dich vor diesem Gefühl, das Verluste auslösen. Nun, damit bist Du nicht alleine. Ich kenne aber auch ältere Menschen, die aus Angst vor Verlust klammern und klammern und sich ihr ganzes Leben belügen und vermiesen. Willst Du das? Du entscheidest, niemand sonst. Vor Verlusten kannst Du Dich nicht schützen. Also lerne damit zu leben und sie zu ertragen. Das geht. Es wird immer weh tun, davor gibt es keinen richtigen Schutz (es sei denn, man verkümmert), aber es wird leichter damit zu leben, man kommt schneller darüber weg, man kann lernen loszulassen. Frag mal Leute, die schon viel Lebenserfahrung haben: Ganz oft wirst Du hören: "Ich habe auch viel Schönes erlebt. Dafür bin ich sehr dankbar."
    Dankbarkeit üben ist übrigens ein gutes Gegenmittel gegen die Auffassung, dass alles Mist sei. Fang doch mal an aufzuzählen, was Dir alles Gutes widerfahren ist. Und mach das immer wieder und wieder. Bedanke Dich bei den Menschen, denen Du begegnest, bei Deiner Katze, dass sie Dir so vertraut. Bedanke Dich dafür, dass Du zu essen hast, dass Du Wasser zu trinken hast, dass Du in einem Bett schläfst und und und. Du wirst bald sehen, womit Du alles täglich beschenkt wirst und wie viele Wesen daran beteiligt sind. Das weiß ich aus eigener Erfahrung, wie hilfreich das ist und wie schnell Du damit wirklich den Schalter von depressiv auf gut gestimmt umlegen kannst. Es wirkt nicht nur oberflächlich, sondern verändert auf Dauer Deine innere Einstellung. Damit kann man auch ganz gut loslassen üben. Denn wenn Dankbarkeit bleibt, dann ist der Verlust nicht mehr so wichtig, es bleibt schließlich was; Du merkst, dass Du ständig beschenkt wirst, dass Dir nicht ständig nur genommen wird.

    Willst Du Dir nicht eine Gruppe suchen, mit der zusammen Du meditieren kannst, Dich austauschen? Ein bisschen umsehen und ausprobieren, herausfinden, wo Du Dich wohlfühlen könntest? Um gelassener und ruhiger zu werden, brauchst Du übrigens nicht Buddhist werden. Dafür gibt es viele andere Methoden, die sehr hilfreich sind. Vielleicht ist es einfach nicht an der Zeit für Dich, Dich damit zu beschäftigen. Das Forum ist auch kein guter Ratgeber, denn das hier ist zu verwirrend und wir sind hier auch nicht wirklich kompetent. Ich würde mir reale Personen suchen und das persönliche Gespräch mit ihnen, wenn ich am Anfang stünde.

    Liebe Grüße
    Knochensack

  • Onda
    Gast
    • 13. September 2011 um 09:15
    • #45
    Myae:

    "

    Zitat

    Alles ist Mist" - das hat der Buddha nie gesagt. Auch nicht im übertragenen Sinn. Ob du das wirklich verstanden hast...


    Zuerst: Gut, ich werde in Zukunft versuchen weniger locker zu formulieren.Ich bin das zwar so gewöhnt.Aber ich gebe mir ab jetzt mehr Mühe; bei meinen Sätzen. Buddha sagte: Das Leben ist leid. Was anders bedeutet das als "Alles ist Mist"?

    Hallo Myae,
    der Buddha hat sich seine Lehre nicht ausgedacht, um Weltverächter und Depressive in ihrem Pessimismus zu bestärken. Du kannst gerne locker formulieren. Ich hätte auch nichts dagegen gehabt, wenn du geschrieben hättest "Alles ist Scheiße" - wenn es nur stimmen würde.

    "Leben ist Leiden" - das ist ein Satz, der für viel Missverständnisse sorgen kann. Dort, wo wir im Deuschen "Leiden" verwenden, steht in Pali der Begriff "dukkha" und das ist ein durchaus komplexes Konzept. Einige Gedanken dazu:
    - dukkha entsteht durch Anhaften. Also durch Nicht-Haben-Wollen oder Haben-Wollen. Aversion und Gier. Durch die Überwindung von Anhaftung lässt sich dukkha minimieren.
    - dukkha beschreibt eine Eigenschaft der Dinge. Sie besteht darin, uns nicht dauerhaft zufriedenstellen zu können. "Alle Lust will Ewigkeit", sagte Nietzsche einmal. Dieses Wollen (nach Dauer) ist vergebene Leibensmüh und führt zu Leid.
    - die tiefste Wurzel von dukkha ist unser Glaube daran, ein abgetrenntes, dauerhaftes Selbst zu haben also von der Welt getrennt zu sein. (Siehe Thread: dukkha als existentieller Juckreiz).

