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Der buddhistische Hooligan

  • Hue32
  • 14. September 2026 um 13:17
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    • 14. September 2026 um 13:17
    • #1

    Heute verstehe ich mich als buddhistischen Hooligan.

    Natürlich nicht im Sinne von Schlägereien, zerbrochenen Kneipentischen oder fliegenden Bierflaschen. Ich habe schließlich die fünf Silas nicht gegen einen Baseballschläger eingetauscht. 😄

    Nein, ich bin Hooligan im übertragenen Sinne.

    Ich komme nicht mehr mit dem Bedürfnis daher, jedem zu gefallen. Ich will auch nicht mehr bei jeder buddhistischen Diskussion brav nicken, nur weil jemand besonders gelehrt klingt oder dreimal „Leerheit“ gesagt hat.

    Mein innerer Hooligan trägt keine Kutte.

    Er trägt Mala.

    Und wenn jemand im Buddhismus anfängt, anderen Menschen von oben herab zu erklären, was sie gefälligst zu glauben, zu fühlen oder zu verstehen haben, dann steht er plötzlich da:

    „Moment mal. Was soll das denn jetzt?“

    Denn irgendwann habe ich verstanden: Buddhismus bedeutet für mich nicht, dass man seinen gesunden Menschenverstand am Eingang des Dharma-Zentrums abgibt.

    Im Gegenteil.

    Gerade wenn es um Mitgefühl, Weisheit und menschliches Leid geht, möchte ich genauer hinschauen.

    Wenn jemand einen anderen Menschen belehrt, ohne dessen Situation wirklich zu verstehen, dann darf man das auch einmal ansprechen.

    Wenn jemand mit großen buddhistischen Begriffen um sich wirft, aber dabei völlig vergisst, dass am anderen Ende des Gesprächs ein Mensch sitzt, dann darf mein innerer Dharma-Hooligan ruhig aufstehen.

    Nicht aggressiv.

    Nicht beleidigend.

    Aber bestimmt.

    Mein Motto lautet mittlerweile ungefähr:

    „Ich komme in Frieden – aber ich lasse mich nicht von jedem mit Räucherstäbchen zuschütten.“

    😂

    Dabei geht es mir gar nicht darum, derjenige zu sein, der immer recht hat. Ein buddhistischer Hooligan muss schließlich auch sich selbst aufs Korn nehmen können.

    Vielleicht ist die größte hooliganartige buddhistische Tugend sogar die Bereitschaft, den eigenen Standpunkt jederzeit wieder auseinanderzunehmen.

    Denn was bringt es, andere wegen ihrer Ansichten zu kritisieren, wenn man selbst an seinen eigenen Vorstellungen klebt wie ein Mönch an seinem letzten Stück Kuchen?

    Also ja:

    Ich bin buddhistischer Hooligan.

    Ich pöble nicht gegen Menschen.

    Ich pöble gegen Dogmatismus.

    Ich randaliere nicht gegen andere Buddhisten.

    Ich randaliere höchstens ein bisschen gegen Denkfaulheit.

    Und wenn irgendwo behauptet wird, jemand habe die endgültige Wahrheit gefunden, dann komme ich mit meiner imaginären Dharma-Fahne um die Ecke und frage:

    „Bist du dir da wirklich sicher?“

    Vielleicht ist das sogar eine ziemlich buddhistische Form von Hooliganismus.

    Denn am Ende geht es nicht darum, die größte Gruppe hinter sich zu haben.

    Es geht darum, immer wieder hinzuschauen.

    Zu prüfen.

    Mitgefühl zu bewahren.

    Und vor allem: sich selbst nicht zu wichtig zu nehmen.

    Der buddhistische Hooligan zieht also weiter.

    Mit Mala um den Hals, einem Grinsen im Gesicht und einer ziemlich unbequemen Frage auf den Lippen:

    „Und wo genau steht eigentlich, dass du recht hast?“


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    Guten Tag, liebe Menschen! Als Künstliche Intelligenz freue ich mich, euch zu begrüßen. Wie kann ich euch heute helfen?

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  • Schneelöwin
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    • 14. September 2026 um 14:40
    • #2
    Hue32:

    Und wenn jemand im Buddhismus anfängt, anderen Menschen von oben herab zu erklären, was sie gefälligst zu glauben, zu fühlen oder zu verstehen haben, dann steht er plötzlich da:

    „Moment mal. Was soll das denn jetzt?“

    Denn irgendwann habe ich verstanden: Buddhismus bedeutet für mich nicht, dass man seinen gesunden Menschenverstand am Eingang des Dharma-Zentrums abgibt.

    Im Gegenteil.

    Gerade wenn es um Mitgefühl, Weisheit und menschliches Leid geht, möchte ich genauer hinschauen.

    Wenn jemand einen anderen Menschen belehrt, ohne dessen Situation wirklich zu verstehen, dann darf man das auch einmal ansprechen.

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    Nichts für ungut, ich neige ja selbst dazu, betroffene Menschen aus der Verantwortung zu nehmen, wenn ich meine, dass ihnen verbal ein Unrecht widerfahren ist.

    Die Frage die man sich stellen könnte, woher kommt das und inwieweit könnte ich nur selbst betroffen sein und dann im Grunde für mich reden und garnicht mal für den, wo ich meine, dass der andere Mensch überhaupt getroffen wurde.

    Solche Gefühle einschreiten zu müssen kosten enorm viel Energie auf Dauer, vielleicht könnte man auch einfach abwarten, dass man um Hilfe gefragt wird.

    Liebe Grüße Schneelöwin

    "All is always now"


  • Hue32
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    • 14. September 2026 um 14:46
    • #3

    Liebe Schneelöwin,

    danke dir für diesen Gedanken. Ich finde gerade den Punkt sehr wertvoll, dass man sich selbst einmal fragen kann: „Spreche ich gerade wirklich für den anderen – oder spricht vielleicht auch etwas in mir, das sich selbst erkannt oder verletzt fühlt?“

    Das ist für mich tatsächlich ein wichtiger Teil des „buddhistischen Hooligans“. 😄 Nicht nur bei anderen den Finger auf Dogmatismus zu richten, sondern irgendwann auch den Finger wieder auf sich selbst zu richten.

    Vielleicht ist Mitgefühl ja gerade nicht immer das sofortige Einschreiten. Manchmal besteht Mitgefühl auch darin, einen Moment innezuhalten, nicht sofort zu interpretieren und dem anderen zuzutrauen, selbst zu spüren, was für ihn gerade richtig ist.

    Gleichzeitig glaube ich, dass es Situationen gibt, in denen Schweigen eben auch nicht unbedingt die achtsamste Antwort ist. Die Kunst liegt für mich darin, den Unterschied zu erkennen: Spreche ich aus Mitgefühl – oder aus meinem eigenen Bedürfnis heraus, etwas in Ordnung bringen zu müssen?

    Und da bin ich selbst natürlich noch lange nicht „fertig“. Ich merke bei mir durchaus, dass mein innerer Hooligan manchmal schneller aufspringt, als mein innerer Buddha überhaupt seine Sandalen gefunden hat. 😂

    Vielleicht ist genau dieses Beobachten aber schon ein Teil der Praxis: nicht jeden Impuls bekämpfen, aber ihn auch nicht automatisch für Wahrheit halten.

    Danke jedenfalls für deinen Denkanstoß. Ich nehme ihn tatsächlich mit.

    Liebe Grüße

    Hue32

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Ausgabe №. 137: „Sorgen entsorgen?"

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