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  1. Buddhaland Forum
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  3. Buddhistische Praxis

"Du meditierst wahrscheinlich noch nicht sehr lange, wenn du

  • Geronimo
  • 17. August 2011 um 18:29
  • Zum letzten Beitrag
  • Hanzze
    Gast
    • 20. August 2011 um 12:41
    • #26

    Richtig, es kann auch passieren, dass einem ein Staubkorn ins Auge fällt oder das man Zwiebel schneidet (wobei ich persönlich auch hier bemerkt habe, das man immer weniger weint) *schmunzel*

    Das schöne Wort Emotion (die Vereinigung von Ego und Gefühl) gibt man nicht gerne auf, aber ich rate dennoch zu einem Versuch es klar zu unterscheiden. Die Kette des bedingten Entstehens selber zu erkennen. Dharma kommt dann ganz von alleine. *schmunzel*
    Man kann dann bald sehr viel über seine Trauer lachen und in späterer Folge auch das lachen über sich selbst lassen und einfach zur Achtsamkeit zurückkommen.

  • Dorje Sema
    Gast
    • 20. August 2011 um 13:27
    • #27
    brigittefoe:
    Geronimo:

    noch nicht heftig geweint hast."

    Sagte sein Lehrer zu Jack Kornfield.

    Ich denke da ist etwas sehr wahres dran, und zugleich ein guter Rat an alle die sich von der Meditation einfach nur ein paar angenehme Erfahrungen erhoffen. Wer jahrelang meditiert und nur von schönem zu berichten weiß ist wahrscheinlich nie besonders tief vorgedrungen, oder betrügt sich womöglich mit seiner Praxis auch ein wenig selbst.

    Tränen (manchmal so viele um ganze Seen zu füllen), und viele andere durchaus sehr unangenehme Erfahrungen, gehören auf dem Weg zur Freiheit unweigerlich dazu.

    Während einer Schweigewoche mit einem Vipassana geschulten Lehrer
    lief mir unentwegt ein Träne aus meinem Augen -
    und dann in der kleinen Kapelle
    (unabhängig der geleiteten Meditationsgruppe)
    brach ich dann in einem Meer aus Tränen aus . . .
    In dem anschließenden Einzelgespräch mit diesem Meditationsanleiter
    hat er klar erkannt, wo ich mich befand ...
    für mich unvergesslich und einzgartig !!!

    :)

    Alles anzeigen

    Manchmal beschleicht mich das seltsame Gefühl das Du mehr 'Buddhist' bist liebe brigitte als das es sich manch einer hier vorstellen und denken kann!!!
    Schön nicht wahr ?
    So ein spontaner konzeptionsloser Ozean an Tränen und dieses bloße gedankenlose kommt von nirgendwo und geht nach nirgendwo
    -> gewahr-sein <-, nicht wahr ?

    añjalī अञ्जलि
    Dorje Sema

  • brigittefoe
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    • 20. August 2011 um 14:23
    • #28

    Beitrag von Dorje
    Manchmal beschleicht mich das seltsame Gefühl das Du mehr 'Buddhist' bist liebe brigitte als das es sich manch einer hier vorstellen und denken kann!!!
    Schön nicht wahr ? JA !!!
    So ein spontaner konzeptionsloser Ozean an Tränen und dieses bloße gedankenlose kommt von nirgendwo und geht nach nirgendwo
    -> gewahr-sein <-, nicht wahr ? JAAAA !!!

    añjalī अञ्जलि

    *knuddel*

    Es ist eine wahre Schmach und Schande, daß wir Christen wie blinde Hühner umhergehen und nicht erkennen, was in uns ist und davon gar nichts wissen.
    Johannes Tauler

  • crazy-dragon
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    • 20. August 2011 um 21:04
    • #29

    Hmmm...Das klingt allerdings so wie...sage mal ein echtes Erlebnis- aus der Ferne betrachtet. Wenn das Dein Meditationslehrer auch so sah...Freut mich das für Dich. :P

    _()_ c.d.

