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Fragen zum Thema Nirvana und "Ich"

  • Feuerbach
  • 21. Dezember 2009 um 13:54
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  • accinca
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    • 8. Januar 2010 um 14:03
    • #76
    Chandan:

    Ich denke der Buddhist strebt weder nach einem Leben nach dem Tod, noch nach völliger Auflösung. Er hat weder Angst vor dem Tod, noch sehnt er den Tod herbei er empfängt ihn wie ein Diener seinen Lohn.


    Kommt darauf an was du mit "der Buddhist" meinst.
    Ein Diener der einen Belohnung empfängt kommt mir etwas sehr christlich vor.

  • Dorje Sema
    Gast
    • 8. Januar 2010 um 14:06
    • #77

    Grüßt Euch ganz recht herzlich,

    Zitat

    Untersuchungsmethoden
    Instinktiv identifizieren wir uns mit unserem Körper und unserem Geist. Obwohl unsere ganze Vorstellung von diesem "Selbst" und von "mein" äußerst vage und verwirrt ist, haften wir emotional sehr stark an diesen an. Sind wir krank, so sagen wir beispielsweise: »Ich bin krank«, und dennoch äußern wir im nächsten Atemzug: »Mir tut nämlich der Kopf weh«. Aber was meinen wir damit? Wollen wir damit sagen, dass das "Ich" eine Sache ist und der Kopf eine andere? Oder sind wir der Meinung, dass der Kopf das "Ich" ist? Mit diesen sehr gängigen, gewöhnlichen Vorstellungen vom "Ich", und zwar vom "Ich", dem Handelnden, oder vom "Ich", dem Erlebenden, sollte man seine Untersuchung beginnen.
    Stellen Sie sich beispielsweise vor, dass Ihnen Gliedmaßen oder Organe entfernt oder transplantiert würden. Wenn man das Herz eines anderen verpflanzt bekäme, würde dieser Eingriff das "Ich" wirklich beeinflussen? Natürlich denken wir, dass das "Ich" (der Erlebende oder der Handelnde) nun ein neues Herz erhalten hat dabei stellt man sich aber nicht vor, dass in das "Ich" als solches ein neues Herz transplantiert wurde. Wie weit lässt sich dieser Gedankenprozess fortführen? Bei der Betrachtung der Körperteile und Organe wird ziemlich klar, dass das "Ich" eine separate Entität ist.
    Doch wie steht es mit dem Gehirn? Angenommen, das Gehirn eines anderen Menschen würde einem in den Schädel verpflanzt werden. Würde dies das "Ich" beeinträchtigen? Man müsste sich fragen, ob "Ich" (der Erlebende oder der Handelnde) tatsächlich das Gehirn eines anderen gebrauchen und doch noch dieselbe Person bleiben könnte. Man müsste sich fragen, ob sich einige der Handlungen, die vom jetzigen "Ich" bestimmt werden, von den Handlungen des "Ichs" der Person, der das Gehirn entnommen wurde, unterscheiden ließen. Selbstverständlich kann man das Ergebnis einer derartigen Transplantation nicht wissen, falls sie überhaupt jemals vollzogen werden kann; doch unwillkürlich spüren wir, wie wichtig es ist, zu wissen, ob das "Ich" hierdurch beeinflusst werden könnte oder nicht.
    Obwohl dies so wichtig erscheint, befinden wir uns immer noch im Unklaren darüber, was dieses "Ich" sein könnte. Man mag sich fragen, ob es vielleicht nur ein kleiner, lebenswichtiger Teil des Gehirns ist. Wenn man jedoch hierüber nachdenkt, kommt man zu dem Ergebnis, dass man emotional nicht an der Idee eines winzigen Mechanismus in den eigenen grauen Gehirnzellen haftet. Wenn diese Zellgruppe für all unser emotionales Anhaften verantwortlich wäre, dann wäre es doch leicht, sie zu entfernen und mit ihr alles Leiden. Weder brauchte das Dasein einen bestimmten Sinn, noch hätte das menschliche Leben einen besonderen Wert. Es gäbe keine Notwendigkeit, sich mit einem Dasein voll Leiden und Frustration herumzuplagen. Eine derartige Anschauung erscheint uns jedoch als gänzlich nihilistisch und erniedrigend. Das "Ich" fühlt, dass es eine größere Bedeutung hat.
    Das "Ich", an dem wir gefühlsmäßig haften, scheint einen Schritt zurückzutreten und das Leben zu betrachten, indem es Erfahrungen einschätzt und wünscht. Leiden zu vermeiden. Wir erleben oder behandeln das "Ich" nicht auf die gleiche Art, wie wir mit einem Körperteil umgehen, zum Beispiel mit dem Gehirn. Unserem allgemeinen Wissen nach, das wir von anderen übernommen haben, befindet sich das Gehirn im Kopf. Physisch kann es lokalisiert, berührt und gemessen werden.
    Es hat eine gewisse Beziehung mit dem Geist, denn sobald unser geistiger Zustand wechselt, kann oft eine Veränderung im Gehirn entdeckt werden. Jedoch was auch immer Wissenschaftler über das Gehirn herausfinden, über die Beziehung zwischen Geist und Gehirn können sie nur Teilaussagen machen. Sie können es sich anschauen, in es eindringen und messen, um Fakten über die Aktivität des Gehirns herauszufinden, doch wie wollen sie wissen, was der Geist erlebt, wenn er auf diese oder jene Art und Weise beschäftigt wird? Beispielsweise können sie in der Lage sein, etwas über die Stärke der Aktivität aus zusagen, die in der einen oder anderen Region des Gehirns vor sich geht, wenn sich die Person die Farbe Rot vorstellt. Aber wie können sie wissen, dass die Person wirklich "Rot" erlebt? Die Person selbst kennt zweifellos die Natur ihrer Erfahrung. Sie mag