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  1. Buddhaland Forum
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  3. Allgemeines zum Buddhismus

Warum nimmt Mitgefühl mit zunehmender Praxis überhaupt zu?

  • Geronimo
  • 27. Mai 2011 um 09:11
  • Zum letzten Beitrag
  • Geronimo
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    • 27. Mai 2011 um 09:11
    • #1

    Es scheint ja eine fundamentale Gegebenheit zu sein, das die eigene Anteilnahme mit zunehmender spiritueller, meditativer Praxis immer größer wird.

    Ich spreche da aus Erfahrung, denn noch vor ein paar Jahren war ich ein ziemlich herzloses und kaltes Wesen, und hätte nie für möglich gehalten das "ein bisschen Praxis" mein Herz derart wandeln kann. Heute beobachte ich ganz von selbst ruhig die Bedürfnisse und Ängste der Wesen und greife ein, wenn ich eine geeignete Möglichkeit sehe. Ohne Anstrengung, ganz natürlich

    Aber wie kommt es nun, das sich der praktizierende Geist scheinbar immer dem Mitgefühl zuneigt, ob er will oder nicht?

    Ich glaube es hat mit der Einheit und der gegenseitigen Durchdringung aller Dinge zu tun.

    "Ich" und "Du", wir sind nicht getrennt voneinander. Wir haben die selbe Grundlage und durchdringen einander mit allem was wir tun. Und so wird aus Deinem Glück unweigerlich auch mein Glück, wenn die Verblendung erst einmal tödlich verwundet wurde...

    Wichtig ist nicht, besser zu sein als alle anderen.
    Wichtig ist, besser zu sein als du gestern warst. (Dogen)

  • monikamarie
    Gast
    • 27. Mai 2011 um 11:08
    • #2

    Ja, Geronimo, so mag es sein. Ich jedoch schaue noch nicht einmal mehr darauf "Dein Glück, mein Glück", sondern es bleibt mir nichts anderes mehr übrig. Das, was sich in mir dem Mitgefühl oder der Lehre überhaupt immer mehr zuwendet, ist etwas, dass mir auch zeigt, warum ich zuvor gelitten habe. Der Zusammenhang wird erkannt und durchdrungen, so dass es einfach nicht mehr möglich ist, als sich diesem "Strom" "Fluss" hinzugeben. Genauso wie ich auch mehr auf gesunde Ernährung achte, wenn ich erkannt habe, woran mein Körper litt o.ä.
    Es ist ein Prozess, dem ich mich immer mehr anvertraue, dem "gehorche", weil ich seinen Wert erkannt habe.
    _()_ Monika

  • Dorje Sema
    Gast
    • 27. Mai 2011 um 17:46
    • #3

    Grüß Dich ganz recht herzlich Geronimo,

    ich hab mal versucht etwas erbauliches und bestätigendes zu Deinem posting zu finden,
    meiner bescheidenen Meinung nach:
    mit Erfolg ?

    "Dharmapraxis ist ein langer Weg"-Interview mit Geshe Pema Samten

    añjalī अञ्जलि
    Dorje Sema

  • Onyx9
    Gast
    • 27. Mai 2011 um 23:54
    • #4

    mitgefühl/ wertungsfrei liebe ist eine der essenzen der wahren geistesnatur. so wie direkte einsicht in die wahren zusammenhänge ( ohne nachzudenken ) und ein unerschütterliches vertrauen. diese eigenschaften steigen in einem empor wie ein licht, dass sich ausweiten will.

    es heißt, daß wir dieses oder jenes tun sollen in der praxis ( z.b. gutes zu tun ),- hier geht es darum, das Ich so zu formen, daß es die transparenz erlangt, die es für die geistesnatur öffnet.
    das ist richtig. aber manche menschen haben schon die natürliche veranlagung dafür. es braucht dann "nur" " gutes sich-lassen", eine starke meditation und die kraft der geistesnatur entfaltet sich ganz natürlich.

    meister eckhart sagte: " denke nicht, dein heil zu setzen auf ein Tun: man muß es setzen auf ein Sein. Denn die Werke heiligen uns nicht, sondern wir müssen die Werke heiligen".

    wenn "die kraft" sich enfaltet, sehen wir anders und zwar nicht vom verstand sondern vom herzen her.