    Tag für Tag ein guter Tag

  • Lirum Larum
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    Buddh. Richtung
    Ich protestiere gegen den mangelnden Respekt vor den unterschiedlichen Traditionen.
    • 20. August 2011 um 23:27
    • #30
    Hanzze:
    Losang Lamo:


    Weinen aus Traurigkeit oder vor Lachen funktioniert nicht ohne ein dickes Selbst?
    Das ist bei mir, glaub ich, anders. *kopfkratz*

    Liebe Grüße


    Liebe Losang Lamo,
    Dann schau dir das doch genau an, das Selbstmitleid, das Mitleid, die Trauer... Die weltliche Freude, das schallende Lachen... Du wärst eine Ausnahme. *schmunzel*


    Lieber Hanzze,
    ich schaue seit Tagen, seit Du das geschrieben hast. ;) So wichtig und bedenkenswert nehme ich Deine Worte.
    Aber ich komme zu dem Schluss, dass unserer beiden Erfahrungsbereiche mit dem Weinen wohl nicht so eine große Schnittmenge haben.
    Bestärkt wird dieser Eindruck durch die Aussagen von Lillitschka und Brigitte. Die beiden sprechen mir aus dem Herzen. Ihre Erfahrungen kann ich bestens nachempfinden - und sowas sind besondere Momente des Zu-sich-kommens, was wirklich nichts mit Selbst-Dünkel zu tun hat. *kopfschüttel*

    Aber, ich denke, da können wir uns jetzt gegenseitig fusselig schreiben - solange die eigene Erfahrung das nicht verifizieren kann, kann man sich einander auch nicht verständlich machen.

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • monikamarie
    Gast
    • 21. August 2011 um 11:09
    • #31

    Liebe LL,
    ich glaube auch nicht, dass es jeden betrifft bzw. jedem so ergeht. Ich selbst habe sehr starke Erschütterungen erlebt und auch von anderen gelesen. Aber diese Erschütterungen haben meines Wissens nach die Ursache in einem zuvor gelebten Leben, das voller Illusionen, Irrtümern, falscher Interpretation von Erfahrungen, Erlebnissen etc. war. Wenn ich z. B. in einem meditativen Zustand plötzlich erkenne, dass ich meinen Eltern, Geschwistern, Partner oder letztlich mir selber usw. so großes Unrecht getan habe, obwohl ich mich immer im Recht fühlte, dann muss das zu einer Explosion in diesem geöffneten Zustand führen, vor allem, wenn ein Ereignis nicht mehr rückgängig gemacht werden kann, weil die Eltern z. B. nicht mehr leben.*

    Aber es betrifft eben die gesamte Lebensweise und -einstellung, die vielleicht als völlig falsch erkannt wird. Wer jedoch schon von Kindesbeinen an die Möglichkeit hatte, gutes Karma anzuhäufen und ein sinnvolles Leben zu führen, der wird auch nicht unbedingt solche Erschütterungen erleben. Außerdem kann es auch nur eine körperliche Reaktion sein, die sich durch zuviel entstandener Spannung entlädt (nur dann ist für mich wieder die Frage, warum war er/sie so ge-spannt?).

    _()_ Monika

    (* Darin sehe ich übrigens auch die Wichtigkeit der rechtzeitigen Versöhnung, selbst wenn ich mich immer noch im Recht fühle.)

  • Lirum Larum
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    Buddh. Richtung
    Ich protestiere gegen den mangelnden Respekt vor den unterschiedlichen Traditionen.
    • 22. August 2011 um 15:31
    • #32
    monikamarie:

    ...
    Aber es betrifft eben die gesamte Lebensweise und -einstellung, die vielleicht als völlig falsch erkannt wird. Wer jedoch schon von Kindesbeinen an die Möglichkeit hatte, gutes Karma anzuhäufen und ein sinnvolles Leben zu führen, der wird auch nicht unbedingt solche Erschütterungen erleben. Außerdem kann es auch nur eine körperliche Reaktion sein, die sich durch zuviel entstandener Spannung entlädt (nur dann ist für mich wieder die Frage, warum war er/sie so ge-spannt?).


    Ja, das sehe ich auch so. Ich wollte auch wirklich nicht in "die Guten Emotionalen" und die "Ignoranten" unterteilen. Jeder nach seiner "Fassong", finde ich.


    monikamarie:

    ...(* Darin sehe ich übrigens auch die Wichtigkeit der rechtzeitigen Versöhnung, selbst wenn ich mich immer noch im Recht fühle.)