sie rot nennen oder auch nicht. Sie mag sie vielleicht überhaupt nicht bezeichnen. Sie wird niemals wissen, ob jemand anders jemals irgend etwas in der Weise erlebt wie sie selbst, sogar dann, wenn jeder darin übereinstimmt, das Erlebnis, das er hat, mit demselben Wort zu bezeichnen. Wer anders als der Erlebende selbst kann wissen, wie er irgend etwas erlebt? Ein Wissenschaftler kann behaupten, das Gehirn funktioniert so, als ob es die Farbe Rot erleben würde, weil das Gehirn so reagiert, wie es immer reagiert, wenn Menschen Rot erleben. Wer wird wissen, ob sie in irgendeinem speziellen Fall recht haben oder nicht? Nur der Erlebende selbst kann dessen gewiss sein. Der Wissenschaftler beruft sich auf gut belegte Vermutungen. Gewisse Theorien werden als erwiesen angesehen, weil sie Ereignisse sehr gut zu erklären scheinen.
    Der hauptsächliche gedankliche Vorstoß des Buddhismus hat jedoch mit Theorien nichts zu tun. Er baut auf Erfahrung. Er befasst sich insbesondere mit der Erfahrung vom Leiden. Der Buddhismus hat entdeckt, dass die Erfahrung vom Leiden stets mit einem starken emotionalen Haften an ein vages Gefühl von einem "Selbst" verbunden ist. Der Buddhismus wendet somit seine Aufmerksamkeit dieser starken emotionalen Reaktion zu, die mit der Empfindung einer Entität verbunden ist, und fragt danach, wie dieses "Selbst" tatsächlich erfahren wird. Wo wird das "Ich" erfahren?
    »Im Gehirn« mag vielleicht die Antwort sein. Jedoch benötigt man keine Kenntnis über das Gehirn, um Leiden zu erfahren. Auch ein Kind oder ein Hund leiden. Sie haben keine Theorien über das "Selbst", doch ihr Verhalten deutet daraufhin, dass sie ein Gefühl von "Selbst" haben. Wenn sie es nicht hätten, warum würden ein Kind oder Hund, welche in dem einen Augenblick existieren, sich um Kind oder Hund sorgen, welche im nächsten Augenblick existieren? Sicherlich deshalb, weil das Kind oder der Hund des nächsten Augenblickes in ihrer Vorstellung unbewusst immer noch im gewissen Sinne "sie selbst" sind und verschieden von irgend jemand anderem. Sobald sie sich einer Gefahr für ihr Leben oder Wohlergehen ausgesetzt sehen, weichen sie davor zurück. Unbewusst denken sie, dass "sie" dieser Bedrohung entgehen und ihre Existenz irgendwo an einem angenehmeren Platz fortsetzen könnten; dies zeigt, dass sie das Gefühl besitzen, eine unabhängige Existenz zu haben.
    Man könnte argumentieren, dass das Zurückweichen vor unangenehmen Reizen von lebenden Organismen niederer Formen einfach eine mechanische Reaktion sei, genauso wie sich Bäume im Wind wiegen. Das mag für primitive Lebensformen zutreffen, doch hat es keine Beziehung zu dem Problem des Leidens überhaupt. Wenn wir lediglich komplexe mechanische Einrichtungen wären, dann könnte man argumentieren, dass Leid - objektiv gesehen - keine Rolle spielen würde. Das wäre eine außerordentlich verarmte Einstellung zum Leben und eine nicht sehr überzeugende.
    Man könnte glauben, dass wir mit unserer Aussage, Leiden werde im Gehirn erfahren, eigentlich meinen, dass es im Geist erlebt wird. Da man (in der modernen westlichen Gesellschaft) automatisch annimmt, dass sich der Geist im Gehirn lokalisieren lässt, und da die eigene Vorstellung vom Geist sowieso sehr vage ist, scheint kein großer Unterschied darin zu liegen, ob wir vom Geist oder vom Gehirn sprechen. Sie können jedoch nicht synonym sein, selbst wenn letztendlich entdeckt würde, dass sie vom gleichen Stoff oder von gleicher Natur sind. Um die Frage, was wir eigentlich unter Geist verstehen, kommen wir nicht herum. In unserem gewöhnlichen, alltäglichen Sprachgebrauch gehen wir damit äußerst vage und ungenau um. Es hat manchmal den Anschein, als ob wir uns mit unserem Geist identifizieren, beispielsweise mit der Aussage, glücklich oder traurig zu sein. Obwohl wir meinen, der Geist ist glücklich oder traurig, machen wir wirklich keinen Unterschied zwischen unserem "Selbst" und unserem Geist. Nichtsdestoweniger hören wir uns Dinge sagen wie: »Ich konnte meinen Geist nicht kontrollieren«. Gelegentlich äußern wir auch: »Ich konnte mich nicht kontrollieren«, so als ob man zwei "Selbst" besäße. Hier scheint es sich um den gleichen Mangel an Klarheit zu handeln, der uns einmal veranlasst, so zu sprechen, als ob das "Selbst" der Geist wäre, und das nächste Mal, als ob das "Selbst" den Geist besäße.
    An diesem Punkt mag man versucht sein, damit zu beginnen, über die Natur des Geistes und über die des Selbst zu spekulieren. Vielleicht wird man ins Philosophieren geraten und über Aussagen wie: »Ich denke, also bin ich« nachdenken. Da jedoch »Ich bin« lediglich ein Gedanke ist, ist das Einzige, dessen wir wirklich sicher sind, die Erfahrung von Gedanken. Somit ist das einzige sichere Mittel, mit dessen Hilfe wir herausfinden können, um was es sich bei dieser Erfahrung wirklich handelt, sie so
    genau und leidenschaftslos wie möglich zu erleben. Folglich läuft die Vorgehensweise des Shravaka auf die Untersuchung von Erfahrung hinaus, und zwar, indem man sich ihrer in jedem Moment in hohem Masse bewusst ist.