  • Lauscher
    Gast
    • 28. Mai 2011 um 07:26
    • #5
    Geronimo:

    Aber wie kommt es nun, das sich der praktizierende Geist scheinbar immer dem Mitgefühl zuneigt, ob er will oder nicht?

    Das Mitgefühl entsteht, meines Erachtens, aus einer größer werdenden Achtsamkeit, bewusstem Leben, bis das Mitgefühl zu einer Gewohnheit wird und als normal, Teil von einem betrachtet wird.

    Leider ist meine Erfahrung nicht so wie deine, dass das Mitgefühl IMMER größer wird, es häng davon WIESO jemand praktiziert, meditiert. Manche bleiben stecken, weil sie bei sich manche Aspekte nicht anschauen möchten/können, manche verlieren von ihrer Mitgefühl, weil die Praxis selber zu eine Egobestätigung wird und manche werden tatsächliche empfindsamer und mitfühlend. Möge es viele von der letzte Sorte geben :)

    _()_

  • Mabuttar
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    • 28. Mai 2011 um 09:30
    • #6

    Also aus dem Yoga wird es verständlich, da man sich im Yoga mit dem "Absoluten" als Brahman , oder dem "Leben"
    "Sein" verbindet und dieses "Brahman,Leben,Dao" in jedem Lebewesen "sieht".

    Daher kommt dann das yogische Verständnis des / Alles mit allem Verbunden/
    Und das Bewusstsein weitet sich über die eigene Persönlichkeit hinaus, so dass man sich in den anderen mitfühlt.

    Daher kommt dann auch das Karma -Verständnis, dass meine Taten u.a. sich auf die anderen auswirken und somit auch auf mich. Zusätzlich können die Spiegelneuronen bei solchen Einheitserlebnissen im Yoga eine Rolle spielen, wobei ich mein Inneres nach Außen und umgekehrt spiegelt.

    Tue ich jemandem dann etwas Gutes, oder bringe ihm Güte entgegen, sorgen die Spiegelneuronen dafür, dass ich mich gut fühle, was wiederum die Kooperation des Lebens fördert.

    So in etwa kann ich es aus dem Yoga ableiten, woraus ja der Buddhismus entstanden ist.

    Aber beim Buddha geht es ja weniger um die Einheit aller Wesen, sondern eher um die Einheit des Geistes, und das Ende des Begehrens, wozu eine begehrenslose Gesinnung hilft(2.Pfadteil), diese wiederum wird durch Großzügigkeit und Mitgefühl erreicht.

    Nibbana:..Befreit von der Zuordnung durch Form, Vaccha, ist der Tathagata tief, grenzenlos, hart auszuloten, wie die See. 'Wiedererscheinen', ist nicht anwendbar. 'Nicht wiedererscheinen',ist nicht anwendbar... MN72 (http://zugangzureinsicht.org/)

  • monikamarie
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    • 28. Mai 2011 um 10:13
    • #7

    Hallo miteinander :D ,
    das sind wunderbare, einfühlsame und weiterbringende Beiträge. Danke!
    _()_ Monika

  • nibbuti
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    • 28. Mai 2011 um 13:58
    • #8
    Mabuttar:

    So in etwa kann ich es aus dem Yoga ableiten, woraus ja der Buddhismus entstanden ist.


    Das nicht ganz richtig, lieber Mabuttar.

    Es gibt bestimmtes "Yoga" im Sinn von Praxis seit Jahrtausenden in allen Gesellschaften und oft spärlich überliefert, aber Yoga wie wir es kennen geht auf Patanjali zurück, der fast 1000 Jahre nach dem historischen Buddha lebte.