    Yep! Ich lasse auch nie jemanden im Streit auf die Autobahn ziehen. Das Leben kann zu kurz sein.

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


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    void
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    Zen
    • 25. August 2011 um 13:51
    • Offizieller Beitrag
    • #33

    Im normalen Leben gibt es ja auch befreiende Momente.

    Ein befreiendes Lachen, wo einem aufgeht was für ein Esel man war und das loslassen kann.
    Ein befreiendes Weinen, wo man fähig ist sich einem unterdrücktem Schmerz zu stellen.

    In der Meditation passiert es ja, dass Anhaftungen sich lösen und Energie frei wird. dieses "tiefes Öffnen" berührt sich mit Situationen der tiefen emotionalen Öffnung - mit tiefem Lachen oder tiefem Weinen.

    Mir kommt vor physiologisch hat das auch was mit dem Zwerchfell zu tun. Für die Griechen - und das lebt bei uns in Wörter wie Schizophren fort- war das Zwerchfell ja der Sitz der Seele, also unsererer tiefsten Gestimmtheiten.

  • sumedhâ
    Gast
    • 25. August 2011 um 14:08
    • #34
    void:

    Ein befreiendes Lachen, wo einem aufgeht was für ein Esel man war und das loslassen kann.


    oder "dumme gans" wobei die gans sicher nix dafür kann :D

    void:

    Mir kommt vor physiologisch hat das auch was mit dem Zwerchfell zu tun. Für die Griechen - und das lebt bei uns in Wörter wie Schizophren fort- war das Zwerchfell ja der Sitz der Seele, also unsererer tiefsten Gestimmtheiten.


    das mittlere Dantien (speicherort unserer emotionalen qualitäten) sitzt auch da.
    das "aufgeblähte brüstchen" hat physisch was damit zutun das sich das zwerchfell nicht senkt.

    _()_

  • Lirum Larum
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    Ich protestiere gegen den mangelnden Respekt vor den unterschiedlichen Traditionen.
    • 25. August 2011 um 16:05
    • #35

    Und das sogenannte Hara befindet ja auch da irgendwo - etwas tiefer als das Zwerchfell.
    Und das "Bauchgefühl" sitzt auch dort.

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • sumedhâ
    Gast
    • 25. August 2011 um 16:35
    • #36
    Losang Lamo:

    Und das sogenannte Hara befindet ja auch da irgendwo - etwas tiefer als das Zwerchfell.
    Und das "Bauchgefühl" sitzt auch dort.

    das untere dantien = hara (zu mindest meiner kenntniss nach; dantien-chinesisch; hara- japanisch) ist eine etaje tiefer, tewa 3 fingerbreit unter dem nabel (je nach finger dicke :D , man spürt es aber ziemlich schnell so das man es gut lokalisieren kann

    _()_

  • Lirum Larum
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    • 25. August 2011 um 18:16
    • #37

    Genau - aber doch "Bauch", gell?

    Nun fällt mir gerade auf: wenn man intensiv weint oder lacht, dann sind einige Chakren in Action. Vom Weinen bekommt man Kopfweh im 6.Chakra. Oder es schnürt einem die Kehle (5.Chakra) zu. Vor Lachen kann einem der Bauch weh tun (Zwerchfell/ 4.Chakra) oder man wird kurzzeitig inkontinent (2.Chakra)

    Ja, ja, der Mensch ist doch nicht nur Kopf und Tippfinger. ;)

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • Erdmaus
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    • 27. August 2011 um 16:00
    • #38

    "Weinen" entspricht ja nur einem unspezifischen nonverbalen emotionalen Ausdruck (der Gestik zugehörig), der häufig mit der Ausschüttung von Tränenflüssigkeit einhergeht, hierbei jedoch nicht an eine spezielle Emotion gebunden ist. Da der Begriff sehr weiträumig ein breites psychologisches Spektrum abdeckt, kann es sich beim Weinen auch um die Artikulierung einer positiven Emotion handeln. Es kann sich genaugenommen um jede beliebige Emotion handeln, welche intensiv genug ist um den Weinvorgang einzuleiten.

