Der Betreff war jetzt natürlich ein bisschen "clickbaitig": Ich schreibe gerade ein Buch über den Edlen Achtfachen Pfad. Ich verwende dort statt "Hinayana" "Theravada" und statt "Mahayana" "Sutrayana". Persönlich halte ich diese "Etikette" für angemessen, da ich die Begriffe Mahayana und Hinayana immer als mindestens implizit wertend wahrgenommen habe. Wie haltet ihr das? Ist das überhaupt ein Thema?
Ist "Theravada" das bessere Hinayana?
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Wenn man über die Situation heute redet, dann macht es fast immer Sinn den Begriff "Hinayana" ganz zu vermeiden und man kann fast immer stattdessen "Theravada" schreiben. Es gibt allerdings Leute, die betonen wollen, dass der Weg von dem Buddhismus zur Zeit Buddhas zum Theravada durchaus eine komplexe Geschichte mit Entwicklungen ist..
Im historischen Kontext ist so eine Gleichsetzung manchmal ungeschickt. In manchen Mahayana Texten gibt es negative Abschnitte über den Hinayana und oft ist es so, dass damit gerade nicht der Theravada gemeint waren sondern die Sautrantika, die gerade im tibetischen Kontext stark studiert wurden.
Gerade weil man da später oftmals überhaupt keine realen Nicht-Mahayana-Buddhisten hatte, retatardierte der "Hinayana-Begriff" zu einem Strohmann ( ein bisschen wie das herkömmliche Vollwaschmittel in der Werbung) anhand derer man die Bodhisattva-Motivation aufzeigte.
Im Buddhismus in Tibet werden die Begriffe Hinayana und Mahayana ausschließlich im Sinne der persönlichen Motivation für die Erleuchtungsbemühung genannt. Sie bezeichnen komplementär die Motivation des Übenden, für sich persönlich oder zum Wohle aller Wesen die Erleuchtung zu erlangen.
Dies ist eine ziemliche Verflachung, man meint keine echte andere Schule sondern quasi eine "mindere Motivation". Hier passt der Begriff "Hinayana" und den Begriff "Theravada" einzusetzen wäre herabsetzend.