    Alles anzeigen

    und dann folgt die Einführung in die fünf Aggregrate

    Quelle: Stufenweise Leerheit von Khenpo Tsültrim Rinpoche

    Mit ganz freundlichen und herzlichen Grüßen
    Dorje Sema

  • Chandan
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    • 8. Januar 2010 um 17:32
    • #78
    Zitat

    Kommt darauf an was du mit "der Buddhist" meinst.

    Jemand der der Lehre Buddhas folgt.

    Zitat

    Ein Diener der einen Belohnung empfängt kommt mir etwas sehr christlich vor.

    Ist schwer buddhistisch, entweder aus dem Dhammapada oder aus "Die vier edlen Wahrheiten", Reclam Verlag. Irgendwo habe ich es aufgeschnappt.

  • accinca
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    • 8. Januar 2010 um 23:12
    • #79
    Zitat

    Chandan hat geschrieben:Ich denke der Buddhist strebt weder nach einem Leben nach dem Tod, noch nach völliger Auflösung.

    Chandan:
    Zitat

    Kommt darauf an was du mit "der Buddhist" meinst.


    Jemand der der Lehre Buddhas folgt.


    Ist es also, dann würde ich das nicht sagen, denn nicht jeder
    der der Lehre Buddhas folgt ist auch schon ein Heiliger (Arahat).
    Solange er das noch nicht ist, strebt er auch noch nach der Auflösung
    des Leidens und der Auflösung der Leidensursache (erste zwei Wahrheiten).

  • Chandan
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    • 9. Januar 2010 um 12:00
    • #80
    Zitat

    Ist es also, dann würde ich das nicht sagen, denn nicht jeder
    der der Lehre Buddhas folgt ist auch schon ein Heiliger (Arahat).

    Ich glaube auch nicht, dass jeder der Buddhas Lehre folgt ein Heiliger ist, ich kann mich auch nicht erinnern das gesagt zu haben.

    Sogar die Götter beneiden die Heiligen, denen die eigenen Sinne gehorchen wie gut zugerittenen Pferde, die frei sind von Stolz. Duldsam wie die Erde ruhen sie gefestigt wie eine Schwelle. Sie sind rein wie ein See ohne Schlamm und befreit vom Kreislauf der Wiedergeburt. Weisheit hat ihren Geist zur Ruhe gebracht, und ihre Gedanken, Worte und Taten sind von Frieden erfüllt. Befreit von Täuschung und von persönlichen Bindungen, haben sie der Erscheinungswelt entsagt, um die Wirklichkeit zu entdecken. Auf diese Weise haben sie das Höchste erreicht. (Dhp. 94-97)

    Zitat

    Solange er das noch nicht ist, strebt er auch noch nach der Auflösung
    des Leidens und der Auflösung der Leidensursache (erste zwei Wahrheiten).

    Das Streben nach Auflösung, kann ebenso zum Haften werden und damit der Erlösung hinderlich sein. Man sollte den Weg in Absichtslosigkeit gehen; zielgerichtet aber zwanglos.

  • accinca
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    • 9. Januar 2010 um 16:48
    • #81
    Chandan:
    Zitat

    Ist es also, dann würde ich das nicht sagen, denn nicht jeder
    der der Lehre Buddhas folgt ist auch schon ein Heiliger (Arahat).


    Ich glaube auch nicht, dass jeder der Buddhas Lehre folgt ein Heiliger ist,
    ich kann mich auch nicht erinnern das gesagt zu haben.


    Indirekt hast du das schon geschrieben. Du schriebst:
    "Ich denke der Buddhist strebt weder nach einem Leben nach dem Tod, noch nach völliger Auflösung."

    Zitat
    Zitat

    Solange er das noch nicht ist, strebt er auch noch nach der Auflösung
    des Leidens und der Auflösung der Leidensursache (erste zwei Wahrheiten).


    Das Streben nach Auflösung, kann ebenso zum Haften werden und damit der Erlösung
    hinderlich sein. Man sollte den Weg in Absichtslosigkeit gehen; zielgerichtet aber zwanglos.


    Ja, für einen Heiligen wäre Haften nicht angebracht. Der brauch das auch nicht mehr.
    Alle anderen streben aber nach Auflösung.
    So gibt es eben den Hoffnungslosen, den Hoffnungsvollen, und den Hoffnungsgestillten.