    Ich kann bestätigen, dass Meditation mitunter zu einer intensiven emotionalen Reaktion führen kann, welche dann diesen speziellen emotionalen Ausdruck erzeugen kann. Ob das fehlende Auftreten dieses Vorganges als Indikator einer oberflächlichen meditativen Praxis gelten kann wage ich zu bezweifeln. Jeder Mensch reagiert auf Veränderungen und innere Prozesse anders. Somit wird auch der emotionale Ausdruck unterschiedlicher Menschen einer Variabilität unterliegen. So wird ein Musiker seine Emotionen vielleicht in einer langen Nacht mit fiebriger Hand in Form einer Komposition ausdrücken, wärend ein anderer ausgiebig weint. Die menschliche Emotion kennt unzälige Ausdrucksformen, welche dann auch noch innerhalb der individuellen Ausprägung unterschiedlich gewichtet sind. Bei einem Menschen, der nur sehr selten weint, ist das Weinen womöglich als Ausdruck intensivster Emotionen zu deuten, wärend bei anderen Menschen das intensive Weinen einer alltäglichen Geste entspricht, die schon durch die Betrachtung einer filmischen Szene geringer emotionaler Tiefe entstehen kann (Klischee vom heftig weinenden Schnulzengucker).

    Mir scheint daher die Beschränkung auf nur eine emotionale Ausdrucksform als unzweckmäßig und ich würde daher eine Verallgemeinerung vorschlagen, die lediglich von einer "intensiven emotionalen Reaktion" spricht, hierbei jedoch die Ausdrucksform ausklammert.

    Gruß
    maus

    3 Mal editiert, zuletzt von Erdmaus (27. August 2011 um 16:17)

  • Hanzze
    Gast
    • 27. August 2011 um 16:09
    • #39
    Zitat

    Die menschliche Emotion kennt unzälige Ausdrucksformen.


    Aber nur eine Wurzel, Unwissenheit oder nennen wir es "ich" *schmunzel*

  • Kusala
    Gast
    • 27. August 2011 um 16:54
    • #40

    "Du meditierst wahrscheinlich noch nicht sehr lange, wenn du ..........

    Mal ne "dumme" Frage .......

    Wer meditiert (formales sitzen) hier überhaupt regelmäßig ...... täglich? ;)
    Und vor allem wie und was bezweckt ihr damit? Was soll es bringen?

    Liebe Grüße
    Kusala

  • Maybe Buddha
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    6. August 2011
    • 27. August 2011 um 19:54
    • #41

    Ich ich mediere (fast ;)) täglich. Ich versuche dadurch meinen Geist zu beruhigen. Ich mache eigentlich nur Achtsamkeitsmeditation (auf den Atem). Ich bin allerdings auch noch sehr am Anfang, da ich erst seid 2-3 Monaten meditiere.

    "Nur eines verkünde ich heute, wie immerdar: Leiden und seine Vernichtung."
    Buddha

  • Grund
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    • 27. August 2011 um 20:18
    • #42
    Kusala:

    "Du meditierst wahrscheinlich noch nicht sehr lange, wenn du ..........

    Mal ne "dumme" Frage .......

    Wer meditiert (formales sitzen) hier überhaupt regelmäßig ...... täglich? ;)


    Nur phasenweise. Ebenso oft wie es für mich gut ist zu meditieren ist es für mich auch gut nicht zu meditieren. Ich versuchs in den Tag mitzunehmen und untertags auch häufiger einzutauchen.

    Kusala:


    Und vor allem wie und was bezweckt ihr damit? Was soll es bringen?


    Reduzierung von Gewohnheiten und Verbesserung der Konzentration.


    Grüße
    TM

  • Dorje Sema
    Gast
    • 27. August 2011 um 21:06
    • #43

    zu:
    von Erdmaus am 27. Aug 2011, 16:00 7151

    Zitat

    »Einführung und allgemeine Erklärung der Emotionen

    Zu Beginn der Unterweisungen entwickeln wir zunächst die Geisteshaltung, nicht nur nach persönlichem Glück und Befreiung zu streben, sondern durch Dharmapraxis die Befreiung und Erleuchtung aller Wesen bewirken zu wollen.

    In diesem ersten Erklärungszyklus zu den Emotionen werden wir uns mit den Mechanismen einer jeden der wichtigsten Emotionen befassen und versuchen, sie zu verstehen. Anschließend sprechen wir in den Arbeitsgruppen nachmittags darüber, wie die Dharmapraxis uns helfen kann, aus den Emotionen herauszufinden.

