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Leere mal anders

  • biophil
  • 25. August 2026 um 09:12
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  • Online
    biophil
    Themenautor
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    Mitglied seit
    16. August 2026
    Buddh. Richtung
    biophiler Buddhismus
    Geburtstag
    5. Oktober 1958 (67)
    Geschlecht
    Männlich
    • 25. August 2026 um 09:12
    • #1

    Da kündet ein Bruder, er habe, nachdem der Stier in ihm ihn getrieben hatte und keine Kuh zugegen war, mit der er sich hätte paaren können, einfach selbst Hand an sich gelegt. Und flugs habe er sich erleichtert gefühlt wie im Nirvana. Offene Weite sei es gewesen.


    In vielerlei Hinsicht ist dies ein gar trefflich Gleichnis! Denn es zeigt uns doch, was die Leere ist und wie sie wirket. Selbst im hohen Alter bricht der Stier noch hervor und treibt einen vor sich her. Man kann ihn nicht hinunterschlucken, sondern muss das Treiben irgendwann, wenn das Leid gar zu gross wird, beenden. Hat man das besorgt, so erfährt man die Abwesenheit des Elends, das man durchleiden musste, als der Stier einen noch vor sich hertrieb.


    Und das ist die wahre Leere. Sie ist die Abwesenheit dessen, was zuvor war. Im ganz Kleinen darf man sagen: Das war der Geschmack des Nirvana! Denn was ist Befreiung anderes als das Aufhören dessen, was uns knechtet?


    Wie die Leere wirkt, das hängt allein davon ab, wie man zu dem Ding steht, das nun vergangen ist. Klebt man fest daran, so ist es ein Verlust. Lehnt man es ab, so ist es ein Gewinn. Ist man gleichmütig, so ist es einem einerlei. Doch die Dinge entstehen und vergehen, so ist der Lauf der Welt, und darum spüren wir das Leid.


    Doch halt: Jedes Ding, jede Form, birgt auch das in sich, was sie gerade nicht ist. Das ist die Leere in der Form. Wer gesund ist, der ist eben nicht krank. Wer lebt, ist nicht tot. Wer hungrig ist, ist nicht satt. Wo Stille ist, da ist kein Lärm.


    Und wenn die Form vergeht, so bleibt die Leere von der Form. Und wie sie wirkt, das entscheidet allein das Anhaften an dem, was nun nicht mehr ist.

  • Qualia
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    Lehre Buddha, Chan
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    21. Mai 1954 (72)
    • 25. August 2026 um 09:24
    • #2

    Aus „Traktat vom Gold-Löwen“:
    2. Unterscheidung von Form und Leere. Leere = Raum ohne Leere.

    Die Erscheinung der Löwenform ist leer von Eigenschaft, einzig wahr ist Gold.
    Der Löwe existiert nicht wirklich, das Gold ist existent.
    Daher nennt man es: „Form ist Leere.“
    Die Leerheit hat auch keine eigene Natur und wird anhand ihres Umschließens der Form erkennbar.
    Sie behindert das illusorische Erscheinen des Löwen nicht – darum heißt es: „Leere ist Form.“

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Qualia ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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