  • Chandan
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    • 9. Januar 2010 um 17:10
    • #82
    Zitat

    Indirekt hast du das schon geschrieben. Du schriebst:
    "Ich denke der Buddhist strebt weder nach einem Leben nach dem Tod, noch nach völliger Auflösung."

    Ich denke wir reden aneinander vorbei. Was ich sagen will, ist das Streben nicht gleich Streben ist. Man kann nach Auflösung streben, sich förmlich danach sehnen, was wieder Anhaftung und Begierden fördern würde und der Erlösung zu wider läuft. Dem steht das rechte Streben gegenüber, welches zwar zielgerichtet aber doch zwanglos ist. Das Zauberwort ist hier Absichtslosigkeit. Insofern sollte auch derjenige, der kein Arhat ist sich nicht nach Auflösung sehnen. Ich denke Nirvana kann man ohnehin nicht erreichen im herkömmlichen Sinne, denn Nirvana ist nicht bedingt. Wir können unseren Geist nur soweit läutern, dass er in der Lage ist, dass Nirvana zu verwirklichen, keine noch so intensive Meditation, keine noch so wunderbare Einweihung wird Nirvana auslösen.

  • accinca
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    • 9. Januar 2010 um 18:57
    • #83
    Chandan:
    Zitat

    Indirekt hast du das schon geschrieben. Du schriebst:
    "Ich denke der Buddhist strebt weder nach einem Leben nach dem Tod, noch nach völliger Auflösung."


    Ich denke wir reden aneinander vorbei. Man kann nach Auflösung streben, sich förmlich danach sehnen, was wieder Anhaftung und Begierden fördern würde und der Erlösung zu wider läuft....


    Ja, das mit dem Vorbeireden denke ich auch, wenn auch noch anders als du denkst.
    Wer nach Auflösung des Anhaftens strebt, der fördert dadurch nicht das Anhaften und
    die Begierde auch nicht. Das sind nichts als falsch verstandene Zensprüche und haben
    mit der Lehre des Buddha nichts zu tun.

  • Chandan
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    • 10. Januar 2010 um 11:25
    • #84
    Zitat

    Wer nach Auflösung des Anhaftens strebt, der fördert dadurch nicht das Anhaften und
    die Begierde auch nicht. Das sind nichts als falsch verstandene Zensprüche und haben
    mit der Lehre des Buddha nichts zu tun.


    Eins vorweg; ich praktizieren kein Zen, sondern Vajrayana. Zum Zen habe ich nie einen Zugang gefunden. Deswegen sind das auch keine Zen-Sprüche, du kannst was ich geschrieben habe im Astasahasrika-Prajnaparamita-Sutra(AP) nachlesen, AP 26 §2 und AP 1§4 . Wenn du Buddhismus um des Buddhismus Willen praktizierst, wird das ganz sicherlich die Anhaftung an eben jenen fördern, eben deshalb unterscheidet Buddha doch Streben von rechtem Streben.

  • accinca
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    • 10. Januar 2010 um 12:32
    • #85
    Chandan:
    Zitat

    Wer nach Auflösung des Anhaftens strebt, der fördert dadurch nicht das Anhaften und
    die Begierde auch nicht. Das sind nichts als falsch verstandene Zensprüche und haben
    mit der Lehre des Buddha nichts zu tun.


    Eins vorweg; ich praktizieren kein Zen, sondern Vajrayana. Zum Zen habe ich nie einen Zugang gefunden. Deswegen sind das auch keine Zen-Sprüche, du kannst was ich geschrieben habe im Astasahasrika-Prajnaparamita-Sutra(AP) nachlesen, AP 26 §2 und AP 1§4 .


    Tut mir Leid, aber wer weiß schon genau wer bei wem angeschaut hat und wo die Sprüche herkommen.
    Entscheidend ist hier vor allem, das sie nicht vom Buddha kommen.

    Chandan:


    Wenn du Buddhismus um des Buddhismus Willen praktizierst, wird das ganz sicherlich die Anhaftung an eben jenen fördern, eben deshalb unterscheidet Buddha doch Streben von rechtem Streben.


    Wer "praktiziert" denn Buddhismus um des Buddhismus Willen?
    Wer übt sich auf dem rechten Pfade um des Pfades willen? "Mahayanisten"?
    Weswegen man sich übt, das wird doch ganz eindeutig und ausführlich in M 24 gesagt.

  • Chandan
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    • 10. Januar 2010 um 13:10
    • #86
    Zitat

    Tut mir Leid, aber wer weiß schon genau wer bei wem angeschaut hat und wo die Sprüche herkommen.
    Entscheidend ist hier vor allem, das sie nicht vom Buddha kommen.

    Es ist das Sutra in dem die Bodhisattva-Strucktur beschrieben wird, 10 Tugenden, 10 Stufen .... Dort wird auch gesagt, dass man den Erleuchtungsgeist (Bodhicitta) entwickeln soll, aber nicht zwanghaft streben soll.

    Zitat

    Wer "praktiziert" denn Buddhismus um des Buddhismus Willen?

    Wenn du dich zwanghaft auf Erleuchtung versteifst, dann verwechselst du den Weg mit dem Ziel, dann schleppst du das Floß mit dir rum, auch wenn du den Fluss schon längst überquert hast.

    Zitat

    Weswegen man sich übt, das wird doch ganz eindeutig und ausführlich in M 24 gesagt.

    Es geht ja hier gerade nicht um das "Warum", sondern um das "Wie".