    Was verstehen wir unter Erleuchtung?

    Warum praktizieren wir den Dharma? Als Antwort hören wir für gewöhnlich: um zur Erleuchtung zu gelangen. Aber was ist Erleuchtung oder Buddhaschaft? Ein Buddha ist jemand, der alle Schleier gereinigt und alle Qualitäten entwickelt hat. Buddha auf Tibetisch heißt Sangyä, was bedeutet, alle Schleier, die emotionalen wie auch alle anderen, gereinigt zu haben und zugleich alle dem Geist innewohnenden Qualitäten freigelegt zu haben. Wenn wir in dieser Definition von Schleiern oder Unreinheiten sprechen, die unseren Geist verdunkeln, so sprechen wir bereits von Emotionen. Das Freisein von emotionaler Verdunkelung ist also bereits Teil der Definition des Zieles unseres Weges. Um zur Buddhaschaft zu gelangen und uns von aller Verblendung zu befreien, müssen wir die wahre, reine Natur aller Emotionen verwirklichen.

    Definition des Begriffes „Emotion"

    Wenn wir von Schleiern sprechen, so ist damit alles gemeint, was Verwirrung bewirkt. Emotionen sind im Buddhismus geistige Regungen, die den Geist verschleiern und somit Erleuchtung verhindern. Die Definition von Emotionen, die wir während dieses Kurses benutzen werden, schließt also andere Gefühlsregungen wie Freude, Liebe, Mitgefühl und dergleichen nicht ein, denn diese sind Hilfen auf dem Weg zur Erleuchtung und beim Bewirken des Wohles aller Wesen. Im Dharmakontext bezieht sich der Begriff Emotionen auf all die verwirrten Geisteszustände, die aus dem dualistischen Haften, der Wurzel aller Emotionen, entstehen. Der Begriff umschließt alles, was den Geist verdunkelt oder aufwühlt und so verhindert, die Wirklichkeit erkennen zu können.

    Emotion heißt auf Tibetisch Nyön-mong. Nyön steht für Verwirrung, und Mong steht für das, was den Geist schwer macht und verschleiert. Zudem bedeutet das lateinische Wort Emotion so viel wie: in Bewegung sein oder in Bewegung setzen. Eine Emotion ist demnach also etwas, das Bewegung mit sich bringt. Dies entspricht der Sichtweise des Dharma: Emotionen werden hier als geistige Bewegungen betrachtet, die in einer weiteren Bewegung vom Ichanhaften ergriffen, bewertet und als wichtig eingestuft werden. An die ursprüngliche geistige Bewegung heften sich Bewertungen, Hoffnungen und Befürchtungen, die diese Anfangsbewegung am Abebben hindern und aus ihr eine emotionale Welle machen. Es gibt keine Emotion, die nicht aus solchen geistigen Bewegungen bestehen würde. Wir können Emotionen im Dharmakontext also definieren als „geistige Bewegungen, die das Bewusstsein verschleiern und Leid erzeugen".

    Die Wurzel der Emotionen: dualistisches Haften

    Wenn wir in den Geist schauen, so finden wir viele Emotionen. Wie viele gibt es da wohl? Viele, und keine ist genau gleich wie die andere. Wenn wir nach der Wurzel der Emotionen schauen, so lassen sich alle Emotionen auf das Ichanhaften zurückführen oder, anders ausgedrückt: die dualistische Auftrennung in Ich hier und das andere, das Objekt meiner Emotion dort. Ich, der ich will oder nicht will – das ist die Quelle aller Emotionen. Wir könnten also von nur einer einzigen Emotion sprechen, mit der wir es auf dem Weg zur Erleuchtung zu tun haben: dem Ichanhaften. Diese allem zugrundeliegende Emotion wird auch Unwissenheit genannt.

    Könnte es auch Emotionen ohne Dualität geben? Nein, für eine Emotion braucht es das Gefühl eines Ichs und etwas, das als von mir getrennt erlebt wird. In meiner Emotion fixiere ich mich auf etwas als Objekt meiner Begierde, meiner Wut, meiner Eifersucht usw. Das Ich setzt sich mit verschiedenen Objekten in Beziehung und je nach Art dieser Beziehung des Anhaftens und Ablehnens entsteht die typische Emotion.