    Die Vier edlen Wahrheiten sind kein pessimistischer Stoßseufzer. Sie enthalten eine gehörige Portion Optimismus: dukkha lässt sich überwinden. Wenn man den Achtfachen Pfad beschreitet.

    LG
    Onda

  • Myae
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    11. September 2011
    • 13. September 2011 um 09:18
    • #46

    Ich kann mir aber keine Buddhistengruppe im RL suchen,da gibt es nichts in meiner Umgebung; außer ein Gruppe die nicht so mein's ist.Ich war doch nie und werde da auch nciht hingehen.Namen nenne ich jetzt aber nicht.Ich bin da wirklich auf mich allein gestellt.Und mein Umfeld (auch wenn ich es mag) ist da auch nicht gerade förderlich.Vorsichtig ausgedrückt.

    Klar das mit der Veränderlichkeit aller Dinge, kann man so sehen.Ohne Veränderung gäbe es Nichts.Dann wäre immer noch Urknall.Aber wie kann mich das praktisch trösten; wenn meine Katze stirbt? Oder wenn mein Freund fremdgeht? Ich könnte mir sagen; inn zehn Jahren spielt das bestimmt keine Rolle mehr für meine Gefühle.Aber was ändert das im Moment. Wenn ich jetzt Kopfshmerzen habe tut es weh; egal ob es noch in 2h weh tun wird; jetzt tut es weh.

    Dankbarkeit? Das ist eine Frage des Standpunkts.Wenn ich mir so manche Schicksale anschaue; dann könnte ich wirklich glatt dankbar sein; dass es mir nur mies geht ; aber nicht so mies wie den Menschen.Aber ist das ein grund dankbar zu sein? Kann ich für schlimme Kopfschmerzen dankbar sein; weil andere noch schlimmere Kopfschmerzen haben? Denn darauf läuft es ja hinaus.

    Ich stelle die Frage wegen der Meditation nocheinmal: Also wenn ich mir ein Sutra suche.Irgendein Passendes und das dann Gedanklich immer und immer wieder widerhole; ist das doch auch Meditation? Führt das dazu; dass man die Dinge irgendwann positiver betrachtet?Gelassener? Und gibt es für diese Art der Meditation eine Anleitung? Gut gefällt mir das:

    Alle Dinge sind in Wahrheit leer.
    Nichts entsteht und nichts vergeht.
    Nichts ist unrein, nichts ist rein.
    Nichts vermehrt sich und nichts verringert sich.
    Es gibt in der Leere keine Form, keine Empfindung, Wahrnehmung, geistige Formkraft und kein Bewußtsein, keine Augen, Ohren, Nase, Zunge, Körper oder Geist; es gibt nichts zu sehen, hören, riechen,
    schmecken, fühlen oder denken, keine Unwissenheit und auch kein Ende der Unwissenheit,
    kein Altern und keinen Tod, noch deren Aufhebung, kein Leiden und keine Ursache des
    Leidens, kein Auslöschen und keinen Weg der Erlösung, keine Erkenntnis und auch kein
    Erreichen.

  • Kusala
    Gast
    • 13. September 2011 um 09:25
    • #47

    Wie wäre es damit? :)

    Mettāsuttaṃ
    Deutsche Übersetzung
    (nach Ehrw. Ñāṇapoṇika)

    Güte

    Dies soll erwirken, wer des Heiles kundig,
    und wer die Friedens-Stätte zu verstehen wünscht.
    Stark soll er sein und aufrecht, aufrecht voll und ganz.
    Zugänglich sei er, sanft und ohne Hochmut.

    Genügsam sei er, und sei leicht befriedigt,
    nicht viel geschäftig und bedürfnislos.
    Die Sinne still, und klar sei der Verstand,
    nicht dreist, nicht gierig geht er unter Menschen.

    Auch nicht im Kleinsten soll er sich vergehen,
    wofür ihn andere, Verständige, tadeln möchten.
    Sie mögen glücklich und voll Frieden sein, –
    die Wesen alle! Glück erfüll ihr Herz.