  • accinca
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    • 10. Januar 2010 um 13:37
    • #87
    Chandan:


    Wenn du dich zwanghaft auf Erleuchtung versteifst, dann verwechselst du den Weg mit dem Ziel,


    Ich hatte das Wort "Erleuchtung" nicht einmal in den Mund genommen.

    Chandan:


    dann schleppst du das Floß mit dir rum, auch wenn du den Fluss schon längst überquert hast.


    Wer den "Fluß" (samsaro) überquert und entronnen ist, der trägt auch kein Floß mit sich herum.
    Aber das ist wohl der Punkt um den es hier geht.
    Es hört sich so an als sei der Pfad (das Floß) sowas von gefährlich, und man solle doch bitte schön
    es gar nicht erst anfassen denn dann würde man doch nur anhaften und das Ziel verfehlt haben.
    Also Finger weg vom Buddhismus der macht die Leute Abhängig und verhindert "die Erleuchtung".
    Und so was muß ich mir dann anhören von Leuten die in der Regel nur gerade mal ein Buch mit
    extremistischen Sprüchen gelesen haben und vom Nibbana weiter entfernt sind als eine weit
    entfernte Galaxy von der Erde.

    Chandan:
    Zitat

    Weswegen man sich übt, das wird doch ganz eindeutig und ausführlich in M 24 gesagt.


    Es geht ja hier gerade nicht um das "Warum", sondern um das "Wie".


    Ja, über das "wie" könnte man auch sprechen, aber tun wir nicht- weil daran könnte man ja anhangen.
    Also lieber die Finger davon lassen.

  • Chandan
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    • 10. Januar 2010 um 14:09
    • #88
    Zitat

    Es hört sich so an als sei der Pfad (das Floß) sowas von gefährlich, und man solle doch bitte schön
    es gar nicht erst anfassen denn dann würde man doch nur anhaften und das Ziel verfehlt haben.

    Es hört sich vielleicht für dich so an.

    Zitat

    Also Finger weg vom Buddhismus der macht die Leute Abhängig und verhindert "die Erleuchtung".

    Das habe ich nicht gesagt und auch nicht gemeint.

    Zitat

    Und so was muß ich mir dann anhören von Leuten die in der Regel nur gerade mal ein Buch mit
    extremistischen Sprüchen gelesen haben und vom Nibbana weiter entfernt sind als eine weit
    entfernte Galaxy von der Erde.

    Wieso musst du nun persönlich werden, versuchen mich zu beleidigen?

    Es ist doch recht offensichtlich, dass ein falsches Streben zu Leid führen kann, egal wonach. Strebe ich nach etwas, mache ich unter Umständen einen Mangel bewusst, ist mein Streben geradezu zwanghaft, dann führt das zu Leid. Eine Alternative bietet das rechte Streben; das Ziel im Blick sowie die Absichtslosigkeit.

    Ist Nirvana denn bedingt oder nicht bedingt. Doch nicht bedingt. Kann ich Nirvana also durch Meditation erreichen?

  • accinca
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    • 10. Januar 2010 um 15:43
    • #89
    Chandan:
    Zitat

    Und so was muß ich mir dann anhören von Leuten die in der Regel nur gerade mal ein Buch mit
    extremistischen Sprüchen gelesen haben und vom Nibbana weiter entfernt sind als eine weit
    entfernte Galaxy von der Erde.


    Wieso musst du nun persönlich werden, versuchen mich zu beleidigen?


    Nein, ich sprach im wesentlichen von den Erfindern solcher Sprüche und von den vielen die darauf rein fallen.

    Chandan:


    Es ist doch recht offensichtlich, dass ein falsches Streben zu Leid führen kann, egal wonach.


    Darin sind wir uns sicher völlig einig. Der Punkt in dem wir uns nicht einig sind ist ein anderer,
    nämlich der was denn " falsches Streben" sei.

    Chandan:


    Strebe ich nach etwas, mache ich unter Umständen einen Mangel bewusst,
    ist mein Streben geradezu zwanghaft, dann führt das zu Leid.


    Das ist ein Irrtum, denn das hängt davon ab nach was ich stebe.

    Chandan:


    Eine Alternative bietet das rechte Streben; das Ziel im Blick sowie die Absichtslosigkeit.


    Die Absicht der Absichtslosigkeit ist auch eine Absicht.

    Chandan:


    Ist Nirvana denn bedingt oder nicht bedingt. Doch nicht bedingt.
    Kann ich Nirvana also durch Meditation erreichen?


    Dazu empfehle ich das lesen vom M 24

  • Chandan
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    • 11. Januar 2010 um 13:32
    • #90

    Ich glaube wir belassen es dabei.

  • Feuerbach
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    • 13. Januar 2010 um 00:05
    • #91

    Ich habe in einem anderem Thread eine Antwort von Dorje Sema gelesen.
    Es wurde ein Text verlinkt, den ich sehr interessant fand, der mich aber auch aufregte.

    http://www.palikanon.com/majjhima/m063n.htm

    Warum wird dem Schüler nicht einfach erklärt, dass er falsch liegt und es kein atta gibt und es deshalb nicht ewig oder vergänglich ist und wie zur Hölle kann der Schüler am Ende froh sein?