    Für uns ist es für gewöhnlich völlig normal, in der Dualität zu sein. Wir haben vermutlich noch nie etwas an der Dualität auszusetzen gehabt. Es erscheint uns ganz normal, einen Beobachter im Geist zu haben, der alles überwacht und beurteilt. Das ist Teil unseres Lebens. Wieso sagt der Lama jetzt, das wäre ein Problem? Nun, das Problem besteht darin, dass die Dualität die Quelle der Spannungen in unserem Geist ist und damit die Quelle allen Leides. Sonst gäbe es kein Problem.

    Diese Grundspannung ist immer gleich: Ich und meine Gedanken, Ich und was ich haben kann oder was ich nicht bekommen kann, Ich, der ich nicht einfach so sein kann, ohne zu benennen und zu bewerten. Diesen Spannungszustand (auch wenn er uns gering und vielleicht sogar angenehm erscheint) nennen wir Samsara, den Kreislauf des Leidens. «

    Alles anzeigen

    f. -> »Das Wesen Samsaras «

    Dhagpo Kagyü Mandala Einführung und allgemeine Erklärung der Emotionen

    Zitat

    Hanzze: Aber nur eine Wurzel, Unwissenheit oder nennen wir es "ich" *schmunzel*

    añjalī अञ्जलि
    Dorje Sema

  • Simo
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    • 28. August 2011 um 09:22
    • #44

    Hey Leute :)

    in der tibetischen Physiologie gehen zwei größere Energiekanäle vom Herzen aus und führen jeweils zu den Augen. Ein Weinen während der Meditation wird hier als Zeichen gesehen, dass sich das Herz (die dort befindlichen Energiekanäle) öffnen und die Energie frei fließt. Die beiden Kanäle zu den Augen werden ebenfalls geöffnet und deswegen das Weinen. :)

    Wem das zu "tantrisch" ist kann gerne davon abstehen :) wollte nur mal eine andere Sichtweise reinbringen.

    Gruß
    Simo

    Kein "Ich" - keine Probleme.

  • Hanzze
    Gast
    • 28. August 2011 um 14:47
    • #45
    Zitat

    Tränen können weder schlechte Handlungen mit Wasser wegwaschen, noch die Leiden beseitigen. Und sie übertragen auch niemandem ihre Erkenntnis. Die Wesen werden allein durch die Lehren der Wahrheit erlöst.

    Tränen können uns an das erinnern, *schmunzel* dass wir das was sich löst, nicht eintauschen oder wieder ergreifen.

  • Froschn
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    • 1. Januar 2012 um 21:26
    • #46
    Geronimo:

    Du meditierst wahrscheinlich noch nicht sehr lange, wenn du noch nicht heftig geweint hast."

    Ich denke man sollte sich nichts auf selbstverständliche Gefühlsausbrüche einbilden. Viele kleine Kinder weinen jeden Tag "heftig". Einen Zusammenhang mit ihren Meditationserfahrungen gibt es bestimmt nicht. Ebenso können Menschen aus Trauer lange und intensiv weinen, ohne auch nur einmal meditiert zu haben. Manche weinen schon im Kino, dass ist auch eine Charakterindividuelle Sache, deswegen finde ich den Satz garnicht interessant.

  • majtrejo
    Gast
    • 12. März 2012 um 05:51
    • #47

    Meditieren ist wichtig, aber nicht so wichtig wie viele denken...

  • odysseus05
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    • 12. März 2012 um 13:49
    • #48

    Hallo,

    Geronimo:

    noch nicht heftig geweint hast."

    Sagte sein Lehrer zu Jack Kornfield.

    Ich denke da ist etwas sehr wahres dran, und zugleich ein guter Rat an alle die sich von der Meditation einfach nur ein paar angenehme Erfahrungen erhoffen. Wer jahrelang meditiert und nur von schönem zu berichten weiß ist wahrscheinlich nie besonders tief vorgedrungen, oder betrügt sich womöglich mit seiner Praxis auch ein wenig selbst.

    Tränen (manchmal so viele um ganze Seen zu füllen), und viele andere durchaus sehr unangenehme Erfahrungen, gehören auf dem Weg zur Freiheit unweigerlich dazu.