    Patanjali übernahm viele Worte und Vorstellungen von Buddhas ursprünglicher Lehre, zum Beispiel Samadhi.

    Ich habe Yogalehrer sagen gehört, dass das Anapanasati Sutta der wirkliche Ursprung aller heute bekannten Meditation ist.

    Bitte merke: Hier geht es nicht um falschen Stolz, sondern um Dankbarkeit, die einem zur "Quelle" zurück helfen kann , unabhängig davon welcher Tradition man folgt.

    Grüße

    :)

    Trage nicht das Weltgetöse in die stille Einsamkeit
    Such den Wald, daß er Dich löse von der Krankheit unsrer Zeit.

  • Geronimo
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    • 28. Mai 2011 um 16:48
    • #9
    monikamarie:

    Hallo miteinander :D ,
    das sind wunderbare, einfühlsame und weiterbringende Beiträge. Danke!
    _()_ Monika

    Absolut! Vielen Dank auch von meiner Seite.

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  • Mabuttar
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    • 28. Mai 2011 um 21:36
    • #10

    Ok danke Nibbuti, das hatte ich mich schon oft gefragt, aber nie Quellen gefunden, was eigentlich älter ist

    Buddhismus oder Patanjali, Patanjali hat ja sogar einen 8 fachen yoga Pfad mit Samadhi am Ende :D LoL hat der wohl kein Copyright gekannt.
    Allerdings die Bhagavad Gita erzählt ja auch vom Yoga und davon, dass eigene Selbst in allen anderen Lebensformen zu sehen und dass dann Mitgefühl natürlich entsteht. Die ist wohl älter als Buddhas lehren oder?

    Nibbana:..Befreit von der Zuordnung durch Form, Vaccha, ist der Tathagata tief, grenzenlos, hart auszuloten, wie die See. 'Wiedererscheinen', ist nicht anwendbar. 'Nicht wiedererscheinen',ist nicht anwendbar... MN72 (http://zugangzureinsicht.org/)

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    • 28. Mai 2011 um 22:40
    • #11
    Mabuttar:

    Ok danke Nibbuti, das hatte ich mich schon oft gefragt, aber nie Quellen gefunden, was eigentlich älter ist


    Bitteschön.

    Zitat

    Buddhismus oder Patanjali, Patanjali hat ja sogar einen 8 fachen yoga Pfad mit Samadhi am Ende :D LoL hat der wohl kein Copyright gekannt.


    :lol: Ein Verweis hätte ja gereicht, aus Dankbarkeit.

    Buddha hat schließlich auch auf seine Lehrer hingewiesen, obwohl deren Dhammas unvollständig waren, und als erstes an sie gedacht, um sein eigenes Dhamma weiterzugeben, statt zum Beispiel an Groupies.

    Zitat

    Allerdings die Bhagavad Gita erzählt ja auch vom Yoga und davon, dass eigene Selbst in allen anderen Lebensformen zu sehen und dass dann Mitgefühl natürlich entsteht. Die ist wohl älter als Buddhas lehren oder?


    Die Bhagavad Gita ist auch nach Buddha's Lebzeit entstanden.

    Vorher gab es schon die ersten drei Veden ("Wissen") und Upanishaden in mündlicher Überlieferung, allerdings war deren Bedeutung größenteils verloren gegangen oder durch sinnlose Riten und Rituale ersetzt worden.

    Liebe Grüße

    :)

    Trage nicht das Weltgetöse in die stille Einsamkeit
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  • Alex Gruber
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    • 28. Mai 2011 um 23:00
    • #12
    Lauscher:
    Geronimo:

    Aber wie kommt es nun, das sich der praktizierende Geist scheinbar immer dem Mitgefühl zuneigt, ob er will oder nicht?

    Das Mitgefühl entsteht, meines Erachtens, aus einer größer werdenden Achtsamkeit, bewusstem Leben, bis das Mitgefühl zu einer Gewohnheit wird und als normal, Teil von einem betrachtet wird.