    Wie kommt Buddha überaupt darauf zu sagen, dass es kein atta gibt? Woher weiß er das?
    Ich glaube auch nicht an eine Seele, doch an den psychologisch definierten Begriff der Persönlichkeit, was tief in unserem Gehirn verankert ist.
    Das ist Fakt und kann nicht wegdiskutiert werden.
    Meiner Auffassung nach existiert atta und dieses ist vergänglich.
    Meiner Definition nach ist "atta" die Zusammenfassung der 5 Skandhas, speziell die kognitiven.

    Aber warum, warum widerspricht mir Buddha?

    Ich bin sehr interessiert, doch regt mich das ständige festlegen von in meinen Augen willkürlich gewählten Axiomen auf.
    Es ergibt keinen Sinn.

    Der Buddhismus verlangt viel.
    Einerseits, dass man nicht blind folgt, andererseits, dass man nicht zu viel hinterfragt.

    Ich behalte deinen Führerschein. Ich werd´ dich kontrollieren. Ich weiß wo du wohnst.
    Wenn du nicht in 6 Wochen in Begriff bist Tierarzt zu werden, dann wirst du sterben.

  • Akuma
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    10. September 2008
    • 13. Januar 2010 um 00:45
    • #92
    Zitat


    Aber warum, warum widerspricht mir Buddha?
    ...
    Es ergibt keinen Sinn.

    Weil der Buddha auf Basis von Definitionen argumentiert, die Du nicht teilst hast Du auch keine Möglichkeit ihn zu verstehen.

    Real nach buddhistischer Definition, basierend auf der vedischen, ist das, welches aus sich heraus ist, was unvergänglich ist, im Gegensatz zu Maya, der veränderlichen Welt der Erscheinungen und Illusionen.
    Atta bezieht sich auf den [realen] Kern oder das [reale] Wesen oder speziell auf den Atman, das gleiche gilt im Gegenzug für Anatta / An-Atman.

    Zitat


    Meiner Auffassung nach existiert atta und dieses ist vergänglich.

    Hier prallen dann die Definitionen aufeinander.

    Zitat


    Meiner Definition nach ist "atta" die Zusammenfassung der 5 Skandhas, speziell die kognitiven.

    Die 5 Khandas sind ebenfalls anatta. Die Bezeichnung für die 5 Khandas ist Person / Pudgala.

  • thecap
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    • 13. Januar 2010 um 04:39
    • #93
    Feuerbach:

    Wie kommt Buddha überaupt darauf zu sagen, dass es kein atta gibt? Woher weiß er das?


    Zeige mit deinem Finger auf Atta.

  • mirco
    Gast
    • 13. Januar 2010 um 06:42
    • #94
    Feuerbach:

    Wie kommt Buddha überaupt darauf zu sagen, dass es kein atta gibt? Woher weiß er das?
    Ich glaube auch nicht an eine Seele, doch an den psychologisch definierten Begriff der Persönlichkeit, was tief in unserem Gehirn verankert ist.

    Schenkt man den Überlieferungen Glauben, so wußte der Buddha das es kein beständiges atta gibt, weil er's mit 'eigenen Augen gesehen' hat, mit dem von ihm sog. Auge der Weisheit (pallacakkhu).

    Buddhistische Geistesschulung läßt sich ansatzweise mit einer Zeitlupenkamera vergleichen.
    Was für atta gehalten wird, ist 'lediglich' die Aneinanderreihung sehr vieler einzelner Vorgänge.
    Schult man den Geist (m. d. Methode des B.), lernt man die einzelnen Prozesse zu erkennen und die Persönlichkeit zu 'enttarnen', denn sie ist ja nicht, was der unerwachte Geist glaubt, das sie ist.

    Ist man sehr geschult (z.B. Arahat), so dauert es nicht mehr lange und man kann alle Vorgänge des Geistes erkennen und versteht, das atta kein Beständigkeit hat sondern das es nur Bedinges Entstehen gibt.

    So habe ich's bis dato verstanden.
    LG

    Hier noch eine andere gut verständliche Formulierung:
    "Es geht [...] in erster Linie darum, [...] eine tiefgehende Analyse des eigenen Denkens, Empfindens und Wahrnehmens, das heißt des Bereiches, in dem die Antriebe zum Handeln überhaupt entstehen. Die Regungen des eigenen Geistes wie gewöhnliche Objekte zu betrachten, ist allerdings für die meisten Menschen eine ganz ungewohnte Aufgabe. Der Durchschnittsverstand sieht überhaupt keinen Unterschied zwischen Wahrnehmung, Bewußtwerden und Denken. Auch hier gilt es zunächst, Abstand zu gewinnen und vorurteilslos zu beobachten. Dies ist leichter gesagt als getan. Wir müssen hierzu nämlich ein hohes Maß an Aufmerksamkeit aufbringen, denn der ungeübte Geist ist äußerst ablenkbar."
    aus: "Das Licht der Lehre" von Sri Gnanawimala Mahathera

  • accinca
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    • 13. Januar 2010 um 09:41
    • #95
    mirco:
    Feuerbach:

    Wie kommt Buddha überaupt darauf zu sagen, dass es kein atta gibt? Woher weiß er das?
    Ich glaube auch nicht an eine Seele, doch an den psychologisch definierten Begriff der Persönlichkeit, was tief in unserem Gehirn verankert ist.