    Was es an Lebewesen hier auch gibt,
    die schwachen und die starken, restlos alle,
    mit langgestrecktem Wuchs und groß an Körper,
    die mittelgroß und klein, die zart sind oder grob.

    Die sichtbar sind und auch die unsichtbaren,
    die ferne weilen und die nahe sind,
    Entstandene und die zum Dasein drängen, –
    die Wesen alle! Glück erfüll ihr Herz.

    Keiner soll den andern hintergehen;
    Weshalb auch immer, keinen möge man verachten!
    Aus Ärger und aus feindlicher Gesinnung
    soll Übles man einander nimmer wünschen.

    Wie eine Mutter ihren eigenen Sohn,
    ihr einzig Kind mit ihrem Leben schützt,
    so möge man zu allen Lebewesen
    entfalten ohne Schranken seinen Geist!

    Voll Güte zu der ganzen Welt
    entfalte ohne Schranken man den Geist:
    nach oben hin, nach unten, quer inmitten,
    von Herzens-Enge, Hass und Feindschaft frei!

    Ob stehend, gehend, sitzend oder liegend,
    wie immer man von Schlaffheit frei,
    auf diese Achtsamkeit soll man sich gründen.
    Als göttlich Weilen gilt dies schon hienieden.

    In falscher Ansicht nicht befangen,
    ein Tugendhafter, dem Erkenntnis eignet,
    die Gier nach Lüsten hat er überwunden
    und geht nicht ein mehr in den Mutterschoß.

    ()

  • Myae
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    11. September 2011
    • 13. September 2011 um 09:34
    • #48

    Das sit vielleicht sogar besser.Mehr positive Begriffe.Und wie mache ich das jetzt praktisch? Im Meditationssitz gedanklich immer und immer wiederholen? So 30min?

  • Kusala
    Gast
    • 13. September 2011 um 09:41
    • #49

    Lern es auswendig und kontempliere darüber wann immer es passt.
    Hier noch ein paar Erklärungen dazu.

    Und hier noch etwas zur Meditation.

    Meditation - aber wie?

    Liebe Grüße
    Kusala

  • zenbo
    Gast
    • 13. September 2011 um 09:48
    • #50
    Myae:

    Ich stelle die Frage wegen der Meditation nocheinmal: Also wenn ich mir ein Sutra suche.Irgendein Passendes und das dann Gedanklich immer und immer wieder widerhole; ist das doch auch Meditation? Führt das dazu; dass man die Dinge irgendwann positiver betrachtet?Gelassener? Und gibt es für diese Art der Meditation eine Anleitung?

    wenn du dich konzentrierst vergisst du einfach alles andere, mir macht das grossen spass, aber danach ist alles wieder beim alten, trotzdem ist konzentration für mich sehr wichtig, ganz einfach weil ich nicht immer an meine probleme denken will.

    beim buddhismus geht es aber darum das man sich mit seinen problemen entspannt, man versucht sich in einer welt die schief ist, mit der eigenen seele die evt. unglücklich ist , mit allen problemen die man so hat zu entspannen. deshalb fordert der zenmeister:"entspannt euch hier und jetzt, wenn ihr es hier und jetzt nicht könnt, könnt ihr es nie".
    aus diesem grund sitzt man, und lässt die gedanken vorbeiziehen.

    wie gesagt, ob dir das hilft kommt darauf an ob du der typ dazu bist, mir hilft es ganz enorm.

    buddhismus funktioniert, wenn man es aufgibt ,sich eine andere welt zu wünschen, innerlich hört man auf dagegen anzukämpfen, deshalb stellt sich ein wohlgefühl ein.

    lg zenbo

    ps. hier noch eine warnug!!!

    ich weiss ganz genau was du meinst, was passiert wenn ich mich ununterbrochen auf eine sache konzentriere? kann ich dadurch etwas verändern? die antwort ist nein. durch solche hammerübungen verdrängst du nur deine gefühle, und die kommen dann doppelt so stark zurück.
    wenn du achtsam sein willst, musst du den gefühlen mehr raum lassen, ich habe lange die übung gemacht ,das ich mir einmal pro stunde so 2-3 minuten aktiv über positive sachen gedanken gemacht habe, das reicht vollkommen, dann hab ich die gefühle für denn rest der stunde sein lassen. mein tip an dich, unterdrück niemals deine gefühle, lerne sie sanft zu begleiten, dann stellt sich langsam eine änderung ein.

    Einmal editiert, zuletzt von Anonymous (13. September 2011 um 09:59)

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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