    Leider ist meine Erfahrung nicht so wie deine, dass das Mitgefühl IMMER größer wird, es häng davon WIESO jemand praktiziert, meditiert. Manche bleiben stecken, weil sie bei sich manche Aspekte nicht anschauen möchten/können, manche verlieren von ihrer Mitgefühl, weil die Praxis selber zu eine Egobestätigung wird und manche werden tatsächliche empfindsamer und mitfühlend. Möge es viele von der letzte Sorte geben :)

    Es ist nicht nur die Achtsamkeit, obwohl sie maßgeblich dazu beiträgt, sondern auch das man über sein Ego hineinausschauen kann. Durch zunehmender Meditation wird dies möglich. Doch das hast du Recht, die Konfrontation um dieses Mitgefühl zu "erzeugen" beginnt bei sich selbst und jene die diese Konfrontation nicht bereit sind zu einzugehen, werden dieses Mitgefühl auch nie wirklich kennen.

  • Lauscher
    Gast
    • 29. Mai 2011 um 07:54
    • #13
    Alex Gruber:


    Es ist nicht nur die Achtsamkeit, obwohl sie maßgeblich dazu beiträgt, sondern auch das man über sein Ego hineinausschauen kann.
    . . . . . .
    Mitgefühl zu "erzeugen" beginnt bei sich selbst und jene die diese Konfrontation nicht bereit sind zu einzugehen, werden dieses Mitgefühl auch nie wirklich kennen.


    Voller Zustimmung

    _()_

  • Hanzze
    Gast
    • 29. Mai 2011 um 08:17
    • #14
    Zitat

    Großes Mitgefühl - maha karuna

    Wenn ich gut zu jemandem bin, dann wird er oder sie die Güte erlernen und daraufhin auch gut zu anderen sein. Wenn ich nicht gut zu jemandem bin, dann wird er oder sie Hass und Ärger in sich nähren und dies auch an andere weitergeben. Wenn die Welt nicht gut ist, dann muss ich meine Bemühungen verstärken, selbst gut zu sein.
    Sich um andere zu kümmern ist dasselbe wie sich um sich selbst zu kümmern. Wenn ich andere respektiere und ihnen diene, diene ich allen Buddhas überall auf der Welt. Dies wird großes Mitgefühl genannt. Mitgefühl ist ein glücklicher Zustand des Geistes.
    Wenn wir uns selbst durch Achtsamkeit schützen, dann schützen wir auch andere. Wenn wir andere Lebewesen durch mitfühlendes Handeln schützen, schützen wir auch uns selbst.

    (abgeschrieben aus dem Buch: Wenn der Buddha lächelt. Step by Step, Preah Maha Ghosananda)

  • Hanzze
    Gast
    • 29. Mai 2011 um 08:19
    • #15

    und zu dem was Alex geschrieben hat, hier vielleicht noch:

    Zitat

    Liebevolle Güte kennt keine Grenzen


    Es gibt nichts Wunderbareres als den Frieden. Wenn wir eine stabile Körperhaltung einnehmen und unseren Geist beruhigen, können wir den Frieden in uns selbst verwirklichen. Dann können wir liebevolle Güte ausstrahlen und an die Menschen weitergeben, die um uns sind – an unsere Familie, unsere Gemeinschaft, unsere Nation und an die gesamte Welt.
    Wir können uns beim Meditieren z.B. immer wieder sagen: „Möge ich glücklich sein. Möge ich friedvoll sein. Möge ich frei von Ärger sein. Möge ich frei vom Leiden sein.“
    Warum ist es notwendig, dass wir zuerst uns selbst lieben? Weil der Frieden beim Individuum beginnt. Nur indem wir zunächst uns selbst lieben, können wir unsere Liebe auf andere ausdehnen. Die Nächstenliebe beginnt zu Hause. Indem wir uns selbst beschützen, beschützen wir die ganze Welt. Wenn wir sagen, „Möge ich glücklich sein“, dann sprechen wir für jeden Menschen. Die ganze Welt ist eins. Das Leben ist eins. Wir besitzen alle dieselbe Buddha-Natur.
    Liebevolle Güte ist eine sehr machtvolle Energie. Sie strahlt unterschiedslos auf alle Lebewesen aus. Sie geht über auf die Menschen, die wir lieben, auf diejenigen, die uns gleichgültig sind und auf unsere Feinde. Liebevolle Güte kennt keine Grenzen. Das Dharma ist auf liebevolle Güte gegründet. Der Buddha blickte voller Mitgefühl auf die gesamte Welt. Und so wird unser Gebet um persönliches Glück ganz natürlich zu einem Gebet für alle Menschen: „Möge die gesamte Welt glücklich und frei vom Leiden sein.“
    Die buddhistischen Schriften beschreiben den Nutzen der Meditation für liebevolle Güte. In ihnen steht, dass diejenigen, die liebevolle Güte praktizieren, gut schlafen. Sie haben keine schlechten Träume. Sie wachen glücklich auf. Sie können ihren Geist schnell auf eine Sache konzentrieren. Ihr Geist ist klar und ruhig. Sie kennen keine Nervosität. Kein Feuer, kein Gift und keine Waffe kann ihnen Schaden zufügen. Sie können alle Probleme der Welt lösen. Sie werden von allen fühlenden Wesen geliebt. Ihre Gesichtszüge werden klar. Sie werden das Nirvana erlangen. Insgesamt sind es 52 Vorzüge, die sich von der Meditation für liebevolle Güte herleiten.
    Wenn wir alle Lebewesen lieben, erlangen wir den Segen der Furchtlosigkeit. Unsere Sprechweise und alle unsere körperlichen und geistigen Handlungen werden klar, und wir werden frei.
    Das größte Glück liegt im Leben ohne Egoismus. Es ist eine der Früchte liebevoller Güte. Eine andere Frucht ist die Zufriedenheit mit dem Leben, wie es ist. Das Leben erscheint oft als eine Last, aber wenn wir zu kämpfen aufhören, wird es leichter. Augenblick für Augenblick, Schritt für Schritt können wir das Leben als etwas Leichtes und Angenehmes erfahren. Es gibt keinen Grund zur Eile!
    Wenn wir liebevolle Güte praktizieren, sind wir wie ein Fisch im klaren Wasser: Die Lasten der Welt können uns niemals überschwemmen. Wir treiben den Strom der Zeit hinunter, leicht, von Augenblick zu Augenblick. In unseren Augen, Ohren, unserer Nase, Zunge und in unserem Körper und Geist herrscht vollkommener Frieden, denn wir beherrschen all unsere Sinne. Wir besitzen ein klares Verständnis über den Zweck des Lebens und darüber, wie man glücklich leben kann. Wir haben auch ein klares Verständnis darüber, was das Objekt unserer Konzentration ist und was Ich, Mein und Mich sind. Der Buddha hat gesagt: „Es gibt kein Ich, Mein oder Mich“, und das wird deutlich, wenn wir liebevolle Güte in die Praxis umsetzen.
    Typischerweise sind wir in egoistischer Weise um unsere Familie besorgt, um unser Geld, unseren Namen und unseren Ruhm, ebenso um das Dharma. Wenn wir jedoch liebevolle Güte praktizieren, werden wir freigiebig. Wir geben Nahrung, Geld, Schutz und das Dharma freizügig an alle anderen Menschen weiter.
    Liebevolle Güte bedeutet auch Freundlichkeit. Mit Hilfe liebevoller Güte wird alle Feindschaft verwandelt. Unsere Feinde werden uns nicht länger hassen, vielleicht werden sie uns sogar unsere liebevolle Güte zurückgeben als Freunde.
    Ja, meine Freunde, das ist liebevolle Güte.