    Schenkt man den Überlieferungen Glauben, so wußte der Buddha das es kein beständiges atta gibt, weil er's mit 'eigenen Augen gesehen' hat, mit dem von ihm sog. Auge der Weisheit (pallacakkhu).
    Buddhistische Geistesschulung läßt sich ansatzweise mit einer Zeitlupenkamera vergleichen.
    Was für atta gehalten wird, ist 'lediglich' die Aneinanderreihung sehr vieler einzelner Vorgänge.
    Schult man den Geist (m. d. Methode des B.), lernt man die einzelnen Prozesse zu erkennen und die Persönlichkeit zu 'enttarnen', denn sie ist ja nicht, was der unerwachte Geist glaubt, das sie ist.
    Ist man sehr geschult (z.B. Arahat), so dauert es nicht mehr lange und man kann alle Vorgänge des Geistes erkennen und versteht, das atta kein Beständigkeit hat sondern das es nur Bedinges Entstehen gibt.
    So habe ich's bis dato verstanden.

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    In erster linie ist es ein Problem des Anhangens an Persönlichkeit. Dadurch will es
    nicht erkannt werden noch akzeptiert werden oder in Frage gestellt werden.

  • mirco
    Gast
    • 13. Januar 2010 um 09:58
    • #96
    accinca:

    In erster linie ist es ein Problem des Anhangens an Persönlichkeit. Dadurch will es
    nicht erkannt werden noch akzeptiert werden oder in Frage gestellt werden.

    Nicht ganz.

    In erster Linie ist das Problem, das man nicht versteht, WIE upadana funktioniert. Ich meine nicht intellektuell.
    Besser, wir verstehen tanha: dort ist die Schwachstelle in der BE.

  • accinca
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    • 13. Januar 2010 um 11:10
    • #97
    mirco:
    accinca:

    In erster linie ist es ein Problem des Anhangens an Persönlichkeit. Dadurch will es
    nicht erkannt werden noch akzeptiert werden oder in Frage gestellt werden.

    Nicht ganz.

    In erster Linie ist das Problem, das man nicht versteht, WIE upadana funktioniert. Ich meine nicht intellektuell.
    Besser, wir verstehen tanha: dort ist die Schwachstelle in der BE.

    Nicht versteht und auch nicht verstehen will - sag ich doch.

  • monikamarie
    Gast
    • 13. Januar 2010 um 11:43
    • #98

    Hi,
    accinca möchte ich zustimmen, denn bevor ich nicht will, kann ich auch gar nicht erst versuchen zu verstehn. Verstehn hat mit Öffnen zu tun, frei werden für eine neue bzw. andere Sichtweise. Solange ich noch festhänge an meinen Vorstellungen, Wünschen und Identifizierungen, bin ich in meiner Sichtweise auch eingeschränkt. Erst wenn ich bereit bin, die Einsicht einsinken bzw. zuzulassen, dass ich mich vielleicht irre, festgebissen habe oder auch immer wieder irre, kann sich der Radius erweitern. Davor haben wir meistens Angst, bedeutet es doch in der Vorstellung, dass ich mich auflöse, kein Wer-auch-immer mehr bin, keine Meinung habe, keinen Biss und dann ein Weichei sein könnte, ein Mensch ohne Kontur. Dazu gehört Mut, Vertrauen und gesunde Selbstsicherheit, das Wissen, dass ja gerade diese Erfahrung mir ermöglicht zu sehen, dass das "Ich", so wie ich es als "Normalbürger" wahrnehme, gar nicht existent ist.

    Liebe Grüße
    Monika

  • Feuerbach
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    • 14. Januar 2010 um 00:05
    • #99
    Akuma:

    Weil der Buddha auf Basis von Definitionen argumentiert, die Du nicht teilst hast Du auch keine Möglichkeit ihn zu verstehen.

    Ich habe nur die Möglichkeit ihn zu verstehen, wenn ich verstehe warum er seine Axiome so und so anordnet.

    Zitat

    Real nach buddhistischer Definition, basierend auf der vedischen, ist das, welches aus sich heraus ist, was unvergänglich ist, im Gegensatz zu Maya, der veränderlichen Welt der Erscheinungen und Illusionen.
    Atta bezieht sich auf den [realen] Kern oder das [reale] Wesen oder speziell auf den Atman, das gleiche gilt im Gegenzug für Anatta / An-Atman.

    Ok

    Zitat

    Hier prallen dann die Definitionen aufeinander.

    Verständlich, ja.
    Aber warum definiert Buddha "Ich" als atta?

    Zitat

    Die 5 Khandas sind ebenfalls anatta. Die Bezeichnung für die 5 Khandas ist Person / Pudgala.

    Warum ist Pudgala nicht "Ich"?
    Warum kann man nicht einfach festhalten, dass "Ich", vergänglich, veränderlich usw. bin aber trotzdem Ich bin.
    __________________________________________________________________________________________________

    @all darunter

    Ich will den Buddhismus wirklich verstehen und kann nicht nachvollziehen, wie mir vorgeworfen werden kann, man müsse sich erst einmal "öffnen" und bereit sein vielleicht zugeben zu müssen, falsch zu liegen, wenn ich in diesem Thread bereits beschrieben habe, dass Buddhismus mich anfangs glücklich gemacht hat und erfüllte und nur das Unverständnis von Nirvana (wurde beseitigt) und Ich Illusion die Erfüllung verschwinden ließ.
    Ich sollte doch eher alles dafür tun es zu verstehen und einzusehen, um wieder das Glück durch Buddhismus zu erfahren.

    Ich behalte deinen Führerschein. Ich werd´ dich kontrollieren. Ich weiß wo du wohnst.
    Wenn du nicht in 6 Wochen in Begriff bist Tierarzt zu werden, dann wirst du sterben.