    Jack hatte eine nette Vergebungsmeditation niedergeschrieben.
    Ihre Sanftheit mag sogar dicke Mauern zu sprengen,
    die wir über viele Jahre um unser Herz hochgezogen haben und
    nur dazu dienten nicht verletzt zu werden.

    Dabei hindern uns die Mauern auch daran eigene Gefühle intensiv zu spüren und
    eben auch die Botschaft hinter den Gefühlen zu verstehen.

    Ist das Mauerwerk einmal rissig,
    dann kommen wir immer besser in Kontakt zu wirklich tiefen Gefühlen.
    Und dann ist es für mich ganz normal auch mal zu weinen,
    denn die Tränen räumen das Herz auf,
    machen es wieder leer für Neues und
    wenn die Wolken nach dem Regen aufreissen
    kommt ein Himmel zum Vorschein der grenzenlos ist und
    wir sind bereit die Sonnenstrahlen in unser Herz zu lassen,
    damit es sich wieder mit Freude füllen kann.

    Das ist Fülle im Leben.

    Liebe Grüße

    Stefan

    Egal wie Dein Weg auch sein mag.
    Laß Dich stets von Achtsamkeit, Liebe und Mitgefühl führen.
    Denn ohne diese 3 Weisen, wird kein Weg von Erfolg sein.

  • Advaita
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    29. März 2012
    • 1. April 2012 um 12:09
    • #49

    Hallo zusammen!

    Ich habe das dringende Bedürfnis hier einen Satz einzufügen, den ich in dem Buch "In der Wüste ist der Himmerl so nah" von Anselm Grün las.

    "Wer das, was seinem eigenen Selbstbild widerspricht, nicht betrauert, der kommt nich in Berührung mit dem Potential seiner eigenen Seele"

    Stammt zwar nicht aus dem Buddhismus, wie man ganz offensichtlich sehen kann, doch ich finde da steckt sehr viel Wahrheit drin. Man könnte jetzt natürlich darüber diskutieren, was das eigene Selbstbild ist und inwieweit man verhaftet ist, in der Vorstellung des Selbst- bildes, aber das ist hier ja nun nicht das Thema.

    Ich habe schon sehr viele Male in der Meditation weinen müssen, da ich auf innere Konflikte traf und den Kern dieser sah. Ich glaube es ist sehr wichtig, sich diese bewusst zu machen um Frieden zu finden und über diese inneren Blockaden hinüber zu kommen. Genauso oft, habe ich schon tiefe Glückseligkeit in der Meditation erlebt, da es mir warm um´s Herz wurde, als ich mich total verbunden und aufgefangen fühlte, bei einer sehr speziellen Mediation, die meinem Glauben sehr nahe kommt.

    Ich habe mal in einem Buch gelesen, weiß gerade nicht in welchem, dass man wenn man emotional aufgewühlt ist, die Meditation beenden soll, damit dies nicht mit dem Ort, dem Ort an dem man meditiert, in Verbindung gebracht wird. Das fand ich total un- sinnig.

    Weiterhin denke ich und das geht auch aus vielen Schriften hervor, wird man sicherlich noch nicht so lange meditieren, wenn man immer wieder mit Erwartungen in eine Meditation geht, den Gedanken nachhängt und frustriert aus dieser heraus geht. Wenn man über diesen Punkt nicht hinaus kommt, sollte man nochmal ausgiebig seine Vor- stellungen reflektieren, überlegen ob die Technik die gewählt wurde, wirklich zu einem paßt etc.

    Lieben Gruß,

    Advaita

    "Niemals wirst du dich der Welt recht erfreuen, ehe nicht die See selbst in deinen Adern fließt, dich der Himmel umhüllt und die Sterne dich krönen."

    "Centuries Of Meditation" von Thomas Trahernes

    Einmal editiert, zuletzt von Advaita (1. April 2012 um 12:56)

  • Simo
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    • 1. April 2012 um 12:48
    • #50

    Genau! Drehen wir den Spieß mal um: Wenn man es schafft in der Meditation mit den Gefühlen, Emotionen fertig zu werden, sich nicht von ihnen fangen zu lassen, dann konditioniert man den Ort der Meditation auf Loslassen und auf Befreiung.

    Kein "Ich" - keine Probleme.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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