    (abgeschrieben aus dem Buch: "Wenn der Buddha lächelt." Step by Step, Preah Maha Ghosananda)

    Alles anzeigen
  • monikamarie
    Gast
    • 29. Mai 2011 um 08:27
    • #16
    Alex Gruber:


    ...
    Es ist nicht nur die Achtsamkeit, obwohl sie maßgeblich dazu beiträgt, sondern auch das man über sein Ego hineinausschauen kann. Durch zunehmender Meditation wird dies möglich. Doch das hast du Recht, die Konfrontation um dieses Mitgefühl zu "erzeugen" beginnt bei sich selbst und jene die diese Konfrontation nicht bereit sind zu einzugehen, werden dieses Mitgefühl auch nie wirklich kennen.

    Guten Morgen Alex,
    ich behaupte, "nur" Achtsamkeit reicht, wenn sie in ihrer Tiefe wirklich be-griffen wird. So ist jedenfalls für mich. Erst durch diese Aufmerksamkeit, durch ständiges Beobachten ist mir die Reich-Weite meines Egos wirklich bewusst geworden (natürlich muss ich zuvor überhaupt intellektuell verstanden haben, was Ego wirklich meint). Durch innere Stille und Zuhören und indem ich das vermeintliche Stück des Anstoßes hin- und herwende wie einen Edelstein, um sein ganzes Spektrum zu erfassen. Dazu habe ich mein ganzes Leben bis jetzt gebraucht.
    _()_ Monika

  • Lauscher
    Gast
    • 29. Mai 2011 um 08:50
    • #17
    Hanzze:
    Zitat

    Großes Mitgefühl - maha karuna

    Wenn ich gut zu jemandem bin, dann wird er oder sie die Güte erlernen und daraufhin auch gut zu anderen sein.

    Hallo Hanzze,

    Wäre diese Formel nur so einfach . . .

    Wie viele Beispiele gibt es im Alltag, dass Menschen das Mitgefühl von anderen, ihre Bereitschaft zu helfen, missbrauchen . . .
    Leider ist die Amtwort: >Unendlich viele.<

    Bitte nicht falsch verstehen, ich stehe zu Mitgefühl, Mitgefühl bei sich zu erwecken, ist eine wunderbare Sache.

    Zu erwarten dass die Welt, die Menschen die bei sich selber KEIN Mitgefühl erwecken, die nicht achtsam leben, auf das eigene Mitgefühl positiv reagieren, dass sie >mitmachen<, ist überhaupt nicht garantiert. Im Gegenteil. Es gibt mehr als genug Beispiele die das Gegenteil zeigen.

    Die Beispiele werde ich uns ersparen, die Nachrichten sind voll davon.

    _()_

  • Dorje Sema
    Gast
    • 29. Mai 2011 um 11:24
    • #18

    Lerne diesen Gedanken los zu lassen.

    Zitat

    missbrauchen

    »Niemand kann wahrhaft liebende Güte,
    aufopfernde Geduld, missbrauchen usw.
    Es kann nur sein wenn es Dir am Verständnis zur Weisheit die um die Leerheit weiß,
    vorläufig er-mangelt;
    aber auch das stellt sich ein;
    und Du wirst erkennen wie wichtig es ist wirklich mitleiden zu können.
    «

    - Weniger Nachrichten -> mehr [Yidam] Praxis -

    añjalī अञ्जलि
    Dorje Sema

  • Hanzze
    Gast
    • 29. Mai 2011 um 11:28
    • #19
    Lauscher:
    Hanzze:

    Hallo Hanzze,

    Wäre diese Formel nur so einfach . . .


    Lieber lauscher,

    Missbrauchen kann man nur eine Erwartung, wenn da keine Erwartung mehr ist, ist Mitgefühl frei von thana (Begierde und Leid). Sich in Mitgefühl zu üben ist ein guter Lehrer.