  • accinca
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    • 14. Januar 2010 um 00:35
    • #100
    Feuerbach:


    Warum ist Pudgala nicht "Ich"?
    Warum kann man nicht einfach festhalten, dass "Ich", vergänglich, veränderlich usw. bin aber trotzdem Ich bin.


    Das siehst du völlig richtig, denn das tut der Mensch ja auch: "einfach festhalten dass "Ich", vergänglich,
    veränderlich usw. bin aber trotzdem Ich bin."
    Und bleibt er bei seiner Festlegung (und mehr ist es eben nicht als eine "Festlegung" ein Anhangen) dann
    unterliegt er eben auch den Folgen seiner Festlegung. - ist doch ganz einfach. Ich weiß gar nicht was
    du daran nicht verstehen kannst? Ein solches "Festlegen" auf ein atta streitet der Buddha ja gar nicht ab.
    Der Grund für diese Festlegung ist ja Anhangen bzw. Begehren und Nichtwissen. Denn genau das hat er
    ja vergessen und gar nicht mehr auf der Rechnung, nämlich, daß es nur eine Festlegung ist und es eigentlich
    gar kein "atta" bzw. "Ich" gibt. Daher lehrte der Buddha die Überwindung des Anhangens, so daß diese Festlegung
    darauf nicht mehr nötig ist: Das ist die Befreiung vom Festlegungszwang.

    Übrigens in einer meiner Lehrdarlegung beschreibt der Buddha genau diesen Punkt sich zu befreieen
    von falschen Festlegungen. Hier ein Auszug:

    "Er schließt sich der Körperlichkeit an, hängt sich an sie, hat sich bei ihr darauf festgelegt: 'Sie ist mein Selbst.'
    Er schließt sich an das Gefühl an, schließt sich an die Wahrnehmung, an die Gestaltungen, an das Bewußtsein an,
    er hängt sich daran, hat sich bei ihnen darauf festgelegt: 'Sie sind mein Selbst.'
    Dem werden diese fünf Gruppen des Anhangens, hat er sich an sie angeschlossen, sich an sie gehängt, lange
    Zeit Unheil und Leiden bringen.

    Es ist da aber, Bruder, ein erfahrener, edler Jünger... Nicht betrachtet er die Körperlichkeit als das Selbst oder
    das Selbst als Körperlichkeit besitzend oder die Körperlichkeit als im Selbst oder das Selbst als in der Körperichkeit.

    Nicht betrachtet er das Gefühl - die Wahrnehmung - die Gestaltungen - das Bewußtsein als das Selbst oder das
    Selbst als Bewußtsein besitzend oder das Bewußtsein als im Selbst oder das Selbst als im Bewußtsein.

    Er erkennt der Wirklichkeit gemäß die vergängliche Körperlichkeit: 'Vergänglich ist die Körperlichkeit.'
    Er erkennt der Wirklichkeit gemäß das vergängliche Gefühl - die vergängliche Wahrnehmung - die vergänglichen
    Gestaltungen - das vergängliche Bewußtsein: 'Vergänglich sind sie.'

    Er erkennt der Wirklichkeit gemäß die leidvolle Körperlichkeit; 'Leidvoll ist die Körperlichkeit.'
    Er erkennt der Wirklichkeit gemäß das leidvolle Gefühl - die leidvolle Wahrnehmung - die leidvollen
    Gestaltungen - das leidvolle Bewußtsein: 'Leidvoll sind sie.'

    Er erkennt der Wirklichkeit gemäß die ichlose Körperlichkeit: 'Ichlos ist die Körperlichkeit.'
    Er erkennt der Wirklichkeit gemäß das ichlose Gefühl - die ichlose Wahrnehmung - die ichlosen
    Gestaltungen - das ichlose Bewußtsein: 'Ichlos sind sie.'

    Er erkennt der Wirklichkeit gemäß die zusammengesetzte Körperlichkeit: 'Zusammengesetzt ist
    die Körperlichkelt.'
    Er erkennt der Wirklichkeit gemäß das zusammengesetzte Gefühl - die zusammengesetzte Wahrnehmung -
    die zusammengesetzten Gestaltungen - das zusammengesetzte Bewußtsein: 'Zusammengesetzt sind sie.'

    Er erkennt der Wirklichkeit gemäß die mörderische Körperlichkeit: 'Mörderisch ist die Körperlichkeit.'
    Er erkennt der Wirklichkeit gemäß das mörderische Gefühl - die mörderische Wahrnehmung - die
    mörderischen Gestaltungen - das mörderische Bewußtsein: 'Mörderisch sind sie.'

    Nicht schließt er sich der Körperlichkeit an, hängt sich nicht an sie, hat sich bei ihr nicht darauf festgelegt:
    'Sie ist mein Selbst.'
    Nicht schließt er sich dem Gefühl an, nicht der Wahrnehmung, nicht den Gestaltungen und nicht dem Bewußtsein,
    er hängt sich nicht daran, hat sich bei ihnen nicht darauf festgelegt: 'Sie sind mein Selbst.'

    So wird es durch das Nicht-Anhaften, das Nicht-Anschließen an die fünf Aggregate des Anhangens lange
    Zeit zu Heil und Glück kommen." S.22.85. Yamakasutta

    Einmal editiert, zuletzt von accinca (14. Januar 2010 um 10:01)

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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