  • nyalaana
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    • 29. Mai 2011 um 16:46
    • #20

    Warum nimmt Mitgefühl mit zunehmender Praxis überhaupt zu?

    Sie kann zunemen, sie muss aber nicht zunehmen. Ich glaube nicht, dass es ein Automatismus ist.

  • monikamarie
    Gast
    • 29. Mai 2011 um 16:49
    • #21
    nyalaana:


    ...
    Ich glaube nicht, dass es ein Automatismus ist.

    Ich allerdings inzwischen auch nicht mehr.

  • Geronimo
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    • 29. Mai 2011 um 18:04
    • #22

    Ich glaube bei "rechter" Praxis, so wie sie Buddha gelehrt hat, ist es unvermeidlich.

    Wird nur irgendwas praktiziert und dies als Buddhismus angenommen, dann wird es natürlich schwerer.

    Wichtig ist nicht, besser zu sein als alle anderen.
    Wichtig ist, besser zu sein als du gestern warst. (Dogen)

  • Lauscher
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    • 29. Mai 2011 um 18:44
    • #23
    Hanzze:

    Missbrauchen kann man nur eine Erwartung, wenn da keine Erwartung mehr ist, ist Mitgefühl frei von thana (Begierde und Leid). Sich in Mitgefühl zu üben ist ein guter Lehrer.

    Zeig mir den, der ohne Erwartung handelt . . .
    Theoretisch magst du ja Recht haben, in der Praxis, also im Alltag, erscheint es mir anders zu laufen.

    Der Satz oben: >>Wenn ich gut zu jemandem bin, dann wird er oder sie die Güte erlernen und daraufhin auch gut zu anderen sein. <<

    Ist für mich nur begrenzt umsetzbar.
    Hat ein Kind, der vom Erwachsenen missbraucht worden ist, irgendwelche >Erwatrungen<?
    Nein.
    Das Kind ist in der Position der >Unmacht< und wird eben missbraucht.

    Und wenn du vom >Lehrer< sprichst: Wer geht zu einem Lehrer, ohne Erwartungen? Wieso denn gehen, wenn man keine Hoffnung auf Wachstum/Selbstentwicklung hat?

    Will sagen: Mitgefühl bitte mit gesundem Menschenverstand verbinden. Dann wird es auch klappen ;)

    _()_

  • nyalaana
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    • 29. Mai 2011 um 18:46
    • #24

    "Rechte Praxis", das ist ja das schwierige. Ich glaube wir alle nehmen an, wir würden die Rechte Praxis durchführen.

    Und wie will man Mitgefühl messen? Also wenn ich feststelle dass sie zugenommen hat, dann muss ich ja einen quantitativen Unterschied zu vorher wahrnehmen können. Was ist Mitgefühl eigentlich genau? Ich habe den Verdacht dass viele da unterschiedliche Dinge darunter verstehen.

  • Kusala
    Gast
    • 29. Mai 2011 um 19:02
    • #25

    Wenn man achtsam auf sich selber ist, immer wieder nicht nur hinschaut sondern durchschaut, erkennt wie wann was aufsteigt (Gefühle) usw. wird man die Anderen auch verstehen und so entsteht Mitgefühl, Mitfreude, Metta und Gleichmut.

    Denn man weiß ja z.B. warum der andere gerade wütend ist, vielleicht zornige Worte spricht usw.

    Ist jemand der zornig ist glücklich? Nein, natürlich nicht und somit kann man dann aus eigener Erkenntnis, weil man selber weiß wie sich das anfühlt Mit-gefühl entwickeln anstatt mit zu schäumen.

    Ebenso geht es mit allen Gefühlen. Ob es jetzt Schmerzen, Eifersucht, Neid, Trauer usw. ist.

    Das geht aber auch wieder nur durch achtsames Training und Konditionieren, sonst fällt man sehr schnell wieder in alte Fahrwasser zurück.
    Achtsam sein auf sich und andere.

    Liebe Grüße
    Kusala

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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